Nachdem Elke mich am Busbahnhof abgeholt hat, fahren wir als erstes zu Tochter Jenny, einer Zahnärztin – das ist für mich ziemlich praktisch, weil ich seit ein paar Tagen leichte Beschwerden habe. Nach dem Zahnarzttermin bringt Elke mich zum Haus am Stadtrand von Santa Rosa. Elke ist die Schwester meiner Schwägerin, sie lebt zusammen mit ihrem Mann Hubert seit über 30 Jahren in Argentinien. Die beiden sind etwa in meinem Alter und haben drei erwachsene Kinder.
Gegen Abend geht’s dann gleich weiter: Elke und Hubert arbeiten an den meisten Wochenenden auf ihrer Rinderfarm mitten in der argentinischen Pampa. Dort gibt es eine beeindruckende Weite, große Weiden, viele Rinder, 12 Pferde, eine Katze und ein großes Haus, in dem man gerne sein mag. Nach etwa zwei Stunden Fahrt sind wir da. Nach dem Auspacken, Öfen anzünden, Kochen, Essen, Wein trinken ist es spät geworden.
Am nächsten Morgen stellt Elke mir ihre zwölf Pferde vor:

Zwei Pferde werden eingefangen, ich darf Reni nehmen, eine liebe, ruhige Stute. Ich bin ziemlich aufgeregt, habe ja seit über zwanzig Jahren nicht mehr auf einem Pferd gesessen. Vor dem Satteln ist die Körperpflege dran, und dann geht’s im gemütlichen Schritt ( Reni ) und zitternden Knien ( ich ) hinaus in die Weite. So ganz entspannt bin ich noch nicht, aber total beeindruckt. Was für eine tolle Landschaft!
Nach dem Ausritt werden die Pferde geduscht und auf die Weide gebracht.
Inzwischen ist es auch ziemlich warm geworden. Nachts ist es kalt, tagsüber heiß und trocken, jedenfalls für mich. Es ist Frühling, im Sommer ist es noch viel, viel heißer und viel, viel trockener. Und ich habe Glück: vor einer Woche lag noch Schnee, was Ende September absolut ungewöhnlich ist.
Mittags war Siesta angesagt, auch Katze Moods schließt sich an.
Am Nachmittag mussten Rinder in verschiedene Corrale und von dort aus durch eine Manga getrieben werden, weil sie mit bestimmten Ohrmarken gekennzeichnet werden sollten. Das war vielleicht ein Schauspiel! Ein bisschen habe ich beim Rindertreiben mitgeholfen, war aber ganz froh, als meine Hilfe nicht mehr notwendig war. So ganz geheuer sind mir diese Viecher nicht!


Später durften die Rinder wieder in die Weite ziehen …. und für mich gab es schöne Fotomotive.


Am nächsten Tag gab es wieder einen Ausritt, diesmal fühle ich mich sicherer, auch Galopp geht wieder, und Spaß machts! Unterwegs sehen wir Gürteltiere, patagonische Hasen, viele verschiedene Vögel und natürlich Kühe und Kälber, auch einige Stiere. Nachmittags gehe ich fotografieren, endlich erwische ich auch die Sittiche ( Cotorras ), die zu Hunderten in den Bäumen rund ums Haus leben.


Sonntag Abend fahren wir zurück nach Santa Rosa – was für ein schönes Wochenende 🙂

Wenn man dich so verfolgt und miterlebt, (auch wenn ich mich an dieser Stelle wiederhole) kommt für mich ein Gefühl hoch das sagt, ich bin auch schon da. Na ja, fast. Deine Erlebnisse beeindrucken mich, dadurch und durch zusätzliche Googleln bekomme ich viel Einblick in Lebensbereiche die mir ansonsten verborgen geblieben wären. Weiterhin dir viel Abenteuer u. Erlebnisse. claus