Am 07.02. versuche ich eine größere Radtour in der Umgebung von Nelson zu machen. Ich gebe zu, das Unternehmen ist von vornherein ein Risiko, dunkelgraue Wolken wollen mich warnen ….. kaum habe ich mir ein Rad geliehen, fängt es an zu regnen. Okay, dann also erst einmal Kaffee trinken gehen. Irgendwann nieselt es nur noch, ich fahre los und halte knapp zwei Stunden durch, dann gebe ich entnervt und nass das Rad wieder ab.
Schnell noch in den Supermarkt, dann möchte ich zurück ins Hostel und dort für den restlichen Tag bleiben. Abends kühlt es so ab, dass Jimmy, der Hostelbesitzer, den Kaminofen anschmeißt ….. das ist vielleicht gemütlich! Ich packe, buche Hostels und Busfahrten für die nächsten zehn Tage, schreibe mails, hänge auf dem Sofa vor dem Ofen ab.
Am 08.02. muss ich früh raus, der Bus gen Süden fährt schon um 7.15 ab. Die Fahrt ist total schön, die Landschaft wechselt schnell. Ab Westport geht’s direkt an der Westküste entlang.

Mittags komme ich an. Punakaiki – die Pancakerocks, ein langer wildbewellter Strand, zwei Hostels, ein paar Motels, eine Taverne, die Touristeninfo, zwei Andenkenläden und sonst: nichts. Das weiß ich vorher, und beim Hostelbuchen wird einem auch gleich gesagt, man solle genug zu essen mitbringen. So rolle ich mein Köfferchen gen Hostel, und das ist wirklich schön und direkt am Strand gelegen.
Da die Dorms in dieser Nacht ausgebucht sind, muss ich ein Doppelzimmer nehmen. Das ist superschön und hat einen eigenem Balkon. Wenn ich auf dem Bett liege, sehe ich das:
An meiner großen Freude darüber, ein Zimmer für mich zu haben, merke ich, dass mich das Hostelleben momentan etwas anstrengt. Seit fast vier Wochen habe jeden Tag mit vielen neuen Menschen zu tun, die ich mir alle nicht ausgesucht habe. Oft gibt es nette Begegnungen und Gespräche, aber vieles nervt mich auch. Dazu kommt, dass überall, auch in der Natur, wirklich viele Leute sind. Ich denke darüber nach, meinen Reisestil zu ändern: entweder öfter mal ein Einzelzimmer buchen oder andere Orte abseits der üblichen Backpackerwege zu suchen ( dafür brauch ich wohl ein Auto …. ). Aber egal, heute genieße ich erst einmal mein Zimmer mit dem supertollen Blick!
Nachmittags gehe ich zu den Pancakerocks, um die hier ein ziemlicher Buhei gemacht wird. Die Gesteinsformationen sehen aus wie aufgeschichtete Pfannkuchen und sind schon besonders.




Es gibt einen angelegten Rundweg, der schöne Ausblicke bietet.
Besser als die Felsen gefällt mir der tolle wilde Strand. Nichts zum Rumliegen und für mich auch nichts zum Baden, aber zum Spazieren gehen, Steine sammeln, in die Wellen starren und dem Rauschen zuhören.

Ansonsten genieße ich meinen eigenen kleinen Balkon und serviere mir auch mein Abendessen dort – ach ist das schön! Um Menschen mache ich heute einen Riesenbogen …..
Am nächsten Morgen und nach meinem Umzug in einen netten 4er Dorm mache ich einen der Wanderwege vor Ort – den Pororari – Punakaiki River Track. Es geht erst am schönen Pororari River entlang, später durch den Wald und am Punakaiki River zurück. Schön ist es und gut tut es. Das Wetter ist sonnig und warm. Was hab ich für ein Glück, eigentlich soll es hier ständig regnen!






Nach einer kurzen Mittagspause gehe ich mit Henning, einem jungen Mann aus Flensburg, zum Truman Track. Der ist nur eine halbe Stunde lang, endet aber in einen wunderbaren Bucht – so wild! Das Spaziergang mit Henning wird ganz wichtig für mich, da er die Dinge so unheimlich positiv sehen kann und mich ein bisschen aus meinem „ich-bin-so-genervt- Film“ rausholt. Jetzt geht’s wieder!

Ich glaub ich hab das meiste von dem gemacht, das es in Punakaiki zu machen gibt. Nun läute ich den gemütlichen Teil des Tages ein, blockier ein bisschen das Sofa und schau aufs Wasser 🙂
Ach, und das gibt es in diesem Hostel: selbstgebackenes Vollkornbrot! Der Besitzer ist ein Deutscher und macht allen, die das schreckliche neuseeländische Brot über haben ( also fast allen Deutschen ….), eine Riesenfreude. Oh sorry, das neuseeländische Brot ist natürlich nicht schrecklich, es gibt auch viele Sorten. Und es sieht sehr, sehr schön aus 😉
Morgen Mittag geht’s weiter nach Franz Josef ……… ich bin ja mal gespannt!

Liebe Sabine, deine Bilder bringen mich zum Träumen – an diesem Sonntagabend- bevor es morgen wieder in der Schule weiter geht. Sollte es ein Pardies geben, würde ich es mir so vorstellen.
Lieben Gruß von Margit
Im Norden nieselt der Regen.