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Waiheke und Abschied von Neuseeland

Den 18.03. verbringe ich fast nur ( aber schwer beschäftigt ) im Haus von Roger und Miriama. Wäsche waschen, Sachen aussortieren, ein Paket nach Deutschland vorpacken, Koffer und Rucksack abwaschen, den Ausflug nach Waiheke planen, ein Hotel in Singapur suchen und buchen und noch ziemlich viel mehr.

Solche Tage müssen sein, und es ist toll, dass ich mich hier nach Herzenslust ausbreiten kann. Danke euch sehr!

Und 60 Sekunden nach meiner Ankunft sieht es so aus:IMG_7764Am nächsten Tag stehe ich früh auf, ich möchte nach Waiheke. Das ist eine kleine Insel, 35 Fährminuten von Auckland entfernt. Waiheke war früher ein Aussteiger- und Hippieparadies. Mittlerweile ist diese wunderschöne Insel von wohlbetuchten Neuseeländern entdeckt worden, was man leicht an den vielen Villen in traumhafter Alleinlage erkennen kann.

Waiheke hat ein warmes, trockenes Klima und ist bekannt für seine guten Weine. So gibt es viele Tagestouristen, die für eine Weintour von Auckland aus anreisen. Und: Waiheke ist wunderschön!

IMG_7769 IMG_7770Ich kaufe als erstes ein paar Lebensmittel ein und mache mich auf die Suche nach meinem Hostel. Angeblich liegt es nur 35 Gehminuten vom Fähranleger, ich würde es eher 135 Minuten nennen ( und DAS ist typisch für Neuseeland – entweder gehen neuseeländische Uhren anders oder die Gehzeiten berechnen sich nach der Luftlinie…. ). Zum Glück habe ich nur meinen kleinen Tagesrucksack dabei, aber der Weg zieht sich trotzdem ganz schön.

Ja, wo ist denn das Hostel?

IMG_7771IMG_7824IMG_7823Aber irgendwann und nach fünfmaligen nach dem Weg fragen ( das kann ich inzwischen, nur verstehe ich die Antwort nicht immer so ganz genau ) komme ich an. Mein kleines Zimmer ist ganz schön, das restliche Hostel bzw. seine Bewohner sind äääh …. doch sehr Hippie. Das erinnert sehr an längst vergangene Zeiten, nur gehöre ich nicht mehr dazu. ( gut so!!! ). Die Jungs und Mädels machen einen ziemlich bekifften Eindruck, hängen träge rum und müllen den langen Esstisch ziemlich voll.

Ich mach, dass ich schnell weiterkomme. Mit meinem Tagesticket für den Bus kann ich so viel rumfahren wie ich möchte. Als erstes habe ich mir Onetangi ausgeguckt, das an der Nordküste liegt. Ich warte eine ganze Weile auf den Bus, der einfach nicht kommen will. Irgendwann beschließe ich, zu trampen ( Neele, das macht man wirklich nicht !!! ) : diesmal hält gleich das erste Auto, eine alte Mercedes Heckflosse. Auch das erinnert an längst vergangene Zeiten!

Der ältere Herr am Steuer ist ungefähr in meinem Alter, war früher auch mal Hippie und ist total nett. Er bringt mich bis zum Strand nach Onetangi – ist das schön hier! Schwimmen – hier hab ich richtig Lust drauf. Das Meer ist spiegelglatt und nicht zu kalt, die Luft ganz warm ….. tja, meine Badesachen liegen sehr sicher und schön trocken in Auckland 🙁IMG_7773 (2) IMG_7780 IMG_7779Stattdessen laufe ich den langen Strand entlang, schaue mir  wunderschöne Muscheln an und fühle mich ……. ja, wie soll ich es nennen? Ich bin überzeugt davon, dass Orte etwas mit mir machen, und dieser Strand ist einfach …. Frieden. Ich fühle mich ruhig, geborgen, friedvoll und genau am richtigen Ort. Seltsam.

Trotzdem fahre ich bald weiter, besuche Rockys Bay an der Südküste, wo es auch schön, aber ganz anders ist:IMG_7787 IMG_7789 IMG_7795Und das ist Segelschiff an Weinberg: IMG_7792Eigentlich möchte ich nach Ostend, das sieht aber so langweilig aus, dass ich einfach im Bus bis  Oneroa sitzen bleibe. Oneroa ist recht beschaulich, und auch hier: tolle Strände!IMG_7785IMG_7805 IMG_7804 IMG_7819Ich spaziere gemütlich zu meinem Hostel, koche mir Spaghetti mit Pesto und bin ab acht in meinem Zimmer. Um halb neun bin ich so müde, dass mir die Augen zufallen – und ich schlafe von neun bis um halb acht wie ein Stein. Unglaublich!

Am nächsten Morgen mache ich mich möglichst schnell auf den Weg – mich zieht es noch einmal an den Strand von Onetangi. Es ist wieder magisch, und es scheint nicht nur mir so zu gehen – alle, die ich treffe, schauen sehr, sehr glücklich aus.

IMG_7833 IMG_7834 (2)Mehr Zeit als einmal den Strand hoch und runter nehme ich mir nicht, ich möchte noch eine der kleinen Küstenwanderungen in der Nähe des Fähranlegers machen.

Das muss aber dennoch sein:IMG_7836Die Wanderung ist meine letzte auf neuseeländischem Boden. Es  geht Hügel hoch und runter, ich verlaufe mich ein bisschen und strenge mich noch einmal ziemlich an.IMG_7841 IMG_7845IMG_7842IMG_7852IMG_7839IMG_7857Auckland ist zwar in Sichtweite, doch ist die Welt eine komplett andere ……IMG_7856Tja, das war’s. Tschüss Waiheke.IMG_7859Zurück in Auckland schau ich noch mal eben beim Outdoorausrüster Kathmandu rein. Die haben jetzt allerallerletzte Sommerschlussverkaufsschnäppchen. Ich find ne klasse Reisehose für die Hälfte, und eine schöne Jacke ( die ich eigentlich nicht brauche, jedenfalls nicht hier und jetzt ) für weniger als ein Drittel des Originalpreises. Freudolle!

Den Rest der Neuseelandzeit bin ich mit Rückschau, Vorschau und Organisation beschäftigt. Ich packe und schicke ein Paket nach Deutschland, um ein bisschen Gepäck loszuwerden. Pirihira, die Tochter des Hauses, fährt mich zur Post und hilft mir beim Ausfüllen des Zollformulars.

Ja, und sonst? Ich bin ein bisschen traurig, Neuseeland zu verlassen. Ich habe mich total wohl gefühlt! Die Landschaft ist unglaublich vielfältig und hat mir wirklich gefallen, besonders die unzähligen tollen und menschenleeren Strände. Das Reisen hier ist einfach, entspannt und wunderbar organisiert. Aber ja, das Leben ist sehr mitteleuropäisch, ich habe mich nie wirklich fremd gefühlt. Vorteil oder Nachteil? Je nachdem. Große Abenteuer in der Fremde – nicht so sehr. Für mich war es genial und sehr entspannend, jetzt ist es gut, wenn auch noch was anderes kommt.

Wenn ich auswandern müsste ( zum Glück muss ich nicht! ) – ich würd nach Neuseeland gehen. Warum? Siehe oben. Und: ich war noch nie in einem Land, in dem es so sauber ist. Nirgendwo (!) liegt Müll, und man kann auf der Straße einfach laufen, ohne in Hundescheiße, Kaugummi oder Hingerotztes zu treten ( bin ich jetzt spießig??? ). Ich habe mich immer sicher gefühlt. Neuseeländer selber beurteilen die Sicherheit in ihrem Land ganz anders. Bestimmt gibt es auch böse Ecken – ich war nicht dort.

Die Menschen sind freundlich, hilfsbereit und sehr tolerant. Vieles ist vielleicht auch Floskel, manches gewöhnungsbedürftig ( warum will die Verkäuferin wissen, wie mein Wochenende war? ). Ausländern, die schon lange hier leben, berichten, dass es schwer ist, wirklich anzukommen – vieles bleibt doch eher Oberfläche.

Neuseeland glänzt auf den ersten Blick. Wenn man genauer hinschaut, sieht man auch Probleme. Die meisten Einheimischen sind unzufrieden mit ihrer Regierung, und alle sind unzufrieden mit den unerfreulichen Veränderungen in ihrem Land.

Trotzdem und auch im Vergleich – Neuseeland ist einfach großartig!

 

 

Zwischenzeiten

Am 06.03 komme ich wieder in Nelson an. Diesmal bin ich in einem anderen Hostel, nicht so nett, weil recht groß und ein bisschen hektisch. Dafür liegt es zentral, ich habe ich ein kleines Zimmer für mich, und – das ist der Grund, warum ich hier bin – Angelika wohnt ab morgen auch hier.

Ich wasche meine Sachen, bügele schon mal meine Tangofähnchen und beschließe den Abend ziemlich ruhig. Am nächsten Tag mache ich das, was in (m)einem Leben als Weltreisende manchmal ein bisschen zu kurz kommt:  Augenbrauen zupfen, Finger- und Fußnägel feilen und zum Friseur gehen. Letzteres ist unterwegs wie ein Lotteriespiel – diesmal habe ich Glück, Preis und Schnitt sind voll okay.

Später sehe ich Angelika wieder und freue mich über ein vertrautes Gesicht. Am frühen Abend werden wir und ein paar andere Tangueros abgeholt – Dinner und Milonga finden heute außerhalb statt. Ich freue mich, dass so gut für mich gesorgt wird: die Veranstalterin fragt per email eigens nach, ob mich jemand mitnimmt. Angelika hat den Transport für mich mitorganisiert und für mich auch einen Platz an ihrem Tisch reservieren lassen.IMG_7612 (2) IMG_7617

Ich fremdel trotzdem ein bisschen – die neuseeländischen Tänzer kennen sich alle, begrüßen sich mit großem Hallo, reden und tanzen miteinander, Ich bin sehr froh, dass ich nicht alleine sitzen muss. Später wird es besser, es gibt viele schöne Tänze und einen insgesamt sehr netten Abend.

Am nächsten Vormittag schaue ich mal wieder auf den schönen Samstagsmarkt von Nelson : Kunsthandwerk, feine ( Bio- ) Lebensmittel, Obst und Gemüse. Mittags gibt es wieder Tango, diesmal Open – Air bei herrlichstem Wetter im Queensgarden – wundertoll!IMG_762520140308_152636_1

Gegen fünf geht’s zurück ins Hostel. Ich möchte ein bisschen die Beine hochlegen, die ja am Abend noch viel mehr Tango tanzen sollen. Gut so, denn klasse wird’s! Ich habe viele sehr schöne Tänze und einen wirklich tollen Abend. Fotografieren? Nö, heute mal nicht…….

Sonntagnachmittag gibt es die Abschiedsmilonga in feinem Ambiente.IMG_7632 IMG_763420140309_143450Inzwischen habe ich mich richtig eingewuppt und kann mich wirklich nicht beschweren, ich komme viel und gut zum tanzen – und es macht ganz viel Spaß!

Gegen fünf ist die Abschiedsmilonga vorbei, manche bleiben noch und gehen gemeinsam Pizza essen. Ich schleich mich traurig ( so schade, dass es schon vorbei ist ) zurück ins Hostel und packe meine Sachen. Wenn ich geahnt hätte, dass in der Pizzeria noch stundenlang und mit ganz viel Freude getanzt wird …

Am 10.03. muss ich früh raus, ich möchte meinen Bus und später die Fähre zurück auf die Nordinsel schaffen. Auf der Fähre treffe ich Kevin, den ich vom Tango kenne. Er erklärt mir vieles über Neuseeland und erzählt mir auch, was ich in Wellington noch unternehmen könnte. Ich verstehe zwar nur die Hälfte, aber es ist trotzdem nett, einen „Bekannten“ zu treffen.

Nach einem langen Reisetag treffe ich abends meine Bremer Freundin Claudia, mit der ich mich  in Wellington verabredet habe.IMG_7642 Es ist schon schön, mal wieder einen richtig vertrauten Menschen zu treffen! Wir teilen uns für zwei Nächte ein Zweibettzimmer ( die Jugendherberge ist mir auch noch sehr vertraut ), erzählen viel und machen am nächsten Tag mit dem Bus einen kleinen Ausflug zur Peninsula Miramar.IMG_7648 IMG_7653IMG_7645Dort gehen wir spazieren, und das nette Cafe am Wegesrand muss einfach sein …..

Meine Vogelkundlerin habe ich jetzt endlich mal direkt dabei und lasse mir alles, was wir sehen und fliegen kann, erklären.IMG_7650Das Wetter ist nicht ganz so toll, aber zumindest regnet es nicht. Gegen Abend essen wir gemeinsam und beenden den Tag ruhig,  wir müssen am nächsten Tag beide recht früh aufstehen.

Für Claudia geht es weiter nach Rotarua, ich muss meinen Flieger nach Tauranga bekommen. Der Flughafen ist übersichtlich, meine Maschine wieder ganz, ganz klein. Und ich weiß auch noch, wie es geht: eigenständig einchecken, Banderole ausdrucken und am Koffer befestigen, den Koffer alleine aufs Band legen und zum Gate gehen. Handgepäckkontrolle? Nö. Diesmal nehme ich mein Wasser mit, Nagelschere und Nagelfeile bleiben auch dort, wo sie immer wohnen…..IMG_7658Manchmal kann man  gleich sehen, ob der Koffer auch mitkommt 😀IMG_7660Die meiste Zeit fliegen wir über den Wolken, ganz hinten schaut der Tongariro raus ….IMG_7664Die Küste zeigt sich später wolkenfrei: IMG_7665IMG_7676Ich komme gut an, Tauranga liegt ein gutes Stück weiter nördlich – und es ist deutlich wärmer und schwüler. Der Shuttlebus in die Stadt fährt mir direkt vor der Nase weg, der nächste kommt erst in zwei Stunden. Nun gut, es ist ja nicht der Frankfurter Flughafen ……. seufzdolle.

Ein Taxifahrer hat Mitleid- er bietet mir an, mich zum Shuttlebuspreis direkt bis zu meiner Jugendherberge zu fahren ( mal wieder Schwein gehabt ). In anderen Ländern hätte ich jetzt sicher überlegt, ob wirklich kein Bus kommt und/oder was ein Taxi normalerweise kostet und ob bzw. wer mich gerade abzocken möchte. Vielleicht hätte ich auch gehandelt oder andere Fahrer gefragt. In Neuseeland – und das ist das Tolle hier – muss man nicht lange nachdenken. Die Leute sind einfach nett, um nett zu sein…….

Die Jugendherberge ist so lala, der Ort auch nicht  besonders herausragend. Ich bin hier nur auf der Durchreise, zu müde, um neugierig zu sein. Trotzdem gehe ich am Nachmittag etwas spazieren,  schaue kurz in die Kunstgalerie, bringe in Erfahrung, ob es hier heute Tango gibt ( leider nein ), gehe Einkaufen.

IMG_7680IMG_7684Der Hostelabend ist ganz lustig – ich unterhalte mich lange mit einer deutschen Künstlerin, die ein Stipendium in Neuseeland bekommen hat, und mit zwei munteren Abiturienten vom Bodensee.

Am nächsten Morgen geht’s mit dem Bus über Thames und Coromandel nach Whitianga. der Busfahrer legt eigens einen Fotostopp ein – und es lohnt sich, die Landschaft ist wunderschön!IMG_7689 IMG_7693 IMG_7695Whitianga ist ganz nett, mein Hostel liegt etwas außerhalb, aber wunderschön direkt am Strand – und da muss ich sofort hin:IMG_7696 IMG_7697 IMG_7704Am nächsten Morgen miete ich mir ein Fahrrad, um an den Hot Water Beach zu fahren. Ein etwas anhänglicher schwedischer Schulleiter im Ruhestand schließt sich mir an, ich bin so mittelbegeistert. Auch begeistert mich nur mittel, das sich Zyklon Lusi ( von Fidschi kommend ) ankündigt. Gegen Abend soll das Wetter ziemlich unangenehm werden, so heißt es schnell aufbrechen. Als erstes müssen wir auf eine kleine Fähre, sozusagen die Sielwallfähre von Whitianga 🙂IMG_7720Wir radeln 18 ziemlich anstrengende Kilometer bergauf und bergab, die merkwürdig schwüle Luft macht die Strampelei nicht gerade leichter.  IMG_7727Der Hot Water Beach ist ein langer Strand mit wunderschönen Surferwellen. An einer nur bei Niedrigwasser zugänglichen Stelle sprudelt unterirdisch heißes Wasser. Die Leute kommen mit einem Spaten hierher, buddeln sich ein Loch und sitzen kurz darauf in ihrem eigenen kleinen Thermalbad. Sachen gibt’s!

Wir buddeln nicht, sondern schauen eine Weile zu und machen uns dann zeitig auf den Rückweg, um nicht in den Sturm zu kommen.IMG_7728 IMG_7733Abends wird es furchtbar windig, in der Nacht fangen die Regengüsse an. Nun geht für eine ganze Weile nicht mehr viel. Das Foto gibt das leider nur sehr unvollkommen wieder ….. IMG_7740Die Luft ist tropisch warm und schwül, es schüttet, der Wind heult ums Haus. Ich versuche im Laufe des Tages zweimal, kurz an den Strand zu schauen. Beim ersten Mal bin ich nach 50 Metern total durchnässt und gebe auf, beim zweiten Mal schaffe ich es etwas weiter, werde aber so gesandstrahlt, dass ich es sehr schnell bleiben lasse. Gegen Abend gibt es eine Regenpause. Ich gehe mit Caro, einer total netten spanischen Meeresbiologin, kurz an den Strand und lasse mir angespülte Algen erklären:IMG_7741Hey, da schwimmt ja einer! IMG_7742

Da sich der Zyklon noch mindestens einen weiteren Tag halten soll und man hier bei diesem Wetter absolut nichts machen kann, ändere ich kurzentschlossen meine Pläne, buche für den 16.03. eine Busfahrt und ein Hostel in Auckland.

Dort treffe ich am nächsten Abend noch einmal Claudia. Das wunderschöne Hostel mit Traumaussicht auf Park und Skyline von Auckland ist superkomfortabel und liegt in unmittelbarer Nähe einer sehr netten Boutiquen- und Ausgehmeile – beides erinnert total an das Bremer Viertel. Claudia und ich fühlen uns absolut zu Hause und gehen gepflegt ein Bier trinken.IMG_7746Am nächsten Tag frühstücken wir gemütlich und marschieren in ziemlicher Hitze zur Art Gallery. Es gibt eine Sonderausstellung, in der Werke von fünf Maori – Künstlerinnen gezeigt werden. Eine davon  finde ich besonders ausdrucksstark:IMG_7756 (2)IMG_7753Aber auch diese Bilder gefallen mir ganz gutIMG_7752IMG_7762 (2)IMG_7751Gegen Nachmittag haben wir noch ein leckeres Muffin- statt Sushi-Essen. Jetzt heißt es Abschied nehmen, diesmal aber wirklich, Claudia fliegt morgen weiter nach Seoul. Ich treffe mich in der Innenstadt mit Roger, fahre mit ihm nach Haus und beziehe „mein“ altes Zimmer und fühle mich gleich wieder wie zu Hause.

Morgen heißt es ausruhen, Wäsche waschen und ein bisschen Sydney vorbereiten. Zwei Tage nach Waiheke – Island sind noch drin, bevor meine letzten Neuseeland – Stunden anbrechen – am 23. geht’s nach Sydney!

 

Golden Bay

Am 01.03. warte ich einen langweiligen Vormittag im Youth Hostel in Tekapo darauf, dass selbiger vorübergeht. Gegen Mittag kommt der Bus gen Christchurch, um vier Uhr nachmittags bin ich dort am Flughafen. Mein Flug nach Nelson geht erst um 18.30 – ich könnte ja den Nachmittagsflug noch schaffen, aber Air New Zealand zeigt sich unerbittlich. Mein Ticket ist fix und nicht umzubuchen. Na, macht nichts, der Flughafen hat freies WIFI und Kaffee bekommt man auch.

Einchecken muss ich selber, und sonst ….. nichtsnichtsnichts. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich schon jemals mal geflogen bin, ohne durch eine Handgepäckkontrolle zu müssen. Passkontrolle ….. nö. Gut, ist ja ein Inlandsflug und ansonsten: ich weiß ja, dass ich keine Bombe dabei habe. Den anderen geht’s hoffentlich genauso 😉

Die Maschine ist ungewohnt klein und der Flug für mich schon etwas abenteuerlich ….IMG_7287 IMG_7294Trotz leichter Anspannung kann ich diesen Teil der Reise aber auch ein bisschen schön finden 😀

Neben mir eine Neuseeländerin, mit der ich mich nett unterhalte. Da ich weiß, dass der Flughafen in Nelson außerhalb liegt, und ich keine Ahnung habe, wie ich abends ins Zentrum komme, frage ich sie, ob es einen Bus gibt. Brauche ich nicht, sagt sie …. sie wird von ihrem Mann abgeholt und sie nehmen mich natürlich mit. DAS ist Neuseeland! Ich werde dann also in einem riesigen Wagen von dem jungen Paar und drei süßen Kleinkindern direkt bis zum Hostel gefahren. Ist das toll oder ist das toll?! In Deutschland hätte mir wohl im besten Fall jemand gesagt, wo ich den Taxistand finden kann …..

Ich komme also mal wieder in „meinem“ kleinen Shortbread Cottage an – Mitarbeiterin Marine ist leider nicht mehr da, aber sie hat mir völlig unüblicherweise  das allerallerbeste Bett reserviert ( normalerweise geht es in den Hosteldorms nach dem Prinzip: wer zuerst kommt, sucht zuerst aus, wer zuletzt kommt, kriegt ein oberes Etagenbett direkt an der Klotür …. ) und mir einen lieben Brief aufs Bett gelegt. Nach fast sieben Monaten Reiseleben und vielen eher flüchtigen Begegnungen fühlt sich das ein bisschen wie Nachhausekommen an.

Am nächsten Tag ( 02.03. ) gilt es wieder, Zeit zu überbrücken. Nelson ist mir recht vertraut, ich gehe auf den Flohmarkt, hole mir bei der verrückten Kaffeefrau einen Cappuchino und komme endlich dazu, das zu essen, was ich schon lange mal ausprobieren wollte: einen der vielen Pies, die man hier überall kaufen kann. Wenn schon, denn schon – ich nehm dann das, was ich so gar nicht einordnen kann: Mince ……IMG_7297

Stellt sich als ein Irgendwas mit Hackfleisch raus ( hätte vorher äääh auf eine Minzefüllung getippt …. jaja, okay, ich oute mich hiermit eben als absoluter Dummie ) und ist ganz lecker.

Nachmittags um drei geht’s weiter Richtung Golden Bay – was für eine schöne Fahrt, aber lange nicht so flach, wie ich bei dem Namen vermutet hätte.IMG_7299Die Landschaft entspricht mir sehr – Collingwood ( 250 Einwohner ) und mein Hostel gefallen mir ebenfalls. Ich wohne etwas ausgelagert in einem Container … ungewohnt ruhig und so sehr schön für mich – nur bis zur nächsten Klotür ist es etwas weit 🙂IMG_7357 IMG_7302 IMG_7309 IMG_7315IMG_7314IMG_7313

Am nächsten Morgen nehme ich eins der kostenlosen Hostelfahrräder Marke „Alte Gurke“ und mache mich auf den Weg zum Farewell Split – das ist der letzte Zipfel der Golden Bay und Naturschutzgebiet. Die Landzunge selber darf man nur im Rahmen einer geführten Tour betreten, aber allein der Weg dorthin ist wunderschön.

Ich fahre 22 fantastische Kilometer ( mit gaaaanz viel Rückenwind ) direkt am Wasser entlang.IMG_7322 IMG_7325Im Farewell Split Cafe gibt es den üblichen Belohnungscappuchino. Wie viele Tassen von dem Zeugs habe ich eigentlich schon fotogarfiert und in den Blog gestellt?IMG_7328Später geht’s 22 bittere Kilometer mit viel Gegenwind und gelegentlichen Schauern wieder zurück. Landschaft und Wetter erinnern mich an die Nordseeinseln – das eine wunderschön, das andere luftig, kühl und reichlich wechselhaft. Ab und an muss ich mich unter einen Baum ( in diesem Fall ist der Baum ein Farn ) stellen, um nicht komplett nass zu werden …..

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Auch meine Stimmung passt zum Regenschauer. Es gibt sehr schlechte Nachrichten aus der Heimat, und zum ersten Mal auf dieser Reise fühl ich mich viel zu weit weg von Allem, was mir wirklich wichtig ist 🙁

Nach knapp fünf Stunden bin ich wieder in Collingwood und schaue noch schnell in Rosy Glows Chocolate Shop vorbei.IMG_7371IMG_7373  IMG_7370 Der Pralinenladen ist der Hammer! Ich darf Rosy und ihre Pralinen fotografieren und nehme ein kleines Stückchen Himbeermarzipan – Cake mit. Viel zu süß und eine echte Investition, aber das muss jetzt einfach sein!

Am nächsten Tag entscheide ich mich nach langem ( inneren ) Hin- und Her, eine völlig überteuerte Tour zum Farewell Spit zu buchen. Es ist leider die einzige Möglichkeit, diesen ganz besonderen Ort zu sehen …. die Tour beginnt um zwei  und geht wie so vieles hier nur bei Niedrigwasser. Zuerst fahren wir mit dem großen Geländebus zum nördlichsten Punkt der Südinsel, dem Cape Farewell.IMG_7380Und dann geht’s ein langes Stück den Strand entlang …..    IMG_7416IMG_7414IMG_7399IMG_7409So wunderschön ich die ganze viele Landschaft finde, die ich in den letzten sieben Monaten gesehen habe – DAS (!!!) ist es jetzt für mich.

Ich mag es weit und endlos! Und ich mag das wilde Meer. Gut, dass es DAS auch zu Hause gibt. Ich muss unbedingt bald mal wieder nach Juist! 🙂

Wir fahren eine lange Weile am Strand entlang, Schade, dass ich nicht aussteigen kann, um ein paar Fotos zu machen. Es gefällt mir so gut! Am Leuchtturm machen wir ein Coffeebreak. Es gibt zwei, drei kleine Häuser für die Menschen, die hier manchmal arbeiten. Ein paar Bäume, etwas Windschatten. Jede Menge weiten Himmel.IMG_7432Und auf dem Rückweg gibt es das:IMG_7452Einen galoppierenden Seelöwen hab ich noch nie gesehen ….. der war echt flott unterwegs!IMG_7456Dieser kleine Pinguin sitzt zitternd, mausernd und ganz allein in dieser Weite ….. so sieht Jammer aus!IMG_7512IMG_7515 (2)Und dann gibt es noch eine große Sanddüne ….. die einzige, die hier betreten werden darf. Und das in der Abendsonne …. ein Traum!IMG_7494IMG_7500IMG_7503Fünfzig Fotos später bin ich froh, dass im Bus ( mehr oder weniger ) geduldig auf mich gewartet wird …..IMG_7507 (2)Und dann fahren wir der Sonne  bzw. ihrem Untergang entgegen – was für ein wunderschöner Abend!IMG_7517IMG_7539Am nächsten Tag möchte ich unbedingt zum Wharariki Beach. Der liegt etwas östlich vom Farewell Split, und ich weiß nicht recht, wie ich hinkommen soll. Wenn ich das Rad nehme, ist die Wanderung an den Strand ein bisschen viel. Den hauseigenen Wagen könnte ich mieten – aber Geländewagen und Allradantrieb und Linksverkehr ….. alles noch nie gehabt. Ach, da fällt mir ein – dieses Schild steht kurz vor Collingwood – ich scheine nicht die einzige Deutsche mit einem Straßenverkehrsproblem zu sein 🙂IMG_7364Ich stelle mich also gegen Mittag an die Straße  ( Neele, das macht man nicht! ) und werde sehr schnell von einem netten Neuseeländer mitgenommen. Für den Rückweg am Abend hat mir eine junge Frau aus meinem Hostel versprochen, mich mitzunehmen.

Ich muss ein bisschen Zeit überbrücken, der Strand soll am schönsten bei Niedrigwasser sein. So gehe ich ganz gegen meine Gewohnheit erst einmal einen Kaffee trinken 🙂

Tja, und dann möchte ich den Top Hill Track gehen, gebe aber nach eineinhalbmal bergsteilhoch auf. IMG_7549IMG_7548Ich habe heute meinen verzagten Tag. Da wirkt auch dieses Schild noch nach, außerdem erinnere ich, dass ich über Weiden muss, auf denen vereinzelt Jungbullen stehen. Und drei bis fünf Stunden Angst haben? Ooooch ne,   IMG_7551Ich beschließe, die acht Kilometer zum Strand auf dem langweiligen, aber abhang- und bullenfreien ( dafür sehr staubigen ) Schotterweg zu gehen:IMG_7553Nach einer Weile hält jemand neben mir und fragt, ob er mich mitnehmen kann. Natürlich ein Neuseeländer….. ich nehme dankend an, so schön läuft es sich im Staub der vorbeifahrenden Autos nicht. Da ich so jede Menge Zeit und Strecke gespart habe, nehme ich am Strandparkplatz den langen Rundweg bis zum Strand. Es geht über Schafweiden und an einem Dünensee entlang – schönschönschön!IMG_7559 IMG_7565 IMG_7573 IMG_7575Und dann bin ich am hinteren Strandabschnitt. Für Weg zurück am Strand entlang ist das Niedrigwasser leider noch nicht niedrig genug …..IMG_7577IMG_7583 IMG_7582  IMG_7586Ich setzte mich in die Dünen, und warte darauf, dass das Wasser abläuft. Dabei stehe ich etwas unter Zeitdruck, weil ich mit Lisa um halb acht am Parkplatz verabredet bin. Die darf ich auf keinen Fall verpassen. Ich versuche, durch eine Art Felstunnel an den großen und noch viel schöneren Strand zu kommen, und stolper fast über diesen hier:IMG_7587Vorsichtig trete ich den Rückzug an und beschließe, über den Landweg zurück zum Parkplatz zu gehen und von dort aus noch einmal an den Hauptstrand zu wandern. An einer Stelle nehme ich eine Abkürzung. Mit den Abkürzungen ist es ja so eine Sache …… und auch diese ist ein Fehler. Ich verlaufe mich zwischen den sanften Hügeln und den vielen Schafen und werde etwas panisch. Alles sieht gleich aus, das Meer kann ich nicht mehr hören, in zwei Stunden ist es dunkel und ich habe schon lange keinen Menschen mehr getroffen. Ich sehne mich nach den Wandergruppen, die mich sonst so nerven. Mein Handy hat keinen Empfang, und was ist eigentlich, wenn ich mir jetzt ein Bein breche ……?

Ich kehre um, versuche meine eigenen Spuren zu lesen, um zurück zu finden und habe mich irgendwann zum Glück wieder in den richtigen Weg eingefädelt. Es kommen mir auf den schmalen Pfaden unglaublich ( ! ) viele Schafe entgegen, die wohl auf dem Nachhauseweg sind. Zum Glück haben die meisten mehr Angst vor mir als ich vor ihnen. Ein ziemlich Freches starrt mich dummdreist an und stolziert provokativ direkt an mir vorbei. Das erinnert mich ganz doll an was! Die meisten Schafe machen einen kleinen Bogen und schauen unbeteiligt weg, manche verstecken sich in den Büschen und wieder andere rasen hektisch weg, egal wohin – fehlt nur noch, dass sie schnell die Kippe ausdrücken ….. IMG_7594Und endlich erreiche ich doch noch den wunderbaren Strand. Fast menschenleer, wie  alle dieser tollen Strände in Neuseeland. Die wenigen, die da sind, möchten den Sonnenuntergang  sehen. Ich möchte auch, aber es reicht zeitlich leider nur für einmal ganz kurz über die Düne schauen …. IMG_7600IMG_7604IMG_7608IMG_7601 (2)Dieser Tag war nicht ganz einfach für mich. Heute hätt ich gut jemanden gebrauchen können – zum Mut machen, den richtigen Weg finden oder zum Schuld haben, wenn die Zeit für das Ziel nicht reicht.

Am 06.03. sind die Tage in der schönen Golden Bay leider schon vorbei, es geht zurück nach Nelson. Ich freu mich auf den netten und vertrauten Ort, jede Menge Tango, und auf viele  Menschen, die ich hier wieder treffen oder neu kennen lernen werde.

 

 

 

Tekapo und Aoraki Mount Cook National Park

Am 25.02. komme ich gegen Mittag in Tepako an. Mein Hostel ist schnell gefunden, der Ort ist winzig klein, liegt aber wunderschön am Lake Tekapo.IMG_7145 Ich beziehe ein schönes Zimmer, es ist alles blitzsauber und sehr freundlich. Hier im Ort sind alle Unterkünfte ausgebucht, vor allem bei asiatischen Touristen steht Tepako ganz oben auf der Damussichunbedingtmalgewesensein – Liste. Ich kann für drei Nächte den Selbstzimmerluxus genießen, für die vierte Nacht ziehe ich in einen Dorm in die Jugendherberge. Die liegt direkt am See und ist bestimmt auch ganz nett.

Nachmittags schau ich mir ein bisschen der Ort an, geh im Infozentrum vorbei und kaufe für die nächsten Tage Lebensmittel ein. Ich werde überall dort, wo man etwas kaufen kann, leicht misstrauisch beäugt – liegt es am Ort oder sehe ich vielleicht mittlerweile ein wenig abgerissen aus und sollte mal in eine neue Hose investieren?

Tekapo ist schön – nein, die Natur drum herum ist wunderschön. Ein beliebtes Fotomotiv ist die kleine Kapelle am See, in der gerne geheiratet wird. Es ist nicht ganz einfach hier zu fotografieren, ohne viele, viele Menschen, Reisebusse oder Campervans mit aufs Bild zu bekommen …….IMG_7004IMG_7006

Auf große Aktionen habe ich heute keine Lust mehr – ich lege mich im schönen Hostelgarten in die Hängematte und lese. Später koche ich und schreibe den Christchurchblog.

Am nächsten Morgen trödele ich so vor mich hin. Weltreisen ist auf Dauer eine recht anstrengende Angelegenheit, zumal ich mich momentan recht schnell von Ort zu Ort bewege. Auspacken lohnt meist kaum, und ich fühle mich körperlich etwas müde. Reisemüde bin ich nicht, und jeden, wirklich jeden Tag, gibt es einen Anlass zum Staunen oder mich begeistern.

Trotzdem: Ich freu mich inzwischen AUCH auf zu Haus! Ich freu mich auf ne Badewanne und immer genügend Platz im Kühlschrank und auf mein schönes Bett und auf frische Handtücher, so viele wie ich möchte, auf Kleiderbügel und ein Bügeleisen und überall genügend Steckdosen; ich freu mich darauf, dass ich immer weiß, wo die Löffel liegen und ich freu mich auch darauf, dass mir in der ( meiner ) Küche nur Leute begegnen, die ich mir ausgesucht habe, und insbesondere freu ich mich auf liebe und vertraute Menschen !!!!

Bis dahin aber will ich mein Vagabundenleben noch genießen und mich darüber freuen, dass ich nur meine drei Klamotten und keine Schulsachen packen muss 🙂

So gegen elf ziehe ich trotz Anlaufschwierigkeiten los, heute möchte ich auf den Mount John bei Tekapo. Auf dem Gipfel gibt es ein Café, eine Sternwarte und jede Menge Ausblick – die Landschaft ist grandios. Nach einer knappen Stunde bin ich oben bei der Sternwarte angekommen. Es gibt ein kleines Cafe und meinen ( bislang ) teuersten neuseeländischen Cappuchino  ( aber dafür mit Sternwartensternchen ) sowie die Möglichkeit, durch ein Teleskop zu schauen.IMG_7069IMG_7065IMG_7071IMG_7073Sterneschauen ist hier nicht ganz billig, auch für die nächtlichen Sternentouren ( Tekapo liegt weitab von allen Lichtquellen und soll einen wunderbaren Sternenhimmel haben ) muss man viel Geld auf den Tisch legen. Ich hab früher schon mal Sternenhimmel und Milchstraße bewundern können und verzichte bedauernd auf diese Tour.

Nach der Kaffeepause kommt der schönere Teil der Wanderung. Kerstin hatte mir noch mit auf den Weg gegeben, dass ich unbedingt zuerst den steilen Abschnitt durch den Wald nehmen soll, um im weiteren Teil meiner Wanderung den fantastischen Ausblick auf den See und die Berge genießen zu können. Danke, Kerstin!IMG_7048IMG_7054IMG_7077IMG_7085IMG_7094IMG_7147Das ist nicht die Farbe des Himmels, sondern die Farbe des Sees. Alle Seen hier sind knalltürkis, was mit mineralischen Auswaschungen zu tun hat. Wenn die Sonne so scheint wie heute, wirkt es fast surreal.IMG_7131Ach ja, die Sonne. Die ist unglaublich stark hier. Ich schütze mich so gut ich kann ( sieht ziemlich blöd aus, ich weiß ), schmier mich immer gut mit 70er Creme ein, trage trotz Hitze mein langärmeliges T-Shirt und habe am Abend zwar keinen Sonnenbrand, aber sehr gereizte Haut.IMG_7124Auch sonst bin ich total geschafft, gehe früh schlafen und freue mich auf den nächsten Tag – ich habe einen Shuttle zum Aoraki Mount Cook Nationalpark gebucht. Neuseeland hat 27 Dreitausender, 22 davon liegen in diesem Park. Der Mount Cook ist 3755 m hoch. Wie werden eigentlich Berghöhen gemessen? Mir fallen Matheaufgaben und Pythagoras ein ….. das muss ich unbedingt mal googeln!

Morgens also früh raus, kurz vor acht werde ich schon abgeholt. Unterwegs gibt es am Lake  Pukaki  mit Blick auf den Mount Cook, einen kleinen Fotostopp.IMG_7159IMG_7161IMG_7163Kurz vor zehn sind wir im Mount Cook Village. Es gibt unterschiedliche lange Wanderungen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Ich habe mich für die Hooker Valley Tour entschieden. Laut Reiseführer ist das eine sehr beliebte Tour, was auf viele Mitwanderer hindeutet. Sehr hohe Berge um mich herum finde ich als Flachlandtirolerin meist etwas unheimlich, und so wirken in diesem Fall  japanische Reisegruppen und andere Menschen eher beruhigend 😉IMG_7180IMG_7171IMG_7191Nach der zweiten Hängebrücke hat man durchgehend einer wunderbaren Blick auf den Mount Cook. Ich habe das totale Wetterglück – nicht immer gibt es eine so tolle Sicht auf Berg und Gletscher.IMG_7196IMG_7197IMG_7193IMG_7203So zugeknöpft bin ich wegen der starken Windböen. Kalt ist es nicht, manche sehe ich in kurzen Hosen laufen.IMG_7239Am Ziel kommt man zum Hooker Glacier Lake. In diesem Gletschersee schwimmen große Eisstücke:IMG_7220IMG_7229Nach dreieinhalb Stunden bin ich fast wieder am Ausgangspunkt angekommen. Hier gibt es einen Abzweigung zum Kea Point Walk. Da  ja letztens schon die fehlenden Keas in meinem Blog beanstandet wurden, nehme ich tapfer noch eine weitere Stunde Fußmarsch auf mich. Der Weg ist schön, die Aussicht toll, einen Kea treffe ich leider nicht. Der Lonley Planet schreibt: mit Glück sieht man welche …. ich habe keins, mich aber wenigstens redlich bemüht 😉IMG_7253IMG_7249IMG_7260Nach fast fünf Stunden Fußmarsch bin ich zurück und hab jetzt noch eine Stunde Zeit, um einen Kaffee trinken zu gehen. Pünktlich werde ich vom Shuttle aufgelesen und zurück nach Tekapo gebracht. Ich bin ganz müde, aber sehr zufrieden mit mir, der Wanderung und dem schönen Tag.

Am nächsten Morgen heißt es kurz packen und in die Jugendherberge umziehen. Ich muss ein paar Stunden darauf warten, einchecken zu können. Diese nutze ich dafür, meinen Blogeintrag zu schreiben. Das Wetter ist kühl und grau – heute ist nur noch gammeln und vielleicht Wäsche waschen angesagt. Nachmittags möchte ich gerne noch etwas raus, vielleicht ein bisschen spazieren gehen? Ich mach mich auf den Weg, aber es sieht sehr nach Regen aus. Nö, falsch gedacht, es fängt furchtbar an zu hageln, und später gibt es …. Schneeregen. Das kann doch nicht sein! Gestern und vor allem vorgestern war es noch knalleheiß und richtig Sommer. Ich weiche ziemlich durch und mache mich frierend und pitschenass auf den Heimweg. Von dem schönen Aufenthaltsraum in der Jugendherberge ( der Rest ist eher nagehtso ) sieht man später …. ja, was ist denn das:IMG_7273IMG_7274Das muss ich mir doch noch mal eben vom Garten aus anschauen – auf den Bergen rund um den Lake Tekapo liegt ja Schnee ….. unglaublich. Nun weiß ich, was gemeint ist, wenn man von den sehr schnell wechselnden Wetterbedingungen in Neuseeland spricht 😉IMG_7277 IMG_7276

Morgen Mittag geht’s mit dem Bus zurück nach Christchurch und gegen Abend per Flugzeug nach Nelson. Übermorgen will ich gleich weiter in die Golden Bay – dort möchte ich für ein paar Tage bei hoffentlich schönem Wetter an Meer und Strand  ääääh Urlaub machen 😉

 

Christchurch und ( Flucht nach ) Akaroa

Am 23.02. muss ich morgens sehr früh raus, um mich wieder auf den langen Marsch zur Bushaltestelle zu machen. In der Nacht hat es ununterbrochen gegossen, jetzt ist es so kalt, dass ich Handschuhe gut gebrauchen könnte. Boah, was ungemütlich!

Nach sechs Stunden Fahrt komme ich in Christchurch ( 340 000 Einwohner ) an. An der Endstation sieht es so aus wie in einem heruntergekommenen Gewerbegebiet weit außerhalb. Das soll das Zentrum sein??IMG_6976IMG_6977 IMG_6978 IMG_6979Margit, vor ein paar Tagen hast du mich gefragt, ob man in Christchurch noch etwas von dem schrecklichen Erdbeben vom Februar 2011 sieht. Damals sind 180 Menschen ums Leben gekommen. Es ist nicht so, dass man noch ETWAS sieht ….. ALLES sieht so aus, als wäre es erst vor kurzem passiert.  Obwohl mir schon verschiedentlich berichtet wurde, wie deprimierend der Anblick ist, bin ich schockiert. Ganze Straßenzüge stehen leer, die Häuser verfallen immer mehr. Die Fenster sind mit Brettern vernagelt, Fassaden notdürftig abgestützt. Überall gibt es Absperrungen und „Betreten verboten“ Schilder. Unglaublich.IMG_6867IMG_6866IMG_6868IMG_6880

Ich bringe meine Sachen schnell ins Hostel und mache mich gleich wieder auf den Weg, um die Innenstadt zu erkunden. Als erstes gehe ich aber ins nächste I-site, um eine Busfahrt für morgen ins 80 Kilometer entfernte Akaroa zu buchen – auf keinen Fall möchte ich den kompletten nächsten Tag in Christchurch verbringen müssen.IMG_6901IMG_6887IMG_6893IMG_6899IMG_6900IMG_6864

Es gibt das Containerviertel ….. ein Straßenzug, in dem einfach viele bunte Container aufeinander gestapelt wurden – hier sind jetzt Cafés und Geschäfte beheimatet. Das sieht nett aus und ist wohl einmalig.IMG_6873Ich gehe in eine Erdbebenausstellung, in der man vieles zu diesem Thema allgemein und den Ereignissen vom 22.02.2011 erfahren kann.IMG_6874 IMG_6875

In meinem Hostel wohnen längerfristig viele junge Backpacker ( die meisten kommen aus Deutschland ), die hier auf den verschiedenen Baustellen arbeiten. Außerdem treffe ich einen österreichischen Bauingenieur, der bei Tekapo gearbeitet hat und jetzt noch ein bisschen herumreist. Es ergeben sich interessante Gespräche. Allen stellt sich die Frage, warum Christchurch nach drei Jahren noch SO aussieht. Der Bauingenieur erzählt, dass hier Gerätschaften und Know-how fehlen. Die Jungs vom Bau berichten, wie wenig effizient gearbeitet wird. Und von einem Gespräch aus Dunedin weiß ich, dass viele Versicherungen noch gar nicht gezahlt haben – d.h. die Menschen haben einfach kein Geld, um etwas machen zu lassen ( und wenn sie es hätten, würden sie wohl keine Firma finden, die Termine frei hat – die ganze Stadt ist ja eine Baustelle )

Interessanterweise gefällt es denen, die länger in dieser Stadt bleiben, gut hier. Vielleicht muss man mehr als ein, zwei Tage bleiben, um das Schöne sehen zu können. Christchurch gibt sich viel Mühe, die Innenstadt trotz alledem zu gestalten und viele besondere Aktionen zu planen. Von Aufbruchstimmung ist die Rede ….. um das zu spüren, bin ich nicht lange genug da und vielleicht auch zu geschockt.

Besonders berührt mich die Installation von einem Künstler in der Madras Street. Hier sind 180 ganz verschiedene weiße, leere Stühle aufgestellt.  Für jeden Toten einen. Da es gestern vor drei Jahren passiert ist, ist jeder Stuhl ( Babyschale, Rollstuhl, Hocker …. ) mit einer einzelnen roten Nelke geschmückt.IMG_6910IMG_6906IMG_6909

Ich frage mich, wie die Einwohner in dieser deprimierenden Stadt weiterleben können ( alle konnten es nicht … ungefähr 20 000 haben die Stadt verlassen ). Und wie lebt man mit der ständigen Gefahr neuer Erdbeben?

Ich finde die Christchurch schrecklich und fühle mich absolut unwohl. Auch das Wetter passt zum traurigen Gesamteindruck, es gibt Gewitter und sintflutartige Regenfälle.

So bin ich froh, dass ich für den nächsten Tag die Busfahrt nach Akaroa gebucht habe. Akaroa hat französische Wurzeln, ist wohltuend hübsch und liegt sehr nett auf der vorgelagerten Halbinsel Banks.  Ich erwische fantastisches Wetter und habe einen wirklich feinen Tag. Ich wandere auf den nahegelegenen Berg, um mir mal wieder einen Überblick zu verschaffen. ( das wird mir zu Hause sehr fehlen! ) Was für ein wunderwunderwunderschönes Land!IMG_6947IMG_6948IMG_6951IMG_6933 IMG_6938

Auf dem alten Friedhof sind bei dem Erdbeben viele Grabsteine umgefallen, Warnschilder rufen zu besonderer Vorsicht auf. Auch hier stellt sich die Frage: warum bleiben die Grabsteine einfach liegen? Warum werden sie nicht hergerichtet?IMG_6924IMG_6925Auf der Rückfahrt machen wir diesmal ein Käsekaufbreak und ein Strandbreak …..  hatte ich eigentlich schon mal erwähnt, dass Käse hier entweder nach nichts schmeckt oder unglaublich teuer ist?IMG_6967IMG_6970

Gegen Abend bin ich zurück im Hostel, packe, esse, unterhalte mich. Wieder und wieder ist die Situation in Christchurch Thema. Die Stadt berührt.

Ich bin froh, morgen weiterreisen zu können.  Vier Tage Tekapo, schöne Natur, viel Wandern und ganz viel ( Einzelzimmer ) Ruhe stehen auf meinem Programm. Christchurch werde ich nur noch einmal kurz streifen – in ein paar Tagen muss ich dort meinen Flug zurück nach Nelson erwischen.

 

 

Dunedin und Otago Peninsula

Am 19.02. muss ich morgens früh raus, um den Bus nach Dunedin zu bekommen. Zum Abschied gibt es das – ist das nicht toll?IMG_6600Auch während der Busfahrt gibt es ein paar feine Nebelmotive –  in solchen Momenten wäre es wirklich viel schöner, mit dem eigenen Wagen unterwegs zu sein, um jederzeit Fotopausen ( und gute Fotos ) machen zu können. Dafür kann ich während der Fahrt einfach aus dem Fenster sehen und träumen …..IMG_6602Gegen Mittag komme ich in Dunedin an. Der erste Blick überzeugt nicht besonders. Auch die Tatsache, dass der Bus nur am Depot hält, das in einem Gewerbegebiet und wirklich alles andere als in der Innenstadt liegt, ist nervig. Hey, in Franz Josef hat der Busfahrer alle zu ihrem jeweiligen Hostel gebracht,  hier könnte es doch wenigstens einen Stopp im Zentrum geben.

Dunedin hat gut 100 000 Einwohner, und im Gegensatz zu anderen neuseeländischen Städten kommt mir alles etwas heruntergekommen vor. Ich habe das erste Mal in diesem Land das Bedürfnis, etwas besser auf meine Sachen aufzupassen. Später höre ich, dass die Arbeitslosenquote unheimlich hoch ist und es vielen Einwohnern nicht besonders gut geht.

Die Straße, in der mein Hostel liegt, heißt High Street. Das lässt mich Böses ahnen und genau so kommt es auch ….. hier geht’s echt steil bergauf. Seufz. Irgendwann habe ich mit Koffer, Umhängetasche und Kühltasche den langen Weg und auch das letzte Stück den Berg hinauf geschafft. IMG_6615Mein Hostel ist nicht überwältigend, aber ich hab ein kleines, sehr ruhiges Einzelzimmer weit ab vom Schuss und kann endlich mal wieder richtig gut und lange (!) schlafen.IMG_6618IMG_6623Nachmittag möchte ich  den nächsten Supermarkt suchen, einen ersten Blick auf die Stadt werfen und im Infocenter eine Tour auf die vorgelagerte Halbinsel Otago buchen. Und: meinen Tangoabend planen. Laut Internet gibt es eine Praktica, aber leider ganz am anderen Ende der Stadt – wie komme ich da nur hin? Kurzentschlossen rufe ich eine der angegebenen Kontaktnummern an ( hey, ich telefonier mit fremden Menschen auf ENGLISCH !!! ) und spreche mit Alison. Sie fragt kurz, wo ich wohne und bietet mir sofort an, mich abends abzuholen.

Wow. Ich bekomme hier so viele Lehrstunden in Gastfreundlichkeit. Hoffentlich weiß ich das Zuhause noch und kann die viele Freundlichkeit, der ich auf meiner Reise begegne, auch weitergeben….

Alison und ihr Mann Mark holen mich nicht nur ab, sondern bringen mich selbstverständlich auch zurück. Auf dem Rückweg machen sie eine kleine Stadtrundfahrt mit mir, und Alison erzählt, dass mein Hostel ganz früher die Frauenklinik war, in der sie geboren wurde. Was für ein lustiger Zufall!

Die Tangopraktica ist nett. Ich werde herzlich begrüßt und viel zum Tanzen geholt – und ich kenne zwei der Tänzer schon aus Wellington. Die Tangoszene in Neuseeland ist wirklich sehr übersichtlich. Zu Besuch ist auch eine andere Deutsche, die in Buenos Aires lebt und zusammen mit ihrem argentinischen Mann gekommen ist, um ihre Schwester zu besuchen – da kann ich endlich mal wieder Spanisch sprechen, das mag ich!

Getanzt wird in einem Gemeindessaal – etwas voller ist es später noch geworden.

IMG_6630Am 20.02. wache ich sehr spät und bei bestem Wetter auf …… und stehe trotz Sonnenschein nur mal kurz auf, um mir Frühstück zu machen. Ich genieße den Gammeltag in meinem Zimmer ( also im Bett … ) und schaffe es gerade so, um drei Uhr startklar zu sein – dann werde ich für die Tour abgeholt. Und die wird genial!

Die Peninsula ist unglaublich schön, das Wetter passt – ich bin hin und weg!IMG_6633IMG_6663 (2)IMG_6636IMG_6644Wir sind aber nicht unterwegs, um die schöne Landschaft zu beobachten, wir wollen besondere Tiere sehen. Albatrosse, die sehr seltenen Gelbaugenpinguine und Seelöwen soll man hier wunderbar beobachten können – leider ist das Wetter zwar herrlich, aber für die Tierbeobachtungen eher schwierig. Albatrosse fliegen bei Wind ( wir haben keinen ), Pinguine mögen es nicht so warm ( wir haben 25 Grad ). Nun ja. Wenigstens Schafe bekommt man bei jeder Wetterlage und überall zu sehen 🙂IMG_6675

Schwarze Schwäne auch – die sieht man hier recht oft :

IMG_6665Die erste Station ist der Albatrossfelsen – und ja, zumindest einer dreht immer wieder seine Runden. das sieht schon sehr, sehr toll aus. Leider ist entweder Kamera oder Fotografin zu schwerfällig, um davon ein Foto zu machen. Schade! IMG_6648Später geht’s zu den Felsen, an denen unglaublich viele Robben und Seelöwen liegen. Manche vergnügen sich in natürlichen Bassins, und es ist immer wieder schön, diese Tiere zu beobachten ( auch wenn Galapagos einzigartig war und nicht zu toppen ist )IMG_6676IMG_6704IMG_6702Gegen Abend zieht geheimnisvoller Nebel auf. Wir fahren mit dem Kleinbus eine Weile auf privatem Gelände, steigen irgendwo im Nirgendwo aus und wandern zu einem abgelegenem Strand. Und da steht plötzlich einer der seltenen, ziemlich großen Gelbaugenpinguine. Tagsüber sind sie im Wasser, um zu jagen, abends kommen sie zum Schlafen an Land. Hier bevorzugen sie feste Plätze im küstennahen Wald. Ich freu mich so, ich habe noch nie einen Pinguin in freier Natur gesehen!IMG_6715IMG_6736Wir laufen über den Strand und haben eine etwas unheimliche Begegnung mit einem großen Seelöwen, der uns beängstigend nahe kommt. Der Guide erklärt, dass Seelöwen erstaunlich schnell anlaufen können. Ganz ehrlich – ich bin froh, als er abdreht und wieder im Wasser verschwindet ….IMG_6731Dann beziehen wir unseren Pinguinbeobachtungsposten und warten auf die Pinguine, die zum Schlafen an Land kommen. Unsere kleine Gruppe ist plötzlich ganz leise, fast andächtig …….IMG_6739IMG_6754Auf der Tour lerne ich Kerstin kennen, mal keine Lehrerin, aber auch auf Weltreise. Wir verstehen uns gut und verabreden uns locker für den übernächsten Tag. Abends um zehn bin ich wieder im Hostel, müde, aber total erfüllt von dem wunderschönen Tag.

Am nächsten Tag möchte ich die Stadt erkunden. Also, besonders schön ist sie nicht ….IMG_6818Ich schau mir den Bahnhof an, der das meistfotografierte Gebäude in Neuseeland sein soll ( ja, ich weiß, das Foto wäre besser, wenn der Turm ganz auf dem Bild wäre )IMG_6781IMG_6787Dunedin hat 20 000 Studenten. Es gibt viele Cafés, Kneipen und kleine Läden, manches erinnert mich an das Bremer Viertel.IMG_6789Statt Art Gallery und anderer sicher schöner Museen ( die hier alle umsonst sind! ) bleibe ich in einer Boutique hängen, was leider nicht ganz umsonst ist …..

Später schau ich mir noch den botanischen Garten an, der wirklich schön ist und latsche ein elend langes Stück zur steilsten Straße der Welt, der Baldwin Street ( 35% Gefälle ). Heute bin ich total faul – ich habe einfach keine Lust auf diesen Berg und darauf, eine brave Touristin zu sein. So mach ich ein zugegeben wenig spektakuläres Foto von unten und fahre mit dem Bus zurück ins Zentrum.IMG_6815IMG_6817Samstag morgen treffe ich mich mit Kerstin. Wir gehen zusammen auf den Markt und beschließen später, noch einmal ( diesmal mit Kerstins Auto ) auf die Halbinsel zu fahren. Es war einfach zu schön dort! Das ist die Sandfly Bay, die nicht wegen der Sandfliegen so heißt, sondern wegen des fliegenden Sandes – es ist eine recht windige Ecke, aber traumhaft schön!IMG_6821Zum Strand gibt es einen tollen Abstieg ( sehr steil! ) durch tiefen Dünensand.IMG_6824 IMG_6826IMG_6829 IMG_6830 IMG_6831Später fahren wir noch einmal zum Albatrossfelsen und buchen diesmal eine Führung im  angrenzende Albatrosszentrum. Dabei hat man die Möglichkeit, auf die andere Seite des Felsens zu schauen:IMG_6845 IMG_6840 IMG_6860Wir sehen brütende Albatrosse, ein Küken, jugendliche Albatrosse und viele, die in der Luft ihre Kreise drehen – wie schön! Leider gibt es auch diesmal kein richtig tolles Bild …..

Abends wird mal wieder gepackt, morgen geht’s nach Christchurch. Dort soll es eher deprimierend sein …..

Ach, Hasi ist natürlich auch immer noch dabei:IMG_6624Und in den Supermärkten hast es  auch ganz enorm ….. IMG_6612

 

 

Südwärts 2 und Milford Sound

Am 16.02., morgens um sieben treffe ich, wie könnte es anders sein, Thomas aus der Schweiz an der Bushaltestelle wieder – wir haben beide den gleichen Bus nach Te Anau gebucht. Begrüßen uns mit „Nix wie weg hier“ und freuen uns, aus dem ätzenden Queenstown abreisen zu können.

Die Busfahrt ist wie  immer sehr schön, und diesmal gibt es auch keine Breaks ……..IMG_6410IMG_6421IMG_6427Und das ist Te Anau. Ein paar Häuser gibt es schon, Restaurants, einen Supermarkt, viele kleine Ferienunterkünfte, zwei oder drei Hostels. Der Ort ist klein, wunderschön ( also die Gegend drumherum ) und total gemütlich.IMG_6429Ich komme morgens viertel vor zehn an, Bob vom Bob&Maximes Backpacker, das etwas außerhalb liegt, holt mich mit dem Auto ab – schön! Und total schön ist auch das Hostel: großzügig, sauber, gut ausgestattet, und eine perfekte Entschädigung für den queenstowner Schmuddelöddelgibbel…..IMG_6439IMG_6440Ich richte mich ein, schnappe mir eins der Hostelfahrräder, schau mir der Ort und die nähere Umgebung an, buche eine Milfordsoundtour für den nächsten Tag, gehe in den Supermarkt und bekoche mich. Nachmittags zieht Yvonne in meinen Dorm, die ….. ganz was Neues …. eine deutsche Lehrerin im Sabbatjahr ist 🙂

Am nächsten Morgen muss ich früh raus, kurz vor acht werde ich für meine Tour abgeholt. Der Milfordsound ist zwei Autostunden von Te Anau entfernt. Meine kleine Tour mit elf Teilnehmern ( mit dabei: Thomas aus der Schweiz ) beinhaltet verschiedene kleine Fotostopps, eine zweistündige Schiffsfahrt auf dem Sound und eine zweistündige Wanderung auf einen der umliegenden Berge. Ich schau morgens noch schnell in die Wettervorhersage – na toll: morgens Regen, nachmittags Starkregen. Mist. Gestern wär DER Tag für den Milford Sound gewesen …….

Andrew, unser Guide ist sehr nett, erzählt viel, und – oh Wunder – ich kann ihn ganz gut verstehen. Frage nach und höre: er stammt eigentlich aus England. Neuseeländisches Englisch ist wirklich eher was für Fortgeschrittene ….

An besonders schönen Plätzen halten wir kurz an. z.B. hier:IMG_6453IMG_6464IMG_6467Oder hier:IMG_6445Irgend wann kommen wir am Milford Sound an und können gleich aufs Schiff gehen. Im Prospekt sieht es aus wie ein kleines Segelschiff, nun entpuppt es sich als ein ziemlich großer Ausflugsdampfer mit ein paar Fakemasten …..IMG_6538Na egal, es gibt Kaffee soviel man möchte.  Gut so, das Wetter ist echt ungemütlich. Ein bisschen aufwärmen kann nicht schaden. Ja, und das ist er, der berühmte Milfordsound , um den hier ein Wahnsinnshype gemacht wird ( Busladungen voller Touris werden hier jeden Tag hergekarrt. Viele sogar aus Queenstown = 8 Stunden Busfahrt ). Für den Milford Sound wird so viel geworben, dass ich das Gefühl habe, ich seh Neuseeland nicht wirklich, wenn ich nicht dort gewesen bin. Es ist zweifelsohne schön, auch bei Regen …. aber soooooo schön? Najaaaaaaa …IMG_6472IMG_6479IMG_6498Toll ist der große Wasserfall, an den wir ganz dicht heranfahrenIMG_6530IMG_6518IMG_6526Wieder an Land sehen wir, dass wir wettermäßig fast noch Glück haben – die, die erst mittags losfahren, sehen dann wirklich nicht mehr viel …..IMG_6546Leider ist die schöne Wanderung auf den Key – Summit auch nicht wirklich möglich. Inzwischen regnet es nicht nur, sondern es schüttet. Andrew hat natürlich ein Schlechtwetterprogrammstattwanderung für uns, und später gibt’s auch noch Kaffee und Kekse für alle.IMG_6552IMG_6549IMG_6540IMG_6553IMG_6566Inzwischen schüttet es nicht nur, sondern stürmt auch tüchtig … Mann, ist das ungemütlich. Kaum zu glauben, dass es gestern 26 Grad und herrlichen Sonnenschein gab!

Abends im Hostel wird der Kaminofen angemacht, außerdem gibt es zum Trost einen netten Sonnenuntergang …..IMG_6573IMG_6581Trotzdem: ich bin ein bisschen genervt, am Wetter liegt es aber nicht. Freu mich, dass ich in den nächsten drei Wochen ganz oft ein Einzelzimmer gebucht habe. Endlich mal in Ruhe ausschlafen können, und ein bisschen Privatsphäre …

Ich bin so gerne in ( netten)  Hostels, freu mich, interessante Menschen zu treffen, kochen zu können und gemeinsam mit anderen zu essen – aber in den Dorms komme ich einfach selten richtig zur Ruhe.

Den nächsten Morgen lasse ich gemütlich angehen. Irgendwann gegen elf setzt ich mich auf eins der ( klapperigen ) Räder und fahr einfach los, immer am See lang, immer weiter. Das Wetter ist prima, die Fahrt ist schön. Nach gut zwanzig Kilometer komme ich in einen kleinen Ferienort – dort gibt’s nen Kaffee, dann geht’s wieder zurück.IMG_6588IMG_6589Angekommen!IMG_6594Und dann fällt mir noch was ganz Komisches auf: es geht sowohl auf dem Hinweg als auch auf dem Rückweg immer leicht bergab. Ich weiß ja – das geht nicht.

Vielleicht ist meine Brille Mist? Oder spinne ich jetzt total? Finde des Rätsels Lösung nicht. Finde aber, dass das so bleiben kann. Das Gefühl, dass es immer nur bergauf geht, wär ja viel blöder! 🙂

Morgen geht’s nach Dunedin – also mal wieder richtig Stadt, sogar mit Tango, juchu!

Mit im Bus, das weiß ich jetzt schon: Thomas aus der Schweiz 🙂

 

Südwärts 1

Am 12.02. fahre ich morgens von Franz Josef nach Wanaka. Die Fahrt soll fünfeinhalb Stunden dauern, wir machen fast jede Stunde eine Pause – warum? Wer weiß es. Zwei Coffee-Breaks, ein Lunch-Break, ein Waterfall-Break ….. aber ich bin ja auf Reisen, nicht auf der Flucht und irgendwann komme ich wider Erwarten in Wanaka an. Schön ist es! Das Hostel ist mir empfohlen worden, es ist wunderbar, supersauber und hat einen tollen Millionärsblick von Terrasse und Aufenthaltsraum aus.IMG_6300IMG_6301IMG_6304

Nachmittags spaziere ich auf diesen nahegelegenen Berg und verschaffe mir einen kleinen Überblick. IMG_6250Es ist so schön hier. Schade, dass die Fotos das wirklich nur ein bisschen wiedergeben. Das Wetter ist leider wechselhaft, in den zwei Wanderstunden ziehe ich mir viermal die Regenjacke an und aus ….. aber es ist immerhin nicht so kalt, wie es aussieht.IMG_6217 IMG_6218 IMG_6219

Am nächsten Tag möchte ich wandern gehen ….. eigentlich den Roys Peak Walk, der etwa sechs Stunden dauern soll und stellenweise ziemlich steil ist. Die Wetteraussichten sind nicht die besten, es soll immer mal wieder regnen. Alleine auf irgendwelchen hohen Felsen in einer Schlechtwetterfront zu stehen, traue ich mich dann doch nicht und beschließe stattdessen, am Ufer des Lake Wanaka entlangzulaufen. Eine gute Entscheidung, es wird eine wunderschöne Wanderung, allerdings ein bisschen länger als geplant….IMG_6239Das ist der Berg, auf den ich eigentlich wollte …… von unten sieht er ja auch sehr nett aus.IMG_6244IMG_6247 IMG_6258 IMG_6264IMG_6253IMG_6261Und die sieht man wirklich überall ……. IMG_6263IMG_6272Meine Käsebrotbank …… IMG_6274 IMG_6280IMG_6295 IMG_6287

Ich möchte bis zur Glendhu Bay laufen, der Wegweiser sagt, dass es etwa drei Stunden dauern wird. Ich brauche viereinhalb, ob das an den vielen Fotopausen liegt? Vielleicht bin ich heute auch einfach ein bisschen schneckig. Es ist wunderschön hier, ich bin hin- und weg, und trocken bleib ich auch. Endlich angekommen und 15 km später bin ich total müde und denke verstärkt darüber nach, dass es ja auch noch einen Rückweg gibt. Ooochnee.

Trampen soll man in Neuseeland ganz gut können. So stell ich mich das erste Mal seit sehr vielen Jahren an die nahegelegene Straße ( Neele, das macht man nicht !!!! ) und halt den ( linken!! ) Daumen in die Luft.IMG_6296 IMG_629920 Minuten und 15 Autos später hält ein netter und hilfsbereiter Neuseeländer an.  Ich schaff sogar noch meinen Friseurtermin in Wanaka ….

Abends treffe ich Uschi wieder, mit der ich ja schon in Nelson in einem Hostel gewohnt habe. Wir erzählen ein bisschen und essen zusammen.

Am 14.02. verabschiedet sich Wanaka mit strahlendem Sonnenschein von mir. In diesem Ort und auch in diesem tollen Hostel wäre ich ganz gerne noch etwas länger geblieben. Leider muss man auf der Südinsel alle Aufenthalte etwas längerfristig planen, die guten Hostels sind Tage im voraus komplett ausgebucht.IMG_6312 IMG_6305 Am frühen Nachmittag geht’s dann also weiter nach Queenstown. Bis dahin dungele ich ein bisschen im Hostel herum, heute bin ich hautsächlich schlapp.

Die 117 km lange Busfahrt nach Queenstown ist (landschaftlich gesehen) der Hammer ( diesmal gibt es ein Obsteinkaufs – Break )IMG_6323 IMG_6329 IMG_6337 IMG_6341Queenstown ist so gar nicht meins, aber das dachte ich mir schon. Der Ort ist ein  supertouristisches Partykaff, besonders beliebt bei Japanern und Adventuretouristen …. wer Fallschirmsprünge oder Bungeejumping braucht, ist hier komplett richtig. Wer sich abends so richtig aufbretzeln möchte, auch. Wieso wollte ich nochmal hierhin?

Ich schau mir die Innenstadt an und sehe Thomas aus der Schweiz wieder, den ich lustiger weise in JEDEM Ort treffe. Er ist schon seit einem Tag hier, findet es furchtbar und beklagt das Ballermannflair. Wir klagen uns gegenseitig unser Leid und freuen uns, dass wir uns sehr bald wieder ( mit Grausen ) abwenden können …..IMG_6378IMG_6362 IMG_6347Mein Hostel ist zwar klein, aber wirklich kein Wohlfühlteil … eher lieblos und schmuddelig. Mein Favorit war schon vor zwei Wochen ausgebucht. Seufzdolle. Schlafen kann ich trotz durchgelegenem Bett ganz gut.

Am nächsten Morgen mache ich das, was mir inzwischen zu einer lieben Gewohnheit geworden ist: ich steige auf einen ( diesen ) Berg und verschaffe mir einen Überblick:IMG_6394Dieses Mal ist es wirklich eine ziemlich schweißtreibende und steile  Angelegenheit, besonders begeistert mich das alles nicht. Queenstown ist einfach nicht meins …. aber vielleicht hab ich auch einfach nur ein bisschen schlechte Laune. Gut, dass es morgen weiter geht.IMG_6388IMG_6383Ach, und das gibt’s hier auch. Ich finde das verwirrend! 😉IMG_6360

 

 

 

Franz Josef …….

….. wieso eigentlich Franz Josef? Der Gletscher wurde 1865 erstmals von Europäern erforscht, und von einem Österreicher namens Julius Haast nach seinem Kaiser Franz Josef getauft. Nun gut, Die Maoris haben den Gletscher „Ka Roimata o Hine Hukatere“ ( Tränen des Lawinenmädchens ) genannt. Gefällt mir irgendwie besser.

Am 10.02. setze ich mich also bei bestem Wetter in den Bus, mein Tagesziel ist Franz Josef Village. Die Fahrt ist schön und wieder einmal sehr abwechslungsreich.IMG_6129 IMG_6131 (2)Am späten Nachmittag komme ich an und beziehe mein Female Share ( Frauenschlafraum mit maximal vier Betten ), den ich heute Nacht nur mit Christina teilen muss. Sie ist eine deutsche Lehrerin im Sabbatjahr und macht ihre Weltreise „andersrum“. ( deutsche Lehrerinnen im Sabbatjahr habe ich schon einige getroffen ….. )

Die Jugendherberge grenzt direkt an den Regenwald, und wir haben diese tolle Aussicht aus dem riesigen Zimmerfenster:IMG_6145Später schlendere ich noch ein bisschen durch den Ort, der nicht der Rede wert ist. Hotels, Motels, Hostels, Restaurants, Andenkenläden, ein kleiner Supermarkt, einige Spa`s und ein paar Tourenanbieter ( Gletscherrundflüge per Hubschrauber ). Die Lage ist sehr schön und am Ende dieser Straße liegt meine Jugendherberge  …..IMG_6138Für den nächsten Morgen habe ich einen Shuttle zum Gletscher-Wanderweg gebucht, stehe früh auf und stelle leider fest, dass das schöne Wetter der letzten Tage auf Einheitsgrau und Regen umgeschlagen ist. Ich buche den Shuttle auf zwei Stunden später um, frühstücke gemütlich und schreibe ein paar mails. Und ich habe Glück – für meinen kleinen Ausflug erwische ich die einzigen beiden trockenen Stunden des Tages ….

Der Gletscher ist in den letzten Jahren ziemlich weggeschmolzen. Das ist wohl eine Auswirkung der Erderwärmung und  besorgniserregend, besonders erschreckend ist die große Veränderung zwischen 2010 und 2014. Für die Menschen, die hier vom Tourismus leben, muss es noch bedrohlicher sein …….

Heute:

IMG_61472010: IMG_61491965: IMG_61501907: IMG_6152Über einen abgesteckten Wanderweg kann man gut 45 Minuten dem Gletscher entgegenwandern.IMG_6156 (2) IMG_6161 IMG_6163 (2)IMG_6165 IMG_6174 IMG_6178 IMG_6182Ja, und das ist er, der kümmerliche Rest ….. wenn man ihn richtig sehen möchte, muss man 400 Dollar ( 240€ ) für eine Hubschrauberrunde ausgeben. Ich spar das viele Geld lieber schon mal für die nächste Südamerikareise – der Pepito Moreno steht noch ganz oben auf meiner Dasmöchteichgernnochsehenliste 😉IMG_6184Und dieser sympathische Herr ist aus Pappe möchte nicht, dass man weiter geht – das muss wohl gefährlich sein.IMG_6185Zurück am Ausgangspunkt fängt es wieder an zu regnen. Ich lass mich von dem Shuttle zur Herberge bringen und verbringe den weiteren Tag auf und im Bett und denke gründlich darüber nach, warum der Regenwald  Regenwald heißt 😉

Punakaiki und Pfannkuchenfelsen

Am 07.02. versuche ich eine größere Radtour in der Umgebung von Nelson zu machen. Ich gebe zu, das Unternehmen ist von vornherein ein Risiko, dunkelgraue Wolken wollen mich warnen ….. kaum habe ich mir ein Rad geliehen, fängt es an zu regnen. Okay, dann also erst einmal Kaffee trinken gehen. Irgendwann nieselt es nur noch, ich fahre los und halte knapp zwei Stunden durch, dann gebe ich entnervt und nass das Rad wieder ab.

Schnell noch in den Supermarkt, dann möchte ich zurück ins Hostel und dort für den restlichen Tag bleiben. Abends kühlt es so ab, dass Jimmy, der Hostelbesitzer, den Kaminofen anschmeißt ….. das ist vielleicht gemütlich! Ich packe, buche Hostels und Busfahrten für die nächsten zehn Tage, schreibe mails, hänge auf dem Sofa vor dem Ofen ab.

Am 08.02. muss ich früh raus, der Bus gen Süden fährt schon um 7.15 ab. Die Fahrt ist total schön, die Landschaft wechselt schnell. Ab Westport geht’s direkt an der Westküste entlang.IMG_5945IMG_5947IMG_5971Mittags komme ich an. Punakaiki – die Pancakerocks, ein langer wildbewellter Strand, zwei Hostels, ein paar Motels, eine Taverne, die Touristeninfo, zwei Andenkenläden und sonst: nichts. Das weiß ich vorher, und beim Hostelbuchen wird einem auch gleich gesagt, man solle genug zu essen mitbringen. So rolle ich mein Köfferchen gen Hostel, und das ist wirklich schön und direkt am Strand gelegen.IMG_6029Da die Dorms in dieser Nacht ausgebucht sind, muss ich ein Doppelzimmer nehmen. Das ist superschön und hat einen eigenem Balkon. Wenn ich auf dem Bett liege, sehe ich das:IMG_6041An meiner großen Freude darüber, ein Zimmer für mich zu haben, merke ich, dass mich das  Hostelleben momentan etwas anstrengt. Seit fast vier Wochen habe jeden Tag mit vielen neuen Menschen zu tun, die ich mir alle nicht ausgesucht habe. Oft gibt es nette Begegnungen und Gespräche, aber vieles nervt mich auch. Dazu kommt, dass überall, auch in der Natur, wirklich viele Leute sind. Ich denke darüber nach, meinen Reisestil zu ändern: entweder öfter mal ein Einzelzimmer buchen oder andere Orte abseits der üblichen Backpackerwege zu suchen ( dafür brauch ich wohl ein Auto …. ). Aber egal, heute genieße ich erst einmal mein Zimmer mit dem supertollen Blick!

Nachmittags gehe ich zu den Pancakerocks, um die hier ein ziemlicher Buhei gemacht wird. Die Gesteinsformationen sehen aus wie aufgeschichtete Pfannkuchen und sind schon besonders.IMG_5986IMG_6017IMG_6007IMG_5995IMG_5990IMG_5999Es gibt einen angelegten  Rundweg, der schöne Ausblicke bietet. IMG_6008Besser als die Felsen gefällt mir der tolle wilde Strand. Nichts zum Rumliegen und für mich auch nichts zum Baden, aber zum Spazieren gehen, Steine sammeln,  in die Wellen starren und dem Rauschen zuhören.IMG_5981IMG_6034IMG_6032Ansonsten genieße ich meinen eigenen kleinen Balkon und serviere mir auch mein Abendessen dort – ach ist das schön! Um Menschen mache ich heute einen Riesenbogen …..IMG_6039Am nächsten Morgen und nach meinem Umzug in einen netten 4er Dorm mache ich einen der Wanderwege vor Ort – den Pororari – Punakaiki River Track. Es geht erst am schönen Pororari River entlang, später durch den Wald und am Punakaiki River zurück. Schön ist es und gut tut es. Das Wetter ist sonnig und warm. Was hab ich für ein Glück, eigentlich soll es hier ständig regnen!IMG_6057 IMG_6058IMG_6061IMG_5988IMG_6071IMG_6077IMG_6074

Nach einer kurzen Mittagspause gehe ich mit Henning, einem jungen Mann aus Flensburg, zum Truman Track. Der ist nur eine halbe Stunde lang, endet aber in einen wunderbaren Bucht – so wild! Das Spaziergang mit Henning wird ganz wichtig für mich, da er die Dinge so unheimlich positiv sehen kann und mich ein bisschen aus meinem „ich-bin-so-genervt- Film“ rausholt. Jetzt geht’s wieder!IMG_6082IMG_6088

Ich glaub ich hab das meiste von dem gemacht, das es in Punakaiki zu machen gibt. Nun läute ich den gemütlichen Teil des Tages ein, blockier ein bisschen das Sofa und schau aufs Wasser 🙂

Ach, und das gibt es in diesem Hostel: selbstgebackenes Vollkornbrot! Der Besitzer ist ein Deutscher und macht allen, die das schreckliche neuseeländische Brot über haben ( also fast allen Deutschen ….), eine Riesenfreude. Oh sorry, das neuseeländische Brot ist natürlich nicht schrecklich, es gibt auch viele Sorten. Und es sieht sehr, sehr schön aus 😉IMG_6093Morgen Mittag geht’s weiter nach Franz Josef ……… ich bin ja mal gespannt!

Immer noch Nelson und Abel Tasman National Park und immer noch Nelson

Sonntag, 02.02., bewandere ich an einem schönen Hochsommertag  Nelsons Hausberg – viereinhalb Stunden meist stramm bergauf oder bergab, schöne Aussichten und gelegentliche Pausen eingeschlossen. Nett ist es. Und: ich treffe niemanden. Man muss in Neuseeland einfach weniger populäre Sachen machen, um die Natur für sich zu haben ……..IMG_5635IMG_5637IMG_5643IMG_5645Die Belohnung gibt es hier:IMG_5648IMG_5652Ein stinkefeines, aber sehr schönes Restaurant, gelegen in einer wunderbaren Gartenanlage. Unter den Sonnenschirmen sitzen sehr aufrecht großbehütete Damen und nippen an ihrem Tee. Ich bin dreckig und verschwitzt, werde aber trotzdem sehr freundlich bedient.

Montag, 03.02. bin ich viel mit organisieren beschäftigt. Ich möchte meinen Aufenthalt im Abel Tasman Nationalpark planen ( wie hinkommen, wo übernachten, wie passt es zeitlich mit der Strecke, die nur bei Niedrigwasser geht ) mein Hauptgepäck aber in meinem schönen Hostel in Nelson lassen ( schwierig, weil es da klein und eng ist ). Dort möchte ich dann wieder für ein, zwei Nächte wohnen ( schwierig, weil immer ausgebucht ). Ich muss jetzt schon klären, wo ich anschließend hinfahren möchte und die entsprechende Busfahrt und Unterkunft reservieren ( schwierig, weil oft ausgebucht ). Und alle Buchungen müssen zueinander passen …… manchmal ist das Leben als Reisende etwas stressig 😉

Den Nachmittag verbringe ich mit Uschi im Queens Park, den Abend mit ihr und vielen anderen Menschen im Hostel. Ich schreibe mir Tipps für Neuseeland und  für Bali auf, rede viel, höre noch mehr zu und verbringe einen sehr netten Abend. Trotzdem freue ich mich total darauf, die nächsten beiden Tage allein mit mir und der Natur ( ääähmja …… siehe unten ) im Nationalpark unterwegs zu sein.

Am Dienstag werde ich morgens kurz vor acht abgeholt und zum Wassertaxi gebracht. Das Wetter ist ….. achnee. grau, kalt, nieselig, besorgniserregend.IMG_5659Den gab es vom Schiff aus zu sehen:IMG_5666Und so sieht es aus, wenn man nicht in die erste Reihe drängelt:IMG_5675IMG_5662In Kaiteriteri müssen alle Passagiere das Boot wechseln, und nach zwei Stunden Fahrt werde ich mit ein paar anderen in der Medlands Bay „ausgesetzt“. Der Skipper erkundigt sich, ob ich Regensachen dabei habe ……IMG_5688Meine Laune ist so mitteltoll. Das Wetter ist seit vielen Tagen so wunderbar …. warum muss es ausgerechnet jetzt ….. ich möchte nicht im Nieselregen durch den Wald glitschen, frieren und nass sein …..

Was für ein Glück:  am späten Vormittag reißt entgegen aller Vorhersagen der Himmel auf, und ich habe zwei Tage lang nur das aller, allerschönste Wetter 🙂 Ich hab vorher schon gelesen, dass man sich in Neuseeland auf vieles verlassen kann, nur nicht auf die Wettervorhersagen. In diesem Fall: gut so! 🙂

Ich freue mich, dass ich heute nicht irgend wo abgeholt werde und das Gefühl habe, mich beeilen zu müssen, sondern trödeln kann und auch für die kleinen Dinge viel Zeit habe ….IMG_5693

Ich laufe los, mein Rucksack ist schwerer als gewöhnlich. Übernachtungssachen, Wasser für einen Tag und Essen für zwei Tage müssen mit. Sonnencreme, Mückenmittel, Sonnenhut, Badesachen undundund ……. die Landschaft ist traumwunderschön. Mein Tagesziel heißt Awaroa, das je nach Angabe zwischen 9 und 15 km entfernt liegt. Es geht im Wald hoch und runter, manchmal auch ein Stück am Strand entlang. Die Buchten heißen Sandfly- und Mosquitobay und lassen Böses ahnen ……IMG_5700IMG_5703IMG_5704IMG_5706Seit Patagonien bin ich absolut hängebrückendesensibilisiert …..IMG_5709IMG_5733IMG_5918Mittags um drei kann ich schon in der Backpackerabteilung der Peppers Awarowa Lodge einchecken. Die Lodge selber ist teuer und mit allem Schick und Mick bestückt, einschließlich Luxusrestaurant, Pizzabude und Flugzeuglandebahn ( hä …. ich dachte, ich bin im Nationalpark? ). Ich komme in einen riesigen Achterdorm ganz für mich alleine unter und brauch fürs erste Ankommen erst einmal einen Cappuchino im hauseigenen Cafe …..

Später geht’s an den Strand, den ich, da Übernachtungsgast, erst bei Hochwasser und am Abend bei Niedrigwasser und ohne einen Menschen weit und breit genießen darf. Und sehr genieße! Der Abel Tasman-Track ist der meistbesuchte der neun Great Walks  in Neuseeland. Was das heißt, merke ich jetzt. Manchmal ist es schwierig, Fotos ohne Menschen zu machen, überall hört man Deutsch. Manchmal bleibe ich ein paar Minuten stehen, um den Abstand zu „Vorgängern“ zu vergrößern, und manchmal bin ich ganz genervt. Seit diesem Tag weiß ich auch, was Sandfliegen sind und warum Andere völlig zerstochenen Beine haben ……

Trotzdem: Es ist unheimlich schön hier! IMG_5739Gleiche Ansicht bei Niedrigwasser ……IMG_5806IMG_5764IMG_5756IMG_5745IMG_5751IMG_5786IMG_5821IMG_5874 (2)Abends gehe ich das erste Mal in Neuseeland essen – die Pizzabude ist heute Abend meine! Ich lese Chickenpizza und bestelle voller Vorfreude …. muss leider mal wieder feststellen: wer lesen kann, ist klar im Vorteil 🙂 statt einer Chickenpizza habe ich mir eine Pizza mit Chicken, Cranberrys und Brie bestellt … ochneee, ich hasse Brie. Schmeckt dann doch ganz gut, ist aber unheimlich (!) fett und hat mindestens 500000 Kalorien ….. IMG_5809Die Nacht … naja. Ich wohn ziemlich allein im Wald. Ohne einen Menschen in direkter Umgebung, aber mit eigener Terrasse und Blick ins Grüne.IMG_5737

Um elf wird das Stromaggregat abgestellt, es ist stockfinster. Mein Dorm ist nicht gerade sehr wohnlich, und ich gebe zu: in diesem Falle wär ich ganz froh, wenn ich ein paar schnarchende Mitreisende in meiner Nähe hätte …. besonders, als es nachts mal ziemlich kracht. Keine Ahnung, was das ist. Wie schon öfter mal auf meiner Reise, tu ich so, als ob ich keine Angst habe. Funktioniert, jedenfalls im Ansatz, ganz gut.

Mein Handy weckt mich gegen sieben, jetzt muss ich meinen Krempel packen, auschecken und schnell losgehen. Es ist Niedrigwasser, das brauche ich für die erste Wanderstrecke. IMG_5904Ganz wasserfrei ist der Weg nicht, hier heißt es Hose ausziehen und durchwaten ….IMG_5911IMG_5905Die Strecke bis nach Totaranui, wo ich am späten Mittag vom Wassertaxi wieder aufgelesen werde, ist leider ziemlich kurz, aber wunderschön. An manchen Stellen hab ich dann doch ein wenig mit meiner Höhen….unbehaglichkeit zu tun : der Weg ist 30 cm breit, rechts gehts steil bergab.

Ich wandere durch wunderschönen Regenwald und tolle Buchten …..IMG_5923IMG_5920IMG_5913Niemals wirklich alleine, aber an der Stränden verteilen sich die vielen Menschen ganz gut …..IMG_5921Am frühen Mittag komme ich in Totaranui an und jetzt muss es endlich sein: das erste Mal Baden in Neuseeland 🙂  Tut gut!IMG_5742 (2)An diesem wundertollen und sehr langen Strand gibt es einen großen Campingplatz, eine Straßenzufahrt, ein Informationszentrum, viele Wassertaxis und noch mehr Menschen …… ähhhhh – Nationalpark?

Ich warte ein Weilchen auf mein Boot und schlaf erst mal was am Strand ein. Ich bin doch ganz schön müde! Abends bin ich wieder im Hostel, ganz kaputt und ohne Lust, zu sprechen. Schaffe es gerade noch, meine Wäsche zu waschen und zu trocknen und bin um halb zehn im Bett …..

Für meine Hostelanfragen ab Freitag hab ich schon die zweite Absage bekommen ….. seufz. Dumm, vor allem weil es in diesem Ort nur diese beiden  Hostels gibt. So heißt es Nelson verlängern ( das geht nur mit Matratze auf dem Fußboden, aber es geht – die sind so lieb hier! ….. ), den Bus umbuchen und die erste Nacht in Punakaiki in einem teuren Doppelzimmer verbringen. So bleib ich eben bis Samstag in Nelson ….. was solls, ist doch schön hier!

Donnerstag muss ich mir ein paar Sachen besorgen, zum Glück machen die meisten Geschäfte trotz des Nationalfeiertages irgendwann mal auf. Nachmittags gibt’s eine Milonga im Cafe Berlin – endlich wieder Tangotanzen! Heute bin ich ein bisschen aufgeregt, es wird aber wie immer sehr nett.

Nun bleibt ein unerwarteter Tag in Nelson, den ich für eine größere Radtour nutzen möchte.  Samstag geht’s dann endlich weiter ….. die Wettervorhersage sagt: Sonnenschein an der Westküste ( ääähmja …… siehe oben! ) !!

 

 

Sunny Nelson

Am 30,01. verlasse ich mein schönes Hostel. Besitzerin Lyn ist wirklich toll und schafft eine so warme Atmospäre, dass mir der Abschied von Picton (!) fast ein bisschen schwer fällt. An der Bushaltestelle lerne ich Uschi kennen, die dreiundsechzig ist und erstaunlich jung wirkt. Sie reist alleine durch Neuseeland und quartiert sich wie ich in den Mehrbettzimmern der Hostels ein.

Diesmal hat der Bus richtig viel Verspätung, das gibt mir Gelegenheit, mir diese nette Bushaltestelle genauer anzuschauen und das eine oder andere Foto zu machen ( zu lassen ) :IMG_5545 (2)Das blaue Gepäckstück ist übrigens meine Kühltasche, mit sowas sind hier sehr viele Backpacker unterwegs …. wir Selbstkocherundnichtessengeher tragen darin unsere Lebensmittel von Hostelkühlschrank zu Hostelkühlschrank 😉 IMG_5552 (2)Die Busfahrt ist nicht allzulang, am  Nachmittag komme ich in Nelson an. Dass diese Gegend die sonnenreichste Neuseelands ist, habe ich vorher schon gelesen – der erste Eindruck stimmt, das Wetter ist einfach sommerlich wundertoll!  Mit  einem netten Iren laufe ich ne ganze Weile zu meinem neuen Hostel. Hier habe ich mich diesmal leider ziemlich vergriffen. Es ist nett, sauber und großzügig, aber die Horden lebhafter junger deutscher Menschen um die zwanzig gehen mir echt auf die Nerven…..

Abends bin ich mit Uschi verabredet. Ich schaue mir ihr schönes Hostel in der Innenstadt an. Dort wohnen am zweiten Wochenende im März viele Tangotänzer. An diesen drei Tagen treffen sich Tangueros aus ganz Neuseeland. Ich reserviere mir ein (Einzeljuchu)Zimmer und freue mich auf viel Milonga, hoffentlich jede Menge schöner Tänze und auf Angelika aus Devenport, die ich dort wiedertreffen werde.

Am Freitag, 31.01., sehen Uschi und ich uns gegen Mittag wieder, um eine kleine Wanderung zur Botanical Reserve zu machen. Von dort oben hat man einen tollen Blick auf Nelson und Umgebung:IMG_5571 IMG_5572 IMG_5579 (2)Außerdem sind wir genau in der Mitte von Neuseeland:IMG_5580 (2)Abends bleibe ich im Hostel, maile, skype und bin ganz froh, dass ich mir für den nächsten Tag ein ( völlig ) anderes Hostel organisiert habe. Es ist ganz, ganz klein ( nur 12 Betten ) und superfamiliär.IMG_5633Am Samstag, 01.02. bringe ich schnell meine Sachen ins Shortbread Cottage und geh ein bisschen in der Innenstadt bummeln. Heute ist Markttag, es gibt Obst, Gemüse, ganz viel Kunsthandwerk und jede Menge Straßenmusik. Nelson ist wirklich total nett!IMG_5592 (2)IMG_5588IMG_5599IMG_5608IMG_5605IMG_5569Mittags treffe ich mich wieder mit Uschi, wir mieten uns ein Fahrrad, um uns den Sporthafen und Tahunanui Beach, einen Strand, der etwas außerhalb liegt, anzuschauen.IMG_5609 IMG_5610IMG_5613 IMG_5612Auf dem Rückweg finden wir ein Cafe mit Traumterrasse:IMG_5622Und das ist Dame an Traumterrasse  😉IMG_5625 (2)Später möchte ich noch kurz in den Supermarkt, um Fisch zum Abendessen zu kaufen. Den Fingerhut voll Weinprobe lassen wir uns nicht entgehen 😉IMG_5632 (2)Abends heißt es für mich einleben ( wo liegen hier doch gleich die Messer? ), kochen, mit den neuen Mitbewohnern klönen und Reiseblog schreiben ….. schön, dass mir noch vier Tage Nelson bleiben.

 

Picton

Am Montag, 27.01. erreiche ich ganz pünktlich, aber reichlich müde ( Sonntag gab es einen wunderbaren Tanzabend für mich … schwelgdolle ) den Shuttlebus zur Fähre nach Picton. Leider lässt das Wetter zu wünschen übrig, aber wenigstens regnet es nicht. Ich hab Glück, ich werde nicht so schnell seekrank ….IMG_5381IMG_5384IMG_5392Die Fähre hat einen Aufenthaltsraum mit riesigen Fenstern, so kann ich schön schauen. Besonders freue ich mich auf die Einfahrt in die Marlborough – Sounds ( Fjorde ), von der ich schon so viel gehört habe. Und ja, es ist schön!IMG_5400 - KopieIMG_5404IMG_5411 - KopieIMG_5417Nach gut drei Stunden kommen wir in Picton an. Wenn ich mit dem Auto hier angekommen wäre – ich wär sofort (!) weiter gefahren. Was für ein Kaff! Aber erstens fremdel ich sowieso immer, wenn ich neu ankomme, und zweitens hätt ich auch ein bisschen was verpasst 🙂 IMG_5422Mein Hostel ist sehr nett, gemütlich und fast ein (kleines, supersauberes) Hotel. Es gibt einen Whirlpool im Garten, einen schönen Gemeinschaftsbereich und Kristina, die ich hier wiedertreffe. Nachmittags schaue ich mir den kleinen Ort an ( den ich immer noch ziemlich achneee finde – wie soll ich hier nur dreimal Schlafen rumkriegen …. ) und mache ansonsten nicht mehr viel.IMG_5424IMG_5425An nächsten Tag laufe ich einen von den Wegen, die man direkt vom Ort aus machen kann. Ich wandere zur Snout – Landspitze, was hin – und zurück viereinhalb Stunden dauert. Ein schöner Spazierweg, ab und an gibt’s einen netten Ausblick!IMG_5426 - KopieIMG_5433Abends sitze ich mit Martin aus Holland, ein bisschen älter als ich ist, zusammen. Wir teilen Wein und Salat und haben ein wirklich gutes Gespräch, was unterwegs eher selten ist. Meistens bleibt es bei Wo-kommst-du-her-wie-lange-bist-du-schon-unterwegs-wo-willst-du-hin. Manchmal ist das so beliebig, dass ich die Gespräche sofort wieder vergesse ( oder Mensch und das dazugehörige Gespräch verwechsle )

Am nächsten Morgen muss ich früh raus. Ich möchte einen Teil des Queen Charlotte Tracks in die Marlborough Sounds gehen. Diesen Track kann man in drei bis fünf Tagen, aber auch in einzelnen Abschnitten laufen. Ich lasse mich mit einem Wassertaxi zuerst auf die kleine Insel Motuara, ein Naturreservat bringen. Dort kann man viele Vögel beobachten, und es gibt sehr schöne Ausblicke. Der Tag ist einfach wunderbar ( 25 Grad, knallblauer Himmel )  – Glück gehabt!IMG_5449IMG_5464Und dieser Süße  erinnert mich an den kleinen Darwinfinken auf den Galapagos, der an genau gleicher Stelle saß 🙂IMG_5483

Was fällt an diesem Schild auf? In Neuseeland gibt es so viele öffentliche Toiletten ( immer absolut sauber und MIT Klopapier! ), dass eigens erwähnt wird, wenn es mal keine gibt 😉IMG_5478 - KopieNach einer Stunde werde ich von Motuara abgeholt, und zu dem eigentlichen Ausgangspunkt für die Wanderung gebracht. Es geht viereinhalb schöne Stunden bergauf und bergab durch Wald und feine Buchten. Ich bin heute nicht  gut drauf, hab wohl was gegessen, was mir nicht gut getan hat. Bewegung und die viele frische Luft sind richtig, am Nachmittag  kann ich schon wieder ganz entspannt im Gras liegen, Musik hören und auf das Wassertaxi warten, das die Wanderer zurück nach Picton bringt.IMG_5496 - KopieIMG_5495IMG_5498 - KopieIMG_5507 IMG_5505 - KopieAch ja, Musik hören – ich habe über ein halbes Jahr gebraucht, bis ich das wieder kann und mag.. Schule macht mich so geräuschempfindlich …….IMG_5524 - KopieIMG_5540Morgen geht’s weiter nach Nelson. Neue Stadt, neues Hostel, neue Leute. Wieder lernen, wo die Löffel liegen und was sonst noch so los ist. Ein bisschen Tango gibt es dort auch. Und Anfang März den Tangosommer …. ein Wochenende lang ganz viel Milonga. Ich glaub, das muss ich mitnehmen 🙂

Windy Welly und ziemlich gute Laune

Am 20.01. komme ich nach fünf Stunden Busfahrt, auf der mal wieder alles klappt wie am Schnürchen, in Wellington an. Ich rolle mein Köfferchen eine Weile am Wasser entlang und freue mich – die Stadt ist schön, windig und für eine Hauptstadt ziemlich klein ( 200 000 Einwohner ).IMG_5286IMG_5289IMG_5287IMG_5361Architektonisch gibt es viel Durcheinander, nichts passt zusammen. Ich finde das ganz gemütlich, und ab und an gibt es ein richtiges Schmuckstück: das ist der Bahnhof – ist der nicht schön?IMG_5282

Kaum habe ich mein Zimmer in der supergut geführten und supergroßen Jugendherberge bezogen ( und mir ein Upgrade vom düsteren  6er – Dorm mit schrecklichem Ausblick in ein 4 er – Dorm mit eigenem Bad und tollem!!! Blick in den Hafen verordnet habe ) bebt die Erde. Und zwar heftig, das ganze Gebäude schwankt. Ich finde es unheimlich, die Leute von der Rezeption nehmen es gelassen. Hoffentlich kommt da nichts mehr nach! Später erfahre ich, dass dieses Beben immerhin 6.2  auf der Richterskala stark war – ist wohl nicht nichts!

Und das ist der Blick aus meinem Zimmer – man kann es fast Millionärsblick nennen 🙂

Straßenlärm und schnarchende Mitschläferinnen muss man sich allerdings dazudenken …… IMG_5358

Nachmittags schaue ich mir ein bisschen Wellington an, abends holen mich Karin und Nadja, mit denen ich schon in Napier unterwegs war, ab. Wir gehen einen Wein trinken, sind aber alle müde. So wird es diesmal nicht so spät.

Leider wird die Nacht unangenehm, eine durchgeknallte Neuseeländerin in meinem Zimmer motzt rum und weckt alle auf. Seufz. Low Budget ist doch manchmal sehr low …..

Am nächsten Tag regnet es von morgens bis abends. Ich bleibe bis nachmittags in der Jugendherberge, organisiere meine Weiterreise, skype, schreibe emails. Nachmittags kämpfe ich mich durch Wind und Regen bis zum Museum für moderne Kunst, das wie viele Museen in Neuseeland keinen Eintritt kostet. Schade, dass ich nicht fotografieren darf ….IMG_5197IMG_5196Später stöbere ich ein bisschen durch die Boutiquen, die gibt’s hier schön und viel. Könnt mal was Neues gebrauchen. Nach fünf Monaten Immer-nur-die-gleichen-drei-Teile-anhaben sieht alles etwas …. nun ja …. schäbig aus. Andererseits ist es so auch ganz entspannt: die Frage, was ich heute anziehe, stellt sich für mich momentan nicht so 😉

Und ich geh früh ins Bett, bin so müde. Leider wird die nächste Nacht auch nicht besser. Es gibt zwei Heimkehrerinnen, die um zwölf wieder da sind, die vierte im Zimmer kommt sehr angeschlagen um halb fünf zurück. Seufz.

Am nächsten Morgen spaziere ich in den sehr schönen Botanischen Garten und lasse mich einfach ein bisschen treiben.

Besonders gut gefällt mir der Lady-Norden-Rose-Garden ( allein dieser Name ist doch schon klasse…. ).IMG_5218IMG_5231IMG_5224IMG_5227 (2) IMG_5228Meine Lieblingsrose ist auch dabei: IMG_5232Im Gewächshaus nebenan gibt’s eine andere Art von Rose 😉IMG_5241 IMG_5249Auf dem Weg zurück in die Innenstadt komme ich durch den Bolton Street Memorial Park, der eigentlich ein alter Friedhof ist. Roger hat mir in Auckland mal erklärt, dass die Neuseeländer viel Platz haben, und es keine Notwendigkeit gibt, die Grabstellen wie bei uns nach einigen Jahrzehnten neu zu vergeben. Ich mag alte Friedhöfe unheimlich gerne, und finde viele uralte Grabsteine aus dem 19. Jahrhundert. IMG_5250IMG_5251IMG_5256IMG_5264IMG_5273Auckland find ich schon sehr schön, Wellington gefällt mir noch besser. Auckland ist elegant, sehr modern und weltstädtisch. Wellington ist klein und gemütlich, dabei ein bisschen durcheinander. Ich fühle mich total wohl und kann das Unterwegssein und mein Michtreibenlassen absolut entspannt genießen. IMG_5362Abends gehe ich zum Tango, auch das ist höchstens zehn Gehminuten von meiner Jugendherberge entfernt. Die Milonga ist schön, und ich komme viel und auch richtig gut zum Tanzen. Beschwingt geht’s zur Herberge zurück, dort gibt’s mit Roland aus Heidelberg noch ein Glas Wein. In dieser Jugendherberge gibt es viele ältere Leute, auch viele Deutsche. Wir „Alten“ zwinkern uns wie aus einem Geheimbund stammend zu, und sich kennenzulernen ist nicht sehr schwer. Manchmal ist es schon fast unmöglich, mal in Ruhe eine Mail zu schreiben ….

Am 23.01. hol ich mir ein Tagesticket, mit dem kann ich den ganzen Tag auf bestimmten Strecken Zug fahren. Ich möchte mir Küste nördlich von Wellington anschauen. Und hier steige ich aus:IMG_5308Der Ort besteht aus ein, zwei Straßen und gaaaaaaaaanz viel wildem OzeanIMG_5313IMG_5309IMG_5323Ich mache einen langen Strandspaziergang und bin total glücklich. So viel Weite! Später fahre ich noch zwei Orte weiter, nach Waikanae. Da gibt’s ein bisschen mehr Ort, jede Menge Rentner und einen unglaublichen Strand.IMG_5333IMG_5336Nur die Insel Kapiti im Hintergrund stört ein bisschen das Juist-Feeling 😉

Es gibt hier so viele tolle ( menschenleere ) Strände! Und das kann man vom Zug aus sehen:

IMG_5345IMG_5350Abends holen mich Karin und Nadja mal wieder ab – wir wollen hoch in den Botanischen Garten, dort gibt es Live – Musik. Leider finden wir die Cable-car Haltestelle lange nicht und kommen reichlich spät oder genau genommen gar nicht an. IMG_5352Wir fahren mit der Bahn hoch, hören vom weiten die Musik und bleiben einfach dort, wo wir sind. Nadia spendiert ne Flasche Birnen – Cidre, es gibt viel Geblödel und jede Menge Mücken. Die beiden sind ehemalige Managerinnen aus dem Personalbereich, die ihren Job geschmissen haben, weil er nicht mehr gut tat. In vier Monaten Australien und Neuseeland wollen sie Abstand bekommen und sich später neu orientieren. Schade, dass die beiden morgen weiter reisen!IMG_5354Das mit dem Cidre ist übrigens ganz doll verboten, Wellington hat ein Alkoholproblem:IMG_5274Aber uns hat keiner erwischt 😉

Freitag bummele ich ein bisschen durch die Innenstadt, bin aber am Schwächeln ( der viele schlechte Schlaf ) und brauche eine Siesta. Abends steht wieder Tango auf meinem Programm. Heute ist es eher eine Praktica, ein Übungsabend. Wieder ganz in meiner Nähe und wieder absolut nett und total lustig.

Und jetzt gibt es nur noch zwei Tage Wellington, das ist nicht viel …..

Neuseeland gefällt mir so sehr. Heute habe ich mich bei dem Gedanken ertappt, dass ich hier leben könnte ( wenn ich denn irgendwo anders als in Bremen leben wollte – was ich nicht will ). Es ist nicht nur entspannt, herzlich und sicher hier, sondern einfach schön.

Montag morgen geht meine Fähre auf die Südinsel. Bei gutem Wetter ( das ist wieder ein anderes Thema …. ) muss die Fahrt durch die Fjorde ein Traum sein. Ich bin so gespannt!

 

 

Napier

Von Taupo aus fahre ich am 18.01. an die Ostküste, nach Napier. Napier ist bei dem schlimmen Erdbeben von 1931 komplett zerstört und anschließend in einem Art Deko – Stil wieder aufgebaut worden. Es gibt eine Fußgängerzone, Straßencafés und viele nette Läden. Außerdem liegt der Ort wunderschön an einem langen Strand.IMG_5133 IMG_5138 IMG_5182IMG_5128IMG_5129Und das ist mein Hostel in absolut zentraler Lage und höchstens drei Minuten vom Strand entfernt:IMG_5183 IMG_5185 IMG_5186Dorm und vor allem die sanitären Anlagen sind nicht ganz so berauschend, aber der Aufenthaltsraum ist  einfach der Hammer! Und der Weihnachtsbaum blinkt unermüdlich vor sich hin …….

Heute Abend treten die beiden Australierinnen, die ich auf den Fidschis kennen gelernt habe, in Napier auf. In meinen ersten Napierminuten treffe ich die Beiden zufällig  auf der Straße. Großes Hallo, große Freude. Leider findet das Konzert außerhalb statt. Es gibt keinen Bus, ein Taxi würde hin – und zurück 160 Dollar kosten, und mitnehmen können sie mich nicht. So schade. Na, vielleicht klappt es dann an anderer Stelle. Stattdessen lerne ich Karin und Nadia kennen, zwei nette deutsche Frauen, mit denen ich einen ziemlich lustigen Abend habe.

Am nächsten Morgen gibt es das für mich – endlich mal wieder die Möglichkeit, richtige Bahnen zu schwimmen! Der Blick auf den Ozean macht’s genial. IMG_5140Später leihe ich mir für vier Stunden ein Fahrrad – es gibt schöne und gut ausgebaute Radwege hier. Ich fahre eine ganze Weile am Meer entlang – das erste Mal im Linksverkehr. Den musste ich auch schon im Schwimmbad beachten – hier schwimmt man nicht hin – und zurück, sondern in Runden. Als Fußgängerin finde ich den Linksverkehr immer noch sehr gewöhnungsbedürftg. Ich bin schon oft angehupt worden oder beinahe vor ein Auto gelaufen. Seufz.IMG_5141IMG_5144Inzwischen habe ich mir Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von 70 ( gibt das wirklich? ) gekauft. Die Sonne ist hier unheimlich stark, alle tragen einen Hut und eincremen ist selbstverständlich.IMG_5152 Hey, hier ist richtig Hochsommer, der Tag ist sonnig und warm!IMG_5158Auf meiner Karte ist etwas landeinwärts ein Café eingezeichnet, das wär ein schönes Ziel. Ich fahre an Obstplantagen und Weinfeldern vorbei. In dieser Gegend wird viel Wein angebaut ( der neuseeländische Wein ist absolut lecker ), von Napier aus kann man diverse Weintouren buchen. IMG_5159IMG_5162Endlich kommt ein Hinweisschild: Café in 700m ….. juchu. Ich hab mir zwar was ganz anderes vorgestellt, finde meine Kaffeepause mitten im Weinfeld dann aber doch sehr nett.IMG_5165IMG_5168IMG_5169 IMG_5167Auf dem Rückweg fällt mir dieses nicht sehr beruhigende Schild auf – fragt sich nur, was man machen soll, wenn man eine frisky Kuh trifft?IMG_5161Und: es gibt doch nette Fahrradständer!IMG_5176Nachmittags ist Ausruhen angesagt, abends geht’s mit den beiden lustigen Frauen noch ein bisschen los. Napier ist als Zwischenstation sehr nett, lange bleiben muss ich nicht. Den Bus nach Wellington hab ich schon gebucht, morgen früh geht’s los. Ich freu mich auf die Stadt, Kultur, und wenn ich Glück habe, auch auf ein bisschen Tango. Eine Woche möchte ich bleiben, danach geht’s auf die Südinsel.

Taupo

Am 15.01. mache ich mich von Rotarua aus auf den Weg nach Taupo. Die Fahrt ist nicht lang, nach einer Stunde kann ich schon wieder aussteigen. Ich erkundige mich im I-Site ( die Touristeninformation, die es hier an jedem Ort gibt und superhilfreich ist ), wo ich mein Hostel finde, und mache mich auf den kurzen Weg. Nachmittags schaue ich mir den Ort an, der ziemlich nichtssagend ist, aber wunderschön an dem größten See Neuseelands, dem Lake Taupo, liegt.

In einem Laden sehe ich die superleichten Schuhe, die ich schon in Deutschland haben wollte, aber zu denen ich mich nicht so recht durchringen konnte. Hier sind sie auch nicht billiger, aber der Verkäufer meinte, dass man Schuhe, die man anderen Ende der Welt immer noch haben will, einfach kaufen MUSS. Recht hat er 🙂IMG_5002Abends hilft mir Beth, die Hostelbesitzerin, einen Platz in dem Shuttlebus zum Tongorino Wanderweg zu buchen. Schlechtes Wetter ist angesagt, es ist nicht sicher, ob man die Strecke laufen kann. Am nächsten Morgen rufe ich um fünf die Hotline an, es gibt grünes Licht, juchuu. Der Tongorino Alpine Crossing ist eine sehr bekannte Ein-Tageswanderung ( 20 km ) durch vulkanisches Gebiet. Die Wanderung soll in sieben bis acht Stunden zu schaffen sein.

Aus meinem Hostel  hat sich noch Kristina, eine junge Deutsche, die gerade mit ihrem Studium fertig ist, angemeldet. Sie ist auch ein bisschen aufgeregt, und wir freuen uns beide, dass wir nicht alleine laufen müssen. Ich bin mir vorher nicht sicher, ob ich mir nicht ein bisschen zu viel vornehme – ich bin nach der Fidschihängerei nicht besonders fit, und ja auch nicht wirklich höhentauglich. Einmal losgelaufen muss man durch, abgeholt wird man an anderer Stelle. IMG_5013Es geht durch Lavafelder, und nach einem ziemlich anstrengenden, einstündigem Aufstieg mitten durch einen Krater:IMG_5020IMG_5021Nach der total beeindruckenden ( und ganz ebenen ) Kraterdurchquerung kommt der Aufstieg zum höchsten Punkt der Wanderung, zum Red Crater. Es wird so windig, dass ich meinen Hut festbinden muss ( ja, ich weiß, aber hier kennt mich ja keiner! )IMG_5025Und das ist Kristina 🙂IMG_5028Und es ist so so so toll!!!IMG_5032IMG_5029IMG_5035Und das ist das absolut ätzende letzte Stück bis zum Gipfel. Inzwischen ist es so windig ( und kalt ) geworden, dass ich an manchen Stellen der Gratwanderung Angst habe, umgeweht zu werden. Wir müssen über Geröll steil bergauf, ich schaue weder nach links noch nach rechts und versuche, nicht daran zu denken, dass ich steile Abhänge eigentlich nicht mag. Fotos machen geht bei diesem Wind auch nicht wirklich …….IMG_5033Aber dann kommt die Belohnung! Gleich hinter dem Gipfel gibt es die tollste Aussicht aller Zeiten ( und Windschatten )! Der Abstieg ist eher ein „Abrutsch“, Halt hat man nicht viel. Viele der gut ausgerüsteten Wanderer sind mit Stöcken unterwegs, aber auch die Turnschuhfraktion kommt irgend wie runter. IMG_5039IMG_5044An diesen wunderbaren  Vulkanseen ( Emerald Lakes ) und nach dreieinhalb Stunden Wandern ist jetzt für viele eine kleine Frühstückspause angesagt. IMG_5052IMG_5048IMG_5050Es ist nicht immer so ganz einfach, die Landschaft ohne Menschen zu fotografieren ….. auf diesem Weg sind wirklich viele Leute unterwegs. IMG_5031IMG_5055Auch später gibt es stürmische Streckenabschnitte, einmal muss ich mich an einem Fels festhalten und eine Böe abwarten, bis ich in den nächsten Windschatten laufen kann.

Und dann sehen wir noch das:IMG_5061Hey, der raucht ja! IMG_5069

Jetzt geht’s zwei Stunden und viele, viele Stufen bergab, was ganz schön in die Beine geht. Die Vegetationszonen wechseln schnell, die letzten Kilometer laufen wir durch einen sehr schönen Wald.IMG_5070IMG_5077IMG_5078IMG_5079Nach ziemlich genau sieben Stunden kommen wir am Ziel an:IMG_5082Wir sind beide total glücklich und auch sehr stolz. Glücklich, dass es so schön war, und stolz, dass wir es so gut geschafft haben. Ich spüre zwar die Anstrengung, bin aber weniger kaputt als befürchtet und scheinbar nicht kaputter als das ganze Jungvolk, dass so nach und nach ankommt und mit uns noch ein Weilchen auf den Shuttlebus warten muss.

Den restlichen Tag ist duschen und ausruhen angesagt. Ich bin um neun im Bett und schlafe ziemlich gut!

Kristina und ich haben uns gut verstanden, und so beschließen wir, am nächsten Vormittag gemeinsam zu den Wasserfällen ( Huka Falls ) zu laufen. Das ist ein vergleichsweise kleiner Spaziergang am Ufer des Waikato Rivers entlang.IMG_5084 IMG_5085Unterwegs kommen wir an einer Badestelle vorbei. Hier fließt eine heiße Quelle in den Fluss hinein. Vielleicht spring ich auf dem Rückweg mal rein …..IMG_5087 Nach einer Stunde erreichen wir die Huka Falls:IMG_5090 IMG_5096 IMG_5099

Und auf dem Rückweg muss das dann einfach sein – meine Schätzung: 40 Grad!!IMG_5110 (2)Mittags ist für mich ist eine kleine Siesta und Packen angesagt. Am späteren Nachmittag habe ich einen Segelausflug auf dem Lake Taupo gebucht – ich möchte die Maori-Felsen sehen, die man nur vom Wasser aus sehen kann. Ein Künstler hat die 10m hohen Darstellungen vor 40 Jahren in den Felsen geritzt. Leider kann die Segeltour wegen des starken Windes nicht stattfinden.IMG_5122

Ich bin trotzdem zufrieden. Mein Aufenthalt in Taupo war toll. Morgen gehts nach Napier an die Ostküste.

 

 

Rotorua

Am 12.01. zeigt mir Roger morgens den Markt von Avendale, es gibt Obst- und Gemüse sowie jede Menge  Flohmarktartikel. Den weiteren Vormittag bin ich mit Packen und Aussortieren beschäftigt. Das Packen dauert wie immer lange.  In den Hostels gibt es  wenig Platz, die Sachen bleiben einfach eingepackt. So kann ich unterwegs nicht lange wühlen oder um mich rümpeln, für jedes Teil gibt es einen festen Platz in der Tasche und ist so ( mit Glück ) in einem Griff zu finden.

Der Abschied von Roger, Miriama und den Kindern fällt nicht schwer, denn ich darf wiederkommen. Was für ein Glück! Ich lasse einige Sachen in Auckland, die ich später wieder abholen kann. Und ganz lieberweise werde ich sogar zum Bus gebracht – freudolle.

Und so sieht Busfahren in Neuseeland aus – das Foto entstand kurz hinter Matamata ……  ( Hobbitcity )  – hier in der Nähe ist der Kleine Hobbit gedreht worden.IMG_4838Das Busfahren in Argentinien ist übrigens deutlich bequemer, aber dort sind die Strecken auch deutlich länger: ich bin schon  in gut  vier Stunden an meinem heutigen Tagesziel angekommen: Rotorua.

Rotorua ist ein Ort, der von den Maoris verehrt wurde, 35% der Einwohner sind auch heute noch Maoris. Rotorua ist ( laut Reiseführer ) Neuseelands dynamischste Thermalgegend, es gibt Geysire, Thermalquellen und brodelnde Schlammtümpel. Und soll die touristischste Stadt der Neuseeländischen Nordinsel sein. Ich steige aus dem Bus und rieche gleich die Schwefelquellen: Es riecht nach faulen Eiern!

Ich laufe zu meinem Hostel, ziehe ein, schaue mir kurz den Ort an, gehe Lebensmittel einkaufen. Bislang bin ich in Neuseeland ja so lecker ohne große Eigenleistung verpflegt worden ( danke!!!! ), jetzt heißt es Lebensmittel zu studieren – das macht zur Abwechslung auch Spaß. Manches gibt es wirklich überall ( Nutella, Ü-Eier und noch viel mehr ), anderes kenne ich gar nicht und muss rätseln.

Ich wohne im Vierer – Dorm, mit mir eine Schweizer Familie Die Tochter ist so Mitte zwanzig, und die Eltern … juchu, ich bin die zweitjüngste in unserem Zimmer 🙂

Die Zimmer sind groß, die Küche super eingerichtet, die Gäste sind sehr gemischt – vom Abiturienten bis zum Rentner ist alles vertreten. Entweder reisen hier einfach mehr Ältere, oder Neuseeland ist so teuer, dass auch ältere Menschen in die Dorms wollen. Na, mir soll es recht sein. Hauptumgangssprache im Hostel ist ….. deutsch.

Am nächsten Morgen fahre ich mit dem Stadtbus in das Whakarewarewa Thermal Village, am Ortsrand von Rotorua gelegen. IMG_4846IMG_4841Das Village ist ein Maoridorf, in dem auch heute noch Maoris  so wie früher leben. Die Besucher werden in Gruppen herumgeführt, man erfährt von dem Leben der Maoris sowie der Bedeutung der dampfenden, blubbernden Tümpel.  Die Führung ist natürlich auf englisch, ich verstehe ganz gut und finde die Bedeutung der heißen Quellen und Tümpel sehr interessant. Es wird in der Erde und auch in dem heißen Wasser gekocht. Manche Quellen haben eher Badetemperatur, die Mineralstoffe im Wasser sollen gut gegen Arthrose und Hautprobleme sein. Die Erde ist an manchen Stellen so warm, dass es mir in meinen Wanderschuhen viel zu heiß wird ….IMG_4842IMG_4860In diesem Tümpel wird gerade ein Beutel mit Maiskolben gekocht – schemenhaft in der Mitte des Bildes zu erkennen …….IMG_4854IMG_4843Am Ende des Rundganges gibt es noch eine Vorführung für die Touristen. Ich bin keine große Freundin von solchen Vorführungen, aber nun gut ……IMG_4872Als später die Zuschauer zur allgemeinen Gaudi auf die Bühne gebeten werden, verdrücke ich mich und laufe die kleinen Wanderwege lang.IMG_4856 IMG_4870Nach einer kleinen Siesta im Hostel schaue ich mir den Kuirau-Park direkt im Ort an. Auch hier: heiße Quellen und viele, viele dampfende ( manchmal schlammige ) Blubberlöcher:IMG_4895IMG_4876IMG_4906IMG_4907Es gibt schwefelige Warmwasserbecken, in denen man ganz entspannt seine Füße baumeln lassen kann:IMG_4901IMG_4899Später schaue ich mir noch Ohineutu, ein Maoridorf am Seeufer, und die Kirche an, die mit kunstvollen Maori-Schnitzereien geschmückt ist.IMG_4921IMG_4922Und dann gibt’s hier  Straßenschäden, aus denen einfach heißes Wasser rausblubbert … unglaublich!IMG_4919Abends bin ich gemütlich im Hostel – wie die meisten anderen Bewohner auch. Rotorua als Ort bietet nicht so viel. Die Stadt ist unheimlich touristisch und nicht besonders sehenswert, liegt aber sehr schön an See, Wald und Park. Es gibt viele Souvenirläden, einige Outdoorausstatter, unheimlich viele Motels und Hostels, Restaurants und Bars. Mir fällt auf, dass ich kein einziges Foto vom Ort habe. Nun ja, wird wohl einen Grund haben 😉

Und: in den ersten Tagen nach Chile  habe ich nur den neuseeländischen Wohlstand sehen können. Hier sehe ich jetzt auch die Armut. Menschen, denen es ganz offensichtlich nicht gut geht, die in Mülleimern nach alten Kippen oder anderem suchen ……

Am nächsten Morgen stehe ich früh auf – mir ist nach Bewegung. Ich fahre etwas außerhalb zum Redwood Forest. Alles ist touristisch aufbereitet, es gibt ein Informationszentrum und verschieden lange Routen für Wanderer, Mountainbiker und Reiter. Da ich weder Bike noch Pferd habe, möchte ich die gelbe und anschließend die grüne Strecke laufen.IMG_4930IMG_4931Zwischendurch gibt es tolle Aussichtspunkte, von einem kann ich auf das Maoridorf von gestern schauen, und sehe jetzt endlich den Geysir Puhuto in Aktion!IMG_4941IMG_4938 Das Wandern ist toll …..  ich glaub, seit Bariloche gab es das nicht mehr für mich! IMG_4957IMG_4950Leider muss ich feststellen, dass fast bewegungslose Dümpelwochen auf den Fidschis nicht wirklich fitter machen 🙂

Zwischendurch gibt es ein kleines Picknick ( den Schweizer Biber hab ich von meinen Mitbewohnern geschenkt bekommen – der ist so gehaltvoll, dass ich nicht viel mehr brauche – das meiste geht also wieder mit zurück ….. )IMG_4946IMG_4996 Nachmittags gegen halb vier und zwanzig Kilometer später bin ich wieder im Hostel. Zufrieden, müde und mit …… Sonnenbrand im Gesicht. Trotz 30er Sonnencreme und Fidschisonnenwochen im Gesicht. Mist! Nicht aufgepasst!

Morgen geht’s weiter Richtung  Süden!

 

 

Jetzt aber! Neuseeland!!

Am 6.1. heißt es Abschied nehmen. Schon am Abend vorher mache ich es mir ganz besonders. Ich habe heute so gar keine Lust auf Small-Talk an den großen Tischen im Restaurantbereich und überrede die Bedienung, mir das Abendessen in der Coconut-Bar am Strand zu servieren. So genieße ich Sonnenuntergang und ein wunderbares 3-Gänge Menü. Ach, ist das schön!IMG_4696Am nächsten Tag gehe ich  gleich morgens früh zum Yoga, packe meine Sachen und schenke mir einen Massagetermin. Ach, ist das schön!

Irgendwann am Nachmittag kommt der Yasawa – Flyer vorbei, um die Touristen abzuholen. ich gehe ohne Abschiedsschmerz – es ist Zeit für was Neues, bitte nicht ganz so heiß! Vor der Abreise noch schnell der Beweis: Hasi ist immer noch dabei!IMG_4712

In Nadi angekommen, werden alle und so auch ich mit dem Bus in die jeweiligen Hostels gebracht. Unterwegs kann ich auch wieder einen Blick auf das wirkliche Fidschi werfen.

Über die Feiertage waren in den Resorts auch einige Urlauber, die auf den Fidschis leben und dort arbeiten. So habe ich eine junge Ärztin aus Argentinien kennen gelernt, die in Suva in einem Krankenhaus arbeitet. Sie hat mir viel von der Armut erzählt, den Infektionskrankheiten, schrecklichen hygienischen Bedingungen und ihren Problemen, mit alledem klarzukommen. Kennen gelernt habe ich Fidschi nicht wirklich …… nur die Bilderbuchreiseprospektwelt, zum Ausruhen ist es genau richtig. Für mehr eher nicht.

In meinem Hostel angekommen, freue ich mich sehr, dass es für ein privates Zimmer mit eigenem Bad eine Stornierung gibt – juchu, es ist was frei, ich muss nicht in den Dorm! Ich habe für zwei Nächte richtig Ruhe, nach 15 Nächten Schlafsaal und Gemeinschaftsbad kann ich das sehr genießen!

Abends sitzen wir zu mehreren zusammen und erzählen. Ich lerne Claudia und Ingo kennen, die seit über einem Jahr mit dem Motorrad durch Nord- und Südamerika fahren und jetzt weiter nach Australien wollen. Mit dabei ist auch Carsten, den mir schon mehrmals auf den Fidschis begegnet ist. Hey, in dieser Runde sind alle Ü40, diese Abwechslung find ich richtig gut!

Am nächsten Morgen fahre ich sehr früh mit dem Bus in die Innenstadt von Nadi. Ich möchte ein paar Mitbringsel besorgen. Den restlichen Tag warte ich darauf, dass selbiger möglichst bald vorüber geht … die Hitze ist hier im Ort auf der Hauptinsel noch unangenehmer. Es gibt tropische Regenfälle und anschließend: gratis Sauna 🙂

Am Mittwoch, 8.1. bin ich früh genug am Flughafen, um dem Mitarbeiter der New Zealand Airline mühsam und sehr langwierig davon zu überzeugen , dass mein Ticket in Ordnung ist ( wir waren sehr unterschiedlicher Meinung ). Der Rest der Reise verläuft problemlos. In Auckland werde ich lieberweise wieder von Roger abgeholt – das ist so schön!

Abends verabrede ich mich mit Angelika, die kurz vor Weihnachten beim Tanzen kennen gelernt habe. Wir gehen zusammen auf die kleine Mittwochsmilonga ins Café Limon. Die meisten der Tänzer kenne ich noch vom letzten Mal.

Donnerstag kümmere ich mich ein bisschen um meine Weiterreise.  In der Touristeninformation besorge ich mir ein Ticket für den Flexi-Bus. Man kauft dafür eine bestimmte Zahl von Fahrtstunden, die man innerhalb eines Jahres abgefahren haben muss. Welche Punkte man wann ansteuert, bleibt einem selber überlassen. Außerdem hilft mir die nette, junge und sehr geduldige Frau am Schalter, mein Handy auf eine neuseeländische Sim-Karte einzustellen und die neue Nummer registrieren zu lassen..

Und ich stelle mal wieder fest: Neuseeländer sind unheimlich freundlich und hilfsbereit.

Nachmittags mache ich mit Roger einen Ausflug an die Westküste. Ungefähr eine Stunde Fahrzeit von Auckland entfernt liegt Piha. Schon die Fahrt durch den Waitakere Ranges Regionalpark ist wunderschön. Der Strand von Piha ist grandios:IMG_4718IMG_4720IMG_4723IMG_4737IMG_4742IMG_4750Hey, hier ist es wild und windig, das Baden gefährlich, die Luft frisch ….. also, wenn die Berge nicht wären, könnte es fast an der ääääh, nein, das schreibe ich jetzt nicht! 🙂

Ich find es jedenfalls absolut toll! Wir machen einen langen Strandspaziergang. So schön!

Auf dem Rückweg halten wir an einem Informationszentrum, das leider schon geschlossen hat. Zu schauen gibt es trotzdem eine Menge!

IMG_4760 (2)IMG_4754

Am Freitag stehe ich sehr früh auf. Angelika will mich an der Fähre in Devenport abholen, wir wollen gemeinsam ein Stück an der Ostküste gen Norden fahren. Auch das ist bombastisch. Wohin man hier auch schaut: es ist einfach wunderschön!IMG_4770 (2)IMG_4776IMG_4765IMG_4788IMG_4792Hier lebt ( urlaubt ) man am Wasser, im Wasser, auf dem Wasser…..IMG_4775IMG_4785„Schlittenfahren“ geht hier auch ….. die Kinder rutschen auf ihren Bodyboards die Dünen runter:IMG_4793IMG_4794irgendwann raff ich mich auf und teste die Wassertemperatur …… aber noch bin ich an Fidschitemperaturen gewöhnt und komm nicht allzu weit. Ist ganz schön frisch!IMG_4797Gefahren sind wir bis zum Langs Beach kurz hinter Mangawhai Heads.  Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Rückweg, auch hier: alles schön, schön, schön.IMG_4801IMG_4803 (2)Bei Angelika gibt’s Abendessen, danach ist Aufbretzeln und Freitagsmilonga angesagt. Heute komme ich ganz viel zum Tanzen und freue mich darüber sehr. Die Tangoszene in Auckland ist so klein und familiär, dass auswärtige Gäste während der allgemeinen Ansagen offiziell begrüßt und vorgestellt werden. ( This is Zabiiiiin from Germany…… )

Ich kann bei Angelika übernachten, was ausgesprochen nett ist. So können wir nach der Milonga noch ein bisschen zusammen sitzen, erzählen, was trinken.

Dieser Tag ist einfach perfekt: ein toller Ausflug, gute Gespräche, leckeres Essen und dazu ein paar schöne Runden Tango!

 

 

 

 

 

Alles anders …….

Samstag, 14.12. gibt es viel Zeit zu überbrücken – mein Zimmer muss ich vormittags räumen, der Flug geht erst spät am Abend. Leider noch viel später als geplant – fast schon beim Boarden wird beschlossen, dass ein neues Flugzeug her muss. Seufz. Dafür ist der Flug wunderbar ruhig, die meiste Zeit kann ich, weil doch sehr müde, einfach verschlafen. Und diesmal gibt es bei LAN auch was zu essen …..

13 Flugstunden später ( wie sich die Relationen verschieben ….. das kommt mir gar nicht mehr so lang vor ) lande ich in Auckland und reibe mir verwundert die Augen – was ist der Flughafen großzügig und …. sauber! Die  Grenzformalitäten sind schnell überstanden ( hier müssen Hunde jedes Gepäckstück auf Lebensmittel abschnüffeln, die darf man nicht mitbringen, außerdem muss ich mittels Ticket nachweisen, dass ich bestimmt wieder gehe ), abgeholt werde ich von Roger. Den Kontakt hat mir Gudrun vermittelt, und ich freu mich so, dass ich für die ersten Tage eine Familie habe.

Roger war vor vielen Jahren als Austauschschüler in Deutschland und spricht gut Deutsch. Er lebt mit seiner Frau Miriama und zwei seiner erwachsenen Kinder, einem Schwiegerkind sowie Besuch aus Hawaii in einem schönen Haus in Auckland.IMG_3927IMG_3929Hier gibt’s Bananen im Garten!IMG_3928Es ist noch früh am Morgen, ich bekomme einen Kaffee, kann schnell duschen, meine Sachen in die Wäsche geben und fahre mit Roger in die Innenstadt. Auckland ist schön, es gibt viel Grün und natürlich ganz viel Wasser!

An manches muss ich mich gewöhnen …. der Linksverkehr – ein paar Mal laufe ich fast vor ein Auto. Und ja, alle sprechen hier englisch, hilft nix, jetzt muss ich auch 😉

Anderes fällt sehr angenehm auf, ich fühle mich absolut sicher und habe nicht das Gefühl, dass ich besonders auf meine Sachen aufpassen muss. Alles ist gepflegt. Die Menschen sind entspannt, freundlich und absolut hilfsbereit. Autos halten an, wenn man über die Straße möchte. In der Bahn wird nicht gedrängelt, stattdessen bietet man sich gegenseitig einen Platz an. Heute bin ich dabei, als im Zug jemand einen epileptischen Anfall hat. Alle helfen.

Ich mache einen Spaziergang durch die Innenstadt und staune so vor mich hin. Es kann doch nicht sein, dass man nach ein bisschen fliegen einer komplett anderen Welt landet ….. obwohl es so schön ist, bedrückt mich der offensichtliche Wohlstand, der mir nach vier Monaten Südamerika sehr auffällt. Die Welt ist so ungerecht …..IMG_3884 IMG_3885IMG_3855IMG_3867Und irgendwo gibt’s zweites Frühstück: german Pretzel ( freu! ) und ein Cappuchino 🙂 IMG_3858Natürlich muss ich auf den Skytower, um mir einen Überblick zu verschaffen. Bevor man eine Karte kaufen kann, muss man sich zunächst durch reichlich Andenkenläden arbeiten. Der Eintritt zum Skytower kostet schlappe 28 NZ-Dollar ( 17€ ) ….. nun gut, ich weiß ja, dass ich mich hier auf ganz andere Preise einstellen muss.

Die Aussicht lohnt sich!IMG_3894 IMG_3900 IMG_3901Das ist durch eine der gläsernen Bodenplatten hindurch fotografiert – schon seltsam, aus 220 m Höhe gerade herunterzuschauen.IMG_3910Ich bin unheimlich müde, die Zeitumstellung macht mir arg zu schaffen ( 16 Stunden Unterschied zu Santiago ). Versuche aber, auch den Nachmittag und Abend durchzuhalten, um mich möglichst schnell zu gewöhnen.

Abends gibt es selbstgemachte Hamburger. Nico, der Freund der Tochter, steht am Grill, gegessen wird gemeinsam auf der Terrasse :IMG_3930IMG_3932Und ich genieße die Gesellschaft und das leckere Essen!

Am nächsten Morgen mache ich mich auf nach Devenport, das man mit einer Fähre ganz schnell erreichen kann – ach, ist es schön hier. Leider hab ich meine Kamera vergessen. Am nächsten Tag mache ich die gleiche Tour für ein paar Bilder noch einmal, diesmal macht der Akku schlapp. Seufz.  Soll wohl nicht sein. Für einige Fotos hat es aber doch noch gereicht:IMG_3963 IMG_3972 IMG_3977 IMG_3985Dieses Foto pack ich nur dazu, weil ich angemahnt worden bin, doch mehr Bilder von mir in den Blog zu stellen 😉 IMG_3989 (2)Dienstag Nachmittag schau ich noch in das grandiose Wynyard – Hafenquartier, sehr schick, supertoll. Ist für die Rugby – Weltmeisterschaft 2011 neu angelegt worden. Vielleicht gehe ich zum Fotografieren noch mal vorbei – lohnen würde es sich!

Die Auckland Art Gallery lohnt sich ebenso – am meisten begeistert mich das Gebäude, das auch zu 2011 komplett umgestaltet wurde! Der Eintritt ist frei, Kunst ist für alle da 🙂IMG_3953 IMG_3948 IMG_3947Aber auch die Exponate sind sehenswert, die modernen Neuseeländer gefallen mir besonders gut:IMG_3943 IMG_3944IMG_3939IMG_3936Und hier geh ich heute Abend hin: im Café Limon direkt am Hafen wird Tango getanzt!IMG_3958Und das ist  richtig nett, klein, fein, gemütlich Ich werde schnell von zwei Frauen an den Tisch gebeten, es ist leicht, hier mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Eine ist eine Deutsche, die schon sehr lange in Neuseeland lebt. Zum Tanzen komme ich erst etwas zögerlich, später aber umso besser. Nur gut, dass ich meine Schuhe mitgenommen habe! !