Archiv des Monats: Februar 2014

Tekapo und Aoraki Mount Cook National Park

Am 25.02. komme ich gegen Mittag in Tepako an. Mein Hostel ist schnell gefunden, der Ort ist winzig klein, liegt aber wunderschön am Lake Tekapo.IMG_7145 Ich beziehe ein schönes Zimmer, es ist alles blitzsauber und sehr freundlich. Hier im Ort sind alle Unterkünfte ausgebucht, vor allem bei asiatischen Touristen steht Tepako ganz oben auf der Damussichunbedingtmalgewesensein – Liste. Ich kann für drei Nächte den Selbstzimmerluxus genießen, für die vierte Nacht ziehe ich in einen Dorm in die Jugendherberge. Die liegt direkt am See und ist bestimmt auch ganz nett.

Nachmittags schau ich mir ein bisschen der Ort an, geh im Infozentrum vorbei und kaufe für die nächsten Tage Lebensmittel ein. Ich werde überall dort, wo man etwas kaufen kann, leicht misstrauisch beäugt – liegt es am Ort oder sehe ich vielleicht mittlerweile ein wenig abgerissen aus und sollte mal in eine neue Hose investieren?

Tekapo ist schön – nein, die Natur drum herum ist wunderschön. Ein beliebtes Fotomotiv ist die kleine Kapelle am See, in der gerne geheiratet wird. Es ist nicht ganz einfach hier zu fotografieren, ohne viele, viele Menschen, Reisebusse oder Campervans mit aufs Bild zu bekommen …….IMG_7004IMG_7006

Auf große Aktionen habe ich heute keine Lust mehr – ich lege mich im schönen Hostelgarten in die Hängematte und lese. Später koche ich und schreibe den Christchurchblog.

Am nächsten Morgen trödele ich so vor mich hin. Weltreisen ist auf Dauer eine recht anstrengende Angelegenheit, zumal ich mich momentan recht schnell von Ort zu Ort bewege. Auspacken lohnt meist kaum, und ich fühle mich körperlich etwas müde. Reisemüde bin ich nicht, und jeden, wirklich jeden Tag, gibt es einen Anlass zum Staunen oder mich begeistern.

Trotzdem: Ich freu mich inzwischen AUCH auf zu Haus! Ich freu mich auf ne Badewanne und immer genügend Platz im Kühlschrank und auf mein schönes Bett und auf frische Handtücher, so viele wie ich möchte, auf Kleiderbügel und ein Bügeleisen und überall genügend Steckdosen; ich freu mich darauf, dass ich immer weiß, wo die Löffel liegen und ich freu mich auch darauf, dass mir in der ( meiner ) Küche nur Leute begegnen, die ich mir ausgesucht habe, und insbesondere freu ich mich auf liebe und vertraute Menschen !!!!

Bis dahin aber will ich mein Vagabundenleben noch genießen und mich darüber freuen, dass ich nur meine drei Klamotten und keine Schulsachen packen muss 🙂

So gegen elf ziehe ich trotz Anlaufschwierigkeiten los, heute möchte ich auf den Mount John bei Tekapo. Auf dem Gipfel gibt es ein Café, eine Sternwarte und jede Menge Ausblick – die Landschaft ist grandios. Nach einer knappen Stunde bin ich oben bei der Sternwarte angekommen. Es gibt ein kleines Cafe und meinen ( bislang ) teuersten neuseeländischen Cappuchino  ( aber dafür mit Sternwartensternchen ) sowie die Möglichkeit, durch ein Teleskop zu schauen.IMG_7069IMG_7065IMG_7071IMG_7073Sterneschauen ist hier nicht ganz billig, auch für die nächtlichen Sternentouren ( Tekapo liegt weitab von allen Lichtquellen und soll einen wunderbaren Sternenhimmel haben ) muss man viel Geld auf den Tisch legen. Ich hab früher schon mal Sternenhimmel und Milchstraße bewundern können und verzichte bedauernd auf diese Tour.

Nach der Kaffeepause kommt der schönere Teil der Wanderung. Kerstin hatte mir noch mit auf den Weg gegeben, dass ich unbedingt zuerst den steilen Abschnitt durch den Wald nehmen soll, um im weiteren Teil meiner Wanderung den fantastischen Ausblick auf den See und die Berge genießen zu können. Danke, Kerstin!IMG_7048IMG_7054IMG_7077IMG_7085IMG_7094IMG_7147Das ist nicht die Farbe des Himmels, sondern die Farbe des Sees. Alle Seen hier sind knalltürkis, was mit mineralischen Auswaschungen zu tun hat. Wenn die Sonne so scheint wie heute, wirkt es fast surreal.IMG_7131Ach ja, die Sonne. Die ist unglaublich stark hier. Ich schütze mich so gut ich kann ( sieht ziemlich blöd aus, ich weiß ), schmier mich immer gut mit 70er Creme ein, trage trotz Hitze mein langärmeliges T-Shirt und habe am Abend zwar keinen Sonnenbrand, aber sehr gereizte Haut.IMG_7124Auch sonst bin ich total geschafft, gehe früh schlafen und freue mich auf den nächsten Tag – ich habe einen Shuttle zum Aoraki Mount Cook Nationalpark gebucht. Neuseeland hat 27 Dreitausender, 22 davon liegen in diesem Park. Der Mount Cook ist 3755 m hoch. Wie werden eigentlich Berghöhen gemessen? Mir fallen Matheaufgaben und Pythagoras ein ….. das muss ich unbedingt mal googeln!

Morgens also früh raus, kurz vor acht werde ich schon abgeholt. Unterwegs gibt es am Lake  Pukaki  mit Blick auf den Mount Cook, einen kleinen Fotostopp.IMG_7159IMG_7161IMG_7163Kurz vor zehn sind wir im Mount Cook Village. Es gibt unterschiedliche lange Wanderungen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Ich habe mich für die Hooker Valley Tour entschieden. Laut Reiseführer ist das eine sehr beliebte Tour, was auf viele Mitwanderer hindeutet. Sehr hohe Berge um mich herum finde ich als Flachlandtirolerin meist etwas unheimlich, und so wirken in diesem Fall  japanische Reisegruppen und andere Menschen eher beruhigend 😉IMG_7180IMG_7171IMG_7191Nach der zweiten Hängebrücke hat man durchgehend einer wunderbaren Blick auf den Mount Cook. Ich habe das totale Wetterglück – nicht immer gibt es eine so tolle Sicht auf Berg und Gletscher.IMG_7196IMG_7197IMG_7193IMG_7203So zugeknöpft bin ich wegen der starken Windböen. Kalt ist es nicht, manche sehe ich in kurzen Hosen laufen.IMG_7239Am Ziel kommt man zum Hooker Glacier Lake. In diesem Gletschersee schwimmen große Eisstücke:IMG_7220IMG_7229Nach dreieinhalb Stunden bin ich fast wieder am Ausgangspunkt angekommen. Hier gibt es einen Abzweigung zum Kea Point Walk. Da  ja letztens schon die fehlenden Keas in meinem Blog beanstandet wurden, nehme ich tapfer noch eine weitere Stunde Fußmarsch auf mich. Der Weg ist schön, die Aussicht toll, einen Kea treffe ich leider nicht. Der Lonley Planet schreibt: mit Glück sieht man welche …. ich habe keins, mich aber wenigstens redlich bemüht 😉IMG_7253IMG_7249IMG_7260Nach fast fünf Stunden Fußmarsch bin ich zurück und hab jetzt noch eine Stunde Zeit, um einen Kaffee trinken zu gehen. Pünktlich werde ich vom Shuttle aufgelesen und zurück nach Tekapo gebracht. Ich bin ganz müde, aber sehr zufrieden mit mir, der Wanderung und dem schönen Tag.

Am nächsten Morgen heißt es kurz packen und in die Jugendherberge umziehen. Ich muss ein paar Stunden darauf warten, einchecken zu können. Diese nutze ich dafür, meinen Blogeintrag zu schreiben. Das Wetter ist kühl und grau – heute ist nur noch gammeln und vielleicht Wäsche waschen angesagt. Nachmittags möchte ich gerne noch etwas raus, vielleicht ein bisschen spazieren gehen? Ich mach mich auf den Weg, aber es sieht sehr nach Regen aus. Nö, falsch gedacht, es fängt furchtbar an zu hageln, und später gibt es …. Schneeregen. Das kann doch nicht sein! Gestern und vor allem vorgestern war es noch knalleheiß und richtig Sommer. Ich weiche ziemlich durch und mache mich frierend und pitschenass auf den Heimweg. Von dem schönen Aufenthaltsraum in der Jugendherberge ( der Rest ist eher nagehtso ) sieht man später …. ja, was ist denn das:IMG_7273IMG_7274Das muss ich mir doch noch mal eben vom Garten aus anschauen – auf den Bergen rund um den Lake Tekapo liegt ja Schnee ….. unglaublich. Nun weiß ich, was gemeint ist, wenn man von den sehr schnell wechselnden Wetterbedingungen in Neuseeland spricht 😉IMG_7277 IMG_7276

Morgen Mittag geht’s mit dem Bus zurück nach Christchurch und gegen Abend per Flugzeug nach Nelson. Übermorgen will ich gleich weiter in die Golden Bay – dort möchte ich für ein paar Tage bei hoffentlich schönem Wetter an Meer und Strand  ääääh Urlaub machen 😉

 

Christchurch und ( Flucht nach ) Akaroa

Am 23.02. muss ich morgens sehr früh raus, um mich wieder auf den langen Marsch zur Bushaltestelle zu machen. In der Nacht hat es ununterbrochen gegossen, jetzt ist es so kalt, dass ich Handschuhe gut gebrauchen könnte. Boah, was ungemütlich!

Nach sechs Stunden Fahrt komme ich in Christchurch ( 340 000 Einwohner ) an. An der Endstation sieht es so aus wie in einem heruntergekommenen Gewerbegebiet weit außerhalb. Das soll das Zentrum sein??IMG_6976IMG_6977 IMG_6978 IMG_6979Margit, vor ein paar Tagen hast du mich gefragt, ob man in Christchurch noch etwas von dem schrecklichen Erdbeben vom Februar 2011 sieht. Damals sind 180 Menschen ums Leben gekommen. Es ist nicht so, dass man noch ETWAS sieht ….. ALLES sieht so aus, als wäre es erst vor kurzem passiert.  Obwohl mir schon verschiedentlich berichtet wurde, wie deprimierend der Anblick ist, bin ich schockiert. Ganze Straßenzüge stehen leer, die Häuser verfallen immer mehr. Die Fenster sind mit Brettern vernagelt, Fassaden notdürftig abgestützt. Überall gibt es Absperrungen und „Betreten verboten“ Schilder. Unglaublich.IMG_6867IMG_6866IMG_6868IMG_6880

Ich bringe meine Sachen schnell ins Hostel und mache mich gleich wieder auf den Weg, um die Innenstadt zu erkunden. Als erstes gehe ich aber ins nächste I-site, um eine Busfahrt für morgen ins 80 Kilometer entfernte Akaroa zu buchen – auf keinen Fall möchte ich den kompletten nächsten Tag in Christchurch verbringen müssen.IMG_6901IMG_6887IMG_6893IMG_6899IMG_6900IMG_6864

Es gibt das Containerviertel ….. ein Straßenzug, in dem einfach viele bunte Container aufeinander gestapelt wurden – hier sind jetzt Cafés und Geschäfte beheimatet. Das sieht nett aus und ist wohl einmalig.IMG_6873Ich gehe in eine Erdbebenausstellung, in der man vieles zu diesem Thema allgemein und den Ereignissen vom 22.02.2011 erfahren kann.IMG_6874 IMG_6875

In meinem Hostel wohnen längerfristig viele junge Backpacker ( die meisten kommen aus Deutschland ), die hier auf den verschiedenen Baustellen arbeiten. Außerdem treffe ich einen österreichischen Bauingenieur, der bei Tekapo gearbeitet hat und jetzt noch ein bisschen herumreist. Es ergeben sich interessante Gespräche. Allen stellt sich die Frage, warum Christchurch nach drei Jahren noch SO aussieht. Der Bauingenieur erzählt, dass hier Gerätschaften und Know-how fehlen. Die Jungs vom Bau berichten, wie wenig effizient gearbeitet wird. Und von einem Gespräch aus Dunedin weiß ich, dass viele Versicherungen noch gar nicht gezahlt haben – d.h. die Menschen haben einfach kein Geld, um etwas machen zu lassen ( und wenn sie es hätten, würden sie wohl keine Firma finden, die Termine frei hat – die ganze Stadt ist ja eine Baustelle )

Interessanterweise gefällt es denen, die länger in dieser Stadt bleiben, gut hier. Vielleicht muss man mehr als ein, zwei Tage bleiben, um das Schöne sehen zu können. Christchurch gibt sich viel Mühe, die Innenstadt trotz alledem zu gestalten und viele besondere Aktionen zu planen. Von Aufbruchstimmung ist die Rede ….. um das zu spüren, bin ich nicht lange genug da und vielleicht auch zu geschockt.

Besonders berührt mich die Installation von einem Künstler in der Madras Street. Hier sind 180 ganz verschiedene weiße, leere Stühle aufgestellt.  Für jeden Toten einen. Da es gestern vor drei Jahren passiert ist, ist jeder Stuhl ( Babyschale, Rollstuhl, Hocker …. ) mit einer einzelnen roten Nelke geschmückt.IMG_6910IMG_6906IMG_6909

Ich frage mich, wie die Einwohner in dieser deprimierenden Stadt weiterleben können ( alle konnten es nicht … ungefähr 20 000 haben die Stadt verlassen ). Und wie lebt man mit der ständigen Gefahr neuer Erdbeben?

Ich finde die Christchurch schrecklich und fühle mich absolut unwohl. Auch das Wetter passt zum traurigen Gesamteindruck, es gibt Gewitter und sintflutartige Regenfälle.

So bin ich froh, dass ich für den nächsten Tag die Busfahrt nach Akaroa gebucht habe. Akaroa hat französische Wurzeln, ist wohltuend hübsch und liegt sehr nett auf der vorgelagerten Halbinsel Banks.  Ich erwische fantastisches Wetter und habe einen wirklich feinen Tag. Ich wandere auf den nahegelegenen Berg, um mir mal wieder einen Überblick zu verschaffen. ( das wird mir zu Hause sehr fehlen! ) Was für ein wunderwunderwunderschönes Land!IMG_6947IMG_6948IMG_6951IMG_6933 IMG_6938

Auf dem alten Friedhof sind bei dem Erdbeben viele Grabsteine umgefallen, Warnschilder rufen zu besonderer Vorsicht auf. Auch hier stellt sich die Frage: warum bleiben die Grabsteine einfach liegen? Warum werden sie nicht hergerichtet?IMG_6924IMG_6925Auf der Rückfahrt machen wir diesmal ein Käsekaufbreak und ein Strandbreak …..  hatte ich eigentlich schon mal erwähnt, dass Käse hier entweder nach nichts schmeckt oder unglaublich teuer ist?IMG_6967IMG_6970

Gegen Abend bin ich zurück im Hostel, packe, esse, unterhalte mich. Wieder und wieder ist die Situation in Christchurch Thema. Die Stadt berührt.

Ich bin froh, morgen weiterreisen zu können.  Vier Tage Tekapo, schöne Natur, viel Wandern und ganz viel ( Einzelzimmer ) Ruhe stehen auf meinem Programm. Christchurch werde ich nur noch einmal kurz streifen – in ein paar Tagen muss ich dort meinen Flug zurück nach Nelson erwischen.

 

 

Dunedin und Otago Peninsula

Am 19.02. muss ich morgens früh raus, um den Bus nach Dunedin zu bekommen. Zum Abschied gibt es das – ist das nicht toll?IMG_6600Auch während der Busfahrt gibt es ein paar feine Nebelmotive –  in solchen Momenten wäre es wirklich viel schöner, mit dem eigenen Wagen unterwegs zu sein, um jederzeit Fotopausen ( und gute Fotos ) machen zu können. Dafür kann ich während der Fahrt einfach aus dem Fenster sehen und träumen …..IMG_6602Gegen Mittag komme ich in Dunedin an. Der erste Blick überzeugt nicht besonders. Auch die Tatsache, dass der Bus nur am Depot hält, das in einem Gewerbegebiet und wirklich alles andere als in der Innenstadt liegt, ist nervig. Hey, in Franz Josef hat der Busfahrer alle zu ihrem jeweiligen Hostel gebracht,  hier könnte es doch wenigstens einen Stopp im Zentrum geben.

Dunedin hat gut 100 000 Einwohner, und im Gegensatz zu anderen neuseeländischen Städten kommt mir alles etwas heruntergekommen vor. Ich habe das erste Mal in diesem Land das Bedürfnis, etwas besser auf meine Sachen aufzupassen. Später höre ich, dass die Arbeitslosenquote unheimlich hoch ist und es vielen Einwohnern nicht besonders gut geht.

Die Straße, in der mein Hostel liegt, heißt High Street. Das lässt mich Böses ahnen und genau so kommt es auch ….. hier geht’s echt steil bergauf. Seufz. Irgendwann habe ich mit Koffer, Umhängetasche und Kühltasche den langen Weg und auch das letzte Stück den Berg hinauf geschafft. IMG_6615Mein Hostel ist nicht überwältigend, aber ich hab ein kleines, sehr ruhiges Einzelzimmer weit ab vom Schuss und kann endlich mal wieder richtig gut und lange (!) schlafen.IMG_6618IMG_6623Nachmittag möchte ich  den nächsten Supermarkt suchen, einen ersten Blick auf die Stadt werfen und im Infocenter eine Tour auf die vorgelagerte Halbinsel Otago buchen. Und: meinen Tangoabend planen. Laut Internet gibt es eine Praktica, aber leider ganz am anderen Ende der Stadt – wie komme ich da nur hin? Kurzentschlossen rufe ich eine der angegebenen Kontaktnummern an ( hey, ich telefonier mit fremden Menschen auf ENGLISCH !!! ) und spreche mit Alison. Sie fragt kurz, wo ich wohne und bietet mir sofort an, mich abends abzuholen.

Wow. Ich bekomme hier so viele Lehrstunden in Gastfreundlichkeit. Hoffentlich weiß ich das Zuhause noch und kann die viele Freundlichkeit, der ich auf meiner Reise begegne, auch weitergeben….

Alison und ihr Mann Mark holen mich nicht nur ab, sondern bringen mich selbstverständlich auch zurück. Auf dem Rückweg machen sie eine kleine Stadtrundfahrt mit mir, und Alison erzählt, dass mein Hostel ganz früher die Frauenklinik war, in der sie geboren wurde. Was für ein lustiger Zufall!

Die Tangopraktica ist nett. Ich werde herzlich begrüßt und viel zum Tanzen geholt – und ich kenne zwei der Tänzer schon aus Wellington. Die Tangoszene in Neuseeland ist wirklich sehr übersichtlich. Zu Besuch ist auch eine andere Deutsche, die in Buenos Aires lebt und zusammen mit ihrem argentinischen Mann gekommen ist, um ihre Schwester zu besuchen – da kann ich endlich mal wieder Spanisch sprechen, das mag ich!

Getanzt wird in einem Gemeindessaal – etwas voller ist es später noch geworden.

IMG_6630Am 20.02. wache ich sehr spät und bei bestem Wetter auf …… und stehe trotz Sonnenschein nur mal kurz auf, um mir Frühstück zu machen. Ich genieße den Gammeltag in meinem Zimmer ( also im Bett … ) und schaffe es gerade so, um drei Uhr startklar zu sein – dann werde ich für die Tour abgeholt. Und die wird genial!

Die Peninsula ist unglaublich schön, das Wetter passt – ich bin hin und weg!IMG_6633IMG_6663 (2)IMG_6636IMG_6644Wir sind aber nicht unterwegs, um die schöne Landschaft zu beobachten, wir wollen besondere Tiere sehen. Albatrosse, die sehr seltenen Gelbaugenpinguine und Seelöwen soll man hier wunderbar beobachten können – leider ist das Wetter zwar herrlich, aber für die Tierbeobachtungen eher schwierig. Albatrosse fliegen bei Wind ( wir haben keinen ), Pinguine mögen es nicht so warm ( wir haben 25 Grad ). Nun ja. Wenigstens Schafe bekommt man bei jeder Wetterlage und überall zu sehen 🙂IMG_6675

Schwarze Schwäne auch – die sieht man hier recht oft :

IMG_6665Die erste Station ist der Albatrossfelsen – und ja, zumindest einer dreht immer wieder seine Runden. das sieht schon sehr, sehr toll aus. Leider ist entweder Kamera oder Fotografin zu schwerfällig, um davon ein Foto zu machen. Schade! IMG_6648Später geht’s zu den Felsen, an denen unglaublich viele Robben und Seelöwen liegen. Manche vergnügen sich in natürlichen Bassins, und es ist immer wieder schön, diese Tiere zu beobachten ( auch wenn Galapagos einzigartig war und nicht zu toppen ist )IMG_6676IMG_6704IMG_6702Gegen Abend zieht geheimnisvoller Nebel auf. Wir fahren mit dem Kleinbus eine Weile auf privatem Gelände, steigen irgendwo im Nirgendwo aus und wandern zu einem abgelegenem Strand. Und da steht plötzlich einer der seltenen, ziemlich großen Gelbaugenpinguine. Tagsüber sind sie im Wasser, um zu jagen, abends kommen sie zum Schlafen an Land. Hier bevorzugen sie feste Plätze im küstennahen Wald. Ich freu mich so, ich habe noch nie einen Pinguin in freier Natur gesehen!IMG_6715IMG_6736Wir laufen über den Strand und haben eine etwas unheimliche Begegnung mit einem großen Seelöwen, der uns beängstigend nahe kommt. Der Guide erklärt, dass Seelöwen erstaunlich schnell anlaufen können. Ganz ehrlich – ich bin froh, als er abdreht und wieder im Wasser verschwindet ….IMG_6731Dann beziehen wir unseren Pinguinbeobachtungsposten und warten auf die Pinguine, die zum Schlafen an Land kommen. Unsere kleine Gruppe ist plötzlich ganz leise, fast andächtig …….IMG_6739IMG_6754Auf der Tour lerne ich Kerstin kennen, mal keine Lehrerin, aber auch auf Weltreise. Wir verstehen uns gut und verabreden uns locker für den übernächsten Tag. Abends um zehn bin ich wieder im Hostel, müde, aber total erfüllt von dem wunderschönen Tag.

Am nächsten Tag möchte ich die Stadt erkunden. Also, besonders schön ist sie nicht ….IMG_6818Ich schau mir den Bahnhof an, der das meistfotografierte Gebäude in Neuseeland sein soll ( ja, ich weiß, das Foto wäre besser, wenn der Turm ganz auf dem Bild wäre )IMG_6781IMG_6787Dunedin hat 20 000 Studenten. Es gibt viele Cafés, Kneipen und kleine Läden, manches erinnert mich an das Bremer Viertel.IMG_6789Statt Art Gallery und anderer sicher schöner Museen ( die hier alle umsonst sind! ) bleibe ich in einer Boutique hängen, was leider nicht ganz umsonst ist …..

Später schau ich mir noch den botanischen Garten an, der wirklich schön ist und latsche ein elend langes Stück zur steilsten Straße der Welt, der Baldwin Street ( 35% Gefälle ). Heute bin ich total faul – ich habe einfach keine Lust auf diesen Berg und darauf, eine brave Touristin zu sein. So mach ich ein zugegeben wenig spektakuläres Foto von unten und fahre mit dem Bus zurück ins Zentrum.IMG_6815IMG_6817Samstag morgen treffe ich mich mit Kerstin. Wir gehen zusammen auf den Markt und beschließen später, noch einmal ( diesmal mit Kerstins Auto ) auf die Halbinsel zu fahren. Es war einfach zu schön dort! Das ist die Sandfly Bay, die nicht wegen der Sandfliegen so heißt, sondern wegen des fliegenden Sandes – es ist eine recht windige Ecke, aber traumhaft schön!IMG_6821Zum Strand gibt es einen tollen Abstieg ( sehr steil! ) durch tiefen Dünensand.IMG_6824 IMG_6826IMG_6829 IMG_6830 IMG_6831Später fahren wir noch einmal zum Albatrossfelsen und buchen diesmal eine Führung im  angrenzende Albatrosszentrum. Dabei hat man die Möglichkeit, auf die andere Seite des Felsens zu schauen:IMG_6845 IMG_6840 IMG_6860Wir sehen brütende Albatrosse, ein Küken, jugendliche Albatrosse und viele, die in der Luft ihre Kreise drehen – wie schön! Leider gibt es auch diesmal kein richtig tolles Bild …..

Abends wird mal wieder gepackt, morgen geht’s nach Christchurch. Dort soll es eher deprimierend sein …..

Ach, Hasi ist natürlich auch immer noch dabei:IMG_6624Und in den Supermärkten hast es  auch ganz enorm ….. IMG_6612

 

 

Südwärts 2 und Milford Sound

Am 16.02., morgens um sieben treffe ich, wie könnte es anders sein, Thomas aus der Schweiz an der Bushaltestelle wieder – wir haben beide den gleichen Bus nach Te Anau gebucht. Begrüßen uns mit „Nix wie weg hier“ und freuen uns, aus dem ätzenden Queenstown abreisen zu können.

Die Busfahrt ist wie  immer sehr schön, und diesmal gibt es auch keine Breaks ……..IMG_6410IMG_6421IMG_6427Und das ist Te Anau. Ein paar Häuser gibt es schon, Restaurants, einen Supermarkt, viele kleine Ferienunterkünfte, zwei oder drei Hostels. Der Ort ist klein, wunderschön ( also die Gegend drumherum ) und total gemütlich.IMG_6429Ich komme morgens viertel vor zehn an, Bob vom Bob&Maximes Backpacker, das etwas außerhalb liegt, holt mich mit dem Auto ab – schön! Und total schön ist auch das Hostel: großzügig, sauber, gut ausgestattet, und eine perfekte Entschädigung für den queenstowner Schmuddelöddelgibbel…..IMG_6439IMG_6440Ich richte mich ein, schnappe mir eins der Hostelfahrräder, schau mir der Ort und die nähere Umgebung an, buche eine Milfordsoundtour für den nächsten Tag, gehe in den Supermarkt und bekoche mich. Nachmittags zieht Yvonne in meinen Dorm, die ….. ganz was Neues …. eine deutsche Lehrerin im Sabbatjahr ist 🙂

Am nächsten Morgen muss ich früh raus, kurz vor acht werde ich für meine Tour abgeholt. Der Milfordsound ist zwei Autostunden von Te Anau entfernt. Meine kleine Tour mit elf Teilnehmern ( mit dabei: Thomas aus der Schweiz ) beinhaltet verschiedene kleine Fotostopps, eine zweistündige Schiffsfahrt auf dem Sound und eine zweistündige Wanderung auf einen der umliegenden Berge. Ich schau morgens noch schnell in die Wettervorhersage – na toll: morgens Regen, nachmittags Starkregen. Mist. Gestern wär DER Tag für den Milford Sound gewesen …….

Andrew, unser Guide ist sehr nett, erzählt viel, und – oh Wunder – ich kann ihn ganz gut verstehen. Frage nach und höre: er stammt eigentlich aus England. Neuseeländisches Englisch ist wirklich eher was für Fortgeschrittene ….

An besonders schönen Plätzen halten wir kurz an. z.B. hier:IMG_6453IMG_6464IMG_6467Oder hier:IMG_6445Irgend wann kommen wir am Milford Sound an und können gleich aufs Schiff gehen. Im Prospekt sieht es aus wie ein kleines Segelschiff, nun entpuppt es sich als ein ziemlich großer Ausflugsdampfer mit ein paar Fakemasten …..IMG_6538Na egal, es gibt Kaffee soviel man möchte.  Gut so, das Wetter ist echt ungemütlich. Ein bisschen aufwärmen kann nicht schaden. Ja, und das ist er, der berühmte Milfordsound , um den hier ein Wahnsinnshype gemacht wird ( Busladungen voller Touris werden hier jeden Tag hergekarrt. Viele sogar aus Queenstown = 8 Stunden Busfahrt ). Für den Milford Sound wird so viel geworben, dass ich das Gefühl habe, ich seh Neuseeland nicht wirklich, wenn ich nicht dort gewesen bin. Es ist zweifelsohne schön, auch bei Regen …. aber soooooo schön? Najaaaaaaa …IMG_6472IMG_6479IMG_6498Toll ist der große Wasserfall, an den wir ganz dicht heranfahrenIMG_6530IMG_6518IMG_6526Wieder an Land sehen wir, dass wir wettermäßig fast noch Glück haben – die, die erst mittags losfahren, sehen dann wirklich nicht mehr viel …..IMG_6546Leider ist die schöne Wanderung auf den Key – Summit auch nicht wirklich möglich. Inzwischen regnet es nicht nur, sondern es schüttet. Andrew hat natürlich ein Schlechtwetterprogrammstattwanderung für uns, und später gibt’s auch noch Kaffee und Kekse für alle.IMG_6552IMG_6549IMG_6540IMG_6553IMG_6566Inzwischen schüttet es nicht nur, sondern stürmt auch tüchtig … Mann, ist das ungemütlich. Kaum zu glauben, dass es gestern 26 Grad und herrlichen Sonnenschein gab!

Abends im Hostel wird der Kaminofen angemacht, außerdem gibt es zum Trost einen netten Sonnenuntergang …..IMG_6573IMG_6581Trotzdem: ich bin ein bisschen genervt, am Wetter liegt es aber nicht. Freu mich, dass ich in den nächsten drei Wochen ganz oft ein Einzelzimmer gebucht habe. Endlich mal in Ruhe ausschlafen können, und ein bisschen Privatsphäre …

Ich bin so gerne in ( netten)  Hostels, freu mich, interessante Menschen zu treffen, kochen zu können und gemeinsam mit anderen zu essen – aber in den Dorms komme ich einfach selten richtig zur Ruhe.

Den nächsten Morgen lasse ich gemütlich angehen. Irgendwann gegen elf setzt ich mich auf eins der ( klapperigen ) Räder und fahr einfach los, immer am See lang, immer weiter. Das Wetter ist prima, die Fahrt ist schön. Nach gut zwanzig Kilometer komme ich in einen kleinen Ferienort – dort gibt’s nen Kaffee, dann geht’s wieder zurück.IMG_6588IMG_6589Angekommen!IMG_6594Und dann fällt mir noch was ganz Komisches auf: es geht sowohl auf dem Hinweg als auch auf dem Rückweg immer leicht bergab. Ich weiß ja – das geht nicht.

Vielleicht ist meine Brille Mist? Oder spinne ich jetzt total? Finde des Rätsels Lösung nicht. Finde aber, dass das so bleiben kann. Das Gefühl, dass es immer nur bergauf geht, wär ja viel blöder! 🙂

Morgen geht’s nach Dunedin – also mal wieder richtig Stadt, sogar mit Tango, juchu!

Mit im Bus, das weiß ich jetzt schon: Thomas aus der Schweiz 🙂

 

Südwärts 1

Am 12.02. fahre ich morgens von Franz Josef nach Wanaka. Die Fahrt soll fünfeinhalb Stunden dauern, wir machen fast jede Stunde eine Pause – warum? Wer weiß es. Zwei Coffee-Breaks, ein Lunch-Break, ein Waterfall-Break ….. aber ich bin ja auf Reisen, nicht auf der Flucht und irgendwann komme ich wider Erwarten in Wanaka an. Schön ist es! Das Hostel ist mir empfohlen worden, es ist wunderbar, supersauber und hat einen tollen Millionärsblick von Terrasse und Aufenthaltsraum aus.IMG_6300IMG_6301IMG_6304

Nachmittags spaziere ich auf diesen nahegelegenen Berg und verschaffe mir einen kleinen Überblick. IMG_6250Es ist so schön hier. Schade, dass die Fotos das wirklich nur ein bisschen wiedergeben. Das Wetter ist leider wechselhaft, in den zwei Wanderstunden ziehe ich mir viermal die Regenjacke an und aus ….. aber es ist immerhin nicht so kalt, wie es aussieht.IMG_6217 IMG_6218 IMG_6219

Am nächsten Tag möchte ich wandern gehen ….. eigentlich den Roys Peak Walk, der etwa sechs Stunden dauern soll und stellenweise ziemlich steil ist. Die Wetteraussichten sind nicht die besten, es soll immer mal wieder regnen. Alleine auf irgendwelchen hohen Felsen in einer Schlechtwetterfront zu stehen, traue ich mich dann doch nicht und beschließe stattdessen, am Ufer des Lake Wanaka entlangzulaufen. Eine gute Entscheidung, es wird eine wunderschöne Wanderung, allerdings ein bisschen länger als geplant….IMG_6239Das ist der Berg, auf den ich eigentlich wollte …… von unten sieht er ja auch sehr nett aus.IMG_6244IMG_6247 IMG_6258 IMG_6264IMG_6253IMG_6261Und die sieht man wirklich überall ……. IMG_6263IMG_6272Meine Käsebrotbank …… IMG_6274 IMG_6280IMG_6295 IMG_6287

Ich möchte bis zur Glendhu Bay laufen, der Wegweiser sagt, dass es etwa drei Stunden dauern wird. Ich brauche viereinhalb, ob das an den vielen Fotopausen liegt? Vielleicht bin ich heute auch einfach ein bisschen schneckig. Es ist wunderschön hier, ich bin hin- und weg, und trocken bleib ich auch. Endlich angekommen und 15 km später bin ich total müde und denke verstärkt darüber nach, dass es ja auch noch einen Rückweg gibt. Ooochnee.

Trampen soll man in Neuseeland ganz gut können. So stell ich mich das erste Mal seit sehr vielen Jahren an die nahegelegene Straße ( Neele, das macht man nicht !!!! ) und halt den ( linken!! ) Daumen in die Luft.IMG_6296 IMG_629920 Minuten und 15 Autos später hält ein netter und hilfsbereiter Neuseeländer an.  Ich schaff sogar noch meinen Friseurtermin in Wanaka ….

Abends treffe ich Uschi wieder, mit der ich ja schon in Nelson in einem Hostel gewohnt habe. Wir erzählen ein bisschen und essen zusammen.

Am 14.02. verabschiedet sich Wanaka mit strahlendem Sonnenschein von mir. In diesem Ort und auch in diesem tollen Hostel wäre ich ganz gerne noch etwas länger geblieben. Leider muss man auf der Südinsel alle Aufenthalte etwas längerfristig planen, die guten Hostels sind Tage im voraus komplett ausgebucht.IMG_6312 IMG_6305 Am frühen Nachmittag geht’s dann also weiter nach Queenstown. Bis dahin dungele ich ein bisschen im Hostel herum, heute bin ich hautsächlich schlapp.

Die 117 km lange Busfahrt nach Queenstown ist (landschaftlich gesehen) der Hammer ( diesmal gibt es ein Obsteinkaufs – Break )IMG_6323 IMG_6329 IMG_6337 IMG_6341Queenstown ist so gar nicht meins, aber das dachte ich mir schon. Der Ort ist ein  supertouristisches Partykaff, besonders beliebt bei Japanern und Adventuretouristen …. wer Fallschirmsprünge oder Bungeejumping braucht, ist hier komplett richtig. Wer sich abends so richtig aufbretzeln möchte, auch. Wieso wollte ich nochmal hierhin?

Ich schau mir die Innenstadt an und sehe Thomas aus der Schweiz wieder, den ich lustiger weise in JEDEM Ort treffe. Er ist schon seit einem Tag hier, findet es furchtbar und beklagt das Ballermannflair. Wir klagen uns gegenseitig unser Leid und freuen uns, dass wir uns sehr bald wieder ( mit Grausen ) abwenden können …..IMG_6378IMG_6362 IMG_6347Mein Hostel ist zwar klein, aber wirklich kein Wohlfühlteil … eher lieblos und schmuddelig. Mein Favorit war schon vor zwei Wochen ausgebucht. Seufzdolle. Schlafen kann ich trotz durchgelegenem Bett ganz gut.

Am nächsten Morgen mache ich das, was mir inzwischen zu einer lieben Gewohnheit geworden ist: ich steige auf einen ( diesen ) Berg und verschaffe mir einen Überblick:IMG_6394Dieses Mal ist es wirklich eine ziemlich schweißtreibende und steile  Angelegenheit, besonders begeistert mich das alles nicht. Queenstown ist einfach nicht meins …. aber vielleicht hab ich auch einfach nur ein bisschen schlechte Laune. Gut, dass es morgen weiter geht.IMG_6388IMG_6383Ach, und das gibt’s hier auch. Ich finde das verwirrend! 😉IMG_6360

 

 

 

Franz Josef …….

….. wieso eigentlich Franz Josef? Der Gletscher wurde 1865 erstmals von Europäern erforscht, und von einem Österreicher namens Julius Haast nach seinem Kaiser Franz Josef getauft. Nun gut, Die Maoris haben den Gletscher „Ka Roimata o Hine Hukatere“ ( Tränen des Lawinenmädchens ) genannt. Gefällt mir irgendwie besser.

Am 10.02. setze ich mich also bei bestem Wetter in den Bus, mein Tagesziel ist Franz Josef Village. Die Fahrt ist schön und wieder einmal sehr abwechslungsreich.IMG_6129 IMG_6131 (2)Am späten Nachmittag komme ich an und beziehe mein Female Share ( Frauenschlafraum mit maximal vier Betten ), den ich heute Nacht nur mit Christina teilen muss. Sie ist eine deutsche Lehrerin im Sabbatjahr und macht ihre Weltreise „andersrum“. ( deutsche Lehrerinnen im Sabbatjahr habe ich schon einige getroffen ….. )

Die Jugendherberge grenzt direkt an den Regenwald, und wir haben diese tolle Aussicht aus dem riesigen Zimmerfenster:IMG_6145Später schlendere ich noch ein bisschen durch den Ort, der nicht der Rede wert ist. Hotels, Motels, Hostels, Restaurants, Andenkenläden, ein kleiner Supermarkt, einige Spa`s und ein paar Tourenanbieter ( Gletscherrundflüge per Hubschrauber ). Die Lage ist sehr schön und am Ende dieser Straße liegt meine Jugendherberge  …..IMG_6138Für den nächsten Morgen habe ich einen Shuttle zum Gletscher-Wanderweg gebucht, stehe früh auf und stelle leider fest, dass das schöne Wetter der letzten Tage auf Einheitsgrau und Regen umgeschlagen ist. Ich buche den Shuttle auf zwei Stunden später um, frühstücke gemütlich und schreibe ein paar mails. Und ich habe Glück – für meinen kleinen Ausflug erwische ich die einzigen beiden trockenen Stunden des Tages ….

Der Gletscher ist in den letzten Jahren ziemlich weggeschmolzen. Das ist wohl eine Auswirkung der Erderwärmung und  besorgniserregend, besonders erschreckend ist die große Veränderung zwischen 2010 und 2014. Für die Menschen, die hier vom Tourismus leben, muss es noch bedrohlicher sein …….

Heute:

IMG_61472010: IMG_61491965: IMG_61501907: IMG_6152Über einen abgesteckten Wanderweg kann man gut 45 Minuten dem Gletscher entgegenwandern.IMG_6156 (2) IMG_6161 IMG_6163 (2)IMG_6165 IMG_6174 IMG_6178 IMG_6182Ja, und das ist er, der kümmerliche Rest ….. wenn man ihn richtig sehen möchte, muss man 400 Dollar ( 240€ ) für eine Hubschrauberrunde ausgeben. Ich spar das viele Geld lieber schon mal für die nächste Südamerikareise – der Pepito Moreno steht noch ganz oben auf meiner Dasmöchteichgernnochsehenliste 😉IMG_6184Und dieser sympathische Herr ist aus Pappe möchte nicht, dass man weiter geht – das muss wohl gefährlich sein.IMG_6185Zurück am Ausgangspunkt fängt es wieder an zu regnen. Ich lass mich von dem Shuttle zur Herberge bringen und verbringe den weiteren Tag auf und im Bett und denke gründlich darüber nach, warum der Regenwald  Regenwald heißt 😉

Punakaiki und Pfannkuchenfelsen

Am 07.02. versuche ich eine größere Radtour in der Umgebung von Nelson zu machen. Ich gebe zu, das Unternehmen ist von vornherein ein Risiko, dunkelgraue Wolken wollen mich warnen ….. kaum habe ich mir ein Rad geliehen, fängt es an zu regnen. Okay, dann also erst einmal Kaffee trinken gehen. Irgendwann nieselt es nur noch, ich fahre los und halte knapp zwei Stunden durch, dann gebe ich entnervt und nass das Rad wieder ab.

Schnell noch in den Supermarkt, dann möchte ich zurück ins Hostel und dort für den restlichen Tag bleiben. Abends kühlt es so ab, dass Jimmy, der Hostelbesitzer, den Kaminofen anschmeißt ….. das ist vielleicht gemütlich! Ich packe, buche Hostels und Busfahrten für die nächsten zehn Tage, schreibe mails, hänge auf dem Sofa vor dem Ofen ab.

Am 08.02. muss ich früh raus, der Bus gen Süden fährt schon um 7.15 ab. Die Fahrt ist total schön, die Landschaft wechselt schnell. Ab Westport geht’s direkt an der Westküste entlang.IMG_5945IMG_5947IMG_5971Mittags komme ich an. Punakaiki – die Pancakerocks, ein langer wildbewellter Strand, zwei Hostels, ein paar Motels, eine Taverne, die Touristeninfo, zwei Andenkenläden und sonst: nichts. Das weiß ich vorher, und beim Hostelbuchen wird einem auch gleich gesagt, man solle genug zu essen mitbringen. So rolle ich mein Köfferchen gen Hostel, und das ist wirklich schön und direkt am Strand gelegen.IMG_6029Da die Dorms in dieser Nacht ausgebucht sind, muss ich ein Doppelzimmer nehmen. Das ist superschön und hat einen eigenem Balkon. Wenn ich auf dem Bett liege, sehe ich das:IMG_6041An meiner großen Freude darüber, ein Zimmer für mich zu haben, merke ich, dass mich das  Hostelleben momentan etwas anstrengt. Seit fast vier Wochen habe jeden Tag mit vielen neuen Menschen zu tun, die ich mir alle nicht ausgesucht habe. Oft gibt es nette Begegnungen und Gespräche, aber vieles nervt mich auch. Dazu kommt, dass überall, auch in der Natur, wirklich viele Leute sind. Ich denke darüber nach, meinen Reisestil zu ändern: entweder öfter mal ein Einzelzimmer buchen oder andere Orte abseits der üblichen Backpackerwege zu suchen ( dafür brauch ich wohl ein Auto …. ). Aber egal, heute genieße ich erst einmal mein Zimmer mit dem supertollen Blick!

Nachmittags gehe ich zu den Pancakerocks, um die hier ein ziemlicher Buhei gemacht wird. Die Gesteinsformationen sehen aus wie aufgeschichtete Pfannkuchen und sind schon besonders.IMG_5986IMG_6017IMG_6007IMG_5995IMG_5990IMG_5999Es gibt einen angelegten  Rundweg, der schöne Ausblicke bietet. IMG_6008Besser als die Felsen gefällt mir der tolle wilde Strand. Nichts zum Rumliegen und für mich auch nichts zum Baden, aber zum Spazieren gehen, Steine sammeln,  in die Wellen starren und dem Rauschen zuhören.IMG_5981IMG_6034IMG_6032Ansonsten genieße ich meinen eigenen kleinen Balkon und serviere mir auch mein Abendessen dort – ach ist das schön! Um Menschen mache ich heute einen Riesenbogen …..IMG_6039Am nächsten Morgen und nach meinem Umzug in einen netten 4er Dorm mache ich einen der Wanderwege vor Ort – den Pororari – Punakaiki River Track. Es geht erst am schönen Pororari River entlang, später durch den Wald und am Punakaiki River zurück. Schön ist es und gut tut es. Das Wetter ist sonnig und warm. Was hab ich für ein Glück, eigentlich soll es hier ständig regnen!IMG_6057 IMG_6058IMG_6061IMG_5988IMG_6071IMG_6077IMG_6074

Nach einer kurzen Mittagspause gehe ich mit Henning, einem jungen Mann aus Flensburg, zum Truman Track. Der ist nur eine halbe Stunde lang, endet aber in einen wunderbaren Bucht – so wild! Das Spaziergang mit Henning wird ganz wichtig für mich, da er die Dinge so unheimlich positiv sehen kann und mich ein bisschen aus meinem „ich-bin-so-genervt- Film“ rausholt. Jetzt geht’s wieder!IMG_6082IMG_6088

Ich glaub ich hab das meiste von dem gemacht, das es in Punakaiki zu machen gibt. Nun läute ich den gemütlichen Teil des Tages ein, blockier ein bisschen das Sofa und schau aufs Wasser 🙂

Ach, und das gibt es in diesem Hostel: selbstgebackenes Vollkornbrot! Der Besitzer ist ein Deutscher und macht allen, die das schreckliche neuseeländische Brot über haben ( also fast allen Deutschen ….), eine Riesenfreude. Oh sorry, das neuseeländische Brot ist natürlich nicht schrecklich, es gibt auch viele Sorten. Und es sieht sehr, sehr schön aus 😉IMG_6093Morgen Mittag geht’s weiter nach Franz Josef ……… ich bin ja mal gespannt!

Immer noch Nelson und Abel Tasman National Park und immer noch Nelson

Sonntag, 02.02., bewandere ich an einem schönen Hochsommertag  Nelsons Hausberg – viereinhalb Stunden meist stramm bergauf oder bergab, schöne Aussichten und gelegentliche Pausen eingeschlossen. Nett ist es. Und: ich treffe niemanden. Man muss in Neuseeland einfach weniger populäre Sachen machen, um die Natur für sich zu haben ……..IMG_5635IMG_5637IMG_5643IMG_5645Die Belohnung gibt es hier:IMG_5648IMG_5652Ein stinkefeines, aber sehr schönes Restaurant, gelegen in einer wunderbaren Gartenanlage. Unter den Sonnenschirmen sitzen sehr aufrecht großbehütete Damen und nippen an ihrem Tee. Ich bin dreckig und verschwitzt, werde aber trotzdem sehr freundlich bedient.

Montag, 03.02. bin ich viel mit organisieren beschäftigt. Ich möchte meinen Aufenthalt im Abel Tasman Nationalpark planen ( wie hinkommen, wo übernachten, wie passt es zeitlich mit der Strecke, die nur bei Niedrigwasser geht ) mein Hauptgepäck aber in meinem schönen Hostel in Nelson lassen ( schwierig, weil es da klein und eng ist ). Dort möchte ich dann wieder für ein, zwei Nächte wohnen ( schwierig, weil immer ausgebucht ). Ich muss jetzt schon klären, wo ich anschließend hinfahren möchte und die entsprechende Busfahrt und Unterkunft reservieren ( schwierig, weil oft ausgebucht ). Und alle Buchungen müssen zueinander passen …… manchmal ist das Leben als Reisende etwas stressig 😉

Den Nachmittag verbringe ich mit Uschi im Queens Park, den Abend mit ihr und vielen anderen Menschen im Hostel. Ich schreibe mir Tipps für Neuseeland und  für Bali auf, rede viel, höre noch mehr zu und verbringe einen sehr netten Abend. Trotzdem freue ich mich total darauf, die nächsten beiden Tage allein mit mir und der Natur ( ääähmja …… siehe unten ) im Nationalpark unterwegs zu sein.

Am Dienstag werde ich morgens kurz vor acht abgeholt und zum Wassertaxi gebracht. Das Wetter ist ….. achnee. grau, kalt, nieselig, besorgniserregend.IMG_5659Den gab es vom Schiff aus zu sehen:IMG_5666Und so sieht es aus, wenn man nicht in die erste Reihe drängelt:IMG_5675IMG_5662In Kaiteriteri müssen alle Passagiere das Boot wechseln, und nach zwei Stunden Fahrt werde ich mit ein paar anderen in der Medlands Bay „ausgesetzt“. Der Skipper erkundigt sich, ob ich Regensachen dabei habe ……IMG_5688Meine Laune ist so mitteltoll. Das Wetter ist seit vielen Tagen so wunderbar …. warum muss es ausgerechnet jetzt ….. ich möchte nicht im Nieselregen durch den Wald glitschen, frieren und nass sein …..

Was für ein Glück:  am späten Vormittag reißt entgegen aller Vorhersagen der Himmel auf, und ich habe zwei Tage lang nur das aller, allerschönste Wetter 🙂 Ich hab vorher schon gelesen, dass man sich in Neuseeland auf vieles verlassen kann, nur nicht auf die Wettervorhersagen. In diesem Fall: gut so! 🙂

Ich freue mich, dass ich heute nicht irgend wo abgeholt werde und das Gefühl habe, mich beeilen zu müssen, sondern trödeln kann und auch für die kleinen Dinge viel Zeit habe ….IMG_5693

Ich laufe los, mein Rucksack ist schwerer als gewöhnlich. Übernachtungssachen, Wasser für einen Tag und Essen für zwei Tage müssen mit. Sonnencreme, Mückenmittel, Sonnenhut, Badesachen undundund ……. die Landschaft ist traumwunderschön. Mein Tagesziel heißt Awaroa, das je nach Angabe zwischen 9 und 15 km entfernt liegt. Es geht im Wald hoch und runter, manchmal auch ein Stück am Strand entlang. Die Buchten heißen Sandfly- und Mosquitobay und lassen Böses ahnen ……IMG_5700IMG_5703IMG_5704IMG_5706Seit Patagonien bin ich absolut hängebrückendesensibilisiert …..IMG_5709IMG_5733IMG_5918Mittags um drei kann ich schon in der Backpackerabteilung der Peppers Awarowa Lodge einchecken. Die Lodge selber ist teuer und mit allem Schick und Mick bestückt, einschließlich Luxusrestaurant, Pizzabude und Flugzeuglandebahn ( hä …. ich dachte, ich bin im Nationalpark? ). Ich komme in einen riesigen Achterdorm ganz für mich alleine unter und brauch fürs erste Ankommen erst einmal einen Cappuchino im hauseigenen Cafe …..

Später geht’s an den Strand, den ich, da Übernachtungsgast, erst bei Hochwasser und am Abend bei Niedrigwasser und ohne einen Menschen weit und breit genießen darf. Und sehr genieße! Der Abel Tasman-Track ist der meistbesuchte der neun Great Walks  in Neuseeland. Was das heißt, merke ich jetzt. Manchmal ist es schwierig, Fotos ohne Menschen zu machen, überall hört man Deutsch. Manchmal bleibe ich ein paar Minuten stehen, um den Abstand zu „Vorgängern“ zu vergrößern, und manchmal bin ich ganz genervt. Seit diesem Tag weiß ich auch, was Sandfliegen sind und warum Andere völlig zerstochenen Beine haben ……

Trotzdem: Es ist unheimlich schön hier! IMG_5739Gleiche Ansicht bei Niedrigwasser ……IMG_5806IMG_5764IMG_5756IMG_5745IMG_5751IMG_5786IMG_5821IMG_5874 (2)Abends gehe ich das erste Mal in Neuseeland essen – die Pizzabude ist heute Abend meine! Ich lese Chickenpizza und bestelle voller Vorfreude …. muss leider mal wieder feststellen: wer lesen kann, ist klar im Vorteil 🙂 statt einer Chickenpizza habe ich mir eine Pizza mit Chicken, Cranberrys und Brie bestellt … ochneee, ich hasse Brie. Schmeckt dann doch ganz gut, ist aber unheimlich (!) fett und hat mindestens 500000 Kalorien ….. IMG_5809Die Nacht … naja. Ich wohn ziemlich allein im Wald. Ohne einen Menschen in direkter Umgebung, aber mit eigener Terrasse und Blick ins Grüne.IMG_5737

Um elf wird das Stromaggregat abgestellt, es ist stockfinster. Mein Dorm ist nicht gerade sehr wohnlich, und ich gebe zu: in diesem Falle wär ich ganz froh, wenn ich ein paar schnarchende Mitreisende in meiner Nähe hätte …. besonders, als es nachts mal ziemlich kracht. Keine Ahnung, was das ist. Wie schon öfter mal auf meiner Reise, tu ich so, als ob ich keine Angst habe. Funktioniert, jedenfalls im Ansatz, ganz gut.

Mein Handy weckt mich gegen sieben, jetzt muss ich meinen Krempel packen, auschecken und schnell losgehen. Es ist Niedrigwasser, das brauche ich für die erste Wanderstrecke. IMG_5904Ganz wasserfrei ist der Weg nicht, hier heißt es Hose ausziehen und durchwaten ….IMG_5911IMG_5905Die Strecke bis nach Totaranui, wo ich am späten Mittag vom Wassertaxi wieder aufgelesen werde, ist leider ziemlich kurz, aber wunderschön. An manchen Stellen hab ich dann doch ein wenig mit meiner Höhen….unbehaglichkeit zu tun : der Weg ist 30 cm breit, rechts gehts steil bergab.

Ich wandere durch wunderschönen Regenwald und tolle Buchten …..IMG_5923IMG_5920IMG_5913Niemals wirklich alleine, aber an der Stränden verteilen sich die vielen Menschen ganz gut …..IMG_5921Am frühen Mittag komme ich in Totaranui an und jetzt muss es endlich sein: das erste Mal Baden in Neuseeland 🙂  Tut gut!IMG_5742 (2)An diesem wundertollen und sehr langen Strand gibt es einen großen Campingplatz, eine Straßenzufahrt, ein Informationszentrum, viele Wassertaxis und noch mehr Menschen …… ähhhhh – Nationalpark?

Ich warte ein Weilchen auf mein Boot und schlaf erst mal was am Strand ein. Ich bin doch ganz schön müde! Abends bin ich wieder im Hostel, ganz kaputt und ohne Lust, zu sprechen. Schaffe es gerade noch, meine Wäsche zu waschen und zu trocknen und bin um halb zehn im Bett …..

Für meine Hostelanfragen ab Freitag hab ich schon die zweite Absage bekommen ….. seufz. Dumm, vor allem weil es in diesem Ort nur diese beiden  Hostels gibt. So heißt es Nelson verlängern ( das geht nur mit Matratze auf dem Fußboden, aber es geht – die sind so lieb hier! ….. ), den Bus umbuchen und die erste Nacht in Punakaiki in einem teuren Doppelzimmer verbringen. So bleib ich eben bis Samstag in Nelson ….. was solls, ist doch schön hier!

Donnerstag muss ich mir ein paar Sachen besorgen, zum Glück machen die meisten Geschäfte trotz des Nationalfeiertages irgendwann mal auf. Nachmittags gibt’s eine Milonga im Cafe Berlin – endlich wieder Tangotanzen! Heute bin ich ein bisschen aufgeregt, es wird aber wie immer sehr nett.

Nun bleibt ein unerwarteter Tag in Nelson, den ich für eine größere Radtour nutzen möchte.  Samstag geht’s dann endlich weiter ….. die Wettervorhersage sagt: Sonnenschein an der Westküste ( ääähmja …… siehe oben! ) !!

 

 

Sunny Nelson

Am 30,01. verlasse ich mein schönes Hostel. Besitzerin Lyn ist wirklich toll und schafft eine so warme Atmospäre, dass mir der Abschied von Picton (!) fast ein bisschen schwer fällt. An der Bushaltestelle lerne ich Uschi kennen, die dreiundsechzig ist und erstaunlich jung wirkt. Sie reist alleine durch Neuseeland und quartiert sich wie ich in den Mehrbettzimmern der Hostels ein.

Diesmal hat der Bus richtig viel Verspätung, das gibt mir Gelegenheit, mir diese nette Bushaltestelle genauer anzuschauen und das eine oder andere Foto zu machen ( zu lassen ) :IMG_5545 (2)Das blaue Gepäckstück ist übrigens meine Kühltasche, mit sowas sind hier sehr viele Backpacker unterwegs …. wir Selbstkocherundnichtessengeher tragen darin unsere Lebensmittel von Hostelkühlschrank zu Hostelkühlschrank 😉 IMG_5552 (2)Die Busfahrt ist nicht allzulang, am  Nachmittag komme ich in Nelson an. Dass diese Gegend die sonnenreichste Neuseelands ist, habe ich vorher schon gelesen – der erste Eindruck stimmt, das Wetter ist einfach sommerlich wundertoll!  Mit  einem netten Iren laufe ich ne ganze Weile zu meinem neuen Hostel. Hier habe ich mich diesmal leider ziemlich vergriffen. Es ist nett, sauber und großzügig, aber die Horden lebhafter junger deutscher Menschen um die zwanzig gehen mir echt auf die Nerven…..

Abends bin ich mit Uschi verabredet. Ich schaue mir ihr schönes Hostel in der Innenstadt an. Dort wohnen am zweiten Wochenende im März viele Tangotänzer. An diesen drei Tagen treffen sich Tangueros aus ganz Neuseeland. Ich reserviere mir ein (Einzeljuchu)Zimmer und freue mich auf viel Milonga, hoffentlich jede Menge schöner Tänze und auf Angelika aus Devenport, die ich dort wiedertreffen werde.

Am Freitag, 31.01., sehen Uschi und ich uns gegen Mittag wieder, um eine kleine Wanderung zur Botanical Reserve zu machen. Von dort oben hat man einen tollen Blick auf Nelson und Umgebung:IMG_5571 IMG_5572 IMG_5579 (2)Außerdem sind wir genau in der Mitte von Neuseeland:IMG_5580 (2)Abends bleibe ich im Hostel, maile, skype und bin ganz froh, dass ich mir für den nächsten Tag ein ( völlig ) anderes Hostel organisiert habe. Es ist ganz, ganz klein ( nur 12 Betten ) und superfamiliär.IMG_5633Am Samstag, 01.02. bringe ich schnell meine Sachen ins Shortbread Cottage und geh ein bisschen in der Innenstadt bummeln. Heute ist Markttag, es gibt Obst, Gemüse, ganz viel Kunsthandwerk und jede Menge Straßenmusik. Nelson ist wirklich total nett!IMG_5592 (2)IMG_5588IMG_5599IMG_5608IMG_5605IMG_5569Mittags treffe ich mich wieder mit Uschi, wir mieten uns ein Fahrrad, um uns den Sporthafen und Tahunanui Beach, einen Strand, der etwas außerhalb liegt, anzuschauen.IMG_5609 IMG_5610IMG_5613 IMG_5612Auf dem Rückweg finden wir ein Cafe mit Traumterrasse:IMG_5622Und das ist Dame an Traumterrasse  😉IMG_5625 (2)Später möchte ich noch kurz in den Supermarkt, um Fisch zum Abendessen zu kaufen. Den Fingerhut voll Weinprobe lassen wir uns nicht entgehen 😉IMG_5632 (2)Abends heißt es für mich einleben ( wo liegen hier doch gleich die Messer? ), kochen, mit den neuen Mitbewohnern klönen und Reiseblog schreiben ….. schön, dass mir noch vier Tage Nelson bleiben.