Bali 12 bis 19

Mittwoch, 09.04. stehen Corla und ich mal wieder sehr früh auf, spazieren in den Ort, auf den Markt und zu einem kleinen, an einem Berghang gelegenen Tempelplatz.IMG_8918 Am frühen Morgen ist es sehr schön zu laufen, das Licht ist weich und wunderbar und die Temperaturen sind noch recht angenehm.IMG_8921IMG_8927 Den restlichen Tag verbringe ich mit Blogschreiben und Schwimmen. Das Internet ist langsam und nicht sehr stabil. Das Hochladen eines Fotos dauert ewig …..

Donnerstag, 10.04. heißt es packen und Abschied nehmen. Tilly bringt uns und Katja nach Ubut, unterwegs möchten wir noch einiges anschauen. Es gibt ein paar Abschiedsfotos.

Hier haben sich die Frauen der Familie aufgestellt: Tilly ist die Dame in Gelb, Made Sri steht rechts neben ihr.

IMG_8945Diese beiden Süßen verteilen die Opferkörbchen auf dem Gelände. Diese Gaben an die Götter sieht man wirklich ÜBERALL stehen; in den Geschäften, Hotels, auf der Straße, vor Privathäusern und natürlich vor und in den Tempeln usw. Sie enthalten Blüten, ein brennendes Räucherstäbchen, etwas Banane oder Reis – in einem Körbchen habe ich sogar mal ein Mentos gesehen 😀 ….. es ist wichtig, was und in welcher Anordnung in die Körbchen kommt, jeden Tag gibt es frische Opfergaben. Oft verteilen die Kinder die kleinen Körbchen. Ich finde diese Tradition sehr schön!IMG_8938 Fein waren die Tage hier. Mir hat diese Unterkunft sehr gut gefallen – der Garten mit den vielen Blumen, unser Zimmer, der Strand. Eine einheimische Familie, die für ihre ( wenigen ) Gäste sorgt. Eine Tilly, die seit vielen Jahren auf Bali lebt und viel erklären kann.

Über eine schöne Strecke durch die Berge kommen wir zu einem Museumsdorf, dessen Namen ich leider vergessen habe. Hier kann man sehen, wie die balinesischen Dörfer früher waren. IMG_8973Aber es ist nicht nur Museum – die Dorfbevölkerung wohnt und arbeitet tatsächlich hier. Wir haben Glück – ein großes Tempelfest wird vorbereitet, es gibt viel zu Schauen. Fotografieren kann ich hier, soviel ich möchte.IMG_8979 (2)Dies sind kleine Opfergaben, die in die Körbchen kommen: kleine Häufchen von gekochtem Reis, die in Bananenblätter gewickelt werden:IMG_8987IMG_8994IMG_8996 (2)IMG_8999IMG_8991Hier werden Opferkörbe geflochten:IMG_9001IMG_9002

Später wollen wir die großen Felsreliefe Gunung Kawi besuchen. Wir müssen ständig nach dem Weg fragen – zum Glück spricht Tilly gut indonesisch. Trotzdem kommen wir leider nie an. Zu ähnlich sind die kleinen Sträßchen durch die Reisfelder, zu schlecht und selten die Wegweiser. Wunderschön ist die Fahrt trotzdem – ich mag die Reisterrassen so gerne! IMG_9030IMG_9036Zum ersten Mal gefällt mir Bali ohne wenn und aber richtig gut. Irgendwann setzt der tropische Nachmittagsregen ein, jetzt geht nicht mehr viel.IMG_9045Tilly fragt noch einmal nach dem Weg 😀IMG_9042

Wir beschließen, direkt nach Ubut weiterzufahren und kommen am späten Nachmittag in unserem schönen Hotel an. Das ist unser Zimmer:IMG_9046IMG_9088

Jetzt schnell das Wichtigste auspacken, in den Pool springen, duschen, ein bisschen die Straße entlang spazieren und essen gehen. Ubut ist DER Ort, kulturelles Zentrum Balis. Früher ruhiger Treffpunkt von Reisenden,  ist es heute recht trubelig und sehr touristisch. Es gibt unzählige Shops, Tourenanbieter, Taxifahrer, Hotels, Spa’s undundund. Manches erinnert auch ein bisschen an das Bremer Viertel – es gibt Alternativcafes, vegane Restaurants, schöne kleine Läden, Yogazentren und das dazu passende Publikum jeden Alters. Mir gefällt es trotz Trubel. Die Landschaft drum herum ist traumhaft schön.

Am nächsten Morgen suchen wir die Touristeninformation ( die gerade außer Betrieb ist ) und besorgen uns einen Stadtplan. Ich suche einen der kleinen Wanderwege durch die Reisfelder – ach, ist das schön hier.IMG_9189IMG_9192 IMG_9225 IMG_9186IMG_9118IMG_9136

Nachmittags gehen wir bummeln und kehren in einem alternativen Cafe ein. Dort treffen wir Katja wieder. Wir essen gemeinsam zu Abend und verabreden uns für einen Ausflug am nächsten Tag.

Samstag 12.04. müssen wir leider packen. Unsere schöne Unterkunft ist nicht mehr frei. Wir ziehen nur ein Grundstück weiter – nicht ganz so schön, dafür so günstig, dass wir uns Einzelzimmer leisten können.

Um zwölf treffen wir uns mit Katja. Wir lassen uns von einem Fahrer zu den Sehenswürdigkeiten bringen, die wir zwei Tage zuvor wegen des Regens nicht mehr geschafft haben.

Die Elefantenhöhle Goa Gajah findet man in der Nähe von Ubut, Sie ist eines der ältesten Monumente Balis. Wie an allen Tempelanlagen und heiligen Stätten muss man mit einem Sarong bekleidet sein.IMG_9093 IMG_9091IMG_9099IMG_9100IMG_9104 (2)

Dann geht’s wunderschön durch die Reisfelder: IMG_9121Kaum sind wir an den Reliefs, die wir neulich schon besuchen wollten. angekommen und haben die ersten Souvenirshops hinter uns gelassen ( ätzend! ), fängt es erneut stark an zu regnen. Zum Glück kommen wir an einem ganz schönen Cafe vorbei, in dem wir die tropischen Güsse gemütlich aussitzen können.IMG_9133Wrap im Bananenblatt:IMG_9134IMG_9131

Später geht es dann über viele Stufen hinab in die Schlucht. Ich finde den Ort magisch und eindrucksvoll. Die Monumente stammen aus dem 11. Jahrhundert und waren der Bestattungstempel eines Königs und seiner FamilieIMG_9144IMG_9167IMG_9145IMG_9148

Schade nur, dass man sich erst einmal durch lange Reihen von Souvenirständen kämpfen muss. Man wird ständig angesprochen und soll kaufen, kaufen, kaufen. Das ist in Ubut genauso, dort kommen noch die vielen Taxi, Taxi Rufe dazu. Wenn man kein Interesse hat, sind die Menschen oft wenig freundlich. Wenn man nur einen Preis erfragen, aber nicht gleich kaufen möchte, können sie ziemlich wenig freundlich werden. Das war im Norden, wo es kaum Touristen gab, ganz, ganz anders!

Auf dem Rückweg hält unser Fahrer an einem Stand mir Drachenfrüchten. Diese sollen furchtbar stinken, aber wunderbar schmecken. Katja und ich kaufen eine Frucht und lassen uns ein kleines Stück geben. Leider müssen wir feststellen, dass diese Frucht genauso schmeckt, wie sie riecht: fett wie Philadelphia Doppelrahmstufe und geschmacklich wie faule Eier. Angeblich mögen Balinesen das Zeugs gerne – ich glaube eher, dass sich mit den Touris ein kleiner Spaß erlaubt wird. Der widerliche Geschmack im Mund bleibt uns noch für Stunden, auch Zähneputzen hilft nicht wirklich ……IMG_9176

Am späteren Nachmittag sind wir in unserem Hotel. Erst jetzt merke ich, wie schrecklich ich mein neues Zimmer finde. Alles ist spakig, feucht und stinkt. Seufz. Katjas Hotel hingegen hat uns ganz gut gefallen. Wir disponieren um und wechseln gleich morgen wieder das Quartier! Hier ziehe ich quasi ins Penthouse ….. ein Zimmer auf dem Dach, dass eigentlich nicht vermietet wird ( zu einfach ), aber eine tolle, fast private Rundumsichtterrasse hat!IMG_9194IMG_9198IMG_9205IMG_9220IMG_9210IMG_9219Wir genießen zwei Sonnenunter ( Bier ) – und zwei Sonnenaufgänge ( Kaffee ) – wunderbar! Leider muss ich feststellen, dass ich Ameisen im Bett und eine fette Kakerlake im Bad habe. Seufz. Trotz der schönen Aussicht ziehe ich nach zwei Nächten zwei Stockwerke tiefer in ein richtiges Zimmer.

Die nächsten Tage vergehen mit Shoppen, schön Kaffee trinken und lecker Essen gehen, Schwimmen  vorm Frühstück, zwischendurch, vor dem Abendessen und bei Vollmond ( Pool ), Spaziergängen im Reisfeld. All das kann man sehr gut in Ubut! Mir geht es leider nicht ganz so gut, ich bin zu schlapp für große Unternehmungen und hänge ein bisschen rum und durch. IMG_9248 (2)Schon von Bondalem aus wollte ich eine Tour auf den Vulkan Mt. Batur machen. Dafür steht man in der Nacht auf, lässt sich zum Berg bringen und geht mit einem Guide gegen vier los. Zum Sonnenaufgang ist man oben, bekommt ein kleines Frühstück und wandert dann zwei Stunden zurück. Zum zweiten Frühstück ist man dann schon wieder in der Unterkunft. Aufgrund der unklaren Wetterprognosen hatte ich diesen tollen Ausflug verschoben. Jetzt von Ubut aus könnte es klappen, wenn nicht …… meine Achillessehne Probleme machen würde. Ich habe Schmerzen, eine deutliche Schwellung und reichlich schlechte Laune. Zum Glück hat Corla Traumeel und eine elastische Binde dabei ( und verarztet mich mit selbigen jeden Abend sehr gekonnt ) – aber Vulkanbesteigungen kann ich wohl vergessen.

Mittwoch, 16.04. versuchen Corla und ich, im Internet eine Unterkunft auf Nusa Lembongan für die nächsten Tage zu finden. Irgendwann geben wir etwas genervt auf – das Internet ist total schneckig ( wenn es überhaupt geht ) und es ist nicht leicht, unsere verschiedenen Wünsche auf einen Nenner zu bekommen. Wir beschließen, erst vor Ort nach Unterkünften zu schauen.

Nachmittags gehen wir in das Agung Rai Museum of Art, das mir ausgesprochen gut gefällt.IMG_9254IMG_9252IMG_9257IMG_9260 (2)IMG_9265 (2)

Und wir haben Glück, wir können beim Tanzunterricht für Balinesische Tänze zuschauen. Der Meister tanzt vor und unterrichtet einige Kinder und Jugendliche. Die Unterrichtsmethoden sind nicht unbedingt mein Fall, aber die Tänze sind einfach entzückend. In der Museumsbroschüre lese ich später, dass hier auch einige Kurse für Touristen stattfinden…. Malen, Kochen, Holzschnitzen und Tanzen. Schade, morgen fahren wir weiter. Einen balinesischen Tempeltanzkurs hätte ich mir sonst nicht entgehen lassen ….IMG_9273IMG_9279IMG_9297IMG_9293

Abends gehen wir wie jeden Abend schön essen – in Ubut gibt es viele tolle Möglichkeiten. Seit wir den perfekten Warung ( einfaches Restaurant ) gefunden haben ( nett, günstig und superlecker ), probieren wir nichts anderes mehr aus – besser kann es einfach nicht werden!

Der letzte Ubut – Tag ist ein schöner Abschluss. Dieses quirlige und sehr touristische Städtchen hat mir gut gefallen. Mit mir bin ich dagegen nicht so zufrieden – ich hätte mir so viel mehr Interessantes anschauen können. Aber, und das weiß ich jetzt schon: Bali hat meine Neugierde auf Asien geweckt. Ich finde die Kultur spannend, die Religionen, die Sitten und Gebräuche – alles ist so fremd! Schade, dass ich mich mit den meisten Menschen nicht verständigen kann – ich würde gern so vieles fragen! Wer weiß, vielleicht lese ich mich ein bisschen schlau und komme irgend wann wieder?

Morgen geht’s nach Nusa Lembongan – einer kleinen Insel, südöstlich von Bali gelegen. Ich bin gespannt!