Tekapo und Aoraki Mount Cook National Park

Am 25.02. komme ich gegen Mittag in Tepako an. Mein Hostel ist schnell gefunden, der Ort ist winzig klein, liegt aber wunderschön am Lake Tekapo.IMG_7145 Ich beziehe ein schönes Zimmer, es ist alles blitzsauber und sehr freundlich. Hier im Ort sind alle Unterkünfte ausgebucht, vor allem bei asiatischen Touristen steht Tepako ganz oben auf der Damussichunbedingtmalgewesensein – Liste. Ich kann für drei Nächte den Selbstzimmerluxus genießen, für die vierte Nacht ziehe ich in einen Dorm in die Jugendherberge. Die liegt direkt am See und ist bestimmt auch ganz nett.

Nachmittags schau ich mir ein bisschen der Ort an, geh im Infozentrum vorbei und kaufe für die nächsten Tage Lebensmittel ein. Ich werde überall dort, wo man etwas kaufen kann, leicht misstrauisch beäugt – liegt es am Ort oder sehe ich vielleicht mittlerweile ein wenig abgerissen aus und sollte mal in eine neue Hose investieren?

Tekapo ist schön – nein, die Natur drum herum ist wunderschön. Ein beliebtes Fotomotiv ist die kleine Kapelle am See, in der gerne geheiratet wird. Es ist nicht ganz einfach hier zu fotografieren, ohne viele, viele Menschen, Reisebusse oder Campervans mit aufs Bild zu bekommen …….IMG_7004IMG_7006

Auf große Aktionen habe ich heute keine Lust mehr – ich lege mich im schönen Hostelgarten in die Hängematte und lese. Später koche ich und schreibe den Christchurchblog.

Am nächsten Morgen trödele ich so vor mich hin. Weltreisen ist auf Dauer eine recht anstrengende Angelegenheit, zumal ich mich momentan recht schnell von Ort zu Ort bewege. Auspacken lohnt meist kaum, und ich fühle mich körperlich etwas müde. Reisemüde bin ich nicht, und jeden, wirklich jeden Tag, gibt es einen Anlass zum Staunen oder mich begeistern.

Trotzdem: Ich freu mich inzwischen AUCH auf zu Haus! Ich freu mich auf ne Badewanne und immer genügend Platz im Kühlschrank und auf mein schönes Bett und auf frische Handtücher, so viele wie ich möchte, auf Kleiderbügel und ein Bügeleisen und überall genügend Steckdosen; ich freu mich darauf, dass ich immer weiß, wo die Löffel liegen und ich freu mich auch darauf, dass mir in der ( meiner ) Küche nur Leute begegnen, die ich mir ausgesucht habe, und insbesondere freu ich mich auf liebe und vertraute Menschen !!!!

Bis dahin aber will ich mein Vagabundenleben noch genießen und mich darüber freuen, dass ich nur meine drei Klamotten und keine Schulsachen packen muss 🙂

So gegen elf ziehe ich trotz Anlaufschwierigkeiten los, heute möchte ich auf den Mount John bei Tekapo. Auf dem Gipfel gibt es ein Café, eine Sternwarte und jede Menge Ausblick – die Landschaft ist grandios. Nach einer knappen Stunde bin ich oben bei der Sternwarte angekommen. Es gibt ein kleines Cafe und meinen ( bislang ) teuersten neuseeländischen Cappuchino  ( aber dafür mit Sternwartensternchen ) sowie die Möglichkeit, durch ein Teleskop zu schauen.IMG_7069IMG_7065IMG_7071IMG_7073Sterneschauen ist hier nicht ganz billig, auch für die nächtlichen Sternentouren ( Tekapo liegt weitab von allen Lichtquellen und soll einen wunderbaren Sternenhimmel haben ) muss man viel Geld auf den Tisch legen. Ich hab früher schon mal Sternenhimmel und Milchstraße bewundern können und verzichte bedauernd auf diese Tour.

Nach der Kaffeepause kommt der schönere Teil der Wanderung. Kerstin hatte mir noch mit auf den Weg gegeben, dass ich unbedingt zuerst den steilen Abschnitt durch den Wald nehmen soll, um im weiteren Teil meiner Wanderung den fantastischen Ausblick auf den See und die Berge genießen zu können. Danke, Kerstin!IMG_7048IMG_7054IMG_7077IMG_7085IMG_7094IMG_7147Das ist nicht die Farbe des Himmels, sondern die Farbe des Sees. Alle Seen hier sind knalltürkis, was mit mineralischen Auswaschungen zu tun hat. Wenn die Sonne so scheint wie heute, wirkt es fast surreal.IMG_7131Ach ja, die Sonne. Die ist unglaublich stark hier. Ich schütze mich so gut ich kann ( sieht ziemlich blöd aus, ich weiß ), schmier mich immer gut mit 70er Creme ein, trage trotz Hitze mein langärmeliges T-Shirt und habe am Abend zwar keinen Sonnenbrand, aber sehr gereizte Haut.IMG_7124Auch sonst bin ich total geschafft, gehe früh schlafen und freue mich auf den nächsten Tag – ich habe einen Shuttle zum Aoraki Mount Cook Nationalpark gebucht. Neuseeland hat 27 Dreitausender, 22 davon liegen in diesem Park. Der Mount Cook ist 3755 m hoch. Wie werden eigentlich Berghöhen gemessen? Mir fallen Matheaufgaben und Pythagoras ein ….. das muss ich unbedingt mal googeln!

Morgens also früh raus, kurz vor acht werde ich schon abgeholt. Unterwegs gibt es am Lake  Pukaki  mit Blick auf den Mount Cook, einen kleinen Fotostopp.IMG_7159IMG_7161IMG_7163Kurz vor zehn sind wir im Mount Cook Village. Es gibt unterschiedliche lange Wanderungen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Ich habe mich für die Hooker Valley Tour entschieden. Laut Reiseführer ist das eine sehr beliebte Tour, was auf viele Mitwanderer hindeutet. Sehr hohe Berge um mich herum finde ich als Flachlandtirolerin meist etwas unheimlich, und so wirken in diesem Fall  japanische Reisegruppen und andere Menschen eher beruhigend 😉IMG_7180IMG_7171IMG_7191Nach der zweiten Hängebrücke hat man durchgehend einer wunderbaren Blick auf den Mount Cook. Ich habe das totale Wetterglück – nicht immer gibt es eine so tolle Sicht auf Berg und Gletscher.IMG_7196IMG_7197IMG_7193IMG_7203So zugeknöpft bin ich wegen der starken Windböen. Kalt ist es nicht, manche sehe ich in kurzen Hosen laufen.IMG_7239Am Ziel kommt man zum Hooker Glacier Lake. In diesem Gletschersee schwimmen große Eisstücke:IMG_7220IMG_7229Nach dreieinhalb Stunden bin ich fast wieder am Ausgangspunkt angekommen. Hier gibt es einen Abzweigung zum Kea Point Walk. Da  ja letztens schon die fehlenden Keas in meinem Blog beanstandet wurden, nehme ich tapfer noch eine weitere Stunde Fußmarsch auf mich. Der Weg ist schön, die Aussicht toll, einen Kea treffe ich leider nicht. Der Lonley Planet schreibt: mit Glück sieht man welche …. ich habe keins, mich aber wenigstens redlich bemüht 😉IMG_7253IMG_7249IMG_7260Nach fast fünf Stunden Fußmarsch bin ich zurück und hab jetzt noch eine Stunde Zeit, um einen Kaffee trinken zu gehen. Pünktlich werde ich vom Shuttle aufgelesen und zurück nach Tekapo gebracht. Ich bin ganz müde, aber sehr zufrieden mit mir, der Wanderung und dem schönen Tag.

Am nächsten Morgen heißt es kurz packen und in die Jugendherberge umziehen. Ich muss ein paar Stunden darauf warten, einchecken zu können. Diese nutze ich dafür, meinen Blogeintrag zu schreiben. Das Wetter ist kühl und grau – heute ist nur noch gammeln und vielleicht Wäsche waschen angesagt. Nachmittags möchte ich gerne noch etwas raus, vielleicht ein bisschen spazieren gehen? Ich mach mich auf den Weg, aber es sieht sehr nach Regen aus. Nö, falsch gedacht, es fängt furchtbar an zu hageln, und später gibt es …. Schneeregen. Das kann doch nicht sein! Gestern und vor allem vorgestern war es noch knalleheiß und richtig Sommer. Ich weiche ziemlich durch und mache mich frierend und pitschenass auf den Heimweg. Von dem schönen Aufenthaltsraum in der Jugendherberge ( der Rest ist eher nagehtso ) sieht man später …. ja, was ist denn das:IMG_7273IMG_7274Das muss ich mir doch noch mal eben vom Garten aus anschauen – auf den Bergen rund um den Lake Tekapo liegt ja Schnee ….. unglaublich. Nun weiß ich, was gemeint ist, wenn man von den sehr schnell wechselnden Wetterbedingungen in Neuseeland spricht 😉IMG_7277 IMG_7276

Morgen Mittag geht’s mit dem Bus zurück nach Christchurch und gegen Abend per Flugzeug nach Nelson. Übermorgen will ich gleich weiter in die Golden Bay – dort möchte ich für ein paar Tage bei hoffentlich schönem Wetter an Meer und Strand  ääääh Urlaub machen 😉

 

2 Gedanken zu „Tekapo und Aoraki Mount Cook National Park

  1. hape

    Liebe FrauKa,
    ich wünsche dir einen erholsamen, sonnigen, geruhsamen, fröhlichen und in jedem Falle w o h l v e r d i e n t e n Strandurlaub.
    Herzlich
    hape

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    1. fraukareistumdiewelt Beitragsautor

      Dankeschön! Sind ja nur ein paar Tage ;-), dann geht’s zurück nach Nelson zum Tangowochenende

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