Am 16.02., morgens um sieben treffe ich, wie könnte es anders sein, Thomas aus der Schweiz an der Bushaltestelle wieder – wir haben beide den gleichen Bus nach Te Anau gebucht. Begrüßen uns mit „Nix wie weg hier“ und freuen uns, aus dem ätzenden Queenstown abreisen zu können.
Die Busfahrt ist wie immer sehr schön, und diesmal gibt es auch keine Breaks ……..

Und das ist Te Anau. Ein paar Häuser gibt es schon, Restaurants, einen Supermarkt, viele kleine Ferienunterkünfte, zwei oder drei Hostels. Der Ort ist klein, wunderschön ( also die Gegend drumherum ) und total gemütlich.
Ich komme morgens viertel vor zehn an, Bob vom Bob&Maximes Backpacker, das etwas außerhalb liegt, holt mich mit dem Auto ab – schön! Und total schön ist auch das Hostel: großzügig, sauber, gut ausgestattet, und eine perfekte Entschädigung für den queenstowner Schmuddelöddelgibbel…..
Ich richte mich ein, schnappe mir eins der Hostelfahrräder, schau mir der Ort und die nähere Umgebung an, buche eine Milfordsoundtour für den nächsten Tag, gehe in den Supermarkt und bekoche mich. Nachmittags zieht Yvonne in meinen Dorm, die ….. ganz was Neues …. eine deutsche Lehrerin im Sabbatjahr ist 🙂
Am nächsten Morgen muss ich früh raus, kurz vor acht werde ich für meine Tour abgeholt. Der Milfordsound ist zwei Autostunden von Te Anau entfernt. Meine kleine Tour mit elf Teilnehmern ( mit dabei: Thomas aus der Schweiz ) beinhaltet verschiedene kleine Fotostopps, eine zweistündige Schiffsfahrt auf dem Sound und eine zweistündige Wanderung auf einen der umliegenden Berge. Ich schau morgens noch schnell in die Wettervorhersage – na toll: morgens Regen, nachmittags Starkregen. Mist. Gestern wär DER Tag für den Milford Sound gewesen …….
Andrew, unser Guide ist sehr nett, erzählt viel, und – oh Wunder – ich kann ihn ganz gut verstehen. Frage nach und höre: er stammt eigentlich aus England. Neuseeländisches Englisch ist wirklich eher was für Fortgeschrittene ….
An besonders schönen Plätzen halten wir kurz an. z.B. hier:

Oder hier:
Irgend wann kommen wir am Milford Sound an und können gleich aufs Schiff gehen. Im Prospekt sieht es aus wie ein kleines Segelschiff, nun entpuppt es sich als ein ziemlich großer Ausflugsdampfer mit ein paar Fakemasten …..
Na egal, es gibt Kaffee soviel man möchte. Gut so, das Wetter ist echt ungemütlich. Ein bisschen aufwärmen kann nicht schaden. Ja, und das ist er, der berühmte Milfordsound , um den hier ein Wahnsinnshype gemacht wird ( Busladungen voller Touris werden hier jeden Tag hergekarrt. Viele sogar aus Queenstown = 8 Stunden Busfahrt ). Für den Milford Sound wird so viel geworben, dass ich das Gefühl habe, ich seh Neuseeland nicht wirklich, wenn ich nicht dort gewesen bin. Es ist zweifelsohne schön, auch bei Regen …. aber soooooo schön? Najaaaaaaa …

Toll ist der große Wasserfall, an den wir ganz dicht heranfahren

Wieder an Land sehen wir, dass wir wettermäßig fast noch Glück haben – die, die erst mittags losfahren, sehen dann wirklich nicht mehr viel …..
Leider ist die schöne Wanderung auf den Key – Summit auch nicht wirklich möglich. Inzwischen regnet es nicht nur, sondern es schüttet. Andrew hat natürlich ein Schlechtwetterprogrammstattwanderung für uns, und später gibt’s auch noch Kaffee und Kekse für alle.



Inzwischen schüttet es nicht nur, sondern stürmt auch tüchtig … Mann, ist das ungemütlich. Kaum zu glauben, dass es gestern 26 Grad und herrlichen Sonnenschein gab!
Abends im Hostel wird der Kaminofen angemacht, außerdem gibt es zum Trost einen netten Sonnenuntergang …..
Trotzdem: ich bin ein bisschen genervt, am Wetter liegt es aber nicht. Freu mich, dass ich in den nächsten drei Wochen ganz oft ein Einzelzimmer gebucht habe. Endlich mal in Ruhe ausschlafen können, und ein bisschen Privatsphäre …
Ich bin so gerne in ( netten) Hostels, freu mich, interessante Menschen zu treffen, kochen zu können und gemeinsam mit anderen zu essen – aber in den Dorms komme ich einfach selten richtig zur Ruhe.
Den nächsten Morgen lasse ich gemütlich angehen. Irgendwann gegen elf setzt ich mich auf eins der ( klapperigen ) Räder und fahr einfach los, immer am See lang, immer weiter. Das Wetter ist prima, die Fahrt ist schön. Nach gut zwanzig Kilometer komme ich in einen kleinen Ferienort – dort gibt’s nen Kaffee, dann geht’s wieder zurück.
Angekommen!
Und dann fällt mir noch was ganz Komisches auf: es geht sowohl auf dem Hinweg als auch auf dem Rückweg immer leicht bergab. Ich weiß ja – das geht nicht.
Vielleicht ist meine Brille Mist? Oder spinne ich jetzt total? Finde des Rätsels Lösung nicht. Finde aber, dass das so bleiben kann. Das Gefühl, dass es immer nur bergauf geht, wär ja viel blöder! 🙂
Morgen geht’s nach Dunedin – also mal wieder richtig Stadt, sogar mit Tango, juchu!
Mit im Bus, das weiß ich jetzt schon: Thomas aus der Schweiz 🙂

Liebe Frau Ka! Deinen Bericht üeber den Milford Sound haben Baerbel und ich mit grossem Interesse gelesen, wie alle Deine Berichte. Am Milford Sound muss man grosses Glueck haben, um ihn im strahlenden Sonnenschein zu erleben, wie wir 1990. Wir finden es etwas seltsam, dass Du die kleinen Spassmacher nicht erwaehnst, naemlich die Keas, die einen veregneten Tag sehr lustig gestalten können. Man findet sie mit mit ziemlicher Sicherheit am Parkplatz vor dem Homer(?) Tunnel. Wenn keine da sind, kommen sie aber in den naechsten Minuten. (Jedenfalls waren das unserere Erfahrungen 1990 u. 2007.
Viele Gruesse von Baerbel und Wolfgang
Lieber Wolfgang, liebe Bärbel, ich freu mich, dass ihr noch mitlest! Ja, die Keas ….. ich hab noch keinen gesehen (deshalb kann ich auch gar nicht davon berichten) Das liegt mit Sicherheit daran, dass ich ja ganz anders (als ihr damals) unterwegs bin, was mitunter doch ziemliche Nachteile hat. Ich habe ja kein Auto, sondern bin mit öffentlichen Bussen und manchmal mit einer geführten Tour unterwegs – und so war ich auch im Milford Sound. An diesem Parkplatz z.B. haben wir leider gar nicht gehalten ….. trotzdem gefällt mir Neuseeland nach wie vor sehr gut! Einen lieben Gruß zurück!!!1 Sabine
hallo sabine,
wieder schöne bilder – wenn ich aus dem fenster im buero sehe sehe ich leider nur fabrikhallen
(ist echt doof); kann man in der schweiz auch tango tanzen? gruss detlef
Hallo Detlef, das mit der Schweiz kam vielleicht ein bisschen missverständlich rüber 😉 ich find es einfach nur so lustig, dass man manche Menschen hier zufällig (!) immer wieder trifft – manche beim Busfahren, manche in einem anderen Hostel und manche irgendwie überall ….. ob man in der Schweiz Tango tanzen kann? Glaub schon. Nein, bestimmt, war schon mal in Zürich tanzen. Heute abend geh ich auf jeden Fall in Dunedin freudolle