Nusa Lembongan und Tango auf Bali

Am 17.04. ist morgens alles ein bisschen hektischer: schnell in den Pool springen, frühstücken, die letzten Sachen packen. Um neun sollen wir an der Straße stehen. So früh am Morgen und schon so heiß ………IMG_9327Nach einer Warteweile werden wir von einem klapprigen und ziemlich vollen Kleinbus abgeholt und nach Sanur gebracht, von dort aus starten die Schiffe nach Nusa Lembongan, auf die Gili – Inseln und nach Lombok. Wir werden an der Anlegestelle rausgelassen und warten etwas ratlos auf unser Boot. Es gibt schnellere und weniger schnelle Boote, wir haben die Überfahrt in einem weniger schnellen gebucht. Ich weiß, dass die Fähren in solchen Ländern ein bisschen anders aussehen, trotzdem bin ich fassungslos, als ich sehe, in was wir einsteigen werden:IMG_9332 Die Anlegestelle ist der Strand, die Wellen sind hoch und man muss einen günstigen Moment abpassen, um überhaupt an Bord zu kommen. Den Koffer selber an Bord tragen? Unmöglich. Der Kofferträger macht mit unverschämten (!) Geldforderungen Stress, und ich empfinde die Situation als reichlich ungemütlich. Schließlich sind wir, ein paar andere Menschen und einiges an Fracht an Bord.IMG_9334 IMG_9336Die Überfahrt ist wider Erwarten ganz entspannt und fast gemütlich. In Nusa Lembongan legen wir ebenfalls direkt am Strand an. Schön sieht es hier aus!IMG_9368

Wir suchen uns eine Bar am Strand, essen eine Kleinigkeit und trinken einen Kaffee. Das Gepäck dürfen wir unterstellen, so können wir unbeschwert eine Unterkunft suchen. Auf Nusa Lembongan gibt es verschiedene schöne, zum Teil abgelegene Buchten. Wir haben uns entschieden, in unserem Ankunftsort Jungbatu zu bleiben. Hier leben nicht nur Touristen in mehr oder weniger luxuriösen Resorts, es gibt einheimisches Leben, viele von Indonesiern geführte Unterkünfte und einen langen Strand. So klappern wir die unzähligen Übernachtungsmöglichkeiten direkt am Strand ab und haben sehr schnell etwas gefunden, das a) bezahlbar ist b) die direkte Strandlage für Corla und c) den Pool für mich hat. Nachträglich sind wir sehr froh, dass wir nichts im Internet vorgebucht haben! Gegen Abend laufen wir ein bisschen und sehen einen traumhaften Sonnenuntergang.IMG_9376IMG_9396IMG_9395

Am 18.04. ( Karfreitag ) nehmen wir am frühen Morgen an einer Schnorchel – Tour teil. Wir umrunden die Insel und schnorcheln an verschiedenen Stellen. Es gibt wunderbare Korallen und die schönsten bunten Fische. So toll! Falls ich mal wieder in so eine Gegend komme, nehme ich auf jeden Fall eine Unterwasserkamera mit! Gleichzeitig können wir die schöne kleine Insel und die Nachbarinsel Nusa Ceningan vom Wasser aus sehen und verschaffen uns ganz entspannt einen Überblick ….

An einem Schnorchelpunkt soll man Mantas sehen können. Das Wasser ist tief und dunkel, es gibt ziemliche Wellen, eine Felswand ist nicht allzu weit entfernt …. hier bleiben Corla und ich einfach im Boot und überlassen unseren jungen Mitschnorchlern das Wasser. Ich habe Mantas auf Fotos gesehen, und vor allem habe ich gesehen, wie groß die werden können – die möchte ich gar nicht unbedingt im Wasser treffen 😉

Nachmittags spazieren wir bis zur Tamrinbeach. Die Abendstimmung genießen wir später von unserem Hausrestaurant aus. Ich möchte meinen Ubutblogeintrag fertig stellen, für den ich schon seit Tagen Fotos hochlade. Leider verabschiedet sich plötzlich der gesamte Eintrag in den unergründlichen Weiten des Internets. Seufzsehrdolle. Fürs erste reicht es mir mit  Blog und Internet …..

Am 19.04. leihen wir uns früh Fahrräder, wir haben vor, die Traumstrände im Westen der Insel zu besuchen. Es ist nicht ganz einfach, die richtigen Wege zu finden, da Wegweiser fast völlig fehlen und Straßen nicht unbedingt an jeder Stelle nach Straße aussehen. Wir fahren eine Weile, bis ich plötzlich einen Platten habe. Mist. Also heißt es schieben. Unterwegs treffen wir ein paar Einheimische, die alle gar kein Englisch können. Dieses Problem kann man aber leicht auch ohne Worte erklären, und alle deuten in eine Richtung, um zu zeigen, wo es einen Mechaniker gibt. Wir laufen eine langes Stück und finden die Reparaturwerkstatt tatsächlich. IMG_9419IMG_9420IMG_9421Der Mechaniker ist sehr hilfsbereit und macht sich sofort daran, den Schlauch zu flicken. Leider müssen wir feststellen, dass selbiger völlig porös ist. Ein neuer Schlauch muss her! Der junge Mann schwingt sich auf sein Moped und verschwindet. Wir warten, warten, warten. Wo bleibt er nur?IMG_9425

IMG_9426IMG_9428Nach einer ziemlich langen Weile kommt er mit einem neuen Schlauch wieder und kurz darauf können wir die Fahrt fortsetzen. Wir kommen an der kleinen Brücke vorbei, über die man auf die nächste kleine Insel kommen kann und fahren durch den Ort Lembongan, den ich sehr nett, weil total untouristisch finde. Wir müssen den einen oder anderen Hügel überwinden ( schieben ), was bei diesem Klima nur ein bisschen ein Vergnügen ist.IMG_9434IMG_9439Hahnenkampf ist ein großes Thema, nicht nur hier, sondern auch überall auf  Bali. Offiziell ist er nur erlaubt, wenn es sich um eine religiöse Zeremonie handelt, inoffiziell sieht man die Körbe mit den Kampfhähnen überall stehen. Laut Reiseführer hält jeder Mann mindestens einen Hahn. Ich habe keinen Kampf gesehen ( sehen müssen ) und bin ganz froh darüber.

Ab und an werden die Hähne wie auf diesem Foto auch mal herausgeholt und ein bisschen vorgezeigt. Diese Jungs waren total lustig und haben sich gerne mit ihren Tieren fotografieren lassen ……..IMG_9441Irgendwann kommen wir an diesem Tag doch dort an, wo wir hin wollen.

Die Dreambeach und vor allem der Pool der einzigen Anlage entschädigt für alle Mühen – ist das toll! Am Strand zu baden ist  allerdings eher etwas für Mutige – es gibt Monsterwellen und eine starke Strömung.IMG_9444IMG_9448IMG_9450IMG_9452

Gegen Nachmittag fahren wir zurück. Wegen der Panne sind wir spät in der Zeit ( in den Tropen wird es früh dunkel! ) und fahren nicht mehr zur Mushroom – Beach. Unterwegs haben wir eine sehr schöne Sicht auf „unseren“ Ort Jungbatu:IMG_9466Ich lege noch einen kleinen Schlenker zur Nordspitze ein. Das ist von unserer Unterkunft nicht sehr weit – und unerwartet hübsch!  Es gibt ein paar kleine Warungs direkt am Strand, und ganz am Ende im Mangrovenwald hört die Straße einfach auf.IMG_9472IMG_9479IMG_9484Ich finde mein Lieblingslokal, in das ich von nun an jeden Tag einkehre, Manchmal für einen frisch gepressten Saft, manchmal auch, um etwas zu essen. Hier ist es schön!IMG_9471IMG_9474IMG_9591So schön Lembongan auch ist – die Gegensätze zwischen dem Leben der Einheimischen und dem der Touristen ist sehr krass. Sobald man sich nur ein paar Meter von den netten Unterkünften am Strand entfernt, steht man in einer anderen Welt.  Besonders die Algenbauern scheinen sehr arm zu sein. Sie leben in einfachsten Strohhütten ohne fließend Wasser.IMG_9478Viele der 7000 Einwohner der Insel bauen Seetang in strandnahen Meeresgärten rund um die Insel an. Bei Ebbe wird der Seetang geerntet, sortiert, getrocknet und später über Padangbai in die ganze Welt verschifft – die Algen werden für Lebensmittel und Kosmetikprodukte verwendet. Laut Reiseführer soll das ein einträgliches Geschäft sein – fragt sich nur, für wen …. IMG_9363IMG_9357IMG_9351IMG_9402IMG_9365IMG_9366Den Menschen, die im Tourismus arbeiten, scheint es besser zu gehen – zumindest sind sie körperlich nicht so ausgemergelt wie die Algenbauern. Einheimische und Touristen leben hier ein friedliches Nebeneinander. Ich mag es, vom alltäglichen Leben der Menschen etwas mitzubekommen. Schade, dass ich mit den Leuten nicht sprechen kann, ich habe so viele Fragen!

Es ist ganz ruhig hier. Bis auf wenige kleine Transportfahrzeuge gibt es keine Autos. Einheimische und Touristen sind meist mit einem Roller unterwegs. Surfen kann man hier gut, tauchen, schnorcheln, wunderschöne Sonnenuntergänge anschauen. Nachtleben? Nicht vorhanden. Shops? Eher nicht. Postkarten? Fehlanzeige! Bank? Post? Neee. Geldautomat? Ja, einen gibt es. Er scheint leer zu sein, jedenfalls kann ich kein Geld ziehen. Später hören wir, dass er nur zum 1. eines Monats aufgefüllt wird …

Am 20.04. bekomme ich vor dem Frühstück einen Cappuchino mit Meerblick – schließlich ist heute mein Geburtstag 🙂IMG_9496

Außerdem gibt’s Geschenke von Corla, eine Frühstückseinladung und viele Glückwünsche per mail und Facebook. Danke an alle!!!IMG_9501Und es ist ja nicht nur mein Geburtstag, sondern auch noch Ostersonntag – es gibt Konkurrenz für Hasi …..IMG_9503Eins meiner Geschenke löse ich zwei Tage später ein – ich krieg die Füße schön 🙂

Die Farben hat das Pediküremädel ausgesucht – zufälligerweise genau passend zu meiner Bollywoodlieblings(tango)hose ( nächstes Foto )

Danke Cordula!

IMG_9600Den Geburtstagssonnenuntergang begehen wir ziemlich dekadent auf dem Rumfläzstrandsofa der stinkefeinen Nachbarsanlage:IMG_9527Später gibt’s ein gutes Essen, ich bin mit meinem Geburtstag sehr zufrieden. Nächstes Jahr möchte ich dann wieder Erdbeertorte und Rhabarberkuchen!

Am Ostermontag ziehe ich mal wieder um: Cordula reist heute ab, ich bleibe in der Unterkunft, miete mir aber ein etwas günstigeres Zimmer im ersten Stock. Nachmittags fahre ich zum Winken mit zur Abfahrtsstelle – schön war es, unterwegs Besuch zu bekommen! IMG_9559IMG_9565Ich freue mich, dass ich noch zwei Tage länger bleiben kann und spaziere Richtung Mushroom Beach. Dieser legendäre Strand sträubt sich auch heute erfolgreich – es ist Hochwasser, der Weg, den ich gehen will, geht gerade nicht. Na gut, dann eben morgen ……

Auf dem Rückweg schaue ich mir noch ein bisschen die Surferwellen an. Hier gibt es Riesenwellen, anspruchsvoll für gute Surfer, wegen des vorgelagerten Riffs ein paar hundert Meter vom Strand entfernt. Man sieht sie leider nur in Ameisengröße …..IMG_9567IMG_9572

Ich organisiere mir für die nächsten beiden Tage ein schönes Fahrrad und gehe einfach mal ganz früh ins Bett. Am nächsten Morgen fahre ich früh los und trinke in der – jawoll! – Mushroom Beach einen schönen Cappuchino. Diesmal nehme ich den direkten Weg über den Berg – und muss zur großen Erheiterung ALLER Indonesier, die mich überholen, ein richtig steiles Stück berghoch schieben. Scheinbar kann sich keiner vorstellen, wieso sich eine reiche Touristin so etwas freiwillig antut ( guck doch mal, wie die schwitzt! ) …. es gibt doch Roller!IMG_9585IMG_9581Während meiner späteren Mittagspause auf der Strandliege spaziert Hanna ( auch aus Bremen ),eine Bekannte von Cordula, vorbei. Hanna haben wir schon kurz in Ubut getroffen, jetzt ist sie auf Zimmersuche und mietet sich schnell entschlossen auch in unserem Nusa Indah ein. Später stellen wir fest, dass wir gemeinsame Bekannte und unsere Töchter in die gleiche Schule besucht haben – die Welt ist klein!

In dieser Nacht wache ich mehrmals auf und weiß nicht, wo ich bin – es wird wohl langsam Zeit, dass ich nach Hause komme …….

Am 23.04. geh ich nochmal Schnorcheln, der restliche Tag vergeht mit Dungeln, Dümpeln, Sachen packen – morgen geht’s zurück nach Bali! Für meine restlichen drei Tage habe ich mich in Seminyak eingemietet. Kuta, Legian und Seminyak sind DIE Touristenorte auf Bali, auch verschrien als der Ballermann der Australier. Das klingt wenig einladend, aber Seminyak hat für mich etwas ganz Besonderes: ein Tangohotel und eine Freitagsmilonga 😀

Das Hotel ist nicht ganz meine Kragenweite – ich stelle ( mal wieder ) fest: fein trägt bei mir nicht zwangsläufig zum Wohlfühlen bei …..trotzdem genieße ich den Luxus eines grooooooßen Zimmers, eines grooooßen, gutriechenden Bettes ( ich kann quer und gerade und diagonal schlafen! ), eines tollen Bades und eines schnellen Internets ( juchuuuuuuu ). Das Frühstück ist auch nicht schlecht! Stefani, der das Hotel gehört, ist Deutsche, lebt seit 30 Jahren hier und hat die kleine balinesische Tangoszene aufgebaut. Sie unterrichtet Tango und organisiert das jährliche Tangofestival, zu dem viele Tänzer aus ganz Asien und Australien anreisen.  IMG_9610IMG_9608 IMG_9612Abgesehen davon gibt es einen wirklich tollen, kilometerlangen und feinsandigen Strand – nicht ohne Grund tummeln sich genau hier die vielen Touris!IMG_9620 IMG_9619 IMG_9622Freitag werde ich gefragt, ob ich am Nachmittag mit auf eine Vernissage möchte, auf der auch ein bisschen getanzt wird. Die Fahrt ist lang, die Bilder so naja, die Getränke und vor allem die kleinen Häppchen, die gereicht werden, sehr lecker, zwei, drei Tänze ganz schön. Smalltalk ist nicht so meine Stärke, aber mit uns sind noch zwei Freundinnen von Stefani gekommen. Beides Deutsche, beide haben sich vor vielen Jahren in Bali oder auf Bali ( oder beides ) verliebt, sind hier geblieben und haben interessante Geschichten zu erzählen. Und: Ingeborg kommt aus ääääh ……. Delmenhorst! 😀IMG_9626 IMG_9638 IMG_9639Später geht’s zurück nach Seminyak auf die Hotelmilonga, die nicht der Rede wert ist. ( Ich mach mir noch nicht mal die Mühe, meine Kontaktlinsen rauszukramen und mir die Wimpern zu tuschen – das gab es noch nie! ) ….. 13 Frauen, 4 Männer. Ich plaudere sehr nett mit den deutschen Damen und freu mich trotz der lahmen Tanzveranstaltung, hier zu sein.IMG_9645 IMG_9647Samstag, 26.04. vertrödele ich meinen Tag strandspazierend ( toll ) und geschäfteguckend ( nicht sehr ergiebig ), außerdem nutze ich den tollen Internetzugang, um diesen Blog auf Stand zu bringen. Gleich heißt es noch Sachen packen – morgen geht’s gen Singapur!

Bali …… hat mir mit allen Gegensätzen und Widersprüchen gut gefallen. Bis auf den touristischen Süden, wo frau ein bisschen aufpassen soll, kann man überall sehr (!) sicher reisen. Ich weiß nicht, wie es in der Hochsaison ist – momentan ist alles ziemlich ruhig. Bestimmt gibt es hier im Süden die schlimmen australischen Partymeilen, von denen mir von verschiedenen Seiten berichtet wurde – aber da muss man ja nicht zwingend hin! Das Landesinnere hat mir am besten gefallen, die tolle Landschaft, die ursprünglichen Ortschaften, die Kultur. Ganz, ganz wohl habe ich mich auf Nusa Lembongan gefühlt – es war wirklich schön dort! Das Klima allerdings ist weniger meins ….. noch ist die Regenzeit nicht ganz vorbei. Es ist heiß und schwül – ich dusche zwischen vier- und zehnmal am Tag und zieh mich ständig um …..

Jetzt bin ich gespannt auf Singapur ( da ist es noch heißer oh Schreck ), erhoffe allseits gute Klimaanlagen und erwarte sehnsüchtig finnische Frische!

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Nusa Lembongan und Tango auf Bali

  1. Claus Göttlich

    Der Typ in dem Museum „Agung Rai Museum of Art“ , ja der rechts von dir. Ist das dein neuer! Der sieht echt cool aus. Den kannst du mitbringen. Oder, nicht das Mike ihn verhaut. Ich freu mich, wenn du wieder da/hier bist. Bis bald, aber erst mal wartet Finnland und der Finnische Tango auf dich. Ach ja, so schnell werde ich nun auch nicht wegziehen. LG Claus

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    1. fraukareistumdiewelt Beitragsautor

      Lieber Claus, mein Neuer war zwar ziemlich cool, aber auch schon wieder Geschichte – fand ihn etwas leblos 😉 Freu mich auf HB! Bis bald, Sabine

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