Archiv des Monats: Januar 2014

Picton

Am Montag, 27.01. erreiche ich ganz pünktlich, aber reichlich müde ( Sonntag gab es einen wunderbaren Tanzabend für mich … schwelgdolle ) den Shuttlebus zur Fähre nach Picton. Leider lässt das Wetter zu wünschen übrig, aber wenigstens regnet es nicht. Ich hab Glück, ich werde nicht so schnell seekrank ….IMG_5381IMG_5384IMG_5392Die Fähre hat einen Aufenthaltsraum mit riesigen Fenstern, so kann ich schön schauen. Besonders freue ich mich auf die Einfahrt in die Marlborough – Sounds ( Fjorde ), von der ich schon so viel gehört habe. Und ja, es ist schön!IMG_5400 - KopieIMG_5404IMG_5411 - KopieIMG_5417Nach gut drei Stunden kommen wir in Picton an. Wenn ich mit dem Auto hier angekommen wäre – ich wär sofort (!) weiter gefahren. Was für ein Kaff! Aber erstens fremdel ich sowieso immer, wenn ich neu ankomme, und zweitens hätt ich auch ein bisschen was verpasst 🙂 IMG_5422Mein Hostel ist sehr nett, gemütlich und fast ein (kleines, supersauberes) Hotel. Es gibt einen Whirlpool im Garten, einen schönen Gemeinschaftsbereich und Kristina, die ich hier wiedertreffe. Nachmittags schaue ich mir den kleinen Ort an ( den ich immer noch ziemlich achneee finde – wie soll ich hier nur dreimal Schlafen rumkriegen …. ) und mache ansonsten nicht mehr viel.IMG_5424IMG_5425An nächsten Tag laufe ich einen von den Wegen, die man direkt vom Ort aus machen kann. Ich wandere zur Snout – Landspitze, was hin – und zurück viereinhalb Stunden dauert. Ein schöner Spazierweg, ab und an gibt’s einen netten Ausblick!IMG_5426 - KopieIMG_5433Abends sitze ich mit Martin aus Holland, ein bisschen älter als ich ist, zusammen. Wir teilen Wein und Salat und haben ein wirklich gutes Gespräch, was unterwegs eher selten ist. Meistens bleibt es bei Wo-kommst-du-her-wie-lange-bist-du-schon-unterwegs-wo-willst-du-hin. Manchmal ist das so beliebig, dass ich die Gespräche sofort wieder vergesse ( oder Mensch und das dazugehörige Gespräch verwechsle )

Am nächsten Morgen muss ich früh raus. Ich möchte einen Teil des Queen Charlotte Tracks in die Marlborough Sounds gehen. Diesen Track kann man in drei bis fünf Tagen, aber auch in einzelnen Abschnitten laufen. Ich lasse mich mit einem Wassertaxi zuerst auf die kleine Insel Motuara, ein Naturreservat bringen. Dort kann man viele Vögel beobachten, und es gibt sehr schöne Ausblicke. Der Tag ist einfach wunderbar ( 25 Grad, knallblauer Himmel )  – Glück gehabt!IMG_5449IMG_5464Und dieser Süße  erinnert mich an den kleinen Darwinfinken auf den Galapagos, der an genau gleicher Stelle saß 🙂IMG_5483

Was fällt an diesem Schild auf? In Neuseeland gibt es so viele öffentliche Toiletten ( immer absolut sauber und MIT Klopapier! ), dass eigens erwähnt wird, wenn es mal keine gibt 😉IMG_5478 - KopieNach einer Stunde werde ich von Motuara abgeholt, und zu dem eigentlichen Ausgangspunkt für die Wanderung gebracht. Es geht viereinhalb schöne Stunden bergauf und bergab durch Wald und feine Buchten. Ich bin heute nicht  gut drauf, hab wohl was gegessen, was mir nicht gut getan hat. Bewegung und die viele frische Luft sind richtig, am Nachmittag  kann ich schon wieder ganz entspannt im Gras liegen, Musik hören und auf das Wassertaxi warten, das die Wanderer zurück nach Picton bringt.IMG_5496 - KopieIMG_5495IMG_5498 - KopieIMG_5507 IMG_5505 - KopieAch ja, Musik hören – ich habe über ein halbes Jahr gebraucht, bis ich das wieder kann und mag.. Schule macht mich so geräuschempfindlich …….IMG_5524 - KopieIMG_5540Morgen geht’s weiter nach Nelson. Neue Stadt, neues Hostel, neue Leute. Wieder lernen, wo die Löffel liegen und was sonst noch so los ist. Ein bisschen Tango gibt es dort auch. Und Anfang März den Tangosommer …. ein Wochenende lang ganz viel Milonga. Ich glaub, das muss ich mitnehmen 🙂

Windy Welly und ziemlich gute Laune

Am 20.01. komme ich nach fünf Stunden Busfahrt, auf der mal wieder alles klappt wie am Schnürchen, in Wellington an. Ich rolle mein Köfferchen eine Weile am Wasser entlang und freue mich – die Stadt ist schön, windig und für eine Hauptstadt ziemlich klein ( 200 000 Einwohner ).IMG_5286IMG_5289IMG_5287IMG_5361Architektonisch gibt es viel Durcheinander, nichts passt zusammen. Ich finde das ganz gemütlich, und ab und an gibt es ein richtiges Schmuckstück: das ist der Bahnhof – ist der nicht schön?IMG_5282

Kaum habe ich mein Zimmer in der supergut geführten und supergroßen Jugendherberge bezogen ( und mir ein Upgrade vom düsteren  6er – Dorm mit schrecklichem Ausblick in ein 4 er – Dorm mit eigenem Bad und tollem!!! Blick in den Hafen verordnet habe ) bebt die Erde. Und zwar heftig, das ganze Gebäude schwankt. Ich finde es unheimlich, die Leute von der Rezeption nehmen es gelassen. Hoffentlich kommt da nichts mehr nach! Später erfahre ich, dass dieses Beben immerhin 6.2  auf der Richterskala stark war – ist wohl nicht nichts!

Und das ist der Blick aus meinem Zimmer – man kann es fast Millionärsblick nennen 🙂

Straßenlärm und schnarchende Mitschläferinnen muss man sich allerdings dazudenken …… IMG_5358

Nachmittags schaue ich mir ein bisschen Wellington an, abends holen mich Karin und Nadja, mit denen ich schon in Napier unterwegs war, ab. Wir gehen einen Wein trinken, sind aber alle müde. So wird es diesmal nicht so spät.

Leider wird die Nacht unangenehm, eine durchgeknallte Neuseeländerin in meinem Zimmer motzt rum und weckt alle auf. Seufz. Low Budget ist doch manchmal sehr low …..

Am nächsten Tag regnet es von morgens bis abends. Ich bleibe bis nachmittags in der Jugendherberge, organisiere meine Weiterreise, skype, schreibe emails. Nachmittags kämpfe ich mich durch Wind und Regen bis zum Museum für moderne Kunst, das wie viele Museen in Neuseeland keinen Eintritt kostet. Schade, dass ich nicht fotografieren darf ….IMG_5197IMG_5196Später stöbere ich ein bisschen durch die Boutiquen, die gibt’s hier schön und viel. Könnt mal was Neues gebrauchen. Nach fünf Monaten Immer-nur-die-gleichen-drei-Teile-anhaben sieht alles etwas …. nun ja …. schäbig aus. Andererseits ist es so auch ganz entspannt: die Frage, was ich heute anziehe, stellt sich für mich momentan nicht so 😉

Und ich geh früh ins Bett, bin so müde. Leider wird die nächste Nacht auch nicht besser. Es gibt zwei Heimkehrerinnen, die um zwölf wieder da sind, die vierte im Zimmer kommt sehr angeschlagen um halb fünf zurück. Seufz.

Am nächsten Morgen spaziere ich in den sehr schönen Botanischen Garten und lasse mich einfach ein bisschen treiben.

Besonders gut gefällt mir der Lady-Norden-Rose-Garden ( allein dieser Name ist doch schon klasse…. ).IMG_5218IMG_5231IMG_5224IMG_5227 (2) IMG_5228Meine Lieblingsrose ist auch dabei: IMG_5232Im Gewächshaus nebenan gibt’s eine andere Art von Rose 😉IMG_5241 IMG_5249Auf dem Weg zurück in die Innenstadt komme ich durch den Bolton Street Memorial Park, der eigentlich ein alter Friedhof ist. Roger hat mir in Auckland mal erklärt, dass die Neuseeländer viel Platz haben, und es keine Notwendigkeit gibt, die Grabstellen wie bei uns nach einigen Jahrzehnten neu zu vergeben. Ich mag alte Friedhöfe unheimlich gerne, und finde viele uralte Grabsteine aus dem 19. Jahrhundert. IMG_5250IMG_5251IMG_5256IMG_5264IMG_5273Auckland find ich schon sehr schön, Wellington gefällt mir noch besser. Auckland ist elegant, sehr modern und weltstädtisch. Wellington ist klein und gemütlich, dabei ein bisschen durcheinander. Ich fühle mich total wohl und kann das Unterwegssein und mein Michtreibenlassen absolut entspannt genießen. IMG_5362Abends gehe ich zum Tango, auch das ist höchstens zehn Gehminuten von meiner Jugendherberge entfernt. Die Milonga ist schön, und ich komme viel und auch richtig gut zum Tanzen. Beschwingt geht’s zur Herberge zurück, dort gibt’s mit Roland aus Heidelberg noch ein Glas Wein. In dieser Jugendherberge gibt es viele ältere Leute, auch viele Deutsche. Wir „Alten“ zwinkern uns wie aus einem Geheimbund stammend zu, und sich kennenzulernen ist nicht sehr schwer. Manchmal ist es schon fast unmöglich, mal in Ruhe eine Mail zu schreiben ….

Am 23.01. hol ich mir ein Tagesticket, mit dem kann ich den ganzen Tag auf bestimmten Strecken Zug fahren. Ich möchte mir Küste nördlich von Wellington anschauen. Und hier steige ich aus:IMG_5308Der Ort besteht aus ein, zwei Straßen und gaaaaaaaaanz viel wildem OzeanIMG_5313IMG_5309IMG_5323Ich mache einen langen Strandspaziergang und bin total glücklich. So viel Weite! Später fahre ich noch zwei Orte weiter, nach Waikanae. Da gibt’s ein bisschen mehr Ort, jede Menge Rentner und einen unglaublichen Strand.IMG_5333IMG_5336Nur die Insel Kapiti im Hintergrund stört ein bisschen das Juist-Feeling 😉

Es gibt hier so viele tolle ( menschenleere ) Strände! Und das kann man vom Zug aus sehen:

IMG_5345IMG_5350Abends holen mich Karin und Nadja mal wieder ab – wir wollen hoch in den Botanischen Garten, dort gibt es Live – Musik. Leider finden wir die Cable-car Haltestelle lange nicht und kommen reichlich spät oder genau genommen gar nicht an. IMG_5352Wir fahren mit der Bahn hoch, hören vom weiten die Musik und bleiben einfach dort, wo wir sind. Nadia spendiert ne Flasche Birnen – Cidre, es gibt viel Geblödel und jede Menge Mücken. Die beiden sind ehemalige Managerinnen aus dem Personalbereich, die ihren Job geschmissen haben, weil er nicht mehr gut tat. In vier Monaten Australien und Neuseeland wollen sie Abstand bekommen und sich später neu orientieren. Schade, dass die beiden morgen weiter reisen!IMG_5354Das mit dem Cidre ist übrigens ganz doll verboten, Wellington hat ein Alkoholproblem:IMG_5274Aber uns hat keiner erwischt 😉

Freitag bummele ich ein bisschen durch die Innenstadt, bin aber am Schwächeln ( der viele schlechte Schlaf ) und brauche eine Siesta. Abends steht wieder Tango auf meinem Programm. Heute ist es eher eine Praktica, ein Übungsabend. Wieder ganz in meiner Nähe und wieder absolut nett und total lustig.

Und jetzt gibt es nur noch zwei Tage Wellington, das ist nicht viel …..

Neuseeland gefällt mir so sehr. Heute habe ich mich bei dem Gedanken ertappt, dass ich hier leben könnte ( wenn ich denn irgendwo anders als in Bremen leben wollte – was ich nicht will ). Es ist nicht nur entspannt, herzlich und sicher hier, sondern einfach schön.

Montag morgen geht meine Fähre auf die Südinsel. Bei gutem Wetter ( das ist wieder ein anderes Thema …. ) muss die Fahrt durch die Fjorde ein Traum sein. Ich bin so gespannt!

 

 

Napier

Von Taupo aus fahre ich am 18.01. an die Ostküste, nach Napier. Napier ist bei dem schlimmen Erdbeben von 1931 komplett zerstört und anschließend in einem Art Deko – Stil wieder aufgebaut worden. Es gibt eine Fußgängerzone, Straßencafés und viele nette Läden. Außerdem liegt der Ort wunderschön an einem langen Strand.IMG_5133 IMG_5138 IMG_5182IMG_5128IMG_5129Und das ist mein Hostel in absolut zentraler Lage und höchstens drei Minuten vom Strand entfernt:IMG_5183 IMG_5185 IMG_5186Dorm und vor allem die sanitären Anlagen sind nicht ganz so berauschend, aber der Aufenthaltsraum ist  einfach der Hammer! Und der Weihnachtsbaum blinkt unermüdlich vor sich hin …….

Heute Abend treten die beiden Australierinnen, die ich auf den Fidschis kennen gelernt habe, in Napier auf. In meinen ersten Napierminuten treffe ich die Beiden zufällig  auf der Straße. Großes Hallo, große Freude. Leider findet das Konzert außerhalb statt. Es gibt keinen Bus, ein Taxi würde hin – und zurück 160 Dollar kosten, und mitnehmen können sie mich nicht. So schade. Na, vielleicht klappt es dann an anderer Stelle. Stattdessen lerne ich Karin und Nadia kennen, zwei nette deutsche Frauen, mit denen ich einen ziemlich lustigen Abend habe.

Am nächsten Morgen gibt es das für mich – endlich mal wieder die Möglichkeit, richtige Bahnen zu schwimmen! Der Blick auf den Ozean macht’s genial. IMG_5140Später leihe ich mir für vier Stunden ein Fahrrad – es gibt schöne und gut ausgebaute Radwege hier. Ich fahre eine ganze Weile am Meer entlang – das erste Mal im Linksverkehr. Den musste ich auch schon im Schwimmbad beachten – hier schwimmt man nicht hin – und zurück, sondern in Runden. Als Fußgängerin finde ich den Linksverkehr immer noch sehr gewöhnungsbedürftg. Ich bin schon oft angehupt worden oder beinahe vor ein Auto gelaufen. Seufz.IMG_5141IMG_5144Inzwischen habe ich mir Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von 70 ( gibt das wirklich? ) gekauft. Die Sonne ist hier unheimlich stark, alle tragen einen Hut und eincremen ist selbstverständlich.IMG_5152 Hey, hier ist richtig Hochsommer, der Tag ist sonnig und warm!IMG_5158Auf meiner Karte ist etwas landeinwärts ein Café eingezeichnet, das wär ein schönes Ziel. Ich fahre an Obstplantagen und Weinfeldern vorbei. In dieser Gegend wird viel Wein angebaut ( der neuseeländische Wein ist absolut lecker ), von Napier aus kann man diverse Weintouren buchen. IMG_5159IMG_5162Endlich kommt ein Hinweisschild: Café in 700m ….. juchu. Ich hab mir zwar was ganz anderes vorgestellt, finde meine Kaffeepause mitten im Weinfeld dann aber doch sehr nett.IMG_5165IMG_5168IMG_5169 IMG_5167Auf dem Rückweg fällt mir dieses nicht sehr beruhigende Schild auf – fragt sich nur, was man machen soll, wenn man eine frisky Kuh trifft?IMG_5161Und: es gibt doch nette Fahrradständer!IMG_5176Nachmittags ist Ausruhen angesagt, abends geht’s mit den beiden lustigen Frauen noch ein bisschen los. Napier ist als Zwischenstation sehr nett, lange bleiben muss ich nicht. Den Bus nach Wellington hab ich schon gebucht, morgen früh geht’s los. Ich freu mich auf die Stadt, Kultur, und wenn ich Glück habe, auch auf ein bisschen Tango. Eine Woche möchte ich bleiben, danach geht’s auf die Südinsel.

Taupo

Am 15.01. mache ich mich von Rotarua aus auf den Weg nach Taupo. Die Fahrt ist nicht lang, nach einer Stunde kann ich schon wieder aussteigen. Ich erkundige mich im I-Site ( die Touristeninformation, die es hier an jedem Ort gibt und superhilfreich ist ), wo ich mein Hostel finde, und mache mich auf den kurzen Weg. Nachmittags schaue ich mir den Ort an, der ziemlich nichtssagend ist, aber wunderschön an dem größten See Neuseelands, dem Lake Taupo, liegt.

In einem Laden sehe ich die superleichten Schuhe, die ich schon in Deutschland haben wollte, aber zu denen ich mich nicht so recht durchringen konnte. Hier sind sie auch nicht billiger, aber der Verkäufer meinte, dass man Schuhe, die man anderen Ende der Welt immer noch haben will, einfach kaufen MUSS. Recht hat er 🙂IMG_5002Abends hilft mir Beth, die Hostelbesitzerin, einen Platz in dem Shuttlebus zum Tongorino Wanderweg zu buchen. Schlechtes Wetter ist angesagt, es ist nicht sicher, ob man die Strecke laufen kann. Am nächsten Morgen rufe ich um fünf die Hotline an, es gibt grünes Licht, juchuu. Der Tongorino Alpine Crossing ist eine sehr bekannte Ein-Tageswanderung ( 20 km ) durch vulkanisches Gebiet. Die Wanderung soll in sieben bis acht Stunden zu schaffen sein.

Aus meinem Hostel  hat sich noch Kristina, eine junge Deutsche, die gerade mit ihrem Studium fertig ist, angemeldet. Sie ist auch ein bisschen aufgeregt, und wir freuen uns beide, dass wir nicht alleine laufen müssen. Ich bin mir vorher nicht sicher, ob ich mir nicht ein bisschen zu viel vornehme – ich bin nach der Fidschihängerei nicht besonders fit, und ja auch nicht wirklich höhentauglich. Einmal losgelaufen muss man durch, abgeholt wird man an anderer Stelle. IMG_5013Es geht durch Lavafelder, und nach einem ziemlich anstrengenden, einstündigem Aufstieg mitten durch einen Krater:IMG_5020IMG_5021Nach der total beeindruckenden ( und ganz ebenen ) Kraterdurchquerung kommt der Aufstieg zum höchsten Punkt der Wanderung, zum Red Crater. Es wird so windig, dass ich meinen Hut festbinden muss ( ja, ich weiß, aber hier kennt mich ja keiner! )IMG_5025Und das ist Kristina 🙂IMG_5028Und es ist so so so toll!!!IMG_5032IMG_5029IMG_5035Und das ist das absolut ätzende letzte Stück bis zum Gipfel. Inzwischen ist es so windig ( und kalt ) geworden, dass ich an manchen Stellen der Gratwanderung Angst habe, umgeweht zu werden. Wir müssen über Geröll steil bergauf, ich schaue weder nach links noch nach rechts und versuche, nicht daran zu denken, dass ich steile Abhänge eigentlich nicht mag. Fotos machen geht bei diesem Wind auch nicht wirklich …….IMG_5033Aber dann kommt die Belohnung! Gleich hinter dem Gipfel gibt es die tollste Aussicht aller Zeiten ( und Windschatten )! Der Abstieg ist eher ein „Abrutsch“, Halt hat man nicht viel. Viele der gut ausgerüsteten Wanderer sind mit Stöcken unterwegs, aber auch die Turnschuhfraktion kommt irgend wie runter. IMG_5039IMG_5044An diesen wunderbaren  Vulkanseen ( Emerald Lakes ) und nach dreieinhalb Stunden Wandern ist jetzt für viele eine kleine Frühstückspause angesagt. IMG_5052IMG_5048IMG_5050Es ist nicht immer so ganz einfach, die Landschaft ohne Menschen zu fotografieren ….. auf diesem Weg sind wirklich viele Leute unterwegs. IMG_5031IMG_5055Auch später gibt es stürmische Streckenabschnitte, einmal muss ich mich an einem Fels festhalten und eine Böe abwarten, bis ich in den nächsten Windschatten laufen kann.

Und dann sehen wir noch das:IMG_5061Hey, der raucht ja! IMG_5069

Jetzt geht’s zwei Stunden und viele, viele Stufen bergab, was ganz schön in die Beine geht. Die Vegetationszonen wechseln schnell, die letzten Kilometer laufen wir durch einen sehr schönen Wald.IMG_5070IMG_5077IMG_5078IMG_5079Nach ziemlich genau sieben Stunden kommen wir am Ziel an:IMG_5082Wir sind beide total glücklich und auch sehr stolz. Glücklich, dass es so schön war, und stolz, dass wir es so gut geschafft haben. Ich spüre zwar die Anstrengung, bin aber weniger kaputt als befürchtet und scheinbar nicht kaputter als das ganze Jungvolk, dass so nach und nach ankommt und mit uns noch ein Weilchen auf den Shuttlebus warten muss.

Den restlichen Tag ist duschen und ausruhen angesagt. Ich bin um neun im Bett und schlafe ziemlich gut!

Kristina und ich haben uns gut verstanden, und so beschließen wir, am nächsten Vormittag gemeinsam zu den Wasserfällen ( Huka Falls ) zu laufen. Das ist ein vergleichsweise kleiner Spaziergang am Ufer des Waikato Rivers entlang.IMG_5084 IMG_5085Unterwegs kommen wir an einer Badestelle vorbei. Hier fließt eine heiße Quelle in den Fluss hinein. Vielleicht spring ich auf dem Rückweg mal rein …..IMG_5087 Nach einer Stunde erreichen wir die Huka Falls:IMG_5090 IMG_5096 IMG_5099

Und auf dem Rückweg muss das dann einfach sein – meine Schätzung: 40 Grad!!IMG_5110 (2)Mittags ist für mich ist eine kleine Siesta und Packen angesagt. Am späteren Nachmittag habe ich einen Segelausflug auf dem Lake Taupo gebucht – ich möchte die Maori-Felsen sehen, die man nur vom Wasser aus sehen kann. Ein Künstler hat die 10m hohen Darstellungen vor 40 Jahren in den Felsen geritzt. Leider kann die Segeltour wegen des starken Windes nicht stattfinden.IMG_5122

Ich bin trotzdem zufrieden. Mein Aufenthalt in Taupo war toll. Morgen gehts nach Napier an die Ostküste.

 

 

Rotorua

Am 12.01. zeigt mir Roger morgens den Markt von Avendale, es gibt Obst- und Gemüse sowie jede Menge  Flohmarktartikel. Den weiteren Vormittag bin ich mit Packen und Aussortieren beschäftigt. Das Packen dauert wie immer lange.  In den Hostels gibt es  wenig Platz, die Sachen bleiben einfach eingepackt. So kann ich unterwegs nicht lange wühlen oder um mich rümpeln, für jedes Teil gibt es einen festen Platz in der Tasche und ist so ( mit Glück ) in einem Griff zu finden.

Der Abschied von Roger, Miriama und den Kindern fällt nicht schwer, denn ich darf wiederkommen. Was für ein Glück! Ich lasse einige Sachen in Auckland, die ich später wieder abholen kann. Und ganz lieberweise werde ich sogar zum Bus gebracht – freudolle.

Und so sieht Busfahren in Neuseeland aus – das Foto entstand kurz hinter Matamata ……  ( Hobbitcity )  – hier in der Nähe ist der Kleine Hobbit gedreht worden.IMG_4838Das Busfahren in Argentinien ist übrigens deutlich bequemer, aber dort sind die Strecken auch deutlich länger: ich bin schon  in gut  vier Stunden an meinem heutigen Tagesziel angekommen: Rotorua.

Rotorua ist ein Ort, der von den Maoris verehrt wurde, 35% der Einwohner sind auch heute noch Maoris. Rotorua ist ( laut Reiseführer ) Neuseelands dynamischste Thermalgegend, es gibt Geysire, Thermalquellen und brodelnde Schlammtümpel. Und soll die touristischste Stadt der Neuseeländischen Nordinsel sein. Ich steige aus dem Bus und rieche gleich die Schwefelquellen: Es riecht nach faulen Eiern!

Ich laufe zu meinem Hostel, ziehe ein, schaue mir kurz den Ort an, gehe Lebensmittel einkaufen. Bislang bin ich in Neuseeland ja so lecker ohne große Eigenleistung verpflegt worden ( danke!!!! ), jetzt heißt es Lebensmittel zu studieren – das macht zur Abwechslung auch Spaß. Manches gibt es wirklich überall ( Nutella, Ü-Eier und noch viel mehr ), anderes kenne ich gar nicht und muss rätseln.

Ich wohne im Vierer – Dorm, mit mir eine Schweizer Familie Die Tochter ist so Mitte zwanzig, und die Eltern … juchu, ich bin die zweitjüngste in unserem Zimmer 🙂

Die Zimmer sind groß, die Küche super eingerichtet, die Gäste sind sehr gemischt – vom Abiturienten bis zum Rentner ist alles vertreten. Entweder reisen hier einfach mehr Ältere, oder Neuseeland ist so teuer, dass auch ältere Menschen in die Dorms wollen. Na, mir soll es recht sein. Hauptumgangssprache im Hostel ist ….. deutsch.

Am nächsten Morgen fahre ich mit dem Stadtbus in das Whakarewarewa Thermal Village, am Ortsrand von Rotorua gelegen. IMG_4846IMG_4841Das Village ist ein Maoridorf, in dem auch heute noch Maoris  so wie früher leben. Die Besucher werden in Gruppen herumgeführt, man erfährt von dem Leben der Maoris sowie der Bedeutung der dampfenden, blubbernden Tümpel.  Die Führung ist natürlich auf englisch, ich verstehe ganz gut und finde die Bedeutung der heißen Quellen und Tümpel sehr interessant. Es wird in der Erde und auch in dem heißen Wasser gekocht. Manche Quellen haben eher Badetemperatur, die Mineralstoffe im Wasser sollen gut gegen Arthrose und Hautprobleme sein. Die Erde ist an manchen Stellen so warm, dass es mir in meinen Wanderschuhen viel zu heiß wird ….IMG_4842IMG_4860In diesem Tümpel wird gerade ein Beutel mit Maiskolben gekocht – schemenhaft in der Mitte des Bildes zu erkennen …….IMG_4854IMG_4843Am Ende des Rundganges gibt es noch eine Vorführung für die Touristen. Ich bin keine große Freundin von solchen Vorführungen, aber nun gut ……IMG_4872Als später die Zuschauer zur allgemeinen Gaudi auf die Bühne gebeten werden, verdrücke ich mich und laufe die kleinen Wanderwege lang.IMG_4856 IMG_4870Nach einer kleinen Siesta im Hostel schaue ich mir den Kuirau-Park direkt im Ort an. Auch hier: heiße Quellen und viele, viele dampfende ( manchmal schlammige ) Blubberlöcher:IMG_4895IMG_4876IMG_4906IMG_4907Es gibt schwefelige Warmwasserbecken, in denen man ganz entspannt seine Füße baumeln lassen kann:IMG_4901IMG_4899Später schaue ich mir noch Ohineutu, ein Maoridorf am Seeufer, und die Kirche an, die mit kunstvollen Maori-Schnitzereien geschmückt ist.IMG_4921IMG_4922Und dann gibt’s hier  Straßenschäden, aus denen einfach heißes Wasser rausblubbert … unglaublich!IMG_4919Abends bin ich gemütlich im Hostel – wie die meisten anderen Bewohner auch. Rotorua als Ort bietet nicht so viel. Die Stadt ist unheimlich touristisch und nicht besonders sehenswert, liegt aber sehr schön an See, Wald und Park. Es gibt viele Souvenirläden, einige Outdoorausstatter, unheimlich viele Motels und Hostels, Restaurants und Bars. Mir fällt auf, dass ich kein einziges Foto vom Ort habe. Nun ja, wird wohl einen Grund haben 😉

Und: in den ersten Tagen nach Chile  habe ich nur den neuseeländischen Wohlstand sehen können. Hier sehe ich jetzt auch die Armut. Menschen, denen es ganz offensichtlich nicht gut geht, die in Mülleimern nach alten Kippen oder anderem suchen ……

Am nächsten Morgen stehe ich früh auf – mir ist nach Bewegung. Ich fahre etwas außerhalb zum Redwood Forest. Alles ist touristisch aufbereitet, es gibt ein Informationszentrum und verschieden lange Routen für Wanderer, Mountainbiker und Reiter. Da ich weder Bike noch Pferd habe, möchte ich die gelbe und anschließend die grüne Strecke laufen.IMG_4930IMG_4931Zwischendurch gibt es tolle Aussichtspunkte, von einem kann ich auf das Maoridorf von gestern schauen, und sehe jetzt endlich den Geysir Puhuto in Aktion!IMG_4941IMG_4938 Das Wandern ist toll …..  ich glaub, seit Bariloche gab es das nicht mehr für mich! IMG_4957IMG_4950Leider muss ich feststellen, dass fast bewegungslose Dümpelwochen auf den Fidschis nicht wirklich fitter machen 🙂

Zwischendurch gibt es ein kleines Picknick ( den Schweizer Biber hab ich von meinen Mitbewohnern geschenkt bekommen – der ist so gehaltvoll, dass ich nicht viel mehr brauche – das meiste geht also wieder mit zurück ….. )IMG_4946IMG_4996 Nachmittags gegen halb vier und zwanzig Kilometer später bin ich wieder im Hostel. Zufrieden, müde und mit …… Sonnenbrand im Gesicht. Trotz 30er Sonnencreme und Fidschisonnenwochen im Gesicht. Mist! Nicht aufgepasst!

Morgen geht’s weiter Richtung  Süden!

 

 

Jetzt aber! Neuseeland!!

Am 6.1. heißt es Abschied nehmen. Schon am Abend vorher mache ich es mir ganz besonders. Ich habe heute so gar keine Lust auf Small-Talk an den großen Tischen im Restaurantbereich und überrede die Bedienung, mir das Abendessen in der Coconut-Bar am Strand zu servieren. So genieße ich Sonnenuntergang und ein wunderbares 3-Gänge Menü. Ach, ist das schön!IMG_4696Am nächsten Tag gehe ich  gleich morgens früh zum Yoga, packe meine Sachen und schenke mir einen Massagetermin. Ach, ist das schön!

Irgendwann am Nachmittag kommt der Yasawa – Flyer vorbei, um die Touristen abzuholen. ich gehe ohne Abschiedsschmerz – es ist Zeit für was Neues, bitte nicht ganz so heiß! Vor der Abreise noch schnell der Beweis: Hasi ist immer noch dabei!IMG_4712

In Nadi angekommen, werden alle und so auch ich mit dem Bus in die jeweiligen Hostels gebracht. Unterwegs kann ich auch wieder einen Blick auf das wirkliche Fidschi werfen.

Über die Feiertage waren in den Resorts auch einige Urlauber, die auf den Fidschis leben und dort arbeiten. So habe ich eine junge Ärztin aus Argentinien kennen gelernt, die in Suva in einem Krankenhaus arbeitet. Sie hat mir viel von der Armut erzählt, den Infektionskrankheiten, schrecklichen hygienischen Bedingungen und ihren Problemen, mit alledem klarzukommen. Kennen gelernt habe ich Fidschi nicht wirklich …… nur die Bilderbuchreiseprospektwelt, zum Ausruhen ist es genau richtig. Für mehr eher nicht.

In meinem Hostel angekommen, freue ich mich sehr, dass es für ein privates Zimmer mit eigenem Bad eine Stornierung gibt – juchu, es ist was frei, ich muss nicht in den Dorm! Ich habe für zwei Nächte richtig Ruhe, nach 15 Nächten Schlafsaal und Gemeinschaftsbad kann ich das sehr genießen!

Abends sitzen wir zu mehreren zusammen und erzählen. Ich lerne Claudia und Ingo kennen, die seit über einem Jahr mit dem Motorrad durch Nord- und Südamerika fahren und jetzt weiter nach Australien wollen. Mit dabei ist auch Carsten, den mir schon mehrmals auf den Fidschis begegnet ist. Hey, in dieser Runde sind alle Ü40, diese Abwechslung find ich richtig gut!

Am nächsten Morgen fahre ich sehr früh mit dem Bus in die Innenstadt von Nadi. Ich möchte ein paar Mitbringsel besorgen. Den restlichen Tag warte ich darauf, dass selbiger möglichst bald vorüber geht … die Hitze ist hier im Ort auf der Hauptinsel noch unangenehmer. Es gibt tropische Regenfälle und anschließend: gratis Sauna 🙂

Am Mittwoch, 8.1. bin ich früh genug am Flughafen, um dem Mitarbeiter der New Zealand Airline mühsam und sehr langwierig davon zu überzeugen , dass mein Ticket in Ordnung ist ( wir waren sehr unterschiedlicher Meinung ). Der Rest der Reise verläuft problemlos. In Auckland werde ich lieberweise wieder von Roger abgeholt – das ist so schön!

Abends verabrede ich mich mit Angelika, die kurz vor Weihnachten beim Tanzen kennen gelernt habe. Wir gehen zusammen auf die kleine Mittwochsmilonga ins Café Limon. Die meisten der Tänzer kenne ich noch vom letzten Mal.

Donnerstag kümmere ich mich ein bisschen um meine Weiterreise.  In der Touristeninformation besorge ich mir ein Ticket für den Flexi-Bus. Man kauft dafür eine bestimmte Zahl von Fahrtstunden, die man innerhalb eines Jahres abgefahren haben muss. Welche Punkte man wann ansteuert, bleibt einem selber überlassen. Außerdem hilft mir die nette, junge und sehr geduldige Frau am Schalter, mein Handy auf eine neuseeländische Sim-Karte einzustellen und die neue Nummer registrieren zu lassen..

Und ich stelle mal wieder fest: Neuseeländer sind unheimlich freundlich und hilfsbereit.

Nachmittags mache ich mit Roger einen Ausflug an die Westküste. Ungefähr eine Stunde Fahrzeit von Auckland entfernt liegt Piha. Schon die Fahrt durch den Waitakere Ranges Regionalpark ist wunderschön. Der Strand von Piha ist grandios:IMG_4718IMG_4720IMG_4723IMG_4737IMG_4742IMG_4750Hey, hier ist es wild und windig, das Baden gefährlich, die Luft frisch ….. also, wenn die Berge nicht wären, könnte es fast an der ääääh, nein, das schreibe ich jetzt nicht! 🙂

Ich find es jedenfalls absolut toll! Wir machen einen langen Strandspaziergang. So schön!

Auf dem Rückweg halten wir an einem Informationszentrum, das leider schon geschlossen hat. Zu schauen gibt es trotzdem eine Menge!

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Am Freitag stehe ich sehr früh auf. Angelika will mich an der Fähre in Devenport abholen, wir wollen gemeinsam ein Stück an der Ostküste gen Norden fahren. Auch das ist bombastisch. Wohin man hier auch schaut: es ist einfach wunderschön!IMG_4770 (2)IMG_4776IMG_4765IMG_4788IMG_4792Hier lebt ( urlaubt ) man am Wasser, im Wasser, auf dem Wasser…..IMG_4775IMG_4785„Schlittenfahren“ geht hier auch ….. die Kinder rutschen auf ihren Bodyboards die Dünen runter:IMG_4793IMG_4794irgendwann raff ich mich auf und teste die Wassertemperatur …… aber noch bin ich an Fidschitemperaturen gewöhnt und komm nicht allzu weit. Ist ganz schön frisch!IMG_4797Gefahren sind wir bis zum Langs Beach kurz hinter Mangawhai Heads.  Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Rückweg, auch hier: alles schön, schön, schön.IMG_4801IMG_4803 (2)Bei Angelika gibt’s Abendessen, danach ist Aufbretzeln und Freitagsmilonga angesagt. Heute komme ich ganz viel zum Tanzen und freue mich darüber sehr. Die Tangoszene in Auckland ist so klein und familiär, dass auswärtige Gäste während der allgemeinen Ansagen offiziell begrüßt und vorgestellt werden. ( This is Zabiiiiin from Germany…… )

Ich kann bei Angelika übernachten, was ausgesprochen nett ist. So können wir nach der Milonga noch ein bisschen zusammen sitzen, erzählen, was trinken.

Dieser Tag ist einfach perfekt: ein toller Ausflug, gute Gespräche, leckeres Essen und dazu ein paar schöne Runden Tango!

 

 

 

 

 

Waya Island

Am 2.1.2014 verabschiede ich mich von Nacula Island. Für die nächsten vier Tage quartiere ich mich auf Waya Island im Octopus – Resort ein. Fahre also mit dem Yasawa – Flyer zweieinhalb Stunden Richtung Nadi,  vor Waya werde ich zusammen mit ein paar anderen mit einem kleinen Boot abgeholt und an den Strand gebracht. Hatte ich eigentlich schon geschrieben, dass es auf den Yasawas keine Straßen ( und folglich auch keine Autos ) gibt?

Hey, hier sind ja richtige Wellen! Und: die Sonne sinkt beim Untergehen ins Meer ( wie schön! ) und verschwindet nicht einfach hinter einem Berg ….. IMG_4642

IMG_4638 IMG_4637In Fidschi ist es morgens sehr früh oder am Abend am schönsten, der Sternehimmel ist einfach fantastisch. Tagsüber zwischen elf und fünf sucht man ( also ich ) sich besser einen Schattenplatz und bewegt sich so wenig wie möglich. Zum Glück hab ich mir genügend Bücher auf meinen Reader geladen – umblättern geht gerade noch.

IMG_4639 IMG_4691So schön das alles ist: Südseeparadiese fangen an, mich etwas zu langweilen ( außer: unter Wasser – Schnorcheln und Tauchen sind einfach toll, toll, toll! ).

Ich freue mich auf Neuseeland, frische Luft und etwas mehr Aktion.

Um nicht ganz in tropische Lethargie zu verfallen, melde ich mich am 3.1. zu einer geführten Wanderung auf einen Berg an. Sportliche Fitness ist Voraussetzung. In der Gruppe sind lauter langbeinige, supersportliche Menschen unter dreißig. Und ich. Nun ja.

Der Guide sieht aus wie ein äthiopischer Marathonläufer und nimmt leider wenig Rücksicht auf Menschen, die nicht ganz so schnell sind. Ich muss zugeben, ich bin vor dieser Tour gewarnt worden und schon vorher ziemlich sicher, dass ich nicht die ganze Strecke laufen ( klettern ) möchte. Auf eine der beiden Bergspitzen soll es gehen:IMG_4633Der Guide rennt in einem ziemlichen Tempo, nicht nur ich bin bei der Hitze ganz schön am Schnaufen. Ab und an gibt’s dann doch mal eine kleine Pause:IMG_4614Nach einer guten Stunde steil bergauf kommt die erste richtige Kletterstelle:IMG_4615Hier dreh ich um und lasse die Gruppe Gruppe sein ….. der Rückweg hat es auch schon ganz schön in sich. Aber jetzt hab ich Zeit, ein bisschen zu schauen und das eine oder andere Foto zu machenIMG_4628IMG_4624IMG_4627An den nächsten Tagen nehme ich an einer Schnorcheltour teil, gehe jeden Tag zum Yoga ( das wird hier angeboten, juchu! ), schnorchle direkt am Strand ( es gibt ein paar Schwimmzüge entfernt eine wunderschöne Korallenbank, leider kann man nur bei Hochwasser schnorcheln gehen ) und liege ansonsten ziemlich träge rum. Abends bestaune ich mit einem Glas Wein in der Hand den südlichen Sternenhimmel und finde das Leben schön.

Morgen geht’s zurück nach Nadi und dann auch bald wieder nach Neuseeland. Die Zeit hier auf den Yasawas war schön, und ich freu mich, dass ich Südsee und Paradies kennen gelernt habe. Aber nun reichts!

Für die vielen langen mails zu Weihnachten und/oder Silvester tausend Dank ….. über jede habe ich mich riesig gefreut! Bin mit den Antworten etwas im Rückstand – hier ist Fidschi-Tempo angesagt 😀

 

31.12.2013

IMG_4493Der letzte Tag im Jahr 2013 ist ein ganz besonderer Tag für mich. Ich stehe morgens schon weit vor sechs, also noch im Dunkeln, auf, weil ich den Sonnenaufgang vom Berg aus sehen möchte. Außerdem will ich diesmal bis zur höchsten Stelle laufen, letztes Mal habe ich mir das steile letzte Stück erspart. In der Bar warte ich auf das erste Tageslicht, der Nachtwächter kocht mir einen Kaffee. Und dann geht’s los. Ist das schön!IMG_4494IMG_4522 IMG_4530 IMG_4533 IMG_4537Schweißgebadet, aber sehr zufrieden, komme ich nach einer Stunde bergauf am höchsten Punkt an. Dass es schon am sehr frühen Morgen so heiß ist …..IMG_4541 (2)Am späteren Vormittag habe ich eine  zweite kleine Taucheinweisung im Pool. Vor ein paar Tagen habe ich mit dem Managerpaar zu Abend gegessen. Die beiden meinten, dass ich unmöglich Fidschi verlassen kann, ohne getaucht zu haben. Schon beim Schnorcheln finde ich es sehr gewöhnungsbedürftig, nur unter Wasser zu atmen. Hm. Na gut, ich kann’s ja mal versuchen.

Der Mann in der Mitte ist Aki, einer der Tauchlehrer.photoDSC_0075DSC_0085 Nachmittags gehe ich mit Aki vom Strand aus weit ins Wasser und schaue mir die Korallenbänke genauer an. Da ich ihm vorher gestehe, dass ich Angst habe, tauchen wir die ganze Zeit Hand in Hand. Mich beruhigt das sehr und so komme ich mit dem Atmen ziemlich gut zurecht. Und es lohnt sich so, die Korallen sind einfach unglaublich!! Ich freu mich, dass ich mich getraut habe und überlege später, ob ich nicht mal richtig tauchen lernen möchte ( dann aber besser in einer Sprache, die ich gut verstehen kann….. ).

Nachmittags geht’s mir nicht so gut. Silvester ist ja nicht mein Tag, auch zu Hause nicht. Ich habe wahlweise schlechte Laune oder fühle mich alleine, manchmal auch beides. Heute fühle ich mich hauptsächlich alleine. In den letzten Tagen haben die Leute nach und nach gewechselt, nun sind vorwiegend Familien und Paare da, Deutsch oder Spanisch spricht niemand mehr. Mit ziemlichen Grausen denke ich an das große Silvestermenü mit anschließender Party, überlege, ob ich nicht besser schwänzen sollte. Später treffe ich Madge, eine ältere Dame aus Australien und erzähle von meinem Unbehagen. Madge ist auch ein bisschen traurig, sie reserviert einen Tisch und sorgt später dafür, dass wir sehr nette Unterhaltung haben:IMG_4566Auf dem Bild rechts von Marge sitzen zwei tolle Australierinnen, die zusammen professionell Musik machen ( und demnächst in Auckland auftreten, vielleicht schau ich mal vorbei ). Amy hat außerdem ab Mitternacht Geburtstag, und so gibt es Grund zum Feiern und zum Anstoßen. Marge erzählt von Woodstock, ich verstehe nicht alles, habe aber ein lustiges Dinner. Es gibt Live – Musik, und am späteren Abend wird viel getanzt.IMG_4567 IMG_4572Marge entpuppt sich als Partyfeger, und auch ich tanz viel und ausgelassen, hier kennt mich ja keiner 😉

Mitternacht gibt es Feuerwerk am Strand, ein paar Tränen, später noch mehr Wein und noch mehr Tanz, irgend wann landet jeder mal im Pool ( sträuben hilft nichts, manchmal ergibt man sich besser seinem Schicksal und macht einfach mit….). So hab ich entgegen aller Befürchtungen eine ziemlich lustige Silvesternacht.

Am nächsten Tag werde ich gefragt, wie es meinem Kopf geht. Ich hab beschlossen, einfach nicht darüber nachzudenken, warum man mich das fragt……

Wie es meinem Kopf geht? Na geht so.

IMG_4574 (2)Und das gab´s am letzten (Abschieds-) Abend auf Nacula – Island ….. den schönsten Sonnenuntergang überhaupt 🙂IMG_4583 IMG_4594