Archiv des Monats: Mai 2014

Finnisches Sahnehäubchen

Am 03.05. geht nachts um eins  der Flieger gen Peking. An Bord viele Menschen, die so wie ich eigentlich woanders hin wollen, und nach stundenlangem Warten recht genervt sind. Wasser wird gereicht, anderes gibt es nur auf Nachfrage, zu essen erst mal nichts. Na toll. Zum Essen werden wir später erbarmungslos um 5.00 geweckt. Es gibt asiatiisches Frühstück, d.h. warmes Essen, schwere Kost. Um 6.30 landen wir in Peking, was für ein Smog!IMG_0052

Beim Aussteigen lerne ich die Estländerin Britt kennen, die in Australien lebt und auf Heimatbesuch gen Tallinn reist. Sie ist nett und lustig, spricht gut deutsch und vertreibt mir ein bisschen die stundenlange Warterei auf unseren Anschlussflug.

Den Pekinger Flughafen hatte ich mir altmodischerweise völlig anders vorgestellt – als erstes sehe ich Starbucks und Pizza Hut ……. na denn.IMG_0025

IMG_0029IMG_0039Irgendwann geht’s weiter, und, große Freude, ich bin ( zusammen mit  einigen Leidensgenossen ) in die Business – Class gesetzt worden. Von einem Upgrade träum ich schon seit Jahren!

Britt sitzt nur durch den Gang getrennt neben mir, und so werden die nächsten Flugstunden ( acht! ) ganz gemütlich. Ich schlafe ( man kann sich richtig hinlegen, wie toll! ), schau zwei Filme und manchmal auch aus einem meiner Fenster. Staune, wie schön fliegen sein kann.

Blick auf die chinesische Mauer ( etwas trübe Sicht )IMG_0059und tolle Berge ….. IMG_0062Hasi fliegt Business 🙂 IMG_0075Bald geschafft!IMG_0077Pünktlich um 14.30 landen wir in Helsinki – juchu Europa! Die Einreiseformalitäten dauern für mich als EU- Bürgerin keine 15 Minuten. Ich spendier mir ein Shuttle – Taxi in mein Hostel, besichtige mein Zimmerchen, such mir den nächsten Supermarkt, wasche einen Haufen Wäsche und geh recht früh ( gefühlt sehr spät – meine innere Uhr tickt ja noch völlig anders ) ins Bett. Glücklicherweise bin ich müde genug, um von der deutschen Schülergruppe, die auf dem Flur für Stimmung sorgt, nichts mehr mitzubekommen.

Sonntag, 04.05., fahr ich ein bisschen Straßenbahn und schau auf einem netten Markt vorbei. Das Wetter ist ganz fein, aber so, so, so kalt!IMG_0082 IMG_0086 IMG_0088IMG_0089 IMG_0090

Ich friere!!!! ( ja, ich weiß, genau DAS wollte ich. Hatte nur vergessen, wie blöd sich das anfühlt! ) Nachmittags haben trotz Sonntag die Geschäfte auf – ich kauf mir Handschuhe, und das im Mai! Die Natur hier ist frühes Bremer Frühjahr: die Osterglocken blühen, auch die Tulpen. Die Birken zeigen erstes Grün, die meisten Bäume haben noch keine Blätter. Ich freu mich – ich kann ein bisschen Vorfrühling nachholen!IMG_0095 IMG_0096 IMG_0094

Am Montag bleib ich bis Spätmittags im Hostel – es schneit und regnet und ist ziemlich bäh. Nachmittags geh ich  in das kleine Yrjönkadun Uinahalli Bad, und das ist wirklich zauberhaft. Mitten in der Stadt gelegen und im schönsten Jugendstil 1928 erbaut. Hier baden Mo, Mi und Fr die Damen; Di, Do und Sa sind die Herren dran. Schwimmen und Saunen kann man mit oder ohne Badeanzug. Man zieht sich direkt in der Halle um, wer ausruhen möchte, kann sich ein kleines Kabinchen auf der Empore im ersten Stock mieten. Ich schwimme meine Bahnen und gehe später ganz zufrieden in die Unterkunft.

Helsinki gefällt mir sehr! Es ist vertraut europäisch, gleichzeitig aber auch ganz fremd. Die Sprache liest sich lustig und hört sich nett an. Ableiten lässt sich rein gar nichts ( jedenfalls nicht von mir…. ). Im Supermarkt muss ich mir helfen lassen, mein Obst abzuwiegen. Ich weiß nicht, welches Wort zu welchem Gemüse gehört. Aber alle, wirklich alle Finnen sprechen bestens Englisch, zum Glück!IMG_0129

Die Stadt ist großzügig und weitläufig, es gibt viele ganz tolle Jugendstilfassaden!IMG_0107 IMG_0111

Dienstag, 06.05. weckt mich der Sonnenschein. Auf geht’s, ich miete mir ein Fahrrad und dreh ne Runde am Wasser entlang. Es ist so schön hier!IMG_0159IMG_0114 IMG_0123 IMG_0119 IMG_0118 In einem schnuckeligen, kleinen Cafe am Wasser bleib ich zwei Kaffeelängen lang und find es wunderbar. Am frühen Nachmittag bin ich schon wieder im Hostel ( und verkriech mich für den Rest des Tages dort ) – mir ist so kalt!IMG_0135

Mittwoch, 07.05., wird ein ganz besonderer Tag für mich: Neele kommt, um mich zu besuchen – ich freue mich schon seit Wochen darauf. Morgens kann ich es ruhig angehen lassen, am späten Vormittag mache ich mich auf den Weg zum Flughafen ( wie es so meine Art ist, bin ich sehr pünktlich da – die letzten Minuten ziehen sich ganz schön in die Länge ). Doch dann ist sie da! Wie freuen uns beide riesig!IMG_0147 IMG_0149 (2)

Das Wetter ist dem Anlass entsprechend super. Nachdem wir das Gepäck ins Hostel gebracht und ein bisschen was gegessen haben, machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Wir schauen uns den tollen Dom an und spazieren eine kleine Runde. Abends wird gekocht, ausführlich erzählt und ein bisschen geblödelt. IMG_0160  IMG_0166 IMG_0163IMG_0173IMG_0176IMG_0182 IMG_0186

Am nächsten Tag haben wir wenig Glück mit dem Wetter. Wir haben keine fünf Grad, außerdem regnet es von morgens bis abends ohne Unterbrechung. Oooch nöö. Wir lassen uns die Laune nicht verderben, kaufen uns Tageskarten für den öffentlichen Nahverkehr und fahren den halben Tag kreuz und quer durch Helsinki. Zwischendurch steigen wir auch mal aus, schlendern durch die Markthalle, gehen einen Kaffee trinken oder in das eine oder andere Geschäft. Für den Abend haben wir uns Karten für die Seven Fingers, die im Rahmen des Zirkusfestivals im finnischen Staatstheater auftreten, besorgt. Die Artistik – Truppe kommt aus Kanada und bietet eine tolle Show. Was für ein schöner Abend!IMG_0202 IMG_0206 IMG_0203

Freitag, 09.05. ist es – juchu – trocken und viel wärmer. Nach dem reichlich späten Frühstück ( wann hab ich das letzte Mal bis halb zehn geschlafen? ) leihen wir uns Fahrräder und machen eine kleine Tour auf zwei Halbinseln in Innenstadtnähe ( Mustikkama – Korkeasaari ). Die Bewegung tut gut, die Luft ist frisch und ab und an blinzelt sogar ein bisschen die Sonne hervor. Wir können auf einer Bank sitzen, Brötchen essen, Fotos machen.IMG_0213 IMG_0249 IMG_0240 IMG_0228 IMG_0222 IMG_0216 IMG_0250Zurück in der Stadt gibt’s Kaffee und einen kleinen Bummel durch die Geschäfte. Später möchte ich Neele gern das kleine Cafe zeigen, dass mir vor ein paar Tagen auf meiner Fahrradtour so gut gefallen hat. Gesagt, getan.IMG_0136 IMG_0134 IMG_0131 Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Weg zurück ins Hostel. Unterwegs erwischt es uns eiskalt – es schüttet, innerhalb von wenigen Minuten sind wir pitschnass. Jetzt gerade finden alles so richtig scheiße. Mit der Brille und dem Regen kann ich nicht wirklich sehen, und so nehmen wir auch leider nicht den kürzesten Weg nach Haus, sondern fahren noch einen tüchtigen Umweg. Endlich angekommen, geht’s für uns sofort unter die heiße Dusche und für die Klamotten in den Wäschetrockner. Den restlichen Tag bleiben wir wo wir sind und versuchen, unsere Körpertemperatur wieder hochzufahren.

In dieser Nacht haben wir Pech mit den Hostelnachbarn – es gibt Party und ziemlich viel Lärm. Wenn man nicht gerade selber feiert, macht das ein bisschen aggressiv …..

Auch der Samstag hat seine Höhen und Tiefen. Am Vormittag radeln wir zwar müde, aber noch ganz guter Dinge durch die Stadt. Später erwischt uns beide eine Übelkeit, die wir nicht recht erklären können. Kann ein Milchkaffee schlecht sein und Bauchweh machen? Den langen Rest des Tages liegen wir flach, so schade. Trotzdem, geteiltes Leid ist halbes Leid, und eigentlich finde ich die Situation auch ein bisschen gemütlich 🙂

Packen muss trotzdem sein, am frühen Sonntagmorgen möchte ich mich auf den Weg zum Flughafen machen. Neele nimmt einen anderen Flieger und darf etwas länger schlafen.

Mir hat Helsinki trotz Kälte und Regen sehr gut gefallen, und vor allem hat mir Helsinki mit Neele gut gefallen. Es war so schön, von ihr abgeholt zu werden. Wir hatten Zeit für uns, viele schöne Gespräche und so manche lustige Aktion. So sind die letzten Tage für mich das Sahnehäubchen auf einer tollen Reise 😀IMG_0212

Den finnischen Tango hab ich übrigens nicht gefunden, die Touristeninfo wusste auch von nichts. Merkwürdig ……

Die ( äußere ) Reise ist fast vorbei, ich fühle mich reichlich seltsam. Was hat sich verändert, hab ich mich verändert, wie wird es sein, wieder zu Haus zu sein?

 

Singapur

Am 27.04. fliege ich zu meiner Lieblingszeit in Denpasar gen Singapur ab. Mittags um zwölf heißt prima ausschlafen können, und schwimmen, gemütlich frühstücken und irgendwann ins Taxi gen Flughafen steigen. IMG_9663Gegen drei lande ich in Singapur, fahre mit einem Shuttlebus ins Hotel ( YMCA ) und beziehe am späten Nachmittag mein Zimmer. Und das ist – voll schrecklich! Ich bin ganz unglücklich und mag gar nicht auspacken. Vielleicht bin ich auch einfach total baliverwöhnt?

Hey, mein Reiseführer sagt, dass das Hotel ( zu einem Spottpreis ) toll ist!

Ist, nebenbei gesagt, die teuerste Unterkunft auf meiner Reise ( wenn nicht meines Lebens ….), und sicher nicht die beste! Nach ein, zwei Tagen habe ich mich aber an meine Zelle im siebten Stock gewöhnt und bin ganz zufrieden: supersupersauber, riesengroßes Frühstücksbuffet zum endlich mal Sattessen, ruhig und direkt an einer großen U-Bahnstation gelegen.  Am allerletzten Tag bin ich mal zu Fuß und nicht mit der U-Bahn unterwegs ….. da fällt mir endlich auf, wie wunderbar zentral ich wohne 😀 Der 25m Pool ist nur toll, und morgens vor dem Frühstück hab ich ihn immer ganz für mich alleine!IMG_9680

Ich steuer den nächsten Supermarkt an, schwimme ein paar Runden, skype ausführlich mit dem Töchterlein und packe dann doch noch richtig aus.

Am 28.04. schaffe ich es gerade noch zum Frühstück und besorge mir später eine 3 – Tageskarte für Bus und Bahn. Die U – Bahn ist hier toll und prima organisiert. Alles ist perfekt ausgeschildert, es ist auch für mich Orientierungsesel kein Problem, richtig anzukommen. Und, es gibt Straßenschilder! Ganz große!! Überall!!

In den Shoppingmalls fällt mir die Orientierung sehr viel schwerer – diese gehen über zig unter- und überirdische Stockwerke, die durch ein Gewirr von Rolltreppen miteinander verbunden sind. Manche Malls haben im minus viertem Stock eine U – Bahnstation, manchmal sind auch die verschiedenen Malls unterirdisch miteinander verbunden. Singapur scheint die Stadt der Rolltreppen zu sein – unglaublich!IMG_0001IMG_9932

Da mich der ganze Hochglanz etwas irritiert, mache ich mich auf nach Little – India. Bei der Planung von Singapore wurden ganze Stadtteile für bestimmte Völkergruppen vorgesehen, die ethnischen Gruppen sollten sich nicht vermischen. Heute ist es zum Glück anders – die Welten mischen sich wie überall –  Singapur ist wunderbar multikulturell!IMG_9685IMG_9690IMG_9689Little India gefällt mir ganz gut, es gibt viele Geschäfte, viel Gold und Glitzer, Stoffe, Uhren, kleine Lokale. Die Hitze macht mir leider ziemlich zu schaffen, und gegen Mittag schleppe ich mich und ein paar Einkäufe zurück ins Hotel.

Nachmittags mache ich mich auf zur Marina Bay.IMG_9702Preisfrage: Was hat die Skyline des Singapurer Bankenviertels mit meinem ( momentanen ) Kleiderschrank gemeinsam? Ich glaub, ich muss dringend  Farbe in mein Leben bringen 🙂IMG_9682Marina Bay ist eine künstlich angelegte Bucht, hier dominiert das Marina Bay Sands Hotel, das man von überall aus sehen kann. Es sieht aus wie ein Bügelbrett, drei Türme werden in 200 Metern Höhe durch eine riesige Dachterrasse miteinander verbunden. Hier gibt es einen öffentlichen Teil, und klar, da muss ich hoch, um mir einen Überblick zu verschaffen ….IMG_9769

IMG_9713IMG_9708IMG_9718Der größte Teil der Bügelfläche ist den Hotelgästen vorbehalten, so auch der 150m lange Pool. Aber Rüberblinzeln darf ich mal …. hey, Palmen im 58. Stock?IMG_9730IMG_9733Außer dem Hotel befinden sich in den Türmen Kasinos, Tagungszentren und, wie könnte es anders sein, jede Menge Prada und Co. Wie in den meisten Shoppingmalls von Singapore findet man die Fressmeile auch hier im alleruntersten Untergeschoss. Ich esse teuer und schlecht und spaziere anschließend sehr hübsch an der Bay entlang gen Innenstadt und Singapore River.IMG_9747  IMG_9750IMG_9760

IMG_9765IMG_9771IMG_9773IMG_9781IMG_9777 IMG_9788Am 29.04. fahre ich am späteren Vormittag gen Chinatown, das nett, aber unheimlich touristisch ist. Es gibt unzählige Läden und sehr (!) aufdringliche Verkäufer. Viele Schneider, bei denen man sich innerhalb eines Tages auf Maß alles mögliche schneidern lassen kann, haben sich hier niedergelassen. In den engen Gassen ist es heiß und stickig . Nach einem tropischen Starkregen ist die Luft wie in der Dampfsauna ….. ich muss hier raus!IMG_9790 IMG_9797 IMG_9795IMG_9818IMG_9798 (2) IMG_9801 IMG_9800 IMG_9793

Nachmittags schaue ich mir die Orchard Road an, an der ich ( fast ) wohne. Das ist die Haupteinkaufsstraße von Singapore. Vorgestellt hatte ich mir naiverweise eine Straße mit vielen netten Geschäften und Boutiqen. Straße stimmt, der Rest ist anders: vielstöckige Shoppingmalls, unterirdisch miteinander verbunden, alles schickimicki blankpoliert.  An manchen Stellen kann man die Straße nicht überqueren und auch nicht weiterlaufen, man muss durch unterirdischen Shoppinggänge gehen und versuchen, die richtigen Abzweigungen zu erwischen …..IMG_9828IMG_9827 Mich deprimiert all das, auch die Anonymität meines Hotels macht mir zu schaffen. Acht Tage Singapore – viel zu lang! Ich beschließe, umzubuchen ( hoffentlich geht das! ), allein das Vorhaben bewirkt, dass es mir besser geht.

Gesagt, getan. Am Mittwoch gehe ich gleich morgens früh ins Finnair – Office. Juchu, ich kann eher fliegen. Mein Hotel ist ganz kulant, ich darf kostenfrei stornieren ( ich werde nach dem Grund gefragt und muss nur ein kleines bisschen lügen ). Das Hostel in Helsinki nimmt mich früher, also alles prima!

Nachmittags schaue ich mir Gardens by the bay an, das es erst seit 2012 gibt.IMG_9840 In der großen Gartenanlage gibt es zwei Kuppelbauten, die riesige Gewächshäuser sind sowie künstliche Tropenbäume. Das Gelände habe ich schon von der Aussichtsterrasse des Bügelbretthotels bewundern können. In einem der Gewächshäuser ist derzeit eine …. Tulpenausstellung 🙂

Hey, dann krieg ich in diesem Frühjahr ja doch noch ein paar Tulpen zu sehen! Freudolle!IMG_9844IMG_9861IMG_9862

Süß, wie begeistert die Tulpen fotografiert werden, und diese Hollanddeko …..IMG_9848 IMG_9878 IMG_9877

Die ganze Halle duftet wunderbar nach Tulpe, und hier, genau hier erwischt es mich so richtig – ich hab ganz, ganz schlimmes Heimweh!!! Ich beschließe, es nicht Heimweh, sondern Vorfreude zu nennen und geh zum Trost sofort Bruschetta essen – sehr lecker, sehr wenig, sehr edel …..IMG_9851Die Portionen sind hier alle winzig klein. Vielleicht aber auch genau richtig, denn dicke Menschen gibt es kaum, und richtig Dicke sieht man gar nicht.

Die Regenwaldhalle ist nicht ganz so kühl ( nach der Tulpenhalle bin ich total durchgefroren ), und ganz nett anzuschauen. Nach den fantastischen Landschaften, die ich auf meiner langen Reise ganz in echt gesehen habe, hauen mich künstliche Wasserfälle und sonstige Scheinwelten nicht so richtig vom Hocker – aber die Tulpen, die haben sich gelohnt! 🙂 IMG_9889 IMG_9897 IMG_9903

Auf den Steg in 22m Höhe, der zwischen den Kunstbäumen ( die hübsch aussehen ) gespannt ist, trau ich mich nicht. Ich bin so zaghaft gerade, vielleicht ist mein Mut fürs erste aufgebraucht?IMG_9925 IMG_9921Die große und bestimmt sehr schöne Gartenanlage spar ich mir ebenso – es ist einfach viel zu heiß!

Abends geh ich tanzen. In Singapur wird sehr viel Tango getanzt. Ich lerne Astrid, eine junge Deutsche, kennen, die seit drei Jahren in Singapur lebt und arbeitet. Ansonsten? Ne, das wird nicht mein Abend, ich gehe früh und wundere mich, wie viele Menschen in der Nacht noch unterwegs sind.

Donnerstag ist erster Mai, auch hier ein Feiertag ( Labour Day – die Läden haben trotzdem alle auf ). Ich besuche den Botanischen Garten, der wirklich sehr schön und weitläufig ist. Der Orchideengarten ist sogar weltberühmt ( sagt mein Reiseführer ).

Die Luftfeuchtigkeit ist zwischen all den Pflanzen besonders hoch, und nach wenigen Metern bin ich schweißgebadet. Ich versuche zu genießen – ganz bald ist Frieren angesagt 😉IMG_9953 IMG_9944 IMG_9946 IMG_9943IMG_9959 IMG_9967 IMG_9981IMG_9970

Abends wird gepackt, ich freu mich auf Europa!

Am 2.5. muss ich bis zwölf mein Zimmer räumen. Mein Flug geht leider erst um 23.25 Uhr, ich mag das nicht! Zum Glück darf ich mein Gepäck im Hotel lassen und abends in der Sportetage noch einmal duschen.

Acht Stunden muss ich rumbekommen. Ich spaziere ganz ohne U – Bahnfahrt durch die Stadt zum Wasser. Wenn die Hitze zu beschwerlich wird ( also etwa alle 20 Minuten ), kühle ich mich in einer Shoppingmall ein bisschen ab. Später gehe ich ins Singapore Art Museum und ins National Museum of  Singapore und schau mir ziemlich gruselige Kunst an:IMG_0005 (2)IMG_0010Diese possierlichen Tierchen ( von denen es noch ein paar mehr gibt ) sind aus der abgeschnittenen Fußhornhaut des Künstlers zusammengesetzt ….. ist das nicht ekelhaft?IMG_0015 IMG_0021IMG_0017Irgendwie geht dieser Tag dann doch ganz gut vorbei. Kurz vor sieben schau ich im Netz nach meinem Flug und stelle entsetzt fest, dass mich FinAir auf eine Maschine nach Peking ( !!! ) umgebucht hat. Hääää????? Ich hatte doch schon eingecheckt!  Was soll das denn?

Am Flughafen wird mir erklärt, dass die Maschine in Helsinki nicht starten konnte –  folglich gibt es keinen Flieger, der direkt zurückfliegen kann. Alle Passagiere werden umgebucht, viele müssen so wie ich einen großen Umweg und acht Stunden Verspätung in Kauf nehmen.

Ochneeeeesoeinescheiße!!!! Peking – da will ich nicht hin, das liegt so gar nicht auf dem Weg!!!!

Ja, und Singapur? Eine Weltstadt, superschön, supersauber, supergrün, supersicher, superorganisiert, supermodern, superkonsumorientiert, superkünstlich. So viele Menschen! Unglaublich viele Shoppingmalls! Es gibt ganz viel Lohnendes anzuschauen (  man muss sich bei dieser Hitze nur aufraffen können) !

Das Klima ist so gar nicht meins, die hohe Luftfeuchtigkeit ist wirklich unangenehm. Wo es nur irgend möglich ist, wird klimatisiert, oft meine Rettung, ja ich weiß, auch sehr, sehr ungesund. Singapur und ich ….. da passt was nicht!IMG_9989 (2) IMG_9992

Meine Reise geht zu Ende, kann es deutlich spüren. Ich  bin ganz satt und ziemlich müde. Tolltolltoll wars, aber oft auch ganz schön anstrengend. Ein bisschen Sahnehäubchen gibt es noch, Helsinki, bin schon unterwegs!