Am 15.01. mache ich mich von Rotarua aus auf den Weg nach Taupo. Die Fahrt ist nicht lang, nach einer Stunde kann ich schon wieder aussteigen. Ich erkundige mich im I-Site ( die Touristeninformation, die es hier an jedem Ort gibt und superhilfreich ist ), wo ich mein Hostel finde, und mache mich auf den kurzen Weg. Nachmittags schaue ich mir den Ort an, der ziemlich nichtssagend ist, aber wunderschön an dem größten See Neuseelands, dem Lake Taupo, liegt.
In einem Laden sehe ich die superleichten Schuhe, die ich schon in Deutschland haben wollte, aber zu denen ich mich nicht so recht durchringen konnte. Hier sind sie auch nicht billiger, aber der Verkäufer meinte, dass man Schuhe, die man anderen Ende der Welt immer noch haben will, einfach kaufen MUSS. Recht hat er 🙂
Abends hilft mir Beth, die Hostelbesitzerin, einen Platz in dem Shuttlebus zum Tongorino Wanderweg zu buchen. Schlechtes Wetter ist angesagt, es ist nicht sicher, ob man die Strecke laufen kann. Am nächsten Morgen rufe ich um fünf die Hotline an, es gibt grünes Licht, juchuu. Der Tongorino Alpine Crossing ist eine sehr bekannte Ein-Tageswanderung ( 20 km ) durch vulkanisches Gebiet. Die Wanderung soll in sieben bis acht Stunden zu schaffen sein.
Aus meinem Hostel hat sich noch Kristina, eine junge Deutsche, die gerade mit ihrem Studium fertig ist, angemeldet. Sie ist auch ein bisschen aufgeregt, und wir freuen uns beide, dass wir nicht alleine laufen müssen. Ich bin mir vorher nicht sicher, ob ich mir nicht ein bisschen zu viel vornehme – ich bin nach der Fidschihängerei nicht besonders fit, und ja auch nicht wirklich höhentauglich. Einmal losgelaufen muss man durch, abgeholt wird man an anderer Stelle.
Es geht durch Lavafelder, und nach einem ziemlich anstrengenden, einstündigem Aufstieg mitten durch einen Krater:
Nach der total beeindruckenden ( und ganz ebenen ) Kraterdurchquerung kommt der Aufstieg zum höchsten Punkt der Wanderung, zum Red Crater. Es wird so windig, dass ich meinen Hut festbinden muss ( ja, ich weiß, aber hier kennt mich ja keiner! )
Und das ist Kristina 🙂
Und es ist so so so toll!!!

Und das ist das absolut ätzende letzte Stück bis zum Gipfel. Inzwischen ist es so windig ( und kalt ) geworden, dass ich an manchen Stellen der Gratwanderung Angst habe, umgeweht zu werden. Wir müssen über Geröll steil bergauf, ich schaue weder nach links noch nach rechts und versuche, nicht daran zu denken, dass ich steile Abhänge eigentlich nicht mag. Fotos machen geht bei diesem Wind auch nicht wirklich …….
Aber dann kommt die Belohnung! Gleich hinter dem Gipfel gibt es die tollste Aussicht aller Zeiten ( und Windschatten )! Der Abstieg ist eher ein „Abrutsch“, Halt hat man nicht viel. Viele der gut ausgerüsteten Wanderer sind mit Stöcken unterwegs, aber auch die Turnschuhfraktion kommt irgend wie runter. 
An diesen wunderbaren Vulkanseen ( Emerald Lakes ) und nach dreieinhalb Stunden Wandern ist jetzt für viele eine kleine Frühstückspause angesagt. 

Es ist nicht immer so ganz einfach, die Landschaft ohne Menschen zu fotografieren ….. auf diesem Weg sind wirklich viele Leute unterwegs. 
Auch später gibt es stürmische Streckenabschnitte, einmal muss ich mich an einem Fels festhalten und eine Böe abwarten, bis ich in den nächsten Windschatten laufen kann.
Und dann sehen wir noch das:
Hey, der raucht ja! 
Jetzt geht’s zwei Stunden und viele, viele Stufen bergab, was ganz schön in die Beine geht. Die Vegetationszonen wechseln schnell, die letzten Kilometer laufen wir durch einen sehr schönen Wald.


Nach ziemlich genau sieben Stunden kommen wir am Ziel an:
Wir sind beide total glücklich und auch sehr stolz. Glücklich, dass es so schön war, und stolz, dass wir es so gut geschafft haben. Ich spüre zwar die Anstrengung, bin aber weniger kaputt als befürchtet und scheinbar nicht kaputter als das ganze Jungvolk, dass so nach und nach ankommt und mit uns noch ein Weilchen auf den Shuttlebus warten muss.
Den restlichen Tag ist duschen und ausruhen angesagt. Ich bin um neun im Bett und schlafe ziemlich gut!
Kristina und ich haben uns gut verstanden, und so beschließen wir, am nächsten Vormittag gemeinsam zu den Wasserfällen ( Huka Falls ) zu laufen. Das ist ein vergleichsweise kleiner Spaziergang am Ufer des Waikato Rivers entlang.
Unterwegs kommen wir an einer Badestelle vorbei. Hier fließt eine heiße Quelle in den Fluss hinein. Vielleicht spring ich auf dem Rückweg mal rein …..
Nach einer Stunde erreichen wir die Huka Falls:

Und auf dem Rückweg muss das dann einfach sein – meine Schätzung: 40 Grad!!
Mittags ist für mich ist eine kleine Siesta und Packen angesagt. Am späteren Nachmittag habe ich einen Segelausflug auf dem Lake Taupo gebucht – ich möchte die Maori-Felsen sehen, die man nur vom Wasser aus sehen kann. Ein Künstler hat die 10m hohen Darstellungen vor 40 Jahren in den Felsen geritzt. Leider kann die Segeltour wegen des starken Windes nicht stattfinden.
Ich bin trotzdem zufrieden. Mein Aufenthalt in Taupo war toll. Morgen gehts nach Napier an die Ostküste.

Liebe Frau K,
deine Bilder sind echt super und wecken Sehnsüchte bzw. Erinnerungen in mir!
Wir waren letztes Jahr fast um die gleiche Zeit auf dem Crossing, auch im Sabbatjahr! Genieß Neuseeland!
LG
Carola
Hallo Carola, ich bin schon kräftig am genießen 🙂