Den 18.03. verbringe ich fast nur ( aber schwer beschäftigt ) im Haus von Roger und Miriama. Wäsche waschen, Sachen aussortieren, ein Paket nach Deutschland vorpacken, Koffer und Rucksack abwaschen, den Ausflug nach Waiheke planen, ein Hotel in Singapur suchen und buchen und noch ziemlich viel mehr.
Solche Tage müssen sein, und es ist toll, dass ich mich hier nach Herzenslust ausbreiten kann. Danke euch sehr!
Und 60 Sekunden nach meiner Ankunft sieht es so aus:
Am nächsten Tag stehe ich früh auf, ich möchte nach Waiheke. Das ist eine kleine Insel, 35 Fährminuten von Auckland entfernt. Waiheke war früher ein Aussteiger- und Hippieparadies. Mittlerweile ist diese wunderschöne Insel von wohlbetuchten Neuseeländern entdeckt worden, was man leicht an den vielen Villen in traumhafter Alleinlage erkennen kann.
Waiheke hat ein warmes, trockenes Klima und ist bekannt für seine guten Weine. So gibt es viele Tagestouristen, die für eine Weintour von Auckland aus anreisen. Und: Waiheke ist wunderschön!
Ich kaufe als erstes ein paar Lebensmittel ein und mache mich auf die Suche nach meinem Hostel. Angeblich liegt es nur 35 Gehminuten vom Fähranleger, ich würde es eher 135 Minuten nennen ( und DAS ist typisch für Neuseeland – entweder gehen neuseeländische Uhren anders oder die Gehzeiten berechnen sich nach der Luftlinie…. ). Zum Glück habe ich nur meinen kleinen Tagesrucksack dabei, aber der Weg zieht sich trotzdem ganz schön.
Ja, wo ist denn das Hostel?


Aber irgendwann und nach fünfmaligen nach dem Weg fragen ( das kann ich inzwischen, nur verstehe ich die Antwort nicht immer so ganz genau ) komme ich an. Mein kleines Zimmer ist ganz schön, das restliche Hostel bzw. seine Bewohner sind äääh …. doch sehr Hippie. Das erinnert sehr an längst vergangene Zeiten, nur gehöre ich nicht mehr dazu. ( gut so!!! ). Die Jungs und Mädels machen einen ziemlich bekifften Eindruck, hängen träge rum und müllen den langen Esstisch ziemlich voll.
Ich mach, dass ich schnell weiterkomme. Mit meinem Tagesticket für den Bus kann ich so viel rumfahren wie ich möchte. Als erstes habe ich mir Onetangi ausgeguckt, das an der Nordküste liegt. Ich warte eine ganze Weile auf den Bus, der einfach nicht kommen will. Irgendwann beschließe ich, zu trampen ( Neele, das macht man wirklich nicht !!! ) : diesmal hält gleich das erste Auto, eine alte Mercedes Heckflosse. Auch das erinnert an längst vergangene Zeiten!
Der ältere Herr am Steuer ist ungefähr in meinem Alter, war früher auch mal Hippie und ist total nett. Er bringt mich bis zum Strand nach Onetangi – ist das schön hier! Schwimmen – hier hab ich richtig Lust drauf. Das Meer ist spiegelglatt und nicht zu kalt, die Luft ganz warm ….. tja, meine Badesachen liegen sehr sicher und schön trocken in Auckland 🙁
Stattdessen laufe ich den langen Strand entlang, schaue mir wunderschöne Muscheln an und fühle mich ……. ja, wie soll ich es nennen? Ich bin überzeugt davon, dass Orte etwas mit mir machen, und dieser Strand ist einfach …. Frieden. Ich fühle mich ruhig, geborgen, friedvoll und genau am richtigen Ort. Seltsam.
Trotzdem fahre ich bald weiter, besuche Rockys Bay an der Südküste, wo es auch schön, aber ganz anders ist:
Und das ist Segelschiff an Weinberg:
Eigentlich möchte ich nach Ostend, das sieht aber so langweilig aus, dass ich einfach im Bus bis Oneroa sitzen bleibe. Oneroa ist recht beschaulich, und auch hier: tolle Strände!
Ich spaziere gemütlich zu meinem Hostel, koche mir Spaghetti mit Pesto und bin ab acht in meinem Zimmer. Um halb neun bin ich so müde, dass mir die Augen zufallen – und ich schlafe von neun bis um halb acht wie ein Stein. Unglaublich!
Am nächsten Morgen mache ich mich möglichst schnell auf den Weg – mich zieht es noch einmal an den Strand von Onetangi. Es ist wieder magisch, und es scheint nicht nur mir so zu gehen – alle, die ich treffe, schauen sehr, sehr glücklich aus.
Mehr Zeit als einmal den Strand hoch und runter nehme ich mir nicht, ich möchte noch eine der kleinen Küstenwanderungen in der Nähe des Fähranlegers machen.
Das muss aber dennoch sein:
Die Wanderung ist meine letzte auf neuseeländischem Boden. Es geht Hügel hoch und runter, ich verlaufe mich ein bisschen und strenge mich noch einmal ziemlich an.




Auckland ist zwar in Sichtweite, doch ist die Welt eine komplett andere ……
Tja, das war’s. Tschüss Waiheke.
Zurück in Auckland schau ich noch mal eben beim Outdoorausrüster Kathmandu rein. Die haben jetzt allerallerletzte Sommerschlussverkaufsschnäppchen. Ich find ne klasse Reisehose für die Hälfte, und eine schöne Jacke ( die ich eigentlich nicht brauche, jedenfalls nicht hier und jetzt ) für weniger als ein Drittel des Originalpreises. Freudolle!
Den Rest der Neuseelandzeit bin ich mit Rückschau, Vorschau und Organisation beschäftigt. Ich packe und schicke ein Paket nach Deutschland, um ein bisschen Gepäck loszuwerden. Pirihira, die Tochter des Hauses, fährt mich zur Post und hilft mir beim Ausfüllen des Zollformulars.
Ja, und sonst? Ich bin ein bisschen traurig, Neuseeland zu verlassen. Ich habe mich total wohl gefühlt! Die Landschaft ist unglaublich vielfältig und hat mir wirklich gefallen, besonders die unzähligen tollen und menschenleeren Strände. Das Reisen hier ist einfach, entspannt und wunderbar organisiert. Aber ja, das Leben ist sehr mitteleuropäisch, ich habe mich nie wirklich fremd gefühlt. Vorteil oder Nachteil? Je nachdem. Große Abenteuer in der Fremde – nicht so sehr. Für mich war es genial und sehr entspannend, jetzt ist es gut, wenn auch noch was anderes kommt.
Wenn ich auswandern müsste ( zum Glück muss ich nicht! ) – ich würd nach Neuseeland gehen. Warum? Siehe oben. Und: ich war noch nie in einem Land, in dem es so sauber ist. Nirgendwo (!) liegt Müll, und man kann auf der Straße einfach laufen, ohne in Hundescheiße, Kaugummi oder Hingerotztes zu treten ( bin ich jetzt spießig??? ). Ich habe mich immer sicher gefühlt. Neuseeländer selber beurteilen die Sicherheit in ihrem Land ganz anders. Bestimmt gibt es auch böse Ecken – ich war nicht dort.
Die Menschen sind freundlich, hilfsbereit und sehr tolerant. Vieles ist vielleicht auch Floskel, manches gewöhnungsbedürftig ( warum will die Verkäuferin wissen, wie mein Wochenende war? ). Ausländern, die schon lange hier leben, berichten, dass es schwer ist, wirklich anzukommen – vieles bleibt doch eher Oberfläche.
Neuseeland glänzt auf den ersten Blick. Wenn man genauer hinschaut, sieht man auch Probleme. Die meisten Einheimischen sind unzufrieden mit ihrer Regierung, und alle sind unzufrieden mit den unerfreulichen Veränderungen in ihrem Land.
Trotzdem und auch im Vergleich – Neuseeland ist einfach großartig!


























Wir radeln 18 ziemlich anstrengende Kilometer bergauf und bergab, die merkwürdig schwüle Luft macht die Strampelei nicht gerade leichter. 














Die Landschaft entspricht mir sehr – Collingwood ( 250 Einwohner ) und mein Hostel gefallen mir ebenfalls. Ich wohne etwas ausgelagert in einem Container … ungewohnt ruhig und so sehr schön für mich – nur bis zur nächsten Klotür ist es etwas weit 🙂






























Ich habe heute meinen verzagten Tag. Da wirkt auch dieses Schild noch nach, außerdem erinnere ich, dass ich über Weiden muss, auf denen vereinzelt Jungbullen stehen. Und drei bis fünf Stunden Angst haben? Ooooch ne, 




























































































































































































































































































































































Hey, hier ist richtig Hochsommer, der Tag ist sonnig und warm!

Endlich kommt ein Hinweisschild: Café in 700m ….. juchu. Ich hab mir zwar was ganz anderes vorgestellt, finde meine Kaffeepause mitten im Weinfeld dann aber doch sehr nett.































Nach einer Stunde erreichen wir die Huka Falls:















































































