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6 Tage Sydney

Am 23.03. klingelt mein Wecker früh, dummerweise wache ich mit starken Halsschmerzen auf. Oh nein, Krankwerden passt ganz besonders gar nicht! Ich bin ein aufgeregt und freue mich auf Neues.

Roger bringt mich sehr lieberweise wieder zum Flughafen. Der Abschied von ihm, Miriama und von Neuseeland fällt schwer. Es hat mir so gut gefallen! Wer weiß, ob ich da jemals wieder hin komme, es ist so weit weg ….

Der Flug ist ruhig, die Einreise nach Australien wider Erwarten absolut (!) unkompliziert. Dank Neele ( sie hat mir einen kleinen Sydney – Reiseführer geschickt ) kann ich schon im Vorfeld den Stadtplan studieren und weiß genau, wo ich hin muss und wie ich dort hinkomme. Auch weiß ich schon, dass es 7 Tage Kombi – Tickets gibt. Mit denen kann man soviel Bus, Bahn und Fähre fahren, wie man möchte, Das kaufe ich mir gleich am Flughafen und freue mich eine ganze Woche lang, dass ich es habe.IMG_7868

Alles ist ganz einfach und super organisiert. Mein Hostel liegt direkt neben dem Hauptbahnhof, ist groß, sehr sauber und wirklich gut. Dafür, dass ich hier mit sehr großem Abstand die Älteste bin und mich alle etwas irritiert mustern, kann das Hostel ja nichts.  Das ist die Aussicht von der tollen Dachterrasse:IMG_7875Ich beziehe schnell meinen Dorm ( auch der groß und geräumig ) und mache mich auf, um die Stadt zu erkunden.IMG_8096IMG_8214

Der hier begegnet mir auf einem kleinen Grünstreifen in direkter Bahnhofsnähe. Claudi, wer ist das ???? IMG_7870

Na klar, als erstes dorthin, wo alle anderen auch hinfahren, zum Circular Quai:IMG_7878Ich schnapp mir gleich ziemlich planlos eine der Fähren und bewundere Oper, Harbour Bridge und Sydneys Skyline – sieht schon begeisternd cool aus 🙂IMG_7885IMG_7892IMG_7902Nach einer kurzen, aber wunderschönen Fahrt steige ich im Darling Habour aus und laufe durch die Stadt wieder zurück. Zufällig komme ich am Observatory Hill vorbei, von dem aus man eine wunderschönen Blick auf die Brücke und den Norden von Sydney hat:IMG_7931Ich spaziere durch das alte Viertel „The Rocks“, bummele über den netten Sonntagsmarkt mit schönem Kunsthandwerk, esse einen Maiskolben und husche, wieder am Circular Quai angekommen,  gleich auf die nächste Fähre, diesmal Richtung Manly. Laut Reiseführer ist das „die schönste kleine Schiffsreise der Welt“. Das finde ich zwar reichlich übertrieben, aber schön ist es schon, vor allem die Rückfahrt im Abendlicht ist sehr stimmungsvoll.IMG_7957IMG_7989Müde und etwas angeschlagen mache ich mich auf den Weg in mein Hostel, esse und gehe früh schlafen. Meine fünf Mitbewohnerinnen sind alle noch nicht da, aber ich bin so kaputt, dass ich tief und fest schlafe und mich nicht mehr stören lasse.

Am nächsten Morgen erzählt mir Judith aus meinem Dorm, dass um halb elf an der Town Hall eine kostenlose Stadtführung beginnt. also nichts wie hin! Die Guide zeigt auf sehr unterhaltsame Weise schöne Orte im Innenstadtbereich.IMG_7997 Das Wetter ist ziemlich kühl ( um 20 Grad und regnerisch ), ich finde es für eine Stadtführung ganz angenehm. Gestern war es deutlich wärmer und sehr schwül. Einen Aufstieg auf den Sydney Tower kann man sich heute aber wohl sparen.

IMG_8004Ist das nicht schön? IMG_8000IMG_8002Diese Straße kenne ich schon von Fotos, die Käfige sollen an die 50 Vogelarten erinnern, die hier mal gelebt haben. IMG_8013Das ist die Mafalda von Sydney 😉 Trotz zahlreicher Flirtversuche der anwesenden Frauen zeigt sich dieser Herr recht abweisend ……

IMG_8015Später laufe ich am Museum für zeitgenössische Kunst vorbei, dass direkt am Circular Quai liegt. Und stelle fest, juchu, hier hat vor vier Tagen die Biennale Sydney ( you imagine what you desire ) angefangen. Der Eintritt ist an allen Ausstellungsorten umsonst. Kann man sich für Deutschland gar nicht vorstellen!

Glück gehabt und nichts wie rein!

IMG_7937IMG_8034IMG_8040IMG_8047IMG_8045IMG_8054IMG_8056Diese hier haben mir besonders gut gefallen – sie sind groß, sehr zart und sehen aus wie Wasser! Anfassen strengstens verboten, aber fotografieren ( ohne Blitz ) kann man überall. Auch das kenne ich anders ….IMG_8078IMG_8080Das Museum gefällt mir sehr, auch das Cafe ist wunderbar:IMG_8084 (2)IMG_8086Und den hier der Vollständigkeit halber 😀IMG_8087Abends gehe ich zum Tango. Der findet im Hinterzimmer einen eher rustikalen Kneipe statt, ist klein und fein und ich hab Spaß. Tango ist so toll!

Am Dienstag, 25.03. spaziere ich ein bisschen durch Chinatown, bin aber früh dran – alle Läden und Restaurants sind noch geschlossen. Was soll’s, Asien hab ich ja demnächst genug!IMG_8091IMG_8092Ich spaziere wieder gen Hafen, frage unterwegs nach ner Karte für den „König der Löwen“ ( leider ausverkauft ) und setze mich in die Fähre zur Watson Bay. Von dort aus fahre ich mit dem Bus weiter zum legendären Bondi Beach: Sydneys Naherholungsgebiet und Surfertraum.IMG_8099IMG_8108Und das ist mein persönlicher Traum! Das ist zwar ein privater Club, aber zum Schwimmen kann jeder kommen – und im Schlossi muss man mehr bezahlen! Da dieser Ausflug sehr spontan und völlig ungeplant ist, hab ich doofe Nuss keine Badesachen dabei. Mist!IMG_8119IMG_8123Stattdessen spaziere ich den Coast Walk zum Bronte Beach entlang. Ist auch schön, zum Schauen gibt es jedenfalls genug …..IMG_8133IMG_8135IMG_8147IMG_8159IMG_8162Am Ende vom Bronte Beach gibt es wieder einen Pool,  frei zugänglich und auch sehr nett. Ach Menno, hier muss ich nochmal hin!IMG_8172Abends schau ich wieder beim Tango vorbei, diesmal nennt es sich Experimentaltango …… Ort und Musik gefallen mir sehr, leider ist nur sehr wenig los. Der Tanzlehrer erbarmt sich meiner und tanzt ein paar Mal mit mir – das wiederum ist sehr schön!

Mittwoch muss ich umziehen. Ich wollte von Anfang an in die Jugendherberge am Hafen, leider war diese an den ersten drei Tagen ausgebucht. So bin ich den halben Tag damit beschäftigt, auf mein neues Zimmer zu warten. Seufz. Ich bin unausgeschlafen, meine Mitbewohnerinnen waren wenig rücksichtsvoll. Ich habe das Dormleben ziemlich satt und bin einigermaßen schlecht gelaunt. Dazu kommt, dass ich stark erkältet bin und mich krank und schlapp fühle ….

Und das ist die Aussicht von der Jugendherbergsterrasse! Ist das toll oder ist das toll?IMG_8177IMG_8218 IMG_8222

Nachmittags geht’s zur ( deutschsprachigen ) Führung in die Oper. Das Gebäude ist grandios!IMG_8209IMG_8196Die Oper und ihre Entstehungsgeschichte sind interessant. Kosten sollte sie mal 7 Millionen Dollar, 107 sind  daraus geworden. Das kommt einem irgendwie bekannt vor 😉

Führungsteilnehmer bekommen Opernkarten viel günstiger, und so kaufe ich mir doch noch für den nächsten Abend eine Karte für „Carmen“. Wenn ich schon mal hier bin …..

Mittwochabend muss ich endlich einsehen, dass ich zu fertig bin, um mein geplantes Programm stramm durchzuziehen. Also heute kein Tango und morgen nicht früh aufstehen, um in die Blue Mountains zu fahren. Stattdessen ausschlafen und es ruhig angehen lassen. Die Entscheidung fällt schwer. So krank kann ich nicht sein 😉

Donnerstag regnet es in Strömen und das den ganzen Tag lang. Im Reiseführer lese ich, dass es in Sydney etwa doppelt so viel regnet wie in Mitteleuropa. Was meine Woche hier betrifft, kann ich das bestätigen. Blauen Himmel sehe ich nur zweimal: am Tag der Ankunft und am Tag der Abreise. Aber immerhin erlebe ich warmen Regen.

Ich setze mich in die Fähre nach Cockatoo Island, im Hafen von Sydney gelegen. Diese kleine Insel wurde früher als Gefängnis benutzt, außerdem war sie Standort zweier Schiffswerften. Heute wird sie für kulturelle Ereignisse genutzt, so dient sie momentan als Ausstellungsort der Biennale.IMG_8242Diese Objekte gefallen mir unheimlich gut – besonders in dieser Umgebung! IMG_8261 (2)IMG_8255IMG_8276 (2)Besonders angerührt hat mich diese Installation, die so und ganz anders in verschiedenen Räumen eines alten Wohnhauses zu sehen ist. Die Künstlerin hat Gemälde, Projektion und Skulptur kombiniert. IMG_8285IMG_8288 (2)Ich schaue noch ein bisschen herum, was bei dem Regen nur begrenzt Spaß macht, und fahre am Nachmittag zurück. IMG_8244 IMG_8245Abends geht’s zu Carmen – ich dope mich mit Nasentropfen, Hustenbonbons und jeder Menge Taschentüchern. Sicher bin ich heute die Traumsitznachbarin aller Opernbesucher 🙂

Das Ambiente ist einfach so schön! IMG_8300IMG_8298IMG_8295IMG_8304Die Oper….. nun ja. Ich find’s ganz schön, und viele Melodien kenne ich. Aber drei Stunden lang? Nö, heute nicht. In der Pause geh ich einfach. Ich darf das 😀

Freitag Morgen um fünf packen die beiden Asiatinnen in meinem Dorm ihre Koffer. Seufzdolle. Mit den Dorms bin ich nicht ziemlich, sondern komplett durch. Jedenfalls fürs Erste. Ich freue mich auf Bali und auf hoffentlich schöne Hotelzimmer.

Nach ein bisschen Reiseorganisation ( das braucht für diese Reise  doch viel Zeit – ich bin so froh, dass ich mein Tablet dabei habe und nicht in irgendwelchen Internetcafés oder Hostellobbys hängen muss ) mache ich mich auf den Weg zur Art Gallery. Auch in Sydney gibt es richtig schöne U (?) – Bahnstationen:IMG_8331In der Art Gallery gibt’s ….. natürlich Biennale, aber auch Altbekanntes und sehr Bekanntes zu sehen. Und auch hier: fotografieren gern gesehen!IMG_8332IMG_8345IMG_8343IMG_8337IMG_8349Nach den ziemlich kunstlastigen Tagen ist mir nach Natur. Der botanische Garten liegt direkt nebenan, ein Spaziergang lohnt!IMG_8353IMG_8354IMG_8358IMG_8363Auf einer Parkbank hole ich ein bisschen Schlaf nach. Hier darf man das, und man darf, nein man soll über die schönen Rasenflächen laufen – na, dann los!

Später geh ich auf die Habour Bridge, das steht noch auf meiner Unbedingt-noch-tun-Liste. Besonders weit laufe ich zwar nicht, aber wenigstens war ich mal drauf.IMG_8372IMG_8375Gegen Abend packe ich meine Sachen und mach mich tangofertig. Heute möchte ich unbedingt auf die Freitagsmilonga. Die ist ganz schön und findet in einem eleganten Rahmen statt. Ich komme zum Tanzen, aber eher mittelprächtig. Beim Tango ist es wie im richtigen Leben: es gibt solche und andere Tage. Dieser ist leider ein anderer. Die allerallerletzte Tanda versöhnt mich dann doch noch – die ich tanz ich mit dem tollen Tänzer, den ich schon von neulich kenne. Schwelgundfreudolle!

Sydney. Hat mir wirklich gut gefallen. Mit den Tagen hier bin ich trotzdem nicht zufrieden. Ich wollt so viel mehr, nicht nur Kultur ….. Zoo, Fischmarkt, Bummeln gehen, Blue Montains, in DEM Pool schwimmen, Känguruh und  Koala sehen undundund ……

Die Zeit war zu kurz, das Wetter zu schlecht und ich zu erkältet. Seufz. ( jetzt gerade ist Samstagvormittag. Ich schreibe diese Zeilen, schau aus dem Fenster und was sehe ich: knallblauen Himmel….. Unverschämtheit! )

Tja, da muss ich wohl doch noch mal wiederkommen!