Finnisches Sahnehäubchen

Am 03.05. geht nachts um eins  der Flieger gen Peking. An Bord viele Menschen, die so wie ich eigentlich woanders hin wollen, und nach stundenlangem Warten recht genervt sind. Wasser wird gereicht, anderes gibt es nur auf Nachfrage, zu essen erst mal nichts. Na toll. Zum Essen werden wir später erbarmungslos um 5.00 geweckt. Es gibt asiatiisches Frühstück, d.h. warmes Essen, schwere Kost. Um 6.30 landen wir in Peking, was für ein Smog!IMG_0052

Beim Aussteigen lerne ich die Estländerin Britt kennen, die in Australien lebt und auf Heimatbesuch gen Tallinn reist. Sie ist nett und lustig, spricht gut deutsch und vertreibt mir ein bisschen die stundenlange Warterei auf unseren Anschlussflug.

Den Pekinger Flughafen hatte ich mir altmodischerweise völlig anders vorgestellt – als erstes sehe ich Starbucks und Pizza Hut ……. na denn.IMG_0025

IMG_0029IMG_0039Irgendwann geht’s weiter, und, große Freude, ich bin ( zusammen mit  einigen Leidensgenossen ) in die Business – Class gesetzt worden. Von einem Upgrade träum ich schon seit Jahren!

Britt sitzt nur durch den Gang getrennt neben mir, und so werden die nächsten Flugstunden ( acht! ) ganz gemütlich. Ich schlafe ( man kann sich richtig hinlegen, wie toll! ), schau zwei Filme und manchmal auch aus einem meiner Fenster. Staune, wie schön fliegen sein kann.

Blick auf die chinesische Mauer ( etwas trübe Sicht )IMG_0059und tolle Berge ….. IMG_0062Hasi fliegt Business 🙂 IMG_0075Bald geschafft!IMG_0077Pünktlich um 14.30 landen wir in Helsinki – juchu Europa! Die Einreiseformalitäten dauern für mich als EU- Bürgerin keine 15 Minuten. Ich spendier mir ein Shuttle – Taxi in mein Hostel, besichtige mein Zimmerchen, such mir den nächsten Supermarkt, wasche einen Haufen Wäsche und geh recht früh ( gefühlt sehr spät – meine innere Uhr tickt ja noch völlig anders ) ins Bett. Glücklicherweise bin ich müde genug, um von der deutschen Schülergruppe, die auf dem Flur für Stimmung sorgt, nichts mehr mitzubekommen.

Sonntag, 04.05., fahr ich ein bisschen Straßenbahn und schau auf einem netten Markt vorbei. Das Wetter ist ganz fein, aber so, so, so kalt!IMG_0082 IMG_0086 IMG_0088IMG_0089 IMG_0090

Ich friere!!!! ( ja, ich weiß, genau DAS wollte ich. Hatte nur vergessen, wie blöd sich das anfühlt! ) Nachmittags haben trotz Sonntag die Geschäfte auf – ich kauf mir Handschuhe, und das im Mai! Die Natur hier ist frühes Bremer Frühjahr: die Osterglocken blühen, auch die Tulpen. Die Birken zeigen erstes Grün, die meisten Bäume haben noch keine Blätter. Ich freu mich – ich kann ein bisschen Vorfrühling nachholen!IMG_0095 IMG_0096 IMG_0094

Am Montag bleib ich bis Spätmittags im Hostel – es schneit und regnet und ist ziemlich bäh. Nachmittags geh ich  in das kleine Yrjönkadun Uinahalli Bad, und das ist wirklich zauberhaft. Mitten in der Stadt gelegen und im schönsten Jugendstil 1928 erbaut. Hier baden Mo, Mi und Fr die Damen; Di, Do und Sa sind die Herren dran. Schwimmen und Saunen kann man mit oder ohne Badeanzug. Man zieht sich direkt in der Halle um, wer ausruhen möchte, kann sich ein kleines Kabinchen auf der Empore im ersten Stock mieten. Ich schwimme meine Bahnen und gehe später ganz zufrieden in die Unterkunft.

Helsinki gefällt mir sehr! Es ist vertraut europäisch, gleichzeitig aber auch ganz fremd. Die Sprache liest sich lustig und hört sich nett an. Ableiten lässt sich rein gar nichts ( jedenfalls nicht von mir…. ). Im Supermarkt muss ich mir helfen lassen, mein Obst abzuwiegen. Ich weiß nicht, welches Wort zu welchem Gemüse gehört. Aber alle, wirklich alle Finnen sprechen bestens Englisch, zum Glück!IMG_0129

Die Stadt ist großzügig und weitläufig, es gibt viele ganz tolle Jugendstilfassaden!IMG_0107 IMG_0111

Dienstag, 06.05. weckt mich der Sonnenschein. Auf geht’s, ich miete mir ein Fahrrad und dreh ne Runde am Wasser entlang. Es ist so schön hier!IMG_0159IMG_0114 IMG_0123 IMG_0119 IMG_0118 In einem schnuckeligen, kleinen Cafe am Wasser bleib ich zwei Kaffeelängen lang und find es wunderbar. Am frühen Nachmittag bin ich schon wieder im Hostel ( und verkriech mich für den Rest des Tages dort ) – mir ist so kalt!IMG_0135

Mittwoch, 07.05., wird ein ganz besonderer Tag für mich: Neele kommt, um mich zu besuchen – ich freue mich schon seit Wochen darauf. Morgens kann ich es ruhig angehen lassen, am späten Vormittag mache ich mich auf den Weg zum Flughafen ( wie es so meine Art ist, bin ich sehr pünktlich da – die letzten Minuten ziehen sich ganz schön in die Länge ). Doch dann ist sie da! Wie freuen uns beide riesig!IMG_0147 IMG_0149 (2)

Das Wetter ist dem Anlass entsprechend super. Nachdem wir das Gepäck ins Hostel gebracht und ein bisschen was gegessen haben, machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Wir schauen uns den tollen Dom an und spazieren eine kleine Runde. Abends wird gekocht, ausführlich erzählt und ein bisschen geblödelt. IMG_0160  IMG_0166 IMG_0163IMG_0173IMG_0176IMG_0182 IMG_0186

Am nächsten Tag haben wir wenig Glück mit dem Wetter. Wir haben keine fünf Grad, außerdem regnet es von morgens bis abends ohne Unterbrechung. Oooch nöö. Wir lassen uns die Laune nicht verderben, kaufen uns Tageskarten für den öffentlichen Nahverkehr und fahren den halben Tag kreuz und quer durch Helsinki. Zwischendurch steigen wir auch mal aus, schlendern durch die Markthalle, gehen einen Kaffee trinken oder in das eine oder andere Geschäft. Für den Abend haben wir uns Karten für die Seven Fingers, die im Rahmen des Zirkusfestivals im finnischen Staatstheater auftreten, besorgt. Die Artistik – Truppe kommt aus Kanada und bietet eine tolle Show. Was für ein schöner Abend!IMG_0202 IMG_0206 IMG_0203

Freitag, 09.05. ist es – juchu – trocken und viel wärmer. Nach dem reichlich späten Frühstück ( wann hab ich das letzte Mal bis halb zehn geschlafen? ) leihen wir uns Fahrräder und machen eine kleine Tour auf zwei Halbinseln in Innenstadtnähe ( Mustikkama – Korkeasaari ). Die Bewegung tut gut, die Luft ist frisch und ab und an blinzelt sogar ein bisschen die Sonne hervor. Wir können auf einer Bank sitzen, Brötchen essen, Fotos machen.IMG_0213 IMG_0249 IMG_0240 IMG_0228 IMG_0222 IMG_0216 IMG_0250Zurück in der Stadt gibt’s Kaffee und einen kleinen Bummel durch die Geschäfte. Später möchte ich Neele gern das kleine Cafe zeigen, dass mir vor ein paar Tagen auf meiner Fahrradtour so gut gefallen hat. Gesagt, getan.IMG_0136 IMG_0134 IMG_0131 Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Weg zurück ins Hostel. Unterwegs erwischt es uns eiskalt – es schüttet, innerhalb von wenigen Minuten sind wir pitschnass. Jetzt gerade finden alles so richtig scheiße. Mit der Brille und dem Regen kann ich nicht wirklich sehen, und so nehmen wir auch leider nicht den kürzesten Weg nach Haus, sondern fahren noch einen tüchtigen Umweg. Endlich angekommen, geht’s für uns sofort unter die heiße Dusche und für die Klamotten in den Wäschetrockner. Den restlichen Tag bleiben wir wo wir sind und versuchen, unsere Körpertemperatur wieder hochzufahren.

In dieser Nacht haben wir Pech mit den Hostelnachbarn – es gibt Party und ziemlich viel Lärm. Wenn man nicht gerade selber feiert, macht das ein bisschen aggressiv …..

Auch der Samstag hat seine Höhen und Tiefen. Am Vormittag radeln wir zwar müde, aber noch ganz guter Dinge durch die Stadt. Später erwischt uns beide eine Übelkeit, die wir nicht recht erklären können. Kann ein Milchkaffee schlecht sein und Bauchweh machen? Den langen Rest des Tages liegen wir flach, so schade. Trotzdem, geteiltes Leid ist halbes Leid, und eigentlich finde ich die Situation auch ein bisschen gemütlich 🙂

Packen muss trotzdem sein, am frühen Sonntagmorgen möchte ich mich auf den Weg zum Flughafen machen. Neele nimmt einen anderen Flieger und darf etwas länger schlafen.

Mir hat Helsinki trotz Kälte und Regen sehr gut gefallen, und vor allem hat mir Helsinki mit Neele gut gefallen. Es war so schön, von ihr abgeholt zu werden. Wir hatten Zeit für uns, viele schöne Gespräche und so manche lustige Aktion. So sind die letzten Tage für mich das Sahnehäubchen auf einer tollen Reise 😀IMG_0212

Den finnischen Tango hab ich übrigens nicht gefunden, die Touristeninfo wusste auch von nichts. Merkwürdig ……

Die ( äußere ) Reise ist fast vorbei, ich fühle mich reichlich seltsam. Was hat sich verändert, hab ich mich verändert, wie wird es sein, wieder zu Haus zu sein?

 

Singapur

Am 27.04. fliege ich zu meiner Lieblingszeit in Denpasar gen Singapur ab. Mittags um zwölf heißt prima ausschlafen können, und schwimmen, gemütlich frühstücken und irgendwann ins Taxi gen Flughafen steigen. IMG_9663Gegen drei lande ich in Singapur, fahre mit einem Shuttlebus ins Hotel ( YMCA ) und beziehe am späten Nachmittag mein Zimmer. Und das ist – voll schrecklich! Ich bin ganz unglücklich und mag gar nicht auspacken. Vielleicht bin ich auch einfach total baliverwöhnt?

Hey, mein Reiseführer sagt, dass das Hotel ( zu einem Spottpreis ) toll ist!

Ist, nebenbei gesagt, die teuerste Unterkunft auf meiner Reise ( wenn nicht meines Lebens ….), und sicher nicht die beste! Nach ein, zwei Tagen habe ich mich aber an meine Zelle im siebten Stock gewöhnt und bin ganz zufrieden: supersupersauber, riesengroßes Frühstücksbuffet zum endlich mal Sattessen, ruhig und direkt an einer großen U-Bahnstation gelegen.  Am allerletzten Tag bin ich mal zu Fuß und nicht mit der U-Bahn unterwegs ….. da fällt mir endlich auf, wie wunderbar zentral ich wohne 😀 Der 25m Pool ist nur toll, und morgens vor dem Frühstück hab ich ihn immer ganz für mich alleine!IMG_9680

Ich steuer den nächsten Supermarkt an, schwimme ein paar Runden, skype ausführlich mit dem Töchterlein und packe dann doch noch richtig aus.

Am 28.04. schaffe ich es gerade noch zum Frühstück und besorge mir später eine 3 – Tageskarte für Bus und Bahn. Die U – Bahn ist hier toll und prima organisiert. Alles ist perfekt ausgeschildert, es ist auch für mich Orientierungsesel kein Problem, richtig anzukommen. Und, es gibt Straßenschilder! Ganz große!! Überall!!

In den Shoppingmalls fällt mir die Orientierung sehr viel schwerer – diese gehen über zig unter- und überirdische Stockwerke, die durch ein Gewirr von Rolltreppen miteinander verbunden sind. Manche Malls haben im minus viertem Stock eine U – Bahnstation, manchmal sind auch die verschiedenen Malls unterirdisch miteinander verbunden. Singapur scheint die Stadt der Rolltreppen zu sein – unglaublich!IMG_0001IMG_9932

Da mich der ganze Hochglanz etwas irritiert, mache ich mich auf nach Little – India. Bei der Planung von Singapore wurden ganze Stadtteile für bestimmte Völkergruppen vorgesehen, die ethnischen Gruppen sollten sich nicht vermischen. Heute ist es zum Glück anders – die Welten mischen sich wie überall –  Singapur ist wunderbar multikulturell!IMG_9685IMG_9690IMG_9689Little India gefällt mir ganz gut, es gibt viele Geschäfte, viel Gold und Glitzer, Stoffe, Uhren, kleine Lokale. Die Hitze macht mir leider ziemlich zu schaffen, und gegen Mittag schleppe ich mich und ein paar Einkäufe zurück ins Hotel.

Nachmittags mache ich mich auf zur Marina Bay.IMG_9702Preisfrage: Was hat die Skyline des Singapurer Bankenviertels mit meinem ( momentanen ) Kleiderschrank gemeinsam? Ich glaub, ich muss dringend  Farbe in mein Leben bringen 🙂IMG_9682Marina Bay ist eine künstlich angelegte Bucht, hier dominiert das Marina Bay Sands Hotel, das man von überall aus sehen kann. Es sieht aus wie ein Bügelbrett, drei Türme werden in 200 Metern Höhe durch eine riesige Dachterrasse miteinander verbunden. Hier gibt es einen öffentlichen Teil, und klar, da muss ich hoch, um mir einen Überblick zu verschaffen ….IMG_9769

IMG_9713IMG_9708IMG_9718Der größte Teil der Bügelfläche ist den Hotelgästen vorbehalten, so auch der 150m lange Pool. Aber Rüberblinzeln darf ich mal …. hey, Palmen im 58. Stock?IMG_9730IMG_9733Außer dem Hotel befinden sich in den Türmen Kasinos, Tagungszentren und, wie könnte es anders sein, jede Menge Prada und Co. Wie in den meisten Shoppingmalls von Singapore findet man die Fressmeile auch hier im alleruntersten Untergeschoss. Ich esse teuer und schlecht und spaziere anschließend sehr hübsch an der Bay entlang gen Innenstadt und Singapore River.IMG_9747  IMG_9750IMG_9760

IMG_9765IMG_9771IMG_9773IMG_9781IMG_9777 IMG_9788Am 29.04. fahre ich am späteren Vormittag gen Chinatown, das nett, aber unheimlich touristisch ist. Es gibt unzählige Läden und sehr (!) aufdringliche Verkäufer. Viele Schneider, bei denen man sich innerhalb eines Tages auf Maß alles mögliche schneidern lassen kann, haben sich hier niedergelassen. In den engen Gassen ist es heiß und stickig . Nach einem tropischen Starkregen ist die Luft wie in der Dampfsauna ….. ich muss hier raus!IMG_9790 IMG_9797 IMG_9795IMG_9818IMG_9798 (2) IMG_9801 IMG_9800 IMG_9793

Nachmittags schaue ich mir die Orchard Road an, an der ich ( fast ) wohne. Das ist die Haupteinkaufsstraße von Singapore. Vorgestellt hatte ich mir naiverweise eine Straße mit vielen netten Geschäften und Boutiqen. Straße stimmt, der Rest ist anders: vielstöckige Shoppingmalls, unterirdisch miteinander verbunden, alles schickimicki blankpoliert.  An manchen Stellen kann man die Straße nicht überqueren und auch nicht weiterlaufen, man muss durch unterirdischen Shoppinggänge gehen und versuchen, die richtigen Abzweigungen zu erwischen …..IMG_9828IMG_9827 Mich deprimiert all das, auch die Anonymität meines Hotels macht mir zu schaffen. Acht Tage Singapore – viel zu lang! Ich beschließe, umzubuchen ( hoffentlich geht das! ), allein das Vorhaben bewirkt, dass es mir besser geht.

Gesagt, getan. Am Mittwoch gehe ich gleich morgens früh ins Finnair – Office. Juchu, ich kann eher fliegen. Mein Hotel ist ganz kulant, ich darf kostenfrei stornieren ( ich werde nach dem Grund gefragt und muss nur ein kleines bisschen lügen ). Das Hostel in Helsinki nimmt mich früher, also alles prima!

Nachmittags schaue ich mir Gardens by the bay an, das es erst seit 2012 gibt.IMG_9840 In der großen Gartenanlage gibt es zwei Kuppelbauten, die riesige Gewächshäuser sind sowie künstliche Tropenbäume. Das Gelände habe ich schon von der Aussichtsterrasse des Bügelbretthotels bewundern können. In einem der Gewächshäuser ist derzeit eine …. Tulpenausstellung 🙂

Hey, dann krieg ich in diesem Frühjahr ja doch noch ein paar Tulpen zu sehen! Freudolle!IMG_9844IMG_9861IMG_9862

Süß, wie begeistert die Tulpen fotografiert werden, und diese Hollanddeko …..IMG_9848 IMG_9878 IMG_9877

Die ganze Halle duftet wunderbar nach Tulpe, und hier, genau hier erwischt es mich so richtig – ich hab ganz, ganz schlimmes Heimweh!!! Ich beschließe, es nicht Heimweh, sondern Vorfreude zu nennen und geh zum Trost sofort Bruschetta essen – sehr lecker, sehr wenig, sehr edel …..IMG_9851Die Portionen sind hier alle winzig klein. Vielleicht aber auch genau richtig, denn dicke Menschen gibt es kaum, und richtig Dicke sieht man gar nicht.

Die Regenwaldhalle ist nicht ganz so kühl ( nach der Tulpenhalle bin ich total durchgefroren ), und ganz nett anzuschauen. Nach den fantastischen Landschaften, die ich auf meiner langen Reise ganz in echt gesehen habe, hauen mich künstliche Wasserfälle und sonstige Scheinwelten nicht so richtig vom Hocker – aber die Tulpen, die haben sich gelohnt! 🙂 IMG_9889 IMG_9897 IMG_9903

Auf den Steg in 22m Höhe, der zwischen den Kunstbäumen ( die hübsch aussehen ) gespannt ist, trau ich mich nicht. Ich bin so zaghaft gerade, vielleicht ist mein Mut fürs erste aufgebraucht?IMG_9925 IMG_9921Die große und bestimmt sehr schöne Gartenanlage spar ich mir ebenso – es ist einfach viel zu heiß!

Abends geh ich tanzen. In Singapur wird sehr viel Tango getanzt. Ich lerne Astrid, eine junge Deutsche, kennen, die seit drei Jahren in Singapur lebt und arbeitet. Ansonsten? Ne, das wird nicht mein Abend, ich gehe früh und wundere mich, wie viele Menschen in der Nacht noch unterwegs sind.

Donnerstag ist erster Mai, auch hier ein Feiertag ( Labour Day – die Läden haben trotzdem alle auf ). Ich besuche den Botanischen Garten, der wirklich sehr schön und weitläufig ist. Der Orchideengarten ist sogar weltberühmt ( sagt mein Reiseführer ).

Die Luftfeuchtigkeit ist zwischen all den Pflanzen besonders hoch, und nach wenigen Metern bin ich schweißgebadet. Ich versuche zu genießen – ganz bald ist Frieren angesagt 😉IMG_9953 IMG_9944 IMG_9946 IMG_9943IMG_9959 IMG_9967 IMG_9981IMG_9970

Abends wird gepackt, ich freu mich auf Europa!

Am 2.5. muss ich bis zwölf mein Zimmer räumen. Mein Flug geht leider erst um 23.25 Uhr, ich mag das nicht! Zum Glück darf ich mein Gepäck im Hotel lassen und abends in der Sportetage noch einmal duschen.

Acht Stunden muss ich rumbekommen. Ich spaziere ganz ohne U – Bahnfahrt durch die Stadt zum Wasser. Wenn die Hitze zu beschwerlich wird ( also etwa alle 20 Minuten ), kühle ich mich in einer Shoppingmall ein bisschen ab. Später gehe ich ins Singapore Art Museum und ins National Museum of  Singapore und schau mir ziemlich gruselige Kunst an:IMG_0005 (2)IMG_0010Diese possierlichen Tierchen ( von denen es noch ein paar mehr gibt ) sind aus der abgeschnittenen Fußhornhaut des Künstlers zusammengesetzt ….. ist das nicht ekelhaft?IMG_0015 IMG_0021IMG_0017Irgendwie geht dieser Tag dann doch ganz gut vorbei. Kurz vor sieben schau ich im Netz nach meinem Flug und stelle entsetzt fest, dass mich FinAir auf eine Maschine nach Peking ( !!! ) umgebucht hat. Hääää????? Ich hatte doch schon eingecheckt!  Was soll das denn?

Am Flughafen wird mir erklärt, dass die Maschine in Helsinki nicht starten konnte –  folglich gibt es keinen Flieger, der direkt zurückfliegen kann. Alle Passagiere werden umgebucht, viele müssen so wie ich einen großen Umweg und acht Stunden Verspätung in Kauf nehmen.

Ochneeeeesoeinescheiße!!!! Peking – da will ich nicht hin, das liegt so gar nicht auf dem Weg!!!!

Ja, und Singapur? Eine Weltstadt, superschön, supersauber, supergrün, supersicher, superorganisiert, supermodern, superkonsumorientiert, superkünstlich. So viele Menschen! Unglaublich viele Shoppingmalls! Es gibt ganz viel Lohnendes anzuschauen (  man muss sich bei dieser Hitze nur aufraffen können) !

Das Klima ist so gar nicht meins, die hohe Luftfeuchtigkeit ist wirklich unangenehm. Wo es nur irgend möglich ist, wird klimatisiert, oft meine Rettung, ja ich weiß, auch sehr, sehr ungesund. Singapur und ich ….. da passt was nicht!IMG_9989 (2) IMG_9992

Meine Reise geht zu Ende, kann es deutlich spüren. Ich  bin ganz satt und ziemlich müde. Tolltolltoll wars, aber oft auch ganz schön anstrengend. Ein bisschen Sahnehäubchen gibt es noch, Helsinki, bin schon unterwegs!

 

Nusa Lembongan und Tango auf Bali

Am 17.04. ist morgens alles ein bisschen hektischer: schnell in den Pool springen, frühstücken, die letzten Sachen packen. Um neun sollen wir an der Straße stehen. So früh am Morgen und schon so heiß ………IMG_9327Nach einer Warteweile werden wir von einem klapprigen und ziemlich vollen Kleinbus abgeholt und nach Sanur gebracht, von dort aus starten die Schiffe nach Nusa Lembongan, auf die Gili – Inseln und nach Lombok. Wir werden an der Anlegestelle rausgelassen und warten etwas ratlos auf unser Boot. Es gibt schnellere und weniger schnelle Boote, wir haben die Überfahrt in einem weniger schnellen gebucht. Ich weiß, dass die Fähren in solchen Ländern ein bisschen anders aussehen, trotzdem bin ich fassungslos, als ich sehe, in was wir einsteigen werden:IMG_9332 Die Anlegestelle ist der Strand, die Wellen sind hoch und man muss einen günstigen Moment abpassen, um überhaupt an Bord zu kommen. Den Koffer selber an Bord tragen? Unmöglich. Der Kofferträger macht mit unverschämten (!) Geldforderungen Stress, und ich empfinde die Situation als reichlich ungemütlich. Schließlich sind wir, ein paar andere Menschen und einiges an Fracht an Bord.IMG_9334 IMG_9336Die Überfahrt ist wider Erwarten ganz entspannt und fast gemütlich. In Nusa Lembongan legen wir ebenfalls direkt am Strand an. Schön sieht es hier aus!IMG_9368

Wir suchen uns eine Bar am Strand, essen eine Kleinigkeit und trinken einen Kaffee. Das Gepäck dürfen wir unterstellen, so können wir unbeschwert eine Unterkunft suchen. Auf Nusa Lembongan gibt es verschiedene schöne, zum Teil abgelegene Buchten. Wir haben uns entschieden, in unserem Ankunftsort Jungbatu zu bleiben. Hier leben nicht nur Touristen in mehr oder weniger luxuriösen Resorts, es gibt einheimisches Leben, viele von Indonesiern geführte Unterkünfte und einen langen Strand. So klappern wir die unzähligen Übernachtungsmöglichkeiten direkt am Strand ab und haben sehr schnell etwas gefunden, das a) bezahlbar ist b) die direkte Strandlage für Corla und c) den Pool für mich hat. Nachträglich sind wir sehr froh, dass wir nichts im Internet vorgebucht haben! Gegen Abend laufen wir ein bisschen und sehen einen traumhaften Sonnenuntergang.IMG_9376IMG_9396IMG_9395

Am 18.04. ( Karfreitag ) nehmen wir am frühen Morgen an einer Schnorchel – Tour teil. Wir umrunden die Insel und schnorcheln an verschiedenen Stellen. Es gibt wunderbare Korallen und die schönsten bunten Fische. So toll! Falls ich mal wieder in so eine Gegend komme, nehme ich auf jeden Fall eine Unterwasserkamera mit! Gleichzeitig können wir die schöne kleine Insel und die Nachbarinsel Nusa Ceningan vom Wasser aus sehen und verschaffen uns ganz entspannt einen Überblick ….

An einem Schnorchelpunkt soll man Mantas sehen können. Das Wasser ist tief und dunkel, es gibt ziemliche Wellen, eine Felswand ist nicht allzu weit entfernt …. hier bleiben Corla und ich einfach im Boot und überlassen unseren jungen Mitschnorchlern das Wasser. Ich habe Mantas auf Fotos gesehen, und vor allem habe ich gesehen, wie groß die werden können – die möchte ich gar nicht unbedingt im Wasser treffen 😉

Nachmittags spazieren wir bis zur Tamrinbeach. Die Abendstimmung genießen wir später von unserem Hausrestaurant aus. Ich möchte meinen Ubutblogeintrag fertig stellen, für den ich schon seit Tagen Fotos hochlade. Leider verabschiedet sich plötzlich der gesamte Eintrag in den unergründlichen Weiten des Internets. Seufzsehrdolle. Fürs erste reicht es mir mit  Blog und Internet …..

Am 19.04. leihen wir uns früh Fahrräder, wir haben vor, die Traumstrände im Westen der Insel zu besuchen. Es ist nicht ganz einfach, die richtigen Wege zu finden, da Wegweiser fast völlig fehlen und Straßen nicht unbedingt an jeder Stelle nach Straße aussehen. Wir fahren eine Weile, bis ich plötzlich einen Platten habe. Mist. Also heißt es schieben. Unterwegs treffen wir ein paar Einheimische, die alle gar kein Englisch können. Dieses Problem kann man aber leicht auch ohne Worte erklären, und alle deuten in eine Richtung, um zu zeigen, wo es einen Mechaniker gibt. Wir laufen eine langes Stück und finden die Reparaturwerkstatt tatsächlich. IMG_9419IMG_9420IMG_9421Der Mechaniker ist sehr hilfsbereit und macht sich sofort daran, den Schlauch zu flicken. Leider müssen wir feststellen, dass selbiger völlig porös ist. Ein neuer Schlauch muss her! Der junge Mann schwingt sich auf sein Moped und verschwindet. Wir warten, warten, warten. Wo bleibt er nur?IMG_9425

IMG_9426IMG_9428Nach einer ziemlich langen Weile kommt er mit einem neuen Schlauch wieder und kurz darauf können wir die Fahrt fortsetzen. Wir kommen an der kleinen Brücke vorbei, über die man auf die nächste kleine Insel kommen kann und fahren durch den Ort Lembongan, den ich sehr nett, weil total untouristisch finde. Wir müssen den einen oder anderen Hügel überwinden ( schieben ), was bei diesem Klima nur ein bisschen ein Vergnügen ist.IMG_9434IMG_9439Hahnenkampf ist ein großes Thema, nicht nur hier, sondern auch überall auf  Bali. Offiziell ist er nur erlaubt, wenn es sich um eine religiöse Zeremonie handelt, inoffiziell sieht man die Körbe mit den Kampfhähnen überall stehen. Laut Reiseführer hält jeder Mann mindestens einen Hahn. Ich habe keinen Kampf gesehen ( sehen müssen ) und bin ganz froh darüber.

Ab und an werden die Hähne wie auf diesem Foto auch mal herausgeholt und ein bisschen vorgezeigt. Diese Jungs waren total lustig und haben sich gerne mit ihren Tieren fotografieren lassen ……..IMG_9441Irgendwann kommen wir an diesem Tag doch dort an, wo wir hin wollen.

Die Dreambeach und vor allem der Pool der einzigen Anlage entschädigt für alle Mühen – ist das toll! Am Strand zu baden ist  allerdings eher etwas für Mutige – es gibt Monsterwellen und eine starke Strömung.IMG_9444IMG_9448IMG_9450IMG_9452

Gegen Nachmittag fahren wir zurück. Wegen der Panne sind wir spät in der Zeit ( in den Tropen wird es früh dunkel! ) und fahren nicht mehr zur Mushroom – Beach. Unterwegs haben wir eine sehr schöne Sicht auf „unseren“ Ort Jungbatu:IMG_9466Ich lege noch einen kleinen Schlenker zur Nordspitze ein. Das ist von unserer Unterkunft nicht sehr weit – und unerwartet hübsch!  Es gibt ein paar kleine Warungs direkt am Strand, und ganz am Ende im Mangrovenwald hört die Straße einfach auf.IMG_9472IMG_9479IMG_9484Ich finde mein Lieblingslokal, in das ich von nun an jeden Tag einkehre, Manchmal für einen frisch gepressten Saft, manchmal auch, um etwas zu essen. Hier ist es schön!IMG_9471IMG_9474IMG_9591So schön Lembongan auch ist – die Gegensätze zwischen dem Leben der Einheimischen und dem der Touristen ist sehr krass. Sobald man sich nur ein paar Meter von den netten Unterkünften am Strand entfernt, steht man in einer anderen Welt.  Besonders die Algenbauern scheinen sehr arm zu sein. Sie leben in einfachsten Strohhütten ohne fließend Wasser.IMG_9478Viele der 7000 Einwohner der Insel bauen Seetang in strandnahen Meeresgärten rund um die Insel an. Bei Ebbe wird der Seetang geerntet, sortiert, getrocknet und später über Padangbai in die ganze Welt verschifft – die Algen werden für Lebensmittel und Kosmetikprodukte verwendet. Laut Reiseführer soll das ein einträgliches Geschäft sein – fragt sich nur, für wen …. IMG_9363IMG_9357IMG_9351IMG_9402IMG_9365IMG_9366Den Menschen, die im Tourismus arbeiten, scheint es besser zu gehen – zumindest sind sie körperlich nicht so ausgemergelt wie die Algenbauern. Einheimische und Touristen leben hier ein friedliches Nebeneinander. Ich mag es, vom alltäglichen Leben der Menschen etwas mitzubekommen. Schade, dass ich mit den Leuten nicht sprechen kann, ich habe so viele Fragen!

Es ist ganz ruhig hier. Bis auf wenige kleine Transportfahrzeuge gibt es keine Autos. Einheimische und Touristen sind meist mit einem Roller unterwegs. Surfen kann man hier gut, tauchen, schnorcheln, wunderschöne Sonnenuntergänge anschauen. Nachtleben? Nicht vorhanden. Shops? Eher nicht. Postkarten? Fehlanzeige! Bank? Post? Neee. Geldautomat? Ja, einen gibt es. Er scheint leer zu sein, jedenfalls kann ich kein Geld ziehen. Später hören wir, dass er nur zum 1. eines Monats aufgefüllt wird …

Am 20.04. bekomme ich vor dem Frühstück einen Cappuchino mit Meerblick – schließlich ist heute mein Geburtstag 🙂IMG_9496

Außerdem gibt’s Geschenke von Corla, eine Frühstückseinladung und viele Glückwünsche per mail und Facebook. Danke an alle!!!IMG_9501Und es ist ja nicht nur mein Geburtstag, sondern auch noch Ostersonntag – es gibt Konkurrenz für Hasi …..IMG_9503Eins meiner Geschenke löse ich zwei Tage später ein – ich krieg die Füße schön 🙂

Die Farben hat das Pediküremädel ausgesucht – zufälligerweise genau passend zu meiner Bollywoodlieblings(tango)hose ( nächstes Foto )

Danke Cordula!

IMG_9600Den Geburtstagssonnenuntergang begehen wir ziemlich dekadent auf dem Rumfläzstrandsofa der stinkefeinen Nachbarsanlage:IMG_9527Später gibt’s ein gutes Essen, ich bin mit meinem Geburtstag sehr zufrieden. Nächstes Jahr möchte ich dann wieder Erdbeertorte und Rhabarberkuchen!

Am Ostermontag ziehe ich mal wieder um: Cordula reist heute ab, ich bleibe in der Unterkunft, miete mir aber ein etwas günstigeres Zimmer im ersten Stock. Nachmittags fahre ich zum Winken mit zur Abfahrtsstelle – schön war es, unterwegs Besuch zu bekommen! IMG_9559IMG_9565Ich freue mich, dass ich noch zwei Tage länger bleiben kann und spaziere Richtung Mushroom Beach. Dieser legendäre Strand sträubt sich auch heute erfolgreich – es ist Hochwasser, der Weg, den ich gehen will, geht gerade nicht. Na gut, dann eben morgen ……

Auf dem Rückweg schaue ich mir noch ein bisschen die Surferwellen an. Hier gibt es Riesenwellen, anspruchsvoll für gute Surfer, wegen des vorgelagerten Riffs ein paar hundert Meter vom Strand entfernt. Man sieht sie leider nur in Ameisengröße …..IMG_9567IMG_9572

Ich organisiere mir für die nächsten beiden Tage ein schönes Fahrrad und gehe einfach mal ganz früh ins Bett. Am nächsten Morgen fahre ich früh los und trinke in der – jawoll! – Mushroom Beach einen schönen Cappuchino. Diesmal nehme ich den direkten Weg über den Berg – und muss zur großen Erheiterung ALLER Indonesier, die mich überholen, ein richtig steiles Stück berghoch schieben. Scheinbar kann sich keiner vorstellen, wieso sich eine reiche Touristin so etwas freiwillig antut ( guck doch mal, wie die schwitzt! ) …. es gibt doch Roller!IMG_9585IMG_9581Während meiner späteren Mittagspause auf der Strandliege spaziert Hanna ( auch aus Bremen ),eine Bekannte von Cordula, vorbei. Hanna haben wir schon kurz in Ubut getroffen, jetzt ist sie auf Zimmersuche und mietet sich schnell entschlossen auch in unserem Nusa Indah ein. Später stellen wir fest, dass wir gemeinsame Bekannte und unsere Töchter in die gleiche Schule besucht haben – die Welt ist klein!

In dieser Nacht wache ich mehrmals auf und weiß nicht, wo ich bin – es wird wohl langsam Zeit, dass ich nach Hause komme …….

Am 23.04. geh ich nochmal Schnorcheln, der restliche Tag vergeht mit Dungeln, Dümpeln, Sachen packen – morgen geht’s zurück nach Bali! Für meine restlichen drei Tage habe ich mich in Seminyak eingemietet. Kuta, Legian und Seminyak sind DIE Touristenorte auf Bali, auch verschrien als der Ballermann der Australier. Das klingt wenig einladend, aber Seminyak hat für mich etwas ganz Besonderes: ein Tangohotel und eine Freitagsmilonga 😀

Das Hotel ist nicht ganz meine Kragenweite – ich stelle ( mal wieder ) fest: fein trägt bei mir nicht zwangsläufig zum Wohlfühlen bei …..trotzdem genieße ich den Luxus eines grooooooßen Zimmers, eines grooooßen, gutriechenden Bettes ( ich kann quer und gerade und diagonal schlafen! ), eines tollen Bades und eines schnellen Internets ( juchuuuuuuu ). Das Frühstück ist auch nicht schlecht! Stefani, der das Hotel gehört, ist Deutsche, lebt seit 30 Jahren hier und hat die kleine balinesische Tangoszene aufgebaut. Sie unterrichtet Tango und organisiert das jährliche Tangofestival, zu dem viele Tänzer aus ganz Asien und Australien anreisen.  IMG_9610IMG_9608 IMG_9612Abgesehen davon gibt es einen wirklich tollen, kilometerlangen und feinsandigen Strand – nicht ohne Grund tummeln sich genau hier die vielen Touris!IMG_9620 IMG_9619 IMG_9622Freitag werde ich gefragt, ob ich am Nachmittag mit auf eine Vernissage möchte, auf der auch ein bisschen getanzt wird. Die Fahrt ist lang, die Bilder so naja, die Getränke und vor allem die kleinen Häppchen, die gereicht werden, sehr lecker, zwei, drei Tänze ganz schön. Smalltalk ist nicht so meine Stärke, aber mit uns sind noch zwei Freundinnen von Stefani gekommen. Beides Deutsche, beide haben sich vor vielen Jahren in Bali oder auf Bali ( oder beides ) verliebt, sind hier geblieben und haben interessante Geschichten zu erzählen. Und: Ingeborg kommt aus ääääh ……. Delmenhorst! 😀IMG_9626 IMG_9638 IMG_9639Später geht’s zurück nach Seminyak auf die Hotelmilonga, die nicht der Rede wert ist. ( Ich mach mir noch nicht mal die Mühe, meine Kontaktlinsen rauszukramen und mir die Wimpern zu tuschen – das gab es noch nie! ) ….. 13 Frauen, 4 Männer. Ich plaudere sehr nett mit den deutschen Damen und freu mich trotz der lahmen Tanzveranstaltung, hier zu sein.IMG_9645 IMG_9647Samstag, 26.04. vertrödele ich meinen Tag strandspazierend ( toll ) und geschäfteguckend ( nicht sehr ergiebig ), außerdem nutze ich den tollen Internetzugang, um diesen Blog auf Stand zu bringen. Gleich heißt es noch Sachen packen – morgen geht’s gen Singapur!

Bali …… hat mir mit allen Gegensätzen und Widersprüchen gut gefallen. Bis auf den touristischen Süden, wo frau ein bisschen aufpassen soll, kann man überall sehr (!) sicher reisen. Ich weiß nicht, wie es in der Hochsaison ist – momentan ist alles ziemlich ruhig. Bestimmt gibt es hier im Süden die schlimmen australischen Partymeilen, von denen mir von verschiedenen Seiten berichtet wurde – aber da muss man ja nicht zwingend hin! Das Landesinnere hat mir am besten gefallen, die tolle Landschaft, die ursprünglichen Ortschaften, die Kultur. Ganz, ganz wohl habe ich mich auf Nusa Lembongan gefühlt – es war wirklich schön dort! Das Klima allerdings ist weniger meins ….. noch ist die Regenzeit nicht ganz vorbei. Es ist heiß und schwül – ich dusche zwischen vier- und zehnmal am Tag und zieh mich ständig um …..

Jetzt bin ich gespannt auf Singapur ( da ist es noch heißer oh Schreck ), erhoffe allseits gute Klimaanlagen und erwarte sehnsüchtig finnische Frische!

 

 

 

 

 

 

Bali 12 bis 19

Mittwoch, 09.04. stehen Corla und ich mal wieder sehr früh auf, spazieren in den Ort, auf den Markt und zu einem kleinen, an einem Berghang gelegenen Tempelplatz.IMG_8918 Am frühen Morgen ist es sehr schön zu laufen, das Licht ist weich und wunderbar und die Temperaturen sind noch recht angenehm.IMG_8921IMG_8927 Den restlichen Tag verbringe ich mit Blogschreiben und Schwimmen. Das Internet ist langsam und nicht sehr stabil. Das Hochladen eines Fotos dauert ewig …..

Donnerstag, 10.04. heißt es packen und Abschied nehmen. Tilly bringt uns und Katja nach Ubut, unterwegs möchten wir noch einiges anschauen. Es gibt ein paar Abschiedsfotos.

Hier haben sich die Frauen der Familie aufgestellt: Tilly ist die Dame in Gelb, Made Sri steht rechts neben ihr.

IMG_8945Diese beiden Süßen verteilen die Opferkörbchen auf dem Gelände. Diese Gaben an die Götter sieht man wirklich ÜBERALL stehen; in den Geschäften, Hotels, auf der Straße, vor Privathäusern und natürlich vor und in den Tempeln usw. Sie enthalten Blüten, ein brennendes Räucherstäbchen, etwas Banane oder Reis – in einem Körbchen habe ich sogar mal ein Mentos gesehen 😀 ….. es ist wichtig, was und in welcher Anordnung in die Körbchen kommt, jeden Tag gibt es frische Opfergaben. Oft verteilen die Kinder die kleinen Körbchen. Ich finde diese Tradition sehr schön!IMG_8938 Fein waren die Tage hier. Mir hat diese Unterkunft sehr gut gefallen – der Garten mit den vielen Blumen, unser Zimmer, der Strand. Eine einheimische Familie, die für ihre ( wenigen ) Gäste sorgt. Eine Tilly, die seit vielen Jahren auf Bali lebt und viel erklären kann.

Über eine schöne Strecke durch die Berge kommen wir zu einem Museumsdorf, dessen Namen ich leider vergessen habe. Hier kann man sehen, wie die balinesischen Dörfer früher waren. IMG_8973Aber es ist nicht nur Museum – die Dorfbevölkerung wohnt und arbeitet tatsächlich hier. Wir haben Glück – ein großes Tempelfest wird vorbereitet, es gibt viel zu Schauen. Fotografieren kann ich hier, soviel ich möchte.IMG_8979 (2)Dies sind kleine Opfergaben, die in die Körbchen kommen: kleine Häufchen von gekochtem Reis, die in Bananenblätter gewickelt werden:IMG_8987IMG_8994IMG_8996 (2)IMG_8999IMG_8991Hier werden Opferkörbe geflochten:IMG_9001IMG_9002

Später wollen wir die großen Felsreliefe Gunung Kawi besuchen. Wir müssen ständig nach dem Weg fragen – zum Glück spricht Tilly gut indonesisch. Trotzdem kommen wir leider nie an. Zu ähnlich sind die kleinen Sträßchen durch die Reisfelder, zu schlecht und selten die Wegweiser. Wunderschön ist die Fahrt trotzdem – ich mag die Reisterrassen so gerne! IMG_9030IMG_9036Zum ersten Mal gefällt mir Bali ohne wenn und aber richtig gut. Irgendwann setzt der tropische Nachmittagsregen ein, jetzt geht nicht mehr viel.IMG_9045Tilly fragt noch einmal nach dem Weg 😀IMG_9042

Wir beschließen, direkt nach Ubut weiterzufahren und kommen am späten Nachmittag in unserem schönen Hotel an. Das ist unser Zimmer:IMG_9046IMG_9088

Jetzt schnell das Wichtigste auspacken, in den Pool springen, duschen, ein bisschen die Straße entlang spazieren und essen gehen. Ubut ist DER Ort, kulturelles Zentrum Balis. Früher ruhiger Treffpunkt von Reisenden,  ist es heute recht trubelig und sehr touristisch. Es gibt unzählige Shops, Tourenanbieter, Taxifahrer, Hotels, Spa’s undundund. Manches erinnert auch ein bisschen an das Bremer Viertel – es gibt Alternativcafes, vegane Restaurants, schöne kleine Läden, Yogazentren und das dazu passende Publikum jeden Alters. Mir gefällt es trotz Trubel. Die Landschaft drum herum ist traumhaft schön.

Am nächsten Morgen suchen wir die Touristeninformation ( die gerade außer Betrieb ist ) und besorgen uns einen Stadtplan. Ich suche einen der kleinen Wanderwege durch die Reisfelder – ach, ist das schön hier.IMG_9189IMG_9192 IMG_9225 IMG_9186IMG_9118IMG_9136

Nachmittags gehen wir bummeln und kehren in einem alternativen Cafe ein. Dort treffen wir Katja wieder. Wir essen gemeinsam zu Abend und verabreden uns für einen Ausflug am nächsten Tag.

Samstag 12.04. müssen wir leider packen. Unsere schöne Unterkunft ist nicht mehr frei. Wir ziehen nur ein Grundstück weiter – nicht ganz so schön, dafür so günstig, dass wir uns Einzelzimmer leisten können.

Um zwölf treffen wir uns mit Katja. Wir lassen uns von einem Fahrer zu den Sehenswürdigkeiten bringen, die wir zwei Tage zuvor wegen des Regens nicht mehr geschafft haben.

Die Elefantenhöhle Goa Gajah findet man in der Nähe von Ubut, Sie ist eines der ältesten Monumente Balis. Wie an allen Tempelanlagen und heiligen Stätten muss man mit einem Sarong bekleidet sein.IMG_9093 IMG_9091IMG_9099IMG_9100IMG_9104 (2)

Dann geht’s wunderschön durch die Reisfelder: IMG_9121Kaum sind wir an den Reliefs, die wir neulich schon besuchen wollten. angekommen und haben die ersten Souvenirshops hinter uns gelassen ( ätzend! ), fängt es erneut stark an zu regnen. Zum Glück kommen wir an einem ganz schönen Cafe vorbei, in dem wir die tropischen Güsse gemütlich aussitzen können.IMG_9133Wrap im Bananenblatt:IMG_9134IMG_9131

Später geht es dann über viele Stufen hinab in die Schlucht. Ich finde den Ort magisch und eindrucksvoll. Die Monumente stammen aus dem 11. Jahrhundert und waren der Bestattungstempel eines Königs und seiner FamilieIMG_9144IMG_9167IMG_9145IMG_9148

Schade nur, dass man sich erst einmal durch lange Reihen von Souvenirständen kämpfen muss. Man wird ständig angesprochen und soll kaufen, kaufen, kaufen. Das ist in Ubut genauso, dort kommen noch die vielen Taxi, Taxi Rufe dazu. Wenn man kein Interesse hat, sind die Menschen oft wenig freundlich. Wenn man nur einen Preis erfragen, aber nicht gleich kaufen möchte, können sie ziemlich wenig freundlich werden. Das war im Norden, wo es kaum Touristen gab, ganz, ganz anders!

Auf dem Rückweg hält unser Fahrer an einem Stand mir Drachenfrüchten. Diese sollen furchtbar stinken, aber wunderbar schmecken. Katja und ich kaufen eine Frucht und lassen uns ein kleines Stück geben. Leider müssen wir feststellen, dass diese Frucht genauso schmeckt, wie sie riecht: fett wie Philadelphia Doppelrahmstufe und geschmacklich wie faule Eier. Angeblich mögen Balinesen das Zeugs gerne – ich glaube eher, dass sich mit den Touris ein kleiner Spaß erlaubt wird. Der widerliche Geschmack im Mund bleibt uns noch für Stunden, auch Zähneputzen hilft nicht wirklich ……IMG_9176

Am späteren Nachmittag sind wir in unserem Hotel. Erst jetzt merke ich, wie schrecklich ich mein neues Zimmer finde. Alles ist spakig, feucht und stinkt. Seufz. Katjas Hotel hingegen hat uns ganz gut gefallen. Wir disponieren um und wechseln gleich morgen wieder das Quartier! Hier ziehe ich quasi ins Penthouse ….. ein Zimmer auf dem Dach, dass eigentlich nicht vermietet wird ( zu einfach ), aber eine tolle, fast private Rundumsichtterrasse hat!IMG_9194IMG_9198IMG_9205IMG_9220IMG_9210IMG_9219Wir genießen zwei Sonnenunter ( Bier ) – und zwei Sonnenaufgänge ( Kaffee ) – wunderbar! Leider muss ich feststellen, dass ich Ameisen im Bett und eine fette Kakerlake im Bad habe. Seufz. Trotz der schönen Aussicht ziehe ich nach zwei Nächten zwei Stockwerke tiefer in ein richtiges Zimmer.

Die nächsten Tage vergehen mit Shoppen, schön Kaffee trinken und lecker Essen gehen, Schwimmen  vorm Frühstück, zwischendurch, vor dem Abendessen und bei Vollmond ( Pool ), Spaziergängen im Reisfeld. All das kann man sehr gut in Ubut! Mir geht es leider nicht ganz so gut, ich bin zu schlapp für große Unternehmungen und hänge ein bisschen rum und durch. IMG_9248 (2)Schon von Bondalem aus wollte ich eine Tour auf den Vulkan Mt. Batur machen. Dafür steht man in der Nacht auf, lässt sich zum Berg bringen und geht mit einem Guide gegen vier los. Zum Sonnenaufgang ist man oben, bekommt ein kleines Frühstück und wandert dann zwei Stunden zurück. Zum zweiten Frühstück ist man dann schon wieder in der Unterkunft. Aufgrund der unklaren Wetterprognosen hatte ich diesen tollen Ausflug verschoben. Jetzt von Ubut aus könnte es klappen, wenn nicht …… meine Achillessehne Probleme machen würde. Ich habe Schmerzen, eine deutliche Schwellung und reichlich schlechte Laune. Zum Glück hat Corla Traumeel und eine elastische Binde dabei ( und verarztet mich mit selbigen jeden Abend sehr gekonnt ) – aber Vulkanbesteigungen kann ich wohl vergessen.

Mittwoch, 16.04. versuchen Corla und ich, im Internet eine Unterkunft auf Nusa Lembongan für die nächsten Tage zu finden. Irgendwann geben wir etwas genervt auf – das Internet ist total schneckig ( wenn es überhaupt geht ) und es ist nicht leicht, unsere verschiedenen Wünsche auf einen Nenner zu bekommen. Wir beschließen, erst vor Ort nach Unterkünften zu schauen.

Nachmittags gehen wir in das Agung Rai Museum of Art, das mir ausgesprochen gut gefällt.IMG_9254IMG_9252IMG_9257IMG_9260 (2)IMG_9265 (2)

Und wir haben Glück, wir können beim Tanzunterricht für Balinesische Tänze zuschauen. Der Meister tanzt vor und unterrichtet einige Kinder und Jugendliche. Die Unterrichtsmethoden sind nicht unbedingt mein Fall, aber die Tänze sind einfach entzückend. In der Museumsbroschüre lese ich später, dass hier auch einige Kurse für Touristen stattfinden…. Malen, Kochen, Holzschnitzen und Tanzen. Schade, morgen fahren wir weiter. Einen balinesischen Tempeltanzkurs hätte ich mir sonst nicht entgehen lassen ….IMG_9273IMG_9279IMG_9297IMG_9293

Abends gehen wir wie jeden Abend schön essen – in Ubut gibt es viele tolle Möglichkeiten. Seit wir den perfekten Warung ( einfaches Restaurant ) gefunden haben ( nett, günstig und superlecker ), probieren wir nichts anderes mehr aus – besser kann es einfach nicht werden!

Der letzte Ubut – Tag ist ein schöner Abschluss. Dieses quirlige und sehr touristische Städtchen hat mir gut gefallen. Mit mir bin ich dagegen nicht so zufrieden – ich hätte mir so viel mehr Interessantes anschauen können. Aber, und das weiß ich jetzt schon: Bali hat meine Neugierde auf Asien geweckt. Ich finde die Kultur spannend, die Religionen, die Sitten und Gebräuche – alles ist so fremd! Schade, dass ich mich mit den meisten Menschen nicht verständigen kann – ich würde gern so vieles fragen! Wer weiß, vielleicht lese ich mich ein bisschen schlau und komme irgend wann wieder?

Morgen geht’s nach Nusa Lembongan – einer kleinen Insel, südöstlich von Bali gelegen. Ich bin gespannt!

 

 

Bali 7 bis 11

Freitag, 04.04. möchten wir uns die Sekumpul Wasserfällen in der Nähe von Jagaraga anschauen. Unsere Unterkunft organisiert uns einen Fahrer. Gleich nach dem Frühstück geht es für Cordula, Willie und mich los. Wir fahren eine ganze Weile auf der Küstenstraße gen Westen, biegen irgendwo links in die Berge und kommen nach etwa 45 Minuten am Startpunkt an. Für den Fußmarsch in die Schlucht hinunter bietet sich sofort ein anderer Guide an ( unser Fahrer war angeblich noch nie da und außerdem soll es gaaanz viele Kreuzungen geben, für die man richtig gute Ortskenntnis braucht ). Wir nehmen es gelassen, sprich gerne an. Der Preise ist so gering, dass es für uns egal ist – und dem Mann hilft es sicher weiter.

So steigen wir zu fünft hinunter in die Schlucht. Es gibt einen tollen Aussichtspunkt, sehr (!) viele steile Stufen, eine Brücke, eine Flussdurchquerung und ein bisschen Kletterei über rutschige Felsen. Der Guide reicht uns jeweils sehr galant die Hand, um uns über die Steine zu helfen.IMG_8641IMG_8640IMG_8645Unser selbsternannter Guide 😉IMG_8655IMG_8657IMG_8658IMG_8664IMG_8666Die Wasserfälle sind sehr beeindruckend, besonders, wenn man direkt davor steht. Es ist unheimlich windig, ziemlich kühl und so feucht, dass wir innerhalb weniger Sekunden absolut nass sind. Zum Glück hab ich an eine Plastiktüte für meine Kamera gedacht. Ein Handtuch wär auch nicht schlecht gewesen……

Willie ist mutiger als Cordula und ich – er geht baden. Das sieht so aus:IMG_8671Nach dem wir durchs überkniehohe Wasser zurückgewatet sind,  gibt’s eine kurze Pause, in der wir unsere Wanderschuhe wieder anziehen und versuchen, uns ein bisschen abzutrocknen. Und dann geht’s wieder ( ziemlich schweißtreibend ) hinauf:IMG_8674Auf dem Rückweg werden wir an einem kleinen Restaurant vorbeigeführt – warum wundert mich das jetzt nicht? 😀IMG_8672IMG_8679IMG_8680Wir bestellen ein paar Kleinigkeiten und genießen die schöne Aussicht in den Wald. Dunkle Wolken kündigen bevorstehenden Regen an. Kurz bevor wir aufbrechen wollen, gibt es tropischen Schüttregen:IMG_8683Ich habe einen Regenschirm dabei, die anderen bekommen ein dekoratives Bananenblatt:IMG_8693Am Ausgangspunkt gibt es einen kleinen Shop und nett anzuschauende Menschen:IMG_8688IMG_8698Nachmittags ist eine Massage, Pool, Ausruhen und Sachenpacken angesagt. Morgen müssen wir die Anlage wechseln, das Mandala ist komplett ausgebucht – eine Tanztherapiegruppe aus Bremen kommt ……..

Am 05.04. ziehen wir also um – wir wohnen nur ein paar Anlagen weiter bei Tilly, einer pensionierten Schweizerin. Tilly führt zusammen mit der indonesischen Managerin Made Sri ein kleines Guesthouse mit 4 Zimmern. Sie lebt selber auch auf diesem Grundstück, zusammen mit Made Sri und ihrer Familie. Hier ist es ebenso schön, aber wärmer und familiärer. Die Hühner spazieren durch den wunderschönen Garten, und es gibt ein paar nette Kinder.IMG_8702IMG_8902 IMG_8701IMG_8762IMG_8778Und direkt hinter dem Garten sind Strand und Meer ……. IMG_8914IMG_8750Bei Tilly gibt es leider keinen Pool, aber in der Nachbaranlage darf ich schwimmen gehen. Das ist eine kleine und sehr feine Anlage unter russischer Leitung. Das ist zwar nicht so meins, weil zu blankpoliert, aber der Pool ist toll. Ich freu mich so, dass ich dort die Gelegenheit zum Bahnenziehen habe.IMG_8907

Das Meer begeistert mich hier leider weniger ( es ist übrigens nicht der indische Ozean, sondern die Bali – See ). Vielleicht bin ich von den letzten Monaten und den vielen Traumstränden in Neuseeland und auf Fidschi zu verwöhnt – ich mag hier einfach nicht reingehen. Schade.

Am späteren Nachmittag spazieren Cordula und ich in den Ort. Die Menschen sind meist nett und offen, die meisten grüßen und viele – besonders die Kinder – lassen sich sehr gerne fotografieren.IMG_8708IMG_8711Leider können wir uns kaum verständigen. Die wenigsten sprechen mehr als ein paar ( unverständliche ) Brocken englisch. Ihre Sprache ist balinesisch. Indonesisch lernen die Kinder als erste Fremdsprache in der Schule. Diese Frau hätte ich gerne gefragt, was sie gerade macht – ich kann nur ein Irgendwas mit Kokosraspeln erkennen. Leider können wir uns nur freundlich anlächeln …IMG_8712IMG_8713IMG_8714Je näher wir dem Ortskern kommen, desto dichter wird der Verkehr – vor allem Roller und Mopeds kommen hupend und für uns nicht ganz überschaubar aus allen möglichen Richtungen. Die Hauptstraße zu überqueren ist nicht ganz einfach 🙂

Es gibt viele besonders geschmückte Hauseingänge. Diese Tage sind besonders gut zum Heiraten, das haben wir schon gehört. Nur warum habe ich noch nicht so genau verstanden.IMG_8709Tempel gibt überall. Auch Opfergaben, um die Götter milde zu stimmen. Diese können ganz, ganz klein oder sehr groß sein. Religion und Zeremonien spielen im Leben der Balinesen eine sehr große Rolle.

IMG_8716IMG_8798Auch hier wird kein Picknick vorbereitet, sondern eine Opfergabe an einem kleinen Tempel. Nach einer Zeremonie können die Menschen die geweihten Opfergaben mit nach Hause nehmen und aufessen.IMG_8801 (2)Und das gibt es leider auch auf Bali: jede Menge Müll. Für uns Ersteweltmenschen ist das schwer auszuhalten – zumal der Müll auch immer mal wieder angezündet wird und ganz erbärmlich stinkt.IMG_8721Abends gibt es Essen bei und mit Tilly – balinesisch und total lecker.IMG_8722Am nächsten Morgen ( 06.04. ) stehe ich sehr früh auf, ich möchte die Markthalle in der Ortsmitte besuchen. IMG_8723Der Markt findet jeden Tag zwischen fünf und acht Uhr statt. Die Balinesen sind dem Klima und dem Tageslicht entsprechend Frühaufsteher. Der Markt ist nett und ganz überschaubar. Ich sehe viele Sachen, bei denen ich noch nicht einmal im Ansatz einordnen kann, was es ist …….IMG_8736 (2)IMG_8727 (2)IMG_8729IMG_8730Hier weiß ich es: links liegen Mangostin ( superlecker ), rechts Schlangenfrüchte. IMG_8733Ja, und das ist wohl ein Fisch 😀IMG_8738Zum Frühstück bin ich wieder zurück. Am Vormittag möchte ich mir ( mal wieder ) die Haare schneiden lassen. Made Sri fährt mich auf ihrem Roller zu einem Friseur- und Schönheitssalon ins Nachbardorf Tejakula. Die Fahrt ist ein nicht ganz ungefährliches Abenteuer ……IMG_8777

Das ist Made Sri. Mir ihr als Modell kann ich ungefähr erklären, wie ich meine Haare geschnitten haben möchte:IMG_8759IMG_8773IMG_8767 (2)Das Ergebnis ist ganz okay, bezahlen muss ich unschlagbare 25000 Rupien ( = 1,50 € ) Dafür sieht es super aus 😉IMG_8792 (3)Made Sri lässt sich noch ein bisschen das Gesicht pflegen, ich vertreibe mir die Wartezeit mit den Stylingbeispielen für Brautpaare:IMG_8769IMG_8776Corla hat inzwischen ihre Füße im Mandala Spa machen lassen. Nachmittags müssen wir unsere Weiterreise organisieren und uns von dem ganzen Stress erholen …… es gibt Meer und Pool, viel Rumliegen und ein sehr leckeres Abendessen für uns.

Montag, 07.04. möchten wir eine Tour zu dem einzigen buddistischen Tempel auf Bali, Brahma Vihara – Arama machen. Made Sri’s Mann Nyaman fährt uns. Auf dem Hinweg halten wir in Singaraja, der nächsten etwas größeren Stadt. Wir müssen dringend Bargeld ziehen. In den kleineren Orten wie Bondalem gibt es keine Bankautomaten. Anschließend schauen wir ein bisschen auf den dortigen Markt.IMG_8806 IMG_8811 IMG_8814 IMG_8818Es sieht alles toll aus – die superheiße, stickige Luft und der nicht immer besonders gute Geruch kommen auf den Fotos leider nicht so rüber 😉

Jetzt verstehen wir endlich, warum die Kinder nicht vom Roller fallen ….. und viele Kinder auf den Mopeds sind noch viel, viel kleiner als dieses hier.IMG_8817

In Lovina, einem Touristenort an der Nordküste gibt es einen ….. nein, keinen Cappuchino, sondern einen leckeren Balikaffee für uns. Cappuchino steht zwar überall auf der Karte, leider ist meistens gerade die Kaffeemaschine kaputt gegangen ……IMG_8821Nach der Pause geht’s zum Tempel. Vor dem Tempel muss man ( also die Touristen ) sich mit einem ( geliehenen ) Sarong verhüllen.IMG_8825Die Anlage strahlt unglaublich viel Ruhe und Gelassenheit aus.IMG_8831IMG_8851IMG_8849IMG_8870IMG_8852 Im Tempel treffen wir ein balinesisches Brautpaar, dass sich gerne ( mit mir ) fotografieren lässt.IMG_8838IMG_8839An einem überdachten Liegeplatz ruhen wir uns ein bisschen aus. Ich finde es so friedlich hier, dass ich doch glatt einschlafe. Vielleicht ist es auch die Hitze, die mich heute ziemlich schlaucht.

Später gehen wir in einen der kleinen Warungs, in denen man sehr günstig essen kann:IMG_8873Auf dem Rückweg schauen wir noch kurz in einem französischen Supermarkt vorbei – ich brauche ein paar Kosmetikartikel. Wieder in Bondalem angekommen, reicht es noch für ein paar Bahnen in Nachbars Pool.

Am nächsten Morgen will ich wieder früh raus. Ich möchte mit den Kindern zusammen zur Schule gehen. Gastgeberin Tilly hat das mit ihnen besprochen und mir versichert, dass ich einfach und ohne Anmeldung mit in die Schule gehen kann. Kurz vor sieben geht’s los. IMG_8877IMG_8881In der Schule versammeln sich alle Kinder auf dem Schulhof und spielen. Um halb acht gibt es einen Gong und eine Morgenandacht. Ich spreche ein paar Lehrer an, um mich anzumelden, englisch spricht leider niemand. Ich versuche zu erklären, dass ich gerne eine Unterrichtsstunde in der fünften Klasse sehen möchte.IMG_8886IMG_8888Nach der Andacht geht jeder Schüler und jede Schülerin in seine/ihre Klasse und wartet auf den Lehrer. Manche Klassen müssen ziemlich lange warten, so gegen acht fängt der Unterricht überall an. Ist das nicht eine schöner Klassentür?IMG_8889Die Lehrerin, auf die ich warte, kommt als Letzte und ist wenig begeistert, mich zu sehen – ich darf aber trotzdem mit und ein paar Fotos machen. IMG_8894IMG_8898Der Unterricht ist ganz schön und recht lebendig. Ich verstehe kein einziges Wort und habe erst nach einer halben Stunde rausgefunden, dass es sich ( wahrscheinlich ) um verschiedene Gesteinsarten handelt.IMG_8896Mein kleiner Ausflug ist sehr nett. Trotzdem: so gegen neun reicht es mit Schule auch schon wieder. Ich verabschiede mich höflich und muss der Lehrerin noch schnell versprechen, ihr die Fotos auch ganz bestimmt zu  mailen. Ich freu mich auf mein Frühstück und auch darüber, dass ich noch viereinhalb Monate Schulgebäude eher von außen zu sehen bekomme ( wenn überhaupt ).IMG_8901Der restliche Tag dümpelt tropisch vor sich hin. Ein Tag bleibt uns noch für Bondalem, dann heißt es Sachen packen.

Oceanview with Liegestuhl ( Bali Tag 1 – 6 )

Am 29.03. fliege ich gegen Abend sechs Stunden lang von Sydney nach Denpasar auf Bali. Der Flug verläuft problemlos, und da das Flugzeug lange nicht ausgebucht ist, kann ich mich über drei Sitze hinweg ausstrecken und ein bisschen schlafen.

Die Einreisekontrollen ( Visaausstellung, Passkontrolle und Gepäckkontrolle ) dauern so ihre Zeit, aber ich habe Glück, der Fahrer meines Hotels hat auf mich gewartet, obwohl eigentlich nur bis 22.00 Uhr abgeholt wird. Trotz der späten Stunde hilft er mir, einen Geldautomaten zu finden, aus dem ich auch Geld ziehen kann. Das ist nicht ganz einfach, auch an die Währung muss ich mich gewöhnen: 100.000 Rupien sind etwas 6,30 € – da werd ich wohl mal wieder richtig rechnen müssen ….

Das Hotel liegt etwa 10 Fahrminuten vom Flughafen entfernt und ist ganz schön – so viel Komfort mit eigenem Bad und Balkon für so wenig Geld bin ich gar nicht mehr gewöhnt 😀IMG_8384

Am nächsten Morgen bestell ich mir ein Taxi und lass mich zu der Hotelanlage fahren, in der Cordula und ich bis zum Dienstag ausharren müssen. Hier wird am 31.03. null Uhr bis zum 01.04. sechs Uhr Nyepi, das balinesische – hinduistische Neujahrsfest, oder auch das Fest der Stille begangen. Der Tag ist der Meditation gewidmet – niemand verlässt das Haus, alles ist geschlossen, sogar der Flughafen. Die Touristen dürfen nicht das Hotelgelände verlassen, auch nicht an den Strand. Cordulas Flugzeug ist eines der letzten, das noch landen darf.IMG_8386

Damit wir einen schönen ersten Tag haben und uns nicht so eingesperrt fühlen müssen, haben wir uns ein eher luxeriöses, weitläufiges Hotel mit einem großen Pool ausgesucht. Den Tag verbringe ich mit Schwimmen, Schlafen, Ausruhen. Gegen Abend geh ich im Hotelrestaurant noch was essen. Ich suche mir Sate – Spieße aus, die mir mit kleinem Holzkohlengrill serviert werden:IMG_8388Das Essen ist köstlich, der kleine Grill sorgt dafür, dass mir noch wärmer wird, als es mir sowieso schon ist, Später schlendere ich ein bisschen und fotografiere.IMG_8396IMG_8414IMG_8404IMG_8402IMG_8428 (2)Ja, und dann ist es endlich soweit. Mit dem Hotelfahrer habe ich mich für acht verabredet, um gemeinsam mit ihm Cordula abzuholen. Zwar weiß er das abends nicht mehr, lässt sich aber überzeugen und so kommen wir pünktlich zum Flughafen. Zur Abwechslung ist es mal ganz schön, nicht anzukommen, sondern jemanden abzuholen!IMG_8431

Die Rückfahrt dauert eine Weile, obwohl das Hotel wirklich nur ein paar Minuten vom Flughafen entfernt ist. Im Parkhaus hat sich jemand direkt vor das Hotelauto gestellt, wir können nicht weg. Kurzerhand werden ein paar Wachmänner geholt, um den störenden Wagen trotz Gang und Handbremse ein paar Meter wegzuwuppen. Problemlösung auf Indonesisch! Im Hotel macht Cordula sich kurz frisch, und dann gibt’s noch ein Willkommensbier an der Hotelbar.IMG_8432Den nächten Tag verbringen wir gezwungenermaßen, aber nicht ungern, ausschließlich in unserer Anlage. Es gibt Schlimmeres 🙂

Auch Hasi schwelgt im Luxus und wird vom Zimmerservice besonders liebevoll plaziert 🙂IMG_8436 (2)Das Abendbuffet habe ich für 19 Uhr vorbestellt. Wir kommen fast pünktlich ( 19.10 ), werden sehr erstaunt angeschaut, weil wir jetzt erst kommen und können nur noch hektisch alles mögliche auf den Teller schaufeln. 19.20 wird abgeräumt, 19.30 werden alle Lichter ( auch die in der Gartenanlage ) abgeschaltet. Wir bleiben auf der Restaurantterrasse, trinken unseren Wein in Ruhe aus und bewundern den Sternenhimmel, den man jetzt so toll sehen kann. Ganz Bali ist stockfinster!  Mit Taschenlampe und Handy finden wir später gut zum Bungalow zurück, im Zimmer selber dürfen wir Touristen das Licht glücklicherweise anschalten.

Im Laufe des nächsten Vormittags werden wir von einem Fahrer abgeholt. Wir haben für einige Tage eine Unterkunft im Norden der Insel gebucht. Wir holen noch Herrn Willie aus einem anderen Hotel ab, dann geht’s los. Ist doch ein bisschen was anderes als Neuseeland! 😀IMG_8491 IMG_8513 (2)Die Fahrt ist etwas gewöhnungsbedürftig: viel Verkehr, unglaublich viele Roller und Mopeds, viele knappkantige Überholmanöver, viel Gehupe …..

Aber auch hier gibt es Breaks. Der Fahrer schlägt vor, an einer kleinen Kaffeeplantage zu halten. Gesagt, getan. In der Plantage werden kleine Touristengruppen durch den schönen Garten geführt und ein ungewöhnliche Herstellungsverfahren erklärt: Die rohen Kaffeebohnen werden von  Mungos gefressen, im Magen fermentiert und später wieder ausgeschieden. Das ganze nennt sich Luwak Kaffee.IMG_8444IMG_8468IMG_8442 IMG_8450Die Mungos werden etwa 16 Jahre alt, müssen ihr ganzes Leben Kaffeebohnen fressen und in kleinen Käfigen leben. Sie tun mir ein bisschen leid, ebenso wie die anderen ( Käfig ) Tiere hier. Die mindestens handtellergroße Spinne wiederum hat sicher ein nettes Spinnenleben 😀IMG_8487IMG_8455Das sind die Produkte der Mungos, also die verdauten Kaffeebohnen. Nach dem Trocknen werden sie zu Kaffee weiterverarbeitet. Wir dürfen mal schnuppern – da stinkt nichts!IMG_8463

Am Ende des Rundganges dürfen wir die verschiedenen Produkte ( Kaffee, Kakao, Zitronengrasstee und Ingwertee ) probieren. Nur den teuren Luwak – Kaffee gibt’s leider nicht zum Probieren. Anschließend werden wir natürlich in einen kleinen Shop geführt, wo wir alle Produkte kaufen könn(t)en.IMG_8469IMG_8476IMG_8479Die Fahrt geht weiter bis zum nächsten Break: der Fahrer schlägt vor, an einem Restaurant mit Vulkanview zu halten. Wir haben Hunger und sind einverstanden. Das Essen ist okay, nicht überragend, der Blick allerdings unschlagbar:IMG_8503 IMG_8509 (2)Nach dem Essen geht die abenteuerliche Fahrt weiter gen Nordküste. Irgendwann am späteren Nachmittag kommen wir ziemlich verschwitzt im Mandala an. Gegen der ersten Durst reicht man uns jeweils eine frische Kokosnuss: IMG_8522Schön ist es hier! Die Anlage ist direkt am Meer, und es gibt einzelne Bungalows, die verstreut im Garten liegen. Das Publikum ist eher alternativ und rein deutsch. Auch einige der Angestellten sprechen ein paar Brocken deutsch. Den Titel dieses Beitrages hab ich bei einen von ihnen geklaut 😀IMG_8526 IMG_8528IMG_8530 IMG_8537 IMG_8543IMG_8542 IMG_8544 IMG_8538Wir versuchen, ein bisschen anzukommen, und verbringen den restlichen Nachmittag in dem kleinen Pool mit fantastischer Aussicht auf den indischen Ozean. Direkt im Meer zu schwimmen ist nicht ganz so einfach, der Strand ist steinig und voller scharfkantiger Korallen. Das Wasser ist leider ( nur heute ? ) schmutzig und nicht besonders einladend.

Am nächsten Tag nehmen wir an der Yogastunde bei Gabi teil, buchen beide eine einstündige Massage ( Corla balinesisch, ich LomiLomi ) und lassen es ansonsten ruhig angehen. An das Klima müssen wir uns beide noch gewöhnen – es ist heißheißheiß! Die Schlafzimmer haben anders als in dem Nobelhotel der ersten beiden Nächte keine Klimaanlage, es ist stickig, besonders gut geschlafen habe ich nicht. So bin ich ganz froh, dass unser Programm eher relaxed ist.

Donnerstag, 03.04. klingelt der Wecker um fünf Uhr morgens. Wir haben eine Delfin – Tour gebucht. Noch im Dunkeln steigt man in eins der schmalen Fischerboote am benachbarten Strand. Es können pro Boot nur zwei Passagiere mitfahren, von unserer Anlage sind drei Boote mit dabei. Langsam wird es dämmerig. Es ist schon toll, den Sonnenaufgang auf dem Meer zu sehen!IMG_8569IMG_8574Das ist eine Opfergabe für die Götter ( ich dachte eher an  ein Seezeichen …… )IMG_8592Fuß an Meer 😉IMG_8596Es sind sechs Boote aus den verschiedenen Anlagen unterwegs, alle auf der Lauer. Wo sind die Delfine heute?IMG_8611 Sobald sich irgendwo in der Ferne eine Schwanzflosse zeigt, geben alle Gas. Nach einer Weile finden wir sie – eine ganze Familie ist unterwegs. Es sieht unheimlich schön aus, wie sie in der Gruppe zusammen schwimmen und meist gleichzeitig auftauchen. Einer ist ganz übermütig, springt sehr hoch und zeigt uns seinen Bauch 🙂 Leider ist das alles schwer zu fotografieren. Ich knipse 50mal nur Wasser, einmal gelingt es zumindest im Ansatz: IMG_8616Nach gut zwei Stunden treten wir die Heimfahrt an. Die Sonne ballert inzwischen gnadenlos vom Himmel, wie gut, dass ich nicht schiffbrüchig bin und bald in den Schatten darf ….IMG_8627Kurz vorm Ankommen haben wir noch einen schönen Blick auf unsere Anlage. IMG_8632 IMG_8638Das ist der Fischer, mit dem wir gefahren sind:IMG_8639Ich freue mich aufs Frühstück und schlage gut zu. Nach dem Frühstück suchen wir eine neue Unterkunft  – Samstag müssen wir leider umziehen. Wir finden telefonisch eine Möglichkeit in der Nähe. Potok, ein Angestellter, fährt mich eben mit dem Moped vorbei. Schön, mal aus der Anlage rauszukommen und ein kleines bisschen ins echte Leben einzutauchen.

Nachmittags lass ich mich zwei Stunden lang bei einer Ayurvedischen Massage ins Nirwana massieren. Der restliche Tag zieht recht relaxed an mir vorbei …..

 

 

 

6 Tage Sydney

Am 23.03. klingelt mein Wecker früh, dummerweise wache ich mit starken Halsschmerzen auf. Oh nein, Krankwerden passt ganz besonders gar nicht! Ich bin ein aufgeregt und freue mich auf Neues.

Roger bringt mich sehr lieberweise wieder zum Flughafen. Der Abschied von ihm, Miriama und von Neuseeland fällt schwer. Es hat mir so gut gefallen! Wer weiß, ob ich da jemals wieder hin komme, es ist so weit weg ….

Der Flug ist ruhig, die Einreise nach Australien wider Erwarten absolut (!) unkompliziert. Dank Neele ( sie hat mir einen kleinen Sydney – Reiseführer geschickt ) kann ich schon im Vorfeld den Stadtplan studieren und weiß genau, wo ich hin muss und wie ich dort hinkomme. Auch weiß ich schon, dass es 7 Tage Kombi – Tickets gibt. Mit denen kann man soviel Bus, Bahn und Fähre fahren, wie man möchte, Das kaufe ich mir gleich am Flughafen und freue mich eine ganze Woche lang, dass ich es habe.IMG_7868

Alles ist ganz einfach und super organisiert. Mein Hostel liegt direkt neben dem Hauptbahnhof, ist groß, sehr sauber und wirklich gut. Dafür, dass ich hier mit sehr großem Abstand die Älteste bin und mich alle etwas irritiert mustern, kann das Hostel ja nichts.  Das ist die Aussicht von der tollen Dachterrasse:IMG_7875Ich beziehe schnell meinen Dorm ( auch der groß und geräumig ) und mache mich auf, um die Stadt zu erkunden.IMG_8096IMG_8214

Der hier begegnet mir auf einem kleinen Grünstreifen in direkter Bahnhofsnähe. Claudi, wer ist das ???? IMG_7870

Na klar, als erstes dorthin, wo alle anderen auch hinfahren, zum Circular Quai:IMG_7878Ich schnapp mir gleich ziemlich planlos eine der Fähren und bewundere Oper, Harbour Bridge und Sydneys Skyline – sieht schon begeisternd cool aus 🙂IMG_7885IMG_7892IMG_7902Nach einer kurzen, aber wunderschönen Fahrt steige ich im Darling Habour aus und laufe durch die Stadt wieder zurück. Zufällig komme ich am Observatory Hill vorbei, von dem aus man eine wunderschönen Blick auf die Brücke und den Norden von Sydney hat:IMG_7931Ich spaziere durch das alte Viertel „The Rocks“, bummele über den netten Sonntagsmarkt mit schönem Kunsthandwerk, esse einen Maiskolben und husche, wieder am Circular Quai angekommen,  gleich auf die nächste Fähre, diesmal Richtung Manly. Laut Reiseführer ist das „die schönste kleine Schiffsreise der Welt“. Das finde ich zwar reichlich übertrieben, aber schön ist es schon, vor allem die Rückfahrt im Abendlicht ist sehr stimmungsvoll.IMG_7957IMG_7989Müde und etwas angeschlagen mache ich mich auf den Weg in mein Hostel, esse und gehe früh schlafen. Meine fünf Mitbewohnerinnen sind alle noch nicht da, aber ich bin so kaputt, dass ich tief und fest schlafe und mich nicht mehr stören lasse.

Am nächsten Morgen erzählt mir Judith aus meinem Dorm, dass um halb elf an der Town Hall eine kostenlose Stadtführung beginnt. also nichts wie hin! Die Guide zeigt auf sehr unterhaltsame Weise schöne Orte im Innenstadtbereich.IMG_7997 Das Wetter ist ziemlich kühl ( um 20 Grad und regnerisch ), ich finde es für eine Stadtführung ganz angenehm. Gestern war es deutlich wärmer und sehr schwül. Einen Aufstieg auf den Sydney Tower kann man sich heute aber wohl sparen.

IMG_8004Ist das nicht schön? IMG_8000IMG_8002Diese Straße kenne ich schon von Fotos, die Käfige sollen an die 50 Vogelarten erinnern, die hier mal gelebt haben. IMG_8013Das ist die Mafalda von Sydney 😉 Trotz zahlreicher Flirtversuche der anwesenden Frauen zeigt sich dieser Herr recht abweisend ……

IMG_8015Später laufe ich am Museum für zeitgenössische Kunst vorbei, dass direkt am Circular Quai liegt. Und stelle fest, juchu, hier hat vor vier Tagen die Biennale Sydney ( you imagine what you desire ) angefangen. Der Eintritt ist an allen Ausstellungsorten umsonst. Kann man sich für Deutschland gar nicht vorstellen!

Glück gehabt und nichts wie rein!

IMG_7937IMG_8034IMG_8040IMG_8047IMG_8045IMG_8054IMG_8056Diese hier haben mir besonders gut gefallen – sie sind groß, sehr zart und sehen aus wie Wasser! Anfassen strengstens verboten, aber fotografieren ( ohne Blitz ) kann man überall. Auch das kenne ich anders ….IMG_8078IMG_8080Das Museum gefällt mir sehr, auch das Cafe ist wunderbar:IMG_8084 (2)IMG_8086Und den hier der Vollständigkeit halber 😀IMG_8087Abends gehe ich zum Tango. Der findet im Hinterzimmer einen eher rustikalen Kneipe statt, ist klein und fein und ich hab Spaß. Tango ist so toll!

Am Dienstag, 25.03. spaziere ich ein bisschen durch Chinatown, bin aber früh dran – alle Läden und Restaurants sind noch geschlossen. Was soll’s, Asien hab ich ja demnächst genug!IMG_8091IMG_8092Ich spaziere wieder gen Hafen, frage unterwegs nach ner Karte für den „König der Löwen“ ( leider ausverkauft ) und setze mich in die Fähre zur Watson Bay. Von dort aus fahre ich mit dem Bus weiter zum legendären Bondi Beach: Sydneys Naherholungsgebiet und Surfertraum.IMG_8099IMG_8108Und das ist mein persönlicher Traum! Das ist zwar ein privater Club, aber zum Schwimmen kann jeder kommen – und im Schlossi muss man mehr bezahlen! Da dieser Ausflug sehr spontan und völlig ungeplant ist, hab ich doofe Nuss keine Badesachen dabei. Mist!IMG_8119IMG_8123Stattdessen spaziere ich den Coast Walk zum Bronte Beach entlang. Ist auch schön, zum Schauen gibt es jedenfalls genug …..IMG_8133IMG_8135IMG_8147IMG_8159IMG_8162Am Ende vom Bronte Beach gibt es wieder einen Pool,  frei zugänglich und auch sehr nett. Ach Menno, hier muss ich nochmal hin!IMG_8172Abends schau ich wieder beim Tango vorbei, diesmal nennt es sich Experimentaltango …… Ort und Musik gefallen mir sehr, leider ist nur sehr wenig los. Der Tanzlehrer erbarmt sich meiner und tanzt ein paar Mal mit mir – das wiederum ist sehr schön!

Mittwoch muss ich umziehen. Ich wollte von Anfang an in die Jugendherberge am Hafen, leider war diese an den ersten drei Tagen ausgebucht. So bin ich den halben Tag damit beschäftigt, auf mein neues Zimmer zu warten. Seufz. Ich bin unausgeschlafen, meine Mitbewohnerinnen waren wenig rücksichtsvoll. Ich habe das Dormleben ziemlich satt und bin einigermaßen schlecht gelaunt. Dazu kommt, dass ich stark erkältet bin und mich krank und schlapp fühle ….

Und das ist die Aussicht von der Jugendherbergsterrasse! Ist das toll oder ist das toll?IMG_8177IMG_8218 IMG_8222

Nachmittags geht’s zur ( deutschsprachigen ) Führung in die Oper. Das Gebäude ist grandios!IMG_8209IMG_8196Die Oper und ihre Entstehungsgeschichte sind interessant. Kosten sollte sie mal 7 Millionen Dollar, 107 sind  daraus geworden. Das kommt einem irgendwie bekannt vor 😉

Führungsteilnehmer bekommen Opernkarten viel günstiger, und so kaufe ich mir doch noch für den nächsten Abend eine Karte für „Carmen“. Wenn ich schon mal hier bin …..

Mittwochabend muss ich endlich einsehen, dass ich zu fertig bin, um mein geplantes Programm stramm durchzuziehen. Also heute kein Tango und morgen nicht früh aufstehen, um in die Blue Mountains zu fahren. Stattdessen ausschlafen und es ruhig angehen lassen. Die Entscheidung fällt schwer. So krank kann ich nicht sein 😉

Donnerstag regnet es in Strömen und das den ganzen Tag lang. Im Reiseführer lese ich, dass es in Sydney etwa doppelt so viel regnet wie in Mitteleuropa. Was meine Woche hier betrifft, kann ich das bestätigen. Blauen Himmel sehe ich nur zweimal: am Tag der Ankunft und am Tag der Abreise. Aber immerhin erlebe ich warmen Regen.

Ich setze mich in die Fähre nach Cockatoo Island, im Hafen von Sydney gelegen. Diese kleine Insel wurde früher als Gefängnis benutzt, außerdem war sie Standort zweier Schiffswerften. Heute wird sie für kulturelle Ereignisse genutzt, so dient sie momentan als Ausstellungsort der Biennale.IMG_8242Diese Objekte gefallen mir unheimlich gut – besonders in dieser Umgebung! IMG_8261 (2)IMG_8255IMG_8276 (2)Besonders angerührt hat mich diese Installation, die so und ganz anders in verschiedenen Räumen eines alten Wohnhauses zu sehen ist. Die Künstlerin hat Gemälde, Projektion und Skulptur kombiniert. IMG_8285IMG_8288 (2)Ich schaue noch ein bisschen herum, was bei dem Regen nur begrenzt Spaß macht, und fahre am Nachmittag zurück. IMG_8244 IMG_8245Abends geht’s zu Carmen – ich dope mich mit Nasentropfen, Hustenbonbons und jeder Menge Taschentüchern. Sicher bin ich heute die Traumsitznachbarin aller Opernbesucher 🙂

Das Ambiente ist einfach so schön! IMG_8300IMG_8298IMG_8295IMG_8304Die Oper….. nun ja. Ich find’s ganz schön, und viele Melodien kenne ich. Aber drei Stunden lang? Nö, heute nicht. In der Pause geh ich einfach. Ich darf das 😀

Freitag Morgen um fünf packen die beiden Asiatinnen in meinem Dorm ihre Koffer. Seufzdolle. Mit den Dorms bin ich nicht ziemlich, sondern komplett durch. Jedenfalls fürs Erste. Ich freue mich auf Bali und auf hoffentlich schöne Hotelzimmer.

Nach ein bisschen Reiseorganisation ( das braucht für diese Reise  doch viel Zeit – ich bin so froh, dass ich mein Tablet dabei habe und nicht in irgendwelchen Internetcafés oder Hostellobbys hängen muss ) mache ich mich auf den Weg zur Art Gallery. Auch in Sydney gibt es richtig schöne U (?) – Bahnstationen:IMG_8331In der Art Gallery gibt’s ….. natürlich Biennale, aber auch Altbekanntes und sehr Bekanntes zu sehen. Und auch hier: fotografieren gern gesehen!IMG_8332IMG_8345IMG_8343IMG_8337IMG_8349Nach den ziemlich kunstlastigen Tagen ist mir nach Natur. Der botanische Garten liegt direkt nebenan, ein Spaziergang lohnt!IMG_8353IMG_8354IMG_8358IMG_8363Auf einer Parkbank hole ich ein bisschen Schlaf nach. Hier darf man das, und man darf, nein man soll über die schönen Rasenflächen laufen – na, dann los!

Später geh ich auf die Habour Bridge, das steht noch auf meiner Unbedingt-noch-tun-Liste. Besonders weit laufe ich zwar nicht, aber wenigstens war ich mal drauf.IMG_8372IMG_8375Gegen Abend packe ich meine Sachen und mach mich tangofertig. Heute möchte ich unbedingt auf die Freitagsmilonga. Die ist ganz schön und findet in einem eleganten Rahmen statt. Ich komme zum Tanzen, aber eher mittelprächtig. Beim Tango ist es wie im richtigen Leben: es gibt solche und andere Tage. Dieser ist leider ein anderer. Die allerallerletzte Tanda versöhnt mich dann doch noch – die ich tanz ich mit dem tollen Tänzer, den ich schon von neulich kenne. Schwelgundfreudolle!

Sydney. Hat mir wirklich gut gefallen. Mit den Tagen hier bin ich trotzdem nicht zufrieden. Ich wollt so viel mehr, nicht nur Kultur ….. Zoo, Fischmarkt, Bummeln gehen, Blue Montains, in DEM Pool schwimmen, Känguruh und  Koala sehen undundund ……

Die Zeit war zu kurz, das Wetter zu schlecht und ich zu erkältet. Seufz. ( jetzt gerade ist Samstagvormittag. Ich schreibe diese Zeilen, schau aus dem Fenster und was sehe ich: knallblauen Himmel….. Unverschämtheit! )

Tja, da muss ich wohl doch noch mal wiederkommen!

 

 

Waiheke und Abschied von Neuseeland

Den 18.03. verbringe ich fast nur ( aber schwer beschäftigt ) im Haus von Roger und Miriama. Wäsche waschen, Sachen aussortieren, ein Paket nach Deutschland vorpacken, Koffer und Rucksack abwaschen, den Ausflug nach Waiheke planen, ein Hotel in Singapur suchen und buchen und noch ziemlich viel mehr.

Solche Tage müssen sein, und es ist toll, dass ich mich hier nach Herzenslust ausbreiten kann. Danke euch sehr!

Und 60 Sekunden nach meiner Ankunft sieht es so aus:IMG_7764Am nächsten Tag stehe ich früh auf, ich möchte nach Waiheke. Das ist eine kleine Insel, 35 Fährminuten von Auckland entfernt. Waiheke war früher ein Aussteiger- und Hippieparadies. Mittlerweile ist diese wunderschöne Insel von wohlbetuchten Neuseeländern entdeckt worden, was man leicht an den vielen Villen in traumhafter Alleinlage erkennen kann.

Waiheke hat ein warmes, trockenes Klima und ist bekannt für seine guten Weine. So gibt es viele Tagestouristen, die für eine Weintour von Auckland aus anreisen. Und: Waiheke ist wunderschön!

IMG_7769 IMG_7770Ich kaufe als erstes ein paar Lebensmittel ein und mache mich auf die Suche nach meinem Hostel. Angeblich liegt es nur 35 Gehminuten vom Fähranleger, ich würde es eher 135 Minuten nennen ( und DAS ist typisch für Neuseeland – entweder gehen neuseeländische Uhren anders oder die Gehzeiten berechnen sich nach der Luftlinie…. ). Zum Glück habe ich nur meinen kleinen Tagesrucksack dabei, aber der Weg zieht sich trotzdem ganz schön.

Ja, wo ist denn das Hostel?

IMG_7771IMG_7824IMG_7823Aber irgendwann und nach fünfmaligen nach dem Weg fragen ( das kann ich inzwischen, nur verstehe ich die Antwort nicht immer so ganz genau ) komme ich an. Mein kleines Zimmer ist ganz schön, das restliche Hostel bzw. seine Bewohner sind äääh …. doch sehr Hippie. Das erinnert sehr an längst vergangene Zeiten, nur gehöre ich nicht mehr dazu. ( gut so!!! ). Die Jungs und Mädels machen einen ziemlich bekifften Eindruck, hängen träge rum und müllen den langen Esstisch ziemlich voll.

Ich mach, dass ich schnell weiterkomme. Mit meinem Tagesticket für den Bus kann ich so viel rumfahren wie ich möchte. Als erstes habe ich mir Onetangi ausgeguckt, das an der Nordküste liegt. Ich warte eine ganze Weile auf den Bus, der einfach nicht kommen will. Irgendwann beschließe ich, zu trampen ( Neele, das macht man wirklich nicht !!! ) : diesmal hält gleich das erste Auto, eine alte Mercedes Heckflosse. Auch das erinnert an längst vergangene Zeiten!

Der ältere Herr am Steuer ist ungefähr in meinem Alter, war früher auch mal Hippie und ist total nett. Er bringt mich bis zum Strand nach Onetangi – ist das schön hier! Schwimmen – hier hab ich richtig Lust drauf. Das Meer ist spiegelglatt und nicht zu kalt, die Luft ganz warm ….. tja, meine Badesachen liegen sehr sicher und schön trocken in Auckland 🙁IMG_7773 (2) IMG_7780 IMG_7779Stattdessen laufe ich den langen Strand entlang, schaue mir  wunderschöne Muscheln an und fühle mich ……. ja, wie soll ich es nennen? Ich bin überzeugt davon, dass Orte etwas mit mir machen, und dieser Strand ist einfach …. Frieden. Ich fühle mich ruhig, geborgen, friedvoll und genau am richtigen Ort. Seltsam.

Trotzdem fahre ich bald weiter, besuche Rockys Bay an der Südküste, wo es auch schön, aber ganz anders ist:IMG_7787 IMG_7789 IMG_7795Und das ist Segelschiff an Weinberg: IMG_7792Eigentlich möchte ich nach Ostend, das sieht aber so langweilig aus, dass ich einfach im Bus bis  Oneroa sitzen bleibe. Oneroa ist recht beschaulich, und auch hier: tolle Strände!IMG_7785IMG_7805 IMG_7804 IMG_7819Ich spaziere gemütlich zu meinem Hostel, koche mir Spaghetti mit Pesto und bin ab acht in meinem Zimmer. Um halb neun bin ich so müde, dass mir die Augen zufallen – und ich schlafe von neun bis um halb acht wie ein Stein. Unglaublich!

Am nächsten Morgen mache ich mich möglichst schnell auf den Weg – mich zieht es noch einmal an den Strand von Onetangi. Es ist wieder magisch, und es scheint nicht nur mir so zu gehen – alle, die ich treffe, schauen sehr, sehr glücklich aus.

IMG_7833 IMG_7834 (2)Mehr Zeit als einmal den Strand hoch und runter nehme ich mir nicht, ich möchte noch eine der kleinen Küstenwanderungen in der Nähe des Fähranlegers machen.

Das muss aber dennoch sein:IMG_7836Die Wanderung ist meine letzte auf neuseeländischem Boden. Es  geht Hügel hoch und runter, ich verlaufe mich ein bisschen und strenge mich noch einmal ziemlich an.IMG_7841 IMG_7845IMG_7842IMG_7852IMG_7839IMG_7857Auckland ist zwar in Sichtweite, doch ist die Welt eine komplett andere ……IMG_7856Tja, das war’s. Tschüss Waiheke.IMG_7859Zurück in Auckland schau ich noch mal eben beim Outdoorausrüster Kathmandu rein. Die haben jetzt allerallerletzte Sommerschlussverkaufsschnäppchen. Ich find ne klasse Reisehose für die Hälfte, und eine schöne Jacke ( die ich eigentlich nicht brauche, jedenfalls nicht hier und jetzt ) für weniger als ein Drittel des Originalpreises. Freudolle!

Den Rest der Neuseelandzeit bin ich mit Rückschau, Vorschau und Organisation beschäftigt. Ich packe und schicke ein Paket nach Deutschland, um ein bisschen Gepäck loszuwerden. Pirihira, die Tochter des Hauses, fährt mich zur Post und hilft mir beim Ausfüllen des Zollformulars.

Ja, und sonst? Ich bin ein bisschen traurig, Neuseeland zu verlassen. Ich habe mich total wohl gefühlt! Die Landschaft ist unglaublich vielfältig und hat mir wirklich gefallen, besonders die unzähligen tollen und menschenleeren Strände. Das Reisen hier ist einfach, entspannt und wunderbar organisiert. Aber ja, das Leben ist sehr mitteleuropäisch, ich habe mich nie wirklich fremd gefühlt. Vorteil oder Nachteil? Je nachdem. Große Abenteuer in der Fremde – nicht so sehr. Für mich war es genial und sehr entspannend, jetzt ist es gut, wenn auch noch was anderes kommt.

Wenn ich auswandern müsste ( zum Glück muss ich nicht! ) – ich würd nach Neuseeland gehen. Warum? Siehe oben. Und: ich war noch nie in einem Land, in dem es so sauber ist. Nirgendwo (!) liegt Müll, und man kann auf der Straße einfach laufen, ohne in Hundescheiße, Kaugummi oder Hingerotztes zu treten ( bin ich jetzt spießig??? ). Ich habe mich immer sicher gefühlt. Neuseeländer selber beurteilen die Sicherheit in ihrem Land ganz anders. Bestimmt gibt es auch böse Ecken – ich war nicht dort.

Die Menschen sind freundlich, hilfsbereit und sehr tolerant. Vieles ist vielleicht auch Floskel, manches gewöhnungsbedürftig ( warum will die Verkäuferin wissen, wie mein Wochenende war? ). Ausländern, die schon lange hier leben, berichten, dass es schwer ist, wirklich anzukommen – vieles bleibt doch eher Oberfläche.

Neuseeland glänzt auf den ersten Blick. Wenn man genauer hinschaut, sieht man auch Probleme. Die meisten Einheimischen sind unzufrieden mit ihrer Regierung, und alle sind unzufrieden mit den unerfreulichen Veränderungen in ihrem Land.

Trotzdem und auch im Vergleich – Neuseeland ist einfach großartig!

 

 

Zwischenzeiten

Am 06.03 komme ich wieder in Nelson an. Diesmal bin ich in einem anderen Hostel, nicht so nett, weil recht groß und ein bisschen hektisch. Dafür liegt es zentral, ich habe ich ein kleines Zimmer für mich, und – das ist der Grund, warum ich hier bin – Angelika wohnt ab morgen auch hier.

Ich wasche meine Sachen, bügele schon mal meine Tangofähnchen und beschließe den Abend ziemlich ruhig. Am nächsten Tag mache ich das, was in (m)einem Leben als Weltreisende manchmal ein bisschen zu kurz kommt:  Augenbrauen zupfen, Finger- und Fußnägel feilen und zum Friseur gehen. Letzteres ist unterwegs wie ein Lotteriespiel – diesmal habe ich Glück, Preis und Schnitt sind voll okay.

Später sehe ich Angelika wieder und freue mich über ein vertrautes Gesicht. Am frühen Abend werden wir und ein paar andere Tangueros abgeholt – Dinner und Milonga finden heute außerhalb statt. Ich freue mich, dass so gut für mich gesorgt wird: die Veranstalterin fragt per email eigens nach, ob mich jemand mitnimmt. Angelika hat den Transport für mich mitorganisiert und für mich auch einen Platz an ihrem Tisch reservieren lassen.IMG_7612 (2) IMG_7617

Ich fremdel trotzdem ein bisschen – die neuseeländischen Tänzer kennen sich alle, begrüßen sich mit großem Hallo, reden und tanzen miteinander, Ich bin sehr froh, dass ich nicht alleine sitzen muss. Später wird es besser, es gibt viele schöne Tänze und einen insgesamt sehr netten Abend.

Am nächsten Vormittag schaue ich mal wieder auf den schönen Samstagsmarkt von Nelson : Kunsthandwerk, feine ( Bio- ) Lebensmittel, Obst und Gemüse. Mittags gibt es wieder Tango, diesmal Open – Air bei herrlichstem Wetter im Queensgarden – wundertoll!IMG_762520140308_152636_1

Gegen fünf geht’s zurück ins Hostel. Ich möchte ein bisschen die Beine hochlegen, die ja am Abend noch viel mehr Tango tanzen sollen. Gut so, denn klasse wird’s! Ich habe viele sehr schöne Tänze und einen wirklich tollen Abend. Fotografieren? Nö, heute mal nicht…….

Sonntagnachmittag gibt es die Abschiedsmilonga in feinem Ambiente.IMG_7632 IMG_763420140309_143450Inzwischen habe ich mich richtig eingewuppt und kann mich wirklich nicht beschweren, ich komme viel und gut zum tanzen – und es macht ganz viel Spaß!

Gegen fünf ist die Abschiedsmilonga vorbei, manche bleiben noch und gehen gemeinsam Pizza essen. Ich schleich mich traurig ( so schade, dass es schon vorbei ist ) zurück ins Hostel und packe meine Sachen. Wenn ich geahnt hätte, dass in der Pizzeria noch stundenlang und mit ganz viel Freude getanzt wird …

Am 10.03. muss ich früh raus, ich möchte meinen Bus und später die Fähre zurück auf die Nordinsel schaffen. Auf der Fähre treffe ich Kevin, den ich vom Tango kenne. Er erklärt mir vieles über Neuseeland und erzählt mir auch, was ich in Wellington noch unternehmen könnte. Ich verstehe zwar nur die Hälfte, aber es ist trotzdem nett, einen „Bekannten“ zu treffen.

Nach einem langen Reisetag treffe ich abends meine Bremer Freundin Claudia, mit der ich mich  in Wellington verabredet habe.IMG_7642 Es ist schon schön, mal wieder einen richtig vertrauten Menschen zu treffen! Wir teilen uns für zwei Nächte ein Zweibettzimmer ( die Jugendherberge ist mir auch noch sehr vertraut ), erzählen viel und machen am nächsten Tag mit dem Bus einen kleinen Ausflug zur Peninsula Miramar.IMG_7648 IMG_7653IMG_7645Dort gehen wir spazieren, und das nette Cafe am Wegesrand muss einfach sein …..

Meine Vogelkundlerin habe ich jetzt endlich mal direkt dabei und lasse mir alles, was wir sehen und fliegen kann, erklären.IMG_7650Das Wetter ist nicht ganz so toll, aber zumindest regnet es nicht. Gegen Abend essen wir gemeinsam und beenden den Tag ruhig,  wir müssen am nächsten Tag beide recht früh aufstehen.

Für Claudia geht es weiter nach Rotarua, ich muss meinen Flieger nach Tauranga bekommen. Der Flughafen ist übersichtlich, meine Maschine wieder ganz, ganz klein. Und ich weiß auch noch, wie es geht: eigenständig einchecken, Banderole ausdrucken und am Koffer befestigen, den Koffer alleine aufs Band legen und zum Gate gehen. Handgepäckkontrolle? Nö. Diesmal nehme ich mein Wasser mit, Nagelschere und Nagelfeile bleiben auch dort, wo sie immer wohnen…..IMG_7658Manchmal kann man  gleich sehen, ob der Koffer auch mitkommt 😀IMG_7660Die meiste Zeit fliegen wir über den Wolken, ganz hinten schaut der Tongariro raus ….IMG_7664Die Küste zeigt sich später wolkenfrei: IMG_7665IMG_7676Ich komme gut an, Tauranga liegt ein gutes Stück weiter nördlich – und es ist deutlich wärmer und schwüler. Der Shuttlebus in die Stadt fährt mir direkt vor der Nase weg, der nächste kommt erst in zwei Stunden. Nun gut, es ist ja nicht der Frankfurter Flughafen ……. seufzdolle.

Ein Taxifahrer hat Mitleid- er bietet mir an, mich zum Shuttlebuspreis direkt bis zu meiner Jugendherberge zu fahren ( mal wieder Schwein gehabt ). In anderen Ländern hätte ich jetzt sicher überlegt, ob wirklich kein Bus kommt und/oder was ein Taxi normalerweise kostet und ob bzw. wer mich gerade abzocken möchte. Vielleicht hätte ich auch gehandelt oder andere Fahrer gefragt. In Neuseeland – und das ist das Tolle hier – muss man nicht lange nachdenken. Die Leute sind einfach nett, um nett zu sein…….

Die Jugendherberge ist so lala, der Ort auch nicht  besonders herausragend. Ich bin hier nur auf der Durchreise, zu müde, um neugierig zu sein. Trotzdem gehe ich am Nachmittag etwas spazieren,  schaue kurz in die Kunstgalerie, bringe in Erfahrung, ob es hier heute Tango gibt ( leider nein ), gehe Einkaufen.

IMG_7680IMG_7684Der Hostelabend ist ganz lustig – ich unterhalte mich lange mit einer deutschen Künstlerin, die ein Stipendium in Neuseeland bekommen hat, und mit zwei munteren Abiturienten vom Bodensee.

Am nächsten Morgen geht’s mit dem Bus über Thames und Coromandel nach Whitianga. der Busfahrer legt eigens einen Fotostopp ein – und es lohnt sich, die Landschaft ist wunderschön!IMG_7689 IMG_7693 IMG_7695Whitianga ist ganz nett, mein Hostel liegt etwas außerhalb, aber wunderschön direkt am Strand – und da muss ich sofort hin:IMG_7696 IMG_7697 IMG_7704Am nächsten Morgen miete ich mir ein Fahrrad, um an den Hot Water Beach zu fahren. Ein etwas anhänglicher schwedischer Schulleiter im Ruhestand schließt sich mir an, ich bin so mittelbegeistert. Auch begeistert mich nur mittel, das sich Zyklon Lusi ( von Fidschi kommend ) ankündigt. Gegen Abend soll das Wetter ziemlich unangenehm werden, so heißt es schnell aufbrechen. Als erstes müssen wir auf eine kleine Fähre, sozusagen die Sielwallfähre von Whitianga 🙂IMG_7720Wir radeln 18 ziemlich anstrengende Kilometer bergauf und bergab, die merkwürdig schwüle Luft macht die Strampelei nicht gerade leichter.  IMG_7727Der Hot Water Beach ist ein langer Strand mit wunderschönen Surferwellen. An einer nur bei Niedrigwasser zugänglichen Stelle sprudelt unterirdisch heißes Wasser. Die Leute kommen mit einem Spaten hierher, buddeln sich ein Loch und sitzen kurz darauf in ihrem eigenen kleinen Thermalbad. Sachen gibt’s!

Wir buddeln nicht, sondern schauen eine Weile zu und machen uns dann zeitig auf den Rückweg, um nicht in den Sturm zu kommen.IMG_7728 IMG_7733Abends wird es furchtbar windig, in der Nacht fangen die Regengüsse an. Nun geht für eine ganze Weile nicht mehr viel. Das Foto gibt das leider nur sehr unvollkommen wieder ….. IMG_7740Die Luft ist tropisch warm und schwül, es schüttet, der Wind heult ums Haus. Ich versuche im Laufe des Tages zweimal, kurz an den Strand zu schauen. Beim ersten Mal bin ich nach 50 Metern total durchnässt und gebe auf, beim zweiten Mal schaffe ich es etwas weiter, werde aber so gesandstrahlt, dass ich es sehr schnell bleiben lasse. Gegen Abend gibt es eine Regenpause. Ich gehe mit Caro, einer total netten spanischen Meeresbiologin, kurz an den Strand und lasse mir angespülte Algen erklären:IMG_7741Hey, da schwimmt ja einer! IMG_7742

Da sich der Zyklon noch mindestens einen weiteren Tag halten soll und man hier bei diesem Wetter absolut nichts machen kann, ändere ich kurzentschlossen meine Pläne, buche für den 16.03. eine Busfahrt und ein Hostel in Auckland.

Dort treffe ich am nächsten Abend noch einmal Claudia. Das wunderschöne Hostel mit Traumaussicht auf Park und Skyline von Auckland ist superkomfortabel und liegt in unmittelbarer Nähe einer sehr netten Boutiquen- und Ausgehmeile – beides erinnert total an das Bremer Viertel. Claudia und ich fühlen uns absolut zu Hause und gehen gepflegt ein Bier trinken.IMG_7746Am nächsten Tag frühstücken wir gemütlich und marschieren in ziemlicher Hitze zur Art Gallery. Es gibt eine Sonderausstellung, in der Werke von fünf Maori – Künstlerinnen gezeigt werden. Eine davon  finde ich besonders ausdrucksstark:IMG_7756 (2)IMG_7753Aber auch diese Bilder gefallen mir ganz gutIMG_7752IMG_7762 (2)IMG_7751Gegen Nachmittag haben wir noch ein leckeres Muffin- statt Sushi-Essen. Jetzt heißt es Abschied nehmen, diesmal aber wirklich, Claudia fliegt morgen weiter nach Seoul. Ich treffe mich in der Innenstadt mit Roger, fahre mit ihm nach Haus und beziehe „mein“ altes Zimmer und fühle mich gleich wieder wie zu Hause.

Morgen heißt es ausruhen, Wäsche waschen und ein bisschen Sydney vorbereiten. Zwei Tage nach Waiheke – Island sind noch drin, bevor meine letzten Neuseeland – Stunden anbrechen – am 23. geht’s nach Sydney!

 

Golden Bay

Am 01.03. warte ich einen langweiligen Vormittag im Youth Hostel in Tekapo darauf, dass selbiger vorübergeht. Gegen Mittag kommt der Bus gen Christchurch, um vier Uhr nachmittags bin ich dort am Flughafen. Mein Flug nach Nelson geht erst um 18.30 – ich könnte ja den Nachmittagsflug noch schaffen, aber Air New Zealand zeigt sich unerbittlich. Mein Ticket ist fix und nicht umzubuchen. Na, macht nichts, der Flughafen hat freies WIFI und Kaffee bekommt man auch.

Einchecken muss ich selber, und sonst ….. nichtsnichtsnichts. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich schon jemals mal geflogen bin, ohne durch eine Handgepäckkontrolle zu müssen. Passkontrolle ….. nö. Gut, ist ja ein Inlandsflug und ansonsten: ich weiß ja, dass ich keine Bombe dabei habe. Den anderen geht’s hoffentlich genauso 😉

Die Maschine ist ungewohnt klein und der Flug für mich schon etwas abenteuerlich ….IMG_7287 IMG_7294Trotz leichter Anspannung kann ich diesen Teil der Reise aber auch ein bisschen schön finden 😀

Neben mir eine Neuseeländerin, mit der ich mich nett unterhalte. Da ich weiß, dass der Flughafen in Nelson außerhalb liegt, und ich keine Ahnung habe, wie ich abends ins Zentrum komme, frage ich sie, ob es einen Bus gibt. Brauche ich nicht, sagt sie …. sie wird von ihrem Mann abgeholt und sie nehmen mich natürlich mit. DAS ist Neuseeland! Ich werde dann also in einem riesigen Wagen von dem jungen Paar und drei süßen Kleinkindern direkt bis zum Hostel gefahren. Ist das toll oder ist das toll?! In Deutschland hätte mir wohl im besten Fall jemand gesagt, wo ich den Taxistand finden kann …..

Ich komme also mal wieder in „meinem“ kleinen Shortbread Cottage an – Mitarbeiterin Marine ist leider nicht mehr da, aber sie hat mir völlig unüblicherweise  das allerallerbeste Bett reserviert ( normalerweise geht es in den Hosteldorms nach dem Prinzip: wer zuerst kommt, sucht zuerst aus, wer zuletzt kommt, kriegt ein oberes Etagenbett direkt an der Klotür …. ) und mir einen lieben Brief aufs Bett gelegt. Nach fast sieben Monaten Reiseleben und vielen eher flüchtigen Begegnungen fühlt sich das ein bisschen wie Nachhausekommen an.

Am nächsten Tag ( 02.03. ) gilt es wieder, Zeit zu überbrücken. Nelson ist mir recht vertraut, ich gehe auf den Flohmarkt, hole mir bei der verrückten Kaffeefrau einen Cappuchino und komme endlich dazu, das zu essen, was ich schon lange mal ausprobieren wollte: einen der vielen Pies, die man hier überall kaufen kann. Wenn schon, denn schon – ich nehm dann das, was ich so gar nicht einordnen kann: Mince ……IMG_7297

Stellt sich als ein Irgendwas mit Hackfleisch raus ( hätte vorher äääh auf eine Minzefüllung getippt …. jaja, okay, ich oute mich hiermit eben als absoluter Dummie ) und ist ganz lecker.

Nachmittags um drei geht’s weiter Richtung Golden Bay – was für eine schöne Fahrt, aber lange nicht so flach, wie ich bei dem Namen vermutet hätte.IMG_7299Die Landschaft entspricht mir sehr – Collingwood ( 250 Einwohner ) und mein Hostel gefallen mir ebenfalls. Ich wohne etwas ausgelagert in einem Container … ungewohnt ruhig und so sehr schön für mich – nur bis zur nächsten Klotür ist es etwas weit 🙂IMG_7357 IMG_7302 IMG_7309 IMG_7315IMG_7314IMG_7313

Am nächsten Morgen nehme ich eins der kostenlosen Hostelfahrräder Marke „Alte Gurke“ und mache mich auf den Weg zum Farewell Split – das ist der letzte Zipfel der Golden Bay und Naturschutzgebiet. Die Landzunge selber darf man nur im Rahmen einer geführten Tour betreten, aber allein der Weg dorthin ist wunderschön.

Ich fahre 22 fantastische Kilometer ( mit gaaaanz viel Rückenwind ) direkt am Wasser entlang.IMG_7322 IMG_7325Im Farewell Split Cafe gibt es den üblichen Belohnungscappuchino. Wie viele Tassen von dem Zeugs habe ich eigentlich schon fotogarfiert und in den Blog gestellt?IMG_7328Später geht’s 22 bittere Kilometer mit viel Gegenwind und gelegentlichen Schauern wieder zurück. Landschaft und Wetter erinnern mich an die Nordseeinseln – das eine wunderschön, das andere luftig, kühl und reichlich wechselhaft. Ab und an muss ich mich unter einen Baum ( in diesem Fall ist der Baum ein Farn ) stellen, um nicht komplett nass zu werden …..

IMG_7350

Auch meine Stimmung passt zum Regenschauer. Es gibt sehr schlechte Nachrichten aus der Heimat, und zum ersten Mal auf dieser Reise fühl ich mich viel zu weit weg von Allem, was mir wirklich wichtig ist 🙁

Nach knapp fünf Stunden bin ich wieder in Collingwood und schaue noch schnell in Rosy Glows Chocolate Shop vorbei.IMG_7371IMG_7373  IMG_7370 Der Pralinenladen ist der Hammer! Ich darf Rosy und ihre Pralinen fotografieren und nehme ein kleines Stückchen Himbeermarzipan – Cake mit. Viel zu süß und eine echte Investition, aber das muss jetzt einfach sein!

Am nächsten Tag entscheide ich mich nach langem ( inneren ) Hin- und Her, eine völlig überteuerte Tour zum Farewell Spit zu buchen. Es ist leider die einzige Möglichkeit, diesen ganz besonderen Ort zu sehen …. die Tour beginnt um zwei  und geht wie so vieles hier nur bei Niedrigwasser. Zuerst fahren wir mit dem großen Geländebus zum nördlichsten Punkt der Südinsel, dem Cape Farewell.IMG_7380Und dann geht’s ein langes Stück den Strand entlang …..    IMG_7416IMG_7414IMG_7399IMG_7409So wunderschön ich die ganze viele Landschaft finde, die ich in den letzten sieben Monaten gesehen habe – DAS (!!!) ist es jetzt für mich.

Ich mag es weit und endlos! Und ich mag das wilde Meer. Gut, dass es DAS auch zu Hause gibt. Ich muss unbedingt bald mal wieder nach Juist! 🙂

Wir fahren eine lange Weile am Strand entlang, Schade, dass ich nicht aussteigen kann, um ein paar Fotos zu machen. Es gefällt mir so gut! Am Leuchtturm machen wir ein Coffeebreak. Es gibt zwei, drei kleine Häuser für die Menschen, die hier manchmal arbeiten. Ein paar Bäume, etwas Windschatten. Jede Menge weiten Himmel.IMG_7432Und auf dem Rückweg gibt es das:IMG_7452Einen galoppierenden Seelöwen hab ich noch nie gesehen ….. der war echt flott unterwegs!IMG_7456Dieser kleine Pinguin sitzt zitternd, mausernd und ganz allein in dieser Weite ….. so sieht Jammer aus!IMG_7512IMG_7515 (2)Und dann gibt es noch eine große Sanddüne ….. die einzige, die hier betreten werden darf. Und das in der Abendsonne …. ein Traum!IMG_7494IMG_7500IMG_7503Fünfzig Fotos später bin ich froh, dass im Bus ( mehr oder weniger ) geduldig auf mich gewartet wird …..IMG_7507 (2)Und dann fahren wir der Sonne  bzw. ihrem Untergang entgegen – was für ein wunderschöner Abend!IMG_7517IMG_7539Am nächsten Tag möchte ich unbedingt zum Wharariki Beach. Der liegt etwas östlich vom Farewell Split, und ich weiß nicht recht, wie ich hinkommen soll. Wenn ich das Rad nehme, ist die Wanderung an den Strand ein bisschen viel. Den hauseigenen Wagen könnte ich mieten – aber Geländewagen und Allradantrieb und Linksverkehr ….. alles noch nie gehabt. Ach, da fällt mir ein – dieses Schild steht kurz vor Collingwood – ich scheine nicht die einzige Deutsche mit einem Straßenverkehrsproblem zu sein 🙂IMG_7364Ich stelle mich also gegen Mittag an die Straße  ( Neele, das macht man nicht! ) und werde sehr schnell von einem netten Neuseeländer mitgenommen. Für den Rückweg am Abend hat mir eine junge Frau aus meinem Hostel versprochen, mich mitzunehmen.

Ich muss ein bisschen Zeit überbrücken, der Strand soll am schönsten bei Niedrigwasser sein. So gehe ich ganz gegen meine Gewohnheit erst einmal einen Kaffee trinken 🙂

Tja, und dann möchte ich den Top Hill Track gehen, gebe aber nach eineinhalbmal bergsteilhoch auf. IMG_7549IMG_7548Ich habe heute meinen verzagten Tag. Da wirkt auch dieses Schild noch nach, außerdem erinnere ich, dass ich über Weiden muss, auf denen vereinzelt Jungbullen stehen. Und drei bis fünf Stunden Angst haben? Ooooch ne,   IMG_7551Ich beschließe, die acht Kilometer zum Strand auf dem langweiligen, aber abhang- und bullenfreien ( dafür sehr staubigen ) Schotterweg zu gehen:IMG_7553Nach einer Weile hält jemand neben mir und fragt, ob er mich mitnehmen kann. Natürlich ein Neuseeländer….. ich nehme dankend an, so schön läuft es sich im Staub der vorbeifahrenden Autos nicht. Da ich so jede Menge Zeit und Strecke gespart habe, nehme ich am Strandparkplatz den langen Rundweg bis zum Strand. Es geht über Schafweiden und an einem Dünensee entlang – schönschönschön!IMG_7559 IMG_7565 IMG_7573 IMG_7575Und dann bin ich am hinteren Strandabschnitt. Für Weg zurück am Strand entlang ist das Niedrigwasser leider noch nicht niedrig genug …..IMG_7577IMG_7583 IMG_7582  IMG_7586Ich setzte mich in die Dünen, und warte darauf, dass das Wasser abläuft. Dabei stehe ich etwas unter Zeitdruck, weil ich mit Lisa um halb acht am Parkplatz verabredet bin. Die darf ich auf keinen Fall verpassen. Ich versuche, durch eine Art Felstunnel an den großen und noch viel schöneren Strand zu kommen, und stolper fast über diesen hier:IMG_7587Vorsichtig trete ich den Rückzug an und beschließe, über den Landweg zurück zum Parkplatz zu gehen und von dort aus noch einmal an den Hauptstrand zu wandern. An einer Stelle nehme ich eine Abkürzung. Mit den Abkürzungen ist es ja so eine Sache …… und auch diese ist ein Fehler. Ich verlaufe mich zwischen den sanften Hügeln und den vielen Schafen und werde etwas panisch. Alles sieht gleich aus, das Meer kann ich nicht mehr hören, in zwei Stunden ist es dunkel und ich habe schon lange keinen Menschen mehr getroffen. Ich sehne mich nach den Wandergruppen, die mich sonst so nerven. Mein Handy hat keinen Empfang, und was ist eigentlich, wenn ich mir jetzt ein Bein breche ……?

Ich kehre um, versuche meine eigenen Spuren zu lesen, um zurück zu finden und habe mich irgendwann zum Glück wieder in den richtigen Weg eingefädelt. Es kommen mir auf den schmalen Pfaden unglaublich ( ! ) viele Schafe entgegen, die wohl auf dem Nachhauseweg sind. Zum Glück haben die meisten mehr Angst vor mir als ich vor ihnen. Ein ziemlich Freches starrt mich dummdreist an und stolziert provokativ direkt an mir vorbei. Das erinnert mich ganz doll an was! Die meisten Schafe machen einen kleinen Bogen und schauen unbeteiligt weg, manche verstecken sich in den Büschen und wieder andere rasen hektisch weg, egal wohin – fehlt nur noch, dass sie schnell die Kippe ausdrücken ….. IMG_7594Und endlich erreiche ich doch noch den wunderbaren Strand. Fast menschenleer, wie  alle dieser tollen Strände in Neuseeland. Die wenigen, die da sind, möchten den Sonnenuntergang  sehen. Ich möchte auch, aber es reicht zeitlich leider nur für einmal ganz kurz über die Düne schauen …. IMG_7600IMG_7604IMG_7608IMG_7601 (2)Dieser Tag war nicht ganz einfach für mich. Heute hätt ich gut jemanden gebrauchen können – zum Mut machen, den richtigen Weg finden oder zum Schuld haben, wenn die Zeit für das Ziel nicht reicht.

Am 06.03. sind die Tage in der schönen Golden Bay leider schon vorbei, es geht zurück nach Nelson. Ich freu mich auf den netten und vertrauten Ort, jede Menge Tango, und auf viele  Menschen, die ich hier wieder treffen oder neu kennen lernen werde.

 

 

 

Tekapo und Aoraki Mount Cook National Park

Am 25.02. komme ich gegen Mittag in Tepako an. Mein Hostel ist schnell gefunden, der Ort ist winzig klein, liegt aber wunderschön am Lake Tekapo.IMG_7145 Ich beziehe ein schönes Zimmer, es ist alles blitzsauber und sehr freundlich. Hier im Ort sind alle Unterkünfte ausgebucht, vor allem bei asiatischen Touristen steht Tepako ganz oben auf der Damussichunbedingtmalgewesensein – Liste. Ich kann für drei Nächte den Selbstzimmerluxus genießen, für die vierte Nacht ziehe ich in einen Dorm in die Jugendherberge. Die liegt direkt am See und ist bestimmt auch ganz nett.

Nachmittags schau ich mir ein bisschen der Ort an, geh im Infozentrum vorbei und kaufe für die nächsten Tage Lebensmittel ein. Ich werde überall dort, wo man etwas kaufen kann, leicht misstrauisch beäugt – liegt es am Ort oder sehe ich vielleicht mittlerweile ein wenig abgerissen aus und sollte mal in eine neue Hose investieren?

Tekapo ist schön – nein, die Natur drum herum ist wunderschön. Ein beliebtes Fotomotiv ist die kleine Kapelle am See, in der gerne geheiratet wird. Es ist nicht ganz einfach hier zu fotografieren, ohne viele, viele Menschen, Reisebusse oder Campervans mit aufs Bild zu bekommen …….IMG_7004IMG_7006

Auf große Aktionen habe ich heute keine Lust mehr – ich lege mich im schönen Hostelgarten in die Hängematte und lese. Später koche ich und schreibe den Christchurchblog.

Am nächsten Morgen trödele ich so vor mich hin. Weltreisen ist auf Dauer eine recht anstrengende Angelegenheit, zumal ich mich momentan recht schnell von Ort zu Ort bewege. Auspacken lohnt meist kaum, und ich fühle mich körperlich etwas müde. Reisemüde bin ich nicht, und jeden, wirklich jeden Tag, gibt es einen Anlass zum Staunen oder mich begeistern.

Trotzdem: Ich freu mich inzwischen AUCH auf zu Haus! Ich freu mich auf ne Badewanne und immer genügend Platz im Kühlschrank und auf mein schönes Bett und auf frische Handtücher, so viele wie ich möchte, auf Kleiderbügel und ein Bügeleisen und überall genügend Steckdosen; ich freu mich darauf, dass ich immer weiß, wo die Löffel liegen und ich freu mich auch darauf, dass mir in der ( meiner ) Küche nur Leute begegnen, die ich mir ausgesucht habe, und insbesondere freu ich mich auf liebe und vertraute Menschen !!!!

Bis dahin aber will ich mein Vagabundenleben noch genießen und mich darüber freuen, dass ich nur meine drei Klamotten und keine Schulsachen packen muss 🙂

So gegen elf ziehe ich trotz Anlaufschwierigkeiten los, heute möchte ich auf den Mount John bei Tekapo. Auf dem Gipfel gibt es ein Café, eine Sternwarte und jede Menge Ausblick – die Landschaft ist grandios. Nach einer knappen Stunde bin ich oben bei der Sternwarte angekommen. Es gibt ein kleines Cafe und meinen ( bislang ) teuersten neuseeländischen Cappuchino  ( aber dafür mit Sternwartensternchen ) sowie die Möglichkeit, durch ein Teleskop zu schauen.IMG_7069IMG_7065IMG_7071IMG_7073Sterneschauen ist hier nicht ganz billig, auch für die nächtlichen Sternentouren ( Tekapo liegt weitab von allen Lichtquellen und soll einen wunderbaren Sternenhimmel haben ) muss man viel Geld auf den Tisch legen. Ich hab früher schon mal Sternenhimmel und Milchstraße bewundern können und verzichte bedauernd auf diese Tour.

Nach der Kaffeepause kommt der schönere Teil der Wanderung. Kerstin hatte mir noch mit auf den Weg gegeben, dass ich unbedingt zuerst den steilen Abschnitt durch den Wald nehmen soll, um im weiteren Teil meiner Wanderung den fantastischen Ausblick auf den See und die Berge genießen zu können. Danke, Kerstin!IMG_7048IMG_7054IMG_7077IMG_7085IMG_7094IMG_7147Das ist nicht die Farbe des Himmels, sondern die Farbe des Sees. Alle Seen hier sind knalltürkis, was mit mineralischen Auswaschungen zu tun hat. Wenn die Sonne so scheint wie heute, wirkt es fast surreal.IMG_7131Ach ja, die Sonne. Die ist unglaublich stark hier. Ich schütze mich so gut ich kann ( sieht ziemlich blöd aus, ich weiß ), schmier mich immer gut mit 70er Creme ein, trage trotz Hitze mein langärmeliges T-Shirt und habe am Abend zwar keinen Sonnenbrand, aber sehr gereizte Haut.IMG_7124Auch sonst bin ich total geschafft, gehe früh schlafen und freue mich auf den nächsten Tag – ich habe einen Shuttle zum Aoraki Mount Cook Nationalpark gebucht. Neuseeland hat 27 Dreitausender, 22 davon liegen in diesem Park. Der Mount Cook ist 3755 m hoch. Wie werden eigentlich Berghöhen gemessen? Mir fallen Matheaufgaben und Pythagoras ein ….. das muss ich unbedingt mal googeln!

Morgens also früh raus, kurz vor acht werde ich schon abgeholt. Unterwegs gibt es am Lake  Pukaki  mit Blick auf den Mount Cook, einen kleinen Fotostopp.IMG_7159IMG_7161IMG_7163Kurz vor zehn sind wir im Mount Cook Village. Es gibt unterschiedliche lange Wanderungen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Ich habe mich für die Hooker Valley Tour entschieden. Laut Reiseführer ist das eine sehr beliebte Tour, was auf viele Mitwanderer hindeutet. Sehr hohe Berge um mich herum finde ich als Flachlandtirolerin meist etwas unheimlich, und so wirken in diesem Fall  japanische Reisegruppen und andere Menschen eher beruhigend 😉IMG_7180IMG_7171IMG_7191Nach der zweiten Hängebrücke hat man durchgehend einer wunderbaren Blick auf den Mount Cook. Ich habe das totale Wetterglück – nicht immer gibt es eine so tolle Sicht auf Berg und Gletscher.IMG_7196IMG_7197IMG_7193IMG_7203So zugeknöpft bin ich wegen der starken Windböen. Kalt ist es nicht, manche sehe ich in kurzen Hosen laufen.IMG_7239Am Ziel kommt man zum Hooker Glacier Lake. In diesem Gletschersee schwimmen große Eisstücke:IMG_7220IMG_7229Nach dreieinhalb Stunden bin ich fast wieder am Ausgangspunkt angekommen. Hier gibt es einen Abzweigung zum Kea Point Walk. Da  ja letztens schon die fehlenden Keas in meinem Blog beanstandet wurden, nehme ich tapfer noch eine weitere Stunde Fußmarsch auf mich. Der Weg ist schön, die Aussicht toll, einen Kea treffe ich leider nicht. Der Lonley Planet schreibt: mit Glück sieht man welche …. ich habe keins, mich aber wenigstens redlich bemüht 😉IMG_7253IMG_7249IMG_7260Nach fast fünf Stunden Fußmarsch bin ich zurück und hab jetzt noch eine Stunde Zeit, um einen Kaffee trinken zu gehen. Pünktlich werde ich vom Shuttle aufgelesen und zurück nach Tekapo gebracht. Ich bin ganz müde, aber sehr zufrieden mit mir, der Wanderung und dem schönen Tag.

Am nächsten Morgen heißt es kurz packen und in die Jugendherberge umziehen. Ich muss ein paar Stunden darauf warten, einchecken zu können. Diese nutze ich dafür, meinen Blogeintrag zu schreiben. Das Wetter ist kühl und grau – heute ist nur noch gammeln und vielleicht Wäsche waschen angesagt. Nachmittags möchte ich gerne noch etwas raus, vielleicht ein bisschen spazieren gehen? Ich mach mich auf den Weg, aber es sieht sehr nach Regen aus. Nö, falsch gedacht, es fängt furchtbar an zu hageln, und später gibt es …. Schneeregen. Das kann doch nicht sein! Gestern und vor allem vorgestern war es noch knalleheiß und richtig Sommer. Ich weiche ziemlich durch und mache mich frierend und pitschenass auf den Heimweg. Von dem schönen Aufenthaltsraum in der Jugendherberge ( der Rest ist eher nagehtso ) sieht man später …. ja, was ist denn das:IMG_7273IMG_7274Das muss ich mir doch noch mal eben vom Garten aus anschauen – auf den Bergen rund um den Lake Tekapo liegt ja Schnee ….. unglaublich. Nun weiß ich, was gemeint ist, wenn man von den sehr schnell wechselnden Wetterbedingungen in Neuseeland spricht 😉IMG_7277 IMG_7276

Morgen Mittag geht’s mit dem Bus zurück nach Christchurch und gegen Abend per Flugzeug nach Nelson. Übermorgen will ich gleich weiter in die Golden Bay – dort möchte ich für ein paar Tage bei hoffentlich schönem Wetter an Meer und Strand  ääääh Urlaub machen 😉

 

Christchurch und ( Flucht nach ) Akaroa

Am 23.02. muss ich morgens sehr früh raus, um mich wieder auf den langen Marsch zur Bushaltestelle zu machen. In der Nacht hat es ununterbrochen gegossen, jetzt ist es so kalt, dass ich Handschuhe gut gebrauchen könnte. Boah, was ungemütlich!

Nach sechs Stunden Fahrt komme ich in Christchurch ( 340 000 Einwohner ) an. An der Endstation sieht es so aus wie in einem heruntergekommenen Gewerbegebiet weit außerhalb. Das soll das Zentrum sein??IMG_6976IMG_6977 IMG_6978 IMG_6979Margit, vor ein paar Tagen hast du mich gefragt, ob man in Christchurch noch etwas von dem schrecklichen Erdbeben vom Februar 2011 sieht. Damals sind 180 Menschen ums Leben gekommen. Es ist nicht so, dass man noch ETWAS sieht ….. ALLES sieht so aus, als wäre es erst vor kurzem passiert.  Obwohl mir schon verschiedentlich berichtet wurde, wie deprimierend der Anblick ist, bin ich schockiert. Ganze Straßenzüge stehen leer, die Häuser verfallen immer mehr. Die Fenster sind mit Brettern vernagelt, Fassaden notdürftig abgestützt. Überall gibt es Absperrungen und „Betreten verboten“ Schilder. Unglaublich.IMG_6867IMG_6866IMG_6868IMG_6880

Ich bringe meine Sachen schnell ins Hostel und mache mich gleich wieder auf den Weg, um die Innenstadt zu erkunden. Als erstes gehe ich aber ins nächste I-site, um eine Busfahrt für morgen ins 80 Kilometer entfernte Akaroa zu buchen – auf keinen Fall möchte ich den kompletten nächsten Tag in Christchurch verbringen müssen.IMG_6901IMG_6887IMG_6893IMG_6899IMG_6900IMG_6864

Es gibt das Containerviertel ….. ein Straßenzug, in dem einfach viele bunte Container aufeinander gestapelt wurden – hier sind jetzt Cafés und Geschäfte beheimatet. Das sieht nett aus und ist wohl einmalig.IMG_6873Ich gehe in eine Erdbebenausstellung, in der man vieles zu diesem Thema allgemein und den Ereignissen vom 22.02.2011 erfahren kann.IMG_6874 IMG_6875

In meinem Hostel wohnen längerfristig viele junge Backpacker ( die meisten kommen aus Deutschland ), die hier auf den verschiedenen Baustellen arbeiten. Außerdem treffe ich einen österreichischen Bauingenieur, der bei Tekapo gearbeitet hat und jetzt noch ein bisschen herumreist. Es ergeben sich interessante Gespräche. Allen stellt sich die Frage, warum Christchurch nach drei Jahren noch SO aussieht. Der Bauingenieur erzählt, dass hier Gerätschaften und Know-how fehlen. Die Jungs vom Bau berichten, wie wenig effizient gearbeitet wird. Und von einem Gespräch aus Dunedin weiß ich, dass viele Versicherungen noch gar nicht gezahlt haben – d.h. die Menschen haben einfach kein Geld, um etwas machen zu lassen ( und wenn sie es hätten, würden sie wohl keine Firma finden, die Termine frei hat – die ganze Stadt ist ja eine Baustelle )

Interessanterweise gefällt es denen, die länger in dieser Stadt bleiben, gut hier. Vielleicht muss man mehr als ein, zwei Tage bleiben, um das Schöne sehen zu können. Christchurch gibt sich viel Mühe, die Innenstadt trotz alledem zu gestalten und viele besondere Aktionen zu planen. Von Aufbruchstimmung ist die Rede ….. um das zu spüren, bin ich nicht lange genug da und vielleicht auch zu geschockt.

Besonders berührt mich die Installation von einem Künstler in der Madras Street. Hier sind 180 ganz verschiedene weiße, leere Stühle aufgestellt.  Für jeden Toten einen. Da es gestern vor drei Jahren passiert ist, ist jeder Stuhl ( Babyschale, Rollstuhl, Hocker …. ) mit einer einzelnen roten Nelke geschmückt.IMG_6910IMG_6906IMG_6909

Ich frage mich, wie die Einwohner in dieser deprimierenden Stadt weiterleben können ( alle konnten es nicht … ungefähr 20 000 haben die Stadt verlassen ). Und wie lebt man mit der ständigen Gefahr neuer Erdbeben?

Ich finde die Christchurch schrecklich und fühle mich absolut unwohl. Auch das Wetter passt zum traurigen Gesamteindruck, es gibt Gewitter und sintflutartige Regenfälle.

So bin ich froh, dass ich für den nächsten Tag die Busfahrt nach Akaroa gebucht habe. Akaroa hat französische Wurzeln, ist wohltuend hübsch und liegt sehr nett auf der vorgelagerten Halbinsel Banks.  Ich erwische fantastisches Wetter und habe einen wirklich feinen Tag. Ich wandere auf den nahegelegenen Berg, um mir mal wieder einen Überblick zu verschaffen. ( das wird mir zu Hause sehr fehlen! ) Was für ein wunderwunderwunderschönes Land!IMG_6947IMG_6948IMG_6951IMG_6933 IMG_6938

Auf dem alten Friedhof sind bei dem Erdbeben viele Grabsteine umgefallen, Warnschilder rufen zu besonderer Vorsicht auf. Auch hier stellt sich die Frage: warum bleiben die Grabsteine einfach liegen? Warum werden sie nicht hergerichtet?IMG_6924IMG_6925Auf der Rückfahrt machen wir diesmal ein Käsekaufbreak und ein Strandbreak …..  hatte ich eigentlich schon mal erwähnt, dass Käse hier entweder nach nichts schmeckt oder unglaublich teuer ist?IMG_6967IMG_6970

Gegen Abend bin ich zurück im Hostel, packe, esse, unterhalte mich. Wieder und wieder ist die Situation in Christchurch Thema. Die Stadt berührt.

Ich bin froh, morgen weiterreisen zu können.  Vier Tage Tekapo, schöne Natur, viel Wandern und ganz viel ( Einzelzimmer ) Ruhe stehen auf meinem Programm. Christchurch werde ich nur noch einmal kurz streifen – in ein paar Tagen muss ich dort meinen Flug zurück nach Nelson erwischen.

 

 

Dunedin und Otago Peninsula

Am 19.02. muss ich morgens früh raus, um den Bus nach Dunedin zu bekommen. Zum Abschied gibt es das – ist das nicht toll?IMG_6600Auch während der Busfahrt gibt es ein paar feine Nebelmotive –  in solchen Momenten wäre es wirklich viel schöner, mit dem eigenen Wagen unterwegs zu sein, um jederzeit Fotopausen ( und gute Fotos ) machen zu können. Dafür kann ich während der Fahrt einfach aus dem Fenster sehen und träumen …..IMG_6602Gegen Mittag komme ich in Dunedin an. Der erste Blick überzeugt nicht besonders. Auch die Tatsache, dass der Bus nur am Depot hält, das in einem Gewerbegebiet und wirklich alles andere als in der Innenstadt liegt, ist nervig. Hey, in Franz Josef hat der Busfahrer alle zu ihrem jeweiligen Hostel gebracht,  hier könnte es doch wenigstens einen Stopp im Zentrum geben.

Dunedin hat gut 100 000 Einwohner, und im Gegensatz zu anderen neuseeländischen Städten kommt mir alles etwas heruntergekommen vor. Ich habe das erste Mal in diesem Land das Bedürfnis, etwas besser auf meine Sachen aufzupassen. Später höre ich, dass die Arbeitslosenquote unheimlich hoch ist und es vielen Einwohnern nicht besonders gut geht.

Die Straße, in der mein Hostel liegt, heißt High Street. Das lässt mich Böses ahnen und genau so kommt es auch ….. hier geht’s echt steil bergauf. Seufz. Irgendwann habe ich mit Koffer, Umhängetasche und Kühltasche den langen Weg und auch das letzte Stück den Berg hinauf geschafft. IMG_6615Mein Hostel ist nicht überwältigend, aber ich hab ein kleines, sehr ruhiges Einzelzimmer weit ab vom Schuss und kann endlich mal wieder richtig gut und lange (!) schlafen.IMG_6618IMG_6623Nachmittag möchte ich  den nächsten Supermarkt suchen, einen ersten Blick auf die Stadt werfen und im Infocenter eine Tour auf die vorgelagerte Halbinsel Otago buchen. Und: meinen Tangoabend planen. Laut Internet gibt es eine Praktica, aber leider ganz am anderen Ende der Stadt – wie komme ich da nur hin? Kurzentschlossen rufe ich eine der angegebenen Kontaktnummern an ( hey, ich telefonier mit fremden Menschen auf ENGLISCH !!! ) und spreche mit Alison. Sie fragt kurz, wo ich wohne und bietet mir sofort an, mich abends abzuholen.

Wow. Ich bekomme hier so viele Lehrstunden in Gastfreundlichkeit. Hoffentlich weiß ich das Zuhause noch und kann die viele Freundlichkeit, der ich auf meiner Reise begegne, auch weitergeben….

Alison und ihr Mann Mark holen mich nicht nur ab, sondern bringen mich selbstverständlich auch zurück. Auf dem Rückweg machen sie eine kleine Stadtrundfahrt mit mir, und Alison erzählt, dass mein Hostel ganz früher die Frauenklinik war, in der sie geboren wurde. Was für ein lustiger Zufall!

Die Tangopraktica ist nett. Ich werde herzlich begrüßt und viel zum Tanzen geholt – und ich kenne zwei der Tänzer schon aus Wellington. Die Tangoszene in Neuseeland ist wirklich sehr übersichtlich. Zu Besuch ist auch eine andere Deutsche, die in Buenos Aires lebt und zusammen mit ihrem argentinischen Mann gekommen ist, um ihre Schwester zu besuchen – da kann ich endlich mal wieder Spanisch sprechen, das mag ich!

Getanzt wird in einem Gemeindessaal – etwas voller ist es später noch geworden.

IMG_6630Am 20.02. wache ich sehr spät und bei bestem Wetter auf …… und stehe trotz Sonnenschein nur mal kurz auf, um mir Frühstück zu machen. Ich genieße den Gammeltag in meinem Zimmer ( also im Bett … ) und schaffe es gerade so, um drei Uhr startklar zu sein – dann werde ich für die Tour abgeholt. Und die wird genial!

Die Peninsula ist unglaublich schön, das Wetter passt – ich bin hin und weg!IMG_6633IMG_6663 (2)IMG_6636IMG_6644Wir sind aber nicht unterwegs, um die schöne Landschaft zu beobachten, wir wollen besondere Tiere sehen. Albatrosse, die sehr seltenen Gelbaugenpinguine und Seelöwen soll man hier wunderbar beobachten können – leider ist das Wetter zwar herrlich, aber für die Tierbeobachtungen eher schwierig. Albatrosse fliegen bei Wind ( wir haben keinen ), Pinguine mögen es nicht so warm ( wir haben 25 Grad ). Nun ja. Wenigstens Schafe bekommt man bei jeder Wetterlage und überall zu sehen 🙂IMG_6675

Schwarze Schwäne auch – die sieht man hier recht oft :

IMG_6665Die erste Station ist der Albatrossfelsen – und ja, zumindest einer dreht immer wieder seine Runden. das sieht schon sehr, sehr toll aus. Leider ist entweder Kamera oder Fotografin zu schwerfällig, um davon ein Foto zu machen. Schade! IMG_6648Später geht’s zu den Felsen, an denen unglaublich viele Robben und Seelöwen liegen. Manche vergnügen sich in natürlichen Bassins, und es ist immer wieder schön, diese Tiere zu beobachten ( auch wenn Galapagos einzigartig war und nicht zu toppen ist )IMG_6676IMG_6704IMG_6702Gegen Abend zieht geheimnisvoller Nebel auf. Wir fahren mit dem Kleinbus eine Weile auf privatem Gelände, steigen irgendwo im Nirgendwo aus und wandern zu einem abgelegenem Strand. Und da steht plötzlich einer der seltenen, ziemlich großen Gelbaugenpinguine. Tagsüber sind sie im Wasser, um zu jagen, abends kommen sie zum Schlafen an Land. Hier bevorzugen sie feste Plätze im küstennahen Wald. Ich freu mich so, ich habe noch nie einen Pinguin in freier Natur gesehen!IMG_6715IMG_6736Wir laufen über den Strand und haben eine etwas unheimliche Begegnung mit einem großen Seelöwen, der uns beängstigend nahe kommt. Der Guide erklärt, dass Seelöwen erstaunlich schnell anlaufen können. Ganz ehrlich – ich bin froh, als er abdreht und wieder im Wasser verschwindet ….IMG_6731Dann beziehen wir unseren Pinguinbeobachtungsposten und warten auf die Pinguine, die zum Schlafen an Land kommen. Unsere kleine Gruppe ist plötzlich ganz leise, fast andächtig …….IMG_6739IMG_6754Auf der Tour lerne ich Kerstin kennen, mal keine Lehrerin, aber auch auf Weltreise. Wir verstehen uns gut und verabreden uns locker für den übernächsten Tag. Abends um zehn bin ich wieder im Hostel, müde, aber total erfüllt von dem wunderschönen Tag.

Am nächsten Tag möchte ich die Stadt erkunden. Also, besonders schön ist sie nicht ….IMG_6818Ich schau mir den Bahnhof an, der das meistfotografierte Gebäude in Neuseeland sein soll ( ja, ich weiß, das Foto wäre besser, wenn der Turm ganz auf dem Bild wäre )IMG_6781IMG_6787Dunedin hat 20 000 Studenten. Es gibt viele Cafés, Kneipen und kleine Läden, manches erinnert mich an das Bremer Viertel.IMG_6789Statt Art Gallery und anderer sicher schöner Museen ( die hier alle umsonst sind! ) bleibe ich in einer Boutique hängen, was leider nicht ganz umsonst ist …..

Später schau ich mir noch den botanischen Garten an, der wirklich schön ist und latsche ein elend langes Stück zur steilsten Straße der Welt, der Baldwin Street ( 35% Gefälle ). Heute bin ich total faul – ich habe einfach keine Lust auf diesen Berg und darauf, eine brave Touristin zu sein. So mach ich ein zugegeben wenig spektakuläres Foto von unten und fahre mit dem Bus zurück ins Zentrum.IMG_6815IMG_6817Samstag morgen treffe ich mich mit Kerstin. Wir gehen zusammen auf den Markt und beschließen später, noch einmal ( diesmal mit Kerstins Auto ) auf die Halbinsel zu fahren. Es war einfach zu schön dort! Das ist die Sandfly Bay, die nicht wegen der Sandfliegen so heißt, sondern wegen des fliegenden Sandes – es ist eine recht windige Ecke, aber traumhaft schön!IMG_6821Zum Strand gibt es einen tollen Abstieg ( sehr steil! ) durch tiefen Dünensand.IMG_6824 IMG_6826IMG_6829 IMG_6830 IMG_6831Später fahren wir noch einmal zum Albatrossfelsen und buchen diesmal eine Führung im  angrenzende Albatrosszentrum. Dabei hat man die Möglichkeit, auf die andere Seite des Felsens zu schauen:IMG_6845 IMG_6840 IMG_6860Wir sehen brütende Albatrosse, ein Küken, jugendliche Albatrosse und viele, die in der Luft ihre Kreise drehen – wie schön! Leider gibt es auch diesmal kein richtig tolles Bild …..

Abends wird mal wieder gepackt, morgen geht’s nach Christchurch. Dort soll es eher deprimierend sein …..

Ach, Hasi ist natürlich auch immer noch dabei:IMG_6624Und in den Supermärkten hast es  auch ganz enorm ….. IMG_6612

 

 

Südwärts 2 und Milford Sound

Am 16.02., morgens um sieben treffe ich, wie könnte es anders sein, Thomas aus der Schweiz an der Bushaltestelle wieder – wir haben beide den gleichen Bus nach Te Anau gebucht. Begrüßen uns mit „Nix wie weg hier“ und freuen uns, aus dem ätzenden Queenstown abreisen zu können.

Die Busfahrt ist wie  immer sehr schön, und diesmal gibt es auch keine Breaks ……..IMG_6410IMG_6421IMG_6427Und das ist Te Anau. Ein paar Häuser gibt es schon, Restaurants, einen Supermarkt, viele kleine Ferienunterkünfte, zwei oder drei Hostels. Der Ort ist klein, wunderschön ( also die Gegend drumherum ) und total gemütlich.IMG_6429Ich komme morgens viertel vor zehn an, Bob vom Bob&Maximes Backpacker, das etwas außerhalb liegt, holt mich mit dem Auto ab – schön! Und total schön ist auch das Hostel: großzügig, sauber, gut ausgestattet, und eine perfekte Entschädigung für den queenstowner Schmuddelöddelgibbel…..IMG_6439IMG_6440Ich richte mich ein, schnappe mir eins der Hostelfahrräder, schau mir der Ort und die nähere Umgebung an, buche eine Milfordsoundtour für den nächsten Tag, gehe in den Supermarkt und bekoche mich. Nachmittags zieht Yvonne in meinen Dorm, die ….. ganz was Neues …. eine deutsche Lehrerin im Sabbatjahr ist 🙂

Am nächsten Morgen muss ich früh raus, kurz vor acht werde ich für meine Tour abgeholt. Der Milfordsound ist zwei Autostunden von Te Anau entfernt. Meine kleine Tour mit elf Teilnehmern ( mit dabei: Thomas aus der Schweiz ) beinhaltet verschiedene kleine Fotostopps, eine zweistündige Schiffsfahrt auf dem Sound und eine zweistündige Wanderung auf einen der umliegenden Berge. Ich schau morgens noch schnell in die Wettervorhersage – na toll: morgens Regen, nachmittags Starkregen. Mist. Gestern wär DER Tag für den Milford Sound gewesen …….

Andrew, unser Guide ist sehr nett, erzählt viel, und – oh Wunder – ich kann ihn ganz gut verstehen. Frage nach und höre: er stammt eigentlich aus England. Neuseeländisches Englisch ist wirklich eher was für Fortgeschrittene ….

An besonders schönen Plätzen halten wir kurz an. z.B. hier:IMG_6453IMG_6464IMG_6467Oder hier:IMG_6445Irgend wann kommen wir am Milford Sound an und können gleich aufs Schiff gehen. Im Prospekt sieht es aus wie ein kleines Segelschiff, nun entpuppt es sich als ein ziemlich großer Ausflugsdampfer mit ein paar Fakemasten …..IMG_6538Na egal, es gibt Kaffee soviel man möchte.  Gut so, das Wetter ist echt ungemütlich. Ein bisschen aufwärmen kann nicht schaden. Ja, und das ist er, der berühmte Milfordsound , um den hier ein Wahnsinnshype gemacht wird ( Busladungen voller Touris werden hier jeden Tag hergekarrt. Viele sogar aus Queenstown = 8 Stunden Busfahrt ). Für den Milford Sound wird so viel geworben, dass ich das Gefühl habe, ich seh Neuseeland nicht wirklich, wenn ich nicht dort gewesen bin. Es ist zweifelsohne schön, auch bei Regen …. aber soooooo schön? Najaaaaaaa …IMG_6472IMG_6479IMG_6498Toll ist der große Wasserfall, an den wir ganz dicht heranfahrenIMG_6530IMG_6518IMG_6526Wieder an Land sehen wir, dass wir wettermäßig fast noch Glück haben – die, die erst mittags losfahren, sehen dann wirklich nicht mehr viel …..IMG_6546Leider ist die schöne Wanderung auf den Key – Summit auch nicht wirklich möglich. Inzwischen regnet es nicht nur, sondern es schüttet. Andrew hat natürlich ein Schlechtwetterprogrammstattwanderung für uns, und später gibt’s auch noch Kaffee und Kekse für alle.IMG_6552IMG_6549IMG_6540IMG_6553IMG_6566Inzwischen schüttet es nicht nur, sondern stürmt auch tüchtig … Mann, ist das ungemütlich. Kaum zu glauben, dass es gestern 26 Grad und herrlichen Sonnenschein gab!

Abends im Hostel wird der Kaminofen angemacht, außerdem gibt es zum Trost einen netten Sonnenuntergang …..IMG_6573IMG_6581Trotzdem: ich bin ein bisschen genervt, am Wetter liegt es aber nicht. Freu mich, dass ich in den nächsten drei Wochen ganz oft ein Einzelzimmer gebucht habe. Endlich mal in Ruhe ausschlafen können, und ein bisschen Privatsphäre …

Ich bin so gerne in ( netten)  Hostels, freu mich, interessante Menschen zu treffen, kochen zu können und gemeinsam mit anderen zu essen – aber in den Dorms komme ich einfach selten richtig zur Ruhe.

Den nächsten Morgen lasse ich gemütlich angehen. Irgendwann gegen elf setzt ich mich auf eins der ( klapperigen ) Räder und fahr einfach los, immer am See lang, immer weiter. Das Wetter ist prima, die Fahrt ist schön. Nach gut zwanzig Kilometer komme ich in einen kleinen Ferienort – dort gibt’s nen Kaffee, dann geht’s wieder zurück.IMG_6588IMG_6589Angekommen!IMG_6594Und dann fällt mir noch was ganz Komisches auf: es geht sowohl auf dem Hinweg als auch auf dem Rückweg immer leicht bergab. Ich weiß ja – das geht nicht.

Vielleicht ist meine Brille Mist? Oder spinne ich jetzt total? Finde des Rätsels Lösung nicht. Finde aber, dass das so bleiben kann. Das Gefühl, dass es immer nur bergauf geht, wär ja viel blöder! 🙂

Morgen geht’s nach Dunedin – also mal wieder richtig Stadt, sogar mit Tango, juchu!

Mit im Bus, das weiß ich jetzt schon: Thomas aus der Schweiz 🙂

 

Südwärts 1

Am 12.02. fahre ich morgens von Franz Josef nach Wanaka. Die Fahrt soll fünfeinhalb Stunden dauern, wir machen fast jede Stunde eine Pause – warum? Wer weiß es. Zwei Coffee-Breaks, ein Lunch-Break, ein Waterfall-Break ….. aber ich bin ja auf Reisen, nicht auf der Flucht und irgendwann komme ich wider Erwarten in Wanaka an. Schön ist es! Das Hostel ist mir empfohlen worden, es ist wunderbar, supersauber und hat einen tollen Millionärsblick von Terrasse und Aufenthaltsraum aus.IMG_6300IMG_6301IMG_6304

Nachmittags spaziere ich auf diesen nahegelegenen Berg und verschaffe mir einen kleinen Überblick. IMG_6250Es ist so schön hier. Schade, dass die Fotos das wirklich nur ein bisschen wiedergeben. Das Wetter ist leider wechselhaft, in den zwei Wanderstunden ziehe ich mir viermal die Regenjacke an und aus ….. aber es ist immerhin nicht so kalt, wie es aussieht.IMG_6217 IMG_6218 IMG_6219

Am nächsten Tag möchte ich wandern gehen ….. eigentlich den Roys Peak Walk, der etwa sechs Stunden dauern soll und stellenweise ziemlich steil ist. Die Wetteraussichten sind nicht die besten, es soll immer mal wieder regnen. Alleine auf irgendwelchen hohen Felsen in einer Schlechtwetterfront zu stehen, traue ich mich dann doch nicht und beschließe stattdessen, am Ufer des Lake Wanaka entlangzulaufen. Eine gute Entscheidung, es wird eine wunderschöne Wanderung, allerdings ein bisschen länger als geplant….IMG_6239Das ist der Berg, auf den ich eigentlich wollte …… von unten sieht er ja auch sehr nett aus.IMG_6244IMG_6247 IMG_6258 IMG_6264IMG_6253IMG_6261Und die sieht man wirklich überall ……. IMG_6263IMG_6272Meine Käsebrotbank …… IMG_6274 IMG_6280IMG_6295 IMG_6287

Ich möchte bis zur Glendhu Bay laufen, der Wegweiser sagt, dass es etwa drei Stunden dauern wird. Ich brauche viereinhalb, ob das an den vielen Fotopausen liegt? Vielleicht bin ich heute auch einfach ein bisschen schneckig. Es ist wunderschön hier, ich bin hin- und weg, und trocken bleib ich auch. Endlich angekommen und 15 km später bin ich total müde und denke verstärkt darüber nach, dass es ja auch noch einen Rückweg gibt. Ooochnee.

Trampen soll man in Neuseeland ganz gut können. So stell ich mich das erste Mal seit sehr vielen Jahren an die nahegelegene Straße ( Neele, das macht man nicht !!!! ) und halt den ( linken!! ) Daumen in die Luft.IMG_6296 IMG_629920 Minuten und 15 Autos später hält ein netter und hilfsbereiter Neuseeländer an.  Ich schaff sogar noch meinen Friseurtermin in Wanaka ….

Abends treffe ich Uschi wieder, mit der ich ja schon in Nelson in einem Hostel gewohnt habe. Wir erzählen ein bisschen und essen zusammen.

Am 14.02. verabschiedet sich Wanaka mit strahlendem Sonnenschein von mir. In diesem Ort und auch in diesem tollen Hostel wäre ich ganz gerne noch etwas länger geblieben. Leider muss man auf der Südinsel alle Aufenthalte etwas längerfristig planen, die guten Hostels sind Tage im voraus komplett ausgebucht.IMG_6312 IMG_6305 Am frühen Nachmittag geht’s dann also weiter nach Queenstown. Bis dahin dungele ich ein bisschen im Hostel herum, heute bin ich hautsächlich schlapp.

Die 117 km lange Busfahrt nach Queenstown ist (landschaftlich gesehen) der Hammer ( diesmal gibt es ein Obsteinkaufs – Break )IMG_6323 IMG_6329 IMG_6337 IMG_6341Queenstown ist so gar nicht meins, aber das dachte ich mir schon. Der Ort ist ein  supertouristisches Partykaff, besonders beliebt bei Japanern und Adventuretouristen …. wer Fallschirmsprünge oder Bungeejumping braucht, ist hier komplett richtig. Wer sich abends so richtig aufbretzeln möchte, auch. Wieso wollte ich nochmal hierhin?

Ich schau mir die Innenstadt an und sehe Thomas aus der Schweiz wieder, den ich lustiger weise in JEDEM Ort treffe. Er ist schon seit einem Tag hier, findet es furchtbar und beklagt das Ballermannflair. Wir klagen uns gegenseitig unser Leid und freuen uns, dass wir uns sehr bald wieder ( mit Grausen ) abwenden können …..IMG_6378IMG_6362 IMG_6347Mein Hostel ist zwar klein, aber wirklich kein Wohlfühlteil … eher lieblos und schmuddelig. Mein Favorit war schon vor zwei Wochen ausgebucht. Seufzdolle. Schlafen kann ich trotz durchgelegenem Bett ganz gut.

Am nächsten Morgen mache ich das, was mir inzwischen zu einer lieben Gewohnheit geworden ist: ich steige auf einen ( diesen ) Berg und verschaffe mir einen Überblick:IMG_6394Dieses Mal ist es wirklich eine ziemlich schweißtreibende und steile  Angelegenheit, besonders begeistert mich das alles nicht. Queenstown ist einfach nicht meins …. aber vielleicht hab ich auch einfach nur ein bisschen schlechte Laune. Gut, dass es morgen weiter geht.IMG_6388IMG_6383Ach, und das gibt’s hier auch. Ich finde das verwirrend! 😉IMG_6360

 

 

 

Franz Josef …….

….. wieso eigentlich Franz Josef? Der Gletscher wurde 1865 erstmals von Europäern erforscht, und von einem Österreicher namens Julius Haast nach seinem Kaiser Franz Josef getauft. Nun gut, Die Maoris haben den Gletscher „Ka Roimata o Hine Hukatere“ ( Tränen des Lawinenmädchens ) genannt. Gefällt mir irgendwie besser.

Am 10.02. setze ich mich also bei bestem Wetter in den Bus, mein Tagesziel ist Franz Josef Village. Die Fahrt ist schön und wieder einmal sehr abwechslungsreich.IMG_6129 IMG_6131 (2)Am späten Nachmittag komme ich an und beziehe mein Female Share ( Frauenschlafraum mit maximal vier Betten ), den ich heute Nacht nur mit Christina teilen muss. Sie ist eine deutsche Lehrerin im Sabbatjahr und macht ihre Weltreise „andersrum“. ( deutsche Lehrerinnen im Sabbatjahr habe ich schon einige getroffen ….. )

Die Jugendherberge grenzt direkt an den Regenwald, und wir haben diese tolle Aussicht aus dem riesigen Zimmerfenster:IMG_6145Später schlendere ich noch ein bisschen durch den Ort, der nicht der Rede wert ist. Hotels, Motels, Hostels, Restaurants, Andenkenläden, ein kleiner Supermarkt, einige Spa`s und ein paar Tourenanbieter ( Gletscherrundflüge per Hubschrauber ). Die Lage ist sehr schön und am Ende dieser Straße liegt meine Jugendherberge  …..IMG_6138Für den nächsten Morgen habe ich einen Shuttle zum Gletscher-Wanderweg gebucht, stehe früh auf und stelle leider fest, dass das schöne Wetter der letzten Tage auf Einheitsgrau und Regen umgeschlagen ist. Ich buche den Shuttle auf zwei Stunden später um, frühstücke gemütlich und schreibe ein paar mails. Und ich habe Glück – für meinen kleinen Ausflug erwische ich die einzigen beiden trockenen Stunden des Tages ….

Der Gletscher ist in den letzten Jahren ziemlich weggeschmolzen. Das ist wohl eine Auswirkung der Erderwärmung und  besorgniserregend, besonders erschreckend ist die große Veränderung zwischen 2010 und 2014. Für die Menschen, die hier vom Tourismus leben, muss es noch bedrohlicher sein …….

Heute:

IMG_61472010: IMG_61491965: IMG_61501907: IMG_6152Über einen abgesteckten Wanderweg kann man gut 45 Minuten dem Gletscher entgegenwandern.IMG_6156 (2) IMG_6161 IMG_6163 (2)IMG_6165 IMG_6174 IMG_6178 IMG_6182Ja, und das ist er, der kümmerliche Rest ….. wenn man ihn richtig sehen möchte, muss man 400 Dollar ( 240€ ) für eine Hubschrauberrunde ausgeben. Ich spar das viele Geld lieber schon mal für die nächste Südamerikareise – der Pepito Moreno steht noch ganz oben auf meiner Dasmöchteichgernnochsehenliste 😉IMG_6184Und dieser sympathische Herr ist aus Pappe möchte nicht, dass man weiter geht – das muss wohl gefährlich sein.IMG_6185Zurück am Ausgangspunkt fängt es wieder an zu regnen. Ich lass mich von dem Shuttle zur Herberge bringen und verbringe den weiteren Tag auf und im Bett und denke gründlich darüber nach, warum der Regenwald  Regenwald heißt 😉

Punakaiki und Pfannkuchenfelsen

Am 07.02. versuche ich eine größere Radtour in der Umgebung von Nelson zu machen. Ich gebe zu, das Unternehmen ist von vornherein ein Risiko, dunkelgraue Wolken wollen mich warnen ….. kaum habe ich mir ein Rad geliehen, fängt es an zu regnen. Okay, dann also erst einmal Kaffee trinken gehen. Irgendwann nieselt es nur noch, ich fahre los und halte knapp zwei Stunden durch, dann gebe ich entnervt und nass das Rad wieder ab.

Schnell noch in den Supermarkt, dann möchte ich zurück ins Hostel und dort für den restlichen Tag bleiben. Abends kühlt es so ab, dass Jimmy, der Hostelbesitzer, den Kaminofen anschmeißt ….. das ist vielleicht gemütlich! Ich packe, buche Hostels und Busfahrten für die nächsten zehn Tage, schreibe mails, hänge auf dem Sofa vor dem Ofen ab.

Am 08.02. muss ich früh raus, der Bus gen Süden fährt schon um 7.15 ab. Die Fahrt ist total schön, die Landschaft wechselt schnell. Ab Westport geht’s direkt an der Westküste entlang.IMG_5945IMG_5947IMG_5971Mittags komme ich an. Punakaiki – die Pancakerocks, ein langer wildbewellter Strand, zwei Hostels, ein paar Motels, eine Taverne, die Touristeninfo, zwei Andenkenläden und sonst: nichts. Das weiß ich vorher, und beim Hostelbuchen wird einem auch gleich gesagt, man solle genug zu essen mitbringen. So rolle ich mein Köfferchen gen Hostel, und das ist wirklich schön und direkt am Strand gelegen.IMG_6029Da die Dorms in dieser Nacht ausgebucht sind, muss ich ein Doppelzimmer nehmen. Das ist superschön und hat einen eigenem Balkon. Wenn ich auf dem Bett liege, sehe ich das:IMG_6041An meiner großen Freude darüber, ein Zimmer für mich zu haben, merke ich, dass mich das  Hostelleben momentan etwas anstrengt. Seit fast vier Wochen habe jeden Tag mit vielen neuen Menschen zu tun, die ich mir alle nicht ausgesucht habe. Oft gibt es nette Begegnungen und Gespräche, aber vieles nervt mich auch. Dazu kommt, dass überall, auch in der Natur, wirklich viele Leute sind. Ich denke darüber nach, meinen Reisestil zu ändern: entweder öfter mal ein Einzelzimmer buchen oder andere Orte abseits der üblichen Backpackerwege zu suchen ( dafür brauch ich wohl ein Auto …. ). Aber egal, heute genieße ich erst einmal mein Zimmer mit dem supertollen Blick!

Nachmittags gehe ich zu den Pancakerocks, um die hier ein ziemlicher Buhei gemacht wird. Die Gesteinsformationen sehen aus wie aufgeschichtete Pfannkuchen und sind schon besonders.IMG_5986IMG_6017IMG_6007IMG_5995IMG_5990IMG_5999Es gibt einen angelegten  Rundweg, der schöne Ausblicke bietet. IMG_6008Besser als die Felsen gefällt mir der tolle wilde Strand. Nichts zum Rumliegen und für mich auch nichts zum Baden, aber zum Spazieren gehen, Steine sammeln,  in die Wellen starren und dem Rauschen zuhören.IMG_5981IMG_6034IMG_6032Ansonsten genieße ich meinen eigenen kleinen Balkon und serviere mir auch mein Abendessen dort – ach ist das schön! Um Menschen mache ich heute einen Riesenbogen …..IMG_6039Am nächsten Morgen und nach meinem Umzug in einen netten 4er Dorm mache ich einen der Wanderwege vor Ort – den Pororari – Punakaiki River Track. Es geht erst am schönen Pororari River entlang, später durch den Wald und am Punakaiki River zurück. Schön ist es und gut tut es. Das Wetter ist sonnig und warm. Was hab ich für ein Glück, eigentlich soll es hier ständig regnen!IMG_6057 IMG_6058IMG_6061IMG_5988IMG_6071IMG_6077IMG_6074

Nach einer kurzen Mittagspause gehe ich mit Henning, einem jungen Mann aus Flensburg, zum Truman Track. Der ist nur eine halbe Stunde lang, endet aber in einen wunderbaren Bucht – so wild! Das Spaziergang mit Henning wird ganz wichtig für mich, da er die Dinge so unheimlich positiv sehen kann und mich ein bisschen aus meinem „ich-bin-so-genervt- Film“ rausholt. Jetzt geht’s wieder!IMG_6082IMG_6088

Ich glaub ich hab das meiste von dem gemacht, das es in Punakaiki zu machen gibt. Nun läute ich den gemütlichen Teil des Tages ein, blockier ein bisschen das Sofa und schau aufs Wasser 🙂

Ach, und das gibt es in diesem Hostel: selbstgebackenes Vollkornbrot! Der Besitzer ist ein Deutscher und macht allen, die das schreckliche neuseeländische Brot über haben ( also fast allen Deutschen ….), eine Riesenfreude. Oh sorry, das neuseeländische Brot ist natürlich nicht schrecklich, es gibt auch viele Sorten. Und es sieht sehr, sehr schön aus 😉IMG_6093Morgen Mittag geht’s weiter nach Franz Josef ……… ich bin ja mal gespannt!

Immer noch Nelson und Abel Tasman National Park und immer noch Nelson

Sonntag, 02.02., bewandere ich an einem schönen Hochsommertag  Nelsons Hausberg – viereinhalb Stunden meist stramm bergauf oder bergab, schöne Aussichten und gelegentliche Pausen eingeschlossen. Nett ist es. Und: ich treffe niemanden. Man muss in Neuseeland einfach weniger populäre Sachen machen, um die Natur für sich zu haben ……..IMG_5635IMG_5637IMG_5643IMG_5645Die Belohnung gibt es hier:IMG_5648IMG_5652Ein stinkefeines, aber sehr schönes Restaurant, gelegen in einer wunderbaren Gartenanlage. Unter den Sonnenschirmen sitzen sehr aufrecht großbehütete Damen und nippen an ihrem Tee. Ich bin dreckig und verschwitzt, werde aber trotzdem sehr freundlich bedient.

Montag, 03.02. bin ich viel mit organisieren beschäftigt. Ich möchte meinen Aufenthalt im Abel Tasman Nationalpark planen ( wie hinkommen, wo übernachten, wie passt es zeitlich mit der Strecke, die nur bei Niedrigwasser geht ) mein Hauptgepäck aber in meinem schönen Hostel in Nelson lassen ( schwierig, weil es da klein und eng ist ). Dort möchte ich dann wieder für ein, zwei Nächte wohnen ( schwierig, weil immer ausgebucht ). Ich muss jetzt schon klären, wo ich anschließend hinfahren möchte und die entsprechende Busfahrt und Unterkunft reservieren ( schwierig, weil oft ausgebucht ). Und alle Buchungen müssen zueinander passen …… manchmal ist das Leben als Reisende etwas stressig 😉

Den Nachmittag verbringe ich mit Uschi im Queens Park, den Abend mit ihr und vielen anderen Menschen im Hostel. Ich schreibe mir Tipps für Neuseeland und  für Bali auf, rede viel, höre noch mehr zu und verbringe einen sehr netten Abend. Trotzdem freue ich mich total darauf, die nächsten beiden Tage allein mit mir und der Natur ( ääähmja …… siehe unten ) im Nationalpark unterwegs zu sein.

Am Dienstag werde ich morgens kurz vor acht abgeholt und zum Wassertaxi gebracht. Das Wetter ist ….. achnee. grau, kalt, nieselig, besorgniserregend.IMG_5659Den gab es vom Schiff aus zu sehen:IMG_5666Und so sieht es aus, wenn man nicht in die erste Reihe drängelt:IMG_5675IMG_5662In Kaiteriteri müssen alle Passagiere das Boot wechseln, und nach zwei Stunden Fahrt werde ich mit ein paar anderen in der Medlands Bay „ausgesetzt“. Der Skipper erkundigt sich, ob ich Regensachen dabei habe ……IMG_5688Meine Laune ist so mitteltoll. Das Wetter ist seit vielen Tagen so wunderbar …. warum muss es ausgerechnet jetzt ….. ich möchte nicht im Nieselregen durch den Wald glitschen, frieren und nass sein …..

Was für ein Glück:  am späten Vormittag reißt entgegen aller Vorhersagen der Himmel auf, und ich habe zwei Tage lang nur das aller, allerschönste Wetter 🙂 Ich hab vorher schon gelesen, dass man sich in Neuseeland auf vieles verlassen kann, nur nicht auf die Wettervorhersagen. In diesem Fall: gut so! 🙂

Ich freue mich, dass ich heute nicht irgend wo abgeholt werde und das Gefühl habe, mich beeilen zu müssen, sondern trödeln kann und auch für die kleinen Dinge viel Zeit habe ….IMG_5693

Ich laufe los, mein Rucksack ist schwerer als gewöhnlich. Übernachtungssachen, Wasser für einen Tag und Essen für zwei Tage müssen mit. Sonnencreme, Mückenmittel, Sonnenhut, Badesachen undundund ……. die Landschaft ist traumwunderschön. Mein Tagesziel heißt Awaroa, das je nach Angabe zwischen 9 und 15 km entfernt liegt. Es geht im Wald hoch und runter, manchmal auch ein Stück am Strand entlang. Die Buchten heißen Sandfly- und Mosquitobay und lassen Böses ahnen ……IMG_5700IMG_5703IMG_5704IMG_5706Seit Patagonien bin ich absolut hängebrückendesensibilisiert …..IMG_5709IMG_5733IMG_5918Mittags um drei kann ich schon in der Backpackerabteilung der Peppers Awarowa Lodge einchecken. Die Lodge selber ist teuer und mit allem Schick und Mick bestückt, einschließlich Luxusrestaurant, Pizzabude und Flugzeuglandebahn ( hä …. ich dachte, ich bin im Nationalpark? ). Ich komme in einen riesigen Achterdorm ganz für mich alleine unter und brauch fürs erste Ankommen erst einmal einen Cappuchino im hauseigenen Cafe …..

Später geht’s an den Strand, den ich, da Übernachtungsgast, erst bei Hochwasser und am Abend bei Niedrigwasser und ohne einen Menschen weit und breit genießen darf. Und sehr genieße! Der Abel Tasman-Track ist der meistbesuchte der neun Great Walks  in Neuseeland. Was das heißt, merke ich jetzt. Manchmal ist es schwierig, Fotos ohne Menschen zu machen, überall hört man Deutsch. Manchmal bleibe ich ein paar Minuten stehen, um den Abstand zu „Vorgängern“ zu vergrößern, und manchmal bin ich ganz genervt. Seit diesem Tag weiß ich auch, was Sandfliegen sind und warum Andere völlig zerstochenen Beine haben ……

Trotzdem: Es ist unheimlich schön hier! IMG_5739Gleiche Ansicht bei Niedrigwasser ……IMG_5806IMG_5764IMG_5756IMG_5745IMG_5751IMG_5786IMG_5821IMG_5874 (2)Abends gehe ich das erste Mal in Neuseeland essen – die Pizzabude ist heute Abend meine! Ich lese Chickenpizza und bestelle voller Vorfreude …. muss leider mal wieder feststellen: wer lesen kann, ist klar im Vorteil 🙂 statt einer Chickenpizza habe ich mir eine Pizza mit Chicken, Cranberrys und Brie bestellt … ochneee, ich hasse Brie. Schmeckt dann doch ganz gut, ist aber unheimlich (!) fett und hat mindestens 500000 Kalorien ….. IMG_5809Die Nacht … naja. Ich wohn ziemlich allein im Wald. Ohne einen Menschen in direkter Umgebung, aber mit eigener Terrasse und Blick ins Grüne.IMG_5737

Um elf wird das Stromaggregat abgestellt, es ist stockfinster. Mein Dorm ist nicht gerade sehr wohnlich, und ich gebe zu: in diesem Falle wär ich ganz froh, wenn ich ein paar schnarchende Mitreisende in meiner Nähe hätte …. besonders, als es nachts mal ziemlich kracht. Keine Ahnung, was das ist. Wie schon öfter mal auf meiner Reise, tu ich so, als ob ich keine Angst habe. Funktioniert, jedenfalls im Ansatz, ganz gut.

Mein Handy weckt mich gegen sieben, jetzt muss ich meinen Krempel packen, auschecken und schnell losgehen. Es ist Niedrigwasser, das brauche ich für die erste Wanderstrecke. IMG_5904Ganz wasserfrei ist der Weg nicht, hier heißt es Hose ausziehen und durchwaten ….IMG_5911IMG_5905Die Strecke bis nach Totaranui, wo ich am späten Mittag vom Wassertaxi wieder aufgelesen werde, ist leider ziemlich kurz, aber wunderschön. An manchen Stellen hab ich dann doch ein wenig mit meiner Höhen….unbehaglichkeit zu tun : der Weg ist 30 cm breit, rechts gehts steil bergab.

Ich wandere durch wunderschönen Regenwald und tolle Buchten …..IMG_5923IMG_5920IMG_5913Niemals wirklich alleine, aber an der Stränden verteilen sich die vielen Menschen ganz gut …..IMG_5921Am frühen Mittag komme ich in Totaranui an und jetzt muss es endlich sein: das erste Mal Baden in Neuseeland 🙂  Tut gut!IMG_5742 (2)An diesem wundertollen und sehr langen Strand gibt es einen großen Campingplatz, eine Straßenzufahrt, ein Informationszentrum, viele Wassertaxis und noch mehr Menschen …… ähhhhh – Nationalpark?

Ich warte ein Weilchen auf mein Boot und schlaf erst mal was am Strand ein. Ich bin doch ganz schön müde! Abends bin ich wieder im Hostel, ganz kaputt und ohne Lust, zu sprechen. Schaffe es gerade noch, meine Wäsche zu waschen und zu trocknen und bin um halb zehn im Bett …..

Für meine Hostelanfragen ab Freitag hab ich schon die zweite Absage bekommen ….. seufz. Dumm, vor allem weil es in diesem Ort nur diese beiden  Hostels gibt. So heißt es Nelson verlängern ( das geht nur mit Matratze auf dem Fußboden, aber es geht – die sind so lieb hier! ….. ), den Bus umbuchen und die erste Nacht in Punakaiki in einem teuren Doppelzimmer verbringen. So bleib ich eben bis Samstag in Nelson ….. was solls, ist doch schön hier!

Donnerstag muss ich mir ein paar Sachen besorgen, zum Glück machen die meisten Geschäfte trotz des Nationalfeiertages irgendwann mal auf. Nachmittags gibt’s eine Milonga im Cafe Berlin – endlich wieder Tangotanzen! Heute bin ich ein bisschen aufgeregt, es wird aber wie immer sehr nett.

Nun bleibt ein unerwarteter Tag in Nelson, den ich für eine größere Radtour nutzen möchte.  Samstag geht’s dann endlich weiter ….. die Wettervorhersage sagt: Sonnenschein an der Westküste ( ääähmja …… siehe oben! ) !!

 

 

Sunny Nelson

Am 30,01. verlasse ich mein schönes Hostel. Besitzerin Lyn ist wirklich toll und schafft eine so warme Atmospäre, dass mir der Abschied von Picton (!) fast ein bisschen schwer fällt. An der Bushaltestelle lerne ich Uschi kennen, die dreiundsechzig ist und erstaunlich jung wirkt. Sie reist alleine durch Neuseeland und quartiert sich wie ich in den Mehrbettzimmern der Hostels ein.

Diesmal hat der Bus richtig viel Verspätung, das gibt mir Gelegenheit, mir diese nette Bushaltestelle genauer anzuschauen und das eine oder andere Foto zu machen ( zu lassen ) :IMG_5545 (2)Das blaue Gepäckstück ist übrigens meine Kühltasche, mit sowas sind hier sehr viele Backpacker unterwegs …. wir Selbstkocherundnichtessengeher tragen darin unsere Lebensmittel von Hostelkühlschrank zu Hostelkühlschrank 😉 IMG_5552 (2)Die Busfahrt ist nicht allzulang, am  Nachmittag komme ich in Nelson an. Dass diese Gegend die sonnenreichste Neuseelands ist, habe ich vorher schon gelesen – der erste Eindruck stimmt, das Wetter ist einfach sommerlich wundertoll!  Mit  einem netten Iren laufe ich ne ganze Weile zu meinem neuen Hostel. Hier habe ich mich diesmal leider ziemlich vergriffen. Es ist nett, sauber und großzügig, aber die Horden lebhafter junger deutscher Menschen um die zwanzig gehen mir echt auf die Nerven…..

Abends bin ich mit Uschi verabredet. Ich schaue mir ihr schönes Hostel in der Innenstadt an. Dort wohnen am zweiten Wochenende im März viele Tangotänzer. An diesen drei Tagen treffen sich Tangueros aus ganz Neuseeland. Ich reserviere mir ein (Einzeljuchu)Zimmer und freue mich auf viel Milonga, hoffentlich jede Menge schöner Tänze und auf Angelika aus Devenport, die ich dort wiedertreffen werde.

Am Freitag, 31.01., sehen Uschi und ich uns gegen Mittag wieder, um eine kleine Wanderung zur Botanical Reserve zu machen. Von dort oben hat man einen tollen Blick auf Nelson und Umgebung:IMG_5571 IMG_5572 IMG_5579 (2)Außerdem sind wir genau in der Mitte von Neuseeland:IMG_5580 (2)Abends bleibe ich im Hostel, maile, skype und bin ganz froh, dass ich mir für den nächsten Tag ein ( völlig ) anderes Hostel organisiert habe. Es ist ganz, ganz klein ( nur 12 Betten ) und superfamiliär.IMG_5633Am Samstag, 01.02. bringe ich schnell meine Sachen ins Shortbread Cottage und geh ein bisschen in der Innenstadt bummeln. Heute ist Markttag, es gibt Obst, Gemüse, ganz viel Kunsthandwerk und jede Menge Straßenmusik. Nelson ist wirklich total nett!IMG_5592 (2)IMG_5588IMG_5599IMG_5608IMG_5605IMG_5569Mittags treffe ich mich wieder mit Uschi, wir mieten uns ein Fahrrad, um uns den Sporthafen und Tahunanui Beach, einen Strand, der etwas außerhalb liegt, anzuschauen.IMG_5609 IMG_5610IMG_5613 IMG_5612Auf dem Rückweg finden wir ein Cafe mit Traumterrasse:IMG_5622Und das ist Dame an Traumterrasse  😉IMG_5625 (2)Später möchte ich noch kurz in den Supermarkt, um Fisch zum Abendessen zu kaufen. Den Fingerhut voll Weinprobe lassen wir uns nicht entgehen 😉IMG_5632 (2)Abends heißt es für mich einleben ( wo liegen hier doch gleich die Messer? ), kochen, mit den neuen Mitbewohnern klönen und Reiseblog schreiben ….. schön, dass mir noch vier Tage Nelson bleiben.

 

Picton

Am Montag, 27.01. erreiche ich ganz pünktlich, aber reichlich müde ( Sonntag gab es einen wunderbaren Tanzabend für mich … schwelgdolle ) den Shuttlebus zur Fähre nach Picton. Leider lässt das Wetter zu wünschen übrig, aber wenigstens regnet es nicht. Ich hab Glück, ich werde nicht so schnell seekrank ….IMG_5381IMG_5384IMG_5392Die Fähre hat einen Aufenthaltsraum mit riesigen Fenstern, so kann ich schön schauen. Besonders freue ich mich auf die Einfahrt in die Marlborough – Sounds ( Fjorde ), von der ich schon so viel gehört habe. Und ja, es ist schön!IMG_5400 - KopieIMG_5404IMG_5411 - KopieIMG_5417Nach gut drei Stunden kommen wir in Picton an. Wenn ich mit dem Auto hier angekommen wäre – ich wär sofort (!) weiter gefahren. Was für ein Kaff! Aber erstens fremdel ich sowieso immer, wenn ich neu ankomme, und zweitens hätt ich auch ein bisschen was verpasst 🙂 IMG_5422Mein Hostel ist sehr nett, gemütlich und fast ein (kleines, supersauberes) Hotel. Es gibt einen Whirlpool im Garten, einen schönen Gemeinschaftsbereich und Kristina, die ich hier wiedertreffe. Nachmittags schaue ich mir den kleinen Ort an ( den ich immer noch ziemlich achneee finde – wie soll ich hier nur dreimal Schlafen rumkriegen …. ) und mache ansonsten nicht mehr viel.IMG_5424IMG_5425An nächsten Tag laufe ich einen von den Wegen, die man direkt vom Ort aus machen kann. Ich wandere zur Snout – Landspitze, was hin – und zurück viereinhalb Stunden dauert. Ein schöner Spazierweg, ab und an gibt’s einen netten Ausblick!IMG_5426 - KopieIMG_5433Abends sitze ich mit Martin aus Holland, ein bisschen älter als ich ist, zusammen. Wir teilen Wein und Salat und haben ein wirklich gutes Gespräch, was unterwegs eher selten ist. Meistens bleibt es bei Wo-kommst-du-her-wie-lange-bist-du-schon-unterwegs-wo-willst-du-hin. Manchmal ist das so beliebig, dass ich die Gespräche sofort wieder vergesse ( oder Mensch und das dazugehörige Gespräch verwechsle )

Am nächsten Morgen muss ich früh raus. Ich möchte einen Teil des Queen Charlotte Tracks in die Marlborough Sounds gehen. Diesen Track kann man in drei bis fünf Tagen, aber auch in einzelnen Abschnitten laufen. Ich lasse mich mit einem Wassertaxi zuerst auf die kleine Insel Motuara, ein Naturreservat bringen. Dort kann man viele Vögel beobachten, und es gibt sehr schöne Ausblicke. Der Tag ist einfach wunderbar ( 25 Grad, knallblauer Himmel )  – Glück gehabt!IMG_5449IMG_5464Und dieser Süße  erinnert mich an den kleinen Darwinfinken auf den Galapagos, der an genau gleicher Stelle saß 🙂IMG_5483

Was fällt an diesem Schild auf? In Neuseeland gibt es so viele öffentliche Toiletten ( immer absolut sauber und MIT Klopapier! ), dass eigens erwähnt wird, wenn es mal keine gibt 😉IMG_5478 - KopieNach einer Stunde werde ich von Motuara abgeholt, und zu dem eigentlichen Ausgangspunkt für die Wanderung gebracht. Es geht viereinhalb schöne Stunden bergauf und bergab durch Wald und feine Buchten. Ich bin heute nicht  gut drauf, hab wohl was gegessen, was mir nicht gut getan hat. Bewegung und die viele frische Luft sind richtig, am Nachmittag  kann ich schon wieder ganz entspannt im Gras liegen, Musik hören und auf das Wassertaxi warten, das die Wanderer zurück nach Picton bringt.IMG_5496 - KopieIMG_5495IMG_5498 - KopieIMG_5507 IMG_5505 - KopieAch ja, Musik hören – ich habe über ein halbes Jahr gebraucht, bis ich das wieder kann und mag.. Schule macht mich so geräuschempfindlich …….IMG_5524 - KopieIMG_5540Morgen geht’s weiter nach Nelson. Neue Stadt, neues Hostel, neue Leute. Wieder lernen, wo die Löffel liegen und was sonst noch so los ist. Ein bisschen Tango gibt es dort auch. Und Anfang März den Tangosommer …. ein Wochenende lang ganz viel Milonga. Ich glaub, das muss ich mitnehmen 🙂

Windy Welly und ziemlich gute Laune

Am 20.01. komme ich nach fünf Stunden Busfahrt, auf der mal wieder alles klappt wie am Schnürchen, in Wellington an. Ich rolle mein Köfferchen eine Weile am Wasser entlang und freue mich – die Stadt ist schön, windig und für eine Hauptstadt ziemlich klein ( 200 000 Einwohner ).IMG_5286IMG_5289IMG_5287IMG_5361Architektonisch gibt es viel Durcheinander, nichts passt zusammen. Ich finde das ganz gemütlich, und ab und an gibt es ein richtiges Schmuckstück: das ist der Bahnhof – ist der nicht schön?IMG_5282

Kaum habe ich mein Zimmer in der supergut geführten und supergroßen Jugendherberge bezogen ( und mir ein Upgrade vom düsteren  6er – Dorm mit schrecklichem Ausblick in ein 4 er – Dorm mit eigenem Bad und tollem!!! Blick in den Hafen verordnet habe ) bebt die Erde. Und zwar heftig, das ganze Gebäude schwankt. Ich finde es unheimlich, die Leute von der Rezeption nehmen es gelassen. Hoffentlich kommt da nichts mehr nach! Später erfahre ich, dass dieses Beben immerhin 6.2  auf der Richterskala stark war – ist wohl nicht nichts!

Und das ist der Blick aus meinem Zimmer – man kann es fast Millionärsblick nennen 🙂

Straßenlärm und schnarchende Mitschläferinnen muss man sich allerdings dazudenken …… IMG_5358

Nachmittags schaue ich mir ein bisschen Wellington an, abends holen mich Karin und Nadja, mit denen ich schon in Napier unterwegs war, ab. Wir gehen einen Wein trinken, sind aber alle müde. So wird es diesmal nicht so spät.

Leider wird die Nacht unangenehm, eine durchgeknallte Neuseeländerin in meinem Zimmer motzt rum und weckt alle auf. Seufz. Low Budget ist doch manchmal sehr low …..

Am nächsten Tag regnet es von morgens bis abends. Ich bleibe bis nachmittags in der Jugendherberge, organisiere meine Weiterreise, skype, schreibe emails. Nachmittags kämpfe ich mich durch Wind und Regen bis zum Museum für moderne Kunst, das wie viele Museen in Neuseeland keinen Eintritt kostet. Schade, dass ich nicht fotografieren darf ….IMG_5197IMG_5196Später stöbere ich ein bisschen durch die Boutiquen, die gibt’s hier schön und viel. Könnt mal was Neues gebrauchen. Nach fünf Monaten Immer-nur-die-gleichen-drei-Teile-anhaben sieht alles etwas …. nun ja …. schäbig aus. Andererseits ist es so auch ganz entspannt: die Frage, was ich heute anziehe, stellt sich für mich momentan nicht so 😉

Und ich geh früh ins Bett, bin so müde. Leider wird die nächste Nacht auch nicht besser. Es gibt zwei Heimkehrerinnen, die um zwölf wieder da sind, die vierte im Zimmer kommt sehr angeschlagen um halb fünf zurück. Seufz.

Am nächsten Morgen spaziere ich in den sehr schönen Botanischen Garten und lasse mich einfach ein bisschen treiben.

Besonders gut gefällt mir der Lady-Norden-Rose-Garden ( allein dieser Name ist doch schon klasse…. ).IMG_5218IMG_5231IMG_5224IMG_5227 (2) IMG_5228Meine Lieblingsrose ist auch dabei: IMG_5232Im Gewächshaus nebenan gibt’s eine andere Art von Rose 😉IMG_5241 IMG_5249Auf dem Weg zurück in die Innenstadt komme ich durch den Bolton Street Memorial Park, der eigentlich ein alter Friedhof ist. Roger hat mir in Auckland mal erklärt, dass die Neuseeländer viel Platz haben, und es keine Notwendigkeit gibt, die Grabstellen wie bei uns nach einigen Jahrzehnten neu zu vergeben. Ich mag alte Friedhöfe unheimlich gerne, und finde viele uralte Grabsteine aus dem 19. Jahrhundert. IMG_5250IMG_5251IMG_5256IMG_5264IMG_5273Auckland find ich schon sehr schön, Wellington gefällt mir noch besser. Auckland ist elegant, sehr modern und weltstädtisch. Wellington ist klein und gemütlich, dabei ein bisschen durcheinander. Ich fühle mich total wohl und kann das Unterwegssein und mein Michtreibenlassen absolut entspannt genießen. IMG_5362Abends gehe ich zum Tango, auch das ist höchstens zehn Gehminuten von meiner Jugendherberge entfernt. Die Milonga ist schön, und ich komme viel und auch richtig gut zum Tanzen. Beschwingt geht’s zur Herberge zurück, dort gibt’s mit Roland aus Heidelberg noch ein Glas Wein. In dieser Jugendherberge gibt es viele ältere Leute, auch viele Deutsche. Wir „Alten“ zwinkern uns wie aus einem Geheimbund stammend zu, und sich kennenzulernen ist nicht sehr schwer. Manchmal ist es schon fast unmöglich, mal in Ruhe eine Mail zu schreiben ….

Am 23.01. hol ich mir ein Tagesticket, mit dem kann ich den ganzen Tag auf bestimmten Strecken Zug fahren. Ich möchte mir Küste nördlich von Wellington anschauen. Und hier steige ich aus:IMG_5308Der Ort besteht aus ein, zwei Straßen und gaaaaaaaaanz viel wildem OzeanIMG_5313IMG_5309IMG_5323Ich mache einen langen Strandspaziergang und bin total glücklich. So viel Weite! Später fahre ich noch zwei Orte weiter, nach Waikanae. Da gibt’s ein bisschen mehr Ort, jede Menge Rentner und einen unglaublichen Strand.IMG_5333IMG_5336Nur die Insel Kapiti im Hintergrund stört ein bisschen das Juist-Feeling 😉

Es gibt hier so viele tolle ( menschenleere ) Strände! Und das kann man vom Zug aus sehen:

IMG_5345IMG_5350Abends holen mich Karin und Nadja mal wieder ab – wir wollen hoch in den Botanischen Garten, dort gibt es Live – Musik. Leider finden wir die Cable-car Haltestelle lange nicht und kommen reichlich spät oder genau genommen gar nicht an. IMG_5352Wir fahren mit der Bahn hoch, hören vom weiten die Musik und bleiben einfach dort, wo wir sind. Nadia spendiert ne Flasche Birnen – Cidre, es gibt viel Geblödel und jede Menge Mücken. Die beiden sind ehemalige Managerinnen aus dem Personalbereich, die ihren Job geschmissen haben, weil er nicht mehr gut tat. In vier Monaten Australien und Neuseeland wollen sie Abstand bekommen und sich später neu orientieren. Schade, dass die beiden morgen weiter reisen!IMG_5354Das mit dem Cidre ist übrigens ganz doll verboten, Wellington hat ein Alkoholproblem:IMG_5274Aber uns hat keiner erwischt 😉

Freitag bummele ich ein bisschen durch die Innenstadt, bin aber am Schwächeln ( der viele schlechte Schlaf ) und brauche eine Siesta. Abends steht wieder Tango auf meinem Programm. Heute ist es eher eine Praktica, ein Übungsabend. Wieder ganz in meiner Nähe und wieder absolut nett und total lustig.

Und jetzt gibt es nur noch zwei Tage Wellington, das ist nicht viel …..

Neuseeland gefällt mir so sehr. Heute habe ich mich bei dem Gedanken ertappt, dass ich hier leben könnte ( wenn ich denn irgendwo anders als in Bremen leben wollte – was ich nicht will ). Es ist nicht nur entspannt, herzlich und sicher hier, sondern einfach schön.

Montag morgen geht meine Fähre auf die Südinsel. Bei gutem Wetter ( das ist wieder ein anderes Thema …. ) muss die Fahrt durch die Fjorde ein Traum sein. Ich bin so gespannt!

 

 

Napier

Von Taupo aus fahre ich am 18.01. an die Ostküste, nach Napier. Napier ist bei dem schlimmen Erdbeben von 1931 komplett zerstört und anschließend in einem Art Deko – Stil wieder aufgebaut worden. Es gibt eine Fußgängerzone, Straßencafés und viele nette Läden. Außerdem liegt der Ort wunderschön an einem langen Strand.IMG_5133 IMG_5138 IMG_5182IMG_5128IMG_5129Und das ist mein Hostel in absolut zentraler Lage und höchstens drei Minuten vom Strand entfernt:IMG_5183 IMG_5185 IMG_5186Dorm und vor allem die sanitären Anlagen sind nicht ganz so berauschend, aber der Aufenthaltsraum ist  einfach der Hammer! Und der Weihnachtsbaum blinkt unermüdlich vor sich hin …….

Heute Abend treten die beiden Australierinnen, die ich auf den Fidschis kennen gelernt habe, in Napier auf. In meinen ersten Napierminuten treffe ich die Beiden zufällig  auf der Straße. Großes Hallo, große Freude. Leider findet das Konzert außerhalb statt. Es gibt keinen Bus, ein Taxi würde hin – und zurück 160 Dollar kosten, und mitnehmen können sie mich nicht. So schade. Na, vielleicht klappt es dann an anderer Stelle. Stattdessen lerne ich Karin und Nadia kennen, zwei nette deutsche Frauen, mit denen ich einen ziemlich lustigen Abend habe.

Am nächsten Morgen gibt es das für mich – endlich mal wieder die Möglichkeit, richtige Bahnen zu schwimmen! Der Blick auf den Ozean macht’s genial. IMG_5140Später leihe ich mir für vier Stunden ein Fahrrad – es gibt schöne und gut ausgebaute Radwege hier. Ich fahre eine ganze Weile am Meer entlang – das erste Mal im Linksverkehr. Den musste ich auch schon im Schwimmbad beachten – hier schwimmt man nicht hin – und zurück, sondern in Runden. Als Fußgängerin finde ich den Linksverkehr immer noch sehr gewöhnungsbedürftg. Ich bin schon oft angehupt worden oder beinahe vor ein Auto gelaufen. Seufz.IMG_5141IMG_5144Inzwischen habe ich mir Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von 70 ( gibt das wirklich? ) gekauft. Die Sonne ist hier unheimlich stark, alle tragen einen Hut und eincremen ist selbstverständlich.IMG_5152 Hey, hier ist richtig Hochsommer, der Tag ist sonnig und warm!IMG_5158Auf meiner Karte ist etwas landeinwärts ein Café eingezeichnet, das wär ein schönes Ziel. Ich fahre an Obstplantagen und Weinfeldern vorbei. In dieser Gegend wird viel Wein angebaut ( der neuseeländische Wein ist absolut lecker ), von Napier aus kann man diverse Weintouren buchen. IMG_5159IMG_5162Endlich kommt ein Hinweisschild: Café in 700m ….. juchu. Ich hab mir zwar was ganz anderes vorgestellt, finde meine Kaffeepause mitten im Weinfeld dann aber doch sehr nett.IMG_5165IMG_5168IMG_5169 IMG_5167Auf dem Rückweg fällt mir dieses nicht sehr beruhigende Schild auf – fragt sich nur, was man machen soll, wenn man eine frisky Kuh trifft?IMG_5161Und: es gibt doch nette Fahrradständer!IMG_5176Nachmittags ist Ausruhen angesagt, abends geht’s mit den beiden lustigen Frauen noch ein bisschen los. Napier ist als Zwischenstation sehr nett, lange bleiben muss ich nicht. Den Bus nach Wellington hab ich schon gebucht, morgen früh geht’s los. Ich freu mich auf die Stadt, Kultur, und wenn ich Glück habe, auch auf ein bisschen Tango. Eine Woche möchte ich bleiben, danach geht’s auf die Südinsel.

Taupo

Am 15.01. mache ich mich von Rotarua aus auf den Weg nach Taupo. Die Fahrt ist nicht lang, nach einer Stunde kann ich schon wieder aussteigen. Ich erkundige mich im I-Site ( die Touristeninformation, die es hier an jedem Ort gibt und superhilfreich ist ), wo ich mein Hostel finde, und mache mich auf den kurzen Weg. Nachmittags schaue ich mir den Ort an, der ziemlich nichtssagend ist, aber wunderschön an dem größten See Neuseelands, dem Lake Taupo, liegt.

In einem Laden sehe ich die superleichten Schuhe, die ich schon in Deutschland haben wollte, aber zu denen ich mich nicht so recht durchringen konnte. Hier sind sie auch nicht billiger, aber der Verkäufer meinte, dass man Schuhe, die man anderen Ende der Welt immer noch haben will, einfach kaufen MUSS. Recht hat er 🙂IMG_5002Abends hilft mir Beth, die Hostelbesitzerin, einen Platz in dem Shuttlebus zum Tongorino Wanderweg zu buchen. Schlechtes Wetter ist angesagt, es ist nicht sicher, ob man die Strecke laufen kann. Am nächsten Morgen rufe ich um fünf die Hotline an, es gibt grünes Licht, juchuu. Der Tongorino Alpine Crossing ist eine sehr bekannte Ein-Tageswanderung ( 20 km ) durch vulkanisches Gebiet. Die Wanderung soll in sieben bis acht Stunden zu schaffen sein.

Aus meinem Hostel  hat sich noch Kristina, eine junge Deutsche, die gerade mit ihrem Studium fertig ist, angemeldet. Sie ist auch ein bisschen aufgeregt, und wir freuen uns beide, dass wir nicht alleine laufen müssen. Ich bin mir vorher nicht sicher, ob ich mir nicht ein bisschen zu viel vornehme – ich bin nach der Fidschihängerei nicht besonders fit, und ja auch nicht wirklich höhentauglich. Einmal losgelaufen muss man durch, abgeholt wird man an anderer Stelle. IMG_5013Es geht durch Lavafelder, und nach einem ziemlich anstrengenden, einstündigem Aufstieg mitten durch einen Krater:IMG_5020IMG_5021Nach der total beeindruckenden ( und ganz ebenen ) Kraterdurchquerung kommt der Aufstieg zum höchsten Punkt der Wanderung, zum Red Crater. Es wird so windig, dass ich meinen Hut festbinden muss ( ja, ich weiß, aber hier kennt mich ja keiner! )IMG_5025Und das ist Kristina 🙂IMG_5028Und es ist so so so toll!!!IMG_5032IMG_5029IMG_5035Und das ist das absolut ätzende letzte Stück bis zum Gipfel. Inzwischen ist es so windig ( und kalt ) geworden, dass ich an manchen Stellen der Gratwanderung Angst habe, umgeweht zu werden. Wir müssen über Geröll steil bergauf, ich schaue weder nach links noch nach rechts und versuche, nicht daran zu denken, dass ich steile Abhänge eigentlich nicht mag. Fotos machen geht bei diesem Wind auch nicht wirklich …….IMG_5033Aber dann kommt die Belohnung! Gleich hinter dem Gipfel gibt es die tollste Aussicht aller Zeiten ( und Windschatten )! Der Abstieg ist eher ein „Abrutsch“, Halt hat man nicht viel. Viele der gut ausgerüsteten Wanderer sind mit Stöcken unterwegs, aber auch die Turnschuhfraktion kommt irgend wie runter. IMG_5039IMG_5044An diesen wunderbaren  Vulkanseen ( Emerald Lakes ) und nach dreieinhalb Stunden Wandern ist jetzt für viele eine kleine Frühstückspause angesagt. IMG_5052IMG_5048IMG_5050Es ist nicht immer so ganz einfach, die Landschaft ohne Menschen zu fotografieren ….. auf diesem Weg sind wirklich viele Leute unterwegs. IMG_5031IMG_5055Auch später gibt es stürmische Streckenabschnitte, einmal muss ich mich an einem Fels festhalten und eine Böe abwarten, bis ich in den nächsten Windschatten laufen kann.

Und dann sehen wir noch das:IMG_5061Hey, der raucht ja! IMG_5069

Jetzt geht’s zwei Stunden und viele, viele Stufen bergab, was ganz schön in die Beine geht. Die Vegetationszonen wechseln schnell, die letzten Kilometer laufen wir durch einen sehr schönen Wald.IMG_5070IMG_5077IMG_5078IMG_5079Nach ziemlich genau sieben Stunden kommen wir am Ziel an:IMG_5082Wir sind beide total glücklich und auch sehr stolz. Glücklich, dass es so schön war, und stolz, dass wir es so gut geschafft haben. Ich spüre zwar die Anstrengung, bin aber weniger kaputt als befürchtet und scheinbar nicht kaputter als das ganze Jungvolk, dass so nach und nach ankommt und mit uns noch ein Weilchen auf den Shuttlebus warten muss.

Den restlichen Tag ist duschen und ausruhen angesagt. Ich bin um neun im Bett und schlafe ziemlich gut!

Kristina und ich haben uns gut verstanden, und so beschließen wir, am nächsten Vormittag gemeinsam zu den Wasserfällen ( Huka Falls ) zu laufen. Das ist ein vergleichsweise kleiner Spaziergang am Ufer des Waikato Rivers entlang.IMG_5084 IMG_5085Unterwegs kommen wir an einer Badestelle vorbei. Hier fließt eine heiße Quelle in den Fluss hinein. Vielleicht spring ich auf dem Rückweg mal rein …..IMG_5087 Nach einer Stunde erreichen wir die Huka Falls:IMG_5090 IMG_5096 IMG_5099

Und auf dem Rückweg muss das dann einfach sein – meine Schätzung: 40 Grad!!IMG_5110 (2)Mittags ist für mich ist eine kleine Siesta und Packen angesagt. Am späteren Nachmittag habe ich einen Segelausflug auf dem Lake Taupo gebucht – ich möchte die Maori-Felsen sehen, die man nur vom Wasser aus sehen kann. Ein Künstler hat die 10m hohen Darstellungen vor 40 Jahren in den Felsen geritzt. Leider kann die Segeltour wegen des starken Windes nicht stattfinden.IMG_5122

Ich bin trotzdem zufrieden. Mein Aufenthalt in Taupo war toll. Morgen gehts nach Napier an die Ostküste.

 

 

Rotorua

Am 12.01. zeigt mir Roger morgens den Markt von Avendale, es gibt Obst- und Gemüse sowie jede Menge  Flohmarktartikel. Den weiteren Vormittag bin ich mit Packen und Aussortieren beschäftigt. Das Packen dauert wie immer lange.  In den Hostels gibt es  wenig Platz, die Sachen bleiben einfach eingepackt. So kann ich unterwegs nicht lange wühlen oder um mich rümpeln, für jedes Teil gibt es einen festen Platz in der Tasche und ist so ( mit Glück ) in einem Griff zu finden.

Der Abschied von Roger, Miriama und den Kindern fällt nicht schwer, denn ich darf wiederkommen. Was für ein Glück! Ich lasse einige Sachen in Auckland, die ich später wieder abholen kann. Und ganz lieberweise werde ich sogar zum Bus gebracht – freudolle.

Und so sieht Busfahren in Neuseeland aus – das Foto entstand kurz hinter Matamata ……  ( Hobbitcity )  – hier in der Nähe ist der Kleine Hobbit gedreht worden.IMG_4838Das Busfahren in Argentinien ist übrigens deutlich bequemer, aber dort sind die Strecken auch deutlich länger: ich bin schon  in gut  vier Stunden an meinem heutigen Tagesziel angekommen: Rotorua.

Rotorua ist ein Ort, der von den Maoris verehrt wurde, 35% der Einwohner sind auch heute noch Maoris. Rotorua ist ( laut Reiseführer ) Neuseelands dynamischste Thermalgegend, es gibt Geysire, Thermalquellen und brodelnde Schlammtümpel. Und soll die touristischste Stadt der Neuseeländischen Nordinsel sein. Ich steige aus dem Bus und rieche gleich die Schwefelquellen: Es riecht nach faulen Eiern!

Ich laufe zu meinem Hostel, ziehe ein, schaue mir kurz den Ort an, gehe Lebensmittel einkaufen. Bislang bin ich in Neuseeland ja so lecker ohne große Eigenleistung verpflegt worden ( danke!!!! ), jetzt heißt es Lebensmittel zu studieren – das macht zur Abwechslung auch Spaß. Manches gibt es wirklich überall ( Nutella, Ü-Eier und noch viel mehr ), anderes kenne ich gar nicht und muss rätseln.

Ich wohne im Vierer – Dorm, mit mir eine Schweizer Familie Die Tochter ist so Mitte zwanzig, und die Eltern … juchu, ich bin die zweitjüngste in unserem Zimmer 🙂

Die Zimmer sind groß, die Küche super eingerichtet, die Gäste sind sehr gemischt – vom Abiturienten bis zum Rentner ist alles vertreten. Entweder reisen hier einfach mehr Ältere, oder Neuseeland ist so teuer, dass auch ältere Menschen in die Dorms wollen. Na, mir soll es recht sein. Hauptumgangssprache im Hostel ist ….. deutsch.

Am nächsten Morgen fahre ich mit dem Stadtbus in das Whakarewarewa Thermal Village, am Ortsrand von Rotorua gelegen. IMG_4846IMG_4841Das Village ist ein Maoridorf, in dem auch heute noch Maoris  so wie früher leben. Die Besucher werden in Gruppen herumgeführt, man erfährt von dem Leben der Maoris sowie der Bedeutung der dampfenden, blubbernden Tümpel.  Die Führung ist natürlich auf englisch, ich verstehe ganz gut und finde die Bedeutung der heißen Quellen und Tümpel sehr interessant. Es wird in der Erde und auch in dem heißen Wasser gekocht. Manche Quellen haben eher Badetemperatur, die Mineralstoffe im Wasser sollen gut gegen Arthrose und Hautprobleme sein. Die Erde ist an manchen Stellen so warm, dass es mir in meinen Wanderschuhen viel zu heiß wird ….IMG_4842IMG_4860In diesem Tümpel wird gerade ein Beutel mit Maiskolben gekocht – schemenhaft in der Mitte des Bildes zu erkennen …….IMG_4854IMG_4843Am Ende des Rundganges gibt es noch eine Vorführung für die Touristen. Ich bin keine große Freundin von solchen Vorführungen, aber nun gut ……IMG_4872Als später die Zuschauer zur allgemeinen Gaudi auf die Bühne gebeten werden, verdrücke ich mich und laufe die kleinen Wanderwege lang.IMG_4856 IMG_4870Nach einer kleinen Siesta im Hostel schaue ich mir den Kuirau-Park direkt im Ort an. Auch hier: heiße Quellen und viele, viele dampfende ( manchmal schlammige ) Blubberlöcher:IMG_4895IMG_4876IMG_4906IMG_4907Es gibt schwefelige Warmwasserbecken, in denen man ganz entspannt seine Füße baumeln lassen kann:IMG_4901IMG_4899Später schaue ich mir noch Ohineutu, ein Maoridorf am Seeufer, und die Kirche an, die mit kunstvollen Maori-Schnitzereien geschmückt ist.IMG_4921IMG_4922Und dann gibt’s hier  Straßenschäden, aus denen einfach heißes Wasser rausblubbert … unglaublich!IMG_4919Abends bin ich gemütlich im Hostel – wie die meisten anderen Bewohner auch. Rotorua als Ort bietet nicht so viel. Die Stadt ist unheimlich touristisch und nicht besonders sehenswert, liegt aber sehr schön an See, Wald und Park. Es gibt viele Souvenirläden, einige Outdoorausstatter, unheimlich viele Motels und Hostels, Restaurants und Bars. Mir fällt auf, dass ich kein einziges Foto vom Ort habe. Nun ja, wird wohl einen Grund haben 😉

Und: in den ersten Tagen nach Chile  habe ich nur den neuseeländischen Wohlstand sehen können. Hier sehe ich jetzt auch die Armut. Menschen, denen es ganz offensichtlich nicht gut geht, die in Mülleimern nach alten Kippen oder anderem suchen ……

Am nächsten Morgen stehe ich früh auf – mir ist nach Bewegung. Ich fahre etwas außerhalb zum Redwood Forest. Alles ist touristisch aufbereitet, es gibt ein Informationszentrum und verschieden lange Routen für Wanderer, Mountainbiker und Reiter. Da ich weder Bike noch Pferd habe, möchte ich die gelbe und anschließend die grüne Strecke laufen.IMG_4930IMG_4931Zwischendurch gibt es tolle Aussichtspunkte, von einem kann ich auf das Maoridorf von gestern schauen, und sehe jetzt endlich den Geysir Puhuto in Aktion!IMG_4941IMG_4938 Das Wandern ist toll …..  ich glaub, seit Bariloche gab es das nicht mehr für mich! IMG_4957IMG_4950Leider muss ich feststellen, dass fast bewegungslose Dümpelwochen auf den Fidschis nicht wirklich fitter machen 🙂

Zwischendurch gibt es ein kleines Picknick ( den Schweizer Biber hab ich von meinen Mitbewohnern geschenkt bekommen – der ist so gehaltvoll, dass ich nicht viel mehr brauche – das meiste geht also wieder mit zurück ….. )IMG_4946IMG_4996 Nachmittags gegen halb vier und zwanzig Kilometer später bin ich wieder im Hostel. Zufrieden, müde und mit …… Sonnenbrand im Gesicht. Trotz 30er Sonnencreme und Fidschisonnenwochen im Gesicht. Mist! Nicht aufgepasst!

Morgen geht’s weiter Richtung  Süden!

 

 

Jetzt aber! Neuseeland!!

Am 6.1. heißt es Abschied nehmen. Schon am Abend vorher mache ich es mir ganz besonders. Ich habe heute so gar keine Lust auf Small-Talk an den großen Tischen im Restaurantbereich und überrede die Bedienung, mir das Abendessen in der Coconut-Bar am Strand zu servieren. So genieße ich Sonnenuntergang und ein wunderbares 3-Gänge Menü. Ach, ist das schön!IMG_4696Am nächsten Tag gehe ich  gleich morgens früh zum Yoga, packe meine Sachen und schenke mir einen Massagetermin. Ach, ist das schön!

Irgendwann am Nachmittag kommt der Yasawa – Flyer vorbei, um die Touristen abzuholen. ich gehe ohne Abschiedsschmerz – es ist Zeit für was Neues, bitte nicht ganz so heiß! Vor der Abreise noch schnell der Beweis: Hasi ist immer noch dabei!IMG_4712

In Nadi angekommen, werden alle und so auch ich mit dem Bus in die jeweiligen Hostels gebracht. Unterwegs kann ich auch wieder einen Blick auf das wirkliche Fidschi werfen.

Über die Feiertage waren in den Resorts auch einige Urlauber, die auf den Fidschis leben und dort arbeiten. So habe ich eine junge Ärztin aus Argentinien kennen gelernt, die in Suva in einem Krankenhaus arbeitet. Sie hat mir viel von der Armut erzählt, den Infektionskrankheiten, schrecklichen hygienischen Bedingungen und ihren Problemen, mit alledem klarzukommen. Kennen gelernt habe ich Fidschi nicht wirklich …… nur die Bilderbuchreiseprospektwelt, zum Ausruhen ist es genau richtig. Für mehr eher nicht.

In meinem Hostel angekommen, freue ich mich sehr, dass es für ein privates Zimmer mit eigenem Bad eine Stornierung gibt – juchu, es ist was frei, ich muss nicht in den Dorm! Ich habe für zwei Nächte richtig Ruhe, nach 15 Nächten Schlafsaal und Gemeinschaftsbad kann ich das sehr genießen!

Abends sitzen wir zu mehreren zusammen und erzählen. Ich lerne Claudia und Ingo kennen, die seit über einem Jahr mit dem Motorrad durch Nord- und Südamerika fahren und jetzt weiter nach Australien wollen. Mit dabei ist auch Carsten, den mir schon mehrmals auf den Fidschis begegnet ist. Hey, in dieser Runde sind alle Ü40, diese Abwechslung find ich richtig gut!

Am nächsten Morgen fahre ich sehr früh mit dem Bus in die Innenstadt von Nadi. Ich möchte ein paar Mitbringsel besorgen. Den restlichen Tag warte ich darauf, dass selbiger möglichst bald vorüber geht … die Hitze ist hier im Ort auf der Hauptinsel noch unangenehmer. Es gibt tropische Regenfälle und anschließend: gratis Sauna 🙂

Am Mittwoch, 8.1. bin ich früh genug am Flughafen, um dem Mitarbeiter der New Zealand Airline mühsam und sehr langwierig davon zu überzeugen , dass mein Ticket in Ordnung ist ( wir waren sehr unterschiedlicher Meinung ). Der Rest der Reise verläuft problemlos. In Auckland werde ich lieberweise wieder von Roger abgeholt – das ist so schön!

Abends verabrede ich mich mit Angelika, die kurz vor Weihnachten beim Tanzen kennen gelernt habe. Wir gehen zusammen auf die kleine Mittwochsmilonga ins Café Limon. Die meisten der Tänzer kenne ich noch vom letzten Mal.

Donnerstag kümmere ich mich ein bisschen um meine Weiterreise.  In der Touristeninformation besorge ich mir ein Ticket für den Flexi-Bus. Man kauft dafür eine bestimmte Zahl von Fahrtstunden, die man innerhalb eines Jahres abgefahren haben muss. Welche Punkte man wann ansteuert, bleibt einem selber überlassen. Außerdem hilft mir die nette, junge und sehr geduldige Frau am Schalter, mein Handy auf eine neuseeländische Sim-Karte einzustellen und die neue Nummer registrieren zu lassen..

Und ich stelle mal wieder fest: Neuseeländer sind unheimlich freundlich und hilfsbereit.

Nachmittags mache ich mit Roger einen Ausflug an die Westküste. Ungefähr eine Stunde Fahrzeit von Auckland entfernt liegt Piha. Schon die Fahrt durch den Waitakere Ranges Regionalpark ist wunderschön. Der Strand von Piha ist grandios:IMG_4718IMG_4720IMG_4723IMG_4737IMG_4742IMG_4750Hey, hier ist es wild und windig, das Baden gefährlich, die Luft frisch ….. also, wenn die Berge nicht wären, könnte es fast an der ääääh, nein, das schreibe ich jetzt nicht! 🙂

Ich find es jedenfalls absolut toll! Wir machen einen langen Strandspaziergang. So schön!

Auf dem Rückweg halten wir an einem Informationszentrum, das leider schon geschlossen hat. Zu schauen gibt es trotzdem eine Menge!

IMG_4760 (2)IMG_4754

Am Freitag stehe ich sehr früh auf. Angelika will mich an der Fähre in Devenport abholen, wir wollen gemeinsam ein Stück an der Ostküste gen Norden fahren. Auch das ist bombastisch. Wohin man hier auch schaut: es ist einfach wunderschön!IMG_4770 (2)IMG_4776IMG_4765IMG_4788IMG_4792Hier lebt ( urlaubt ) man am Wasser, im Wasser, auf dem Wasser…..IMG_4775IMG_4785„Schlittenfahren“ geht hier auch ….. die Kinder rutschen auf ihren Bodyboards die Dünen runter:IMG_4793IMG_4794irgendwann raff ich mich auf und teste die Wassertemperatur …… aber noch bin ich an Fidschitemperaturen gewöhnt und komm nicht allzu weit. Ist ganz schön frisch!IMG_4797Gefahren sind wir bis zum Langs Beach kurz hinter Mangawhai Heads.  Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Rückweg, auch hier: alles schön, schön, schön.IMG_4801IMG_4803 (2)Bei Angelika gibt’s Abendessen, danach ist Aufbretzeln und Freitagsmilonga angesagt. Heute komme ich ganz viel zum Tanzen und freue mich darüber sehr. Die Tangoszene in Auckland ist so klein und familiär, dass auswärtige Gäste während der allgemeinen Ansagen offiziell begrüßt und vorgestellt werden. ( This is Zabiiiiin from Germany…… )

Ich kann bei Angelika übernachten, was ausgesprochen nett ist. So können wir nach der Milonga noch ein bisschen zusammen sitzen, erzählen, was trinken.

Dieser Tag ist einfach perfekt: ein toller Ausflug, gute Gespräche, leckeres Essen und dazu ein paar schöne Runden Tango!

 

 

 

 

 

Waya Island

Am 2.1.2014 verabschiede ich mich von Nacula Island. Für die nächsten vier Tage quartiere ich mich auf Waya Island im Octopus – Resort ein. Fahre also mit dem Yasawa – Flyer zweieinhalb Stunden Richtung Nadi,  vor Waya werde ich zusammen mit ein paar anderen mit einem kleinen Boot abgeholt und an den Strand gebracht. Hatte ich eigentlich schon geschrieben, dass es auf den Yasawas keine Straßen ( und folglich auch keine Autos ) gibt?

Hey, hier sind ja richtige Wellen! Und: die Sonne sinkt beim Untergehen ins Meer ( wie schön! ) und verschwindet nicht einfach hinter einem Berg ….. IMG_4642

IMG_4638 IMG_4637In Fidschi ist es morgens sehr früh oder am Abend am schönsten, der Sternehimmel ist einfach fantastisch. Tagsüber zwischen elf und fünf sucht man ( also ich ) sich besser einen Schattenplatz und bewegt sich so wenig wie möglich. Zum Glück hab ich mir genügend Bücher auf meinen Reader geladen – umblättern geht gerade noch.

IMG_4639 IMG_4691So schön das alles ist: Südseeparadiese fangen an, mich etwas zu langweilen ( außer: unter Wasser – Schnorcheln und Tauchen sind einfach toll, toll, toll! ).

Ich freue mich auf Neuseeland, frische Luft und etwas mehr Aktion.

Um nicht ganz in tropische Lethargie zu verfallen, melde ich mich am 3.1. zu einer geführten Wanderung auf einen Berg an. Sportliche Fitness ist Voraussetzung. In der Gruppe sind lauter langbeinige, supersportliche Menschen unter dreißig. Und ich. Nun ja.

Der Guide sieht aus wie ein äthiopischer Marathonläufer und nimmt leider wenig Rücksicht auf Menschen, die nicht ganz so schnell sind. Ich muss zugeben, ich bin vor dieser Tour gewarnt worden und schon vorher ziemlich sicher, dass ich nicht die ganze Strecke laufen ( klettern ) möchte. Auf eine der beiden Bergspitzen soll es gehen:IMG_4633Der Guide rennt in einem ziemlichen Tempo, nicht nur ich bin bei der Hitze ganz schön am Schnaufen. Ab und an gibt’s dann doch mal eine kleine Pause:IMG_4614Nach einer guten Stunde steil bergauf kommt die erste richtige Kletterstelle:IMG_4615Hier dreh ich um und lasse die Gruppe Gruppe sein ….. der Rückweg hat es auch schon ganz schön in sich. Aber jetzt hab ich Zeit, ein bisschen zu schauen und das eine oder andere Foto zu machenIMG_4628IMG_4624IMG_4627An den nächsten Tagen nehme ich an einer Schnorcheltour teil, gehe jeden Tag zum Yoga ( das wird hier angeboten, juchu! ), schnorchle direkt am Strand ( es gibt ein paar Schwimmzüge entfernt eine wunderschöne Korallenbank, leider kann man nur bei Hochwasser schnorcheln gehen ) und liege ansonsten ziemlich träge rum. Abends bestaune ich mit einem Glas Wein in der Hand den südlichen Sternenhimmel und finde das Leben schön.

Morgen geht’s zurück nach Nadi und dann auch bald wieder nach Neuseeland. Die Zeit hier auf den Yasawas war schön, und ich freu mich, dass ich Südsee und Paradies kennen gelernt habe. Aber nun reichts!

Für die vielen langen mails zu Weihnachten und/oder Silvester tausend Dank ….. über jede habe ich mich riesig gefreut! Bin mit den Antworten etwas im Rückstand – hier ist Fidschi-Tempo angesagt 😀

 

31.12.2013

IMG_4493Der letzte Tag im Jahr 2013 ist ein ganz besonderer Tag für mich. Ich stehe morgens schon weit vor sechs, also noch im Dunkeln, auf, weil ich den Sonnenaufgang vom Berg aus sehen möchte. Außerdem will ich diesmal bis zur höchsten Stelle laufen, letztes Mal habe ich mir das steile letzte Stück erspart. In der Bar warte ich auf das erste Tageslicht, der Nachtwächter kocht mir einen Kaffee. Und dann geht’s los. Ist das schön!IMG_4494IMG_4522 IMG_4530 IMG_4533 IMG_4537Schweißgebadet, aber sehr zufrieden, komme ich nach einer Stunde bergauf am höchsten Punkt an. Dass es schon am sehr frühen Morgen so heiß ist …..IMG_4541 (2)Am späteren Vormittag habe ich eine  zweite kleine Taucheinweisung im Pool. Vor ein paar Tagen habe ich mit dem Managerpaar zu Abend gegessen. Die beiden meinten, dass ich unmöglich Fidschi verlassen kann, ohne getaucht zu haben. Schon beim Schnorcheln finde ich es sehr gewöhnungsbedürftig, nur unter Wasser zu atmen. Hm. Na gut, ich kann’s ja mal versuchen.

Der Mann in der Mitte ist Aki, einer der Tauchlehrer.photoDSC_0075DSC_0085 Nachmittags gehe ich mit Aki vom Strand aus weit ins Wasser und schaue mir die Korallenbänke genauer an. Da ich ihm vorher gestehe, dass ich Angst habe, tauchen wir die ganze Zeit Hand in Hand. Mich beruhigt das sehr und so komme ich mit dem Atmen ziemlich gut zurecht. Und es lohnt sich so, die Korallen sind einfach unglaublich!! Ich freu mich, dass ich mich getraut habe und überlege später, ob ich nicht mal richtig tauchen lernen möchte ( dann aber besser in einer Sprache, die ich gut verstehen kann….. ).

Nachmittags geht’s mir nicht so gut. Silvester ist ja nicht mein Tag, auch zu Hause nicht. Ich habe wahlweise schlechte Laune oder fühle mich alleine, manchmal auch beides. Heute fühle ich mich hauptsächlich alleine. In den letzten Tagen haben die Leute nach und nach gewechselt, nun sind vorwiegend Familien und Paare da, Deutsch oder Spanisch spricht niemand mehr. Mit ziemlichen Grausen denke ich an das große Silvestermenü mit anschließender Party, überlege, ob ich nicht besser schwänzen sollte. Später treffe ich Madge, eine ältere Dame aus Australien und erzähle von meinem Unbehagen. Madge ist auch ein bisschen traurig, sie reserviert einen Tisch und sorgt später dafür, dass wir sehr nette Unterhaltung haben:IMG_4566Auf dem Bild rechts von Marge sitzen zwei tolle Australierinnen, die zusammen professionell Musik machen ( und demnächst in Auckland auftreten, vielleicht schau ich mal vorbei ). Amy hat außerdem ab Mitternacht Geburtstag, und so gibt es Grund zum Feiern und zum Anstoßen. Marge erzählt von Woodstock, ich verstehe nicht alles, habe aber ein lustiges Dinner. Es gibt Live – Musik, und am späteren Abend wird viel getanzt.IMG_4567 IMG_4572Marge entpuppt sich als Partyfeger, und auch ich tanz viel und ausgelassen, hier kennt mich ja keiner 😉

Mitternacht gibt es Feuerwerk am Strand, ein paar Tränen, später noch mehr Wein und noch mehr Tanz, irgend wann landet jeder mal im Pool ( sträuben hilft nichts, manchmal ergibt man sich besser seinem Schicksal und macht einfach mit….). So hab ich entgegen aller Befürchtungen eine ziemlich lustige Silvesternacht.

Am nächsten Tag werde ich gefragt, wie es meinem Kopf geht. Ich hab beschlossen, einfach nicht darüber nachzudenken, warum man mich das fragt……

Wie es meinem Kopf geht? Na geht so.

IMG_4574 (2)Und das gab´s am letzten (Abschieds-) Abend auf Nacula – Island ….. den schönsten Sonnenuntergang überhaupt 🙂IMG_4583 IMG_4594

 

Ich träume ……

Am 22.12. reise ich dann also von Nadi nach Nacula Island ( Yasawas ). Der Yawasas – Katamaran hat jede Menge Touristen geladen, die auf verschiedene Inseln bzw. in verschiedene Urlauberresorts  gebracht werden. Über die Feiertage ist hier Hochsaison, es gibt viele Gäste aus Australien und den USA, aber auch aus Europa. Und viele Backpacker, die hier zwischen Neuseeland, Australien und/oder Asien Station machen und sich ein bisschen ausruhen wollen. Das Publikum auf „meiner“ Insel ist sehr angenehm, eher ruhig, Paare, Einzelreisende, Familien und auch Menschen über dreißig 😉

Befürchtet hatte ich viele betrunkene Australier und jede Menge  ganz, ganz junger Backpacker; aber die sind wohl alle anderswo. Hier jedenfalls nicht ( Glück gehabt! )IMG_4114 Mitunter sind die Inseln richtig niedlich so wie diese hier ( so hab ich früher immer Inseln gemalt, lustig, dass es das genauso gibt ) :IMG_4083Ich bin ganz froh, dass meine Insel ein bisschen größer ist, immerhin möchte ich elf ganze Tage bleiben. Hoffentlich wird es nicht zu  langweilig, nur am-Strand-brutzeln-und gelegentlich-wenden ist ja nicht so meins.

Anlegen kann der Katamaran nicht, man wird mit einem kleinen Boot abgeholt und an Land gebracht. Ich hab ja noch von den Galapagos so meine Erinnerungen und habe alle meine Sachen doppelt in Plastik verpackt … diesmal geht aber alles gut.IMG_4095 IMG_4115IMG_4113Wir werden schon am Strand herzlich empfangen und in unsere jeweiligen Unterkünfte gebracht. Ich wohne im Schlafsaal mit sieben anderen, meist englischsprachigen Menschen.

Der Raum ist groß, luftig, klimatisiert. Auch hier liegen jeden Tag frische Hibiskusblüten auf dem Bett, meins ist das ganz hinten rechts ( Glück gehabt! ). Handtuch und Strandlaken gibt’s mit dazu. IMG_4124IMG_4123Ich zahl gut 15€ pro Tag, dazu kommen 35€ für die Vollpension. Die muss man hier nehmen, eine andere Möglichkeit satt zu werden, gibt’s nicht ( es sei denn, man geht Fische angeln und Papayas pflücken ….)

Superschöne kleine Häuschen, die besten in erster Reihe direkt am Stand, gibts auch, aber ( für mich ) eher unbezahlbar. Macht nichts, ich bin sehr zufrieden, wie es ist.

Die Anlage ist wirklich schön – direkt am Strand gelegen und sehr klein, vielleicht sind insgesamt 50 Gäste hier, die sich auf wundersame Weise über den Tag so verteilen, dass ich mich sehr exklusiv fühle.  IMG_4138 IMG_4126 IMG_4127Mittelpunkt ist der Bar/Restaurantbereich, wie alles andere mehr oder weniger direkt am Strand. Wasser kann man sich holen, soviel wie man will, alles andere hat seinen Preis und möchte langsam genossen werden.IMG_4137Das Wasser ist superwarm, man kann den ganzen Tag rumdümpeln, ohne zu frieren …. Wellen gibt’s leider kaum, dafür sorgt ein vorgelagertes Riff – also eher Badewanne als Surfertraum! IMG_4177 IMG_4179Und manchmal sieht man auch ein paar Einheimische außerhalb der Anlage ….. das sind dann aber Angestellte auf dem Heimweg. Mit dem eigentlichen Fidschi hat das Leben hier nur sehr wenig zu tun, und meine Art, Urlaub zu machen, ist das nicht wirklich. Genießen kann ich es  trotzdem, ist ja nicht für ewig. Abhängen ist angesagt und tut mir sehr gut. Ich muss mich um nichts kümmern, werd hervorragend bekocht und hab immer einen schönen Blick aufs Meer.IMG_4236Und dann mache ich was, was ich noch nie ausprobiert habe: ich gehe mit auf Schnorcheltour. Auf den Galapagos konnte ich wegen der fehlenden Kontaktlinsen nicht, dank Neele bin ich damit inzwischen gut versorgt. Am Tag zuvor geht der Guide zum Üben mit mir in den Pool, am nächsten Tag fahre ich mit zu einem Korallenriff raus. Ein bisschen aufgeregt bin ich schon, aber ganz schnell absolut hin- und weg. Da tun sich völlig unbekannte Welten auf – schade nur, dass ich keine Unterwasserkamera habe. Für die nächsten Tage leihe ich mir Flossen, Brille und Schnorchel aus – das Schnorcheln lohnt sich auch schon direkt am Strand. Unglaublich, keine zwei Meter von der Wasserkante schwimmen die buntesten Fische – hey, das ist ja wie bei Nemo!

Weihnachten wird hier mit viel Spaß zelebriert, die Mitarbeiter sind rührend bemüht, lustig und richtig aufgeregt. Das Essen ist bombastisch. Es fehlen weder Weihnachtsbaum, Deko noch die üblichen Weihnachtslieder, die an der Bar den ganzen Tag dudeln. Für jeden liegt ein kleines Geschenk auf dem Bett, für die Kinder kommt der Weihnachtsmann per Boot angefahren, der Schlitten funktioniert hier wohl nicht so gut …… IMG_4328IMG_4314Und so sah das Menü am ersten Weihnachtstag aus:IMG_4320 IMG_4322IMG_4338 IMG_4340Und das gab’s auch:IMG_4335 IMG_4336 IMG_4337

IMG_4278Gegessen wird hier also reichlich und supergut, und das nicht nur zu Weihnachten. Mich zurückzuhalten fällt nicht immer ganz leicht, und ich beneide die jungen Männer, die Unmengen in sich reinschaufeln können, ohne zuzunehmen.

Ein paar Mal wandere ich ( ziemlich schweißtreibend ) auf den angrenzenden Berg, der eine wunderbare Aussicht auf die Insel bietet.

IMG_4288IMG_4412 (2) IMG_4407 IMG_4402 IMG_4413Das ist das Resort von oben:IMG_4417Und am zweiten Weihnachtstag gibt es einen ungewöhnlich schönen Sonnenuntergang:IMG_4366 IMG_4378 IMG_4388 IMG_4397Und so sieht es aus, wenn man in die andere Richtung schaut – ich bin nicht die einzige, die gerne Sonnenuntergänge fotografiert: IMG_4372Einen Tag später nehme ich an einer kleinen Tour teil- mit dem Boot geht’s ins nahegelegene Dorf. Dort werden wir herumgeführt, bekommen Erklärungen, können fotografieren und Souvenirs einkaufen. Ich weiß, dass die Menschen hier davon leben, trotzdem komme ich mir vor, als spaziere ich durch einen Zoo und fühle mich extrem unwohl.IMG_4442IMG_4430IMG_4433 IMG_4439IMG_4444 IMG_4456IMG_4448IMG_4451IMG_4457IMG_4436Einen Tag später esse ich netterweise mit dem jungen Hotelmanagerpaar, sie aus Neuseeland, er aus Uruguay, zusammen zu Abend. Mit ihm unterhalte ich mich lange auf Spanisch, er berichtet viel von der Entstehung dieser Hotelanlage. Diese gibt es erst seit vier Jahren und versteht sich als Projekt, in dem die Leute hier vom Dorf ausgebildet werden und arbeiten können. Das Hotel zahlt die schulische Ausbildung der Kinder, kümmerst sich um die medizinische Versorgung, besonders um den Zahnarzt, und gibt den Leuten eine verlässliche  Arbeit. 90% der Mitarbeiter hier stammen direkt aus dem Dorf, es gibt keine Familie, die nicht ein Einkommen vom Hotel bezieht. Vor vier Jahren gab es hier keine Infrastruktur, keinen Strom, keine ärztliche Versorgung, keine weiterführende Schulbildung, kein nichts ( in unserem Denken )

So ist mein schlechtes Gewissen, hier wie die Made im Speck ( auf Kosten der Einwohner ) zu leben, etwas beruhigt. Heute ist Sonntag, wenn man möchte, kann man mit dem Boot ins Dorf fahren, um in die Kirche zu gehen. Das schau ich mir mal an!IMG_4248

 

Ankunft auf Fidschi

Die vier Tage in Auckland gehen schnell vorbei. Roger bringt mich sehr lieberweise am sehr frühen Morgen ( 20.12 ) zum Flughafen. Der Flug ist nicht besonders angenehm, es gibt Turbulenzen, auch die Landung fällt etwas härter aus. Dafür ist die Begrüßung am Flughafen umso netter 🙂IMG_4003

Schon im Flughafengebäude schlägt mir die tropisch schwüle Luft entgegen, die Passkontrollen verlaufen dem Klima angepasst, also seeeeeeeeeeeeeehr langsam 🙂

Irgendwann bin ich durch die Kontrollen durch, dann werde ich mit Namensschild erwartet ( das ist vielleicht toll! ) und zu meiner Unterkunft gebracht. Hier bleibe ich für zwei Nächte, bevor es zu meinem Weihnachts- und Silvesterquartier auf die vorgelagerte Yasawas – Inselgruppe geht.

Mein Zimmer ist schön, das Hostel sehr okay, die Leute nett, der Strand in der Nähe, aber nicht  schön, weil schmutzig. Na, macht nichts, ich bin ja bald am Traumstrand …. hoffentlich! Ich schau mir ein bisschen die nähere Umgebung an,IMG_4004IMG_4006 Unterhalte mich ne ganze Weile mit ein paar Deutschen und geh gegen Abend ein Bier trinken. Hier ist eigentlich nicht die beste Reisezeit, es kann Stürme und jede Menge Regen geben – und heute regnet es auch schon. Tropische Regengüsse sind sehr heftig, aber auch schnell wieder vorbei!

Abends esse ich im Hostel zusammen mit den anderen, das Essen ist richtig gut, das hatte ich gar nicht so erwartet. Mücken gibt’s leider richtig viele, nach einem Tag bin ich total zerstochen.

Am nächsten Morgen muss ich früh raus, um den Bus nach Nadi zu erwischen. Ich sollte sehen, dass ich an Bargeld komme, auf den Yasawas gibt es keine Geldautomaten. Die Scheine hier gefallen mir so gut:IMG_4015

Ich schlendere ein bisschen durch Ort und Markthalle.IMG_4041Das ist ein Fahrkartenschalter: IMG_4022 (2)Die Menschen hier sind angenehm, fröhlich, aufgeschlossen, aber nicht aufdringlich. In Ecuador war es sehr schwierig, auf den Märkten zu fotografieren, die Indigenen mochten das nicht. Hier kann ich so viel fotografieren wie ich möchte, die Leute freuen sich eher darüber.IMG_4024IMG_4033IMG_4038IMG_4029 (2)

Mittags fahr ich zurück, die Busfahrt ist auch schon ein Erlebnis.IMG_4046

Den  sehr heißen Nachmittag verbringe ich im Pool, am Pool, auf dem Bett…. ich lese, schlafe, dümpele faul rum – und werde immer träger. Ich wundere mich darüber, wie schnell ich in diesem Modus bin. Liegt wohl am Klima und vielleicht auch daran, dass ich schon so lange unterwegs bin. Schon interessant, was Orte mit einem machen. In Buenos Aires z.B. werd ich immer so geschäftig ……

Gegen Abend geh ich an den Strand, hol mir ein Bier, schmeiß mich auf die nächste Liege und schaue der Sonne beim Untergehen zu. Alle Menschen, die mir begegnen, grüßen sehr freundlich und sind total entspannt, auch die Touristen ….. muss irgendwie mit der Südseeluft zu tun haben 🙂

Und ich erlebe noch einen hinreißenden Abend. Es wird an einem langen Tisch groß eingedeckt, ein Drink gereicht, sehr schön gegessen.IMG_4059 Die Männer des Hauses sitzen in einer Runde auf einer Bastmatte, und bereiten Kawa vor ( ein Getränk, für das kleingestampfte Wurzeln zusammen mit Wasser durch ein Tuch gepresst werden ). Kawa ist alkoholfrei, soll aber berauschend und beruhigend wirken. Ich versuche, merke aber nichts.IMG_4053Es gibt eine Kawazeremonie, reihum wird der Sud aus einer Schale auf Ex getrunken. Die Hausgäste dürfen teilnehmen, dazu gibt es wunderbare ( Südsee- ) Hausmusik mit Gesang. Nein, was ist das schön! ( und im Hintergrund blinkt und glitzert der künstliche Tannenbaum … den Abend werd ich nie vergessen! )IMG_4067

Ich freu mich auf die Weiterreise mit dem Schiff am Vormittag, Strand und allerfaulstes, etwas dekadentes Urlauberleben ….. wer schauen mag, wo ich dann bin:

www.bluelagoonbeachresort.com.fj

Die Fahrt mit dem Yasawas – Flyer dauert fast fünf Stunden und ist wunderschön. Immer mal wieder wird an einer Insel angehalten, um Urlauber ab- oder zuzuladen. Irgendwann bin ich am Ziel. Hey, ich bin im Paradies gelander!IMG_4126Mehr Bilder gibt’s in den nächsten Tagen Fürs erste schöne Weihnachten für Euch!IMG_4143

 

 

Alles anders …….

Samstag, 14.12. gibt es viel Zeit zu überbrücken – mein Zimmer muss ich vormittags räumen, der Flug geht erst spät am Abend. Leider noch viel später als geplant – fast schon beim Boarden wird beschlossen, dass ein neues Flugzeug her muss. Seufz. Dafür ist der Flug wunderbar ruhig, die meiste Zeit kann ich, weil doch sehr müde, einfach verschlafen. Und diesmal gibt es bei LAN auch was zu essen …..

13 Flugstunden später ( wie sich die Relationen verschieben ….. das kommt mir gar nicht mehr so lang vor ) lande ich in Auckland und reibe mir verwundert die Augen – was ist der Flughafen großzügig und …. sauber! Die  Grenzformalitäten sind schnell überstanden ( hier müssen Hunde jedes Gepäckstück auf Lebensmittel abschnüffeln, die darf man nicht mitbringen, außerdem muss ich mittels Ticket nachweisen, dass ich bestimmt wieder gehe ), abgeholt werde ich von Roger. Den Kontakt hat mir Gudrun vermittelt, und ich freu mich so, dass ich für die ersten Tage eine Familie habe.

Roger war vor vielen Jahren als Austauschschüler in Deutschland und spricht gut Deutsch. Er lebt mit seiner Frau Miriama und zwei seiner erwachsenen Kinder, einem Schwiegerkind sowie Besuch aus Hawaii in einem schönen Haus in Auckland.IMG_3927IMG_3929Hier gibt’s Bananen im Garten!IMG_3928Es ist noch früh am Morgen, ich bekomme einen Kaffee, kann schnell duschen, meine Sachen in die Wäsche geben und fahre mit Roger in die Innenstadt. Auckland ist schön, es gibt viel Grün und natürlich ganz viel Wasser!

An manches muss ich mich gewöhnen …. der Linksverkehr – ein paar Mal laufe ich fast vor ein Auto. Und ja, alle sprechen hier englisch, hilft nix, jetzt muss ich auch 😉

Anderes fällt sehr angenehm auf, ich fühle mich absolut sicher und habe nicht das Gefühl, dass ich besonders auf meine Sachen aufpassen muss. Alles ist gepflegt. Die Menschen sind entspannt, freundlich und absolut hilfsbereit. Autos halten an, wenn man über die Straße möchte. In der Bahn wird nicht gedrängelt, stattdessen bietet man sich gegenseitig einen Platz an. Heute bin ich dabei, als im Zug jemand einen epileptischen Anfall hat. Alle helfen.

Ich mache einen Spaziergang durch die Innenstadt und staune so vor mich hin. Es kann doch nicht sein, dass man nach ein bisschen fliegen einer komplett anderen Welt landet ….. obwohl es so schön ist, bedrückt mich der offensichtliche Wohlstand, der mir nach vier Monaten Südamerika sehr auffällt. Die Welt ist so ungerecht …..IMG_3884 IMG_3885IMG_3855IMG_3867Und irgendwo gibt’s zweites Frühstück: german Pretzel ( freu! ) und ein Cappuchino 🙂 IMG_3858Natürlich muss ich auf den Skytower, um mir einen Überblick zu verschaffen. Bevor man eine Karte kaufen kann, muss man sich zunächst durch reichlich Andenkenläden arbeiten. Der Eintritt zum Skytower kostet schlappe 28 NZ-Dollar ( 17€ ) ….. nun gut, ich weiß ja, dass ich mich hier auf ganz andere Preise einstellen muss.

Die Aussicht lohnt sich!IMG_3894 IMG_3900 IMG_3901Das ist durch eine der gläsernen Bodenplatten hindurch fotografiert – schon seltsam, aus 220 m Höhe gerade herunterzuschauen.IMG_3910Ich bin unheimlich müde, die Zeitumstellung macht mir arg zu schaffen ( 16 Stunden Unterschied zu Santiago ). Versuche aber, auch den Nachmittag und Abend durchzuhalten, um mich möglichst schnell zu gewöhnen.

Abends gibt es selbstgemachte Hamburger. Nico, der Freund der Tochter, steht am Grill, gegessen wird gemeinsam auf der Terrasse :IMG_3930IMG_3932Und ich genieße die Gesellschaft und das leckere Essen!

Am nächsten Morgen mache ich mich auf nach Devenport, das man mit einer Fähre ganz schnell erreichen kann – ach, ist es schön hier. Leider hab ich meine Kamera vergessen. Am nächsten Tag mache ich die gleiche Tour für ein paar Bilder noch einmal, diesmal macht der Akku schlapp. Seufz.  Soll wohl nicht sein. Für einige Fotos hat es aber doch noch gereicht:IMG_3963 IMG_3972 IMG_3977 IMG_3985Dieses Foto pack ich nur dazu, weil ich angemahnt worden bin, doch mehr Bilder von mir in den Blog zu stellen 😉 IMG_3989 (2)Dienstag Nachmittag schau ich noch in das grandiose Wynyard – Hafenquartier, sehr schick, supertoll. Ist für die Rugby – Weltmeisterschaft 2011 neu angelegt worden. Vielleicht gehe ich zum Fotografieren noch mal vorbei – lohnen würde es sich!

Die Auckland Art Gallery lohnt sich ebenso – am meisten begeistert mich das Gebäude, das auch zu 2011 komplett umgestaltet wurde! Der Eintritt ist frei, Kunst ist für alle da 🙂IMG_3953 IMG_3948 IMG_3947Aber auch die Exponate sind sehenswert, die modernen Neuseeländer gefallen mir besonders gut:IMG_3943 IMG_3944IMG_3939IMG_3936Und hier geh ich heute Abend hin: im Café Limon direkt am Hafen wird Tango getanzt!IMG_3958Und das ist  richtig nett, klein, fein, gemütlich Ich werde schnell von zwei Frauen an den Tisch gebeten, es ist leicht, hier mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Eine ist eine Deutsche, die schon sehr lange in Neuseeland lebt. Zum Tanzen komme ich erst etwas zögerlich, später aber umso besser. Nur gut, dass ich meine Schuhe mitgenommen habe! !

 

 

Santiago de Chile und Abschied von Südamerika

Die „Reisepause“ in Buenos Aires war genau das, was ich gebraucht habe – zwölf Tage nichts als Tangotangotango ….. Ich hatte hinreißende Begegnungen und viele sehr, sehr schöne Tänze.

Keine Ausflüge, keine Besichtigungen, kein Fotografieren, kein Blog – auch das war ganz erholsam.

Aber alles ist einmal vorbei, und inzwischen hat mich auch die Reiselust wieder. Gestern, 11.12., setze ich mich also in den Bus nach Chile – die Strecke kenn ich ja inzwischen 🙂

( Die Andenüberquerung von Mendoza aus Richtung Santiago ist grandios! )

Unausgeschlafen wie ich bin, döse und verschlafe ich das meiste der 23stündigen Fahrt – am frühen Nachmittag des nächsten Tages komme ich in Santiago an und schlage mich zu meinem schönen Hotel im Viertel Londres-Paris durch.IMG_3802IMG_3844 IMG_3846Mein Zimmer ist leider weniger nett, weil so klein, dass ich noch nicht einmal den Koffer richtig aufmachen kann ….

Nachmittags erkunde ich ein bisschen die nähere Umgebung, Santiago gefällt mir ganz gut!

IMG_3788IMG_3784IMG_3785IMG_3807IMG_3814IMG_3822

In einem Café sitze ich zufällig neben einer jungen deutschen ( tangotanzenden ) Pilotin, wir beschließen, zusammen zu Abend zu essen und ich freu mich über das interessante Gespräch. Nebenbei suche ich im Internet nach Milongas ….. ich könnt ja schon wieder 😉

Am nächsten Morgen kann ich zum Glück mein Hotelzimmer wechseln  und dann holt mich Anni Wandertier ab. Anni ist eine beeindruckende  junge Frau, die ich noch in Deutschland in einem Weltreiseforum kennen gelernt und mit der ich einmal lange telefoniert habe. Jetzt ist sie allein mit dem Motorrad in Südamerika unterwegs …. Wir hatten angedacht, uns mal irgendwo in Ecuador, Argentinien oder Chile zu treffen, waren aber immer an völlig verschiedenen Orten. Jetzt freu mich so, dass wir das auf den allerletzten Drücker noch hinkriegen! Wir laufen ein bisschen durch die Stadt, gehen Kaffee trinken und können prima miteinander reden.IMG_3797Am späteren Nachmittag schlendere ich ein bisschen durch die Straßen, schau auf der Plaza Arma den Schachspielern und den planschenden Kindern zu, zu mehr mag ich mich bei dieser Hitze gar nicht aufraffen.IMG_3837IMG_3834 IMG_3819IMG_3816IMG_3836Für den Abend hab ich eine kleine, familiäre Milonga gefunden – offiziell los geht’s um zehn, ich bin Viertel nach da und kann noch eine Dreiviertelstunde warten, bis überhaupt die Musik angeschmissen wird und der Tanzabend beginnt …. ich werd das nie lernen 🙂

Dann wird es aber sehr nett, man tanzt hier wirklich gut, und spät in der Nacht kommen die jungen Tänzer und zaubern Tango – so schön anzusehen!

Ziemlich unausgeschlafen muss ich am nächsten Morgen meine Sachen flugfertig packen – wie viele Nagelscheren und – feilen ich schon abgeben musste, weil ich mal wieder nicht daran gedacht habe ….. 😉

Und die hier wollte ich vor Neuseeland wegschmeißen, aber ich bring es einfach nicht übers Herz ( und vielleicht kann ich sie in Auckland, Sydney und Singapore doch noch gebrauchen???? ) : IMG_3848Es fällt mir schwer, zu gehen – ich mag Südamerika so gerne!

Ecuador ist ein fantastisches Reiseland, und Argentinien ist so sehr meins – ich bin ganz sicher, dass ich wiederkommen werde. Mit meiner Argentinienbegeisterung hat Chile es ganz schwer, mir zu gefallen – missen möchte ich die ( wenige ) Zeit in diesem Land trotzdem nicht.

Und jetzt bin ich ganz gespannt auf neue Reisewelten!

 

Valparaiso – Street Art

Spaß machen die vielen, sehr schönen Wandbilder und Graffiti, die man in Valparaiso sehen kann. Ich hab hunderte von Fotos gemacht ( das werden mal meine Unterrichtsbeispiele! ). Das sind meine Favoriten:IMG_3633 IMG_3637 IMG_3653 IMG_3624IMG_3613IMG_3609 IMG_3680 IMG_3689 (2) IMG_3724IMG_3673IMG_3664 IMG_3747 IMG_3737IMG_3756IMG_3730IMG_3725IMG_3726 (2)Bei all den aufregenden Erlebnissen und dem vielen Schönen, das ich in den letzten dreieinhalb Monaten sehen konnte, spüre ich momentan gewisse Ermüdungserscheinungen. Ich brauche ein paar Tage, bis ich für mich klar habe, was jetzt dringend angesagt ist: Pause.

Es ist schwer, auf so spektakuläre Reiseziele wie z.B. die Atacama – Wüste zu verzichten. Auf dieser Reise habe ich viel Gelegenheit, das zu üben, was mir nicht leicht fällt: aus den vielen Möglichkeiten auszuwählen, mich zu entscheiden und dann ohne Bedauern (!) nur das zu machen, was für mich wirklich passt.

Und so setze ich mich am Freitag, 29.11. in den Bus nach Buenos Aires. Die lange Fahrt ( 23 Stunden ) vergeht schnell. Ich checke in meinem Tango – Hotel ein, es fühlt sich ein bisschen an wie nach Hause kommen. Ich kenne mich aus, muss mich nicht einleben und nicht groß organisieren. Ich treffe bekannte Gesichter, außerdem gibt’s noch ein paar Tangoverrückte – schön!! Abends gehen wir in einer größeren Gruppe in eine nette Bar zum Essen und Tanzen, anschließend ziehen wir zu viert weiter ins Gricel, wo wir bis morgens um vier weiter tanzen …….. wunderbar!IMG_3766 IMG_3765 (2)

Mein Blog wird ein paar Tage Pause machen, von hier kann ich ja wenig Neues berichten ( ab 12.12. geht’s weiter )  Aber ich freu mich sehr über mails!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fünf Tage Valparaiso

Sonntag, 24.11. fahre ich mit dem Bus von Mendoza gen Valparaiso. Die Fahrt ist nicht lang, nur etwa acht Stunden …. hier verschieben sich die Relationen. Meinen Lieblingsplatz bekomme ich nicht mehr, aber eine Reihe weiter hinten kann ich auch gut sehen – und es lohnt sich! Einen Teil der Stecke kenne ich von der gestrigen Tour, nun hab ich Gelegenheit, noch mal in Ruhe zu schauen ….. ich finde die Landschaft so toll!

Die Kontrollen an der chilenischen Grenze sind ziemlich langwierig. Natürlich müssen alle aussteigen, Handgepäck und sämtliche Koffer werden aufs genaueste kontrolliert. Man darf keine frischen Sachen, also Gemüse und Obst, mitnehmen, und manche müssen ganze Koffer voller Olivenöl auspacken ( scheint in Chile teuer zu sein ). IMG_3485Nach eineienhalb Stunden geht’s weiter, ich bin gepannt auf Chile! Nachmittags komme ich in Valparaiso an – allein dieser Name! Toll!! Und das Meer ….. hab ich ja auch schon ne Weile nicht mehr gesehen. Ziehe am Busbahnhof schnell Geld, schnappe mir ein Taxi und lasse mich in ein sehr schönes B&B ( Yellow House ) bringen. Außerhalb meines Limits, aber was solls. Chile soll ja sehr teuer sein. Und ja, so ist es…….das merke ich gleich an den Taxipreisen.

Nachmittags schaue ich mir ein bisschen die nächste Umgebung an. Valparaiso wurde auf knapp 40 Hügeln erbaut wurde. Es gefällt mir ganz gut! IMG_3496

IMG_3491IMG_3493IMG_3511IMG_3720

Die erste Nacht muss ich in einem benachbarten Apartment verbringen, das B&B ist ausgebucht. Die Qualen halten sich sehr in Grenzen! 🙂 IMG_3502Wow …. wie schön, was für eine tolle Aussicht auf Hafen und Meer. Und: Bad mit Badewanne. Das hatte ich bislang noch nicht. Nach dem ganzen Mendoza – Hosteloberschimmelgammel kann ich diesen Luxus sehr genießen! Da es hier deutlich kühler als in Mendoza ist (  etwa 18 Grad weniger …… ), gönne ich mir ein schönes Vollbad – genial. Ich schlafe schon in der Wanne ein, und später im Bett wie ein Stein. Reisen macht ( mich) doch sehr müde!

Am nächsten Tag schaue ich mir Valparaiso etwas genauer an, nebenbei suche ich mir eine Unterkunft ab Mittwoch, dann ist mein jetziges B&B ausgebucht. Hat für mich den Vorteil, dass ich mir etwas suchen kann, das zentraler liegt. Momentan mag ich abends gar nicht ausgehen ….. der Weg in die Innenstadt, so wird mir in der Touristeninfo gesagt, ist gefährlich. Und Taxifahren kostet hier richtig Geld!

Der Cerro Alegre ( Cerros heißen hier die Hügel, und alegre bedeutet fröhlich ) ist sehr nett, es gibt viele tolle Fotomotive:  – und man kann so schön auf den Cerro Artelleria schauen:  in dem gelben Haus wohne ich 🙂IMG_3534 IMG_3512 IMG_3519 IMG_3523 IMG_3526IMG_3518IMG_3578 Am nächsten Morgen mache mich auf den Weg nach Viña del Mar, das ist ein Badeort, der direkt an Valparaiso angrenzt. Beide Orte zusammen haben etwa 300000 Einwohner. Viña del Mar ist nicht gerade eine Schönheit, aber der Strand ist nett:IMG_3550IMG_3563 IMG_3561 (2)Das Wasser ist total kalt, dafür soll der Humboldtstrom verantwortlich sein. Manche baden trotzdem, aber nie lange. Und ich finde es ganz schön, die Füße mal wieder in den Pazifik zu halten.

Ich genieße meinen Strandtag, kümmere mich um meine weitere Reiseplanung und muss abends schon wieder zusammen packen – morgen geht’s in mein nobles Boutique – Hotel auf dem Cerro Alegre. Dort gibt’s neben sehr schönen, großen und superteuren Zimmern ( 300 US Dollar oder so ) auch Schlafsäle. Außer mir gibt’s kaum Gäste, ich hab mein geteiltes Zimmer für mich alleine.IMG_3566IMG_3568Seit Tagen versuche ich rauszufinden, wo man denn in Valparaiso so schön Tango tanzen gehen kann, wie mir berichtet wurde. Die Interneteinträge sind uralt, ich schreibe einen Tanzlehrer an, der mir auch antwortet. Leider schreibt er, dass es in dieser Woche keine einzige Milonga in Valparaiso gibt, stattdessen möchte er mich in seine Tanzstunde am Abend einladen.

Tja ….. nun gut, mache ich mich also auf in die Tanzstunde. Den Ort finde ich, es ist ein völlig (!)runtergekommenes Haus, ich wär nie darauf gekommen, dass hier Unterricht stattfinden kann. Schade, dass ich meinen Fotoapparat nicht dabei habe!

So langsam trudeln die Leute ein, die meisten fangen gerade erst mit dem Tango an, wir sind ungefähr 15. Am Anfang gibt es Übungen – jeder geht für sich allein, übt Schritte, Drehungen ….. das kenne ich schon von der Tanzschule in Buenos Aires, in die ich vor vier Jahren tapfer immer mal wieder besucht habe – tapfer deshalb, weil es eher zum Abgewöhnen als zum Spaßhaben war. Nun gut, ich übe fleißig mit, später wird mir ein ganz guter Tänzer zugeteilt, und es fängt an, Spaß zu machen. In der Pause gibt es Wein und Cola, ich unterhalte mich nett und finde die Leute sehr herzlich. Nach dem Unterricht werde ich sogar noch nach Haus gefahren, ich bin ganz froh, weil Valparaiso besonders nachts nicht ungefährlich sein soll. Und ich freue mich über den schönen Abend! Dafür ist Tango besonders toll: Leute vom Ort kennen zu lernen und alleine in einer fremden Stadt schön ausgehen zu können!

Am nächsten Morgen holt mich Michael, ein Guide, im Hotel ab – ich habe zusammen mit zwei ganz netten amerikanischen Pärchen einen Tag Stadtrundgang gebucht. Und das lohnt sich! Michael wohnt seit Jahren hier und kennt viele Leute, wir besuchen Privathäuser und hören viele interessante Geschichten. Wandbilder und Graffiti sehen wir unzählige, ich hab mindestens hundert fotografiert – dafür gibt es  später einen extra Blogbeitrag.

IMG_3608 IMG_3628 (2) IMG_3646IMG_3677 IMG_3686IMG_3614 IMG_3583 IMG_3574IMG_3572Die elektrischen Leitungen sind atemberaubend ……  IMG_3729IMG_3622Und die liegen hier auch unzählig herum ….. ich glaub ich hab noch nie so viele herrenlose Straßenhunde gesehen – die sind aber hier alle recht entspannt.IMG_3743Und das ist einer der über 100 Jahre alten Fahrstühle, die einen in die höher oder tiefer gelegenen Stadtviertel bringen – gewöhnungsbedürftig, aber bequem 🙂IMG_3492IMG_3697IMG_3700Mittags gehen wir im Cinzano essen, einem uralten Traditionslokal. Später schlendern wir noch ein bisschen weiter, trinken einen Kaffee, und dann ist der schöne Tag auch schon wieder vorbei.

Für mich heißt es schon wieder Sachen packen. Valparaiso ist atemberaubend, nicht nur schön, aber auf jeden Fall anders und sehenswert. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Aber ich habe nur einen kleinen Teil gesehen, es wird davon abgeraten, die höher gelegenen Cerros zu besuchen. Besonders entspannt konnte ich hier nicht spazieren, die nettesten Viertel sind Cerro Alegre und Cerro Concepcion – dort sind die meisten Fotos entstanden. Hier sind auch die vielen Touristen unterwegs. Es gibt hinter alten Fassaden erstaunlich luxeriöse Hotels und Restaurants, diese Viertel gelten als sicher. Unterhalb der Hügel in dem modernen Zentrum mit breiteren Geschäftsstraßen merkt man deutlich, dass es sehr viele bitterarme Menschen gibt.

Mit dem chilenischem Spanisch komme ich nicht so gut zurecht – es ist noch schwieriger als in Argentinien. Und was auch ein bisschen nervt – ich werd hier ständig übers Ohr gehauen. Das ist mir weder in Ecuador noch in Argentinien passiert ( oder die Leute haben es dort so schlau angestellt, dass ich es nicht gemerkt habe …. ).

Nach langen Überlegungen und Hin und Her bin ich mit mir übereingekommen, ein paar weitere Sehenswürdigkeiten auszulassen ( z.B.: die  Atacamawüste ….. aber immerhin habe ich sie ja schon vom Flugzeug aus gesehen ) und an den Ort zurückzukehren, an dem es ganz sicher jede Menge Tango und Milongas gibt ….. hey, wann kommt man denn sonst für 70€ nach BsAs ????????  😉

 

 

 

 

Vom Frühling in den Hochsommer …..

Mittwoch, 20.11. komme ich morgens um halb neun nach 17 Stunden Busfahrt In Mendoza an. Die Fahrt ist so schön! Ich mache ganz viele Fotos vom Bus aus, es ist faszinierend zu beobachten, wie sich die Landschaft verändert. Schade, vom fahrenden Bus aus werden die meisten Bilder ein bisschen unscharf ….IMG_3091 IMG_3096 IMG_3103IMG_3106 IMG_3108 IMG_3112IMG_3117 IMG_3124 IMG_3160IMG_3164IMG_3169IMG_3186 IMG_3264Das ist kurz vor Mendoza – hier kommt also der gute, argentinische Wein her: IMG_3306Auch sonst gibt es das eine oder andere schöne Fotomotiv …. und alle paar hundert Kilometer mal ein Dorf:IMG_3199 IMG_3200 IMG_3197IMG_3192Und so sieht es aus, wenn man oben vorne sitzt. Die Füße gehören zu meinen Sitznachbarinnen, ich habe einen Einzelplatz. Ich bin sogar einen Tag später als geplant in Bariloche losgefahren, damit ich genau diesen Platz bekomme – den find ich so cool! Coche Cama ( Cama = Bett ) fährt sich prima, die Sitze sind breit und bequem, und man hat viel Platz für die Beine. So ist die lange Busfahrt wirklich gut auszuhalten.IMG_3214In Mendoza – Busbahnhof angekommen, schnapp ich mir ein Taxi und mach mich auf zu meiner AirBnB – Unterkunft. Nach zwei Minuten dort sein weiß ich: da hab ich voll daneben gegriffen. Es ist keine Privat-Unterkunft, sondern ein ganz schäbiges Hotel, dreckig, ungepflegt, dunkel, schlecht riechend, ekeliger Besitzer, alles bäääh. Total (!!) teuer dazu. Niemand dort, nur ich. Bin abgenervt, Geh erst einmal duschen ( iiih ) und frühstücken. Seufzziemlichdolle.

Nach meiner kleinen Stadterkundung komme ich an einem Hostel vorbei, das mir auf Anhieb sehr gut gefällt.IMG_3350 Ich lasse mir ein Zimmer zeigen und reservier für die nächsten Nächte. Fragt sich nur, wie ich aus der anderen Reservierung  herauskomme – AirBnB bucht ja immer gleich von der Kreditkarte ab. Ich kann die verbleibenden Nächte stornieren, ziehe aber den Zorn des indischen….. ääähja…. Hoteliers auf mich. Wir haben reichlich Stress miteinander, blöd auch, dass ich der einzige Gast in dem riesigem, stinkigen und  düsteren Haus bin….. abends geh ich zum Ausgleich richtig nett ( allein ) essen, sehr häufig habe ich das auf meiner Reise noch nicht gemacht. Inzwischen habe ich damit aber gar kein Problem mehr.  Man kann lernen, das sogar schön zu finden! 🙂

Am nächsten Morgen packe ich meine Sachen und will kurz vor acht das Hotel verlassen – geht leider nicht, alles ist zugeschlossen, der Besitzer ist nicht auffindbar. Ich glaub es nicht … und die Situation wird mir zunehmend unheimlich … nach ner halben Stunde Suchen, Rufen, an tausend Türen Klopfen kommt er dann doch und lässt mich raus.

Zu meinem neuen Hostel kann ich bequem laufen, dort ist alles nett und freundlich, und es gibt andere Menschen…. allerdings, und das merke ich jetzt erst, ist es auch nicht besonders sauber. Oh Mann. Wieso muss ich erst sagen, dass ich nicht in der dreckigen Bettwäsche von meinen Vorgängern schlafen möchte?

Vormittags mache ich eine Stadtrundfahrt mit einem Touribus, um mir einen Überblick zu verschaffen – Mendoza gefällt mir sehr gut! Das liegt vor allem an einem über 500 km langen Bewässerungssystem, so ist diese Stadt wunderbar grün, und es gibt viele, viele Bäume – ich war noch nie in einer Stadt mit so vielen Alleen, einfach wunderbar.IMG_3337 Obwohl es hier deutlich über 35 Grad sind, macht mir die Hitze nicht so viel aus wie befürchtet. Die Luftfeuchtigkeit ist ganz gering ( man muss aber aufpassen, dass man nicht zu Staub zerfällt – also trinken, trinken, trinken. Und eincremen! ), der viele Schatten in der Stadt und ja klar, ich muss ja nicht arbeiten!! Zwischen 14.00 und 17.30 geht nicht viel, aber alles davor und danach ist total okay!IMG_3311IMG_3345Mendoza hat unterschiedlich viele Einwohner, je nachdem, wen man fragt. Die Angaben schwanken zwischen 90.000 und 4 Millionen ….. für mich sind es gefühlte 130 000, die Innenstadt ist klein und überschaubar.

Die Stadt ist sehr schön und weitläufig angelegt. In der Mitte liegt ein riesiger, quadratischer Platz, die Plaza Independencia. Ein paar Blogs entfernt gibt es in jede Richtung etwas kleinere Plätze, die Espana, Peru, Chile und Italia heißen. Außerdem hat Mendoza viele sehr große Parks. Alles ist wunderbar schattig, man kann sich leicht zurechtfinden, nur ich verlaufe mich immer mal wieder 😉IMG_3323 IMG_3339Die Stadtrundfahrt ist besonders nett, weil man an den unterschiedlichen Stationen aus- und ein, zwei Runden später wieder zusteigen kann.IMG_3336Von einem Berg in einem Park kann man einen Blick auf die Umgebung werfen, hier sieht man, wie es in Mendoza aussehen würde, wenn es nicht das tolle Bewässerungssystem geben würde – Vollewüste!IMG_3328IMG_3329Abends gehe ich auf eine Milonga, die laut Internet um 23 Uhr anfängt. Der Unterricht geht fast bis 24 Uhr, dann geht der Tanzabend so langsam los. Heute läuft es nicht ganz so gut – ich komme zwar hin und wieder zum Tanzen, bin aber mit dem Abend nicht so zufrieden. Die Szene ist jung, viele tanzen auf sehr hohem Niveau und sind sehr unter sich. Aber auch sonst ist Mendoza mir wenig zugewand – erst der Stress mit dem Vermieter, ich werde in vielen Lokalen so schlecht bedient, das zweite Hostel ist es auch nicht wirklich, die wenig angenehme Milonga usw.

Komisch, obwohl die Stadt so schön ist, fühle ich mich nicht besonders wohl. Jeden Tag wird es heißer, Samstag sind wir laut Vorhersage schon bei 38 Grad. Ich beschließe, meinen Aufenthalt abzukürzen und mich schon am Sonntag auf den Weg nach Valparaiso zu machen.

Freitag buche ich eine Wein – Tour. Mit einem Kleinbus geht es zu zwei sogenannten Bodegas. Dort wird Wein angebaut und hergestellt. Der erste Betrieb ist eher industriell ( San Huberto ), den Wein kann man hier in jedem Supermarkt kaufen. Der zweite Betrieb ist klein und sehr exklusiv, hier werden eher süße Weine produziert. Zu guter Letzt besuchen wir noch ein kleines Landgut, in dem Oliven angebaut werden. Alle Betriebe werden besichtigt, natürlich mit anschließender Verkostung und Verkaufsprogramm 😉IMG_3353IMG_3356IMG_3363IMG_3367 IMG_3370Weil ich abends noch tanzen gehen möchte ( ja, ich geb Tango Mendoza noch ne zweite Chance 😉 ….. ) und es so heiß ist, halt ich mich bei den Weinen ziemlich zurück. ( die süßen Weine schmecken erstaunlich gut. Ist scheinbar weniger eine Frage von süß oder trocken, sondern eher eine von Anlass und Qualität. Und die in bestem Öl eingelegten, getrockneten Tomaten sind genial!!! Die andern kaufen ganz viel ein, für mich macht es leider wenig Sinn.

Abends mache ich mich auf den Weg zu zur Open – Air Milonga …. ich find sie nicht. Sie soll auf einem Platz in DER Partystraße Mendozas stattfinden. Dort ist eine Bar neben der anderen, alle sind sehr gut besucht. Keine Milonga weit und breit. Ich frage einen Kellner im Haus nebenan, ob das der Platz ist, auf dem Freitags Tango getanzt wird. Jaja, das ist er. Wann fängt es an? So elf, halb zwölf….. Aha. Ich geh noch was trinken, schau wieder vorbei. Kein Mensch. Inzwischen geht meine Laune gen Null, mache mich gefrustet auf den Heimweg. Drei Ecken weiter …. ich hör Tango ….. und da ist sie, die schöne Milonga, die ich den ganzen Abend gesucht habe! Und schön ist sie wirklich!

Wenn man hier jemanden etwas fragt, hört man nie: ich weiß es nicht. Alle antworten sehr überzeugend, egal, ob sie die Antwort wissen oder nicht. Ich falle immer wieder drauf rein, und ich hasse es!!!

Auf der Milonga werde ich von einigen mit Küsschen rechts begrüßt …… oh, ich nehm alles zurück, was ich oben geschrieben habe. Heißt jetzt zwar nicht, dass ich viel mehr aufgefordert werde, aber ich fühle mich gleich wohler und vier oder fünf Tandas tanze ich sehr nett. Die Vals – Tanda mit dem jungen und sehr großen Tänzer in Flip-Flops (!) ist sogar ausgesprochen sehr nett 🙂 Weil ich morgen eine Anden-Tour gebucht habe und sehr früh aufstehen muss, kann ich nicht so lange bleiben.

Stelle mal wieder fest: ich muss lernen, den Dingen mehr Zeit zu geben, bin viel zu ungeduldig. Wie alt muss ich denn noch werden, um endlich gelassener zu werden …….? ( Herr, gib mir Geduld, aber schnell!!)

Am nächten Morgen geht es mit einem Kleinbus in die Berge. Der Tag ist toll, wenn man mal davon absieht, dass ich Rudeltouren ein bisschen peinlich finde. Aber sie sind praktisch, man kommt schnell an besondere Orte und muss nichts selber organisieren. Hier ist es jetzt so heiß, dass ich die Planung gerne anderen überlasse. Ich werde im Hostel abgeholt und muss mich einfach nur in den klimatisierten Bus setzen. Der Guide weiß viel, die Gruppe ist ganz nett, ein deutschsprachiges, weltreisendes Paar in meinem Alter ist auch dabei. Und zu schauen gibt es ganz, ganz viel:  Guanacos, ein Fuchs und jede Menge toller Landschaft. Auf den ersten Blick: Wüste. Auf den zweiten Blick: tollste Farben!IMG_3427IMG_3385 IMG_3395 IMG_3409 IMG_3416IMG_3422IMG_3449 IMG_3477Und so sieht es aus, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist:IMG_3426IMG_3389Ja, Argentinien …… ich werd nicht zum letzten Mal hier sein, da bin ich mir ganz sicher!

Das Land ist grandios und voller Gegensätze. Ich mag Buenos Aires so, da will ich unbedingt wieder hin! Tango, Tango, Tango, Tangooooooo!!!! Zu lange dort tut mir jedoch nicht gut, trotz aller Faszination.

Ein absolutes Highlight waren die Tage in der Pampa – magische Momente, und diese Weite! Unglaublich. Und sowieso, die Entfernungen! Auch unglaublich! Das Land ist riiiiiesig!

Auch die Gegend um Bariloche herum hat mir sehr gut gefallen – fast zu schön um wahr zu sein!

Schade, ich hab nicht alles gesehen, was ich sehen wollte ….. aber ein guter Grund, um bald wieder zurückzukehren! ( Hab ein paar argentinische Pesos nicht mehr ausgeben können … vielleicht sind sie ja bei meinem nächsten Besuch noch was wert !? )

Noch knapp drei Wochen, bis ich nach Neuseeland fliege – so bleibt noch etwas Zeit für Chile. Heute bin ich in Valparaiso angekommen – und hier ist es einfach …. wow!

 

 

 

Zauberhafter Frühling und Tango in Bariloche

Freitag, 15.11., komme ich abends wieder im Green House Hostel an – ist fast wie nach Hause kommen! Ich freue mich, dass ich mich gleich auskenne und beziehe mein kleines, aber sehr gemütliches Einzelzimmer. Abends spät geht’s auf die Milonga. Als ich in dem schönen Restaurant ankomme, ist noch nicht viel los, die meisten sind noch beim Abendessen. Anders als in Buenos Aires gibt es keine Touristen, ich falle auf! Aufgefordert werde ich sehr viel, und von allen werde ich gefragt: wo kommst du her, wo hast du tanzen gelernt, tanzen die Argentinier anders als die Deutschen ( ja! ) ….. mit manchen klappt das Tanzen ganz gut, mit anderen sehr gut und ein paar Traumtänze gibt es an dem Abend auch für mich. Mir wird erklärt, wo ich am nächsten Abend tanzen gehen kann und so gegen zwei fahre ich müde und zufrieden nach Haus.

Am nächsten Morgen steht etwas Unangenehmes an … ich muss das Auto zurück bringen, leider hat es eine sehr tiefe Schramme an der Fahrertür, die Karrosserie ist wie aufgeschnitten. Mir ist das nicht passiert, da muss jemand das parkende Auto gestreift haben. In Deutschland wäre das ein Schaden von mindestens (!!!) 300€ … ich habe eine Selbstbeteiligung von 500 Dollar und mache mir etwas Sorgen um meine Reisekasse.IMG_2876IMG_2877Der Schaden wird in der Autovermietung mit den Worten begutachtet: ach, das ist nicht schlimm, da fehlt nur ein bisschen Farbe, das berechnen wir nicht. Glück gehabt 🙂 Die Latinos sehen manches wohl etwas lässiger!

Nachmittags erwandere ich mir weitere schöne Ausblicke, kühle meine heißen Füße in kalten Bergseen, suche mir einen schönen Pausenplatz und bewundere ein nettes Bushäuschen im Hunderwasserstil:IMG_3004 IMG_3009 IMG_3011 IMG_3021IMG_2726Abends bin ich müde und zu verzagt, um auf die Milonga zu gehen. Nachdem ich ne Stunde mit mir gerungen habe ( gehe ich, gehe ich nicht …. ) geh ich einfach schlafen. Schade!

Sonntag mache ich eine Tour mit dem Schiff auf die Isla Victoria.IMG_3037Das Wetter ist toll, und es gibt viele, meist argentinische Touristen. Ich lerne eine Psychologie – Professorin aus Buenos Aires kennen, die in Bariloche einen Vortrag gehalten und noch einen Urlaubstag genießen möchte. Sie ist Fachfrau für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, reist beruflich sehr viel, auch in Europa und Nordamerika. Mit Erstaunen stellen wir fest, dass die Probleme weltweit die gleichen sind. Alle, die in der Schule arbeiten oder im weiteren Sinne mit Erziehung zu tun haben, wissen sofort, wovon man redet….

Die Isla Victoria ist grandios schön. Für mich ist Ausruhtag, ich laufe in der ganzen Gruppe mit, lasse mir von einem Guide die Pflanzen erklären und bin mit einem kleinen Spaziergang zufrieden.IMG_3044IMG_3050IMG_3047IMG_3062Später geht’s mit dem Schiff noch weiter auf die Halbinsel zum Parque Nacional Los Arranyanes – dort komme ich an die Stelle, die ich mir zwei Tage zuvor 13 km lang erwandert habe. An diesem bezaubernd schönen Ort sieht es diesmal so aus:IMG_3065Menschenmassen wie auf dem Bremer Freimarkt ….. furchtbar. Neben unserem Schiff haben noch ein paar andere Boote angelegt. Ich freu mich, dass ich hier schon mal allein war und geb mir ganz viel Mühe, nicht genervt zu sein 🙂

Auf dem Rückweg kommt plötzlich Wind auf, es gibt plötzlich richtig Seegang … das ist doch nur ein See! Der Guide erklärt, dass es sehr oft viel Wind gibt, die Wellen können bis zu 2m hoch werden!IMG_3067Am Abend raff ich mich dann auf und geh auf eine Milonga, die Sonntags im Casino Bariloche stattfindet. Kaum komme ich herein, werde ich schon an den Tisch gewinkt, an dem der Tanzlehrer sitzt, und auf ein Glas Wein eingeladen. Mit einigen habe ich auch am Freitag schon getanzt. Auch heute werde ich gleich wieder aufgefordert, manche fragen, wo ich denn gestern gewesen bin ….. ach ist das nett. Das kenne ich von deutschen Milongas gar nicht …. dort muss man ja ne ganze Weile tanzen gehen, bevor man auch nur gegrüßt wird ( wenn überhaupt….). Hier ist es nett und familiär! Margit, weißt du noch, in Granada war es auch so nett!

Am Montag geh ich mal wieder ne Runde Fahrrad fahren ….. ich möchte die Tour machen, die ich in meiner ersten Bariloche – Runde wettertechnisch nicht machen konnte. Gut so, denn heute ist es grandios. Der Circuito Chico ist 25 km lang. Ich bin etwas besorgt, ob meine Kondition reicht, es geht nur bergauf und bergab. Bergauf schieb ich dann meistens, schaffe die Tour aber ganz gut. Wolfgang, das wär auch was für dich gewesen! Du hättest die Runde ja  zweimal ( oder dreimal? ) machen können ……IMG_3071IMG_3073Abends kommt eine Frau in meinem Alter im Hostel an. Sie lebt seit vielen Jahren in Israel, kommt eigentlich aus Argentinien, die Kinder sind erwachsen. Ihren Job als Kunsttherapeutin hat sie aufgegeben, um reisen zu können. Wir bedauern es beide, dass wir uns nicht ein paar Tage eher getroffen haben. Außerdem treffe ich die beiden deutschen Frauen wieder, die mir neulich mit der Reiseplanung so gut weiter geholfen haben. So wird es ein netter und sehr interessanter Abend für mich.

Heute heißt es packen, nachmittags startet der Bus nach Mendoza – 16 Stunden Busfahrt stehen mir bevor. Ich freu mich drauf, ich möchte die Zeit nutzen, mich ein bisschen zu sortieren, Eindrücke sacken zu lassen, aus dem Fenster schauen und ein Gefühl für die riesigen Entfernungen in Argentinien zu bekommen.

Tschühüs Bariloche!IMG_3003IMG_3002

 

 

Villa La Angostura

Mittwoch ( 13.11 ) mache ich mich wieder auf den Rückweg Richtung Bariloche. Die Strecke kenne ich ja, fahre mittlerweile etwas sicherer, werde nicht mehr von jedem Fahrzeug überholt und weiß, wo ich windtechnisch besser nicht aussteigen sollte 😉

In Bariloche angekommen fahre ich gleich weiter in Richtung Villa La Angostura. Von dem Ort weiß ich nichts, vermute aber aufgrund seiner Lage am Nahuel Huapi See, dass er sehr schön sein muss. Und das ist er, jedenfalls ist die Lage toll!

Der Ort ist Geschmackssache, mir gehen die gediegenen Dörfer im Schweizer Stil etwas auf die Nerven – ich merke kaum, dass ich in Südamerika bin.

Alle Orte in der Nähe der Nationalparks haben hervorragende Touristeninformationen. Dort kann man sich gleich bei der Ankunft einen Stadtplan holen und  genaue Informationen zu den Übernachtungs- und Wandermöglichkeiten bekommen.IMG_3031

Ich lasse mir zeigen, wo ich die Hostels finde, gleich das erste ( eine Jugendherberge ) gefällt mir und ich checke für zwei Nächte ein. Das ganze Haus ist voller Läufer, die am Wochenende an einem Marathon teilnehmen möchten. Nun gut, es gibt unangenehmere Mitbewohner 😉

Abends schaue ich mir noch ein bisschen den Ort an, koche ( ich finde Gefallen am Hostelleben! ) und klöne ein bisschen mit der jungen Frau, die mit mir ein Zimmer teilt. Sie ist Argentinierin, hat gerade eine Lehrerstelle bekommen und ist auf der Suche nach einem Appartement. Außerdem hat sie Heimweh,  sie ist das erste Mal von zu Hause weg und bekommt ganz viele Anrufe von Mama ( mit Tochterweh ). Ich finde sie süß und bin fast ein bisschen traurig, als sie mich am nächsten Tag verlässt.

Nachts fängt es an zu regnen, nein zu schütten. Und es schüttet 24 Stunden ohne Unterbrechung durch.  Und kalt ist es! Ach nööö. Nachmittags halte ich es nicht mehr aus und mache trotzdem einen Spaziergang, bin aber ziemlich schnell ziemlich nass. Seufz. So zwingt mich der Regen, innezuhalten …..

Ich bin unzufrieden mit dem Tag und damit, dass ich nicht so richtig weiß, wie ( wo ) es weiter gehen soll. Die Gegend hier ist wunderwunderschön, der Frühling toll. Aber habe ich wirklich Lust, von Nationalpark zu Nationalpark zu reisen, überall ein bisschen zu wandern und die schönen Berge zu bewundern ? ( zumal man in Neuseeland ja auch wandert und schöne Berge bewundert ….. )

Abends komme ich mit zwei deutschen Frauen ins Gespräch, mit denen ich gut über meine Planlosigkeit sprechen kann. Das Gespräch wird ganz wichtig für mich. Ich beschließe, nicht wieder in den Süden zu reisen, einiges wird mir dann entgehen und darf für später aufgehoben werden: der Pepito Moreno – Gletscher, Fitz Roy und auch die Fahrt mit der Navimag – Fähre von Puerto Natales nach Puerto Montt durch chilenische Fjorde und Gletscherlandschaften. Letzteres hätte ich sehr, sehr gerne gemacht, doch leider fährt die Fähre in diesem Jahr nicht, Konkurrenzanbieter gibt es nicht. So schade!

Werde wohl für alles, was ich nachholen möchte, bald die nächste Sabbatzeit beantragen müssen! 😉

Jetzt aber steht mir der Sinn nach anderem. Ich möchte nordwärts ziehen und mich am 19.11.  in den Bus nach Mendoza setzen. Mir ist nach Kultur, Stadt und Wärme. Ob ich von dort aus Richtung Santiago und Valparaiso , Atacama oder Bolivien reise, entscheide ich vor Ort.

Der Tag nach dem Regentagt ist herrlich, klar, sonnig, warm. Abends bin ich in Bariloche in meinem schönen grünen Hostel angemeldet, tagsüber bleibt mir genug Zeit für eine lange Wanderung: ich werde von Villa La Angostura aus die Halbinsel Quetrihue durchqueren ( 13 km eine Strecke ). Bevor man losläuft, meldet man sich in der Parkaufsicht an, zahlt ( in diesem Fall ) Eintritt und bekommt eine Karte für den Weg mit.IMG_2996

IMG_3032Der erste Kilometer ist sehr schweißtreibend, der Rest lässt sich prima laufen. Und es gibt ein paar grandiose Aussichtspunkte:IMG_2954 IMG_2962Alle zwei Kilometer gibt’s ein Schild, damit man weiß, wo man ist, manchmal auch genauere Hinweise ….. IMG_2966IMG_296713 km ziehen sich dann doch ganz schön, obwohl mir der Weg unheimlich gut gefällt. Ich mag momentan so gerne allein laufen, hänge meinen Gedanken nach, manchmal denke ich auch einfach … nichts.IMG_2993IMG_2992 IMG_2986Nach drei Stunden bin ich aber doch ganz froh, als dieses Schild auftaucht:IMG_2971Und das ist die Belohnung:IMG_2972 IMG_2976IMG_2983 Und das auch 🙂IMG_2979Zurück geht’s den gleichen Weg, und nach insgesamt sieben Stunden bin ich kaputt, aber glücklich, wieder am Auto. Nicht in allen Nationalparks ist so viel Infrastruktur wie hier, aber Wanderkarten und Wegweiser gibt es immer ( jedenfalls dort, wo ich bislang war). So viel Mut gehört also nicht dazu, die Wege zu gehen …. Brücken aller Art mal ausgenommen …. 😉

In Bariloche angekommen, besorg ich mir am Busbahnhof das Ticket nach Mendoza. Coche Cama ( mit Liegesitzen, in denen sich gut schlafen lässt ) und bekomme noch  meinen Lieblingsplatz : oben ganz vorne mit Panoramablick. Neben dem Busbahnhof ist der alte Bahnhof, heute ein schönes Restaurant. Und was seh ich da für ein Schild???IMG_3001Na, das lass ich mir doch nicht zweimal sagen!

 

Trevelin und der Nationalpark Los Alerces

Am Montag ( 11.11.) mache ich mich von El Bolson aus auf den 150 km langen Weg nach  Esquel und dem Nationalpark Los Alerces. Der Abschied vom Hostel fällt mir leicht, obwohl die anderen Reisenden nett sind, es gibt sogar eine Frau in meinem Alter 😉

Nachdem ich anfangs noch durch liebliche Landschaft und viel Grün fahre, kommt plötzlich das:IMG_2817IMG_2838IMG_2831IMG_2830IMG_2846Irgendwo möchte ich mal anhalten und aussteigen, um nicht nur Bilder vom Auto aus zu machen ….. nach drei Sekunden hab ich voll die Sturmfrisur  😉 IMG_2822Was für ein ( kalter!! ) Wind, unglaublich. Ist hier in der Hochebene bestimmt normal, mich hats eiskalt erwischt ( und die Autotür aus der Hand gerissen ). Ich verzichte auf weitere Fahrtunterbrechungen, obwohl ich eigentlich zwischendurch mal einen Kaffee trinken gehen möchte. Vielleicht an der Raststätte zum Gibtshiernicht???

Fahre also 150 km durchs Nirgendwo, ab und an überholt mich ein Auto oder kommt mir eins entgegen. Autofahren macht hier Spaß, wobei ich mich noch daran gewöhnen muss, dass ich nicht alle zehn Minuten durch ein Dorf komme und nach dem Weg fragen kann.

In Esquel angekommen stelle ich fest: ich mag Esquel nicht, auch wenn dort wunderbare Rotdornbäume blühen ( die mag ich! ) :IMG_2848Das Gute am Auto haben ist, dass man gleich weiter fahren kann, wenn man an einem Ort nicht sein möchte. Und das tue ich, das 25 km entfernte Trevelin wollte ich mir sowieso noch anschauen. Das ist eine alte wallisische Siedlung, es soll dort landschaftlich schön und wunderbar grün sein, und ein hochgelobtes Hostel hat es auch. Also nix wie hin.

Oh, ich bin entzückt, nach dem kargen Esquel liegt das kleine Trevelin wunderbar. Leider gibt es das einzige Hostel nicht mehr, seufz. Dabei ist mein Lonley Planet ganz aktuell.

Ich lasse mir in allen drei Hotels am Ort ein Zimmer zeigen, eins gefällt mir gut, ist aber reichlich über meinem Budget ( die anderen beiden sind auch teuer, aber ätzend ). Seufz, also doch wieder zurück nach Esquel, ein Hostel suchen. Hostel Nr. 2 und 3 gibt es auch nicht mehr ( was ist denn heute los???? ), Hostel Nr. 4 ist weder billig noch schön.  Was tun? Ich eß erst mal ein paar Kekse ( immer wenn ich nicht mehr weiter weiß, muss ich was essen … ), dann fahr ich zurück nach Trevelin und check in dem schönen Hotel ein. Nachdem ich dem Besitzer anbiete, in Dollar zu zahlen, ist das Zimmer auch ganz gut bezahlbar. Argentinien hat eine Inflation von über 25%, alle versuchen, Dollar zu bekommen, es wird viel schwarz und zu einem dann für mich  guten Kurs getauscht. Ich rede viel mit den Leuten und habe noch niemanden getroffen, der mit der Regierung einverstanden ist. Besonders trifft die Inflation natürlich die Selbstständigen.

Am Dienstag mache ich mich auf, um in den Parque Nacional Los Alerces zu fahren. Der Nationalpark ist über 100 km lang und ist nur zu einem kleinen Teil öffentlich zugänglich. Ohne  Auto würde es gar nicht gehen. Nach 35 km Teerstraße habe ich die ersten schönen Ausblicke und mache mich zu einem zweistündigen Spaziergang auf:IMG_2860IMG_2862IMG_2867Später muss ich 20 km fiese Schotterpiste fahren, um dort anzukommen, wo ich eigentlich hin möchte. Die Ausblicke auf Berge und Seen sind fantastisch. Nachdem ich ungefähr die Hälfte des unangenehmen Weges geschafft habe, kommt, oh nein, das:IMG_2874IMG_2875Eine riesige Pfütze und ein kleiner Bach, der direkt über den Weg fließt. Mist.

Klar, die Geländewagen haben hier noch nicht einmal im Ansatz ein Problem, aber woher weiß ich, ob die Pfütze nicht zu tief für mein kleines Auto ist? Was mach ich jetzt? Also gut, erst mal was essen und dann in Ruhe nachdenken 😉

Irgend wann kommt ein Kleinwagen vorbei, fährt mutig durchs Wasser, ich kann mir anschauen wie es geht und beschließe: das kann ich auch.

Nach langer und ziemlich anstrengender Fahrt komme ich endlich am Lago Verde an. Dort gibt es eine Hängebrücke ( aber keine zum Angst haben ), tolle Seen, fantastische Natur. IMG_2929IMG_2881IMG_2888IMG_2894IMG_2930IMG_2934IMG_2916 (2)IMG_2901IMG_2908IMG_2938Ich geh eine ganze Weile spazieren, es sind viele Gruppen unterwegs, schön ist es trotzdem. Schade, die Fotos zeigen nicht, WIE toll es ist.

Ich bin ziemlich spät wieder im Hotel, schaffe noch die Dusche, essen gehen ( das geht hier erst ab neun ) nicht mehr. Morgen steht viel Autofahren an, ich möchte erst zurück nach Bariloche, dann im Seengebiet und dem Nationalpark Nahuel Huapi Richtung Villa La Angostura fahren.

 

 

 

El Bolson

Gestern ( 9.11. ) hole ich gegen Mittag das Auto ab. Der versprochene Neuwagen entpuppt sich als etwas gammeliger Suzuki mit 80 000 km auf dem Tacho ….. bei der Autovermieterin hab ich sowieso ein schlechtes Gefühl, ich glaub die lügt, wo sie nur kann. Ich hab gestern schon unterschrieben und bezahlt ( ich bin blöd, ich weiß ) und hab keine Lust auf Stress. Hoffen wir, dass alles gut geht, auf jeden Fall fährt das kleine Autochen.

Ich hole schnell mein Gepäck aus dem Hostel. Der Abschied fällt leicht, weil ich mich für Freitag schon wieder in diesem netten grünem Haus angemeldet habe, diesmal aber in einem schönen Einzelzimmer unterm Dach. Dann hoffe ich auf besseres Wetter, möchte die Radtour nachholen und auf die Isla Victoria fahren, die mir von Elke und Claudia ans Herz gelegt wurde.

Auf der Routa 40 tuckere ich durch den Nationalpark Richtung El Bolson, dem legendären Hippieort 130 km südlich von Bariloche. Was für eine tolle Landschaft!IMG_2738

Am frühen Nachmittag checke ich im Hostel ein ( diesmal ist es keine ganz so gute Wahl, aber die anderen Reisenden sind sehr nett ) und schaue mir ein bisschen den Ort an. In der Ortsmitte ist heute Markt, es gibt viele Stände mit allerlei Kunsthandwerk.  Es fällt schon auf, dass sich hier viele Hippies niedergelassen haben, auch junge! Es werden Pfeifchen verkauft, Räucherstäbchen, Biomarmeladen, pflanzengefärbte Schafwollkleidung und anderer Kram. Junge langhaarige- und bärtige Männer sitzen auf den Bordsteinen, schnitzen Flöten und knüpfen Freundschaftsbänder.

Und, es gibt ganz viel Jugendliche, die an Straßenecken abhängen. Am nächsten Morgen seh ich die immer noch rumstehen, dann aber reichlich alkoholisiert. Naja, vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass Wochenende ist. Ganz angenehm fühle ich mich hier nicht, das habe ich in einem so kleinen Ort  nicht erwartet.

Abends koche ich wieder, sitze noch ein bisschen in der Küche und klöne. Für zwei Minuten bin ich der Star des Abends …. Ich habe ein Auto, möchte am nächsten Tag in den Nationalpark fahren und habe noch vier Plätze zu vergeben. An die Ausgangspunkte für die Wanderungen zu kommen, ist oft gar nicht so einfach, weil keine öffentlichen Busse dorthin fahren. Die jungen Leute beschließen dann aber doch recht schnell, dass sie anderes vorhaben. Mir ist das auch ganz recht…..

Am nächsten Morgen stell ich mir den Wecker auf sechs. Duschen, eben frühstücken, ab geht die Post. Ich muss ne Dreiviertelstunde Schotterpisten fahren und sehe weder Mensch noch Straßenschild ….. einerseits schön, aber wen kann ich denn nach dem Weg fragen? Auf meinen Orientierungssinn kann ich mich nicht wirklich verlassen, dass weiß ich ja.IMG_2739

Ich finde dann aber doch ganz gut den Ausgangspunkt meiner Wanderung – ich möchte zum Refugio  El Cajon Azul. In der Touristeninfo hat man mir erklärt, dass ich für einen Weg vier Stunden brauchen werde. Acht Stunden Wandern ist ja nicht nichts, zumal das Gelände nicht eben ist ….. hoffentlich schaffe ich das!

Nach einer guten halben Stunde komme ich zum Rio Azul, und ach je, ich muss über zwei Hängebrücken. Umkehren und unbewandert zurückfahren? Ne, auch blöd.IMG_2805Die erste ist für mich schon reichlich unangenehm, die zweite ist noch viel schlimmer. Abgesehen davon, dass die Bretter nicht sehr vertrauenserweckend aussehen und auch welche fehlen, wackeln und schwanken beide Brücken enorm – ich überwinde mich und hangele mich an den Drahtseilen entlang ….. immer bemüht, nicht darüber nachzudenken, dass ich eigentlich Angst habe.IMG_2804Abgesehen von den Brücken ist die Wanderung aber klasse – die Landschaft fantastisch, das Wetter toll. Da ich morgens so früh los bin, treffe ich auf dem Hinweg keinen Menschen – und finde auch das ganz, ganz schön.

Nein, stimmt nicht ganz, an einer Stelle werde ich von ( einer Art ) Robin Hood zu Pferde überholt – unglaublich. Ich glaub ich steh im Märchen. Wenn ich nicht so damit beschäftigt gewesen wäre, meinen Mund wieder zuzuklappen, hätte ich ein Foto machen können.

Nach ungefähr zweistündigem Bergauf- und ab komme ich zum Refugio „La Playita“ – einer kleinen bewirtschafteten Hütte an einem besonders schönem Platz … ich bestelle mir einen Kaffee, beiße von meinem Käsebrötchen ab und finde alles nur schön.IMG_2758IMG_2752IMG_2761Nun fehlt mir noch etwa eine Stunde bis zum Cajon Azul – dieser Teil der Wanderung ist leichter, weil er am Ufer des Rio Azul entlang verläuft, also ziemlich eben ist. IMG_2765IMG_2792Der Cajon Azul, landschaftlich einmalig gelegen, wird richtig bewirtschaftet. es gibt Schafe, ein Pferd, mehrere Katzen, ein bisschen Gemüseanbau, und jemanden, der das ganze Jahr dort wohnt. Im Sommer kommen viele Wanderer vorbei, im Winter muss es sehr einsam sein, zumal es weder Telefon noch Handyempfang gibt, natürlich auch kein Internet.IMG_2775Für mich gibt es eine kleine Pause und noch einen Kaffee, bevor ich mich wieder auf den Rückweg mache.IMG_2777Am kleinen Strand kühle ich meine heißgelaufenen Füße ( hätte ich doch Leder statt Goretex nehmen sollen? ). Das Wasser ist so kalt, dass ich nach fünf Sekunden genug Erfrischung habe. IMG_2790Unterwegs gibt es noch ein paar schöne Ausblicke:IMG_2798IMG_2745Der Rückweg kommt mir viel kürzer als der Hinweg vor, aber das geht mir fast immer so. Seltsam. Nun geht es wieder über die Hängebrücken ( seufzdolleundwiederganzvielangsthab ), den Berg hinauf und mit dem Auto zurück Richtung El Bolson. Ich bin ziemlich kaputt, aber sehr zufrieden mit diesem schönen Tag, und auch ein bisschen stolz auf mich 🙂IMG_2813IMG_2810Ich glaub, ich fang das Wandern an, das gefällt mir!

Ja, bin ich denn in der Schwyz und der zweite Frühling

Seit ein paar Tagen ( genauer: seit dem 6.11. ) bin ich in Bariloche, nach einem langen Reisetag abends um halb elf gelandet. Falls mal jemand mit LAN fliegen möchte – nehmt euch ne Stulle mit. Ich bin in den letzten Tagen drei Mal mit LAN geflogen, und jedes Mal gab es exakt das Gleiche zu essen: 1 Zitronenkeks, 1 Mini – Alfajores ( so eine Art Doppelschokokeks ), eine Minitüte Salzgebäck ( zum Größenvergleich mein zierliches Handy ) Nun gut, nach dem ersten Hungerflug wusste ich dann ja, dass ein Käsebrötchen hilfreich ist 🙂IMG_2693Der Flughafen in Bariloche liegt 20 km außerhalb, es gibt keinen Bus mehr, Taxis eigentlich auch nicht, dafür jede Menge Regen und kalt. Seufz. Gemeinsam mit zwei jungen Männern hab ich dann doch noch ein Taxi erwischt – Geld gespart, und  lustig ist es.

Mein Hostel, das erste meiner Reise, bislang hab ich mich ein bisschen davor gedrückt und mir doch immer lieber ein Hotel oder eine Pension oder eine AirBnB-Unterkunft gesucht. Aber Bariloche ist ziemlich teuer, da liegt es nahe, gleich mal ein bisschen für Neuseeland zu üben 🙂

Als ich ankomme, stehen ein paar sehr junge Männer vor der Tür und rauchen, drinnen ist nicht mehr viel los. Und so sieht das Green House aus:IMG_2684IMG_2689Mein Zimmer darf ich heute Nacht allein beziehen, Glück gehabt. Hier sieht es wie in einer Jugendherberge aus, ich könnte auch auf Klassenfahrt sein …..  Es ist ganz sauber, aber trotzdem etwas gewöhnungsbedürftig. Am nächsten Tag kommt eine junge Amerikanerin mit asiatischem Aussehen dazu, da mein Englisch immer noch ziemlich unterentwickelt ist und sie kein Spanisch spricht, ist die Verständigung nicht ganz einfach.

Abends nervt mich das gemeinschaftliche Wohnen doch ein bisschen ( obwohl wir nur zu zweit sind  ), meine Mitbewohnerin skypt stundenlang sehr schrillstimmig, und ist auch sonst nicht gerade rücksichtsvoll. Leider ist sie so klein, dass sie sich aus dem oberen Bett quasi runterplumpsen lassen muss, was auf dem Holzboden ziemlich laut ist. Seufz.

Den Gemeinschaftsbereich hingegen finde ich ziemlich gemütlich. Nette Musik, gegen Abend wird es voll, alle kochen sich was, die meisten sitzen vor ihren Laptops, manche klönen, lesen, planen ihre Weiterreise. Ich hebe den Altersdurchschnitt erheblich, die meisten sind … na, sagen wir …. höchstens Mitte zwanzig.IMG_2687Ich find es hier ganz schön und auch schön billig ( etwa 10 € mit Frühstück ), zumal ich mich hier auch selber bekochen kann und nicht essen gehen muss ( nach drei Monaten unterwegs sein kann man das sehr genießen! )  Also gerne wieder Hostel, aber doch besser mit Einzelzimmer. Die gibt’s auch hier, waren aber schon vergeben.

Am ersten Morgen schau ich mir Bariloche an. Es ist nett hier, sehr gepflegt, sehr sauber, langweilig europäisch, sehr touristisch. Landschaftlich toll zwischen den drei Seen Nahuel Huapi, Gutiérrez und Mascardi gelegen. IMG_2675IMG_2679Passend zur Schweizer Landschaft gibt es In der Haupteinkaufsstraße viele, viele Schokoladenläden ( neben vielen, vielen Outdoorläden ) und jede Menge Konditoreien. An vielen Namen kann man die Herkunft der zahlreichen Einwanderer erkennen ( ja doch, ich weiß wohl, dass Tirol nicht in der Schweiz liegt …. )IMG_2712Für die Fotos erwische ich die wenigen Sonnenminuten, den restlichen Tag regnet es. Ich fahre mit einem Stadtbus zum etwa zwanzig Kilometer außerhalb und wunderschön gelegenen, sehr noblen Hotel Llao Llao. Früher hätte ich mich gar nicht getraut, heute hab ich mich trotz Gammeljeans in die edlen Hallen gesetzt und mir von einem Gelbbefrackten einen Cafe con Leche reichen lassen. Der hat zwar für hiesige Verhältnisse stolze 48 Pesos ( 6 €  ) gekostet, wurde aber mit drei feinen Pralinen und Spitzendeckchen gereicht. Ich genieße und bewundere die fantastische Aussicht.  Irgendwie erinnert mich die Landschaft sehr an den Teppich, den ich mit 18 bei der Bildteppichkünstlerin Müller-Ortloff am Bodensee knüpfen musste …..IMG_2682 IMG_2681Später fahre ich ins Hostel, mache mir was zu essen, trinke nen Wein und starre gemeinsam mit vielen jungen Menschen in den PC. Schon sehr merkwürdig …..

Am nächsten Tag möchte ich eine Radtour machen, 25 nicht ebene Kilometer ….. kaum stehe ich vor der Fahrradvermietung, fängt es wieder an zu regnen. Ist wohl so wie in Bremen, nur nennt man es hier Frühling …..  und den erkennt man vor allem an den Pflanzen: Tulpen und Ginster blühen, Flieder, meine Lieblingsclematis, sogar eine blühende Magnolie habe ich heute gesehen ….. das ist also mein zweiter Frühling !!IMG_2685 IMG_2686Statt Radtour klettere ich ziemlich sportlich ( die meisten nehmen die Seilbahn ) auf den Cerro Camanario, oben hat man eine tolle Aussicht: IMG_2707IMG_2694Mittags kümmere ich mich um mein neues Luxusprojekt: ich habe beschlossen, mir für sieben Tage ein Auto zu leihen. Die Landschaft hier ist so schön – ich mag einfach mal nach Lust und Laune herum fahren, auch mal jenseits der Bushaltestellen anhalten, mir schöne, wenig überlaufene Stellen in den Parks suchen und  freue mich darauf, meine Sachen völlig chaotisch ins Auto schmeißen zu können.

Später wandere ich  am See Guitierrez bis zu den Wasserfällen, schön ist es, trotz Regen.IMG_2715IMG_2723Morgen Mittag geht’s weiter!

Zwei schöne Tage am Ende der Welt

Montag, 4.11., habe ich eine Ganztagestour gebucht. Guide Alejandro holt mich mit dem Jeep zu Hause an, mit dabei sind außerdem sechs andere Menschen aus Argentinien, Brasilien und Italien. Die Verständigung auf Spanisch klappt ganz gut!

Auf der Routa 3, der berühmten Panamericana, fahren wir eine ganze Weile.IMG_2497Irgendwo im Nirgendwo biegen wir ab und fahren Wege, die ich zu Fuß nicht hätte gehen mögen: überknietiefe Pfützen, tiefe Schlammlöcher ….. zur allgemeinen Belustigung werden wir ordentlich durchgeschüttelt. IMG_2505IMG_2513IMG_2530Die Fahrt macht Spaß, ist aber ein reines Tourispektakel – zum See Fagnano ( der fünftgrößte Südamerikas ) gibt es bessere Wege, die wir auf dem Rückweg auch nehmen.

Die Landschaft ist einfach wunderschön. IMG_2528Gegen Mittag kommen wir zu einem kleinen Häuschen, das dem Guide gehört. Hier wird gegrillt, dazu gibt es Brot, Salat und Wein. Wie die meisten Mahlzeiten in Argentinien ist das Essen ziemlich fleischlastig, Neele, du hättest es schwer!IMG_2598IMG_2545IMG_2565

IMG_2566Gegen Mittag lässt sich auch manchmal die Sonne blicken, Wald und See sind superschön!IMG_2605IMG_2557IMG_2538Nach dem Essen legt Alejandro die Reste an den Waldrand – zwei kleine Füchse kennen das wohl und holen sich abwechselnd und sehr vorsichtig die EssensresteIMG_2576IMG_2580Es war ein schöner und lustiger Tag, aber ich merke, dass diese organisierten Rudeltouren für mich nur ab und an das Richtige sind.

Deswegen mache ich mich am nächsten Morgen alleine auf, um im Nationalpark Tierras del Fuego  ( Feuerland ) ein bisschen zu wandern. Allein in der Natur bin ich nicht – der Park ist gut besucht. Bewegung und frische Luft tun mir gut, ich bin begeistert – ist das schön hier! Leider kommt das auf den Fotos nicht so genial rüber wie es ist  ….IMG_2609IMG_2628IMG_2660IMG_2620IMG_2659IMG_2654IMG_2614Und diese Fotos sind speziell für Claudi:IMG_2646IMG_2643Morgen geht’s auch schon wieder weiter, ein oder zwei Tage mehr hätt ich für Ushuaia noch gut haben können. Und wieder heißt es Abschied nehmen – diesmal von meiner warmherzigen Gastfamilie, Carlos, Wilma und Tochter Jasmin. IMG_2662 Mir steht ein langer Reisetag mit zwei Flügen ( Ushuaia – Buenos Aires und Buenos Aires – Bariloche ) und langem Zwischenaufenthalt bevor. Streckentechnisch ist das ziemlicher Schwachsinn, aber so habe ich das nun mal gebucht. Und das ist der Nachteil an den ( günstigen ) Weltreisetickets: wenn man sich einmal  für eine Streckenführung entschieden hat, muss diese auch abgeflogen werden.

Aber auch blödsinnige Strecken kann man schön finden: ich verabschiede mich von der tollen Landschaft und genieße ( mal wieder ) den Landeanflug auf Buenos Aires 🙂IMG_2665IMG_2669IMG_2671

In Bariloche gibt’s ne Premiere: ich gehe das erste Mal in ein Hostel 🙂

 

Voll das Kontrastprogramm ……. Ushuaia

Samstag, 2.11. muss ich mich von Buenos Aires und meiner lieben Gesellschaft dort verabschieden, was mir wie erwartet schwer fällt. Um 13.20 geht mein Flugzeug vom Aeroparque, dem Inlandsflughafen mitten in der Stadt.IMG_2411Der Flug ist ziemlich unruhig, ich bin aber so müde, dass ich die meiste Zeit vor mich hin döse. Kurz vor der Landung gibt es schöne Aussichten auf schneebedeckte Berge:IMG_2412 IMG_2413 IMG_2414 IMG_2415 Ushuaia bietet schönstes Wetter, vielleicht ein paar Grad zu kühl ???!! Meine neuen Airbnb – Hosts Wilma, Jorge und Tochter Jasmin holen mich ab und bringen mich „nach Haus“. Alles ist  gemütlich und zum Glück sehr gut beheizt!IMG_2486

Nach einer kurzen Kaffee – Pause mache ich mich gleich auf den Weg in den Ort. Ushuaia hat knapp 60.000 Einwohner, jede Menge Touristen ( alle in North Face oder Jack Wolfskin ) und scheint recht beschaulich zu sein. Mein erster Gang: ich kaufe mir eine Mütze! Und stelle fest: auf der Haupteinkaufsstraße gibt es einen Outdoorladen neben dem anderen. Alle haben Mützen, Handschuhe und hunderte von Fleecejacken. Warum hab ich nur in Santa Rosa und in Buenos Aires tagelang nach einem Fleece gesucht? In Ushuaia gibt’s die große Auswahl!

Neben den vielen Läden gibt es auch jede Menge schöner Fotomotive!IMG_2428 IMG_2429 IMG_2424Gegen Abend finde ich eine Bar, die mir gut gefällt. Dort gibt’s leckere Kürbissuppe und guten Wein:IMG_2436 IMG_2434Ich bin früh zu Haus und schnell im Bett. Was ist es ruhig hier – ich schlafe tief und fest, trotz Sturm ( und etwas Neuschnee!!! ) ……. das ist der Blick aus meinem Zimmerfenster heute morgen:IMG_2443Plötzlich habe ich Heimweh – ich bin soooo weit weg! Nach vier Wochen netter Gesellschaft, guten Gesprächen und viel, viel Tango kann ich mir hier nicht aus dem Weg gehen …. wird wohl ein, zwei Tage brauchen, bis ich das Alleinesein wieder genießen kann.

Morgens vergleiche ich die Angebote verschiedener Anbieter und plane die kurze Zeit, die ich hier am Ende der Welt habe: heute Nachmittag möchte ich eine Katamaranfahrt in den Beagle – Kanal, morgen eine Tour in die Berge machen. Dienstag geht’s auf eigene Faust in den nahegelegenen Nationalpark ( wenn das Wetter hält ).

Die Schiffstour heute entpuppt sich als großes Touri – Spektakel mit Kaffeefahrtambiente. Leider können wir nicht ablegen, der Hafen ist geschlossen, das Wetter weiter draußen wohl viel zu windig. Geld gibt’s zurück, und ich weiß nicht, ob ich traurig oder froh sein soll. Versuche, mir den Tag noch schön zu machen, gehe spazieren, fotografieren und fein Kaffee trinken, genieße Beschaulichkeit und wunderbar frische Luft!IMG_2449 IMG_2474 IMG_2468 IMG_2467IMG_2473 IMG_2482 IMG_2472 IMG_2489IMG_2460Hasi am Ende der Welt:IMG_2484

3. Woche in Buenos Aires

Ein Kommen und Gehen im Hotel – aber alle bleiben lange genug, um nach der Abreise vermisst zu werden. Am Samstag, 28.10. verabschieden wir Mariann, später spazieren wir durch die Straßen, besuchen den Markt in der Nähe des Recoleta – Friedhofs. Das Wetter ist schön, die Tangotänzer sind unterwegs, um ein paar Pesos zu verdienen, Touristen und Einheimische genießen den milden Frühlingstag.IMG_2375IMG_2373IMG_2378

Sonntag schaffe ich es endlich, mich mal rauszuziehen. Ich freue mich darüber, dass ich am Nachmittag ganz allein in dem großen Haus bin, liege stundenlang auf der schönen Dachterrasse, döse, schlafe, lese.

Abends gehe ich alleine auf die Milonga „El beso“. Ich bin ziemlich früh dort, die Practica ist gerade vorbei. Auf den Milongas in BsAs kann man sich nicht einfach irgendwo hinsetzen, man muss warten, bis man einen Platz zugewiesen bekommt. Noch ist kaum jemand da, trotzdem warte ich ziemlich lange, bis die zuständige Dame zu mir kommt und mich auf einen ungünstigen Platz abseits in der dritten Reihe plaziert. Dazu muss man wissen, dass es auf einer Milonga ziemlich wichtig ist, wo man sitzt. Da alles über Blickkontakt läuft, sollte man, um tanzen zu können, dort sitzen, wo man sehen und gesehen werden kann! Ich muss etwas energisch werden, um einen anderen Platz zu bekommen. So langsam füllt sich der Saal, schließlich sind bestimmt 60 Frauen da, alles aufgebretzelte Touristinnen. Sie sitzen an zwei gegenüberliegenden Seiten des Raumes, an den anderen beiden Seiten sitzen etwas weniger zahlreich meistens argentinische Männer. Und jetzt erinnere ich mich: hier war ich vor vier Jahren schon einmal ….. und fand die Situation genauso bescheuert wie heute. Damals bin ich gar nicht zum Tanzen gekommen, heute klappt es trotz allem gut. Das Auffordern bzw. aufgefordert werden per Cabezeo liegt mir, und tanzen kann ich inzwischen viel besser. Ich habe viele sehr schöne Tänze, bin irgendwann ganz müde getanzt. Freue mich darüber, dass ich es geschafft habe, so gut für mich zu sorgen, bestelle mir einen Wein, schaue den anderen beim Tanzen zu und gehe zufrieden nach Hause.

Abends erreicht mich noch eine mail von Gertrud aus Bremen. Wir kennen uns nicht, kennen aber beide Cordula, die uns vermittelt hat. Gertrud ist seit einem Tag in BsAs und sofort ausgeraubt worden. Einer jungen Frau aus unserem Hotel passiert am gleichen Tag dasselbe. Man wird auf der Straße von einer freundlichen Person auf Flecken auf der Kleidung aufmerksam gemacht. Diese reicht ein Papiertuch und hilft beim Säubern … hinterher fehlen Geld und Kreditkarte. Alle kennen diese Masche, aber wenn es einen trifft, denkt man nicht dran und reagiert  falsch ….. für mich ist es eine Mahnung, wieder besser aufzupassen. Ich hatte bislang viel Glück – mir ist noch gar nichts passiert!

Ich treffe mich am nächsten Tag mit Gertrud auf einen Kaffee. Abends gehen wir in einer größeren Gruppe in die Bendita-Milonga, möchten noch einmal El Afronte und die Showtänze sehen. Gertrud kommt auch mit und ist trotz des blöden BsAs-Einstieges am Ende die Lustigste von uns!

Ich bin ziemlich erkältet. Alle Milongas sind klimatisiert, und wenn man Pech hat, muss man im eiskaltem Zug sitzen – besonders schön, wenn man vom Tanzen verschwitzt ist. Tuch und Jäckchen sind Pflicht, reichen aber auch nicht immer!

Dienstag fahren Angelika, Jacqueline und ich ins Tigre – Delta. Dort kann man auf Ausflugsschiffen kleine Rundfahrten machen. Schon auf der Bahnfahrt nach Tigre bin ich so müde, später auf dem Schiff schlafe ich einfach ein – der wenige Schlaf und die beginnende Erkältung haben mich geschafft. Abends geht’s dann einfach mal früh ins Bett.DSCN4580 - Kopie (2) DSCN4579 - Kopie (2)DSCN4583 - Kopie (2)DSCN4596DSCN4588 - Kopie (2)IMG_2380

Mittwoch gehe ich mit neuen Hotelgästen ins Sueño Porteño, das war vor vier Jahren meine Lieblingsmilonga. Diesmal bin ich nicht so begeistert, aber am späteren Abend singt Juan Carlos Godoy, ein sehr berühmter Tangosänger. Er ist 92 und ziemlich klapprig, singt mit erstaunlich voller und wunderschöner Stimme von Liebe und Leidenschaft. Das ist sehr anrührend!

Donnerstag bin ich mit Jacqueline kurz auf einer Nachmittagsmilonga, später sind wir dann in Sachen Kneipe mit Live-Musik unterwegs und haben einen absolut schönen und lustigen Abend.

Freitag abend geht’s in der Gruppe ins Gricel, das ich zu meiner Lieblingsmilonga 2013 erkläre. Der Saal ist voll, Stimmung und Tanzniveau sind gut, traditionell, aber nicht steif, wenig touristisch. Da wir erst nach 23.00 losgehen, wird es spät – mit Giselas Absackerwein ist es vier, bis ich im Bett bin – aber was soll man schlafen, wenn man in Buenos Aires tanzen kann!

Was ich tagsüber mache? Freitag schüttet es den ganzen Tag, das kommt mir ganz gelegen, ich packe, sortiere meine Sachen und organisiere meine Weiterreise. Und sonst? Ich weiß es nicht mehr so genau …. Englisch war dabei, verschiedenen Einkäufe, noch ein Friseurbesuch, Weihnachtskekse in einer fantastischen Konditorei fotografieren, essen gehen, viele Gespräche …. IMG_2390IMG_2392

Ich denke lange darüber nach, warum ich die Stadt diesmal so anstrengend finde. Da ist der unglaubliche Lärm, der Verkehr, diese Hektik, unzählige gestresste Menschen, die einem auf der Straße entgegen hetzen.DSCN4606DSCN4609

Hundeausführer … für die, die sich einen Hund halten, aber gar keine Zeit haben. BsAs hat eine große Hundedichte, und, so hörte ich, weltweit die größte Dichte an Psychologen und Psychotherapeuten 😉IMG_2389

Entscheidender ist aber wohl der selbstgemachte Stress: möglichst viel tanzen zu gehen, möglichst alles zu besorgen, was es in den kleinen Orten vielleicht nicht gibt, möglichst viel mit anderen zu machen, möglichst viel viel viel von allem, was später  rar werden könnte. Bedauern darüber, was ich noch alles hätte machen können, aber nicht geschafft habe.

Spüren zu können, wonach mir gerade ist, ist mir manchmal schwer gefallen. Wenn es so viel Schönes gibt, muss man auswählen können …… so war die Zeit in BsAs toll, aber nicht immer ganz einfach für mich.

Aber eins ist sicher: das Tangofieber hat mich wieder! Acht Wochen lang ist das Tanzen in den Hintergrund gerückt, und ich war gespannt darauf, wie es mir in BsAs ergehen wird und ob ich wieder tanzen mag.

Und ob ich mag!

Nun hab ich schon geschaut, ob bzw. wo man in Ushuaia, Bariloche, Valparaiso und Santiago tanzen kann 😉 …..

Samstag packe ich eben fertig und frühstücke noch gemütlich mit den anderen. Marion vom Hotel hat Geburtstag, es gibt Sekt und Ständchen – und ich weiß nicht, ob ich traurig bin, weil ich noch nicht weg möchte, oder ob ich mich auf Neues freue ….. Ushuaia ( die südlichste Stadt der Welt ), ich bin unterwegs!IMG_2411IMG_2439

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Highlights und ganz viel Großstadt

Die Zeit ( das Leben ) rast hier ganz verrückt – das muss einfach mit dieser Stadt zu tun haben! Eine Galapagosstunde ist etwa so lang wie 10 von diesen seltsamen Zeiteinheiten, die hier Stunde genannt werden ….

Unglaublich, dass ich schon 14 Tage in Buenos Aires bin. Schöne 14 Tage, viele Gespräche, viel Tango und viel Spaß. Und manchmal auch große Sehnsucht nach Natur, guter Luft und ganz viel Ruhe.

In der letzten Woche hatte ich drei Doppelstunden Englisch, aber ich bin keine fleißige Schülerin und könnte sicher schon viel weiter sein. Es gibt ( hier ) einfach Schöneres, als Hausaufgaben zu machen.

Dienstag, 22.10., stehen Mariann und ich sehr früh auf. Das Teatro Colon vergibt Freikarten für ein Konzert am Donnerstag – aber man muss früh dort sein, um welche zu bekommen. Wir haben Glück und kommen sogar noch rechtzeitig genug zurück ins Hotel, um frühstücken zu können.

Am frühen Abend gehen wir auf eine schöne Milonga ( Nuevo Chique ) , die zu Fuß zu erreichen ist. Wir kommen viel und gut zum Tanzen und gehen sehr zufrieden nach Haus.

Mittwoch klingelt der Wecker wieder ( zu ) früh – Jacqueline und ich wollen nach Colonia in Uruguay fahren. Dafür muss man mit der Fähre über den Rio de la Plata fahren, was etwa eine Stunde dauert.IMG_2209Colonia ist schön, klein und sehr grün. Der historische Teil ist Weltkulturerbe und wirklich  sehenswert.IMG_2288Wir spazieren durch den Ort, gehen sehr teuer und sehr schlecht ( aber mit Blick aufs Wasser – schöööön! ) frühstücken und genießen Sonne, Luft und Großstadtpause.IMG_2226IMG_2227IMG_2262Später besteigen wir den kleinen Leuchtturm und schauen uns den Ort von oben anIMG_2231IMG_2233IMG_2241IMG_2239Mit dem Stadtbus fahren wir zur Plaza de Toros , die mitten in einem weitläufigen  Wohngebiet liegt. Die Stierkampfarena ist 1910 gebaut worden. Schon zwei Jahre später sind die Stierkämpfe in Uruguay verboten worden, so wurde diese Arena nur wenige Male benutzt. Heute ist sie verfallen, aus Sicherheitsgründen abgesperrt und wirkt in dieser Umgebung wie ein sehr seltsamer Fremdkörper.IMG_2272Anschließend geht’s zum Strand – hier sieht es ja aus wie an der Ostsee! Schön!IMG_2275Ganz plötzlich wird es sehr stürmisch, später auch viel kühler und ungemütlicher.IMG_2276Nach einem schlichten Abendessen sehen wir uns den Sonnenuntergang und ganz aus der Ferne die Wolkenkratzer von Buenos Aires an – ich muss aufpassen, dass ich nicht nur fotografiere, sondern auch einfach nur mal schaue! So schön! IMG_2310IMG_2342IMG_2321IMG_2343IMG_2324Später nehmen wir die Fähre zurück nach Buenos Aires – das war ein schöner Tag, nur etwas zu kalt. Nach dem Temperatursturz vom letzten Wochenende war die ganze Woche kühl und unbeständig.

Am Donnerstag geht es nachmittags zu viert zum Konzert ins Teatro ColonIMG_2350IMG_2353IMG_2356IMG_2354Das Orquesta Academica del Instituto Superior de Arte del Teatro Colon ( Abschlussklasse der Musikstudenten ) spielt Debussy, Ravel und Saint-Saens. Zu einigen Stücken spielt die Solistin Virginie Roblliard, die wohl recht bekannt ist. IMG_2361IMG_2367Ich hab zwar keine Ahnung, finde Musik und Akustik aber toll und freue mich, mal in diesem wunderschönen Theater gewesen zu sein.

Abends gehen wir in einer größeren Gruppe in die bemerkenswerte „Undergroundmilonga“ La Catedral. Das Publikum ist sehr jung, das Ambiente sehenswert schräg. Es gibt ganz viel zu schauen: Chacareraeinlagen ( das ist ein Volkstanz ), Livemusik und Showtänzer ( nein, kein Tango, eher Folklore mit Steppeinlagen ), sehr bewegliche Salsa- und richtig gute Tangotänzer . Am sehr späten Abend kommen wir noch ein wenig zum Tanzen. Für uns ältere Damen war es eher eine Schau-und-Staun-Milonga als eine Tanzmilonga, aber trotzdem sehr schön. Schade, dass ich meinen Fotoapparat nicht mitgenommen habe!

Freitag geht’s wieder zum Englisch, ich nehme eine Tangostunde und dungel den restlichen Tag so vor mich hin. Abends gehen wir in einer kleinen Gruppe ins Gricel, das ist die Milonga, die mir schon neulich so gut gefallen hat, Freitags geht sie von 22.30 bis 4.00 Uhr. Der Saal ist voll, die Stimmung klasse, die Musik sehr fein, und ich habe Glück: sehr sehr viele ganz wunderbare Tänze für mich!

 

Alles rast hier – vor allem die Zeit!

Ich weiß nicht warum, die Zeit vergeht hier so so schnell – ist nicht allein meine Beobachtung, das geht auch anderen so!

Ich mache wenig dies und wenig das und schwups ist schon wieder ein Tag vergangen ……. vielleicht liegt es auch daran, dass wir manchmal bis Mittags beim Frühstück sitzen. Es gibt immer andere Gäste, die ich am gemeinsamen Frühstückstisch treffe, man berichtet von der gestrigen Milonga oder erzählt alles mögliche.

Am Donnerstag, 17.10., habe ich meine erste Englisch – Einzelstunde. Die ist für mich ziemlich anstrengend, weil alles auf Spanisch erklärt wird und ich mich auf zwei Fremdsprachen gleichzeitig einstellen muss. Aber ich bin froh, dass ich mich endlich überwunden habe ( zu Hause hab ich mich vorm Kurs gedrückt …. ) Englisch ist einfach nicht meine Sprache, aber ein bisschen muss ich unbedingt dazulernen, damit ich in Neuseeland und in Asien einigermaßen zurechtkommen kann.

Abends gehen wir zu fünft auf eine Milonga ins Gricel. Das wird ein sehr schöner Tanzabend. Wir kommen alle viel zum Tanzen, die Stimmung ist gut, der Saal ist voll, die Leute nett.

Am Freitag habe ich nach dem Frühstück ( also so gegen halb eins ) eine weitere Englischstunde.  Englisch fällt heute noch schwerer, vielleicht hätte ich mich doch besser nicht bis nachts um drei festquatschen sollen …. Nachmittags machen wir uns auf den Weg nach Palermo, wir haben dort einen Friseurtermin. Marion vom Hotel hat uns Edu empfohlen, der nicht nur gut schneiden kann, sondern auch ziemlich lustig ist. Zum Schluss gibt’s noch ein Erinnerungsfoto:IMG_2134Am Abend gehen wir in das Lokal, in dem wir schon vor vier Jahren immer waren und hervorragend gegessen habe. Hier ist es immer brechenvoll, man trifft nur Einheimische. Kugelrund und viel zu satt laufen wir später nach Haus. Heute geht Tanzen wirklich nicht mehr, ich wiege gefühlte 100 kg mehr 😉IMG_2137Für Sonntag ist Regen und ein Temperatursturz angesagt, deswegen nutzen wir am Samstag das schöne und ziemlich warme Wetter aus, mieten uns Fahrräder und fahren in den Parque Natural. Dieses Naturschutzgebiet liegt zwischen Puerto Madero und Rio de la Plata ( der hier so breit ist, dass man das andere Ufer nicht sehen kann ) . Ein bisschen Ruhe und Natur mitten im Weltstadtwahnsinn bekommen mir sehr gut!IMG_2144IMG_2152IMG_2149Auf dem Rückweg schauen wir noch bei Mafalda vorbei, die wahrscheinlich am meisten fotografierte Dame der Stadt:IMG_2164Abends gehen Mariann und ich auf eine Milonga, die in nur zwei Blocks Entfernung von unserem Hotelito liegt  ( Milonga en Rojo, Alsina 2540 ). Stimmung und Publikum könnten einem Tanzteenachmittag im Altersheim entsprungen sein – nach einer Stunde gehen wir einfach ( gähnend und seeehr müde ) nach Haus.

Sonntag schauen Jacqueline und ich ins Museum für Moderne Kunst, eigentlich darf man nicht fotografieren, wir tun es trotzdem und haben jede Menge Spaß:IMG_2176IMG_2178IMG_2179IMG_2182 IMG_2184IMG_2167 IMG_2169 (2)Auf dem Weg nach Hause streifen wir kurz den Sonntagsflohmarkt in San Telmo und hören ein bisschen dem tollen Tangoorchester El Afronte zu – superschön!IMG_2166Einen Tag später sehen wir die Truppe in voller Besetzung in der Milonga Bendita wieder, dort spielen sie jeden Montag und Mittwoch. Auch der Sänger ist toll!IMG_2190IMG_2191Später gab es feinen ShowtanzIMG_2197 IMG_2205Und zwischendurch konnte man natürlich auch selber tanzen. Das Publikum war gemischt, es gab sehr, sehr viele Touristen  – auf der Tanzfläche am Tanzstil zu erkennen 😉

 

 

Großstadt, Tango, schlechte Laune …..

Dienstag ( 15.10. ) gibt es bei mir recht viel zu erledigen. Der Tag fängt damit an, dass ich versuchen muss, meinen Sachbearbeiter für Bezüge, Kindergeld und Trallala in Aurich anzurufen. Herr H. hatte mir  ( bzw. meiner Homebasis in Bremen – Dietrich danke dir vielmals!!!  ) ein Formular zukommen lassen, welches ich zusammen mit verschiedenen Nachweisen innerhalb von vier Wochen einzureichen habe. Dazu muss man wissen, dass ich noch von Bremen aus versucht habe, Herrn H. telefonisch zu erreichen, was mir leider nicht gelungen ist ( entweder besetzt oder AB ) Aber mit einer Frau M. hatte ich gesprochen, außerdem hab ich diverse mails geschrieben. Leider hat sich Herr H. nie zurück gemeldet, bis auf die oben erwähnte Formulare.

Da die Zeit drängt, spreche ich für viel, viel Geld Herrn H. per Handy aufs Band  ( ja, man kann auch in einen der vielen Telefonläden hier gehen, ist viel billiger. Ist nur nicht möglich, wenn man auf dem Amt in Deutschland nur bis zwölf anrufen kann und es fünf Stunden Zeitverschiebung gibt ). Leider kann man Herrn H. auch nur sehr kurz aufs Band sprechen, so muss ich halt zweimal anrufen und mich zweimal durch mindestens zwei Minuten telefonischer Ansage quälen ….. grrrrrrrrrrrmpffffffffffff

So habe ich dann schon vorm Frühstück reichlich schlechte Laune …..

Später buche ich in der Sprachschule den Englischunterricht, besorge allerlei Sachen, finde keine Schuhe. Na toll.

Buenos Aires ist atemberaubend, aber auch sehr gewöhnungsbedürftig. Vor vier Jahren, das fällt mir jetzt wieder ein, waren die ersten Tage auch furchtbar anstrengend. Es ist unglaublich laut, hektisch, voll und stellenweise ziemlich dreckig und heruntergekommen. Mitten im Großstadttreiben und – lärm liegen an einigen Stellen einzelne Obdachlose schlafend auf dreckigen Matratzen, als Passant macht man eben einen kleinen Bogen und kümmert sich nicht weiter. Das gab es damals auch schon, es schockiert mich immer wieder! Aber klar, auch in Bremen hab ich in den letzten Jahren am Bahnhof Leute gesehen, die in den Abfalleimern nach Essbarem suchen …… das schockiert mich auch!

Und plötzlich ist es heiß, der Frühling ist da. Das Foto habe ich mittags gegen eins gemacht, ein paar Grad ist das Thermometer noch gestiegen. Hier ist die Wärme anders als in der Pampa, die Luft ist viel feuchter – ich schwitze!IMG_2069Gegen Nachmittag schaue ich auf einen Kaffee in das berühmte Tortoni, eines der vielen wunderbaren Cafes in dieser Stadt:IMG_2072Aber auch hier bin ich tendenziell genervt, es ist einfach ziemlich voll, die Leute ( meist Touristen )stehen Schlange und warten darauf, dass ein Tisch frei wird. Am frühen Nachmittag fahre ich in der ( wie könnte es anders sein) rappelvollen U – Bahn  ( Sardinenbüchse ist nichts dagegen ) ziemlich fertig Richtung Hotel. Ich hab nicht alles geschafft, was ich schaffen wollte, ich will  nur noch meine Ruhe und Füße hochlegen.

Jacqueline geht’s genau so … vielleicht braucht man einfach ein paar Tage, um sich an diese  wunderbar – schreckliche Stadt zu gewöhnen?

Abends melden sich aber meine Lebensgeister wieder – ich gehe mit Mariann auf eine sehr traditionelle Milonga ganz in der Nähe. Jeden Abend hat man die Auswahl zwischen sieben und etwa fünfzehn Milongas. Manche beginnen schon nachmittags und enden abends, manche fangen erst um 23.00 an, dort kann man bis morgens um drei oder vier tanzen.

Kaum sitzen wir, werden wir schon zum Tanzen aufgefordert und kommen auch später viel zum Tanzen. Eine traditionelle Milonga hat in Argentinien sehr (!) feste Regeln, die alle Sinn machen.

Man bekommt einen bestimmten Sitzplatz zugewiesen, dabei sitzen die Männer auf der einen, die Frauen auf der anderen Seite.  Aufgefordert wird per Cabezeo – man schaut sich an und stimmt durch ein leichtes Nicken zu. Ablehnen kann man, indem man einfach wegschaut – niemand anderes merkt es und niemand wird bloß gestellt. Hier wird jeweils nur eine Tanda ( 3 – 4 Musikstücke ) zusammen getanzt, dann werden alle Damen zurück an den Platz begleitet, neue Tanzpaare bilden sich. So wird viel häufiger als auf den Milongas in Deutschland gewechselt, das finde ich schön. Das Verhältnis Tänzer – Tänzerinnen ist recht ausgelichen, das finde ich noch schöner 😉

Ganz zufrieden gehen wir nach Haus – die schlechte Laune ist weg und wird unter „Eingewöhnung“ abgeheftet!

Heute morgen finde ich  ( endlich! ) eine mail von Herrn H. in meinem elektronischen Briefkasten …… alles ist in Ordnung, die Formulare und die Aufforderung, Nachweise zu erbringen, sind einfach nur automatisch versendet worden ….. ( hä????? )

Na, abgesehen davon, dass ich mindestens 15 € vertelefoniert habe, bin ich froh, der Tag fängt eindeutig besser an.

Nach dem Frühstück habe ich eine Einzelstunde bei Fabian  – eigentlich wollte ich nur ganz manchmal eine Stunde haben – wenn man aber so einen tollen Tanzraum und einen fantastischen Tanzlehrer direkt im Haus hat, ist es gar nicht so einfach, sich zu beschränken 😉 IMG_2082IMG_2099IMG_2087Fabian hat ein entzündetes Auge, deswegen die Sonnenbrille ….

Nachmittags fahren Jacqueline und ich zum Bummeln nach Palermo Soho, quasi das Ostertorviertel ( oder : Prenzlauer Berg ) von Buenos Aires. Wir bummeln durch vergleichsweise ruhige, schöne Straßen, überall gibt es feine  Boutiquen und nette Cafes.IMG_2116IMG_2122IMG_2125Den Abend beschließen wir ganz ruhig auf der Dachterrasse unserer Unterkunft mit Wein ( ich ), Keksen ( Jacqueline ) und fast vollem Mond. So schön!

Morgen hab ich meine erste Englisch – Stunde. Seufzdolle ……

Und morgen Abend wird getanzt!

 

Ankunft in Buenos Aires

Etwas später als erwartet treffe ich in Buenos Aires ein …. die Busfahrt von Santa Rosa ist nicht ganz so nett wie die Hinfahrt …. das liegt sicher auch daran, dass ich beschlossen hatte, ein bisschen zu sparen und deswegen die etwas weniger luxuriöse Busvariante ausgesucht habe. Vor der Abfahrt waren Elke und ich noch schön essen – an Hunger oder Durst kann der schlechte Schlaf wirklich nicht gelegen haben …..

Am Busbahnhof in Buenos Aires stelle mich an die Taxischlange an ( hier stehen nicht die Taxis in der Schlange, sondern die Leute, die eins brauchen) und bin kurz darauf im Apassionata Tango, ein schönes, kleines Tango-Hotel in der Nähe der Plaza Congreso. Mein Zimmer ist prima, und besonders Spaß macht es mir, meine Sachen komplett auszupacken 🙂 hier bleibe ich drei Wochen, und ich habe Zeit und Lust, mich häuslich einzurichten. Alle Zimmer haben hier ein Thema, meines heißt „Tango-Bar“…. ( zweite Tür von links )IMG_2038Blick von der Galerie auf den Innenhof ( Frühstücksplatz und Gästeküche )IMG_2036

Nach dem Duschen, Frühstück und Auspacken zieht es mich in die Innenstadt … ich flaniere die Florida ( Fußgängerzone ) hoch und runter, kaufe mir ein Kleid ( bin momentan so gar nicht nicht zum Tanzen gehen ausgerüstet) und staune. Ich hatte vergessen, wie laut, quirlig und anstrengend Buenos Aires ist! Heute wird auch die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus gefeiert, der 12.10. ist ein wichtiger Festtag in ganz Südamerika! So sehe ich jede Menge Musikgruppen und viel Fiesta.IMG_2007IMG_2015Abends fragt mich Marion ( Marion und Fabian leiten das Tango – Hostel, organisieren Tangoferien, Fabian gibt genialen Tango-Unterricht ), ob ich mit ihr, der kleinen Maya und dem Aupair Sarah zu einem Umsonst-und-Draußen Musicalevent kommen möchte – klar möchte ich! Vor dem Planetarium ist eine große Bühne aufgebaut, ein riesiges Orchester spielt, Solisten treten auf. Die Musicalkomponisten Cibrian und Mahler werden für 30 Jahre und viele Musicals geehrt – sie sind anwesend, ebenso wie sehr viele tolle Künstler, die einzelne Stücke aus den verschiedenen Musicals spielen und singen. Marion erzählt, dass es in Buenos Aires immer wieder tolle Veranstaltungen gibt, die für die Bevölkerung umsonst sind – allen soll der Zugang zu Kultur und Kunst möglich sein. Auch ins Theater Colon kann man einmal im Monat gehen, ohne Eintritt zu zahlen.

Ich genieße den Abend sehr, auch wenn ich nach dreieinhalbstündiger Aufführung ziemlich durchgefroren bin. Der Frühling fängt hier ja erst an!IMG_2021IMG_2034Am nächsten Morgen trifft auch schon Jacqueline ein, ach, ich freu mich! Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg nach San Telmo, dort findet jeden Sonntag ein riesengroßer Flohmarkt statt.IMG_2043Straßenmusik …. die schönsten Tangos werden gespielt – und das wirklich gut!IMG_2046

Viele Läden sind geöffnet, und wir finden unseren Lieblingsladen von vor vier Jahren wieder:IMG_2048Ganz am Ende kommen wir auf die Plaza Dorrego, dort findet jeden Sonntag gegen Abend eine Open-Air Milonga statt. Diesmal schauen wir ( aus dem ersten Stock – dort gibt es eine Bar ) nur zu ….IMG_2057Buenos Aires ist einfach toll ( aber auch: laut, hektisch, dreckig ….)

Heute schlafen wir aus, und: ich hab meine erste Tangoeinzelstunde bei Fabian. Ich bin sehr nervös, aber ich merke schon: es geht doch noch!! Abends gehen Jacqueline, Mariann ( supernett, wohnt in unserem Hostal ) und ich auf eine Milonga, die in einem großen Pavillion in einem Park stattfindet. Am Anfang fremdeln wir noch ein bisschen, aber hinterher macht es so viel Spaß! Es gibt viele Tänzer, und wir kommen alle drei gut zum Tanzen. Ich glaub das Tangofieber hat mich wieder 😉

Morgen möchte ich zur Sprachschule und schauen, ob ich ein paar Englischstunden nehmen kann. Und ansonsten: Ich freu mich auf viel Großstadt und viel Tango!

Santa Rosa

Heute ( 11.10.) ist der fünfte Tag in Santa Rosa.

Santa Rosa ist die Hauptstadt der Provinz La Pampa, 600 km südwestlich von Buenos Aires. Santa Rosa hat 110 000 Einwohner und ist ein sehr beschauliches Städtchen – nett, gepflegt und ruhig, kaum Kriminalität. Es gibt eine Universität und viele schöne,  kleine Geschäfte. Die Plaza San Martin ist ein großer, weitläufiger Platz, um den sich einige Cafés und Läden gruppieren. IMG_1977IMG_1973IMG_1979 IMG_1975Am westlichen Stadtrand findet man eine künstlich angelegte Lagune, hier trifft man viele Freizeitsportler.IMG_1982Und viel mehr kann ich von Santa Rosa nicht erzählen, auch Wikipedia verrät kaum mehr….

Mir fallen die großen Unterschiede zu Ecuador auf. Die Menschen in diesem Teil Argentiniens sehen aus wie in Deutschland, ich falle überhaupt nicht auf. Mich erinnert alles sehr an Europa, allerdings auch die Preise. Manches ist so teuer wie in Deutschland, anderes noch teurer. Argentinien hat derzeit eine Inflation von über 25% …….

Das Spanisch hört sich hier wie Italienisch an, mir fällt es schwer, die Menschen zu verstehen.

Für mich sind es schöne, ruhige Tage. Ich habe ein Zimmer mit eigenem Bad und Gartenzugang, kann immer lange ausschlafen und alles sehr ruhig angehen lassen. Dreimal war ich bei Jenny in der Zahnarztpraxis, ein paar Mal in der Innenstadt zum Bummeln, an der Lagune zum Spazieren, zum Einkaufen im Supermarkt, einmal waren wir essen. Meistens bin ich einfach zu Hause, sitze im Garten ( es ist Frühling hier! ), nutze die Waschmaschine, sortiere meine Sachen, genieße freien Zugang zu Kühlschrank und Kaffeemaschine …… jeden Abend werde ich wunderbar bekocht, was ich sehr (!!!!!) genieße. Nach den vielen dicken Bohnen in Soße  und dem ewigen Reis freue ich mich hier über frische Salate, Fisch und Fleisch, Elkes selbstgebackenes Brot und den tollen, selbstangesetzten Joghurt.IMG_1984

Die Abende sind ebenso schön – es gibt leckeren Wein und viele lange Gespräche, auch mit Tochter Wiese, die viel von dem argentinischen Lehrerdasein berichtet ( auch nicht einfacher als bei uns ).

So genieße ich die großzügige Gastfreundschaft und komme so richtig zur Ruhe – was mir nach acht auch anstrengenden Reisewochen ziemlich gut tut.

Heute Abend geht’s aber wieder los – ich setz mich in den Nachtbus nach Buenos Aires und freu mich auf meine Freundin Jacqueline, sehr viel Tango, Weltstadtluft …..

 

 

Zwei Tage auf der Rinderfarm

Nachdem Elke mich am Busbahnhof abgeholt hat, fahren wir als erstes zu Tochter Jenny, einer Zahnärztin – das ist für mich ziemlich praktisch, weil ich seit ein paar Tagen leichte Beschwerden habe. Nach dem Zahnarzttermin bringt Elke mich zum Haus am Stadtrand von Santa Rosa. Elke ist die Schwester meiner Schwägerin, sie lebt zusammen mit ihrem Mann Hubert seit über 30 Jahren in Argentinien. Die beiden sind etwa in meinem Alter und haben drei erwachsene Kinder.

Gegen Abend geht’s dann gleich weiter: Elke und Hubert arbeiten an den meisten Wochenenden auf ihrer Rinderfarm mitten in der argentinischen Pampa. Dort gibt es eine beeindruckende Weite, große Weiden, viele Rinder, 12 Pferde, eine Katze und ein großes Haus, in dem man gerne sein mag. Nach etwa zwei Stunden Fahrt sind wir da. Nach dem Auspacken, Öfen anzünden, Kochen, Essen, Wein trinken ist es spät geworden.

Am nächsten Morgen stellt Elke mir ihre zwölf Pferde vor:IMG_1844IMG_1851IMG_1862Zwei Pferde werden eingefangen, ich darf Reni nehmen, eine liebe, ruhige Stute. Ich bin ziemlich aufgeregt, habe ja seit über zwanzig Jahren nicht mehr auf einem Pferd gesessen. Vor dem Satteln ist die Körperpflege dran, und dann geht’s im gemütlichen Schritt ( Reni ) und zitternden Knien ( ich ) hinaus in die Weite. So ganz entspannt bin ich noch nicht, aber total beeindruckt. Was für eine tolle Landschaft!IMG_1864Nach dem Ausritt werden die Pferde geduscht und auf die Weide gebracht.IMG_1867Inzwischen ist es auch ziemlich warm geworden. Nachts ist es kalt, tagsüber heiß und trocken, jedenfalls für mich. Es ist Frühling, im Sommer ist es noch viel, viel heißer und viel, viel trockener. Und ich habe Glück: vor einer Woche lag noch Schnee, was Ende September absolut ungewöhnlich ist.

Mittags war Siesta angesagt, auch Katze Moods schließt sich an.IMG_1871Am Nachmittag mussten Rinder in verschiedene Corrale und von dort aus durch eine Manga getrieben werden, weil sie mit bestimmten Ohrmarken gekennzeichnet werden sollten. Das war vielleicht ein Schauspiel! Ein bisschen habe ich beim Rindertreiben mitgeholfen, war aber ganz froh, als meine Hilfe nicht mehr notwendig war. So ganz geheuer sind mir diese Viecher nicht!IMG_1887IMG_1888IMG_1895IMG_1901Später durften die Rinder wieder in die Weite ziehen …. und für mich gab es schöne Fotomotive.IMG_1910IMG_1915IMG_1914IMG_1924Am nächsten Tag gab es wieder einen Ausritt, diesmal fühle ich mich sicherer, auch Galopp geht wieder, und Spaß machts! Unterwegs sehen wir Gürteltiere, patagonische Hasen, viele verschiedene Vögel und natürlich Kühe und Kälber, auch einige Stiere. Nachmittags gehe ich fotografieren, endlich erwische ich auch die Sittiche ( Cotorras ), die zu Hunderten in den Bäumen rund ums Haus leben.IMG_1953IMG_1957IMG_1949IMG_1946Sonntag Abend fahren wir zurück nach Santa Rosa – was für ein schönes Wochenende 🙂

 

Weltenwechsel

Gestern ( 3.10. ) bin ich morgens von Guayaquil gen Buenos Aires bzw. Santa Rosa ( La Pampa ) aufgebrochen – das war eine lange Reise!

Eigentlich sitze ich im Flugzeug am liebsten am Gang, damit ich zwischendurch immer mal wieder aufstehen kann und mich nicht so eingeengt fühle – diesmal habe ich nicht aufgepasst und komme doch ans Fenster. Den Platz kann auch nicht tauschen, das Flugzeug ist rappelvoll. Was für ein Glück, denn sonst wäre mir Blick auf die Atacama-Wüste und Anden entgangen:IMG_1802IMG_1805IMG_1806IMG_1811IMG_1812Knubbelwolken über Buenos AiresIMG_1815IMG_1817Und darauf freue ich mich schon länger und das musste auch gleich am Flughafen sein: schnell Geld ziehen und dann ein anständiger Cafe con leche mit Medialunas 🙂IMG_1821Auf der Taxifahrt zum Busbahnhof: ich erkenne so viel wieder und  freu mich total, wieder in Buenos Aires zu sein! IMG_1825Links die Casa Rosada, das RegierungsgebäudeIMG_1827Aber ich will ja gleich weiter. Am Retiro, dem riesigen und quirligen Busbahnhof, treffe ich einen Bekannten zum Abendessen, und um 22.45 geht’s in den Nachtbus nach Santa Rosa. Hier schwelge ich in Luxus, hab mir einen Bus Cama Suite gegönnt: breite, weiche Liegesitze! Im Oberdeck habe ich die Panoramaaussicht ganz für mich alleine – die Fahrt durchs nächtliche Buenos Aires: einfach toll!

Irgendwann schlafe ich ein, sogar ganz gut. Und schlage meine ( erstaunten ) Augen kurz vor Santa Rosa ( La Pampa ) wieder auf: IMG_1828IMG_1829 IMG_1830 IMG_1831Nun bin ich für eine Woche bei Elke und Hubert, heute Abend geht’s auf deren Rinderfarm aufs Land. Ich bin gespannt!

 

Hätte, hätte, Fahrradkette …..

Liebe Gudrun,

ab sofort werde ich immer gleich das machen, was du sagst …. Also, wenn ich auf dich gehört HÄTTE, wäre ich gleich an DEM Strand in DEM Hostal gelandet 😉IMG_1790

Montañita ist toll – und  der Strand grandios. Ich bin eine ausdauernde Strandläuferin, aber bis zum Ende hab ich es heute nicht geschafft. Der Ort? Tut meiner alten Hippie-Seele gut – wobei, in der Saison und am Wochenende möchte ich nicht unbedingt hier sein, jetzt gerade ist es prima! Die Unterkunft? Superschön, allerdings auch hier: ganz leer. Was in diesem Fall den Vorteil hat, dass ich für sehr wenig Geld ( knapp 15€ inclusive Frühstück) ein super Zimmer mit einem tollen Meerblick habe (auf dem Bild oben das Fenster ganz rechts)IMG_1776 IMG_1781IMG_1784So bleiben für mich noch eineinhalb Tage zum Strandlaufen, den Surfern zuschauen, im Ort bummeln, was trinken gehen, mich von Ecuador verabschieden …..

Sieben Wochen Ecuador sind fast vorbei. Ein tolles Reiseland! Ecuador ist wunderschön, und hat von allem etwas! Die Berglandschaften – grandios. Galapagos – paradiesisch. Der Regenwald – von dem ich ja nur einen ganz kleinen Ausschnitt gesehen habe – beeindruckend. Die Strände – himmlisch. Quito und Cuenca – wunderschön. Die Leute – meistens sehr nett, zurückhaltend und hilfsbereit. Oft auch sehr, sehr arm.

Meine schönsten Unterkünfte waren die, die ich über Airbnb gefunden habe – einfach weil man gleich Kontakt zu Menschen findet, die vor Ort leben, das ist sehr hilfreich! Vielleicht hatte ich auch ganz viel Glück mit meinen Hosts?! Ach, und das Magic Stone war auch so toll, Aase und Ove sind lieb und herzlich, das war wie nach Hause kommen!

Das Essen superlecker, aber meist ziemlich fett und / oder sehr süß. Hoffentlich habe ich nicht so viel zugenommen! Die vielen Früchte, auch die Säfte – toll!. Meerschweinchen, Ameisen und Würmer habe ich nicht probiert. Und die Suppe mit ganzen Hühnerfüßen war auch nicht so mein Fall….

Essen kann man sehr, sehr günstig, wenn man möchte, und gar nicht mal schlecht. Mein billigstes Menue hat 1.50 Dollar in einer Markthalle auf dem Land gekostet. Für mein ein teuerstes Essen ( Galapagos ) musste ich leider über 20 Dollar zahlen – zur Rechnung kamen noch 24% Steuer und Servicegebühren, das kannte ich vorher noch nicht ….

Transporte – Bus und Taxi – sind extrem günstig, es sei denn, man wird von einem Taxifahrer abgelinkt, was häufiger vorkommt ( aber selbst dann ist es nicht teuer ), Übernachtungen von 4 bis 500 € – je nach Geschmack und Geldbeutel, ich hab im Durchschnitt 17€ bezahlt ( mit Galapagos ), habe aber fast immer schön und mit eigenem Bad gewohnt.

Manch einer wird sich fragen, wie ich mir das leisten kann?

Ich hab alles in allem, inklusive Galapagosflügen, dem Sprachunterricht, fünf Tagen mit Oscar und drei Tagen mit Luis sowie einigen geführten Tagesausflügen in der Gruppe pro Tag 55 € verbraucht. Ohne Touren, Sprachunterricht und Galapagos wären es 34 € gewesen.

Entscheidend ist, dass ich meine laufenden Kosten zu Hause so weit wie möglich reduziert habe: Haus vermietet, Auto abgemeldet usw. So gebe ich hier kaum mehr Geld aus als zu Hause. Ob das in den nächsten Ländern klappt, bleibt abzuwarten. Argentinien, Chile und Neuseeland sind sehr teure Reiseländer……

Alles in allem schaue ich auf glückliche sieben Wochen zurück, in denen ich wahnsinnig viel erlebt und gesehen habe.

In ein paar Tagen wird sich vieles ändern, nicht nur das Land, auch meine Art zu reisen. Zuerst eine Woche bei den Verwandten in der argentinischen Pampa, dann über drei Wochen Buenos Aires – mit Tango, Jacqueline und anderen netten Menschen sowie – jawoll !! –  Englischunterricht……

 

IMG_1768Ach, bevor ich es wieder vergesse:

Ich hab so einigen lieben Menschen eine schöne Karte von den Galapagos-Inseln geschrieben. Die einzige, die angekommen ist, ist die, die in die Schweiz gegangen ist. Seufz. Holt also morgen eine schöne Gedankenkarte ( wahlweise mit Leguan oder Seehund ) aus eurem Briefkasten und fühlt euch sehr gegrüßt!

Zum Meer…..

Ich hätte ja auch noch ein, zwei Tage länger bei Aase und Ove in Baños bleiben können, um mich richtig auszukurieren. Aber mich hat es für meine letzten Tage in diesem Land ans Meer und in die Wärme gezogen. Das war der Sonnenuntergang im Magic Stone an meinem Abschiedsabend……IMG_1671 So hab ich mich am 25.09. auf den langen Weg nach Puerto Lopez gemacht. Los ging es morgens um sechs, angekommen bin ich abends um acht, dank Immodium und zwei größeren Umsteigepausen in Riobamba und Guayaquil konnte ich die Busfahrt gut überstehen. Schön ist, dass man beim Busfahren so viel zu sehen bekommt: Landschaft, Häuser, Menschen …. – und hier an der Küste ist alles anders.

Zu dieser Jahreszeit ist es angenehm warm (  tagsüber um  25, nachts um 20 Grad – wenn es wie meistens bedeckt ist. Wenn die Sonne rauskommt, wird es auch schnell heiß ), die Luft ist etwas feuchter als in den Bergen, und man kann Tag und Nacht mit T-shirt und kurzer Hose gehen. Die Pflanzen sind tropisch. Es scheint, dass die Menschen hier noch ärmer sind, die Häuser sind oft eher gammelige Bretterbuden, manche aber schön bunt gestrichen. Überall liegt Müll. Der Verkehr ist absolut chaotisch. Das Meer ist bei Sonnenschein knalltürkis-blau, sonst eher nordseefarben.

Am ersten Morgen war ich ganz gespannt auf den Ort, von dem ich schon so viel Gutes gehört habe.IMG_1678IMG_1708IMG_1744 IMG_1740Hier steht gerade eins der vielen (Moto)Taxi: die haben 3 Räder, im Anhänger mehrere Sitzplätze sowie Stauraum fürs Gepäck. Bei manchen wundert man sich, dass sie überhaupt noch fahren 😉IMG_1735 IMG_1737IMG_1742Das ist der Ausblick von meinem Fenster – ich glaub man nennt es eingeschränkten Meerblick? 😉 Das Zimmer war sonst aber sehr nett.

IMG_1749Uns so sieht es aus, wenn ich meinen Kopf etwas nach rechts drehe…. IMG_1751An der Promenade gibt es eine ganze Reihe von Bars, alle mit lauter Musik und Hängematten am Strand. Ich war abends  leider nicht dort. Nachts sind hier am Ortsrand so viele unangenehme und aggressive Hunde unterwegs, dass ich gar nicht ausgehen mochte. 🙁IMG_1746IMG_1748 Puerto Lopez und ich werden keine Freunde – das habe ich bei meinem ersten Rundgang schnell gemerkt ……

Neben dem vielen Müll und Gammel und der so offensichtlichen Armut kommen mir die Menschen hier viel aufdringlicher vor – einmal sagen, dass man kein Taxi oder keine Tour möchte, reicht nicht aus. So bin an meinem ersten Morgen recht bald in den Bus gestiegen, um die 10 km an den Strand Las Frailes zu fahren –  wie schön!!!! IMG_1683 IMG_1681Lang, fast menschenleer, warmes, sauberes Wasser, paradiesisch!

Man kann sich von dort aus auf einen wunderschönen eineinhalb -Stunden Rundgang machen, dabei kommt man an einigen kleinen Stränden vorbei und es gibt tolle Aussichtspunkte.IMG_1687 IMG_1686 IMG_1697 IMG_1701 IMG_1699

Später bin ich ein bisschen am Strand von Puerto Lopez geschlendert, da gibt es mit den ankommenden Fischern viel zu sehen. Dieser Strand ist auch schön und lang, aber an einigen Stellen ziemlich dreckig und wenig einladend…. IMG_1728IMG_1718 IMG_1720

Schnell habe ich beschlossen, den Ort recht bald wieder zu verlassen. Ab Samstag wohne ich für einige Tage in dem kleinen Minidorf Las Tunas – dort gibt es ein Hostal, direkt in den Dünen. Ich denke, dass es mir dort besser gefallen wird.

Also, meine neue Unterkunft ist wirklich toll, fast direkt am Strand:IMG_1755IMG_1752Der Blick von meiner Terrasse aus – und hinter den Büschen ist der StrandIMG_1764Seitlich habe ich noch eine andere Terrasse mit einer Hängematte und Gesellschaft 🙂IMG_1753 (2)Der Strand ist schön und superlang, und Steine sammeln kann man auch (blaue und grüne!)IMG_1761 IMG_1758IMG_1762Hier müsste man mal in der Saison sein, wenn es mehr Gäste gibt – momentan bin ich ganz alleine hier, und die einzigen, die sich vom Hostal blicken lassen, sind zwei Hunde. Die sind allerdings sehr lieb und begleiten mich (teilweise abwechselnd) auf allen Strandspaziergängen, als wenn sie beschlossen hätten, auf mich aufzupassen. IMG_1771IMG_1770Sogar beim Essengehen war einer dabei ….. Trotzdem ist es eine recht merkwürdige Situation und dann doch zu viel der Ruhe. So werde ich noch einmal weiter ziehen, diesmal habe ich Montañita im Auge, dort habe ich ja eine Hotelempfehlung einer sehr lieben Freundin 🙂

So richtig zur Ruhe komme ich also leider nicht. Aber trotz der ganzen Umzieherei: die Strände hier sind einfach toll!

Ab Mittwoch ist dann wieder Großstadt angesagt: Guayaquil und dann Buenos Aires!

 

 

 

Zwei Tage, eine Nacht

Vorgestern, am 22.09., ging es ziemlich früh los zu meiner Regenwaldtour. Luis, mein Guide, ein Shuar, hat mich in meiner Unterkunft abgeholt, zusammen haben wir zunächst den Bus nach Puyo genommen.

Das ist Luis:IMG_1553 Puyo liegt ungefähr 60 km von Baños entfernt am Rande der Regenwaldgebiete – schon verrückt, nach einer kleinen Busfahrt von einer Stunde steigt man in einem ganz anderen Klima aus. Die vier Stunden Zeit bis zu unserem Anschlussbus haben wir uns auf dem Sonntagsmarkt und in dem sehr schönen botanischem Garten vertrieben. Auf dem Markt hat Luis mir so allerlei Früchte und andere Sachen erklärt:

Hier werden Fische in Blättern zusammen mit Kochbananen und Maniok gegrillt, ich habe probiert, ist ziemlich lecker

IMG_1548IMG_1549 (2)Das sind ungefähr daumendicke und -lange, lebende Würmer, die gekocht gegessen werden und laut Luis unglaublich lecker und sehr proteinhaltig sein sollen. Ich fand sie absolut ekelhaft ……  ( sorry Beate, das muss jetzt sein, dafür gibt’s keine Spinnenbilder )IMG_1547Im botanischen Garten hat Luis mir eine Pflanze gezeigt, in der Ameisen leben, die wunderbar nach Zitrone schmecken …..IMG_1558Nachmittags um halb drei ging dann der Bus in Richtung der Shuargebiete, erst Richtung Macas, dann in der Nähe des großen Flusses Pastaza auf einer holprigen, unbefestigten Straße direkt in den Regenwald. Irgendwo im Nirgendwo sind wir ausgestiegen, ich bin in die Gummistiefel umgestiegen und ab ging es auf eine eine ungefähr einstündige Wanderung mitten durch den Wald. Ich habe mir tropischen Regenwald immer ganz flach vorgestellt, aber so ist es nicht – es ging stellenweise ziemlich steil bergab. Und zu gucken gab es auch schon eine Menge:IMG_1564IMG_1568Irgendwann kamen wir an dem Wohnort der Shuar-Gemeinschaft an, ich schon reichlich durchgeschwitzt und müde. Begrüßt wurde ich von den Kindern, die sehr offen und lustig sind. IMG_1581IMG_1639In der Gemeinschaft wohnt das Oberhaupt mit seinen beiden Frauen, mit denen er je 12 Kinder hat. Diese sind aber schon lange erwachsen ( eine seiner Töchter ist die Dorflehrerin ) , die vielen Kinder sind alle seine Enkel. Das ist eine seiner Frauen:IMG_1594Das Haus, in dem ich geschlafen habe, sieht so aus, das linke Fenster war meins:IMG_1572Zum Glück ist das Haus einigermaßen insektenfrei, jedenfalls habe ich bis auf zwei, drei fette Kakerlaken keine gesehen. Und auch keine Vogelspinnen!

Das ist die Wasserstelle: zum Baden, Wäsche waschen, Geschirr spülen, Trinken ……. es gibt kein fließend Wasser, keinen Strom, kein Telefon, kein Handyempfang, kein Internet …… abends wird für eine oder zwei Stunden das lärmende Stromaggregat  angeschmissen – dann kann man in einigen Räumen Licht anmachen, außerdem versammeln sich insbesondere die Kinder um den Fernseher und schauen Soaps.IMG_1575IMG_1587Das ist die Küche, in der den ganzen Tag irgend etwas auf dem Feuer steht. Die Leute sitzen auf den Bänken drum herum, schauen ins Feuer, essen, erzählen. Auf dem Foto ist Luis gerade dabei, das Abendessen vorzubereiten.IMG_1591Nach dem Essen bin ich früh ins Bett gegangen, weil ich sehr müde war. Einschlafen konnte ich allerdings nicht, es war unheimlich heiß und stickig. Meine Taschenlampe anmachen und ein bisschen lesen hab ich mich nicht getraut, weil ich weder wissen noch sehen wollte, was alles so krabbelt. Und so lag ich mehr oder weniger in Schockstarre und hab darauf gewartet, dass die Nacht vorüber geht ….. gefallen haben mir aber die Urwaldgeräusche – einfach toll! So was gibt es bei uns nur auf CD oder in der Kräutersauna in Lilienthal 😉

Nachts hat es sich durch den einsetzenden Regen abgekühlt und ich muss eingeschlafen sein ….. jedenfalls bin ich erst recht spät am Morgen wieder aufgewacht. Es regnet kurz und heftig:

IMG_1626

Nach dem Frühstück haben wir uns auf den Weg zu einem Aussichtspunkt gemacht. Vorher musste ich mir mit einem bestimmten Palmwedel einen Kopfschmuck flechten ( was für eine Handarbeitslehrerin kein Problem ist! )IMG_1595 IMG_1596Das ist Beti, der uns durch den Urwald geführt hat. Mit dabei waren der 16jährige Orlando, der 8jährige Antony und natürlich Luis.IMG_1615IMG_1600Die Herren haben mir sehr galant mit der Machete den Weg frei gemacht, mir einen Wanderstock organisiert, Riesenblätter als Sitzunterlage für die Pause besorgt, aus einem glatten Blatt ein Trinkgefäß gerollt, damit ich Bambuswasser probieren kann sowie mir mit helfender Hand über manche schwierige Kletterstelle hinweg geholfen. Außerdem wurden mir natürlich jede Menge Pflanzen erklärt, manchmal hat mein Spanisch auch nicht gereicht, um alles zu verstehen.IMG_1603IMG_1601IMG_1599

Nach eineinhalb Stunden schweißtreibender Kletterei haben wir den Aussichtspunkt erreicht, von dem aus man den Fluss Pastaza sehen kann – toll!IMG_1611IMG_1616 (2)IMG_1613 Später ging es auf anderem Wege wieder den Berg hinunter, und ich war völlig fertig, als wir zurück am Ausgangspunkt waren. Der Regenwald ist superschön. Bis auf handtellergroße, knallblaue Schmetterlinge habe ich leider keine Tiere entdecken können, dafür aber die unglaublichsten Pflanzen.

Auch die Felder der Gemeinschaft, auf denen so allerlei zum Eigenbedarf angebaut wird, sehen schön aus:IMG_1657IMG_1653Glückliches Hühnerleben ……..IMG_1654

Die Gemeinschaft der Shuar hat mir sehr imponiert. Sie haben ein sehr großes Wissen, was Pflanzen und deren heilende Wirkung betrifft, und sie leben ruhig und friedlich zusammen in und mit der Natur. Sie sprechen alle Shuar und Spanisch, ihre Kinder wachsen in alten Traditionen auf, gehen zur Schule und haben Kontakt mit der Außenwelt. Ach, die Kinder, die haben mir am besten gefallen:IMG_1586IMG_1629IMG_1589IMG_1637IMG_1574 IMG_1585Das ist die Urwaldschule, hier werden elf Kinder von einer Lehrerin unterrichtet. Ich habe auf meiner Reise leider Pech mit den Schulen – in diesem Fall war die Lehrerin gerade unterwegs nach Puyo, deshalb ist die Schule ausgefallen. Ich hätte mir gerne den Unterricht angeschaut!IMG_1643IMG_1651Am späten Nachmittag haben Luis und ich uns auf den Weg zurück in die Zivilisation gemacht. Eigentlich wollte ich zwei Nächte und drei Tage im Regenwald bleiben, aber eine innere Eingebung hat mir geraten, den Aufenthalt abzukürzen. Trotzdem hat mir der Regenwald so gut gefallen wie die Menschen, die dort leben.

Nicht so gut zurecht gekommen bin ich mit dem Schmutz und den unsäglichen hygienischen Bedingungen in Küche und der Toilette. Die einzige Möglichkeit, mich zu waschen, war mitten im Dorf an dieser kleinen, 20cm tiefen Badestelle. Mich nicht zu waschen, war auch keine Lösung, da ich in der feuchten Hitze so geschwitzt habe, dass mir die Schweißtropfen die Nase runtergelaufen sind.

So ist es eben, wenn man nicht an einer Touristentour teilnehmen, sondern dorthin möchte, wo die Menschen leben….. 😉

Auf dem Weg zur Bushaltestelle haben wie diese beiden getroffen:IMG_1661Und das ist die Bushaltestelle, an der wir lange auf den Bus zurück in die Zivilisation warten mussten …. IMG_1664Kein Bus in Sicht ………IMG_1668Zum Abschied gab es einen RegenbogenIMG_1667Nachträglich hat es sich als Glück herausgestellt, dass ich eher zurück fahren wollte. Heute nämlich bin ich ( das erste Mal auf meiner Reise ) etwas kränklich und sehr froh, dass ich ein sauberes Bad für mich allein und ganz in der Nähe habe 😉 So habe ich weiter nichts gemacht, außer Fotos schauen, meine Weiterreise per Internet organisieren, Blog schreiben und mich ausruhen.

Morgen möchte ich eigentlich sehr früh nach Puerto Lopez aufbrechen ( 11 Std Bus fahren )  – ob das so schlau ist, entscheide ich dann morgen früh.

 

Blick auf Tungurahua ( 5016m ) und Chimborazo ( 6310m )

Heute ( 21.09. ) war herrliches, absolut klares Wetter.

Meine liebe Vermieterin Aase kam morgens ganz aufgeregt zu mir und meinte, ich MÜSSE unbedingt SOFORT auf den Berg mit den Antennen fahren, so eine Sicht hat man fast nie und sie würde mir jetzt ein Taxi bestellen. Das Bild vom Antennenberg hab ich gestern von meiner Tür aus gemacht, da war das Wetter ja auch schon nicht schlecht:IMG_1494Hab also eben schnell drei Sachen gepackt, bin sofort los und absolut belohnt worden: Das ist der Tungurahua, Baños „Hausvulkan“

IMG_1541IMG_1507Und das ist der Chimborazo, den soll man von Baños aus höchstens fünf, sechs Mal im Jahr sehen können ….. meistens hängen Wolken davor. Bin ich nicht ein Glückspilz?

IMG_1527Und natürlich ist der Blick von oben auf Baños auch sehr schön!IMG_1504IMG_1505Ich war so fasziniert von diesem Panorama und der Stille dort oben, dass ich den Taxifahrer allein zurück geschickt habe und den Weg zurück gelaufen bin – fast zwei Stunden mehr oder weniger steil bergab fand ich sportlich!

Unterwegs gab es noch das eine oder andere schöne Fotomotiv:IMG_1510IMG_1531IMG_1518IMG_1535Das sind Baumtomaten ( tomates del arbol ), eine Frucht, aus denen leckerer Saft gemacht wirdIMG_1536Für den restlichen Tag war Ausruhen angesagt ….. und eine Massage, die gibt es hier an jeder Ecke. Aase hat mir eine gute Masseurin empfohlen – ich war sehr zufrieden, auch wenn ich am Ende nicht, wie Gudrun versprochen hatte, mit Rosenblättern bestreut wurde 🙁

Jetzt muss ich schnell für morgen packen – was braucht man denn im Regenwald?

Der Blog hat ein paar Tage Pause, denn eines weiß ich sicher: dort wo ich hinfahre gibt es kein W-Lan. Nur schade, dass ich nicht gleich mitbekommen werde, wie ihr wählt!

Aber nicht nur das interessiert mich, sondern auch, wie es meinen lieben Bloglesern geht – und wer denn eigentlich alles (noch…) mitliest – ich habe den Überblick verloren, das verwirrt mich. Freue mich also über Rückmeldungen und Neuigkeiten! (BineKa@arcor.de)

 

 

 

Banos (mit Kringel über dem „n“) oder: Wasser von allen Seiten

Die Busfahrt  nach Banos –  acht Stunden mit einmal Umsteigen – verlief erstaunlich unproblematisch. Das Busnetz ist hier wunderbar ausgebaut, und: ich hatte Glück, der Sitz neben mir war immer frei. So hatte ich Platz für meinen kleinen Rucksack, meine Jacke und meinen Proviant. Auf den Boden oder in die Ablage legen soll man nichts (Diebstahlgefahr!), und über Stunden alles auf dem Schoß zu halten, ist etwas ermüdend.

Meine Gastgeber hier sind reizend – ein älteres dänisches Pärchen, das sich vor Jahren in den Ort verliebt hat und für immer zurück gekehrt ist. Hier haben sie ein wunderschönes, kleines Haus, mehrere Hunde, einen Papagei und auf ihrem Grundstück ein Guesthouse mit genau zwei Zimmern – in einem davon wohne ich:IMG_1423Und so sah es heute morgen aus, als ich aus meiner Zimmertür geschaut habe: Regen, Regen , Regen, Regen…. und ziemlich tief hängende Wolken 🙁IMG_1422In den Wochen zuvor und auch heute Nacht hat es so stark geregnet, dass es mitten im Ort einen Erdrutsch gab – natürlich das Gesprächsthema des Tages. Mit viel Glück haben die Erdmassen kurz vor dem ersten Grundstück ( einem Hostel ) halt gemacht ….. jedenfalls muss es heute Nacht ziemlich gerumpelt haben. Alle sind davon wach geworden – nur ich nicht.IMG_1430Ich finde so hohe Berge vom Tal aus gesehen etwas beklemmend ( komme ja auch vom platten Land…) – nur gut, dass ich hier nicht ganz dicht am Berg wohne und mir nichts auf den Kopf rutschen kann.

Heute Vormittag hat es geregnet ….. ununterbrochen. Ich hab mir den kleinen, ziemlich touristischen Ort angeschaut – was soll man bei diesen Wolkenbrüchen auch anderes machen?

Typisch für Banos sind Karamellbonbons, die an vielen Ständen verkauft werden, Spa’s, Thermalbäder, Schönheitssalons  und unglaublich viele Agenturen, die Touren verkaufen wollen: Rafting, Canyoning, Wandern, Reitausflüge, Reisen in den Regenwald, Wasserfalltouren mit einer Chiva ( das ist der offene Bus) usw. Manches ist ganz schön, manches auch absoluter Nepp ( weil man das für einen Bruchteil des Preises auch auf eigene Faust unternehmen kann ).IMG_1501IMG_1498IMG_1415Während des Vormittags bin ich in einem kleinen Buchladen gelandet, der von einer Dänin geführt wird und in dem man auch einen Kaffee bekommt. Mit der jungen Frau bin ich in ein langes und sehr interessantes Gespräch gekommen – sie ist mit einem Ecuadorianer verheiratet, den sie in Kopenhagen kennen gelernt hat. Beide sind gelernte Lehrer und haben zwei Kinder im Grundschulalter – und sind entsetzt von den Schulen vor Ort. Obwohl es offiziell verboten ist, schlagen Lehrer hier gerne zu. Meine Gesprächspartnerin hat ihre Kinder deshalb an eine Freinet-Schule nach Quito gegeben. Dort werden sie eine Woche pro Monat im Klassenverband, die restlichen drei Wochen von ihren Eltern zu Hause unterrichtet.

Gegen Mittag hat es aufgehört zu regnen und ich konnte zu meiner geplanten Radtour aufbrechen. Empfohlen wurde mir eine gut ausgeschilderte Strecke Richtung Puyo. Die 18 km waren leicht zu fahren, weil es ausschließlich bergab ging, zu sehen gab es schwindelerregende Abhänge, viel Wasser und einige Wasserfälle. Diesen hier kann man noch im Ort sehen:IMG_1425Am Staudamm:IMG_1442IMG_1444Über die Schluchten sind Drahtseile gespannt, wagemutige Touristen lassen sich für 10 Dollar ans Seil hängen und ein paar hundert Meter weit auf die andere Seite rutschen ….. das muss wie Fliegen sein – mir haben aber schon allein vom Zuschauen die Knie gezittert. IMG_1449IMG_1454IMG_1457IMG_1458Der letzte Wasserfall bei Rio Verde war der größte und total beeindruckend. Man musste erst einmal zwanzig Minuten eine Treppe bergab steigen, um den Wasserfall sehen zu können. Unterwegs gab es aber auch schon einiges zu gucken:IMG_1480Durch den roten Stein sah das abfließende Wasser aus wie Blut:IMG_1465IMG_1469IMG_1470Tja, und dann bin ich doch noch auf die andere Seite gekommen – Hängebrücken über Abgründe sind ja nicht unbedingt meins, diese war aber breit, sah stabil aus und hat nur wenig geschaukelt …….IMG_1479IMG_1475Den Weg zurück (bergauf) lässt man (also die Touristen) sich mit einem Lastwagen-Taxi fahren. So war der Weg sehr erlebnisreich, aber wenig anstrengend.

Wieder zu Hause hat mir meine Vermieterin als Überraschung Kaffee und lecker Schokokuchen gebracht 🙂

Heute Abend war ich in einem wunderbaren alternativen Cafe/Restaurant essen – das könnte auch irgendwo im Bremer Viertel sein. Es gab Live-Musik, Ausleihbücher (auch deutsche!) und leckeres Essen, das ich nach dem üblichen Reis-Kartoffeln-dicke Bohnen-Mittagstisch für 1.50 absolut genossen habe.

Seit gestern habe ich darüber nachgedacht, wie und ob ich meine Regenwaldtour gestalte. Eins war klar: einen Abstecher in den Regenwald möchte ich schon machen. Die hier im Ort angebotenen Touren starten aber fast alle in Lago Agrio im Norden von Ecuador – also weitere zwei Tage im Bus … ach nö. Außerdem hab ich in einem anderen Reiseblog den genauen Ablauf dieser Touren nachgelesen …. ach nö, ich mag nicht mit 20 anderen Touristen bei einem Schamanen sitzen 😉

Das alles habe ich meiner Vermieterin erzählt. Sie ist gut mit einem Indiginen vom Stamm der Shuar befreundet, der ab und an als Guide in den Regenwälder arbeitet. Shuar’s leben ziemlich abgeschieden im südlichen ecuadorianischem Regenwald und möchten, so sagt jedenfalls mein Reiseführer, eigentlich nicht so gerne Besuch von Touristen haben. Mir wurde jetzt eine individuelle Tour zu einem guten Preis organisiert. Sonntag morgen werde ich für drei Tage und zwei Nächte abgeholt – ich bin gespannt! Und Angst hab ich ….. dort gibt es Taranteln und Vogelspinnen…..uuuuuuuuuuaaaaaaaaaaaaaah!

Mein Zimmer darf ich in der Zwischenzeit einfach weiter belegen ….. ohne dafür zu zahlen. Wow!!!!! In den Regenwald geht’s natürlich mit ganz kleinem Gepäck, Dienstag Abend werde ich zurück sein und hier noch einmal übernachten. Mittwoch möchte ich mich dann für meine letzten Ecuadortage auf den Weg an die Küste machen.

Vor dem großen Abenteuer heißt es aber erst einmal noch zwei Tage Banos genießen: morgen früh geht’s zusammen mit meiner Vermieterin in eins der Thermalbäder zum Schwimmen, nachmittags möchte ich Wandern, abends schön essen 🙂

 

 

 

Viel Kultur und Abschied von Cuenca

Gestern (16.09.) habe ich mich auf den Weg nach Ingapirca, 50 km nördlich von Cuenca,. gemacht. Dort kann man die wichtigste Inkastätte in Ecuador (15. Jahrhundert) besichtigen. Das war sehr interessant, aber auch eine ganze Menge Weg für eine Stunde Besichtigung: der Bus fährt fast zweieinhalb Stunden von Cuenca aus, und natürlich muss man auch wieder zurück.

Geführt hat eine Indigina. Hier erklärt sie, wie die Inkas die Steinblöcke fugenlos und ganz ohne Zement oder ähnliches aufeinandergesetzt haben. Auf dem zweiten Foto sieht man die Anlage. Und auf dem dritten Bild kann man ein bisschen die Größenverhältnisse sehen – die Indigenen sind sehr kleine Menschen. Noch kleiner und zarter sind die Indigenen aus der Gegend von Otavalo – oft viel kleiner als 1.50m.IMG_1337IMG_1330

IMG_1341IMG_1333Hier erklärt unsere Guia den Inkakalender: dieser Stein ist der Monatsstein mit 28 Löchern, für jeden Tag einen. Es gab auch einen Jahresstein, für jeden Monat ein Loch, einen Wochenstein mit sieben Löchern und einen Stein für ein Vierteljahr.

Und das ist die wunderschöne Landschaft bei Ingapirca

IMG_1331

Heute Vormittag war ich im Museo del Banco Central. Die haben eine unheimlich interessante völkerkundliche Sammlung, leider durfte man nicht fotografieren. Den Raum mit den Schrumpfköpfen habe ich mir aber nicht angeschaut, die sind mir zu gruselig …..

Heute Nachmittag war ich im Museum für moderne Kunst (übrigens haben beide Museen keinen Eintritt gekostet), da hat mir schon das Gebäude gut gefallen:IMG_1355Ausgestellt waren die Werke verschiedener ecuadorianischer KünstlerIMG_1367IMG_1360IMG_1358Ich hab ganz viel Lust bekommen, mal wieder selber was zu machen. Besonders stark war dieser Raum mit einer Installation von Francisco Coello „Guardianas“ ( Hüterinnen – wenn das jemand besser übersetzen kann, bitte unbedingt melden! )IMG_1373 (2)

IMG_1376IMG_1374 - KopieDurch die beiden großen Spiegel wurden die Figuren vervielfacht – sie haben natürlich dazu eingeladen, mich mit in das Gesamtbild einzufügen ;-), was ziemlich viel Spaß gemacht hat.IMG_1371IMG_1396Auf dem Heimweg habe ich zufällig Pilar getroffen, zum Abschied sind wir noch einen Kaffee trinken gegangenIMG_1404Nun heißt es wieder Koffer packen, morgen geht’s ins Magic Stone Guesthouse nach Banos.

Banos soll sehr schön sein, das Guesthouse, welches zwei Dänen führen, wurde mir allerwärmstens  empfohlen. Auf mich warten mindestens acht Stunden Busfahrt …..

Markttag

 

Seit heute morgen wohne ich hier (der Balkon ganz rechts ist meiner). Ich hatte die Wahl zwischen einem ruhigen Zimmer mit Fenster zum Gang oder einem lauten Balkonzimmer mit Blick auf einen Platz mit Kirche – in solchen Fällen entscheide ich mich immer für laut 🙂IMG_1288IMG_1305Die beiden konnte ich von meinem Balkon aus beobachten    …..IMG_1407Sonntags ist hier nichts los, Läden und Restaurants haben geschlossen, die Stadt ist fast ausgestorben. Deshalb bin ich mit dem Bus in zwei kleine Orte ( Gualaceo und Sigsig ) in der näheren Umgebung gefahren. Der Reiseführer hatte mir verraten, dass es dort schöne Sonntagsmärkte gibt. Beide Markthallen haben mir gut gefallen, aber in Sigsig waren die Leute unheimlich nett, vielleicht, weil es kaum Touristen gibt?

Die Markthallen sind in verschiedenen Bereiche und Ebenen aufgeteilt. Es gibt die Fleisch-, Obst-, Getreide- und Fischgänge, dann die Ebenen, auf denen gekocht und gut und günstig gegessen werden kann. Das sieht so aus:IMG_1289IMG_1299Ich mag die Atmosphäre in den Markthallen total gerne, besonders nett sind die Ebenen, auf denen gekocht wird. Die Frauen haben sich kaputt gelacht, als ich gefragt habe, ob ich ihre Töpfe fotografieren darf 🙂IMG_1295IMG_1296 (2)In einem Gang gab es nur Stände mit ganzen Schweinen und MaisfladenIMG_1293Das war mein Mittagessen – für einen Dollar. Ich weiß nicht ganz sicher, was ich gegessen habe, Reis und dicken Bohnen waren auf jeden Fall dabei, aber es hat ganz gut geschmeckt.IMG_1300Und diese beiden haben es gekocht:IMG_1301Heute Abend bin ich zum Essen eingeladen, ich glaube zum allerersten Mal auf dieser Reise. Bei Pilar wird für mich mitgekocht. Nun aber fix, ich muss schnell los!

Parque nacional Cajas

Heute haben wir einen Halbtagesausflug in den Cajas Nationalpark gemacht, der nicht weit von Cuenca ist. In 4100 m gab es bei Los tres Cruzes (den drei Kreuzen) unseren ersten Stopp.IMG_1182IMG_1184

Von dort aus sind wir noch weitere 400 m hochgewandert, um die nächste Aussichtsmöglichkeit zu erreichen. Ich war noch nie in meinem Leben in einer solchen Höhe und hatte im Vorfeld etwas Bedenken. Aber klar, an 2500 m bin ich ja schon gewöhnt – sonst wäre der Ausflug sicher gar nicht möglich gewesen. Pilar hat uns gezeigt, wie wir atmen sollen, trotzdem mussten wir immer wieder Pause machen.

Mitten auf dem Weg trafen wir in ein, zwei Meter Entfernung eine Alpakaherde – was für ein Glück! Sogar ein Baby war dabei.IMG_1191IMG_1190IMG_1196IMG_1195

Oben angekommen gab es einen wunderbaren Ausblick!IMG_1216IMG_1219IMG_1214

Später sind wir ein paar hundert Meter hinunter gefahren, dort kann man um einen von den vielen See wandern. Es gibt interessante Pflanzen und einige wenige Bäume. Ach, ich hätte mich so gerne auf die Zwei-Stunden-Wanderung um den See gemacht – leider musste ich mich auf ne Viertelstunde linksrum und ne Viertelstunde rechtsrum beschränken, weil die Zeit nicht reichte.IMG_1232IMG_1247IMG_1253IMG_1209IMG_1259IMG_1242IMG_1281

Trotzdem hat mich die Landschaft absolut begeistert – vielleicht werde ich ja doch noch zur Bergziege. Und bei der nächsten Tour gehe ich ganz sicher mit Leuten, die auch richtig wandern wollen.

Heute Nachmittag habe ich mir eine neue Unterkunft gesucht – morgen muss ich ja leider umziehen. Ich hab mir einige Zimmer angeschaut und ein schönes in der Innenstadt gefunden – Bild folgt! Eigentlich wollte ich ja immer so preiswert wohnen, wie es geht … und das würde hier für fünf oder sechs Dollar gehen – aber auf Schlafsäle mit lauter Party-Jungvolk habe ich momentan so gar keine Lust. So zahle ich (noch) das dreifache, hab ein schönes Zimmer mit eigenem Bad für mich und genieße den Luxus. In Chile und  Neuseeland (dort soll es ziemlich teuer sein ….) kann ich es dann ja anders machen 🙂

 

Stadtansichten

Nachdem ich es heute endlich geschafft habe zum Friseur zu kommen ( Armando, hat zwölf Jahre in Chicago gearbeitet und kann auch sehr feine Gringahaare schneiden – ein Tipp von Pilar ), bin ich ein bisschen durch die Stadt geschlendert und habe Reisebüros abgeklappert. Ich möchte gerne für ein paar Tage in den Dschungel reisen, dafür sollte man eine Tour buchen. Leider auch wieder nicht für nichts zu haben, aber wann komme ich mal wieder hier her?

Anschließend möchte ich meine letzten Ecuadortage an der Küste verbringen, bevor es Anfang Oktober nach Argentinien geht und ich bis auf weiteres keinen Strand mehr sehen werde.

Heute aber habe ich erst einmal Cuenca genossen. Es gibt unheimlich viele, schöne Fassaden und Innenhöfe und auch sonst das eine oder andere zu entdeckenIMG_1155IMG_1158IMG_1174IMG_1142 (2)IMG_1141 (2)IMG_1129 (2)IMG_1178Kunsthandwerkerstände ….. alle haben das gleiche Zeugs, egal in welcher StadtIMG_1177Hier kann man die schönen bunten Röcke der indigenen Frauen kaufenIMG_1175Am Fluss Tomebamba mitten in der StadtIMG_1169IMG_1168Morgen gibt’s wieder ein bisschen Natur – es geht in den Cajas Nationalpark

 

Cuenca

IMG_1123Liebe Gudrun, ich bin ganz froh, dass du mich nach Ecuador geschickt hast, es gefällt mir hier so gut! Cuenca hat mich mit offenen Armen empfangen, und ich fühle mich wohl in dieser schönen Stadt. Pilar, meine liebe Gastgeberin, hat mich am Dienstag vom Busbahnhof abgeholt. Ich wohne zusammen mit ihr und zwei anderen Gästen in einem schönen und großzügigem Haus, zehn Gehminuten vom historischen Stadtzentrum entfernt.

Dabei ist es fast wie in einer Wohngemeinschaft, meistens ist jemand zum Quatschen da. Außerdem werde ich ständig irgend wohin mitgenommen, nach der sehr ruhigen Zeit auf den Galapagos genieße ich die nette Gesellschaft sehr. Mein Zimmer hat ein eigenes Bad, ist bestimmt 25m² groß und schöner als jedes Hotel – für 12 € die Nacht 🙂 Leider kann ich hier nur bis Sonntag bleiben………IMG_1057Sabineeeeee, komm frühstücken! IMG_1056

Gestern war mit mir nicht ganz so viel los …. diesmal habe ich noch deutlicher die Umstellung von null auf 2530 m über dem Meeresspiegel gespürt. Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen und mindestens 150 kg Körpergewicht …..morgens war ich mit Pilar und Kevin, einem Kanadier, auf dem Wochenmarkt, nachmittags habe ich mir ein bisschen die Stadt angeschaut, die meiste Zeit habe ich mich einfach ausgeruht.

Abends ging es mir aber schon wieder besser, und heute (12.09.) merke ich nichts mehr. Aber: es ist hier auch viel, viel kälter auf den Galapagos, natürlich besonders nachts. Ne Wärmflasche wär fein 🙂IMG_1045IMG_1044

Heute sind wir zusammen in einer kleinen Hutfabrik in der Innenstadt gewesen. Die Panamahüte, die hier eigentlich anders heißen, sind sehr typisch für Ecuador, und werden in aufwendiger Handarbeit hergestellt. Wer möchte, kann sich einen nach eigenen Wünschen und Kopfgröße machen lassen.IMG_1068IMG_1069IMG_1066Zu Fuß und bei einer Stadtrundfahrt habe ich mir Cuenca heute etwas genauer angeschaut:IMG_1108IMG_1161IMG_1083IMG_1047IMG_1145IMG_1051Der kleine Blumenmarkt hat mir besonders gefallen:IMG_1080IMG_1077IMG_1166Gegen Mittag kommen die Schüler aus der Schule …. viele stehen vor dem nächsten Kiosk, holen sich noch ein Eis oder ein paar Chips. IMG_1110

Diese haben sich nach viel Gekicher fotografieren lassen …. IMG_1111IMG_1112So ganz ohne Schüler kann ich anscheinend doch nicht 😉

Außerdem gibt es in Cuenca eine deutsche Bäckerei, und ich muss gestehen, dass ich schon zweimal dort war. Lecker Vollkornbrötchen!!!!!!!

 

Sonntagnachmittag in Puerto Baquerizo Moreno

Sonntags, vor allem am Nachmittag, ist es hier in dem kleinen Hafenort seeeeeeeeeeehr ruhig (alles zu). Das sieht dann zum Beispiel so aus:IMG_1016IMG_0983IMG_0985IMG_0968IMG_0971

Das Wetter war heute ( 08.09. ) von morgens bis abends wunderschön. Da ich mir sowieso noch mal ein Fahrrad mieten wollte und im Ort so gar nichts los war, habe ich beschlossen, in die Berge zu radeln – am liebsten bis zum Kratersee, den ich gestern aufgrund der Wetterlage nicht sehen konnte. Meine Turnschuhe habe ich zum Trocknen einfach an den Lenker gehängt ….. das hat funktioniert!IMG_0997

Das Unternehmen war allerdings ein bisschen zu ehrgeizig für mich – 25 km staubige und holprige  Schotterpiste den Berg hinauf ….  schon auf dem Weg nach Progreso ging mir ziemlich die Puste aus. Per Anhalter bin ich dann aber schnell bis mit ins Dorf genommen worden. Trampen ist hier üblich und gar kein Problem. In Progreso hat es mir so gut gefallen, dass ich quasi aus dem Stand vom Rad gefallen bin, leider genau auf mein linkes Knie, dem es ja sowieso schon nicht ganz so gut geht. Auuuuuuuuuuuuuua! Schlauerweise habe ich Pflaster und Desinfektionsmittel im Hotel gelassen.Ich war ziemlich froh, dass diesen Sturz keiner gesehen hat ( doch, der Dorfhund war dabei ). Voll peinlich!

Ich hatte dann keine Lust mehr, noch weiterzufahren und hab mich lieber auf den Rückweg gemacht ….. auch schon nicht so ganz leicht, steil bergab auf steinigen Schotterpisten zu fahren.
Wieder im Hafen hatte ich aber einen schönen Nachmittag. Ich hab mich völlig ungefährdet auf die Promenade gesetzt und stundenlang Robben und Pelikanen zugeschaut. Das Wasser ist superklar,   und man kann Robben beim Schwimmen und Spielen sehen.IMG_1001IMG_0991Ist das nicht ein schönes, kleines Restaurant? Hier kann man lange sitzen und in den Hafen schauen:IMG_0970

In diesem Restaurant habe ich gegen Abend Cornelia getroffen, die ich schon
nachmittags auf der Mole gesehen hatte. Cornelia ist erst heute angekommen und fängt morgen  an, für drei Wochen in einem landwirtschaftlichen Projekt in den Bergen mitzuarbeiten. Sie ist vielleicht so alt wie ich, OP-Schwester und gibt ihren Jahresurlaub dafür …. toll. Morgen  Abend wollen wir uns nochmal treffen, sie wird mir dann schon ein bisschen erzählen. Manche Menschen lernt man kennen und hat sofort ein vertrautes Gefühl. Schade, wenn ich ein, zwei Tage länger bleiben würde, würde ich sie mal auf der Hacienda besuchen.

Morgen ist mein letzter Tag. Da heißt es wieder einmal: Wäsche in die Wäscherei bringen, Sachen packen, mich organisieren …….IMG_0660

Die Galapagos-Inseln waren toll und superentspannt, ich hab mich absolut wohl gefühlt – obwohl ich oft und viel alleine war. Das war tagsüber und vor allem in der Natur überhaupt kein Problem, oft sogar wunderschön. Man bzw. frau kann sich hier zu jeder Tages- und Nachtzeit ohne Angst bewegen, auch Trampen oder Taxi fahren ist nicht gefährlich. Abends zum Essen gehen hätte aber ich schon gerne öfter Gesellschaft gehabt – das macht alleine einfach nicht so viel Spaß.

Die meisten Reisenden sind sehr jung, schätzungsweise zwischen 18 und Ende 20. Ältere Touristen gibt’s auch, aber die treten meistens in Form von Gruppenreisen oder als Paar oder gleich beides auf – deutschsprachig vor allem in Puerto Ayora. Die meisten Touris sind englischsprachig, ich vermute mal Amerikaner. So war es für mich nicht ganz leicht, jemanden kennen zu lernen. Kleine oder größere Gespräche zwischendurch – oft mit Einheimischen – hat es aber jeden Tag gegeben.

Die Tiere hier haben mich absolut begeistert. Diese Inseln gehören den Tieren, der Mensch wird nur geduldet. Das kann man hier überall sehr eindrucksvoll beobachten. Hoffentlich bleibt es so!

Insekten oder anderes ekliges Getier sind mir hier übrigens kaum bis gar nicht begegnet. Keine Moskitos, keine Kakerlaken, kein nix. Wenn man von der Spinne neulich mal absieht. (Oh, ich habe mich gerade eines besseren belehren lassen: es gibt Kakerlaken und Moskitos – aber nicht jetzt, in der „kühlen“ Jahreszeit.)  Am besten hat mir übrigens Isabella gefallen, das ist ein absoluter Traum!

Nun habe ich bis auf weiteres genug Robben gesehen – von Form und Farbe erinnern sie mich inzwischen manchmal an Nacktschnecken ……. – oh, das war jetzt böse 🙂IMG_0888

Ich glaube, es ist wirklich Zeit, weiter zu ziehen.

Heute morgen ( 10.09. ) habe ich meinen letzten Cappuchino auf den Galapagos-Inseln getrunken … ( wird hier nicht mit Kakao, sondern mit Zimt serviert )IMG_1032

da bin ich doch etwas wehmütig geworden geworden – es war ne schöne Zeit hier.

Gegen Mittag bin ich nach Guayaquil geflogen und von dort aus mit einen Bus nach Cuenca gefahren. Das ist mein Handgepäck ….. Hasi ist immer mit dabei. Der Schutzengel übrigens auch 🙂IMG_1036 Von Guayaquil nach Cuenca mussten wieder 2400 Höhenmeter überwunden werden, so kann man sich vorstellen, wie die Fahrt war….

In Cuenca habe ich mir wieder über Airbnb ein Zimmer organisiert, diesmal bei einer Ecuadorianerin. Pilar hat mich vom Busbahnhof abgeholt, und sicher hat sie den einen oder anderen Tipp für mich. Die Zeit hier scheint lustig zu werden, außer mir gibt es noch ein paar andere Gäste, mein Zimmer ist sehr schön und riesengroß und Pilar supernett. Allerdings: oh Mann, ist das kalt hier. Muss mich an Kälte und Höhe wieder neu gewöhnen…..

Ich freu mich auf Stadt und Kultur und Tapetenwechsel.

 

Isla San Christobal

Die Überfahrt heute morgen ( 06.09. ) war wieder ein ziemlicher Ritt ….. ich hatte schon vor eineinhalb Tagen mit einiger Sorge bemerkt, dass das Meer unruhiger wird, und so war es dann auch: einfach schrecklich. Jedenfalls für mich Landratte. Die Bootsbesatzung dagegen war absolut entspannt.. Oder tun die nur so????  Ich jedenfalls hab mich zwei Stunden lang krampfhaft festgehalten und bin jetzt froh, dass ich das fürs erste nicht mehr muss.IMG_0861Mit diesem Schnellboot bin ich gefahren:  IMG_0977Die Überfahrt hat sich aber gelohnt – Puerto Baquerizo Moreno ( ein schrecklicher Name für einen Menschen, der kein rrrrrrrrrrrrrrrrrrr rollen kann ) ist gleich viel kleiner und entspannter als Puerto Ayora, das mich angefangen hat, ein bisschen zu nerven.IMG_0875Die Plattformen habe ich noch ein etwas gezoomt … ach guck mal da, wer liegt denn da alles drauf?IMG_0873Ortsansicht direkt an der Strandpromenade …..IMG_0866

Und – hier regiert die Robbe. Dagegen waren die Robben auf Isabela oder Santa Cruz wirklich rar und  ausgesprochen zurückhaltend. Hier liegen sie in Massen überall herum – mitten auf der Strandpromenade, am Anleger, am Strand, auf den Bänken, sie belegen die einzigen Schattenplätze – einfach unglaublich.

Alleine baden gehen? Nix da ….. die Robben baden mit!IMG_0892An den Strand legen? Wenn man ein freies Plätzchen findet …… IMG_0893IMG_0896Sich gemütlich auf die Bank setzen? Wenn man eine unbenutzte findet ….. also geruchsneutral sind die nicht. Leise übrigens auch nicht!IMG_0868Heute ( 07.09.) war ich dann auf meiner letzten (Tages -) Tour , diesmal sollte es an fünf bemerkenswerte Plätze der Insel gehen. Begleitet wurde ich von Tim, einem jungen Medizinstudenten aus Berlin, und natürlich unserem Fahrer. Ich hätt nen Tourkameraden in meinem Alter ja besser gefunden, und Tim ging es ganz sicher ebenso, aber unterhalten haben wir uns trotzdem sehr nett.

In den Bergen war es wieder ziemlich feucht – die Wolken hängen in dieser Jahreszeit so tief, dass man manchmal gar nicht weiß, ob es nun Regen oder Wolke ist. Los ging es in der Schildkrötenstation, wobei mich diesmal die Pflanzen fast mehr interessiert haben.IMG_0904IMG_0907IMG_0913Später ging es zum Strand Puerto Chino, der absolut schön war. Besonders schön, dass ich auf dem angrenzenden Felsen endlich die Gelegenheit hatte, Blaufußtölpel in aller Ruhe zu fotografieren. Schwesterchen, ich habe keine Kosten und Mühen gescheut, um dieses Bild für dich zu machen …. sieht er nicht schön flauschig aus?IMG_0938IMG_0940Natürlich gab es auch wieder viele, viele Robben ….. Babys, stillende Mütter, kuschelnde Paare oder ganze Gruppen …. und die meisten sehen so zufrieden aus!IMG_0930IMG_0931IMG_0926Ein Baby – das war das kleinste, das ich gesehen habe, es hatte noch ein richtiges PuschelfellIMG_0951Man kann sie in dem superklaren Wasser von der Hafenmole aus auch prima beim Schwimmen und Spielen beobachten – das sind sie gar nicht mehr schlapp, sondern unheimlich elegant und sehr, sehr schnell.

Auf dem Ausflugsprogramm stand außerdem der Besuch eines Kratersees in 650 m Höhe. Auf den Fotos sieht er toll aus, und ich hätte ihn gerne gesehen. Man muss einen Berg hochwandern, um dorthin zu kommen. Also im Regen durch knöcheltiefen Schlamm waten, eine ziemlich rutschige Angelegenheit. Oben angekommen sah man – nixnixnix, nur Nebel, Nebel, Nebel. Schade. Hoffentlich werden meine Turnschuhe irgend wann wieder trocken 🙂

Der letzte Programmpunkt war La Lobberia, ein Strand in der Nähe des Hauptortes. Hier kann man surfen, schnorcheln und baden. Ich hab nur am Strand gesessen und fand es so auch schön.

Das sind meine Fundstücke – auch für eine Weltreisende geeignet, deren Koffer sowieso schon zu viel wiegt 😉IMG_0967

Unterwegs auf Santa Cruz

Gestern, am Dienstag,  ( 03.09.) bin ich mit einem Leihfarrad zur Playa Garrapatero gefahren – was für eine tolle Radtour! Man muss erst ganz schön den Berg rauf und dann runter und dann wieder rauf und zum Schluss wieder runter …… die ganze Tour ist etwas 25 km lang, aber ich habe die ersten viel befahrenen Kilometer den Berg rauf geschummelt und hab mich und mein Rad von einer Camionetta ( Taxi mit Ladefläche ) mitnehmen lassen.

Der Straße zum Strand ist absolut toll, und besonders spannend ist es, durch die verschiedenen Vegetationszonen zu fahren. In  höheren Lagen fährt man durch üppiges, tropisches Grün, das mich einfach begeistert hat, trotz Berg hoch und Nieselregen …..IMG_0804IMG_0805Hibiskus  – hier nicht im Blumentopf, sondern gleich in Heckenform……IMG_0799IMG_0802Und das habe ich noch nie gesehen … Riesenbambus! Schade, dass niemand dort war, der mich zum Größenvergleich neben einem Bambus fotografieren konnte ….. einfach unglaublich! Jeder Stamm war mindestens 20 m hoch…..IMG_0779Blick bis zum MeerIMG_0806Wenige Kilometer den Berg hinunter wird es immer karger……IMG_0797IMG_0796….. bis man an einem wunderschönen Strand stehtIMG_0780IMG_0782Ich hab ein Stündchen einem Pelikan beim Fischen zugesehen ( ein tolles Schauspiel ) und mich dann wieder auf den Heimweg gemacht, ganz vernünftig mit Helm ( man sieht es auf den Fotos nicht, aber es ging z.T. ziemlich steil hoch und runter )IMG_0787Heute, am Mittwoch, habe ich vormittags eine kleine Tour gebucht. Die Gruppe war aber etwas dröger als beim letzten Mal, sie bestand nämlich nur aus einem französischem Studenten, der wenig Lust zum Sprechen hatte, und mir. Und natürlich dem Guide. Es ging zu einer Schildkrötenstation, und jetzt habe ich sie endlich gesehen: die Galapagos – Schildkröten, wie ich sie mir immer vorgestellt habe:IMG_0816IMG_0821Übrigens fauchen die ziemlich laut, wenn man ihnen zu nahe kommt, und wenn man dann immer noch nicht geht, verschwinden sie in ihrem Haus. Ist es ihnen zu warm, gehen sie in einen Tümpel, das sieht dann ungefähr so aus:IMG_0830Nebenbei haben wir auf diesem schönen Waldgelände tolle Pflanzen gesehen, Kaffee, Papaya, Guanaba, Maracuja, Bananen…. manches konnten wir direkt vom Baum probieren.

Das ist eine Kaffee-Pflanze, der Kaffee von den Galapagosinseln soll außergewöhnlich gut sein.IMG_0838Ich weiß nicht, was für ein Kaffee in den hiesigen Cafes gekocht, wird, aber für meinen Geschmack ist er meist ziemlich grausam. Was einer Kaffeesüchtigen wie mir aber wiederum zugute kommt …. trinke höchstens noch zwei kleine Tassen am Tag 🙂

Das ist auch Kaffee:IMG_0836Später waren wir noch in einem natürlichen Lavatunnel. Den kann man ca 400m lang durchgehen ( krabbeln? ) ich hab lieber drauf verzichtet. Jean Baptiste hat mir später erzählt, dass man sich in der Mitte des Tunnels 2, 3 m auf dem Boden robbend fortbewegen muss, weil es so niedrig wird. Das wär nichts für mich gewesen …., aber die ersten paar Meter habe ich mir angeschaut:IMG_0842Von Los Gemelos brauche ich keine Bilder hochladen, man sah nämlich leider gar nichts. Das sind riesige, kraterähnliche Löcher, die durch Erdverschiebungen entstanden sind. Dummerweise lagen sie komplett in den Wolken, die hängen in diesen Tagen leider ziemlich tief – das Wetter ist eher bedeckt und nieselig. Soll für die Jahreszeit hier normal sein.

 

Dann war für mich Mittagspause auf meinem Balkon angesagt!IMG_0847Morgen wird gedungelt ….  und Freitag geht’s weiter nach San Christobal

 

 

 

Isla Santa Cruz

Heute ( 31.08 ) hieß es sehr früh aufstehen ( 4.50….) Die Bootsfahrt zurück zur Isla Santa Cruz war viel ruhiger als die Hinfahrt. Hörte allerdings, dass ich auch bei der Hinfahrt noch Glück hatte …. andere purzelten bei der Überfahrt durcheinander, kenterten fast und hingen zwei Stunden mit der Tüte vorm Gesicht…..Seitdem müssen die Passagiere auf diesem Boot Schwimmwesten tragen …….

Puerto Ayora, ein kleines Städtchen, 18.000 Einwohner, absolut touristisch, aber ganz schön und kurzweilig. Könnte auch ein kleiner Ferienort in Spanien sein. Auf der Flaniermeile ein Café, eine Kneipe, ein Andenkenladen, ein Kunsthandwerkerstand neben dem anderen, manche nobel und hochpreisig. Für mich ungewohnt trubelig nach der Ruhe auf Isabela, ich weiß noch gar nicht so genau, ob ich das nun gut oder schlecht finden soll.IMG_0709IMG_0689

Der kleine Fischereihafen …..  da gibt’s wirklich was zu sehen. Der Fisch kommt an, die Pelikane, Möwen, Fregattvögel und Seehunde warten auf Fischabfälle und sind wirklich dreist 🙂 Die Pelikane gefallen mir am besten, außerdem sind sie etwas schwerfälliger – meiner lahmen Kamera kommt das entgegen!IMG_0662IMG_0681Auch sonst gibt’s im Ort das eine oder andere zu entdecken, in diesem Fall auf der Terrasse eines ziemlich teuren Restaurants….. 😉IMG_0717Den hab leider nicht ich getroffen ( mein Traumfoto ) – aber Karin und Reiner, die mir das Foto haben zukommen lassen ……Foto (2)

Mittag spaziere ich 3 km zur legendären Tortuga – Bay, ein langer, fast weißer und sehr feinsandiger Sandstrand. Zum Baden soll man eine Bucht weiter gehen, dort ist die Strömung weniger gefährlich.IMG_0666

Langsam werde ich auch gelassener …. so ist das heute die erste Station auf meiner Reise, an der ich mir nicht im Vorfeld über das Internet eine Übernachtungsmöglichkeit organisiert habe. Das erste Bed & Breakfast war okay ( bis auf die fette, fette Spinne, die unter dem Handtuch saß und die mir jemand – Karin von nebenan – wegmachen musste …..uuuuuuuuuaaaaaaaaaaaaaaaah  ) , bis Montag haben sie Platz, und danach weiß ich schon, wo ich bleibe. Zimmer mit Meerblick, juchu! Der Vorteil direkt vor Ort zu suchen, ist, dass man sich die Zimmer anschauen und den Preis verhandeln kann. Mir die Dinge ( im eigenen Interesse !! ) etwas offener zu lassen, muss ich noch üben, das ist absolut gegen meine Natur 😉

Und das ist der Blick aus meiner Tür in den Garten:IMG_0690Morgens beim Frühstück gibt’s Gesellschaft, nicht nur gefiederte …. es sind einige Deutsche hier, und ich freu mich, mich unterhalten zu können, ohne über unregelmäßige Verben nachdenken zu müssen.IMG_0702IMG_069902.09.: Nachdem ich gestern durch den Ort geschlendert bin und die Darwin-Station besucht habe, hieß es heute vormittag umziehen (freu!), meinen Flug umbuchen ( möchte doch nicht von hier aus, sondern am Freitag mit dem Boot zur Isla San Christobal und am 10. von dort aus zurück aufs Festland fliegen) und mit Neele skypen (freu!). Leider ist das Internet absolut lahm hier, Fotos hochladen dauert eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeewig … aber ich hab ja Zeit 😉

Das ist der Blick aus meinem Fenster, das Meer rauscht laut und ich finde es einfach nur toll!

IMG_0719IMG_0809Heute Nachmittag war ich auf wieder mal auf einer geführten Tour, auf der es allerlei zu sehen gab. Die Truppe war diesmal wirklich lustig. Mitgefahren sind drei Italiener, ein Ecuadorianer mit seiner Tochter und ich. Für besonders viel Stimmung hat unser Guide gesorgt. IMG_0730Ich ärgere mich darüber, dass ich nicht mitschnorcheln kann, aber das schrieb ich ja bereits ….. Zu sehen gab es trotzdem wieder viel, die schwimmenden Wasserschildkröten und Seehunde wurden mir dann nachträglich einfach per Video gezeigt.

Eigentlich mag ich Krabben gar nicht so, aber diese hier sind wirklich riesengroß und bildhübsch:IMG_0763

Blaufußtölpel … die sind toll!IMG_0726Tja …… Claudi?IMG_0738IMG_0742Eine Seehundmama säugt ihr Baby, inzwischen schon viel zu groß und eigentlich erwachsen. Der Guide erklärte, dass das problematisch ist, weil das Junge so nicht lernen kann, Fische zu fangen und es schwer haben wird, die Mutter wiederum steht nicht für weitere Nachkommen zur Verfügung.IMG_0753IMG_0755IMG_0757Salzseen ….IMG_0771

Tag vier und fünf auf Isabela oder wer denken kann…….

Gestern habe ich an einer Tintoreras-Tour teilgenommen. Man fährt mit einer Gruppe in einem kleinen Boot auf ein vorgelagertes Felsenriff. Dort konnte geschnorchelt werden, während sich die anderen Wasserschildkröten anschauen konnten, habe ich in aller Ausführlichkeit Krebse beobachtet….. 🙂

IMG_0589IMG_0593Später ging es auf einen spannenden Rundgang an Land. Die Leguane sind eigentlich Einzelgänger, versammeln sich aber zur Nacht an warmen Stellen. Auf Tintoreras gibt es Plätze, an denen hunderte Leguane dicht an dicht, unter- und übereinander liegen. Manchmal sieht man sie erst, wenn man kurz vor ihnen steht – sie haben auf der Lava die perfekte Tarnfarbe. Liebe Beate, hier wechselt nichts die Farbe, und ich übrigens auch nicht – dank oft bedecktem Himmel und Lichtschutzfaktor 50 😀

IMG_0608IMG_0601Ist das ein Kanarienvogel? Ich hab die Führerin so verstanden, aber was macht ein Kanarienvogel auf den Galapagos? Claudia, helf mal, du kennst dich doch aus!IMG_0615Robben dagegen erkenne ich selber, und die sieht man hier ganz viel, nicht nur auf Bänken.IMG_0597In diesem natürlichen Becken schwimmen ganz viele junge Weißspitzenhaie. Ich geb zu, auf dem Foto sieht man eigentlich nichts, ich hab sie aber gesehen, ich schwöre! 😉IMG_0621Und das, liebes Schwesterchen, sind die Blaufußtölpel, die ich dir versprochen habe …..  die Füße sind eindeutig blau ( hellhimmelblau ).IMG_0635IMG_0631Das Boot hat ziemlich gewackelt, ich hab sie leider nicht besser erwischt.

Die Tour war so schön! Aber inzwischen hab ich fast alles gemacht, was man hier so machen kann, und gestern abend habe ich mir überlegt, dass es wenig Sinn macht, noch eine ganze Woche hierzubleiben. Vielleicht noch drei, vier Tage? Im Gespräch mit der Hotellleitung (die sehr nett reagiert hat) ist mir aufgefallen, dass ich nicht, wie gedacht, die Übernachtung schon per Kreditkarte bezahlt habe, sondern noch in bar zahlen muss ….. wer denken kann, ist klar im Vorteil 😉 Leider gibt’s hier keinen Bankautomaten, und so muss ich notgedrungen morgen schon zurück auf die Isla Santa Cruz fahren …… aber dort soll es ja auch sehr nett sein. Heute habe ich dann noch mal stundenlang diesen herrlichen, menschenleeren Strand hier genossen und  mich etwas eher als geplant von dieser schönen Insel verabschiedet.

So sah heute nachmittag der Strand direkt am Ort ausIMG_0659

Am Bootsanleger war ich jeden Tag – ich mag die Robben so gerneIMG_0575Den hab ich heute am Strand getroffen … der war echt riesigIMG_0640Und die sind auch süß, Claudi, was sind das für welche?IMG_0573Die alte Frau und das Meer …… ja, ich weiß, die Kapp sieht blöde aus, aber ich häng so an ihr. Nach dieser Reise wird sie dann aussortiert und in was Altersgerechtes umgetauscht 😀

Regina, dein Tuch ist immer dabei!

IMG_0642Das sind Leguanspuren …….IMG_0647Ach und die Kirche ….. die fand ich schön, trotz Wellblechdach und aller Schlichtheit. Lichtdurchflutet und lebensfroh. Auf dem Wandbild ist der Blick vom Ort aus auf den Strand zu sehen:IMG_0652Ein Kirchenfenster…… auf den anderen sind Seepferdchen und Schildkröten 🙂IMG_0657Ach, und für die Überfahrt morgen hab ich mir eine große Plastiktüte besorgt, da kommt der Koffer rein. Hoffentlich bleibt er diesmal trocken. Und ich weiß ja jetzt, wo ich nicht mehr sitzen möchte!

Unterwegs auf Isla Isabela

Gestern und heute war ich viel alleine unterwegs, meist zu Fuß, heute auch mal ein paar Stunden mit dem Fahrrad. Hier kann man völlig entspannt durch die Gegend schlendern. Jeder, der entgegen kommt, grüßt freundlich, und ich fühle mich absolut sicher, auch wenn ich den Rucksack mal nicht ganz so fest im Griff oder Blick habe.

Außerhalb des Ortes begegnet man nur wenigen Menschen, es ist wirklich sehr ruhig hier. Gestern habe ich viele Tiere gesehen, heute auf meiner Radtour in das Inselinnere waren es die Pflanzen, die mir gefallen haben.

Diese Schildkröte kam mir auf meiner kleinen Wanderung entgegen …. die müsste ungefähr mein Alter haben (in der Aufzuchtstation konnte man sehen, in welchem Alter sie welche Größe haben)IMG_0523Dieser Zeitgenosse ist etwa so groß wie ein Dackel …..IMG_0541Und immer wieder Robben – die sind echt toll. Am Bootsanleger kann man mit ihnen schwimmen gehen (so wie diese junge Touristin) – jedenfalls wenn man nicht so blöd ist wie ich ….. ich habe meine Kontaktlinsen nicht mitgenommen, mit Brille Schnorcheln geht nicht, ohne Brille sehe ich nichts …… ach, wie ärgerlich!!!!!IMG_0564Ganz schön moppelig – auch Robben kriegen ein Doppelkinn 😉IMG_0570IMG_0545wunderschöne Pflanzen…..IMG_0553IMG_0559IMG_0551IMG_0550Hier sieht man erkaltete Lava im Hintergrund – auf meiner Radtour bin ich an großen Lavafeldern vorbei gekommen, die Vegetation ist trocken und eher kark. Wenige Kilometer weiter gibt es plöztlich üppiges Grün, die schönsten Blüten, große Bäume……IMG_0549Alle fünf bis zehn Minuten kam ein Auto vorbei ….. das ist die Hauptverkehrsstraße!IMG_0556Dieser kleine Inselfriedhof liegt direkt am Meer….IMG_0517Ein kleiner Strand mitten in einem Mangrovenwald. Eine Bank zum Ausruhen gab es auch. Leider war sie schon besetzt – eine Robbe hatte es sich gemütlich gemacht 😉IMG_0524IMG_0527Das ist, mitten in der trockenen Kakteenlandschaft, el muro de las lagrimas (Mauer der Tränen). Eine Mauer, 70m lang, 6m hoch und 5m breit – völlig nutzlos mitten in der Pampa, errichtet von Gefangenen in den 50er Jahren – ein bedrückender Ort..IMG_0532Aussichtspunkte sind was Schönes ………IMG_0530

Galapagos

Aaaaaaaaaaaaaaaaaaalso, der Flug von Quito aus über Guayaquil nach Baltra (Galapagos) war total okay. Auf Baltra angekommen, nimmt man dem Bus und eine kleine Fähre und einen Bus nach Puerto Ayora  (Insel Santa Cruz), was auch alles kein Problem ist. Aber dann. Um auf die Isla Isabela zu kommen, muss man eins von den kleinen Schnellbooten nehmen, die für die Strecke zweieinhalb (!) Stunden brauchen. Und die hatten es echt in sich: zweieinhalb Stunden Achterbahnfahren, nichts für Menschen, die schnell seekrank werden. Ich war besonders schlau und hab mich ganz nach hinten gesetzt, dort hatte ich frische Luft, außerdem habe ich vorher gelesen, dass sich der Seegang im hinteren Teil des Bootes besser aushalten lässt.

Das das einen Haken haben muss, wurde mir erst klar, als mir ein Regenumhang gereicht wurde …. – und spätestens nach einer halben Stunde hatte ich kaum noch einen trockenen Faden am Körper. Zu den hohen Wellen kam noch der Regen ….Die Überfahrt war also ziemlich nass und ziemlich lang. Andere saßen zwar trocken unter dem Dach, waren aber scheinbar auch nicht viel glücklicher. Und so sah ich bei der Ankunft aus… (froh, endlich da zu sein)IMG_0450Meine Laune war so nicht die allerbeste, es sollte aber noch dicker kommen – als ich in der Unterkunft meinen Koffer auspacken wollte, musste ich leider feststellen, dass er entweder ins Wasser gefallen ist oder jede Menge Seegang abbekommen hat –  jedenfalls war er mitsamt Inhalt komplett nass (einschließlich meiner Apotheke, dem Flugticket – gut, dass man heutzutage alles neu ausdrucken kann – meinem Reiseführer, den Wörterbüchern undsoweiterundsofort ……) Alles Elektronische steckte zum Glück in wasserfesten Beuteln… Ach, ich war wirklich ziemlich angefressen, da haben auch die Robben am Bootsanleger nicht viel helfen können.IMG_0493IMG_0504

Dazu kommt, dass hier die Luft so feucht ist, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, dass  jemals etwas trocken wird ….

Heute sieht die Welt aber schon wieder ganz anders aus – es ist toll hier. Die Klamotten sind komplett in die Wäscherei gegangen – die hatte ich mittags schon wieder, duftend und absolut trocken. Der Koffer ist auch wieder trocken, die Bücher werden halt Seite für Seite, Tag für Tag in der Sonne getrocknet. Puerto Villamil erinnert mich sehr an Corralejo oder Playa Blanca (Kanarische Inseln) von vor 30 Jahren …. alles geht sehr langsam seinen gemütlichen Gang, und sich über ein paar nasse Seiten im Reiseführer aufregen? Ach neeee…………IMG_0490

Heute morgen bin ich zu einem kleinen Spaziergang aufgebrochen. Ich war ungefähr drei Minuten unterwegs, als ich die Familie aus Quito, die ich auf dem Schiff kennen gelernt hatte, getroffen habe – kurzerhand wurde ich eingeladen, mit ihnen an einer Tour teilzunehmen. Los ging es in der Schildkrötenaufzuchtsstation, in der Schildkröten in jeder Größe aus Artenschutzgründen gehegt und gepflegt und teilweise ausgewildert werden.IMG_0468

Später ging es auf Vulkan-Tour. Die Vulkane liegen in einem dicht bewachsenem Waldgebiet.( der Reiseführer sagt: Tuff- und Basaltlandschaft) Die Tour wurde irgend wann zu einer ziemlichen Kletterei, zum Glück waren überall Seile angebracht, an denen man sich festhalten, hochziehen oder abseilen konnte. Da ich ja völlig unvorbereitet in dieses Unternehmen geraten bin, hatte ich nur Flip Flops an. Barfuß war dann die bessere Alternative……IMG_0481IMG_0480IMG_0459IMG_0485

Nachmittags war ich am Strand, der ist einfach wunderwunderschön und keine 20 Meter von meinem Zimmer entfernt … wenn ich im Bett liege, höre ich das Meer rauschen 🙂IMG_0489

Fui, fuiste, fue, fuimos ….. 5 Tage im Norden von Ecuador

Meine Spanischschule bietet nicht nur Spanischunterricht, sondern auch geführte Ausflüge über mehrere Tage plus Unterricht an – für mich eine prima Möglichkeit, den Unterricht mit Exkursionen zu verbinden. Natürlich kann man auch wunderbar alleine reisen und sich jeweils vor Ort Unterricht organisieren,  – aber ich habe (trotz unregelmäßiger Verben, die nur sehr, sehr ungern in meinen Kopf kommen wollen) die letzten fünf Tage genossen und hatte Kontakt zu Familien, die ich alleine niemals kennen gelernt hätte.

1. Tag

Morgens geht es früh los. Da ich nur sehr wenig mitnehmen kann, bietet Oscar mir an, dass ich mein Hauptgepäck bei seiner Schwester Maria lassen kann, die praktischerweise in der Nähe vom Flughafen wohnt. Diese Familie ist einfach supernett, ich darf mir den Garten anschauen, mit ihnen Mittag essen und mein Gepäck unterstellen. Im Garten gibt es jede Menge Pflanzen und Früchte, die ich nicht kenne, mir erklären lasse, aber inzwischen wieder vergessen habe. Früchte gibt’s in Ecuador ganz viele, die vor allem in Form von frischen Säften fast überall und zu jeder Mahlzeit getrunken werden. Auf dem Foto sieht man Maria mit ihren Kindern. Der Älteste, Marcello arbeitet in den Regenwäldern bei der Erdölgewinnung, er hat ein bisschen von seinen Arbeitsbedingungen erzählt. So wird 12 Stunden täglich gearbeitet. Untergebracht werden die Arbeiter in Neun- oder Zehnbettzimmern, die Betten werden in mehreren Schichten benutzt. Marcelo muss fünfzehn Tage arbeiten, danach hat er eine Woche frei.

IMG_0353IMG_0347IMG_0344IMG_0343Später fahren wir nach Otavalo, eine kleine, angenehme Stadt nördlich von Quito, die für ihren großen Handwerkermarkt berühmt ist. Dieser findet immer Samstags statt, aber auch heute am Dienstag gibt es jede Menge Stände mit Strick- und Webwaren, Flöten, Freundschaftsbändern und so allerlei Schnickschnack.IMG_0366

2. Tag

Nach dem Unterricht erkunde ich ein bisschen Otavalo, schaue mir die Menschen an und schlendere durch die Markthalle, die die tollsten Fotomotive bietet.

Die Menschen, besonders die indigenen Frauen, gefallen mir hier so gut. Sie sind schön, stolz und sehr zurückhaltend. Leider wollen sie sich nicht fotografieren lassen, was zwar sehr schade, aber verständlich ist. IMG_0359

Wir machen einen Ausflug zum Condor-Park und laufen von dort aus zu den Wasserfällen, die in einer wunderschönen Anlage liegen. Für die indigene Bevölkerung sind diese Wasserfälle ein ganz besonderer Ort.IMG_0388

Am Nachmittag geht’s in die Nähe von Cotacachi, wo wir für zwei Tage bei einer indigenen Familie leben. Diese Familie nimmt an einem alternativen Tourismusprojekt teil und beherbergt ab und an Reisende, um ihnen ihre Kultur näherzubringen. Die Familie hat sieben Kinder, und Maria Rosa, die Mutter, wirbelt den ganzen Tag mit bewundernswert positiver Energie in Küche und Haushalt. Wir essen mit allen gemeinsam, und ich finde es sehr schön, mit insgesamt 11 Personen an einem Tisch zu sitzen. Es gibt sowohl mittags als auch abends ein komplettes Menü mit Suppe und Hauptgericht, dazu immer frisch gepresste Säfte.IMG_0419IMG_0396Wir wohnen direkt neben der Schule, leider sind gerade Ferien, sonst hätte ich gefragt, ob ich mal mitmachen darf 🙂 Die Lehrer waren aber trotz der Ferien anwesend, so konnte ich rein und ein Foto vom Klassenzimmer machen:IMG_0420

3. Tag

Nach einem kurzen Abstecher in die Apotheke nach Cotacachi, in der ich mir Augentropfen besorgen muss, wollen Oscar und ich eine kleine Wanderung in die Berge machen, wo es eine Alpakaherde geben soll. Aus der kleinen Wanderung werden vier Stunden strammer Fußmarsch mit ziemlichen Steigungen, aber immerhin sehen wir für einen Moment die Alpakas in der Ferne …. Die Landschaft hier ist einfach bezaubernd!IMG_0409IMG_0410

Nachmittags gibt es dann Unterricht und abends geht man zwischen neun und zehn schlafen …..der Tag fängt hier früh an, spätestens wenn die Hähne (direkt vor meiner Zimmertür) krähen, also so gegen 5.30 🙂

4. Tag

Heute nehmen wir einen Bus Richtung Tulcan, die nördlichste Stadt Ecuadors an der kolumbianischen Grenze. Busse gibt es hier unendlich viele, sie fahren in alle möglichen Richtungen und kosten ungefähr einen Dollar pro Stunde Fahrt. Transporte sind hier sehr günstig, das Busfahren ist ganz unterhaltsam. Ständig steigt jemand dazu, der etwas verkaufen möchte, Kaugummis, Eis, warme Mahlzeiten und Tabletten gegen alles mögliche. Die Ware wird lauthals angepriesen, manchmal auch in eine Geschichte eingebettet. Und wenn gerade mal niemand kommt, werden Filme gezeigt. Der Bus quält sich die Berge hoch und runter, die Landschaft ist fantastisch.

Den Unterricht erledigen wir zum Teil während der Busfahrten, und wenn Spanisch beendet ist, versuche ich, Oscar ein bisschen Deutsch beizubringen.

Tulcan, ganz ehrlich, war die Reise nicht wert. Bis auf den wirklich sehenswerten Friedhof. Hier werden die Hecken wie Inka-Statuen geschnitten. Und da ich Friedhöfe sowieso mag, spaziere ich eine ganze Weile umher und staune.IMG_0426

IMG_0427Gegen abend fahren wir nach Los Andes, den Heimatort Oscars. Los Andes ist winzig und normalerweise sehr ruhig, doch heute ist große Fiesta zu Ehren des Schutzpatrons Bartholome.

Ich darf mit in der Hütte von Oscars Oma wohnen, was für mich einerseits wirklich absolut grenzwertig ist, andererseits einen Einblick in die Umstände bietet, unter denen sicher viele Ecuadorianer leben (müssen).IMG_0439

Abends geht’s zur Fiesta, ich bin die einzige Gringa weit und breit, und werde von allen sehr zurückhaltend, aber doch spürbar gemustert, von manchen auch angestarrt. Fotografieren ist hier (jedenfalls für mich) einfach nicht angesagt. Es gibt Stände, Essen und Trinken, ein Riesenrad, Kickertische und viele Straßenhändler.

Nach der Messe versammeln sich alle auf dem Dorfplatz, eine Kapelle spielt volkstümliche Musik, und nun gibt es ein Schauspiel ganz besonderer Art. Zunächst werden einige große Papierballons gestartet, die man noch lange am Himmel sehen kann. Dann tritt die vaca loca (verrückte Kuh) auf, eine Figur, unter der ein tanzender Mann steckt, und die über und über mit Feuerwerkskörpern bestückt ist. Dieses wird nach und nach angezündet. Später wird das Castillo, ein etwa fünfzehn Meter hoher Turm aus Bambusstäben, an dem ebenfalls ganz viele Feuerwerkskörper befestigt sind, angezündet, und zum Schluss gibt es ein großes Feuerwerk. An einem großen Lagerfeuer kann man sich ein bisschen aufwärmen, denn es ist hier in der Nacht wirklich sehr kalt. Die Menschen hier in den Bergen sind sehr zurückhaltend und genauso wird auch gefeiert – sehr ruhig – von lateinamerikanischem Temperament ist wenig zu spüren.

5. Tag

Am Morgen fahren wir zurück nach Otavalo. Heute ist der große Handwerkermarkt. Ich schlendere eine Weile umher, groß kaufen kann ich ja nichts. Neele habe ich einen Lamapullover versprochen, aber leider finde ich keinen der mir gefällt und ihr gefallen könnte. Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns so langsam auf den Weg zurück nach Quito.

Ich habe das Angebot von Oscars Schwester, über Nacht zu bleiben und von dort aus am nächsten Morgen zum Flughafen zu fahren. Heute ziehe ich mein kleines Guesthouse in Flughafennähe vor ….. nach fünf Tagen des gemeinsamen Reisens ist mir nach Alleinsein, die vielen schönen Eindrücke verarbeiten, zur Ruhe kommen und mich innerlich auf das absolute Kontrastprogramm einstellen, das in den nächsten Tagen auf mich zukommen wird.

In den letzten Tagen habe ich verschiedenes gelernt bzw. verstanden:

1. viele unregelmäßige Verben

2. was die Verkäuferin bei „Unterwegs“ meinte, als sie sagte, dass Wanderschuhe mit richtig festen Sohlen viel besser sind …..

3. dass nicht nur Mücken stechen (die gibt’s hier in den Bergen gar nicht, jedenfalls hab ich noch keine getroffen)

4. dass Ecuadorianer super gastfreundlich sind (jedenfalls die, mit denen ich zu tun hatte)

5. dass es nicht besonders schwer ist, alleine unterwegs zu sein

 

Letzter Tag in Quito

Ich weiß nicht warum, aber ich erlebe hier so viel ……. – vielleicht liegt es daran, dass ich die Zeit habe, mit offenen Augen durch die Welt zu spazieren. Gestern allerdings hab ich einen absoluten Gammeltag eingelegt und bin nur mal zum Essengehen rausgegangen. Sonntags ist die Altstadt mehr oder weniger autofrei, man kann in einigermaßen guter Luft durch die schönen Straßen flanieren.

Heute vormittag bin ich mit Oscar zur Plaza Grande gegangen. Montags um elf findet der große Wachwechsel statt, auf dem Balkon des Palastes erscheinen dazu der Präsident Rafael Correa, der Vizepräsident und andere Politiker. Das Volk versammelt sich auf dem Platz, die Wachen stellen sich auf, und es wird gemeinsam die ecuadorianische Nationalhymne gesungen. Das ist schon ein großartiges Schauspiel! Leider war ich zu blöd, meine Kamera mitzunehmen, schade! Wenigstens habe ich ein Foto des Palastes, wenn auch ohne Präsident:IMG_0294Nach dem Unterricht bin ich in mein Lieblingslokal zum Essen gegangen, da kein Tisch mehr frei war, habe ich mich zu einer jungen Frau gesetzt und ein bisschen mit ihr geplaudert. Wir haben zusammen gegessen, sie stand auf, bezahlte am Tresen und ging dann noch mal kurz zu mir und sagte, dass sie für mich eingeladen hat, einfach, um mich in Ecuador willkommen zu heißen. Ich war so platt, dass ich mich einfach nur bedanken konnte und mich sehr gefreut habe. Na so was!

Am Nachmittag kam ich dann wieder zur einer Demonstration, was momentan nicht unwahrscheinlich ist, weil täglich welche stattfinden. Wieder ging es um das Yasuni – Naturschutzgebiet, da ja nun leider entschieden worden ist, das Erdöl zu fördern, mit sehr weitreichenden Konsequenzen für Natur und die dort lebenden Menschen. Gegendemonstranten Pro-Correa gab es auch, und jede Menge Polizei zwischen beiden Gruppen, die Stimmung war aber trotzdem recht entspannt.IMG_0306 IMG_0314 IMG_0319 IMG_0317Morgen bis Samstag werde ich mit Oscar einige Orte nördlich von Quito bereisen, es geht nach Cuyambe, Otavalo, Cotachi, Ibarra, Los Andes und Tulkan an der kolumbianischen Grenze, Spanischunterricht inclusive. Ich bin gespannt. Da ich nur das Allernotwendigste mitnehmen soll, werde ich das meiste Gepäck unterstellen und auch mein Tablet nicht mitnehmen. So hat der Blog ein paar Tage Pause. Samstag abend werde ich in der Nähe des Flughafens übernachten, und Sonntag früh am Morgen geht mein Flug auf die Galapagos-Inseln. Juchuu!

Tschüß Quito!IMG_0296IMG_0298IMG_0302

Party und ganz viel Kultur

ja, die Party…. das war schon ein ganz besonderes Erlebnis. Oli hatte eine Chivotheka gemietet, das ist ein offener Partybus, der mit sehr lauter Musik, Trillerpfeifen, Tanz und jeder Menge Zuckerrohrirgendwas durch die Straßen fährt – so bin ich zu einer schönen, ziemlich fröhlichen nächtlichen Stadtrundfahrt gekommen. Zwischendurch wurde auch mal angehalten und auf der Straße getanzt. Bei diesem Stopp ist auch das Foto entstanden. Wenn man genau hinschaut, kann man sehen, dass ich als norddeutsche Frohnatur so richtig gut mithalten kann 😉SAM_8107

Heute war dann wieder ein bisschen Kultur dran – morgens habe ich mir die Basilika angeschaut.IMG_0265Dabei hatte ich auch Gelegenheit, an meiner Höhenangst zu arbeiten 😉 Den Turm mit der Uhr habe ich ganz  geschafft, bei dem Turm weiter rechts im Bild musste ich dann doch kurz vorm Ziel umkehren und mit zitternden Knien die Leiter wieder runter. Eigentlich hätte ich gewarnt sein müssen – zu Beginn des Aufstiegs konnte man lesen, dass dieser für Personen mit Höhenangst nicht geeignet ist ….IMG_0260In der Basilika selber liefen gleichzeitig in zwei verschiedenen Flügeln eine Taufe und eine Trauerfeier, beides sehr emotional und mit wunderschöner Musik. So habe ich mich eine ganze Weile dort aufgehalten.

Anschließend war ich im Centro de Arte Contemporaneo, einem wunderbaren Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst, die mich absolut begeistert hat.IMG_0267IMG_0276Nachmittags bin ich noch auf dem Panecillo gewesen, das ist die große Statue, die man von der ganzen Altstadt aus sehen kann. Der Blick von oben auf die Stadt und die umliegenden Berge ist wunderschön. Es wird so eindringlich davor gewarnt, auf den Berg zu spazieren, weil der Weg nicht (überfall-)sicher sein soll, dass ich mir lieber ein Taxi geleistet habe ( kostet soviel wie ein Ticket für die Bremer Straßenbahn…)IMG_0283IMG_0290IMG_0291So langsam hab ich aber wirklich genug Großstadtluft geschnuppert. Am Dienstag reise ich für fünf Tage nach Otavalo, einem kleinen Städchen, ca. 100 km nördlich von Quito. Dort gibt es mehr Spanischunterricht, viele Exkursionen und einen ganz bekannten Markt. Tja und dann …. ist dringend mal Meer und Strand angesagt!

Spanisch lernen

Nun schon der dritte Tag in Quito. Langsam gewöhne ich mich an die neue Umgebung, die Zeitverschiebung, das Klima, die Höhe, und alles andere. Wobei ich noch nicht so wirklich viel gesehen habe, ich schlendere durch die Altstadt und lasse mich einfach treiben. Schließlich habe ich es nicht eilig! Gestern habe ich eine Demonstration und ziemlich viel Polizei gesehen. Dabei ging es darum, dass es im Osten von Ecuador, in den Regenwäldern des Amazonas, sehr viel Erdöl gibt. Es gibt Pläne, dieses Erdöl zum Schutze der einzigartigen Naturreservate nicht noch weiter zu fördern, da dafür große Teile des Regenwaldes abgeholzt werden müssen, und indigenen Bewohnern jegliche Lebensgrundlage genommen wird. Natürlich passt das nicht zu bestimmten wirtschaftlichen Interessen. Große Teile der ecuadorianischen Bevölkerung ist gegen die Förderung des Erdöls und möchte Menschen und Natur schützen, einige davon habe ich gestern auf dem Platz vor dem Regierungsgebäude gesehen.

Das alles hat mir heute mein Spanischlehrer, Oscar, erklärt. Ich hoffe, ich habe das einigermaßen richtig wiedergegeben. IMG_0249Nach dem Unterricht, der sehr gut, aber natürlich auch anstrengend ist, weil alles ausschließlich auf Spanisch läuft, bin ich in ein nettes, von Einheimischen sehr gut besuchtes, kleines Lokal gegangen und habe mir das Tagesmenue für vier Dollar bestellt:IMG_0251Champignonsuppe, Erdbeersaft, Hähnchen mit Soße, Reis, Kartoffelbreibällchen, Salat und einem Stück Avocado, Obstsalat und Popcorn. Bis auf die Suppe war alles sehr lecker, das Popcorn hab ich mal weggelassen 🙂

Oliver, mein Vermieter, ist heute 50 geworden. Heute morgen gab`s schon Geburtstagsständchen und Torte, abends steigt die Party, ich bin gespannt!

Ankommen

Der erste Tag in Quito. Byron, bei dem ich wohne, zeigt mir die historische Altstadt und erklärt mir ganz, ganz viel. Quito ist atemberaubend, im positiven wie im negativen Sinne. Wunderschöne Plätze und Häuser, bombastische Kirchen aber auch ziemlich schlechte Luft. Wahnsinnig viel Verkehr. Die Höhe macht mir am Vormittag noch etwas zu schaffen, ich fühl mich seeeeeehr schwer und gaaaaaaanz langsam, gegen Abend wird es besser. Gefährlich ist es zumindest am Tage in der Altstadt nicht …… an jeder Ecke steht Polizei und passt auf.IMG_0239IMG_0223IMG_0247IMG_0237Hier wohne ich in dieser Woche, mein Balkon mit der wunderschönen Sicht auf Quito ist der dritte von links.IMG_0233IMG_0248Und dorthin gehe ich ab morgen für vier Stunden am Tag:IMG_0211

 

 

IMG_0209Gut angekommen! Und so sieht es aus, wenn ich aus dem Fenster schaue 🙂