Am 22.12. reise ich dann also von Nadi nach Nacula Island ( Yasawas ). Der Yawasas – Katamaran hat jede Menge Touristen geladen, die auf verschiedene Inseln bzw. in verschiedene Urlauberresorts gebracht werden. Über die Feiertage ist hier Hochsaison, es gibt viele Gäste aus Australien und den USA, aber auch aus Europa. Und viele Backpacker, die hier zwischen Neuseeland, Australien und/oder Asien Station machen und sich ein bisschen ausruhen wollen. Das Publikum auf „meiner“ Insel ist sehr angenehm, eher ruhig, Paare, Einzelreisende, Familien und auch Menschen über dreißig 😉
Befürchtet hatte ich viele betrunkene Australier und jede Menge ganz, ganz junger Backpacker; aber die sind wohl alle anderswo. Hier jedenfalls nicht ( Glück gehabt! )
Mitunter sind die Inseln richtig niedlich so wie diese hier ( so hab ich früher immer Inseln gemalt, lustig, dass es das genauso gibt ) :
Ich bin ganz froh, dass meine Insel ein bisschen größer ist, immerhin möchte ich elf ganze Tage bleiben. Hoffentlich wird es nicht zu langweilig, nur am-Strand-brutzeln-und gelegentlich-wenden ist ja nicht so meins.
Anlegen kann der Katamaran nicht, man wird mit einem kleinen Boot abgeholt und an Land gebracht. Ich hab ja noch von den Galapagos so meine Erinnerungen und habe alle meine Sachen doppelt in Plastik verpackt … diesmal geht aber alles gut.

Wir werden schon am Strand herzlich empfangen und in unsere jeweiligen Unterkünfte gebracht. Ich wohne im Schlafsaal mit sieben anderen, meist englischsprachigen Menschen.
Der Raum ist groß, luftig, klimatisiert. Auch hier liegen jeden Tag frische Hibiskusblüten auf dem Bett, meins ist das ganz hinten rechts ( Glück gehabt! ). Handtuch und Strandlaken gibt’s mit dazu. 
Ich zahl gut 15€ pro Tag, dazu kommen 35€ für die Vollpension. Die muss man hier nehmen, eine andere Möglichkeit satt zu werden, gibt’s nicht ( es sei denn, man geht Fische angeln und Papayas pflücken ….)
Superschöne kleine Häuschen, die besten in erster Reihe direkt am Stand, gibts auch, aber ( für mich ) eher unbezahlbar. Macht nichts, ich bin sehr zufrieden, wie es ist.
Die Anlage ist wirklich schön – direkt am Strand gelegen und sehr klein, vielleicht sind insgesamt 50 Gäste hier, die sich auf wundersame Weise über den Tag so verteilen, dass ich mich sehr exklusiv fühle.
Mittelpunkt ist der Bar/Restaurantbereich, wie alles andere mehr oder weniger direkt am Strand. Wasser kann man sich holen, soviel wie man will, alles andere hat seinen Preis und möchte langsam genossen werden.
Das Wasser ist superwarm, man kann den ganzen Tag rumdümpeln, ohne zu frieren …. Wellen gibt’s leider kaum, dafür sorgt ein vorgelagertes Riff – also eher Badewanne als Surfertraum!
Und manchmal sieht man auch ein paar Einheimische außerhalb der Anlage ….. das sind dann aber Angestellte auf dem Heimweg. Mit dem eigentlichen Fidschi hat das Leben hier nur sehr wenig zu tun, und meine Art, Urlaub zu machen, ist das nicht wirklich. Genießen kann ich es trotzdem, ist ja nicht für ewig. Abhängen ist angesagt und tut mir sehr gut. Ich muss mich um nichts kümmern, werd hervorragend bekocht und hab immer einen schönen Blick aufs Meer.
Und dann mache ich was, was ich noch nie ausprobiert habe: ich gehe mit auf Schnorcheltour. Auf den Galapagos konnte ich wegen der fehlenden Kontaktlinsen nicht, dank Neele bin ich damit inzwischen gut versorgt. Am Tag zuvor geht der Guide zum Üben mit mir in den Pool, am nächsten Tag fahre ich mit zu einem Korallenriff raus. Ein bisschen aufgeregt bin ich schon, aber ganz schnell absolut hin- und weg. Da tun sich völlig unbekannte Welten auf – schade nur, dass ich keine Unterwasserkamera habe. Für die nächsten Tage leihe ich mir Flossen, Brille und Schnorchel aus – das Schnorcheln lohnt sich auch schon direkt am Strand. Unglaublich, keine zwei Meter von der Wasserkante schwimmen die buntesten Fische – hey, das ist ja wie bei Nemo!
Weihnachten wird hier mit viel Spaß zelebriert, die Mitarbeiter sind rührend bemüht, lustig und richtig aufgeregt. Das Essen ist bombastisch. Es fehlen weder Weihnachtsbaum, Deko noch die üblichen Weihnachtslieder, die an der Bar den ganzen Tag dudeln. Für jeden liegt ein kleines Geschenk auf dem Bett, für die Kinder kommt der Weihnachtsmann per Boot angefahren, der Schlitten funktioniert hier wohl nicht so gut …… 
Und so sah das Menü am ersten Weihnachtstag aus:

Und das gab’s auch:

Gegessen wird hier also reichlich und supergut, und das nicht nur zu Weihnachten. Mich zurückzuhalten fällt nicht immer ganz leicht, und ich beneide die jungen Männer, die Unmengen in sich reinschaufeln können, ohne zuzunehmen.
Ein paar Mal wandere ich ( ziemlich schweißtreibend ) auf den angrenzenden Berg, der eine wunderbare Aussicht auf die Insel bietet.

Das ist das Resort von oben:
Und am zweiten Weihnachtstag gibt es einen ungewöhnlich schönen Sonnenuntergang:
Und so sieht es aus, wenn man in die andere Richtung schaut – ich bin nicht die einzige, die gerne Sonnenuntergänge fotografiert:
Einen Tag später nehme ich an einer kleinen Tour teil- mit dem Boot geht’s ins nahegelegene Dorf. Dort werden wir herumgeführt, bekommen Erklärungen, können fotografieren und Souvenirs einkaufen. Ich weiß, dass die Menschen hier davon leben, trotzdem komme ich mir vor, als spaziere ich durch einen Zoo und fühle mich extrem unwohl.






Einen Tag später esse ich netterweise mit dem jungen Hotelmanagerpaar, sie aus Neuseeland, er aus Uruguay, zusammen zu Abend. Mit ihm unterhalte ich mich lange auf Spanisch, er berichtet viel von der Entstehung dieser Hotelanlage. Diese gibt es erst seit vier Jahren und versteht sich als Projekt, in dem die Leute hier vom Dorf ausgebildet werden und arbeiten können. Das Hotel zahlt die schulische Ausbildung der Kinder, kümmerst sich um die medizinische Versorgung, besonders um den Zahnarzt, und gibt den Leuten eine verlässliche Arbeit. 90% der Mitarbeiter hier stammen direkt aus dem Dorf, es gibt keine Familie, die nicht ein Einkommen vom Hotel bezieht. Vor vier Jahren gab es hier keine Infrastruktur, keinen Strom, keine ärztliche Versorgung, keine weiterführende Schulbildung, kein nichts ( in unserem Denken )
So ist mein schlechtes Gewissen, hier wie die Made im Speck ( auf Kosten der Einwohner ) zu leben, etwas beruhigt. Heute ist Sonntag, wenn man möchte, kann man mit dem Boot ins Dorf fahren, um in die Kirche zu gehen. Das schau ich mir mal an!













































































