Am Montag ( 11.11.) mache ich mich von El Bolson aus auf den 150 km langen Weg nach Esquel und dem Nationalpark Los Alerces. Der Abschied vom Hostel fällt mir leicht, obwohl die anderen Reisenden nett sind, es gibt sogar eine Frau in meinem Alter 😉
Nachdem ich anfangs noch durch liebliche Landschaft und viel Grün fahre, kommt plötzlich das:



Irgendwo möchte ich mal anhalten und aussteigen, um nicht nur Bilder vom Auto aus zu machen ….. nach drei Sekunden hab ich voll die Sturmfrisur 😉
Was für ein ( kalter!! ) Wind, unglaublich. Ist hier in der Hochebene bestimmt normal, mich hats eiskalt erwischt ( und die Autotür aus der Hand gerissen ). Ich verzichte auf weitere Fahrtunterbrechungen, obwohl ich eigentlich zwischendurch mal einen Kaffee trinken gehen möchte. Vielleicht an der Raststätte zum Gibtshiernicht???
Fahre also 150 km durchs Nirgendwo, ab und an überholt mich ein Auto oder kommt mir eins entgegen. Autofahren macht hier Spaß, wobei ich mich noch daran gewöhnen muss, dass ich nicht alle zehn Minuten durch ein Dorf komme und nach dem Weg fragen kann.
In Esquel angekommen stelle ich fest: ich mag Esquel nicht, auch wenn dort wunderbare Rotdornbäume blühen ( die mag ich! ) :
Das Gute am Auto haben ist, dass man gleich weiter fahren kann, wenn man an einem Ort nicht sein möchte. Und das tue ich, das 25 km entfernte Trevelin wollte ich mir sowieso noch anschauen. Das ist eine alte wallisische Siedlung, es soll dort landschaftlich schön und wunderbar grün sein, und ein hochgelobtes Hostel hat es auch. Also nix wie hin.
Oh, ich bin entzückt, nach dem kargen Esquel liegt das kleine Trevelin wunderbar. Leider gibt es das einzige Hostel nicht mehr, seufz. Dabei ist mein Lonley Planet ganz aktuell.
Ich lasse mir in allen drei Hotels am Ort ein Zimmer zeigen, eins gefällt mir gut, ist aber reichlich über meinem Budget ( die anderen beiden sind auch teuer, aber ätzend ). Seufz, also doch wieder zurück nach Esquel, ein Hostel suchen. Hostel Nr. 2 und 3 gibt es auch nicht mehr ( was ist denn heute los???? ), Hostel Nr. 4 ist weder billig noch schön. Was tun? Ich eß erst mal ein paar Kekse ( immer wenn ich nicht mehr weiter weiß, muss ich was essen … ), dann fahr ich zurück nach Trevelin und check in dem schönen Hotel ein. Nachdem ich dem Besitzer anbiete, in Dollar zu zahlen, ist das Zimmer auch ganz gut bezahlbar. Argentinien hat eine Inflation von über 25%, alle versuchen, Dollar zu bekommen, es wird viel schwarz und zu einem dann für mich guten Kurs getauscht. Ich rede viel mit den Leuten und habe noch niemanden getroffen, der mit der Regierung einverstanden ist. Besonders trifft die Inflation natürlich die Selbstständigen.
Am Dienstag mache ich mich auf, um in den Parque Nacional Los Alerces zu fahren. Der Nationalpark ist über 100 km lang und ist nur zu einem kleinen Teil öffentlich zugänglich. Ohne Auto würde es gar nicht gehen. Nach 35 km Teerstraße habe ich die ersten schönen Ausblicke und mache mich zu einem zweistündigen Spaziergang auf:

Später muss ich 20 km fiese Schotterpiste fahren, um dort anzukommen, wo ich eigentlich hin möchte. Die Ausblicke auf Berge und Seen sind fantastisch. Nachdem ich ungefähr die Hälfte des unangenehmen Weges geschafft habe, kommt, oh nein, das:
Eine riesige Pfütze und ein kleiner Bach, der direkt über den Weg fließt. Mist.
Klar, die Geländewagen haben hier noch nicht einmal im Ansatz ein Problem, aber woher weiß ich, ob die Pfütze nicht zu tief für mein kleines Auto ist? Was mach ich jetzt? Also gut, erst mal was essen und dann in Ruhe nachdenken 😉
Irgend wann kommt ein Kleinwagen vorbei, fährt mutig durchs Wasser, ich kann mir anschauen wie es geht und beschließe: das kann ich auch.
Nach langer und ziemlich anstrengender Fahrt komme ich endlich am Lago Verde an. Dort gibt es eine Hängebrücke ( aber keine zum Angst haben ), tolle Seen, fantastische Natur. 








Ich geh eine ganze Weile spazieren, es sind viele Gruppen unterwegs, schön ist es trotzdem. Schade, die Fotos zeigen nicht, WIE toll es ist.
Ich bin ziemlich spät wieder im Hotel, schaffe noch die Dusche, essen gehen ( das geht hier erst ab neun ) nicht mehr. Morgen steht viel Autofahren an, ich möchte erst zurück nach Bariloche, dann im Seengebiet und dem Nationalpark Nahuel Huapi Richtung Villa La Angostura fahren.

Liebe Sabine,
die Hängebrücjken haben mich auch sehr beindruckt, Ich habe sie schon runtergeladen und zu meinem Brückenprojekt gelegt, das ich gerade in der Schule durchführe. Natürlich werden wir sie im Werkunterricht nachbauen, ganz ohne Tropenholz und aus nachhaltiger Holzwirtschaft. In eeeeecht.
Gruß Margit
Sehr schön 🙂 Wann macht du denn das Projekt? Vielleicht find ich ja noch ne schöne Brücke! Lieben Gruß Sabine
Hallo Sabine, es ist wieder aufregend dir zu folgen. Viele Eindrücke die du wunderbar erzählt weiter gibst. Und die Sache mit den vielen Hängebrücken, habe schon den Verdacht, das das eine „Angstgewegtherapie“ für mich sein soll. Ja, und das Bild mit der Sturmfrisur !!!!!!!!!!!!!!!!! Das habe ich mir runtergeladen, einfach klasse. Dir weiterhin viel Spaß und günstige Abenteuer. claus
Danke 🙂 Hoffe in HB ist alles okay?