Ich hätte ja auch noch ein, zwei Tage länger bei Aase und Ove in Baños bleiben können, um mich richtig auszukurieren. Aber mich hat es für meine letzten Tage in diesem Land ans Meer und in die Wärme gezogen. Das war der Sonnenuntergang im Magic Stone an meinem Abschiedsabend……
So hab ich mich am 25.09. auf den langen Weg nach Puerto Lopez gemacht. Los ging es morgens um sechs, angekommen bin ich abends um acht, dank Immodium und zwei größeren Umsteigepausen in Riobamba und Guayaquil konnte ich die Busfahrt gut überstehen. Schön ist, dass man beim Busfahren so viel zu sehen bekommt: Landschaft, Häuser, Menschen …. – und hier an der Küste ist alles anders.
Zu dieser Jahreszeit ist es angenehm warm ( tagsüber um 25, nachts um 20 Grad – wenn es wie meistens bedeckt ist. Wenn die Sonne rauskommt, wird es auch schnell heiß ), die Luft ist etwas feuchter als in den Bergen, und man kann Tag und Nacht mit T-shirt und kurzer Hose gehen. Die Pflanzen sind tropisch. Es scheint, dass die Menschen hier noch ärmer sind, die Häuser sind oft eher gammelige Bretterbuden, manche aber schön bunt gestrichen. Überall liegt Müll. Der Verkehr ist absolut chaotisch. Das Meer ist bei Sonnenschein knalltürkis-blau, sonst eher nordseefarben.
Am ersten Morgen war ich ganz gespannt auf den Ort, von dem ich schon so viel Gutes gehört habe.

Hier steht gerade eins der vielen (Moto)Taxi: die haben 3 Räder, im Anhänger mehrere Sitzplätze sowie Stauraum fürs Gepäck. Bei manchen wundert man sich, dass sie überhaupt noch fahren 😉

Das ist der Ausblick von meinem Fenster – ich glaub man nennt es eingeschränkten Meerblick? 😉 Das Zimmer war sonst aber sehr nett.
Uns so sieht es aus, wenn ich meinen Kopf etwas nach rechts drehe….
An der Promenade gibt es eine ganze Reihe von Bars, alle mit lauter Musik und Hängematten am Strand. Ich war abends leider nicht dort. Nachts sind hier am Ortsrand so viele unangenehme und aggressive Hunde unterwegs, dass ich gar nicht ausgehen mochte. 🙁
Puerto Lopez und ich werden keine Freunde – das habe ich bei meinem ersten Rundgang schnell gemerkt ……
Neben dem vielen Müll und Gammel und der so offensichtlichen Armut kommen mir die Menschen hier viel aufdringlicher vor – einmal sagen, dass man kein Taxi oder keine Tour möchte, reicht nicht aus. So bin an meinem ersten Morgen recht bald in den Bus gestiegen, um die 10 km an den Strand Las Frailes zu fahren – wie schön!!!!
Lang, fast menschenleer, warmes, sauberes Wasser, paradiesisch!
Man kann sich von dort aus auf einen wunderschönen eineinhalb -Stunden Rundgang machen, dabei kommt man an einigen kleinen Stränden vorbei und es gibt tolle Aussichtspunkte.

Später bin ich ein bisschen am Strand von Puerto Lopez geschlendert, da gibt es mit den ankommenden Fischern viel zu sehen. Dieser Strand ist auch schön und lang, aber an einigen Stellen ziemlich dreckig und wenig einladend…. 

Schnell habe ich beschlossen, den Ort recht bald wieder zu verlassen. Ab Samstag wohne ich für einige Tage in dem kleinen Minidorf Las Tunas – dort gibt es ein Hostal, direkt in den Dünen. Ich denke, dass es mir dort besser gefallen wird.
Also, meine neue Unterkunft ist wirklich toll, fast direkt am Strand:
Der Blick von meiner Terrasse aus – und hinter den Büschen ist der Strand
Seitlich habe ich noch eine andere Terrasse mit einer Hängematte und Gesellschaft 🙂
Der Strand ist schön und superlang, und Steine sammeln kann man auch (blaue und grüne!)

Hier müsste man mal in der Saison sein, wenn es mehr Gäste gibt – momentan bin ich ganz alleine hier, und die einzigen, die sich vom Hostal blicken lassen, sind zwei Hunde. Die sind allerdings sehr lieb und begleiten mich (teilweise abwechselnd) auf allen Strandspaziergängen, als wenn sie beschlossen hätten, auf mich aufzupassen. 
Sogar beim Essengehen war einer dabei ….. Trotzdem ist es eine recht merkwürdige Situation und dann doch zu viel der Ruhe. So werde ich noch einmal weiter ziehen, diesmal habe ich Montañita im Auge, dort habe ich ja eine Hotelempfehlung einer sehr lieben Freundin 🙂
So richtig zur Ruhe komme ich also leider nicht. Aber trotz der ganzen Umzieherei: die Strände hier sind einfach toll!
Ab Mittwoch ist dann wieder Großstadt angesagt: Guayaquil und dann Buenos Aires!

liebe sabine, hab grad eine etwas stressige phase und genieße es daher sehr, dich auf diese weise ein stück in die weite welt zu begleiten. dein bericht über die rinderfarm hat mich beeindruckt, ich glaube, soviel weite wie es dort gibt, kann ich mir hier garnicht vorstellen. dann habe ich natürlich über b a gelesen, da wir auch gerade dabei sind, die 10 wochen südamerika mit ca. 4 davon in b a zu planen. dein hotel macht einen super eindruck, ich habe gerade eine mailanfrage gestellt.
seit wochen wollen wir spanisch lernen, aber leider gibt es immer wieder neue andere baustellen – allles ausrede – aber gleich soll es losgehen.
sei ganz lieb gegrüßt aus bothel, heute abend geht es nach bremen zum tango
christiane
Liebe Christiane, ja das Hotel kann man empfehlen, man wird gut betreut, lernt andere Tänzer kennen und kann super Einzelunterricht nehmen 🙂 Viel Spaß in der Kantine
Liebe Bine, Du solltest einen Reiseführer schreiben, speziell für langjährige, ein bisschen berufsmüde teacher. Da würde man/frau die entsprechende Motivation bekommen, sich mal auf die Puschen zu machen und nicht immer beim Tatort auf der Couch einzuschlafen. Ich fühle mich jedenfalls animiert, lese alle Berichte aufmerksam und versuche mir die Highlights zu merken… hoffe, Du bist wieder fit? Viel Spaß in Argentinien wünscht
Anne
Ja, alles wieder okay 🙂