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Hätte, hätte, Fahrradkette …..

Liebe Gudrun,

ab sofort werde ich immer gleich das machen, was du sagst …. Also, wenn ich auf dich gehört HÄTTE, wäre ich gleich an DEM Strand in DEM Hostal gelandet 😉IMG_1790

Montañita ist toll – und  der Strand grandios. Ich bin eine ausdauernde Strandläuferin, aber bis zum Ende hab ich es heute nicht geschafft. Der Ort? Tut meiner alten Hippie-Seele gut – wobei, in der Saison und am Wochenende möchte ich nicht unbedingt hier sein, jetzt gerade ist es prima! Die Unterkunft? Superschön, allerdings auch hier: ganz leer. Was in diesem Fall den Vorteil hat, dass ich für sehr wenig Geld ( knapp 15€ inclusive Frühstück) ein super Zimmer mit einem tollen Meerblick habe (auf dem Bild oben das Fenster ganz rechts)IMG_1776 IMG_1781IMG_1784So bleiben für mich noch eineinhalb Tage zum Strandlaufen, den Surfern zuschauen, im Ort bummeln, was trinken gehen, mich von Ecuador verabschieden …..

Sieben Wochen Ecuador sind fast vorbei. Ein tolles Reiseland! Ecuador ist wunderschön, und hat von allem etwas! Die Berglandschaften – grandios. Galapagos – paradiesisch. Der Regenwald – von dem ich ja nur einen ganz kleinen Ausschnitt gesehen habe – beeindruckend. Die Strände – himmlisch. Quito und Cuenca – wunderschön. Die Leute – meistens sehr nett, zurückhaltend und hilfsbereit. Oft auch sehr, sehr arm.

Meine schönsten Unterkünfte waren die, die ich über Airbnb gefunden habe – einfach weil man gleich Kontakt zu Menschen findet, die vor Ort leben, das ist sehr hilfreich! Vielleicht hatte ich auch ganz viel Glück mit meinen Hosts?! Ach, und das Magic Stone war auch so toll, Aase und Ove sind lieb und herzlich, das war wie nach Hause kommen!

Das Essen superlecker, aber meist ziemlich fett und / oder sehr süß. Hoffentlich habe ich nicht so viel zugenommen! Die vielen Früchte, auch die Säfte – toll!. Meerschweinchen, Ameisen und Würmer habe ich nicht probiert. Und die Suppe mit ganzen Hühnerfüßen war auch nicht so mein Fall….

Essen kann man sehr, sehr günstig, wenn man möchte, und gar nicht mal schlecht. Mein billigstes Menue hat 1.50 Dollar in einer Markthalle auf dem Land gekostet. Für mein ein teuerstes Essen ( Galapagos ) musste ich leider über 20 Dollar zahlen – zur Rechnung kamen noch 24% Steuer und Servicegebühren, das kannte ich vorher noch nicht ….

Transporte – Bus und Taxi – sind extrem günstig, es sei denn, man wird von einem Taxifahrer abgelinkt, was häufiger vorkommt ( aber selbst dann ist es nicht teuer ), Übernachtungen von 4 bis 500 € – je nach Geschmack und Geldbeutel, ich hab im Durchschnitt 17€ bezahlt ( mit Galapagos ), habe aber fast immer schön und mit eigenem Bad gewohnt.

Manch einer wird sich fragen, wie ich mir das leisten kann?

Ich hab alles in allem, inklusive Galapagosflügen, dem Sprachunterricht, fünf Tagen mit Oscar und drei Tagen mit Luis sowie einigen geführten Tagesausflügen in der Gruppe pro Tag 55 € verbraucht. Ohne Touren, Sprachunterricht und Galapagos wären es 34 € gewesen.

Entscheidend ist, dass ich meine laufenden Kosten zu Hause so weit wie möglich reduziert habe: Haus vermietet, Auto abgemeldet usw. So gebe ich hier kaum mehr Geld aus als zu Hause. Ob das in den nächsten Ländern klappt, bleibt abzuwarten. Argentinien, Chile und Neuseeland sind sehr teure Reiseländer……

Alles in allem schaue ich auf glückliche sieben Wochen zurück, in denen ich wahnsinnig viel erlebt und gesehen habe.

In ein paar Tagen wird sich vieles ändern, nicht nur das Land, auch meine Art zu reisen. Zuerst eine Woche bei den Verwandten in der argentinischen Pampa, dann über drei Wochen Buenos Aires – mit Tango, Jacqueline und anderen netten Menschen sowie – jawoll !! –  Englischunterricht……

 

IMG_1768Ach, bevor ich es wieder vergesse:

Ich hab so einigen lieben Menschen eine schöne Karte von den Galapagos-Inseln geschrieben. Die einzige, die angekommen ist, ist die, die in die Schweiz gegangen ist. Seufz. Holt also morgen eine schöne Gedankenkarte ( wahlweise mit Leguan oder Seehund ) aus eurem Briefkasten und fühlt euch sehr gegrüßt!

Zum Meer…..

Ich hätte ja auch noch ein, zwei Tage länger bei Aase und Ove in Baños bleiben können, um mich richtig auszukurieren. Aber mich hat es für meine letzten Tage in diesem Land ans Meer und in die Wärme gezogen. Das war der Sonnenuntergang im Magic Stone an meinem Abschiedsabend……IMG_1671 So hab ich mich am 25.09. auf den langen Weg nach Puerto Lopez gemacht. Los ging es morgens um sechs, angekommen bin ich abends um acht, dank Immodium und zwei größeren Umsteigepausen in Riobamba und Guayaquil konnte ich die Busfahrt gut überstehen. Schön ist, dass man beim Busfahren so viel zu sehen bekommt: Landschaft, Häuser, Menschen …. – und hier an der Küste ist alles anders.

Zu dieser Jahreszeit ist es angenehm warm (  tagsüber um  25, nachts um 20 Grad – wenn es wie meistens bedeckt ist. Wenn die Sonne rauskommt, wird es auch schnell heiß ), die Luft ist etwas feuchter als in den Bergen, und man kann Tag und Nacht mit T-shirt und kurzer Hose gehen. Die Pflanzen sind tropisch. Es scheint, dass die Menschen hier noch ärmer sind, die Häuser sind oft eher gammelige Bretterbuden, manche aber schön bunt gestrichen. Überall liegt Müll. Der Verkehr ist absolut chaotisch. Das Meer ist bei Sonnenschein knalltürkis-blau, sonst eher nordseefarben.

Am ersten Morgen war ich ganz gespannt auf den Ort, von dem ich schon so viel Gutes gehört habe.IMG_1678IMG_1708IMG_1744 IMG_1740Hier steht gerade eins der vielen (Moto)Taxi: die haben 3 Räder, im Anhänger mehrere Sitzplätze sowie Stauraum fürs Gepäck. Bei manchen wundert man sich, dass sie überhaupt noch fahren 😉IMG_1735 IMG_1737IMG_1742Das ist der Ausblick von meinem Fenster – ich glaub man nennt es eingeschränkten Meerblick? 😉 Das Zimmer war sonst aber sehr nett.

IMG_1749Uns so sieht es aus, wenn ich meinen Kopf etwas nach rechts drehe…. IMG_1751An der Promenade gibt es eine ganze Reihe von Bars, alle mit lauter Musik und Hängematten am Strand. Ich war abends  leider nicht dort. Nachts sind hier am Ortsrand so viele unangenehme und aggressive Hunde unterwegs, dass ich gar nicht ausgehen mochte. 🙁IMG_1746IMG_1748 Puerto Lopez und ich werden keine Freunde – das habe ich bei meinem ersten Rundgang schnell gemerkt ……

Neben dem vielen Müll und Gammel und der so offensichtlichen Armut kommen mir die Menschen hier viel aufdringlicher vor – einmal sagen, dass man kein Taxi oder keine Tour möchte, reicht nicht aus. So bin an meinem ersten Morgen recht bald in den Bus gestiegen, um die 10 km an den Strand Las Frailes zu fahren –  wie schön!!!! IMG_1683 IMG_1681Lang, fast menschenleer, warmes, sauberes Wasser, paradiesisch!

Man kann sich von dort aus auf einen wunderschönen eineinhalb -Stunden Rundgang machen, dabei kommt man an einigen kleinen Stränden vorbei und es gibt tolle Aussichtspunkte.IMG_1687 IMG_1686 IMG_1697 IMG_1701 IMG_1699

Später bin ich ein bisschen am Strand von Puerto Lopez geschlendert, da gibt es mit den ankommenden Fischern viel zu sehen. Dieser Strand ist auch schön und lang, aber an einigen Stellen ziemlich dreckig und wenig einladend…. IMG_1728IMG_1718 IMG_1720

Schnell habe ich beschlossen, den Ort recht bald wieder zu verlassen. Ab Samstag wohne ich für einige Tage in dem kleinen Minidorf Las Tunas – dort gibt es ein Hostal, direkt in den Dünen. Ich denke, dass es mir dort besser gefallen wird.

Also, meine neue Unterkunft ist wirklich toll, fast direkt am Strand:IMG_1755IMG_1752Der Blick von meiner Terrasse aus – und hinter den Büschen ist der StrandIMG_1764Seitlich habe ich noch eine andere Terrasse mit einer Hängematte und Gesellschaft 🙂IMG_1753 (2)Der Strand ist schön und superlang, und Steine sammeln kann man auch (blaue und grüne!)IMG_1761 IMG_1758IMG_1762Hier müsste man mal in der Saison sein, wenn es mehr Gäste gibt – momentan bin ich ganz alleine hier, und die einzigen, die sich vom Hostal blicken lassen, sind zwei Hunde. Die sind allerdings sehr lieb und begleiten mich (teilweise abwechselnd) auf allen Strandspaziergängen, als wenn sie beschlossen hätten, auf mich aufzupassen. IMG_1771IMG_1770Sogar beim Essengehen war einer dabei ….. Trotzdem ist es eine recht merkwürdige Situation und dann doch zu viel der Ruhe. So werde ich noch einmal weiter ziehen, diesmal habe ich Montañita im Auge, dort habe ich ja eine Hotelempfehlung einer sehr lieben Freundin 🙂

So richtig zur Ruhe komme ich also leider nicht. Aber trotz der ganzen Umzieherei: die Strände hier sind einfach toll!

Ab Mittwoch ist dann wieder Großstadt angesagt: Guayaquil und dann Buenos Aires!

 

 

 

Zwei Tage, eine Nacht

Vorgestern, am 22.09., ging es ziemlich früh los zu meiner Regenwaldtour. Luis, mein Guide, ein Shuar, hat mich in meiner Unterkunft abgeholt, zusammen haben wir zunächst den Bus nach Puyo genommen.

Das ist Luis:IMG_1553 Puyo liegt ungefähr 60 km von Baños entfernt am Rande der Regenwaldgebiete – schon verrückt, nach einer kleinen Busfahrt von einer Stunde steigt man in einem ganz anderen Klima aus. Die vier Stunden Zeit bis zu unserem Anschlussbus haben wir uns auf dem Sonntagsmarkt und in dem sehr schönen botanischem Garten vertrieben. Auf dem Markt hat Luis mir so allerlei Früchte und andere Sachen erklärt:

Hier werden Fische in Blättern zusammen mit Kochbananen und Maniok gegrillt, ich habe probiert, ist ziemlich lecker

IMG_1548IMG_1549 (2)Das sind ungefähr daumendicke und -lange, lebende Würmer, die gekocht gegessen werden und laut Luis unglaublich lecker und sehr proteinhaltig sein sollen. Ich fand sie absolut ekelhaft ……  ( sorry Beate, das muss jetzt sein, dafür gibt’s keine Spinnenbilder )IMG_1547Im botanischen Garten hat Luis mir eine Pflanze gezeigt, in der Ameisen leben, die wunderbar nach Zitrone schmecken …..IMG_1558Nachmittags um halb drei ging dann der Bus in Richtung der Shuargebiete, erst Richtung Macas, dann in der Nähe des großen Flusses Pastaza auf einer holprigen, unbefestigten Straße direkt in den Regenwald. Irgendwo im Nirgendwo sind wir ausgestiegen, ich bin in die Gummistiefel umgestiegen und ab ging es auf eine eine ungefähr einstündige Wanderung mitten durch den Wald. Ich habe mir tropischen Regenwald immer ganz flach vorgestellt, aber so ist es nicht – es ging stellenweise ziemlich steil bergab. Und zu gucken gab es auch schon eine Menge:IMG_1564IMG_1568Irgendwann kamen wir an dem Wohnort der Shuar-Gemeinschaft an, ich schon reichlich durchgeschwitzt und müde. Begrüßt wurde ich von den Kindern, die sehr offen und lustig sind. IMG_1581IMG_1639In der Gemeinschaft wohnt das Oberhaupt mit seinen beiden Frauen, mit denen er je 12 Kinder hat. Diese sind aber schon lange erwachsen ( eine seiner Töchter ist die Dorflehrerin ) , die vielen Kinder sind alle seine Enkel. Das ist eine seiner Frauen:IMG_1594Das Haus, in dem ich geschlafen habe, sieht so aus, das linke Fenster war meins:IMG_1572Zum Glück ist das Haus einigermaßen insektenfrei, jedenfalls habe ich bis auf zwei, drei fette Kakerlaken keine gesehen. Und auch keine Vogelspinnen!

Das ist die Wasserstelle: zum Baden, Wäsche waschen, Geschirr spülen, Trinken ……. es gibt kein fließend Wasser, keinen Strom, kein Telefon, kein Handyempfang, kein Internet …… abends wird für eine oder zwei Stunden das lärmende Stromaggregat  angeschmissen – dann kann man in einigen Räumen Licht anmachen, außerdem versammeln sich insbesondere die Kinder um den Fernseher und schauen Soaps.IMG_1575IMG_1587Das ist die Küche, in der den ganzen Tag irgend etwas auf dem Feuer steht. Die Leute sitzen auf den Bänken drum herum, schauen ins Feuer, essen, erzählen. Auf dem Foto ist Luis gerade dabei, das Abendessen vorzubereiten.IMG_1591Nach dem Essen bin ich früh ins Bett gegangen, weil ich sehr müde war. Einschlafen konnte ich allerdings nicht, es war unheimlich heiß und stickig. Meine Taschenlampe anmachen und ein bisschen lesen hab ich mich nicht getraut, weil ich weder wissen noch sehen wollte, was alles so krabbelt. Und so lag ich mehr oder weniger in Schockstarre und hab darauf gewartet, dass die Nacht vorüber geht ….. gefallen haben mir aber die Urwaldgeräusche – einfach toll! So was gibt es bei uns nur auf CD oder in der Kräutersauna in Lilienthal 😉

Nachts hat es sich durch den einsetzenden Regen abgekühlt und ich muss eingeschlafen sein ….. jedenfalls bin ich erst recht spät am Morgen wieder aufgewacht. Es regnet kurz und heftig:

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Nach dem Frühstück haben wir uns auf den Weg zu einem Aussichtspunkt gemacht. Vorher musste ich mir mit einem bestimmten Palmwedel einen Kopfschmuck flechten ( was für eine Handarbeitslehrerin kein Problem ist! )IMG_1595 IMG_1596Das ist Beti, der uns durch den Urwald geführt hat. Mit dabei waren der 16jährige Orlando, der 8jährige Antony und natürlich Luis.IMG_1615IMG_1600Die Herren haben mir sehr galant mit der Machete den Weg frei gemacht, mir einen Wanderstock organisiert, Riesenblätter als Sitzunterlage für die Pause besorgt, aus einem glatten Blatt ein Trinkgefäß gerollt, damit ich Bambuswasser probieren kann sowie mir mit helfender Hand über manche schwierige Kletterstelle hinweg geholfen. Außerdem wurden mir natürlich jede Menge Pflanzen erklärt, manchmal hat mein Spanisch auch nicht gereicht, um alles zu verstehen.IMG_1603IMG_1601IMG_1599

Nach eineinhalb Stunden schweißtreibender Kletterei haben wir den Aussichtspunkt erreicht, von dem aus man den Fluss Pastaza sehen kann – toll!IMG_1611IMG_1616 (2)IMG_1613 Später ging es auf anderem Wege wieder den Berg hinunter, und ich war völlig fertig, als wir zurück am Ausgangspunkt waren. Der Regenwald ist superschön. Bis auf handtellergroße, knallblaue Schmetterlinge habe ich leider keine Tiere entdecken können, dafür aber die unglaublichsten Pflanzen.

Auch die Felder der Gemeinschaft, auf denen so allerlei zum Eigenbedarf angebaut wird, sehen schön aus:IMG_1657IMG_1653Glückliches Hühnerleben ……..IMG_1654

Die Gemeinschaft der Shuar hat mir sehr imponiert. Sie haben ein sehr großes Wissen, was Pflanzen und deren heilende Wirkung betrifft, und sie leben ruhig und friedlich zusammen in und mit der Natur. Sie sprechen alle Shuar und Spanisch, ihre Kinder wachsen in alten Traditionen auf, gehen zur Schule und haben Kontakt mit der Außenwelt. Ach, die Kinder, die haben mir am besten gefallen:IMG_1586IMG_1629IMG_1589IMG_1637IMG_1574 IMG_1585Das ist die Urwaldschule, hier werden elf Kinder von einer Lehrerin unterrichtet. Ich habe auf meiner Reise leider Pech mit den Schulen – in diesem Fall war die Lehrerin gerade unterwegs nach Puyo, deshalb ist die Schule ausgefallen. Ich hätte mir gerne den Unterricht angeschaut!IMG_1643IMG_1651Am späten Nachmittag haben Luis und ich uns auf den Weg zurück in die Zivilisation gemacht. Eigentlich wollte ich zwei Nächte und drei Tage im Regenwald bleiben, aber eine innere Eingebung hat mir geraten, den Aufenthalt abzukürzen. Trotzdem hat mir der Regenwald so gut gefallen wie die Menschen, die dort leben.

Nicht so gut zurecht gekommen bin ich mit dem Schmutz und den unsäglichen hygienischen Bedingungen in Küche und der Toilette. Die einzige Möglichkeit, mich zu waschen, war mitten im Dorf an dieser kleinen, 20cm tiefen Badestelle. Mich nicht zu waschen, war auch keine Lösung, da ich in der feuchten Hitze so geschwitzt habe, dass mir die Schweißtropfen die Nase runtergelaufen sind.

So ist es eben, wenn man nicht an einer Touristentour teilnehmen, sondern dorthin möchte, wo die Menschen leben….. 😉

Auf dem Weg zur Bushaltestelle haben wie diese beiden getroffen:IMG_1661Und das ist die Bushaltestelle, an der wir lange auf den Bus zurück in die Zivilisation warten mussten …. IMG_1664Kein Bus in Sicht ………IMG_1668Zum Abschied gab es einen RegenbogenIMG_1667Nachträglich hat es sich als Glück herausgestellt, dass ich eher zurück fahren wollte. Heute nämlich bin ich ( das erste Mal auf meiner Reise ) etwas kränklich und sehr froh, dass ich ein sauberes Bad für mich allein und ganz in der Nähe habe 😉 So habe ich weiter nichts gemacht, außer Fotos schauen, meine Weiterreise per Internet organisieren, Blog schreiben und mich ausruhen.

Morgen möchte ich eigentlich sehr früh nach Puerto Lopez aufbrechen ( 11 Std Bus fahren )  – ob das so schlau ist, entscheide ich dann morgen früh.

 

Blick auf Tungurahua ( 5016m ) und Chimborazo ( 6310m )

Heute ( 21.09. ) war herrliches, absolut klares Wetter.

Meine liebe Vermieterin Aase kam morgens ganz aufgeregt zu mir und meinte, ich MÜSSE unbedingt SOFORT auf den Berg mit den Antennen fahren, so eine Sicht hat man fast nie und sie würde mir jetzt ein Taxi bestellen. Das Bild vom Antennenberg hab ich gestern von meiner Tür aus gemacht, da war das Wetter ja auch schon nicht schlecht:IMG_1494Hab also eben schnell drei Sachen gepackt, bin sofort los und absolut belohnt worden: Das ist der Tungurahua, Baños „Hausvulkan“

IMG_1541IMG_1507Und das ist der Chimborazo, den soll man von Baños aus höchstens fünf, sechs Mal im Jahr sehen können ….. meistens hängen Wolken davor. Bin ich nicht ein Glückspilz?

IMG_1527Und natürlich ist der Blick von oben auf Baños auch sehr schön!IMG_1504IMG_1505Ich war so fasziniert von diesem Panorama und der Stille dort oben, dass ich den Taxifahrer allein zurück geschickt habe und den Weg zurück gelaufen bin – fast zwei Stunden mehr oder weniger steil bergab fand ich sportlich!

Unterwegs gab es noch das eine oder andere schöne Fotomotiv:IMG_1510IMG_1531IMG_1518IMG_1535Das sind Baumtomaten ( tomates del arbol ), eine Frucht, aus denen leckerer Saft gemacht wirdIMG_1536Für den restlichen Tag war Ausruhen angesagt ….. und eine Massage, die gibt es hier an jeder Ecke. Aase hat mir eine gute Masseurin empfohlen – ich war sehr zufrieden, auch wenn ich am Ende nicht, wie Gudrun versprochen hatte, mit Rosenblättern bestreut wurde 🙁

Jetzt muss ich schnell für morgen packen – was braucht man denn im Regenwald?

Der Blog hat ein paar Tage Pause, denn eines weiß ich sicher: dort wo ich hinfahre gibt es kein W-Lan. Nur schade, dass ich nicht gleich mitbekommen werde, wie ihr wählt!

Aber nicht nur das interessiert mich, sondern auch, wie es meinen lieben Bloglesern geht – und wer denn eigentlich alles (noch…) mitliest – ich habe den Überblick verloren, das verwirrt mich. Freue mich also über Rückmeldungen und Neuigkeiten! (BineKa@arcor.de)

 

 

 

Banos (mit Kringel über dem „n“) oder: Wasser von allen Seiten

Die Busfahrt  nach Banos –  acht Stunden mit einmal Umsteigen – verlief erstaunlich unproblematisch. Das Busnetz ist hier wunderbar ausgebaut, und: ich hatte Glück, der Sitz neben mir war immer frei. So hatte ich Platz für meinen kleinen Rucksack, meine Jacke und meinen Proviant. Auf den Boden oder in die Ablage legen soll man nichts (Diebstahlgefahr!), und über Stunden alles auf dem Schoß zu halten, ist etwas ermüdend.

Meine Gastgeber hier sind reizend – ein älteres dänisches Pärchen, das sich vor Jahren in den Ort verliebt hat und für immer zurück gekehrt ist. Hier haben sie ein wunderschönes, kleines Haus, mehrere Hunde, einen Papagei und auf ihrem Grundstück ein Guesthouse mit genau zwei Zimmern – in einem davon wohne ich:IMG_1423Und so sah es heute morgen aus, als ich aus meiner Zimmertür geschaut habe: Regen, Regen , Regen, Regen…. und ziemlich tief hängende Wolken 🙁IMG_1422In den Wochen zuvor und auch heute Nacht hat es so stark geregnet, dass es mitten im Ort einen Erdrutsch gab – natürlich das Gesprächsthema des Tages. Mit viel Glück haben die Erdmassen kurz vor dem ersten Grundstück ( einem Hostel ) halt gemacht ….. jedenfalls muss es heute Nacht ziemlich gerumpelt haben. Alle sind davon wach geworden – nur ich nicht.IMG_1430Ich finde so hohe Berge vom Tal aus gesehen etwas beklemmend ( komme ja auch vom platten Land…) – nur gut, dass ich hier nicht ganz dicht am Berg wohne und mir nichts auf den Kopf rutschen kann.

Heute Vormittag hat es geregnet ….. ununterbrochen. Ich hab mir den kleinen, ziemlich touristischen Ort angeschaut – was soll man bei diesen Wolkenbrüchen auch anderes machen?

Typisch für Banos sind Karamellbonbons, die an vielen Ständen verkauft werden, Spa’s, Thermalbäder, Schönheitssalons  und unglaublich viele Agenturen, die Touren verkaufen wollen: Rafting, Canyoning, Wandern, Reitausflüge, Reisen in den Regenwald, Wasserfalltouren mit einer Chiva ( das ist der offene Bus) usw. Manches ist ganz schön, manches auch absoluter Nepp ( weil man das für einen Bruchteil des Preises auch auf eigene Faust unternehmen kann ).IMG_1501IMG_1498IMG_1415Während des Vormittags bin ich in einem kleinen Buchladen gelandet, der von einer Dänin geführt wird und in dem man auch einen Kaffee bekommt. Mit der jungen Frau bin ich in ein langes und sehr interessantes Gespräch gekommen – sie ist mit einem Ecuadorianer verheiratet, den sie in Kopenhagen kennen gelernt hat. Beide sind gelernte Lehrer und haben zwei Kinder im Grundschulalter – und sind entsetzt von den Schulen vor Ort. Obwohl es offiziell verboten ist, schlagen Lehrer hier gerne zu. Meine Gesprächspartnerin hat ihre Kinder deshalb an eine Freinet-Schule nach Quito gegeben. Dort werden sie eine Woche pro Monat im Klassenverband, die restlichen drei Wochen von ihren Eltern zu Hause unterrichtet.

Gegen Mittag hat es aufgehört zu regnen und ich konnte zu meiner geplanten Radtour aufbrechen. Empfohlen wurde mir eine gut ausgeschilderte Strecke Richtung Puyo. Die 18 km waren leicht zu fahren, weil es ausschließlich bergab ging, zu sehen gab es schwindelerregende Abhänge, viel Wasser und einige Wasserfälle. Diesen hier kann man noch im Ort sehen:IMG_1425Am Staudamm:IMG_1442IMG_1444Über die Schluchten sind Drahtseile gespannt, wagemutige Touristen lassen sich für 10 Dollar ans Seil hängen und ein paar hundert Meter weit auf die andere Seite rutschen ….. das muss wie Fliegen sein – mir haben aber schon allein vom Zuschauen die Knie gezittert. IMG_1449IMG_1454IMG_1457IMG_1458Der letzte Wasserfall bei Rio Verde war der größte und total beeindruckend. Man musste erst einmal zwanzig Minuten eine Treppe bergab steigen, um den Wasserfall sehen zu können. Unterwegs gab es aber auch schon einiges zu gucken:IMG_1480Durch den roten Stein sah das abfließende Wasser aus wie Blut:IMG_1465IMG_1469IMG_1470Tja, und dann bin ich doch noch auf die andere Seite gekommen – Hängebrücken über Abgründe sind ja nicht unbedingt meins, diese war aber breit, sah stabil aus und hat nur wenig geschaukelt …….IMG_1479IMG_1475Den Weg zurück (bergauf) lässt man (also die Touristen) sich mit einem Lastwagen-Taxi fahren. So war der Weg sehr erlebnisreich, aber wenig anstrengend.

Wieder zu Hause hat mir meine Vermieterin als Überraschung Kaffee und lecker Schokokuchen gebracht 🙂

Heute Abend war ich in einem wunderbaren alternativen Cafe/Restaurant essen – das könnte auch irgendwo im Bremer Viertel sein. Es gab Live-Musik, Ausleihbücher (auch deutsche!) und leckeres Essen, das ich nach dem üblichen Reis-Kartoffeln-dicke Bohnen-Mittagstisch für 1.50 absolut genossen habe.

Seit gestern habe ich darüber nachgedacht, wie und ob ich meine Regenwaldtour gestalte. Eins war klar: einen Abstecher in den Regenwald möchte ich schon machen. Die hier im Ort angebotenen Touren starten aber fast alle in Lago Agrio im Norden von Ecuador – also weitere zwei Tage im Bus … ach nö. Außerdem hab ich in einem anderen Reiseblog den genauen Ablauf dieser Touren nachgelesen …. ach nö, ich mag nicht mit 20 anderen Touristen bei einem Schamanen sitzen 😉

Das alles habe ich meiner Vermieterin erzählt. Sie ist gut mit einem Indiginen vom Stamm der Shuar befreundet, der ab und an als Guide in den Regenwälder arbeitet. Shuar’s leben ziemlich abgeschieden im südlichen ecuadorianischem Regenwald und möchten, so sagt jedenfalls mein Reiseführer, eigentlich nicht so gerne Besuch von Touristen haben. Mir wurde jetzt eine individuelle Tour zu einem guten Preis organisiert. Sonntag morgen werde ich für drei Tage und zwei Nächte abgeholt – ich bin gespannt! Und Angst hab ich ….. dort gibt es Taranteln und Vogelspinnen…..uuuuuuuuuuaaaaaaaaaaaaaah!

Mein Zimmer darf ich in der Zwischenzeit einfach weiter belegen ….. ohne dafür zu zahlen. Wow!!!!! In den Regenwald geht’s natürlich mit ganz kleinem Gepäck, Dienstag Abend werde ich zurück sein und hier noch einmal übernachten. Mittwoch möchte ich mich dann für meine letzten Ecuadortage auf den Weg an die Küste machen.

Vor dem großen Abenteuer heißt es aber erst einmal noch zwei Tage Banos genießen: morgen früh geht’s zusammen mit meiner Vermieterin in eins der Thermalbäder zum Schwimmen, nachmittags möchte ich Wandern, abends schön essen 🙂

 

 

 

Viel Kultur und Abschied von Cuenca

Gestern (16.09.) habe ich mich auf den Weg nach Ingapirca, 50 km nördlich von Cuenca,. gemacht. Dort kann man die wichtigste Inkastätte in Ecuador (15. Jahrhundert) besichtigen. Das war sehr interessant, aber auch eine ganze Menge Weg für eine Stunde Besichtigung: der Bus fährt fast zweieinhalb Stunden von Cuenca aus, und natürlich muss man auch wieder zurück.

Geführt hat eine Indigina. Hier erklärt sie, wie die Inkas die Steinblöcke fugenlos und ganz ohne Zement oder ähnliches aufeinandergesetzt haben. Auf dem zweiten Foto sieht man die Anlage. Und auf dem dritten Bild kann man ein bisschen die Größenverhältnisse sehen – die Indigenen sind sehr kleine Menschen. Noch kleiner und zarter sind die Indigenen aus der Gegend von Otavalo – oft viel kleiner als 1.50m.IMG_1337IMG_1330

IMG_1341IMG_1333Hier erklärt unsere Guia den Inkakalender: dieser Stein ist der Monatsstein mit 28 Löchern, für jeden Tag einen. Es gab auch einen Jahresstein, für jeden Monat ein Loch, einen Wochenstein mit sieben Löchern und einen Stein für ein Vierteljahr.

Und das ist die wunderschöne Landschaft bei Ingapirca

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Heute Vormittag war ich im Museo del Banco Central. Die haben eine unheimlich interessante völkerkundliche Sammlung, leider durfte man nicht fotografieren. Den Raum mit den Schrumpfköpfen habe ich mir aber nicht angeschaut, die sind mir zu gruselig …..

Heute Nachmittag war ich im Museum für moderne Kunst (übrigens haben beide Museen keinen Eintritt gekostet), da hat mir schon das Gebäude gut gefallen:IMG_1355Ausgestellt waren die Werke verschiedener ecuadorianischer KünstlerIMG_1367IMG_1360IMG_1358Ich hab ganz viel Lust bekommen, mal wieder selber was zu machen. Besonders stark war dieser Raum mit einer Installation von Francisco Coello „Guardianas“ ( Hüterinnen – wenn das jemand besser übersetzen kann, bitte unbedingt melden! )IMG_1373 (2)

IMG_1376IMG_1374 - KopieDurch die beiden großen Spiegel wurden die Figuren vervielfacht – sie haben natürlich dazu eingeladen, mich mit in das Gesamtbild einzufügen ;-), was ziemlich viel Spaß gemacht hat.IMG_1371IMG_1396Auf dem Heimweg habe ich zufällig Pilar getroffen, zum Abschied sind wir noch einen Kaffee trinken gegangenIMG_1404Nun heißt es wieder Koffer packen, morgen geht’s ins Magic Stone Guesthouse nach Banos.

Banos soll sehr schön sein, das Guesthouse, welches zwei Dänen führen, wurde mir allerwärmstens  empfohlen. Auf mich warten mindestens acht Stunden Busfahrt …..

Markttag

 

Seit heute morgen wohne ich hier (der Balkon ganz rechts ist meiner). Ich hatte die Wahl zwischen einem ruhigen Zimmer mit Fenster zum Gang oder einem lauten Balkonzimmer mit Blick auf einen Platz mit Kirche – in solchen Fällen entscheide ich mich immer für laut 🙂IMG_1288IMG_1305Die beiden konnte ich von meinem Balkon aus beobachten    …..IMG_1407Sonntags ist hier nichts los, Läden und Restaurants haben geschlossen, die Stadt ist fast ausgestorben. Deshalb bin ich mit dem Bus in zwei kleine Orte ( Gualaceo und Sigsig ) in der näheren Umgebung gefahren. Der Reiseführer hatte mir verraten, dass es dort schöne Sonntagsmärkte gibt. Beide Markthallen haben mir gut gefallen, aber in Sigsig waren die Leute unheimlich nett, vielleicht, weil es kaum Touristen gibt?

Die Markthallen sind in verschiedenen Bereiche und Ebenen aufgeteilt. Es gibt die Fleisch-, Obst-, Getreide- und Fischgänge, dann die Ebenen, auf denen gekocht und gut und günstig gegessen werden kann. Das sieht so aus:IMG_1289IMG_1299Ich mag die Atmosphäre in den Markthallen total gerne, besonders nett sind die Ebenen, auf denen gekocht wird. Die Frauen haben sich kaputt gelacht, als ich gefragt habe, ob ich ihre Töpfe fotografieren darf 🙂IMG_1295IMG_1296 (2)In einem Gang gab es nur Stände mit ganzen Schweinen und MaisfladenIMG_1293Das war mein Mittagessen – für einen Dollar. Ich weiß nicht ganz sicher, was ich gegessen habe, Reis und dicken Bohnen waren auf jeden Fall dabei, aber es hat ganz gut geschmeckt.IMG_1300Und diese beiden haben es gekocht:IMG_1301Heute Abend bin ich zum Essen eingeladen, ich glaube zum allerersten Mal auf dieser Reise. Bei Pilar wird für mich mitgekocht. Nun aber fix, ich muss schnell los!

Parque nacional Cajas

Heute haben wir einen Halbtagesausflug in den Cajas Nationalpark gemacht, der nicht weit von Cuenca ist. In 4100 m gab es bei Los tres Cruzes (den drei Kreuzen) unseren ersten Stopp.IMG_1182IMG_1184

Von dort aus sind wir noch weitere 400 m hochgewandert, um die nächste Aussichtsmöglichkeit zu erreichen. Ich war noch nie in meinem Leben in einer solchen Höhe und hatte im Vorfeld etwas Bedenken. Aber klar, an 2500 m bin ich ja schon gewöhnt – sonst wäre der Ausflug sicher gar nicht möglich gewesen. Pilar hat uns gezeigt, wie wir atmen sollen, trotzdem mussten wir immer wieder Pause machen.

Mitten auf dem Weg trafen wir in ein, zwei Meter Entfernung eine Alpakaherde – was für ein Glück! Sogar ein Baby war dabei.IMG_1191IMG_1190IMG_1196IMG_1195

Oben angekommen gab es einen wunderbaren Ausblick!IMG_1216IMG_1219IMG_1214

Später sind wir ein paar hundert Meter hinunter gefahren, dort kann man um einen von den vielen See wandern. Es gibt interessante Pflanzen und einige wenige Bäume. Ach, ich hätte mich so gerne auf die Zwei-Stunden-Wanderung um den See gemacht – leider musste ich mich auf ne Viertelstunde linksrum und ne Viertelstunde rechtsrum beschränken, weil die Zeit nicht reichte.IMG_1232IMG_1247IMG_1253IMG_1209IMG_1259IMG_1242IMG_1281

Trotzdem hat mich die Landschaft absolut begeistert – vielleicht werde ich ja doch noch zur Bergziege. Und bei der nächsten Tour gehe ich ganz sicher mit Leuten, die auch richtig wandern wollen.

Heute Nachmittag habe ich mir eine neue Unterkunft gesucht – morgen muss ich ja leider umziehen. Ich hab mir einige Zimmer angeschaut und ein schönes in der Innenstadt gefunden – Bild folgt! Eigentlich wollte ich ja immer so preiswert wohnen, wie es geht … und das würde hier für fünf oder sechs Dollar gehen – aber auf Schlafsäle mit lauter Party-Jungvolk habe ich momentan so gar keine Lust. So zahle ich (noch) das dreifache, hab ein schönes Zimmer mit eigenem Bad für mich und genieße den Luxus. In Chile und  Neuseeland (dort soll es ziemlich teuer sein ….) kann ich es dann ja anders machen 🙂

 

Stadtansichten

Nachdem ich es heute endlich geschafft habe zum Friseur zu kommen ( Armando, hat zwölf Jahre in Chicago gearbeitet und kann auch sehr feine Gringahaare schneiden – ein Tipp von Pilar ), bin ich ein bisschen durch die Stadt geschlendert und habe Reisebüros abgeklappert. Ich möchte gerne für ein paar Tage in den Dschungel reisen, dafür sollte man eine Tour buchen. Leider auch wieder nicht für nichts zu haben, aber wann komme ich mal wieder hier her?

Anschließend möchte ich meine letzten Ecuadortage an der Küste verbringen, bevor es Anfang Oktober nach Argentinien geht und ich bis auf weiteres keinen Strand mehr sehen werde.

Heute aber habe ich erst einmal Cuenca genossen. Es gibt unheimlich viele, schöne Fassaden und Innenhöfe und auch sonst das eine oder andere zu entdeckenIMG_1155IMG_1158IMG_1174IMG_1142 (2)IMG_1141 (2)IMG_1129 (2)IMG_1178Kunsthandwerkerstände ….. alle haben das gleiche Zeugs, egal in welcher StadtIMG_1177Hier kann man die schönen bunten Röcke der indigenen Frauen kaufenIMG_1175Am Fluss Tomebamba mitten in der StadtIMG_1169IMG_1168Morgen gibt’s wieder ein bisschen Natur – es geht in den Cajas Nationalpark

 

Cuenca

IMG_1123Liebe Gudrun, ich bin ganz froh, dass du mich nach Ecuador geschickt hast, es gefällt mir hier so gut! Cuenca hat mich mit offenen Armen empfangen, und ich fühle mich wohl in dieser schönen Stadt. Pilar, meine liebe Gastgeberin, hat mich am Dienstag vom Busbahnhof abgeholt. Ich wohne zusammen mit ihr und zwei anderen Gästen in einem schönen und großzügigem Haus, zehn Gehminuten vom historischen Stadtzentrum entfernt.

Dabei ist es fast wie in einer Wohngemeinschaft, meistens ist jemand zum Quatschen da. Außerdem werde ich ständig irgend wohin mitgenommen, nach der sehr ruhigen Zeit auf den Galapagos genieße ich die nette Gesellschaft sehr. Mein Zimmer hat ein eigenes Bad, ist bestimmt 25m² groß und schöner als jedes Hotel – für 12 € die Nacht 🙂 Leider kann ich hier nur bis Sonntag bleiben………IMG_1057Sabineeeeee, komm frühstücken! IMG_1056

Gestern war mit mir nicht ganz so viel los …. diesmal habe ich noch deutlicher die Umstellung von null auf 2530 m über dem Meeresspiegel gespürt. Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen und mindestens 150 kg Körpergewicht …..morgens war ich mit Pilar und Kevin, einem Kanadier, auf dem Wochenmarkt, nachmittags habe ich mir ein bisschen die Stadt angeschaut, die meiste Zeit habe ich mich einfach ausgeruht.

Abends ging es mir aber schon wieder besser, und heute (12.09.) merke ich nichts mehr. Aber: es ist hier auch viel, viel kälter auf den Galapagos, natürlich besonders nachts. Ne Wärmflasche wär fein 🙂IMG_1045IMG_1044

Heute sind wir zusammen in einer kleinen Hutfabrik in der Innenstadt gewesen. Die Panamahüte, die hier eigentlich anders heißen, sind sehr typisch für Ecuador, und werden in aufwendiger Handarbeit hergestellt. Wer möchte, kann sich einen nach eigenen Wünschen und Kopfgröße machen lassen.IMG_1068IMG_1069IMG_1066Zu Fuß und bei einer Stadtrundfahrt habe ich mir Cuenca heute etwas genauer angeschaut:IMG_1108IMG_1161IMG_1083IMG_1047IMG_1145IMG_1051Der kleine Blumenmarkt hat mir besonders gefallen:IMG_1080IMG_1077IMG_1166Gegen Mittag kommen die Schüler aus der Schule …. viele stehen vor dem nächsten Kiosk, holen sich noch ein Eis oder ein paar Chips. IMG_1110

Diese haben sich nach viel Gekicher fotografieren lassen …. IMG_1111IMG_1112So ganz ohne Schüler kann ich anscheinend doch nicht 😉

Außerdem gibt es in Cuenca eine deutsche Bäckerei, und ich muss gestehen, dass ich schon zweimal dort war. Lecker Vollkornbrötchen!!!!!!!

 

Sonntagnachmittag in Puerto Baquerizo Moreno

Sonntags, vor allem am Nachmittag, ist es hier in dem kleinen Hafenort seeeeeeeeeeehr ruhig (alles zu). Das sieht dann zum Beispiel so aus:IMG_1016IMG_0983IMG_0985IMG_0968IMG_0971

Das Wetter war heute ( 08.09. ) von morgens bis abends wunderschön. Da ich mir sowieso noch mal ein Fahrrad mieten wollte und im Ort so gar nichts los war, habe ich beschlossen, in die Berge zu radeln – am liebsten bis zum Kratersee, den ich gestern aufgrund der Wetterlage nicht sehen konnte. Meine Turnschuhe habe ich zum Trocknen einfach an den Lenker gehängt ….. das hat funktioniert!IMG_0997

Das Unternehmen war allerdings ein bisschen zu ehrgeizig für mich – 25 km staubige und holprige  Schotterpiste den Berg hinauf ….  schon auf dem Weg nach Progreso ging mir ziemlich die Puste aus. Per Anhalter bin ich dann aber schnell bis mit ins Dorf genommen worden. Trampen ist hier üblich und gar kein Problem. In Progreso hat es mir so gut gefallen, dass ich quasi aus dem Stand vom Rad gefallen bin, leider genau auf mein linkes Knie, dem es ja sowieso schon nicht ganz so gut geht. Auuuuuuuuuuuuuua! Schlauerweise habe ich Pflaster und Desinfektionsmittel im Hotel gelassen.Ich war ziemlich froh, dass diesen Sturz keiner gesehen hat ( doch, der Dorfhund war dabei ). Voll peinlich!

Ich hatte dann keine Lust mehr, noch weiterzufahren und hab mich lieber auf den Rückweg gemacht ….. auch schon nicht so ganz leicht, steil bergab auf steinigen Schotterpisten zu fahren.
Wieder im Hafen hatte ich aber einen schönen Nachmittag. Ich hab mich völlig ungefährdet auf die Promenade gesetzt und stundenlang Robben und Pelikanen zugeschaut. Das Wasser ist superklar,   und man kann Robben beim Schwimmen und Spielen sehen.IMG_1001IMG_0991Ist das nicht ein schönes, kleines Restaurant? Hier kann man lange sitzen und in den Hafen schauen:IMG_0970

In diesem Restaurant habe ich gegen Abend Cornelia getroffen, die ich schon
nachmittags auf der Mole gesehen hatte. Cornelia ist erst heute angekommen und fängt morgen  an, für drei Wochen in einem landwirtschaftlichen Projekt in den Bergen mitzuarbeiten. Sie ist vielleicht so alt wie ich, OP-Schwester und gibt ihren Jahresurlaub dafür …. toll. Morgen  Abend wollen wir uns nochmal treffen, sie wird mir dann schon ein bisschen erzählen. Manche Menschen lernt man kennen und hat sofort ein vertrautes Gefühl. Schade, wenn ich ein, zwei Tage länger bleiben würde, würde ich sie mal auf der Hacienda besuchen.

Morgen ist mein letzter Tag. Da heißt es wieder einmal: Wäsche in die Wäscherei bringen, Sachen packen, mich organisieren …….IMG_0660

Die Galapagos-Inseln waren toll und superentspannt, ich hab mich absolut wohl gefühlt – obwohl ich oft und viel alleine war. Das war tagsüber und vor allem in der Natur überhaupt kein Problem, oft sogar wunderschön. Man bzw. frau kann sich hier zu jeder Tages- und Nachtzeit ohne Angst bewegen, auch Trampen oder Taxi fahren ist nicht gefährlich. Abends zum Essen gehen hätte aber ich schon gerne öfter Gesellschaft gehabt – das macht alleine einfach nicht so viel Spaß.

Die meisten Reisenden sind sehr jung, schätzungsweise zwischen 18 und Ende 20. Ältere Touristen gibt’s auch, aber die treten meistens in Form von Gruppenreisen oder als Paar oder gleich beides auf – deutschsprachig vor allem in Puerto Ayora. Die meisten Touris sind englischsprachig, ich vermute mal Amerikaner. So war es für mich nicht ganz leicht, jemanden kennen zu lernen. Kleine oder größere Gespräche zwischendurch – oft mit Einheimischen – hat es aber jeden Tag gegeben.

Die Tiere hier haben mich absolut begeistert. Diese Inseln gehören den Tieren, der Mensch wird nur geduldet. Das kann man hier überall sehr eindrucksvoll beobachten. Hoffentlich bleibt es so!

Insekten oder anderes ekliges Getier sind mir hier übrigens kaum bis gar nicht begegnet. Keine Moskitos, keine Kakerlaken, kein nix. Wenn man von der Spinne neulich mal absieht. (Oh, ich habe mich gerade eines besseren belehren lassen: es gibt Kakerlaken und Moskitos – aber nicht jetzt, in der „kühlen“ Jahreszeit.)  Am besten hat mir übrigens Isabella gefallen, das ist ein absoluter Traum!

Nun habe ich bis auf weiteres genug Robben gesehen – von Form und Farbe erinnern sie mich inzwischen manchmal an Nacktschnecken ……. – oh, das war jetzt böse 🙂IMG_0888

Ich glaube, es ist wirklich Zeit, weiter zu ziehen.

Heute morgen ( 10.09. ) habe ich meinen letzten Cappuchino auf den Galapagos-Inseln getrunken … ( wird hier nicht mit Kakao, sondern mit Zimt serviert )IMG_1032

da bin ich doch etwas wehmütig geworden geworden – es war ne schöne Zeit hier.

Gegen Mittag bin ich nach Guayaquil geflogen und von dort aus mit einen Bus nach Cuenca gefahren. Das ist mein Handgepäck ….. Hasi ist immer mit dabei. Der Schutzengel übrigens auch 🙂IMG_1036 Von Guayaquil nach Cuenca mussten wieder 2400 Höhenmeter überwunden werden, so kann man sich vorstellen, wie die Fahrt war….

In Cuenca habe ich mir wieder über Airbnb ein Zimmer organisiert, diesmal bei einer Ecuadorianerin. Pilar hat mich vom Busbahnhof abgeholt, und sicher hat sie den einen oder anderen Tipp für mich. Die Zeit hier scheint lustig zu werden, außer mir gibt es noch ein paar andere Gäste, mein Zimmer ist sehr schön und riesengroß und Pilar supernett. Allerdings: oh Mann, ist das kalt hier. Muss mich an Kälte und Höhe wieder neu gewöhnen…..

Ich freu mich auf Stadt und Kultur und Tapetenwechsel.

 

Isla San Christobal

Die Überfahrt heute morgen ( 06.09. ) war wieder ein ziemlicher Ritt ….. ich hatte schon vor eineinhalb Tagen mit einiger Sorge bemerkt, dass das Meer unruhiger wird, und so war es dann auch: einfach schrecklich. Jedenfalls für mich Landratte. Die Bootsbesatzung dagegen war absolut entspannt.. Oder tun die nur so????  Ich jedenfalls hab mich zwei Stunden lang krampfhaft festgehalten und bin jetzt froh, dass ich das fürs erste nicht mehr muss.IMG_0861Mit diesem Schnellboot bin ich gefahren:  IMG_0977Die Überfahrt hat sich aber gelohnt – Puerto Baquerizo Moreno ( ein schrecklicher Name für einen Menschen, der kein rrrrrrrrrrrrrrrrrrr rollen kann ) ist gleich viel kleiner und entspannter als Puerto Ayora, das mich angefangen hat, ein bisschen zu nerven.IMG_0875Die Plattformen habe ich noch ein etwas gezoomt … ach guck mal da, wer liegt denn da alles drauf?IMG_0873Ortsansicht direkt an der Strandpromenade …..IMG_0866

Und – hier regiert die Robbe. Dagegen waren die Robben auf Isabela oder Santa Cruz wirklich rar und  ausgesprochen zurückhaltend. Hier liegen sie in Massen überall herum – mitten auf der Strandpromenade, am Anleger, am Strand, auf den Bänken, sie belegen die einzigen Schattenplätze – einfach unglaublich.

Alleine baden gehen? Nix da ….. die Robben baden mit!IMG_0892An den Strand legen? Wenn man ein freies Plätzchen findet …… IMG_0893IMG_0896Sich gemütlich auf die Bank setzen? Wenn man eine unbenutzte findet ….. also geruchsneutral sind die nicht. Leise übrigens auch nicht!IMG_0868Heute ( 07.09.) war ich dann auf meiner letzten (Tages -) Tour , diesmal sollte es an fünf bemerkenswerte Plätze der Insel gehen. Begleitet wurde ich von Tim, einem jungen Medizinstudenten aus Berlin, und natürlich unserem Fahrer. Ich hätt nen Tourkameraden in meinem Alter ja besser gefunden, und Tim ging es ganz sicher ebenso, aber unterhalten haben wir uns trotzdem sehr nett.

In den Bergen war es wieder ziemlich feucht – die Wolken hängen in dieser Jahreszeit so tief, dass man manchmal gar nicht weiß, ob es nun Regen oder Wolke ist. Los ging es in der Schildkrötenstation, wobei mich diesmal die Pflanzen fast mehr interessiert haben.IMG_0904IMG_0907IMG_0913Später ging es zum Strand Puerto Chino, der absolut schön war. Besonders schön, dass ich auf dem angrenzenden Felsen endlich die Gelegenheit hatte, Blaufußtölpel in aller Ruhe zu fotografieren. Schwesterchen, ich habe keine Kosten und Mühen gescheut, um dieses Bild für dich zu machen …. sieht er nicht schön flauschig aus?IMG_0938IMG_0940Natürlich gab es auch wieder viele, viele Robben ….. Babys, stillende Mütter, kuschelnde Paare oder ganze Gruppen …. und die meisten sehen so zufrieden aus!IMG_0930IMG_0931IMG_0926Ein Baby – das war das kleinste, das ich gesehen habe, es hatte noch ein richtiges PuschelfellIMG_0951Man kann sie in dem superklaren Wasser von der Hafenmole aus auch prima beim Schwimmen und Spielen beobachten – das sind sie gar nicht mehr schlapp, sondern unheimlich elegant und sehr, sehr schnell.

Auf dem Ausflugsprogramm stand außerdem der Besuch eines Kratersees in 650 m Höhe. Auf den Fotos sieht er toll aus, und ich hätte ihn gerne gesehen. Man muss einen Berg hochwandern, um dorthin zu kommen. Also im Regen durch knöcheltiefen Schlamm waten, eine ziemlich rutschige Angelegenheit. Oben angekommen sah man – nixnixnix, nur Nebel, Nebel, Nebel. Schade. Hoffentlich werden meine Turnschuhe irgend wann wieder trocken 🙂

Der letzte Programmpunkt war La Lobberia, ein Strand in der Nähe des Hauptortes. Hier kann man surfen, schnorcheln und baden. Ich hab nur am Strand gesessen und fand es so auch schön.

Das sind meine Fundstücke – auch für eine Weltreisende geeignet, deren Koffer sowieso schon zu viel wiegt 😉IMG_0967

Unterwegs auf Santa Cruz

Gestern, am Dienstag,  ( 03.09.) bin ich mit einem Leihfarrad zur Playa Garrapatero gefahren – was für eine tolle Radtour! Man muss erst ganz schön den Berg rauf und dann runter und dann wieder rauf und zum Schluss wieder runter …… die ganze Tour ist etwas 25 km lang, aber ich habe die ersten viel befahrenen Kilometer den Berg rauf geschummelt und hab mich und mein Rad von einer Camionetta ( Taxi mit Ladefläche ) mitnehmen lassen.

Der Straße zum Strand ist absolut toll, und besonders spannend ist es, durch die verschiedenen Vegetationszonen zu fahren. In  höheren Lagen fährt man durch üppiges, tropisches Grün, das mich einfach begeistert hat, trotz Berg hoch und Nieselregen …..IMG_0804IMG_0805Hibiskus  – hier nicht im Blumentopf, sondern gleich in Heckenform……IMG_0799IMG_0802Und das habe ich noch nie gesehen … Riesenbambus! Schade, dass niemand dort war, der mich zum Größenvergleich neben einem Bambus fotografieren konnte ….. einfach unglaublich! Jeder Stamm war mindestens 20 m hoch…..IMG_0779Blick bis zum MeerIMG_0806Wenige Kilometer den Berg hinunter wird es immer karger……IMG_0797IMG_0796….. bis man an einem wunderschönen Strand stehtIMG_0780IMG_0782Ich hab ein Stündchen einem Pelikan beim Fischen zugesehen ( ein tolles Schauspiel ) und mich dann wieder auf den Heimweg gemacht, ganz vernünftig mit Helm ( man sieht es auf den Fotos nicht, aber es ging z.T. ziemlich steil hoch und runter )IMG_0787Heute, am Mittwoch, habe ich vormittags eine kleine Tour gebucht. Die Gruppe war aber etwas dröger als beim letzten Mal, sie bestand nämlich nur aus einem französischem Studenten, der wenig Lust zum Sprechen hatte, und mir. Und natürlich dem Guide. Es ging zu einer Schildkrötenstation, und jetzt habe ich sie endlich gesehen: die Galapagos – Schildkröten, wie ich sie mir immer vorgestellt habe:IMG_0816IMG_0821Übrigens fauchen die ziemlich laut, wenn man ihnen zu nahe kommt, und wenn man dann immer noch nicht geht, verschwinden sie in ihrem Haus. Ist es ihnen zu warm, gehen sie in einen Tümpel, das sieht dann ungefähr so aus:IMG_0830Nebenbei haben wir auf diesem schönen Waldgelände tolle Pflanzen gesehen, Kaffee, Papaya, Guanaba, Maracuja, Bananen…. manches konnten wir direkt vom Baum probieren.

Das ist eine Kaffee-Pflanze, der Kaffee von den Galapagosinseln soll außergewöhnlich gut sein.IMG_0838Ich weiß nicht, was für ein Kaffee in den hiesigen Cafes gekocht, wird, aber für meinen Geschmack ist er meist ziemlich grausam. Was einer Kaffeesüchtigen wie mir aber wiederum zugute kommt …. trinke höchstens noch zwei kleine Tassen am Tag 🙂

Das ist auch Kaffee:IMG_0836Später waren wir noch in einem natürlichen Lavatunnel. Den kann man ca 400m lang durchgehen ( krabbeln? ) ich hab lieber drauf verzichtet. Jean Baptiste hat mir später erzählt, dass man sich in der Mitte des Tunnels 2, 3 m auf dem Boden robbend fortbewegen muss, weil es so niedrig wird. Das wär nichts für mich gewesen …., aber die ersten paar Meter habe ich mir angeschaut:IMG_0842Von Los Gemelos brauche ich keine Bilder hochladen, man sah nämlich leider gar nichts. Das sind riesige, kraterähnliche Löcher, die durch Erdverschiebungen entstanden sind. Dummerweise lagen sie komplett in den Wolken, die hängen in diesen Tagen leider ziemlich tief – das Wetter ist eher bedeckt und nieselig. Soll für die Jahreszeit hier normal sein.

 

Dann war für mich Mittagspause auf meinem Balkon angesagt!IMG_0847Morgen wird gedungelt ….  und Freitag geht’s weiter nach San Christobal

 

 

 

Isla Santa Cruz

Heute ( 31.08 ) hieß es sehr früh aufstehen ( 4.50….) Die Bootsfahrt zurück zur Isla Santa Cruz war viel ruhiger als die Hinfahrt. Hörte allerdings, dass ich auch bei der Hinfahrt noch Glück hatte …. andere purzelten bei der Überfahrt durcheinander, kenterten fast und hingen zwei Stunden mit der Tüte vorm Gesicht…..Seitdem müssen die Passagiere auf diesem Boot Schwimmwesten tragen …….

Puerto Ayora, ein kleines Städtchen, 18.000 Einwohner, absolut touristisch, aber ganz schön und kurzweilig. Könnte auch ein kleiner Ferienort in Spanien sein. Auf der Flaniermeile ein Café, eine Kneipe, ein Andenkenladen, ein Kunsthandwerkerstand neben dem anderen, manche nobel und hochpreisig. Für mich ungewohnt trubelig nach der Ruhe auf Isabela, ich weiß noch gar nicht so genau, ob ich das nun gut oder schlecht finden soll.IMG_0709IMG_0689

Der kleine Fischereihafen …..  da gibt’s wirklich was zu sehen. Der Fisch kommt an, die Pelikane, Möwen, Fregattvögel und Seehunde warten auf Fischabfälle und sind wirklich dreist 🙂 Die Pelikane gefallen mir am besten, außerdem sind sie etwas schwerfälliger – meiner lahmen Kamera kommt das entgegen!IMG_0662IMG_0681Auch sonst gibt’s im Ort das eine oder andere zu entdecken, in diesem Fall auf der Terrasse eines ziemlich teuren Restaurants….. 😉IMG_0717Den hab leider nicht ich getroffen ( mein Traumfoto ) – aber Karin und Reiner, die mir das Foto haben zukommen lassen ……Foto (2)

Mittag spaziere ich 3 km zur legendären Tortuga – Bay, ein langer, fast weißer und sehr feinsandiger Sandstrand. Zum Baden soll man eine Bucht weiter gehen, dort ist die Strömung weniger gefährlich.IMG_0666

Langsam werde ich auch gelassener …. so ist das heute die erste Station auf meiner Reise, an der ich mir nicht im Vorfeld über das Internet eine Übernachtungsmöglichkeit organisiert habe. Das erste Bed & Breakfast war okay ( bis auf die fette, fette Spinne, die unter dem Handtuch saß und die mir jemand – Karin von nebenan – wegmachen musste …..uuuuuuuuuaaaaaaaaaaaaaaaah  ) , bis Montag haben sie Platz, und danach weiß ich schon, wo ich bleibe. Zimmer mit Meerblick, juchu! Der Vorteil direkt vor Ort zu suchen, ist, dass man sich die Zimmer anschauen und den Preis verhandeln kann. Mir die Dinge ( im eigenen Interesse !! ) etwas offener zu lassen, muss ich noch üben, das ist absolut gegen meine Natur 😉

Und das ist der Blick aus meiner Tür in den Garten:IMG_0690Morgens beim Frühstück gibt’s Gesellschaft, nicht nur gefiederte …. es sind einige Deutsche hier, und ich freu mich, mich unterhalten zu können, ohne über unregelmäßige Verben nachdenken zu müssen.IMG_0702IMG_069902.09.: Nachdem ich gestern durch den Ort geschlendert bin und die Darwin-Station besucht habe, hieß es heute vormittag umziehen (freu!), meinen Flug umbuchen ( möchte doch nicht von hier aus, sondern am Freitag mit dem Boot zur Isla San Christobal und am 10. von dort aus zurück aufs Festland fliegen) und mit Neele skypen (freu!). Leider ist das Internet absolut lahm hier, Fotos hochladen dauert eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeewig … aber ich hab ja Zeit 😉

Das ist der Blick aus meinem Fenster, das Meer rauscht laut und ich finde es einfach nur toll!

IMG_0719IMG_0809Heute Nachmittag war ich auf wieder mal auf einer geführten Tour, auf der es allerlei zu sehen gab. Die Truppe war diesmal wirklich lustig. Mitgefahren sind drei Italiener, ein Ecuadorianer mit seiner Tochter und ich. Für besonders viel Stimmung hat unser Guide gesorgt. IMG_0730Ich ärgere mich darüber, dass ich nicht mitschnorcheln kann, aber das schrieb ich ja bereits ….. Zu sehen gab es trotzdem wieder viel, die schwimmenden Wasserschildkröten und Seehunde wurden mir dann nachträglich einfach per Video gezeigt.

Eigentlich mag ich Krabben gar nicht so, aber diese hier sind wirklich riesengroß und bildhübsch:IMG_0763

Blaufußtölpel … die sind toll!IMG_0726Tja …… Claudi?IMG_0738IMG_0742Eine Seehundmama säugt ihr Baby, inzwischen schon viel zu groß und eigentlich erwachsen. Der Guide erklärte, dass das problematisch ist, weil das Junge so nicht lernen kann, Fische zu fangen und es schwer haben wird, die Mutter wiederum steht nicht für weitere Nachkommen zur Verfügung.IMG_0753IMG_0755IMG_0757Salzseen ….IMG_0771

Tag vier und fünf auf Isabela oder wer denken kann…….

Gestern habe ich an einer Tintoreras-Tour teilgenommen. Man fährt mit einer Gruppe in einem kleinen Boot auf ein vorgelagertes Felsenriff. Dort konnte geschnorchelt werden, während sich die anderen Wasserschildkröten anschauen konnten, habe ich in aller Ausführlichkeit Krebse beobachtet….. 🙂

IMG_0589IMG_0593Später ging es auf einen spannenden Rundgang an Land. Die Leguane sind eigentlich Einzelgänger, versammeln sich aber zur Nacht an warmen Stellen. Auf Tintoreras gibt es Plätze, an denen hunderte Leguane dicht an dicht, unter- und übereinander liegen. Manchmal sieht man sie erst, wenn man kurz vor ihnen steht – sie haben auf der Lava die perfekte Tarnfarbe. Liebe Beate, hier wechselt nichts die Farbe, und ich übrigens auch nicht – dank oft bedecktem Himmel und Lichtschutzfaktor 50 😀

IMG_0608IMG_0601Ist das ein Kanarienvogel? Ich hab die Führerin so verstanden, aber was macht ein Kanarienvogel auf den Galapagos? Claudia, helf mal, du kennst dich doch aus!IMG_0615Robben dagegen erkenne ich selber, und die sieht man hier ganz viel, nicht nur auf Bänken.IMG_0597In diesem natürlichen Becken schwimmen ganz viele junge Weißspitzenhaie. Ich geb zu, auf dem Foto sieht man eigentlich nichts, ich hab sie aber gesehen, ich schwöre! 😉IMG_0621Und das, liebes Schwesterchen, sind die Blaufußtölpel, die ich dir versprochen habe …..  die Füße sind eindeutig blau ( hellhimmelblau ).IMG_0635IMG_0631Das Boot hat ziemlich gewackelt, ich hab sie leider nicht besser erwischt.

Die Tour war so schön! Aber inzwischen hab ich fast alles gemacht, was man hier so machen kann, und gestern abend habe ich mir überlegt, dass es wenig Sinn macht, noch eine ganze Woche hierzubleiben. Vielleicht noch drei, vier Tage? Im Gespräch mit der Hotellleitung (die sehr nett reagiert hat) ist mir aufgefallen, dass ich nicht, wie gedacht, die Übernachtung schon per Kreditkarte bezahlt habe, sondern noch in bar zahlen muss ….. wer denken kann, ist klar im Vorteil 😉 Leider gibt’s hier keinen Bankautomaten, und so muss ich notgedrungen morgen schon zurück auf die Isla Santa Cruz fahren …… aber dort soll es ja auch sehr nett sein. Heute habe ich dann noch mal stundenlang diesen herrlichen, menschenleeren Strand hier genossen und  mich etwas eher als geplant von dieser schönen Insel verabschiedet.

So sah heute nachmittag der Strand direkt am Ort ausIMG_0659

Am Bootsanleger war ich jeden Tag – ich mag die Robben so gerneIMG_0575Den hab ich heute am Strand getroffen … der war echt riesigIMG_0640Und die sind auch süß, Claudi, was sind das für welche?IMG_0573Die alte Frau und das Meer …… ja, ich weiß, die Kapp sieht blöde aus, aber ich häng so an ihr. Nach dieser Reise wird sie dann aussortiert und in was Altersgerechtes umgetauscht 😀

Regina, dein Tuch ist immer dabei!

IMG_0642Das sind Leguanspuren …….IMG_0647Ach und die Kirche ….. die fand ich schön, trotz Wellblechdach und aller Schlichtheit. Lichtdurchflutet und lebensfroh. Auf dem Wandbild ist der Blick vom Ort aus auf den Strand zu sehen:IMG_0652Ein Kirchenfenster…… auf den anderen sind Seepferdchen und Schildkröten 🙂IMG_0657Ach, und für die Überfahrt morgen hab ich mir eine große Plastiktüte besorgt, da kommt der Koffer rein. Hoffentlich bleibt er diesmal trocken. Und ich weiß ja jetzt, wo ich nicht mehr sitzen möchte!

Unterwegs auf Isla Isabela

Gestern und heute war ich viel alleine unterwegs, meist zu Fuß, heute auch mal ein paar Stunden mit dem Fahrrad. Hier kann man völlig entspannt durch die Gegend schlendern. Jeder, der entgegen kommt, grüßt freundlich, und ich fühle mich absolut sicher, auch wenn ich den Rucksack mal nicht ganz so fest im Griff oder Blick habe.

Außerhalb des Ortes begegnet man nur wenigen Menschen, es ist wirklich sehr ruhig hier. Gestern habe ich viele Tiere gesehen, heute auf meiner Radtour in das Inselinnere waren es die Pflanzen, die mir gefallen haben.

Diese Schildkröte kam mir auf meiner kleinen Wanderung entgegen …. die müsste ungefähr mein Alter haben (in der Aufzuchtstation konnte man sehen, in welchem Alter sie welche Größe haben)IMG_0523Dieser Zeitgenosse ist etwa so groß wie ein Dackel …..IMG_0541Und immer wieder Robben – die sind echt toll. Am Bootsanleger kann man mit ihnen schwimmen gehen (so wie diese junge Touristin) – jedenfalls wenn man nicht so blöd ist wie ich ….. ich habe meine Kontaktlinsen nicht mitgenommen, mit Brille Schnorcheln geht nicht, ohne Brille sehe ich nichts …… ach, wie ärgerlich!!!!!IMG_0564Ganz schön moppelig – auch Robben kriegen ein Doppelkinn 😉IMG_0570IMG_0545wunderschöne Pflanzen…..IMG_0553IMG_0559IMG_0551IMG_0550Hier sieht man erkaltete Lava im Hintergrund – auf meiner Radtour bin ich an großen Lavafeldern vorbei gekommen, die Vegetation ist trocken und eher kark. Wenige Kilometer weiter gibt es plöztlich üppiges Grün, die schönsten Blüten, große Bäume……IMG_0549Alle fünf bis zehn Minuten kam ein Auto vorbei ….. das ist die Hauptverkehrsstraße!IMG_0556Dieser kleine Inselfriedhof liegt direkt am Meer….IMG_0517Ein kleiner Strand mitten in einem Mangrovenwald. Eine Bank zum Ausruhen gab es auch. Leider war sie schon besetzt – eine Robbe hatte es sich gemütlich gemacht 😉IMG_0524IMG_0527Das ist, mitten in der trockenen Kakteenlandschaft, el muro de las lagrimas (Mauer der Tränen). Eine Mauer, 70m lang, 6m hoch und 5m breit – völlig nutzlos mitten in der Pampa, errichtet von Gefangenen in den 50er Jahren – ein bedrückender Ort..IMG_0532Aussichtspunkte sind was Schönes ………IMG_0530

Galapagos

Aaaaaaaaaaaaaaaaaaalso, der Flug von Quito aus über Guayaquil nach Baltra (Galapagos) war total okay. Auf Baltra angekommen, nimmt man dem Bus und eine kleine Fähre und einen Bus nach Puerto Ayora  (Insel Santa Cruz), was auch alles kein Problem ist. Aber dann. Um auf die Isla Isabela zu kommen, muss man eins von den kleinen Schnellbooten nehmen, die für die Strecke zweieinhalb (!) Stunden brauchen. Und die hatten es echt in sich: zweieinhalb Stunden Achterbahnfahren, nichts für Menschen, die schnell seekrank werden. Ich war besonders schlau und hab mich ganz nach hinten gesetzt, dort hatte ich frische Luft, außerdem habe ich vorher gelesen, dass sich der Seegang im hinteren Teil des Bootes besser aushalten lässt.

Das das einen Haken haben muss, wurde mir erst klar, als mir ein Regenumhang gereicht wurde …. – und spätestens nach einer halben Stunde hatte ich kaum noch einen trockenen Faden am Körper. Zu den hohen Wellen kam noch der Regen ….Die Überfahrt war also ziemlich nass und ziemlich lang. Andere saßen zwar trocken unter dem Dach, waren aber scheinbar auch nicht viel glücklicher. Und so sah ich bei der Ankunft aus… (froh, endlich da zu sein)IMG_0450Meine Laune war so nicht die allerbeste, es sollte aber noch dicker kommen – als ich in der Unterkunft meinen Koffer auspacken wollte, musste ich leider feststellen, dass er entweder ins Wasser gefallen ist oder jede Menge Seegang abbekommen hat –  jedenfalls war er mitsamt Inhalt komplett nass (einschließlich meiner Apotheke, dem Flugticket – gut, dass man heutzutage alles neu ausdrucken kann – meinem Reiseführer, den Wörterbüchern undsoweiterundsofort ……) Alles Elektronische steckte zum Glück in wasserfesten Beuteln… Ach, ich war wirklich ziemlich angefressen, da haben auch die Robben am Bootsanleger nicht viel helfen können.IMG_0493IMG_0504

Dazu kommt, dass hier die Luft so feucht ist, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, dass  jemals etwas trocken wird ….

Heute sieht die Welt aber schon wieder ganz anders aus – es ist toll hier. Die Klamotten sind komplett in die Wäscherei gegangen – die hatte ich mittags schon wieder, duftend und absolut trocken. Der Koffer ist auch wieder trocken, die Bücher werden halt Seite für Seite, Tag für Tag in der Sonne getrocknet. Puerto Villamil erinnert mich sehr an Corralejo oder Playa Blanca (Kanarische Inseln) von vor 30 Jahren …. alles geht sehr langsam seinen gemütlichen Gang, und sich über ein paar nasse Seiten im Reiseführer aufregen? Ach neeee…………IMG_0490

Heute morgen bin ich zu einem kleinen Spaziergang aufgebrochen. Ich war ungefähr drei Minuten unterwegs, als ich die Familie aus Quito, die ich auf dem Schiff kennen gelernt hatte, getroffen habe – kurzerhand wurde ich eingeladen, mit ihnen an einer Tour teilzunehmen. Los ging es in der Schildkrötenaufzuchtsstation, in der Schildkröten in jeder Größe aus Artenschutzgründen gehegt und gepflegt und teilweise ausgewildert werden.IMG_0468

Später ging es auf Vulkan-Tour. Die Vulkane liegen in einem dicht bewachsenem Waldgebiet.( der Reiseführer sagt: Tuff- und Basaltlandschaft) Die Tour wurde irgend wann zu einer ziemlichen Kletterei, zum Glück waren überall Seile angebracht, an denen man sich festhalten, hochziehen oder abseilen konnte. Da ich ja völlig unvorbereitet in dieses Unternehmen geraten bin, hatte ich nur Flip Flops an. Barfuß war dann die bessere Alternative……IMG_0481IMG_0480IMG_0459IMG_0485

Nachmittags war ich am Strand, der ist einfach wunderwunderschön und keine 20 Meter von meinem Zimmer entfernt … wenn ich im Bett liege, höre ich das Meer rauschen 🙂IMG_0489

Fui, fuiste, fue, fuimos ….. 5 Tage im Norden von Ecuador

Meine Spanischschule bietet nicht nur Spanischunterricht, sondern auch geführte Ausflüge über mehrere Tage plus Unterricht an – für mich eine prima Möglichkeit, den Unterricht mit Exkursionen zu verbinden. Natürlich kann man auch wunderbar alleine reisen und sich jeweils vor Ort Unterricht organisieren,  – aber ich habe (trotz unregelmäßiger Verben, die nur sehr, sehr ungern in meinen Kopf kommen wollen) die letzten fünf Tage genossen und hatte Kontakt zu Familien, die ich alleine niemals kennen gelernt hätte.

1. Tag

Morgens geht es früh los. Da ich nur sehr wenig mitnehmen kann, bietet Oscar mir an, dass ich mein Hauptgepäck bei seiner Schwester Maria lassen kann, die praktischerweise in der Nähe vom Flughafen wohnt. Diese Familie ist einfach supernett, ich darf mir den Garten anschauen, mit ihnen Mittag essen und mein Gepäck unterstellen. Im Garten gibt es jede Menge Pflanzen und Früchte, die ich nicht kenne, mir erklären lasse, aber inzwischen wieder vergessen habe. Früchte gibt’s in Ecuador ganz viele, die vor allem in Form von frischen Säften fast überall und zu jeder Mahlzeit getrunken werden. Auf dem Foto sieht man Maria mit ihren Kindern. Der Älteste, Marcello arbeitet in den Regenwäldern bei der Erdölgewinnung, er hat ein bisschen von seinen Arbeitsbedingungen erzählt. So wird 12 Stunden täglich gearbeitet. Untergebracht werden die Arbeiter in Neun- oder Zehnbettzimmern, die Betten werden in mehreren Schichten benutzt. Marcelo muss fünfzehn Tage arbeiten, danach hat er eine Woche frei.

IMG_0353IMG_0347IMG_0344IMG_0343Später fahren wir nach Otavalo, eine kleine, angenehme Stadt nördlich von Quito, die für ihren großen Handwerkermarkt berühmt ist. Dieser findet immer Samstags statt, aber auch heute am Dienstag gibt es jede Menge Stände mit Strick- und Webwaren, Flöten, Freundschaftsbändern und so allerlei Schnickschnack.IMG_0366

2. Tag

Nach dem Unterricht erkunde ich ein bisschen Otavalo, schaue mir die Menschen an und schlendere durch die Markthalle, die die tollsten Fotomotive bietet.

Die Menschen, besonders die indigenen Frauen, gefallen mir hier so gut. Sie sind schön, stolz und sehr zurückhaltend. Leider wollen sie sich nicht fotografieren lassen, was zwar sehr schade, aber verständlich ist. IMG_0359

Wir machen einen Ausflug zum Condor-Park und laufen von dort aus zu den Wasserfällen, die in einer wunderschönen Anlage liegen. Für die indigene Bevölkerung sind diese Wasserfälle ein ganz besonderer Ort.IMG_0388

Am Nachmittag geht’s in die Nähe von Cotacachi, wo wir für zwei Tage bei einer indigenen Familie leben. Diese Familie nimmt an einem alternativen Tourismusprojekt teil und beherbergt ab und an Reisende, um ihnen ihre Kultur näherzubringen. Die Familie hat sieben Kinder, und Maria Rosa, die Mutter, wirbelt den ganzen Tag mit bewundernswert positiver Energie in Küche und Haushalt. Wir essen mit allen gemeinsam, und ich finde es sehr schön, mit insgesamt 11 Personen an einem Tisch zu sitzen. Es gibt sowohl mittags als auch abends ein komplettes Menü mit Suppe und Hauptgericht, dazu immer frisch gepresste Säfte.IMG_0419IMG_0396Wir wohnen direkt neben der Schule, leider sind gerade Ferien, sonst hätte ich gefragt, ob ich mal mitmachen darf 🙂 Die Lehrer waren aber trotz der Ferien anwesend, so konnte ich rein und ein Foto vom Klassenzimmer machen:IMG_0420

3. Tag

Nach einem kurzen Abstecher in die Apotheke nach Cotacachi, in der ich mir Augentropfen besorgen muss, wollen Oscar und ich eine kleine Wanderung in die Berge machen, wo es eine Alpakaherde geben soll. Aus der kleinen Wanderung werden vier Stunden strammer Fußmarsch mit ziemlichen Steigungen, aber immerhin sehen wir für einen Moment die Alpakas in der Ferne …. Die Landschaft hier ist einfach bezaubernd!IMG_0409IMG_0410

Nachmittags gibt es dann Unterricht und abends geht man zwischen neun und zehn schlafen …..der Tag fängt hier früh an, spätestens wenn die Hähne (direkt vor meiner Zimmertür) krähen, also so gegen 5.30 🙂

4. Tag

Heute nehmen wir einen Bus Richtung Tulcan, die nördlichste Stadt Ecuadors an der kolumbianischen Grenze. Busse gibt es hier unendlich viele, sie fahren in alle möglichen Richtungen und kosten ungefähr einen Dollar pro Stunde Fahrt. Transporte sind hier sehr günstig, das Busfahren ist ganz unterhaltsam. Ständig steigt jemand dazu, der etwas verkaufen möchte, Kaugummis, Eis, warme Mahlzeiten und Tabletten gegen alles mögliche. Die Ware wird lauthals angepriesen, manchmal auch in eine Geschichte eingebettet. Und wenn gerade mal niemand kommt, werden Filme gezeigt. Der Bus quält sich die Berge hoch und runter, die Landschaft ist fantastisch.

Den Unterricht erledigen wir zum Teil während der Busfahrten, und wenn Spanisch beendet ist, versuche ich, Oscar ein bisschen Deutsch beizubringen.

Tulcan, ganz ehrlich, war die Reise nicht wert. Bis auf den wirklich sehenswerten Friedhof. Hier werden die Hecken wie Inka-Statuen geschnitten. Und da ich Friedhöfe sowieso mag, spaziere ich eine ganze Weile umher und staune.IMG_0426

IMG_0427Gegen abend fahren wir nach Los Andes, den Heimatort Oscars. Los Andes ist winzig und normalerweise sehr ruhig, doch heute ist große Fiesta zu Ehren des Schutzpatrons Bartholome.

Ich darf mit in der Hütte von Oscars Oma wohnen, was für mich einerseits wirklich absolut grenzwertig ist, andererseits einen Einblick in die Umstände bietet, unter denen sicher viele Ecuadorianer leben (müssen).IMG_0439

Abends geht’s zur Fiesta, ich bin die einzige Gringa weit und breit, und werde von allen sehr zurückhaltend, aber doch spürbar gemustert, von manchen auch angestarrt. Fotografieren ist hier (jedenfalls für mich) einfach nicht angesagt. Es gibt Stände, Essen und Trinken, ein Riesenrad, Kickertische und viele Straßenhändler.

Nach der Messe versammeln sich alle auf dem Dorfplatz, eine Kapelle spielt volkstümliche Musik, und nun gibt es ein Schauspiel ganz besonderer Art. Zunächst werden einige große Papierballons gestartet, die man noch lange am Himmel sehen kann. Dann tritt die vaca loca (verrückte Kuh) auf, eine Figur, unter der ein tanzender Mann steckt, und die über und über mit Feuerwerkskörpern bestückt ist. Dieses wird nach und nach angezündet. Später wird das Castillo, ein etwa fünfzehn Meter hoher Turm aus Bambusstäben, an dem ebenfalls ganz viele Feuerwerkskörper befestigt sind, angezündet, und zum Schluss gibt es ein großes Feuerwerk. An einem großen Lagerfeuer kann man sich ein bisschen aufwärmen, denn es ist hier in der Nacht wirklich sehr kalt. Die Menschen hier in den Bergen sind sehr zurückhaltend und genauso wird auch gefeiert – sehr ruhig – von lateinamerikanischem Temperament ist wenig zu spüren.

5. Tag

Am Morgen fahren wir zurück nach Otavalo. Heute ist der große Handwerkermarkt. Ich schlendere eine Weile umher, groß kaufen kann ich ja nichts. Neele habe ich einen Lamapullover versprochen, aber leider finde ich keinen der mir gefällt und ihr gefallen könnte. Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns so langsam auf den Weg zurück nach Quito.

Ich habe das Angebot von Oscars Schwester, über Nacht zu bleiben und von dort aus am nächsten Morgen zum Flughafen zu fahren. Heute ziehe ich mein kleines Guesthouse in Flughafennähe vor ….. nach fünf Tagen des gemeinsamen Reisens ist mir nach Alleinsein, die vielen schönen Eindrücke verarbeiten, zur Ruhe kommen und mich innerlich auf das absolute Kontrastprogramm einstellen, das in den nächsten Tagen auf mich zukommen wird.

In den letzten Tagen habe ich verschiedenes gelernt bzw. verstanden:

1. viele unregelmäßige Verben

2. was die Verkäuferin bei „Unterwegs“ meinte, als sie sagte, dass Wanderschuhe mit richtig festen Sohlen viel besser sind …..

3. dass nicht nur Mücken stechen (die gibt’s hier in den Bergen gar nicht, jedenfalls hab ich noch keine getroffen)

4. dass Ecuadorianer super gastfreundlich sind (jedenfalls die, mit denen ich zu tun hatte)

5. dass es nicht besonders schwer ist, alleine unterwegs zu sein

 

Letzter Tag in Quito

Ich weiß nicht warum, aber ich erlebe hier so viel ……. – vielleicht liegt es daran, dass ich die Zeit habe, mit offenen Augen durch die Welt zu spazieren. Gestern allerdings hab ich einen absoluten Gammeltag eingelegt und bin nur mal zum Essengehen rausgegangen. Sonntags ist die Altstadt mehr oder weniger autofrei, man kann in einigermaßen guter Luft durch die schönen Straßen flanieren.

Heute vormittag bin ich mit Oscar zur Plaza Grande gegangen. Montags um elf findet der große Wachwechsel statt, auf dem Balkon des Palastes erscheinen dazu der Präsident Rafael Correa, der Vizepräsident und andere Politiker. Das Volk versammelt sich auf dem Platz, die Wachen stellen sich auf, und es wird gemeinsam die ecuadorianische Nationalhymne gesungen. Das ist schon ein großartiges Schauspiel! Leider war ich zu blöd, meine Kamera mitzunehmen, schade! Wenigstens habe ich ein Foto des Palastes, wenn auch ohne Präsident:IMG_0294Nach dem Unterricht bin ich in mein Lieblingslokal zum Essen gegangen, da kein Tisch mehr frei war, habe ich mich zu einer jungen Frau gesetzt und ein bisschen mit ihr geplaudert. Wir haben zusammen gegessen, sie stand auf, bezahlte am Tresen und ging dann noch mal kurz zu mir und sagte, dass sie für mich eingeladen hat, einfach, um mich in Ecuador willkommen zu heißen. Ich war so platt, dass ich mich einfach nur bedanken konnte und mich sehr gefreut habe. Na so was!

Am Nachmittag kam ich dann wieder zur einer Demonstration, was momentan nicht unwahrscheinlich ist, weil täglich welche stattfinden. Wieder ging es um das Yasuni – Naturschutzgebiet, da ja nun leider entschieden worden ist, das Erdöl zu fördern, mit sehr weitreichenden Konsequenzen für Natur und die dort lebenden Menschen. Gegendemonstranten Pro-Correa gab es auch, und jede Menge Polizei zwischen beiden Gruppen, die Stimmung war aber trotzdem recht entspannt.IMG_0306 IMG_0314 IMG_0319 IMG_0317Morgen bis Samstag werde ich mit Oscar einige Orte nördlich von Quito bereisen, es geht nach Cuyambe, Otavalo, Cotachi, Ibarra, Los Andes und Tulkan an der kolumbianischen Grenze, Spanischunterricht inclusive. Ich bin gespannt. Da ich nur das Allernotwendigste mitnehmen soll, werde ich das meiste Gepäck unterstellen und auch mein Tablet nicht mitnehmen. So hat der Blog ein paar Tage Pause. Samstag abend werde ich in der Nähe des Flughafens übernachten, und Sonntag früh am Morgen geht mein Flug auf die Galapagos-Inseln. Juchuu!

Tschüß Quito!IMG_0296IMG_0298IMG_0302

Party und ganz viel Kultur

ja, die Party…. das war schon ein ganz besonderes Erlebnis. Oli hatte eine Chivotheka gemietet, das ist ein offener Partybus, der mit sehr lauter Musik, Trillerpfeifen, Tanz und jeder Menge Zuckerrohrirgendwas durch die Straßen fährt – so bin ich zu einer schönen, ziemlich fröhlichen nächtlichen Stadtrundfahrt gekommen. Zwischendurch wurde auch mal angehalten und auf der Straße getanzt. Bei diesem Stopp ist auch das Foto entstanden. Wenn man genau hinschaut, kann man sehen, dass ich als norddeutsche Frohnatur so richtig gut mithalten kann 😉SAM_8107

Heute war dann wieder ein bisschen Kultur dran – morgens habe ich mir die Basilika angeschaut.IMG_0265Dabei hatte ich auch Gelegenheit, an meiner Höhenangst zu arbeiten 😉 Den Turm mit der Uhr habe ich ganz  geschafft, bei dem Turm weiter rechts im Bild musste ich dann doch kurz vorm Ziel umkehren und mit zitternden Knien die Leiter wieder runter. Eigentlich hätte ich gewarnt sein müssen – zu Beginn des Aufstiegs konnte man lesen, dass dieser für Personen mit Höhenangst nicht geeignet ist ….IMG_0260In der Basilika selber liefen gleichzeitig in zwei verschiedenen Flügeln eine Taufe und eine Trauerfeier, beides sehr emotional und mit wunderschöner Musik. So habe ich mich eine ganze Weile dort aufgehalten.

Anschließend war ich im Centro de Arte Contemporaneo, einem wunderbaren Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst, die mich absolut begeistert hat.IMG_0267IMG_0276Nachmittags bin ich noch auf dem Panecillo gewesen, das ist die große Statue, die man von der ganzen Altstadt aus sehen kann. Der Blick von oben auf die Stadt und die umliegenden Berge ist wunderschön. Es wird so eindringlich davor gewarnt, auf den Berg zu spazieren, weil der Weg nicht (überfall-)sicher sein soll, dass ich mir lieber ein Taxi geleistet habe ( kostet soviel wie ein Ticket für die Bremer Straßenbahn…)IMG_0283IMG_0290IMG_0291So langsam hab ich aber wirklich genug Großstadtluft geschnuppert. Am Dienstag reise ich für fünf Tage nach Otavalo, einem kleinen Städchen, ca. 100 km nördlich von Quito. Dort gibt es mehr Spanischunterricht, viele Exkursionen und einen ganz bekannten Markt. Tja und dann …. ist dringend mal Meer und Strand angesagt!

Spanisch lernen

Nun schon der dritte Tag in Quito. Langsam gewöhne ich mich an die neue Umgebung, die Zeitverschiebung, das Klima, die Höhe, und alles andere. Wobei ich noch nicht so wirklich viel gesehen habe, ich schlendere durch die Altstadt und lasse mich einfach treiben. Schließlich habe ich es nicht eilig! Gestern habe ich eine Demonstration und ziemlich viel Polizei gesehen. Dabei ging es darum, dass es im Osten von Ecuador, in den Regenwäldern des Amazonas, sehr viel Erdöl gibt. Es gibt Pläne, dieses Erdöl zum Schutze der einzigartigen Naturreservate nicht noch weiter zu fördern, da dafür große Teile des Regenwaldes abgeholzt werden müssen, und indigenen Bewohnern jegliche Lebensgrundlage genommen wird. Natürlich passt das nicht zu bestimmten wirtschaftlichen Interessen. Große Teile der ecuadorianischen Bevölkerung ist gegen die Förderung des Erdöls und möchte Menschen und Natur schützen, einige davon habe ich gestern auf dem Platz vor dem Regierungsgebäude gesehen.

Das alles hat mir heute mein Spanischlehrer, Oscar, erklärt. Ich hoffe, ich habe das einigermaßen richtig wiedergegeben. IMG_0249Nach dem Unterricht, der sehr gut, aber natürlich auch anstrengend ist, weil alles ausschließlich auf Spanisch läuft, bin ich in ein nettes, von Einheimischen sehr gut besuchtes, kleines Lokal gegangen und habe mir das Tagesmenue für vier Dollar bestellt:IMG_0251Champignonsuppe, Erdbeersaft, Hähnchen mit Soße, Reis, Kartoffelbreibällchen, Salat und einem Stück Avocado, Obstsalat und Popcorn. Bis auf die Suppe war alles sehr lecker, das Popcorn hab ich mal weggelassen 🙂

Oliver, mein Vermieter, ist heute 50 geworden. Heute morgen gab`s schon Geburtstagsständchen und Torte, abends steigt die Party, ich bin gespannt!

Ankommen

Der erste Tag in Quito. Byron, bei dem ich wohne, zeigt mir die historische Altstadt und erklärt mir ganz, ganz viel. Quito ist atemberaubend, im positiven wie im negativen Sinne. Wunderschöne Plätze und Häuser, bombastische Kirchen aber auch ziemlich schlechte Luft. Wahnsinnig viel Verkehr. Die Höhe macht mir am Vormittag noch etwas zu schaffen, ich fühl mich seeeeeehr schwer und gaaaaaaanz langsam, gegen Abend wird es besser. Gefährlich ist es zumindest am Tage in der Altstadt nicht …… an jeder Ecke steht Polizei und passt auf.IMG_0239IMG_0223IMG_0247IMG_0237Hier wohne ich in dieser Woche, mein Balkon mit der wunderschönen Sicht auf Quito ist der dritte von links.IMG_0233IMG_0248Und dorthin gehe ich ab morgen für vier Stunden am Tag:IMG_0211

 

 

IMG_0209Gut angekommen! Und so sieht es aus, wenn ich aus dem Fenster schaue 🙂