Am 12.02. fahre ich morgens von Franz Josef nach Wanaka. Die Fahrt soll fünfeinhalb Stunden dauern, wir machen fast jede Stunde eine Pause – warum? Wer weiß es. Zwei Coffee-Breaks, ein Lunch-Break, ein Waterfall-Break ….. aber ich bin ja auf Reisen, nicht auf der Flucht und irgendwann komme ich wider Erwarten in Wanaka an. Schön ist es! Das Hostel ist mir empfohlen worden, es ist wunderbar, supersauber und hat einen tollen Millionärsblick von Terrasse und Aufenthaltsraum aus.


Nachmittags spaziere ich auf diesen nahegelegenen Berg und verschaffe mir einen kleinen Überblick.
Es ist so schön hier. Schade, dass die Fotos das wirklich nur ein bisschen wiedergeben. Das Wetter ist leider wechselhaft, in den zwei Wanderstunden ziehe ich mir viermal die Regenjacke an und aus ….. aber es ist immerhin nicht so kalt, wie es aussieht.

Am nächsten Tag möchte ich wandern gehen ….. eigentlich den Roys Peak Walk, der etwa sechs Stunden dauern soll und stellenweise ziemlich steil ist. Die Wetteraussichten sind nicht die besten, es soll immer mal wieder regnen. Alleine auf irgendwelchen hohen Felsen in einer Schlechtwetterfront zu stehen, traue ich mich dann doch nicht und beschließe stattdessen, am Ufer des Lake Wanaka entlangzulaufen. Eine gute Entscheidung, es wird eine wunderschöne Wanderung, allerdings ein bisschen länger als geplant….
Das ist der Berg, auf den ich eigentlich wollte …… von unten sieht er ja auch sehr nett aus.


Und die sieht man wirklich überall ……. 
Meine Käsebrotbank ……


Ich möchte bis zur Glendhu Bay laufen, der Wegweiser sagt, dass es etwa drei Stunden dauern wird. Ich brauche viereinhalb, ob das an den vielen Fotopausen liegt? Vielleicht bin ich heute auch einfach ein bisschen schneckig. Es ist wunderschön hier, ich bin hin- und weg, und trocken bleib ich auch. Endlich angekommen und 15 km später bin ich total müde und denke verstärkt darüber nach, dass es ja auch noch einen Rückweg gibt. Ooochnee.
Trampen soll man in Neuseeland ganz gut können. So stell ich mich das erste Mal seit sehr vielen Jahren an die nahegelegene Straße ( Neele, das macht man nicht !!!! ) und halt den ( linken!! ) Daumen in die Luft.
20 Minuten und 15 Autos später hält ein netter und hilfsbereiter Neuseeländer an. Ich schaff sogar noch meinen Friseurtermin in Wanaka ….
Abends treffe ich Uschi wieder, mit der ich ja schon in Nelson in einem Hostel gewohnt habe. Wir erzählen ein bisschen und essen zusammen.
Am 14.02. verabschiedet sich Wanaka mit strahlendem Sonnenschein von mir. In diesem Ort und auch in diesem tollen Hostel wäre ich ganz gerne noch etwas länger geblieben. Leider muss man auf der Südinsel alle Aufenthalte etwas längerfristig planen, die guten Hostels sind Tage im voraus komplett ausgebucht.
Am frühen Nachmittag geht’s dann also weiter nach Queenstown. Bis dahin dungele ich ein bisschen im Hostel herum, heute bin ich hautsächlich schlapp.
Die 117 km lange Busfahrt nach Queenstown ist (landschaftlich gesehen) der Hammer ( diesmal gibt es ein Obsteinkaufs – Break )
Queenstown ist so gar nicht meins, aber das dachte ich mir schon. Der Ort ist ein supertouristisches Partykaff, besonders beliebt bei Japanern und Adventuretouristen …. wer Fallschirmsprünge oder Bungeejumping braucht, ist hier komplett richtig. Wer sich abends so richtig aufbretzeln möchte, auch. Wieso wollte ich nochmal hierhin?
Ich schau mir die Innenstadt an und sehe Thomas aus der Schweiz wieder, den ich lustiger weise in JEDEM Ort treffe. Er ist schon seit einem Tag hier, findet es furchtbar und beklagt das Ballermannflair. Wir klagen uns gegenseitig unser Leid und freuen uns, dass wir uns sehr bald wieder ( mit Grausen ) abwenden können …..
Mein Hostel ist zwar klein, aber wirklich kein Wohlfühlteil … eher lieblos und schmuddelig. Mein Favorit war schon vor zwei Wochen ausgebucht. Seufzdolle. Schlafen kann ich trotz durchgelegenem Bett ganz gut.
Am nächsten Morgen mache ich das, was mir inzwischen zu einer lieben Gewohnheit geworden ist: ich steige auf einen ( diesen ) Berg und verschaffe mir einen Überblick:
Dieses Mal ist es wirklich eine ziemlich schweißtreibende und steile Angelegenheit, besonders begeistert mich das alles nicht. Queenstown ist einfach nicht meins …. aber vielleicht hab ich auch einfach nur ein bisschen schlechte Laune. Gut, dass es morgen weiter geht.
Ach, und das gibt’s hier auch. Ich finde das verwirrend! 😉
