Villa La Angostura

Mittwoch ( 13.11 ) mache ich mich wieder auf den Rückweg Richtung Bariloche. Die Strecke kenne ich ja, fahre mittlerweile etwas sicherer, werde nicht mehr von jedem Fahrzeug überholt und weiß, wo ich windtechnisch besser nicht aussteigen sollte 😉

In Bariloche angekommen fahre ich gleich weiter in Richtung Villa La Angostura. Von dem Ort weiß ich nichts, vermute aber aufgrund seiner Lage am Nahuel Huapi See, dass er sehr schön sein muss. Und das ist er, jedenfalls ist die Lage toll!

Der Ort ist Geschmackssache, mir gehen die gediegenen Dörfer im Schweizer Stil etwas auf die Nerven – ich merke kaum, dass ich in Südamerika bin.

Alle Orte in der Nähe der Nationalparks haben hervorragende Touristeninformationen. Dort kann man sich gleich bei der Ankunft einen Stadtplan holen und  genaue Informationen zu den Übernachtungs- und Wandermöglichkeiten bekommen.IMG_3031

Ich lasse mir zeigen, wo ich die Hostels finde, gleich das erste ( eine Jugendherberge ) gefällt mir und ich checke für zwei Nächte ein. Das ganze Haus ist voller Läufer, die am Wochenende an einem Marathon teilnehmen möchten. Nun gut, es gibt unangenehmere Mitbewohner 😉

Abends schaue ich mir noch ein bisschen den Ort an, koche ( ich finde Gefallen am Hostelleben! ) und klöne ein bisschen mit der jungen Frau, die mit mir ein Zimmer teilt. Sie ist Argentinierin, hat gerade eine Lehrerstelle bekommen und ist auf der Suche nach einem Appartement. Außerdem hat sie Heimweh,  sie ist das erste Mal von zu Hause weg und bekommt ganz viele Anrufe von Mama ( mit Tochterweh ). Ich finde sie süß und bin fast ein bisschen traurig, als sie mich am nächsten Tag verlässt.

Nachts fängt es an zu regnen, nein zu schütten. Und es schüttet 24 Stunden ohne Unterbrechung durch.  Und kalt ist es! Ach nööö. Nachmittags halte ich es nicht mehr aus und mache trotzdem einen Spaziergang, bin aber ziemlich schnell ziemlich nass. Seufz. So zwingt mich der Regen, innezuhalten …..

Ich bin unzufrieden mit dem Tag und damit, dass ich nicht so richtig weiß, wie ( wo ) es weiter gehen soll. Die Gegend hier ist wunderwunderschön, der Frühling toll. Aber habe ich wirklich Lust, von Nationalpark zu Nationalpark zu reisen, überall ein bisschen zu wandern und die schönen Berge zu bewundern ? ( zumal man in Neuseeland ja auch wandert und schöne Berge bewundert ….. )

Abends komme ich mit zwei deutschen Frauen ins Gespräch, mit denen ich gut über meine Planlosigkeit sprechen kann. Das Gespräch wird ganz wichtig für mich. Ich beschließe, nicht wieder in den Süden zu reisen, einiges wird mir dann entgehen und darf für später aufgehoben werden: der Pepito Moreno – Gletscher, Fitz Roy und auch die Fahrt mit der Navimag – Fähre von Puerto Natales nach Puerto Montt durch chilenische Fjorde und Gletscherlandschaften. Letzteres hätte ich sehr, sehr gerne gemacht, doch leider fährt die Fähre in diesem Jahr nicht, Konkurrenzanbieter gibt es nicht. So schade!

Werde wohl für alles, was ich nachholen möchte, bald die nächste Sabbatzeit beantragen müssen! 😉

Jetzt aber steht mir der Sinn nach anderem. Ich möchte nordwärts ziehen und mich am 19.11.  in den Bus nach Mendoza setzen. Mir ist nach Kultur, Stadt und Wärme. Ob ich von dort aus Richtung Santiago und Valparaiso , Atacama oder Bolivien reise, entscheide ich vor Ort.

Der Tag nach dem Regentagt ist herrlich, klar, sonnig, warm. Abends bin ich in Bariloche in meinem schönen grünen Hostel angemeldet, tagsüber bleibt mir genug Zeit für eine lange Wanderung: ich werde von Villa La Angostura aus die Halbinsel Quetrihue durchqueren ( 13 km eine Strecke ). Bevor man losläuft, meldet man sich in der Parkaufsicht an, zahlt ( in diesem Fall ) Eintritt und bekommt eine Karte für den Weg mit.IMG_2996

IMG_3032Der erste Kilometer ist sehr schweißtreibend, der Rest lässt sich prima laufen. Und es gibt ein paar grandiose Aussichtspunkte:IMG_2954 IMG_2962Alle zwei Kilometer gibt’s ein Schild, damit man weiß, wo man ist, manchmal auch genauere Hinweise ….. IMG_2966IMG_296713 km ziehen sich dann doch ganz schön, obwohl mir der Weg unheimlich gut gefällt. Ich mag momentan so gerne allein laufen, hänge meinen Gedanken nach, manchmal denke ich auch einfach … nichts.IMG_2993IMG_2992 IMG_2986Nach drei Stunden bin ich aber doch ganz froh, als dieses Schild auftaucht:IMG_2971Und das ist die Belohnung:IMG_2972 IMG_2976IMG_2983 Und das auch 🙂IMG_2979Zurück geht’s den gleichen Weg, und nach insgesamt sieben Stunden bin ich kaputt, aber glücklich, wieder am Auto. Nicht in allen Nationalparks ist so viel Infrastruktur wie hier, aber Wanderkarten und Wegweiser gibt es immer ( jedenfalls dort, wo ich bislang war). So viel Mut gehört also nicht dazu, die Wege zu gehen …. Brücken aller Art mal ausgenommen …. 😉

In Bariloche angekommen, besorg ich mir am Busbahnhof das Ticket nach Mendoza. Coche Cama ( mit Liegesitzen, in denen sich gut schlafen lässt ) und bekomme noch  meinen Lieblingsplatz : oben ganz vorne mit Panoramablick. Neben dem Busbahnhof ist der alte Bahnhof, heute ein schönes Restaurant. Und was seh ich da für ein Schild???IMG_3001Na, das lass ich mir doch nicht zweimal sagen!

 

2 Gedanken zu „Villa La Angostura

  1. annkah

    Also, ich wollt schon sagen, 13 km laufen- und dann keine Kneipe!!?? Aber irgendwas war dann doch da, oder?
    Und dann wieder zurück, ach herrje. Du scheinst ja gute Schuhe zu haben…
    LG!

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    1. fraukareistumdiewelt Beitragsautor

      Ja, da gabes ein Hüttchen mit Kaffee und Torte 🙂 Ich sag ja, das sind Wanderungen mit Infrastruktur

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