Freitag, 04.04. möchten wir uns die Sekumpul Wasserfällen in der Nähe von Jagaraga anschauen. Unsere Unterkunft organisiert uns einen Fahrer. Gleich nach dem Frühstück geht es für Cordula, Willie und mich los. Wir fahren eine ganze Weile auf der Küstenstraße gen Westen, biegen irgendwo links in die Berge und kommen nach etwa 45 Minuten am Startpunkt an. Für den Fußmarsch in die Schlucht hinunter bietet sich sofort ein anderer Guide an ( unser Fahrer war angeblich noch nie da und außerdem soll es gaaanz viele Kreuzungen geben, für die man richtig gute Ortskenntnis braucht ). Wir nehmen es gelassen, sprich gerne an. Der Preise ist so gering, dass es für uns egal ist – und dem Mann hilft es sicher weiter.
So steigen wir zu fünft hinunter in die Schlucht. Es gibt einen tollen Aussichtspunkt, sehr (!) viele steile Stufen, eine Brücke, eine Flussdurchquerung und ein bisschen Kletterei über rutschige Felsen. Der Guide reicht uns jeweils sehr galant die Hand, um uns über die Steine zu helfen.

Unser selbsternannter Guide 😉



Die Wasserfälle sind sehr beeindruckend, besonders, wenn man direkt davor steht. Es ist unheimlich windig, ziemlich kühl und so feucht, dass wir innerhalb weniger Sekunden absolut nass sind. Zum Glück hab ich an eine Plastiktüte für meine Kamera gedacht. Ein Handtuch wär auch nicht schlecht gewesen……
Willie ist mutiger als Cordula und ich – er geht baden. Das sieht so aus:
Nach dem wir durchs überkniehohe Wasser zurückgewatet sind, gibt’s eine kurze Pause, in der wir unsere Wanderschuhe wieder anziehen und versuchen, uns ein bisschen abzutrocknen. Und dann geht’s wieder ( ziemlich schweißtreibend ) hinauf:
Auf dem Rückweg werden wir an einem kleinen Restaurant vorbeigeführt – warum wundert mich das jetzt nicht? 😀

Wir bestellen ein paar Kleinigkeiten und genießen die schöne Aussicht in den Wald. Dunkle Wolken kündigen bevorstehenden Regen an. Kurz bevor wir aufbrechen wollen, gibt es tropischen Schüttregen:
Ich habe einen Regenschirm dabei, die anderen bekommen ein dekoratives Bananenblatt:
Am Ausgangspunkt gibt es einen kleinen Shop und nett anzuschauende Menschen:
Nachmittags ist eine Massage, Pool, Ausruhen und Sachenpacken angesagt. Morgen müssen wir die Anlage wechseln, das Mandala ist komplett ausgebucht – eine Tanztherapiegruppe aus Bremen kommt ……..
Am 05.04. ziehen wir also um – wir wohnen nur ein paar Anlagen weiter bei Tilly, einer pensionierten Schweizerin. Tilly führt zusammen mit der indonesischen Managerin Made Sri ein kleines Guesthouse mit 4 Zimmern. Sie lebt selber auch auf diesem Grundstück, zusammen mit Made Sri und ihrer Familie. Hier ist es ebenso schön, aber wärmer und familiärer. Die Hühner spazieren durch den wunderschönen Garten, und es gibt ein paar nette Kinder.


Und direkt hinter dem Garten sind Strand und Meer ……. 
Bei Tilly gibt es leider keinen Pool, aber in der Nachbaranlage darf ich schwimmen gehen. Das ist eine kleine und sehr feine Anlage unter russischer Leitung. Das ist zwar nicht so meins, weil zu blankpoliert, aber der Pool ist toll. Ich freu mich so, dass ich dort die Gelegenheit zum Bahnenziehen habe.
Das Meer begeistert mich hier leider weniger ( es ist übrigens nicht der indische Ozean, sondern die Bali – See ). Vielleicht bin ich von den letzten Monaten und den vielen Traumstränden in Neuseeland und auf Fidschi zu verwöhnt – ich mag hier einfach nicht reingehen. Schade.
Am späteren Nachmittag spazieren Cordula und ich in den Ort. Die Menschen sind meist nett und offen, die meisten grüßen und viele – besonders die Kinder – lassen sich sehr gerne fotografieren.
Leider können wir uns kaum verständigen. Die wenigsten sprechen mehr als ein paar ( unverständliche ) Brocken englisch. Ihre Sprache ist balinesisch. Indonesisch lernen die Kinder als erste Fremdsprache in der Schule. Diese Frau hätte ich gerne gefragt, was sie gerade macht – ich kann nur ein Irgendwas mit Kokosraspeln erkennen. Leider können wir uns nur freundlich anlächeln …

Je näher wir dem Ortskern kommen, desto dichter wird der Verkehr – vor allem Roller und Mopeds kommen hupend und für uns nicht ganz überschaubar aus allen möglichen Richtungen. Die Hauptstraße zu überqueren ist nicht ganz einfach 🙂
Es gibt viele besonders geschmückte Hauseingänge. Diese Tage sind besonders gut zum Heiraten, das haben wir schon gehört. Nur warum habe ich noch nicht so genau verstanden.
Tempel gibt überall. Auch Opfergaben, um die Götter milde zu stimmen. Diese können ganz, ganz klein oder sehr groß sein. Religion und Zeremonien spielen im Leben der Balinesen eine sehr große Rolle.

Auch hier wird kein Picknick vorbereitet, sondern eine Opfergabe an einem kleinen Tempel. Nach einer Zeremonie können die Menschen die geweihten Opfergaben mit nach Hause nehmen und aufessen.
Und das gibt es leider auch auf Bali: jede Menge Müll. Für uns Ersteweltmenschen ist das schwer auszuhalten – zumal der Müll auch immer mal wieder angezündet wird und ganz erbärmlich stinkt.
Abends gibt es Essen bei und mit Tilly – balinesisch und total lecker.
Am nächsten Morgen ( 06.04. ) stehe ich sehr früh auf, ich möchte die Markthalle in der Ortsmitte besuchen.
Der Markt findet jeden Tag zwischen fünf und acht Uhr statt. Die Balinesen sind dem Klima und dem Tageslicht entsprechend Frühaufsteher. Der Markt ist nett und ganz überschaubar. Ich sehe viele Sachen, bei denen ich noch nicht einmal im Ansatz einordnen kann, was es ist …….


Hier weiß ich es: links liegen Mangostin ( superlecker ), rechts Schlangenfrüchte.
Ja, und das ist wohl ein Fisch 😀
Zum Frühstück bin ich wieder zurück. Am Vormittag möchte ich mir ( mal wieder ) die Haare schneiden lassen. Made Sri fährt mich auf ihrem Roller zu einem Friseur- und Schönheitssalon ins Nachbardorf Tejakula. Die Fahrt ist ein nicht ganz ungefährliches Abenteuer ……
Das ist Made Sri. Mir ihr als Modell kann ich ungefähr erklären, wie ich meine Haare geschnitten haben möchte:

Das Ergebnis ist ganz okay, bezahlen muss ich unschlagbare 25000 Rupien ( = 1,50 € ) Dafür sieht es super aus 😉
Made Sri lässt sich noch ein bisschen das Gesicht pflegen, ich vertreibe mir die Wartezeit mit den Stylingbeispielen für Brautpaare:
Corla hat inzwischen ihre Füße im Mandala Spa machen lassen. Nachmittags müssen wir unsere Weiterreise organisieren und uns von dem ganzen Stress erholen …… es gibt Meer und Pool, viel Rumliegen und ein sehr leckeres Abendessen für uns.
Montag, 07.04. möchten wir eine Tour zu dem einzigen buddistischen Tempel auf Bali, Brahma Vihara – Arama machen. Made Sri’s Mann Nyaman fährt uns. Auf dem Hinweg halten wir in Singaraja, der nächsten etwas größeren Stadt. Wir müssen dringend Bargeld ziehen. In den kleineren Orten wie Bondalem gibt es keine Bankautomaten. Anschließend schauen wir ein bisschen auf den dortigen Markt.
Es sieht alles toll aus – die superheiße, stickige Luft und der nicht immer besonders gute Geruch kommen auf den Fotos leider nicht so rüber 😉
Jetzt verstehen wir endlich, warum die Kinder nicht vom Roller fallen ….. und viele Kinder auf den Mopeds sind noch viel, viel kleiner als dieses hier.
In Lovina, einem Touristenort an der Nordküste gibt es einen ….. nein, keinen Cappuchino, sondern einen leckeren Balikaffee für uns. Cappuchino steht zwar überall auf der Karte, leider ist meistens gerade die Kaffeemaschine kaputt gegangen ……
Nach der Pause geht’s zum Tempel. Vor dem Tempel muss man ( also die Touristen ) sich mit einem ( geliehenen ) Sarong verhüllen.
Die Anlage strahlt unglaublich viel Ruhe und Gelassenheit aus.



Im Tempel treffen wir ein balinesisches Brautpaar, dass sich gerne ( mit mir ) fotografieren lässt.
An einem überdachten Liegeplatz ruhen wir uns ein bisschen aus. Ich finde es so friedlich hier, dass ich doch glatt einschlafe. Vielleicht ist es auch die Hitze, die mich heute ziemlich schlaucht.
Später gehen wir in einen der kleinen Warungs, in denen man sehr günstig essen kann:
Auf dem Rückweg schauen wir noch kurz in einem französischen Supermarkt vorbei – ich brauche ein paar Kosmetikartikel. Wieder in Bondalem angekommen, reicht es noch für ein paar Bahnen in Nachbars Pool.
Am nächsten Morgen will ich wieder früh raus. Ich möchte mit den Kindern zusammen zur Schule gehen. Gastgeberin Tilly hat das mit ihnen besprochen und mir versichert, dass ich einfach und ohne Anmeldung mit in die Schule gehen kann. Kurz vor sieben geht’s los. 
In der Schule versammeln sich alle Kinder auf dem Schulhof und spielen. Um halb acht gibt es einen Gong und eine Morgenandacht. Ich spreche ein paar Lehrer an, um mich anzumelden, englisch spricht leider niemand. Ich versuche zu erklären, dass ich gerne eine Unterrichtsstunde in der fünften Klasse sehen möchte.
Nach der Andacht geht jeder Schüler und jede Schülerin in seine/ihre Klasse und wartet auf den Lehrer. Manche Klassen müssen ziemlich lange warten, so gegen acht fängt der Unterricht überall an. Ist das nicht eine schöner Klassentür?
Die Lehrerin, auf die ich warte, kommt als Letzte und ist wenig begeistert, mich zu sehen – ich darf aber trotzdem mit und ein paar Fotos machen. 
Der Unterricht ist ganz schön und recht lebendig. Ich verstehe kein einziges Wort und habe erst nach einer halben Stunde rausgefunden, dass es sich ( wahrscheinlich ) um verschiedene Gesteinsarten handelt.
Mein kleiner Ausflug ist sehr nett. Trotzdem: so gegen neun reicht es mit Schule auch schon wieder. Ich verabschiede mich höflich und muss der Lehrerin noch schnell versprechen, ihr die Fotos auch ganz bestimmt zu mailen. Ich freu mich auf mein Frühstück und auch darüber, dass ich noch viereinhalb Monate Schulgebäude eher von außen zu sehen bekomme ( wenn überhaupt ).
Der restliche Tag dümpelt tropisch vor sich hin. Ein Tag bleibt uns noch für Bondalem, dann heißt es Sachen packen.

Hallo liebe Sabine und liebe Cordula.
euch beiden eine lieben Gruß aus Bremen. Ich komme gerade wieder aus Wien zurück . Es ist schön die Fotos zu sehen. Ihr habt euch also wirklich getroffen und irrt nicht getrennt durch den Dschungel. Ob da Hasi dahinter steckt? Ach ja, bald ist Ostern.
Margit
Hallo Sabine, es ist alles sehr schön was du uns berichtest. Ob Tango, die Natur, die Kunst + Kultur usw., aber das mit der Frisur (das sind ja komische Spangen ) , na ich bin mir nicht sicher…………………………………….
Ach Claus, bis ich wieder zu Hause bin, sind die Spangen bestimmt rausgewachsen 😀