Am 12.01. zeigt mir Roger morgens den Markt von Avendale, es gibt Obst- und Gemüse sowie jede Menge Flohmarktartikel. Den weiteren Vormittag bin ich mit Packen und Aussortieren beschäftigt. Das Packen dauert wie immer lange. In den Hostels gibt es wenig Platz, die Sachen bleiben einfach eingepackt. So kann ich unterwegs nicht lange wühlen oder um mich rümpeln, für jedes Teil gibt es einen festen Platz in der Tasche und ist so ( mit Glück ) in einem Griff zu finden.
Der Abschied von Roger, Miriama und den Kindern fällt nicht schwer, denn ich darf wiederkommen. Was für ein Glück! Ich lasse einige Sachen in Auckland, die ich später wieder abholen kann. Und ganz lieberweise werde ich sogar zum Bus gebracht – freudolle.
Und so sieht Busfahren in Neuseeland aus – das Foto entstand kurz hinter Matamata …… ( Hobbitcity ) – hier in der Nähe ist der Kleine Hobbit gedreht worden.
Das Busfahren in Argentinien ist übrigens deutlich bequemer, aber dort sind die Strecken auch deutlich länger: ich bin schon in gut vier Stunden an meinem heutigen Tagesziel angekommen: Rotorua.
Rotorua ist ein Ort, der von den Maoris verehrt wurde, 35% der Einwohner sind auch heute noch Maoris. Rotorua ist ( laut Reiseführer ) Neuseelands dynamischste Thermalgegend, es gibt Geysire, Thermalquellen und brodelnde Schlammtümpel. Und soll die touristischste Stadt der Neuseeländischen Nordinsel sein. Ich steige aus dem Bus und rieche gleich die Schwefelquellen: Es riecht nach faulen Eiern!
Ich laufe zu meinem Hostel, ziehe ein, schaue mir kurz den Ort an, gehe Lebensmittel einkaufen. Bislang bin ich in Neuseeland ja so lecker ohne große Eigenleistung verpflegt worden ( danke!!!! ), jetzt heißt es Lebensmittel zu studieren – das macht zur Abwechslung auch Spaß. Manches gibt es wirklich überall ( Nutella, Ü-Eier und noch viel mehr ), anderes kenne ich gar nicht und muss rätseln.
Ich wohne im Vierer – Dorm, mit mir eine Schweizer Familie Die Tochter ist so Mitte zwanzig, und die Eltern … juchu, ich bin die zweitjüngste in unserem Zimmer 🙂
Die Zimmer sind groß, die Küche super eingerichtet, die Gäste sind sehr gemischt – vom Abiturienten bis zum Rentner ist alles vertreten. Entweder reisen hier einfach mehr Ältere, oder Neuseeland ist so teuer, dass auch ältere Menschen in die Dorms wollen. Na, mir soll es recht sein. Hauptumgangssprache im Hostel ist ….. deutsch.
Am nächsten Morgen fahre ich mit dem Stadtbus in das Whakarewarewa Thermal Village, am Ortsrand von Rotorua gelegen. 
Das Village ist ein Maoridorf, in dem auch heute noch Maoris so wie früher leben. Die Besucher werden in Gruppen herumgeführt, man erfährt von dem Leben der Maoris sowie der Bedeutung der dampfenden, blubbernden Tümpel. Die Führung ist natürlich auf englisch, ich verstehe ganz gut und finde die Bedeutung der heißen Quellen und Tümpel sehr interessant. Es wird in der Erde und auch in dem heißen Wasser gekocht. Manche Quellen haben eher Badetemperatur, die Mineralstoffe im Wasser sollen gut gegen Arthrose und Hautprobleme sein. Die Erde ist an manchen Stellen so warm, dass es mir in meinen Wanderschuhen viel zu heiß wird ….
In diesem Tümpel wird gerade ein Beutel mit Maiskolben gekocht – schemenhaft in der Mitte des Bildes zu erkennen …….
Am Ende des Rundganges gibt es noch eine Vorführung für die Touristen. Ich bin keine große Freundin von solchen Vorführungen, aber nun gut ……
Als später die Zuschauer zur allgemeinen Gaudi auf die Bühne gebeten werden, verdrücke ich mich und laufe die kleinen Wanderwege lang.
Nach einer kleinen Siesta im Hostel schaue ich mir den Kuirau-Park direkt im Ort an. Auch hier: heiße Quellen und viele, viele dampfende ( manchmal schlammige ) Blubberlöcher:


Es gibt schwefelige Warmwasserbecken, in denen man ganz entspannt seine Füße baumeln lassen kann:
Später schaue ich mir noch Ohineutu, ein Maoridorf am Seeufer, und die Kirche an, die mit kunstvollen Maori-Schnitzereien geschmückt ist.
Und dann gibt’s hier Straßenschäden, aus denen einfach heißes Wasser rausblubbert … unglaublich!
Abends bin ich gemütlich im Hostel – wie die meisten anderen Bewohner auch. Rotorua als Ort bietet nicht so viel. Die Stadt ist unheimlich touristisch und nicht besonders sehenswert, liegt aber sehr schön an See, Wald und Park. Es gibt viele Souvenirläden, einige Outdoorausstatter, unheimlich viele Motels und Hostels, Restaurants und Bars. Mir fällt auf, dass ich kein einziges Foto vom Ort habe. Nun ja, wird wohl einen Grund haben 😉
Und: in den ersten Tagen nach Chile habe ich nur den neuseeländischen Wohlstand sehen können. Hier sehe ich jetzt auch die Armut. Menschen, denen es ganz offensichtlich nicht gut geht, die in Mülleimern nach alten Kippen oder anderem suchen ……
Am nächsten Morgen stehe ich früh auf – mir ist nach Bewegung. Ich fahre etwas außerhalb zum Redwood Forest. Alles ist touristisch aufbereitet, es gibt ein Informationszentrum und verschieden lange Routen für Wanderer, Mountainbiker und Reiter. Da ich weder Bike noch Pferd habe, möchte ich die gelbe und anschließend die grüne Strecke laufen.
Zwischendurch gibt es tolle Aussichtspunkte, von einem kann ich auf das Maoridorf von gestern schauen, und sehe jetzt endlich den Geysir Puhuto in Aktion!
Das Wandern ist toll ….. ich glaub, seit Bariloche gab es das nicht mehr für mich! 
Leider muss ich feststellen, dass fast bewegungslose Dümpelwochen auf den Fidschis nicht wirklich fitter machen 🙂
Zwischendurch gibt es ein kleines Picknick ( den Schweizer Biber hab ich von meinen Mitbewohnern geschenkt bekommen – der ist so gehaltvoll, dass ich nicht viel mehr brauche – das meiste geht also wieder mit zurück ….. )
Nachmittags gegen halb vier und zwanzig Kilometer später bin ich wieder im Hostel. Zufrieden, müde und mit …… Sonnenbrand im Gesicht. Trotz 30er Sonnencreme und Fidschisonnenwochen im Gesicht. Mist! Nicht aufgepasst!
Morgen geht’s weiter Richtung Süden!

der Gartenzaun gefällt mir hehe 🙂
Moin, Moin Sabine, gerade habe ich bei Herrn Google alles überprüft. Stimmt du bist da. Mir erscheint das alles manchmal ein bisschen unwirklich ( das liegt wohl an meinen verkalkten Gehirnzellen, es geht wohl los ), aber dennoch genieße ich deine Reiseberichte und lerne so auf diese Weise viel von der Welt kennen. Und…..schön auch mal wieder ein Bild von dir. LG Claus
Claus, mir kommt das alles auch manchmal sehr unwirklich vor …..
Sabine, Schatz,
wenn ich Dich nicht so gern hätte und ich nicht mit Freude Deinen Blog lesen würde, dann könnte ich Dich schütteln vor NEID;- ) Ach – Neuseeland… es sei Dir gegönnt. Und bitte immer ausführlich berichten, denn ich möchte dort auch noch einmal hin. LG und a big hug Kat
Liebe Katharina, klar, ich werd weiterhin berichten! Liebe Grüße 🙂